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Ärmliches VerLndigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
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SoMlldevd, den 18. Nsvrmbtt
Nebelung.
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55.3*9.
1921
Finanzlage undZahlungsgebat
Erstes Blatt.
Sie Milten Kaufte In Mingttn- Die U-Bootfrage.
Paris, 18. Nov. Wie Pertinax dem „Echo de Paris" aus Wafhington mitteilt, sind die delikaten P uHxkt e bei den Beratungen über die Einschränkung der Seerüstungen folgende:
Das japanische Verlangen einer gröberen Verhältnisziffer der Seestärke, die Regelung der Frage der Luftsch^fsahrt, der Unterseeboote und des Esfek- tivbestandes der Geschwader der Seemächte zweiten Ranges, wie Frankreich und Italien. Angesichts der Unzulänglichkeit der Flotte, die Frankreich in diesem Augenblick besitze, und ang sichts der Unmöglichkeit, vorauszuschen, wie sich Deutschland und Rußland entwickeln würden, werde Frankreich die volle Freiheit seines Handelns während der ersten zehn Jahre verlangen.
Land an, 18. Nov. Einer Meldung ans New sivrk zufolge ist in der UntcrseebootSfrage die amerikanische Ansicht die, daß 90 000 Tonnen U-Bootsraum für die Verteidigung des Landes notwendig sind. Amerika ist bereit, England denselben Tonnengehalt znzuaestehen. Wenn der amerikanische Standpunkt nicht eine radikale Aenderung erfahre, so schein? wenig Hoffnung zu bestehen, daß ein Ueberein- fontmen bezüglich der Tonnage, der Beschränkung, der Vergrößerung oder Verminderung des Baues von Unterwasserfahrzeugen erzielt werden tonne.
New Hork, 18. Nov. Wie der Korrespondent der „Associated Preß" unä Washington mitinlt, bildet Englands Abneigung g-gen die Unterserboot? kmw noch den größten Streitpunkt gegenüber den Unsi-ute- -«ierikas bezng'ich der Einschränkung der Flottenrüstungen. Nach den englischen Ansichten sollen die Unterseeboote aufhören, als Waffe im Seekriege Verwendung zu finden, nach der Ansicht der Amerikaner dagegen sind die Unterseeboote ebenso eine legitime Waffe im Seekriege wie die Schlachtschiffe.
Bombemvürfe berechtigt. — U-Boote „Mordwerkzeuge".
London, 18. Nov. Einer Reutermeldung «us Newyork zufolge erfolgte in Washington von maßgebender Seite eine Mitteilung über die Absichten Großbritanniens bezüglich der Unterseeboote und Luftwaffen. Bombenwürfe auf Städte könnten berechtigt sein, da durch solche Luftangriffe et« Druck auf die feindlichen Negierungen ausgeübt werden könne. Die Unterwasserfahrzeuge seien jedoch nach Ansicht der Engländer nichts als Mordwerkzeuge, durch die nicht dieselbe Wirkung auf die Völker und Negierungen ausgeübt werden könne, als wie schon durch die Luftangriffe auf Städte. — Dem Washingtoner Berichterstatter des „Manchester Guardian" zufolge hat sich die britische Marineabordnung auf der Konferenz einer proportio- «olen Verminderung der Flotte w i e d e r s e tz t, solange nicht die künftige Größe der französischen und italienischen Flotte festgesetzt sei, da sonst Frankreich in fünf Ja! beginnen könne, durch Flottenbauten ebenso die Vorherrschaft zur See an- zustrebe«, wie es die Ueberlegenheit zu Lande besitze.
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London, 18. Nov. (Reuter.) Die Vertrage über den Ban dreier britischer Großkampfschiffe sind bis auf weiteres außer Kraft gesetzt worben.
Smrderkonferenz über die Landrüstnnge«.
London, 18. Nov. „Daily Ehronicle" meldet aus Washington, die Abrüstungskonferenz werde sich darauf beschränken, den Flottenabrüstungsplan für alle fünf Großmächte fertigzustellen und die allgemeinen Erklärungen über die politischen Fragen des fernen Ostens zu beendigen. Die nächstjährige Konferenz werde sich mit Einzelfragen des Einvernehmens über den Fernen Osten und mit den Rüstungen zu Lande befassen.
Japan zum Verzicht bereit?
Loudon, 18. Nov. Der Sonderberichterstatter des „Manchester Guardian" meldet aus Washington unter Vorbehalt, Japan werde sich bereiterllären mir Echantmtg und die 21 Forderungen vom Frühjahre 1918 zu verzichten. Japan sei der Ansicht, daß China 18 Provinzen südlich der großen Mauer umfassen müsse, mit Ausnahme von Tibet; Japan schlage daher ein Protektorat überbie Mandschurei vor. Bezüglich der Mongolei toie über Korea mache Großbritannien den Vorschlag, Tibet zu einer britischen Provinz unter denselben Bedingungen wie Jndir» zu mache». ;
IN SmWl ISt 19:1.
Aussprache im Reichsrat.
Berlin, 18. Nov. Der Reichsrat beschäftigte fick mit dem dritten Nachtragshaushalt für 1921. Wie der Berichterstatter ausführte, enthält oer Nachtragshaushalt -um ersten Male den Betrag für die auf Grund der Annahme des Ultimatums im Rechnungsjahre 1921 zu leistenden Entschädigungszahlungen, die nunmehr im ordentlichen Haushalt 95,1 Milliarden, im außerordentlichen 17,1 Milliarden erfordern. Bei weiterem Sinken der Mark sei mit einer Erhöhung dieser Summen zu rechnen. Im Einzelnen sollen die Bezüge des Reichspräsidenten um 450 000 Mark e rh 9 6t werden. Für >te Opfer von Oppau wird ein weither Reichszulch'.ch von 10 Millionen verlangt. 6000 Millionen sind im dansbakt der allgemeinen Finanzverivaltung vorgesehen zur Entschädigung der Gemeinde» für Ausfälle an Einnahmen durch Entziehung des Bestcueningsrechts der Mindesteinkommen. Der Reichszuschuß für Post und 'aenbahnen macht gegen 20 Milliarden aus Der Haushalt für die Ausführung des Fricdensverlrages ent- f:5(t außer den Entschädigungsausgaben an lausenden B-sahungskosten noch 5,8 Milliarden. An Ausgaben für die interalliierten Kommissionen sind 1,2 Milliarden "orgesehen. Die interalliierte Rheinlandkommission kostet allein 198 Millionen. Alles in allem ergibt fich für 1921 ein Fehlbetrag von 161,6 Milliarden, wobei zu berücksichtigen ist, daß erst im Haushalt für 1922 die RcParationSlast in vollem Betrage erscheinen toitb. Unsere Lage sordeM unnachsichtliche Sparsamkeit im «roßen wie im Kleinen. Der Rcicksrat könne nur ben rinnenden Wunsch erneuern, daß die Reichsregirrung bei der Aufstellung des Haushaltsentwurfes für 1922 an eine durchgreifende Einschränkung der Ber- nfocktungsausgaben herantrete. Staatssekretär Göhre erklärte, leider seien alle Sparsamkeitsbemühung.m, des NeichZeals bisher ohne Erfolg geblieben. Reichs- inamminister Hermes erllärte, er könne noch lern vollkommenes Programm der Ersparnisabfichten vorlegen, die notwendig seien, um zu einer Sanierung zu kommen. Zur Frage des weiteren Abbau- der M,ni- lerien betonte der Minister, man müsse sich davor hüten, den Zustand vor dem Kriege und den heutigen auf einer zu schematischen Grundlage zu vergleichen. Durch Ein- ifocn größter Rücksichtslosigkeit auf dem Gebiete der Ersparnisse schaffe man jedoch eine bessere Gruizd'age für die unbedingt kommende weitere Aussprache mit den Verbündeten über die Frage unserer Verpflichtungen aus dem Ultimatum.
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MStMti ItS
Geringere Steuerbclastnng des Auslandes.
Berlin, 18. Nov. Im St euer ausschuß des Reichstags führte Reichsfinanzminister Hermes aus: lieber drei Punkte bestehe int Ausschuß sicherlich Einigkeit. Erstens, daß Deutschland aus eigener Kraft versuchen müsse, seinen Haushalt in Ordnung zu bringen, zweitens, daß dies unmöglich sei» wenn an den vorgeschricbenen Entschädigungsbedingungen sestgehal- ten werde, drittens, daß eine Atempause nicht ein« trete, wenn Deutschland nicht zuvor den Nachweis erbracht habe, daß es alles tat, um sein Finanzwesen zu regeln. Der Minister bedauerte, daß ausländische Presseberichte Deutschlands- Wirtschaftslage zu günstig schilderten. Dann gab der Minister eine Ucbersicht über die Finanzgestaltung des Reiches im Rechnungsjahre 1922. Her Gesamtausgakebedars beim ordentlichen Reichshaushalt rofirbe 72 Milliarden betragen. An ordentlichen Einnahmen ständen rund 100 Milliarden zur Verfügung. Beim außerordentlichen Haushalt würden — ohne Kontributionsausgaben und ohne Fehlbeträge bei Post und Eisenbahn — schätzungsweise 5 Milliarden Mark benötigt. Bei den Betriebsverwaltungen weide mit rund 21/* Milliarden Fehlbeträgen bei dem außerordentlichen Haushalt der Post gerechnet. An ungedeckten Anleihe- ausgaben für Post und Eisenbahn seien rund 8»/, Milliarden zu nennen, sodaß der ungedeckte Ausgabenbedarf mit rund 11 Milliarden zu beziffern sein werde. Der Gesamtmchrbedarf für die Beso'.dungserhöhungen stelle sich jährlich auf rund 221/, Milliarden.
Ministerialdirektor Povitz gab eine Übersicht über die Reichssteuern. Daraus ergibt sich, daß die steuer- liche Belastung in England und Frankreich unvergleichlich g e e i n g c r ist gegenüber der steuerlichen Belastung In Deutschland, besonders waS die Besitzbelastung betrifft bei angemessener Berücksichtigung der Kaufkraft des Geldes im Jnlande.
Paris, 18. Nov. Havas meldet aus Washing- ton: Japan würde bereit sein, Schantung ohne be- sondere Bedingungen zu räumen, wenn jrine Sonder- rechte in der Mongolei anerkannt toütixn. Ferner ! würde es sich nicht mehr für die Mandschurei inte» j resfterru, wen» fie nur darauf bestehe» werde, dir
Sie der Stowte.
Rückkehr des Entfchädigungsausfchuffes.
Berlin, 19. Ron. Wie die Blätter melden, wird der Sntfchädlgungsausschuß voraussichtlich heute Abend Berlin verlasic«. Als Ergebnis der Verhandlungen mit der Reich sregiernng glauben die Blätter feftstellen zu können, daß die Verbünde, ten auf gewissenhafte Erfüllung der am 15. Januar fälligen Zahlungsverpflichtungen von 500 Millionen Eoldmark bestehen. Der Ausschuß ist zu de, Ansicht gekommen, daß dir deutfche Regierung in de. Lag« sei, den notwendigen Betrag non der deutschen Industrie zu erlangen. . _ ,.
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Amerika gegen die Entschödigungsforderungen.
London, 18. Nov. Eine Nachricht ans Washington meldet, die amerikanische Regierung stelle sich auf den Standpunkt, daß die augenblicklich von Deutschland geforderten Zahlungen übermäßig seien, und daß Frankreich und Italien Abänderungen zustimmen müßten.
V Sünnes geht nach London.
Berlin, 19. Nov. Dem „B. T." und bet „Bog. Ztg." zufolge wird bet deutsche Großindustrielle Hugo Stimm« in London erwartet. Er soll dort von wichtigen Stellen empfangen werben. Die Reise soll nach einer Fühlungnahme mit Lloyb George zustanbegekommen fein. Man rechnet bamit, baß wichtige Unterhanblungen zwischen bem Leiter bet englischen Politik unb Stinnes stattfinben werben, ble sich in bet Hauptsache um Deutschlands Wirtschaftslage brehen bürsten.
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Srrtitoltion md WflooIUiNig hK®le?l* Di« Jnbustrie hält ihr Angebot aufrecht.
Berlin, 19. Rov. Wie bte Blätter erfahren, fanb gestern eine eingehenbe Besprechung zwischen bem Ausschuß bet Banken unb des Reichsverbanbes bet beutfchen Jnbustrie über bie Krebitaktion statt. Es würbe beschlossen, bem Reichskanzler ein Schreiben zu überreichen, in bem zum Ausbruck gebracht wirb, baß bet Reichsverbanb bet beutfchen Jnbustrie feige Bereitwilligkeit, eine Krebitaktion einzuleiten, aufrecht erhält. Die „Vosi. Ztg." teilt mit, baß biefes Schreiben von ben beteiligten Kreisen als eine geeignete Grunblage zur Weiterführung bet Krebitaktion unb zu Verhanblungen wegen Aufnahme ein« internationalen Krebits betrachtet wirb.
Die Verhandlungen zwischen Industrie «ad Gewerkschaften.
Berlin, 18. Nov. Die gestern unterbrochenen Besprechungen zwichen bem Reichsverbanb bet beut- schen Jnbustrie unb ben Spitzenorganisationen bet beutfchen Gewerkschaften sinb heute fortgesetzt worben. Die „Deutsche Allg. Ztg." nennt als wichtiges Ergebnis bet gestrigen Verhanblungen, baß beibe Parteien ben Willen zu einer Verstänbigung gezeigt haben unb baß sie nicht starr an ben bisherigen Programmen festhielten. Hinsichtlich bet Zukunft bet Eisenbahnen einigte man sich bahin, baß bet Reichsverbanb bet beutschen Jnbustrie so schnell als möglich Vorschläge über bie Reorgan.fa- tion bezw. Umbilbung bet Betriebe machen soll, bie bann Eegenstanb weiterer Besprechungen in bet Zentralarbeitsgemeinschaft sein sollen.
Der Standpunkt Bayerns.
München, 18. Nov. Hanbelsminifter Hamm erklärte im Lanbtag, bie bayerische Staatsrcgie- tung erkläre ben Vorschlag bet Jnbustrie für u n - annehmbar unb vertrete biesen Standpunkt auch bem Reiche gegenüber. Sie erwarte aber, baß bie Maßnahmen zu einer wirtschaftlicheren Gestaltung bet Bahnen mit größter Beschleunigung in bie Wege geleitet werben unb baß an ben Derhanb- lungen auch bie ßänber teilnehmen.
von ihm erbauten Eisenbahnen zu behalten. Japan bestcht außerdem darauf, in Sibirien die Lage aufrecht zu erhalten bis zur Mederhersiellung der Ordnung in Rußland, um sich auf diese Weise vor einer Berührung mit bem Bolschewismus zu schützen. Dagegen betätigt eS btc Notwendigkeit, sich in Pott Arthur
zu halten. Schließlich ist eS in bet Angelegenheit der 18 Provinzen Chinas bereit dieselben Opfer für eie anderen Mächte zu bringen.
New York, 18. Nov. Wie der „Associated Preß" aus Washington gemeldet wird, ist von maßgebende, japanischer Seite bei der Erörterung bet französische» Vorschläge bezüglich Chinas erllärt worden, es sei natürlich unumgängig notwendig, daß Japan in dem von ihm besetzten Gebiet der südliche» Mandschurei die Oberherrschast behalte.
Washington, 18. Nov. Havas berichtet: Admiral Kato verlangte zur Prüfung der chinesische» Vorschläge eine Frist von mehreren Tagen, die ge- währt wurde.
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Smns NnlllüW.
Noch ist die Verblüffung über bie Abrüstungs- vorschläge der amerikanischen Regierung auf der Kon» erenz in Washington nicht verflogen, kommt die zweite irit den Vorschlägen zur Regelung bet Dinge im ernen Osten. Durch die Forderungen, dir Staats» tfretär Hughes gestellt hat — es handelt sich wirklich um Forderungen — wird womöglich noch deutlicher als durch den Abrüstungsplan das eigentliche Ziel enthüllt Japan alle Früchte seiner Politik z» entreißen, die es seit dem chinesischen und dem russischen Krieg, besonders aber im Weltkrieg, mit großer Zähigkeit getrieben hat Man höre und staune: A u f g a b e des Bündnisses mit England, Räumung Schantungs, Räumung Sibiriens, Verzicht auf alle Ansprüche und Sonderinteressen aus dem Abkommen mit Amerika von 1917, Aufgabe aller Einflußzonen, Aufgabe aller Bevorzugungen für Aus» fändet in China, Anerkennung der chinesischen Souveränität Wer dir sogenannten Pachchäfen Tsingta» und Weiheiwei, und schließlich Beseitigung aller Befestigungen int westlichen Teil des Stille» Ozeans. Das bedeutet nicht mehr unb nicht wemgey als daß Japan auf seine Ausdehnungsbestrebungen auf dem asiatischen Festland verzichten muß. Die Gegenleistungen Englands und namentlich Amerikas sind so verschwindend gering, daß man sie nur all eine Verhöhnung Japan- auffaffen kann. Da- Merkwürdigste ist das Verlangen, die Befestigungen im westlichen Teile des Stillen Ozeans zu beseitigen, also die hn östlichen Teil, nämlich an bet amerikanischen Küsk, unangetastet zu lassen oder weiter ausbauen zu dürfen. Das ist die Vollendung der W eh kl oömachung Japans, verbunden mit seinem Hinauswurf aus China und Sibirien.
Auch diese Forderungen konnten unmöglich ohne bie vorherige Zustimmung Englands erhoben rotröen. Das Ganze ist ein abgekartetes Spiel zwischen ben beiden angelsächsischen Mächten, die die Mittel in der Hand haben, ihrem Wunsche Nachdruck zu verleihen. Dir weiteren Verhandlungen über dir ostasiatische Frage sollen in einem Ausschuß mit Ausschluß dec Oefsent- lichkeit geführt werden, und dort werden die Japaner ihre ganze Gewandheit aufbieten, das Unheil abzuwenden ober abzuschwächen. Allzuviel Glück wcrdeit sie damit wohl nicht haben. Aber bann barf man sich darauf verlassen, daß in Indien und auf den Philippinen bald durch japanische Sendling- zum offenen Widerstand gegen die Herrschaft der Weißen geschürt toitb. Das ist bann bte Antwort Japans. (Siehe auch ben „Wochenrückblick" im 2. Blockt.)
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D6«Wt«.
Vorbesprechungen in Eens.
Berlin, 18. Nov. Der deutsche Vevollmäch« tigte für bie deutsch-polnischen Wirischaftsverhanb, lungen über Oberschlesien, Reichsminister a. D. Schiffer, begibt sich ben Blättern zufolge in Begleitung bes Staatssekretärs Lew alb, des Unterstaatsokretärs Eöppert, bes Reichsministers a. D. v. R a u m e t unb bes Vertreters bes Auswärtigen Amtes, Graf Schulen bürg, am Sonntag zu einer Vorbesprechung nach Genf.
Einer Korrejpondenzmelbung zufolge wurde mit bem Vorsitz bei sechsten Oberfchlesienkommission für Kohle unb Bergwcrkscrzeugnisse bet bisherige Reichskohlenkommissar, Geheimer Bergrat Stutz betraut.
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Eine neue Vegnadigungsaktion.
Berlin, 19. Rov. Der neue Reichsjustizminister Pro». Dr. Radbruch äußerte sich einem Fraltions« gencifen gegenüber über die Grundsätze der kommenden Justizresorm. Er machte Ausführungen über die kommende Strafprozeß- und Strafrechtsreform und über das Gcfetz zum Schutz der Republik. Zum Schluß kündigte er eine große Vegnadigungsaktion an, die sich auf die von Sonderg-richten gefällten Urteile erstreckt. Sämtliche auf Zuchthaus, lautend-