Marburg
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Ärmliches Vertündigungsblatt des Kreises Marbmg.
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««Berlin. 14. Nov. Die Regierung hat am Montag noch keine Stellung zu den bekannten Bedingungen genommen, unter denen der Reichsver- band der deutschen Industrie durch seinen Ausschuß hie Aufnahme eines privaten ausländischen Kredites für Reparationszwecke in Aussicht gestellt hat. Sie wird aber bald — so wird versichert — ihre Stellung bekannt geben, und man zweifelt nicht daran, daß sich daraus eine Ablehnung der vorer- sühnten Bedingungen ergeben wird. Die Reichsregierung kann ihrer ganzen politischen Einstellung «ach an der Tatsache nicht vorbei, daß die Sozialdemokraten, wie im übrigen auch die Demokraten ! auf dem Bremer Parteitag, scharfe politische Eeg- aer einer Entstaatlichung der Eisenbahnen sind und : datz die gewerkschaftlichen Vertretungen ein nahe- . siegendes Znteresie daran haben, die Waffe, die sie «it der Beherrschung des Eisenbahnbetriebes gewonnen haben, nicht aus der Hand zu geben. Diese Wirkung ist auf die ungeschickte Form zurückzu- fiihren. in der der Vorschlag der Industrie voc- gebracht worden ist. Doch wird dadurch die Art und Weise nicht entschuldigt, wie die sozialdemokratische Presse und auch einzelne gewerkschaftliche Organisationen die ganze Angelegenbeit jetzt verzerren. Sie reden von einem ..politischen Er- ; preflungsmanöver", das von der Absicht geleitet fei, ' die Rot des Volkes auszunutzen, von „kapitalisti- f scheu Profitjägern" usw. Diese unberechtigten l Schlagworte täuschen niemanden darüber hinweg, das; der Kerngedanke, den die Beding (ngen der Industriellen enthalten, eine unbestreitbare wirtschaftliche Berechtigung hat. Der Uebec- gang der Reichseisenbahn in P-ioatbände ist vom staatspolitischen Standpunkte aus gesehen, zweifellos ein Rückschritt. Heute steht jedoch bie Hauptforderung allen voran, daß unsere Reichsfinanzen iu Ordnung gebracht werden müssen, wenn überhaupt jemals der Druck von außen Nachlassen soll. Dieses Ziel, hat der Reichsverband der Industrie s int Auge, kein anderes. Deshalb ist es auch mit der Anwendung von Schmäh- und Schlagwörtern nicht getan. Sondern derjenige, der die Prioati- sterung der Eisenbahnen als Mittel ihrer finanziellen Wiederherstellung ablehnt, muß die Gs- währ dafür bieten, daß das Reich endlich seine Pflicht in dieser Richtung erfüllt. Die Reichsregirrung hat bisher die Aufgabe nicht gelöst. Wenn ße dis Bedingungen der Industrie ablehnt, muß sie unbedingt ihrerseits die finanzelle und wirtschaftliche Aufgabe lösen, deren Erfüllung die Industrie als Vorbedingung jeder Kreditaktton an- steht. Vielleicht wird sich auch auf dieser Erund- kaga eine Fortsetzung der Kreditaktion ermöglichen lassen. Der Versuch muß- unter allen Umständen gemacht werden, da ein Scheitern der Aktion die ^limmsten Folgen haben muß.
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Protest der Beamten und Arbeiter.
Berlin, 14. Nov. Der Deutsche Bea"ttcobnnd : trilt mit: Der Deutsche Beamtenbund hat sich mit den Forderungen des Reichsverbandes der deutschen Industrie beschäftigt und wehrt sich mit aller Ent-- frhiedenheit gegen den Versuch, die Not de? Reiches ■ knszunuhen, um bie Reichseisenbahnen und die bbrigen Reichsbetriebe, den wertvollsten Besitz des deutschen Volkes, in Privathand zu bringen. Dir Krcditaktion, die anfänglich als patriotische Großtat t~ ausgegeben wurde, soll nunmehr zur Stärkung eine fritigec politischer Macht benutzt werden. Di? Sanierung der Eisenbahnen, die nötig if£ kann ohne die Auslieferung der Rcichseisenbahnen in die Hand des : privaten Großkapitals bei Durchführung gesunder wirt- gastlicher Grundsätze erreicht Iverden. Mit der Eisen- ' bahnbeamtenschaft sind auch alle anderen im Deutschen Bcamtenbund organisierten Beamten darüber einig, daß dieser selbstsüchtig-, mit dem Allgemeinwohl ttn- drreinbare. Versuch der Industrie mit allen Mitteln abgcwehrt werden muß.
"„Der „Vorwärts" tritt dem Gerücht entgegen, wonach der Vorsitzende des Allgemeinen Deutschen Gewerksch astsbundes, Leipard, dem Reichskanzler erklärt hal>c, daß der Gewerkschaftsbund und auch .die sozialdemokratische Partei bereit wären, sich ans eine Entstaatlichung der Reichseisenbahnen einzn'assen, Lelpard habe dem Reichskanzler den Beschluß ?es Allgemeinen Deutschen Gefuerkschaslsbunde- mitgefeilt, der die von den Industriellen erhobenen Forderungen unbedingt ablehnt. Leipard hake dann weiter bie Erwartung ausgesprochen, daß die Reichsregierung d e „unerhörten Unternehmrrsorderungen" prikte ablehaen Werde. Einen anderen Standpunkt soll, wie das Bitt' wört, Baltrujch von den LhriKichr» Gewerrschairrn l LngensnwlL»chabe».__J
3o6!« ober neue SronnosmuiMlmen!
Rur Aenderung der Zahlungsform möglich.
Paris. 14. Nov. Havas meldet: „Echo des Paris" schreibt über die Mission des Entschädi* gungsaurschusses in Berlin, das Einvernehmen scheine unter den Mitgliedern vollständig zu sein, und Deutschland gehe anscheinend einer neuen Enttäuschung entgegen. Es sei sekr wahr« cheinlich, daß der Kanzler in kurzem von den Dcle« gierten eine äußerst energische Sprache hören werde, die nicht ohne Einfluß auf die politu> chen Parteien bleiben werde. Alle Maßnahmen leien getroffen, um Deutschland zu z w i n g e n. am 15. Januar zu zahlen. Nichtzahlung Deutsch- lands würde einen Bruch des Vertrages bedeuten, der nicht lingenommenwerdrn könne. Zwangsmaßnahmen müßten daher ergriffen werden, nm Deutschland zu voller Zahlung zu zwingen. Es iei jedoch möglich, daß in der Folge der Entschädigungsausschuß Abänderungen in der Form nicht widersetzen werde.
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Hebet die Besprechungen mit dem Entschädi- gungvausschuß gehen in der Presse die verschiebenden Gerüchte um. Hierzu wirb festgesiellt, baß alle Mitteilungen über die Verhandlungen auf Kombinationen beruhen, die geeignet sind, die öffentliche Meinung zu verwirren. Solange die Verhandlungen dauern, können amtliche Mitteilungen darüber aus Gründen des Staatsinteresses nicht erfolgen. Alsbald nach Abschluß der Beratungen wird ihr Ergebnis bekannt gegeben werden. Gegebenenfalls wird die Regierung im Reichstage Mitteilung machen.
Ohne Oberschlefie« keine Entschädigung mdgNch.
London, 14. Nov. In einer Rede in Liverpool erklärte Arthur Henderson, die englische Arbeiterschaft sei der Ansicht, Deutschland müsse »stimmte gerechte Entschädigung leisten. Die Verminderung der Produktionskraft Deutschlands durch die Teiluna Oberschlesiens mache dies jedoch unmöglich. Tic englische Arb-terschaft verurteile die wirt- schastlichcn Bestimmungen des Versailler Vertages und sei der Ansicht, daß die anserlegten Bedingungen bie Wiederherstellung des wirtschaftlichen Lebens Deutsch-
Der Wog gegen hie DeWeu Werke.
Vertändlungen der Arbeiter mit General Rollet.
Berlin, 14. Nov. Die Vertreter des Gefamt- betriebe» des Werkes Spandau der Deutschen Werke verbandelten heute im Auftrage der deutschen Arbeiterschaft mit General Rollet. In mehrstündiger Be- precknmg begründete der Vorsitzende des Gesamt- bctriebsrates die Forderungen der Arbeitnehmer, bi« aus die Zurückziehung der feit September gegen d-r Deutschen Werke erlassenen Roten abzielten. Die Ver- tretet der Arbeitnehmerschaft ließen keinen Zweifel darüber, daß sie auf der Erfüllung ihrer Forderungen bestehen würden. General Rollet versprach die rorgcbrachten Gründe der Botschafterkonferenz zu übermitteln, da er die Gründe für die Aufhekmg der Roten durchaus wüchigr. Die Arbeitnehmer machten ihre weitere Haltung davon abhängig, ob die alsbaldige Rücknahme der Roten durch die Boifckmfter- konferenz erfolge.
Die kommunistischen Unwahrheiten.
Erfurt, 14. Nov. Die Gesamtbelegschaft der „Deutschen Werke", Werk Erfurt, protestiert in einer Entschließung gegen die Erklärungen des kommu'iisti- schen Abgeordneten Malz ahn in der ReichSkagS- sitzung vom 10. November. Es ist unwahr, daß in dem Werk Erfurt jetzt oder nach Ausbruch der Revolution jemals Maschinengewehre angefertigt worden seien: ebensowenig sei in dieser Zeit auch nur eine Patrone hergestellt toorbe*. Am Schlüsse der Entschließung heißt es: „Der Gesamtbetriebsrat bittet den Reichstag, Malzahn zu veranlassen, seine unwahren Behauptungen zu widerrufe
' Rückkehr Graf Lerchenfelds.
München. 15. Nov. Die «ort. Hoffmann meldet: Ministerpräsident Graf L e r ch e n f e I b :st aus Berlin zurückgekehrt. Er hatte dort Gelegenheit, mit dem Reichskanzler und* den einzelnen Reichsministerien über allgemeine Fragen der äußeren und inneren Politik sowie vor allem über die Bayern betreffenden Angelegenheiten sich auszusprechen. Hier stand bie Sorge um Maßnahmen gegen bie Preistreiberei und Teuerung uns um die Sicherstellung Bayerns mit Kartoffeln und Getreide im Vordergrund. Der bayerische Etans- punkt wurde in weitgehendstem Maße anerkannt.
ordentliche Kommission habe 3000 Derhaf* l angen vorgenommen. Der Präsident des ober* ten Wirtschaftsrates Bogdanow fei abgesetzt und )ie Kommission zur Bearbeitung der ausländische« Konzessionen verhaftet worden.
Rückzug der Rätetruppen in der Ukraine.
Bukarests 14. Nov. Die Agentur Orient* Radio meldet vom 12.: Nachrichten aus Bessarabien besagen, daß die Cowjettruppen die Grenze im Dnjestr verlassen haben, weil sie eine Verjchlimme» rung der Aufstandsbewegung in der Ukraine zum Rückzug zwingt.
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Frankreichs Blutfaugerpoliük.
Wie mitgeteilt, hat der ftühere italienische Ministerpräsident Nitti kürzlich ein Buch verösfentlicht „Das friedlose Europa", in dem er für Revision des Versailler BerttageS eiutrat und die französisch« Politik scharf tritifierte. Jetzt bringt der Nitti nahestehende „Jl Paese" Ausführungen ähnlicher Att, die auch ein «Deutscher hätte schreiben können. Wir führe« folgende Stellen an:
„Nun fangen auch die größten Optimisten unter de« Deutschen an, ihre Hoffnungen aus oie Möglichkeit einer wirtschaftlichen Wiedergenesung zu begraben. Der Zu- sammenbruch der Mark, die dem Scknckial des Rubels und der Krone folgt, bezeichnet klar den Weg der Katastrophe. Und wäbrend die Entente mit brutaler Blindheit Deutschland die letzten Produktionsquellen abschneidet, die ihm noch verblieben sind, fährt sie fort, ihm das Blut ausznsaugen, indem sie jene BefotzungStrunpen beibehält, Lie nicht mir unnütz, sondern eine Schmach für Europa sind, da sie so den Anblick einer Barbate n- i n v a s i o n wachruft. Man errötet vor Scham bei dem Gedanken, einem Ententeland anzugchären, twnn man vernimmt, daß die deullche Regierung von den Belatzungs- truppeu gezwungen wird, Bordelle einrurichtcn, deren Kosten im deutschen Nnanzhaushalt mit einer halbe« Million eingestellt sind! Die Entente geht im Rheinland, das heißt in den zivilisiertesten Promn- jen Europas, mit einer Grausamkeit vor, wie sie die europäischen Eroberer niemals gegen die Wilden Afrikas zur Aniveiidiing brachten... Diese sinnlose BlutanSsaugung tvird von den Franzosen mit Genugtuung und ungeduldig betrachtet, denn sie warten nur auf dieZahkun gslinfähigkeitDeutschlandS, um zur Besetzung deS Ruhrgebiets schreite« zu können. Das würde daS Ende Deutschlands bedeuten ... und damit auch unsere Sllaverei, denn einmal im Besitz des RuhrgebieteS, wie heute schon Herrin des SaargebieteS, der Hälfte von Oberschlesien, das heißt sämtlicher deutscher Kohlenbecken, Herrin der Petroleumquellen Rumäniens, der Mine« Galiziens, der ganze« ungarischen VolkSwittschaft, würde Frankreich über ganz Europa herrschen. Aber in Deutschland gibt cS Franzosenverhätscheler und sran- zosenfreu ndli.che Zeitungen. Heute stehen di- Deutschen in der Fron Frankreichs und Englands. Dieses Volk, welcher das Recht hätte, an der Spitze der Welt tu stehen, ist zu einer Masse KuliS herabgedrückt worden. Und der Zusammenbruch Deutschlands ist da? Beugen Italiens unter das französisch« Joch."
Da sind Wahrheiten, die in Deutschland wie in Frankreichs ja in allen Ländern gehört und beachtet werden sollten. Für die Stimmung in Italien sind sie besonders bemerkenslvett. -
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Der Ausverkauf.
Warum mir Teilmaßnahmen?
Der OberprSsident von Hannover Roske hat eint Verordnimg erlassen, nach der der Kleinhaudelsverkanf von Gegenständen des täglichen Bedarfs an Ausländer und die Vermittlung solcher Verkäufe durch Banken verboten wird, soweit eS sich nicht nm die Deckung eines augenblicklich dringenden perfön- lichen Bedarfs handelt. Verstöße g gen die Bestimmung werden mit der höchst zulässigen Geldstrafe geahndet.
Dazu schreibt die „D. Tagesztg„Diese Verordnung ist außerordentlich nützlich, da der Ausverkauf Deutschlands von den Ausländern allenthalben in schamlosester Weise betrieben wird. Aber um so bedauerlicher ist es, daß die Regierung, die doch das Uebel in Berlin in überreichem Maße studieren kann, noch nicht daran gedacht Hatz durch eine allgemeine Verordnung diesem unerhörten Treiben z« flatern1
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Deutsch-Oesterreich.
Besetzung des Burgenlandes Lurch Oesterreich.
Wien, 14. Nov. Das Bundesheer begann heute mit der Inbesitznahme des Burgenlandes ausschließlich Oedenburgs. Da bie im Friedens- vertrag von St. Germain festgelegte Stärke der Vunbesheeres zu einem gleichzeitigen Einmarsch in bas ganze zu übernehmende Gebiet nicht ausreicht, erfolgt bie Inbesitznahme abschnittweise.
Amtlich wirb gemelbet, baß bie Bnnbestruppell gestern die vorgeschriebene Mnrschlini« ohne
lard? vorhin berten.
Sitzung des Reichskabinetts.
Berlin, 14. Nov. Das Reichskabinett, bas heute zu einer Sitzung zusammentrat, behandelte bie schwebenben Fragen der Entschabigungsver- hanblungen unb bet Krebitaktion bet Industrie. An ben Beratungen nahmen neben ben Ministern bie Staatssekretäre^er verhanbelnben Ressorts teil. Die BeratungenOEes Kabinetts werben morgen Nachmittag fortgesetzt.
Nie Sailinglintt 8Mmz.
Die Aufnahme der Borschläge von Hughes.
London, 14. Nov. Der diplomatische Bericht- erstattet der „Daily News" meldet aus Washington, bie Ablehnung des amerikanischen AorüsiungsvorschlagS durch eine der beiden Nationen, an die et gerichtet sei, würde ebenso sicher Krieg bedeuten, wie die Annahme des Vorschlages die Einleitung einer neuen Zeit der Hoffnung sein würde. D-r Berichterstatter ist der Ansicht, daß bie Frage, ob der amerikauische Plau angenommen werde, nickst in Washington, sondern in .London ober Tokio werde beantwortet werden
London 14. Nov. Tie gesamte Presse besaßt sich mit der Abrüstungskonferenz in Washington. Die „Times" meldet, der Einotuck bei der britischen Delegation sei überwältigend gewesen. Der amerikanische Plan müsse jedoch kaltblütig in allen seinen Einzelheiten und Ausführungen durchberaten werden.
London, 14. Rov. In einer Rede in Ncwcasfle erklärte der Arbeiterführer Ramsay Macdonald, die Washingtoner Konferenz sei nur eine Dieder- hoknno der Haager Konferenz, und wenn man sich nicht aufraffe, so werde man einen neuen schrecklichen Krieg haben, der noch zerstörender and ebenso sinnlos sein würde, wie der letzte.
Paris, 14. Nov. Wie der Sonderberichterstatter der Agentur Havas aus Washington mitteilt, wird die Frage, ob die Sitzungen der Abrüsiungskonserenz öffentlich sein sollen, wie es ein Tri! der amettkanischen Meinung unb eine Entschließung des Senats verlangen, 'folgende Lösung finden: Die Sitzungen werden prinzipiell für öffentlich erllärtz aber in den meisten Fällen geheim gehalten werden. Wenn eine Delegation die ösfentiiche Meinung als Richter über ihre Beweisführung cmrusen zu müssen glaubt, werde sie immer die Möglichkeit haben,, eine öffentliche Sitzung i« veclanaeu.
Stephan Lanzanne kabelt dem „Matin" aus Washington, daß der Vorschlag von Hughes einen ungeheuren Eindruck hervorgerufeu habe. H'er Freude, da Beunruhigung, überall aber Bestürzung. Ein Meteor, das vom Himmel gefallen wäre, hätte keinen niederschmetternderen Eindruck machen können. Die Japaner hätten trotz ihrer Selbstbeherrschung ihre Bestürzung nicht verbergen Tonnen. S'epha« Lanzanne nennt das Vorgehen von Staatssekretär Hughes besonders geschickt, weil er die Beschränkung der Rüstun-
I gen zu Lande ans der Diskussion ausgeschieden habe, die angesichts des augenblicklichen Unbetonnten in Rußland und Deutschland nur schwierig zu einem Ergebnis führen könnten. England und Japan würden vielleicht eine Frist verlangen, in der sie sich em- schaden werden.
Washington, 14. Nov. Zn der Unterredung des AbmiralS Koto mit Pressevertretern wird gemeldet: Japan, sagte Kato, macht d-r Konferenz nur freundschaftliche Anerbietungen und erwartet von ihr nur Freundschaft. Die Kosten der Rüstungen sind so drückend, daß sie eine Last darstellen, die die fruchtbringende Tätigkeit bet ganzen Welt hemmt. Die Zivilisation müsse ben üdertricbeiien Rüstungen ein Ende machen. Unter diesen Bedingungen wist) bi? japanische Delegation an bie ins einzelne gehende Pttlsnng des amerikanischen Vorschlages, besfen Aufrichtigkeit überzeugend istz Herangehen. > ,
Zustimmung Englands?
W a f h i n g t o n, 14. Nov. Offiziell wirb an- gekünbigt, baß in bet morgigen Sitzung bet Konferenz Balfour eine Rebe halten wirb, in bet er im Prinzip ben amerikanischen Vorschlag betreff senk» bie Begrenzung der Rüstungen zur See a n- nehmen wirb.
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Rate-Rußland.
Anschlag auf Tschitscherin.
Königsberg, 15. Nov. Nach einet Meldung der „Königsb. Allg. Ztg." aus Riga soll am 4. November auf Tschitscherin in seinem Empsangszim- mer ein Anschlag verübt worben sein. Es seien zwei Reooloe-schüsse auf ihn abgegeben worben, die aber fehlgingen. Der Täter soll ein M:tglieb bet sozialrevolutionären terroristischen Gruppe fein. Eine von radikalen Kommuniften geführte außer«