Anzeiger für (das früherMhestischej MMtz
SRI.
ober bete« Staun L-
D« Hmetaenprei» beträgt für Me 9 gefo. CotoneljeUe ober berw Statut L— Mk-, SL- gÄÄ Li 56.Ä
es. SLSÄ& 'K MüÄ 192t
Bet «nstunft b«ch bie Getchaitsjielle unb Bermttttung der Äuge-
bote 75 Pfg. SonbergebShr. __
Mo 955 elementarer Ereignisse
AI» Univ.-Buchdruckerei 001
scheckkonto: Str. 5015 Amt Franksuit a. Main.
Die Antwort des Obersten Rates
5 Ztr,
'S-.
1 Lnndb,
E Eew ählt wurden: im 1. Wahlkreis 1 So^ ISim, im 2. Wahlkreis 1 Soz., 3 Zentr.,
Brhörden erkenen sich gegenseitt« das Recht zu, sowohl auf syrischem wie auf türkischem Gebiet auf dem Schienenweg Truppen zu beordern. Im syrische« Gebiet von Alexandrette wird eine Unterverwalt««» eingerichtet, um die Rechte der türkischen Bevölkerung dort zur Geltung zu bringe«. Die türkische Sprache wird dort zur Amtssprache gehbren. In CUicien wird der Schutz der Minderheiten durch Maßnahmen «e» lchert, wie sie die verschiedenen europäischen Friedens- Verträge zum gleichen Zwecke enthalten. Schließlich soll durch besondere wirtschaftliche Maßnahmen ver- hindert werden, daß Nordsyrien durch eine Zollgrenze von dem gnltegendM türkischen Gebiet abgeschnitten wird.
fönt!* -er Leiche König Lndwiss in Sayern.
München, 30. Oft. Der Zug mit der Leiche König Ludwigs von Bayern traf heute Mittag an der bayerischen Grenzstation Freilassing ein, deren Bahnho ■ mit Trauerflor und Lorbeer geschmückt war. Auf dem Bahnhof hatte sich der Schwiegersohn des verstorbenen Königs, Graf Prey sing, ferner als Vertreter der bayerischen Regierung der Kultusminister Dr. Matt, sowie zahlreiche Offiziere und Beamte und viele Einwohner der Gegend eingesunden. Bei der Einfahrt des Zuges spielte ein Musikkorps den Präsentiermarsch. Die gesamte Geistlichkeit nahm die Einsegnung des Sarges vor, worauf Kranzspenden niedergelegt wurden. Prinz Franz dankte den Beteiligten, worauf der Zug die Fährt nach Wildenwarth fortsetzte. Bon dort wird die Leiche am 4. November nach München gebracht, um am Tage darauf gemeinsam mit den sterblichen U&ercef&n der Königin Maria Theresia beigesetzt zu weiche«. i:
Das türkisch-französische Abkommen.
Paris, 30. Ott. Wie bie Abendblätter mitteilen, hat die franzSstsche Regierung gestern das am 20. Oktober in Angora unterzeichnete sranzöstsch-türkische Abkommen ratifiziert, das von der Nationalversammlung in Angora bereits vor Austausch der Unterschriften ratisiziert worden ist.
Rach dem .Temps" muß das Abkommen innerhalb von zwei Monaten, gerechnet vom 14. November an, ausgeführt werden. Es enthält u. u. folgende Bedingungen: Tie Bagdadbahn wird auf der Strecke Bozattti-Nisibin von einer frauzSstschen Gesellschaft betrieben werde«. Die franzSstsche« und türkischen
Die »Oberhesfische Zeitung «scheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatiich 8 ML, durch die Post 6.15 Mk. Für ausfallende Stummer« infolge Streiks ober kein Ersatz. — Verlag von Dr. T. Sitzerath. — Druck der von Joh. Aug. Koch, Martt 21,23 — Kernsprecher LS, — Post-
Sie IMAn Stiles.
Verschiebung nach rechts.
Karlsruhe. 21. Okt. Rach dem vorläufigen Ergebnis der gestrigen Landtagswahlen find gr- Mhlt: 20 Mehrheitssozialdemolraten, 34 Zentrum, »Demokraten, 7 LanÄbund, 7 Deutschnationale, 1 MßHtichaftliche Vereinigung, 5 Deutsche Volkspartei, ß Unabhängige, 3 Kommunisten, zusammen also 33 M^orLnete.
Die alte Koalition, bestehend aus Mehrheits- D^ialisten, Zentrum und Demokraten, zahlt dem- Ccdj 61 Abgeordnete. Der alte Landtag setzte sich 625 107 Abgeordneten zusammen, wovon 39 dem Kp.irtttn, 32 den Sozialdemokraten, 25 den Demo« featen und 7 den Deutschnationalen angehörten. Mithin ist bisher eine Verminderung der Mandate um 21 eingetreten, was neben der vec- ßämderten Wahlbeteiligung auf die Abnahme der «ah! der Wahlberechtigten zurückzuführen ist. Auf £101)00 Stimmen entfällt ein Abgeordneter.
Im ganzen Lande wurden abgegeben: für die Sozialdemokraten 204 591, Zentrum 341656, Kommunisten 35 375, Demokraten 76167, Landbund H4730, USP, 27102, Dcutschnationale 76 013, Wirtschaftl. Vereinigung 11427, Deutsche Volks- putci 54 393, insgesamt 901 457 Stimmen.
Neue schwere Kampfe der Spanier.
Madrid', 30. Okt. (Savas.) Die an Bord des Panzerkreuzers „Alfons XIII." und des Kanonenbootes „Bazan" nach Tetuan beförderten spanischen Ber- stärkungstrrrppen sind bei der Landung auf der Höhe von Gomara von den Aufständischen angegriffen worden. Von Artilleriefeuer der Kriegssc^fse untek- Mtzt, haben die spanischen Truppen am 29. Oktober morgens angegriffen. D^b Kampf war sehr hart, die spanischen Verlust« sind beträchtliche .Der Zweck des. Angriffs wurde erreicht.
Was Prag und Belgrad fordern wollen.
Graz, 29. Okt. Wie die „Grazer Tagespost'* aus Laibach meldet, ist der Entwurf zum Ulfimatuns aus Prag in Belgrad eingetrvffen. Die Prager Regierung soll im allgemeinen bezüglich des Inhaltes deS Ultimatums mit der serbischen Regierung einverstanden sein, doch verlautet, das; sie besondere Bedinguuge» ausstelle und zwar 1. die Nationalversammlung in Budapest müsse grundsätzliche Erllärungen bezüglich der Ilbsetzung Karls abgchen; 2. unbedingte Durchführung pes Vertrages von Trianon; 3. Nichtanerkennung irgendeiner Vereinbarung; 4. Sch adenerfatzlcistung gegenüber der Tschecho-Slowakei und Südflawien bezüglich der Mobilifierungskoften; 5. als Kompensation! werden der Tschecho-Nowakei die Bergwerke an der Grenze von Südflawien und die Kohlenbergwerke in Fünfkircheu übergeben; 6. vollständige Entwaffnung Ungarns unter Aufsicht einer besonderen Kommission, die von der kleinen Entente gebildet werden soll; 7. alle Führer der karlistischen Bewegung, die tschccho-flowekisch« oder südslawische Staatsbürger find, sollen der kleinen Entente übergeben werden; 8. Antwort Ungarns binnen 48 Stunden. Für den Fall der Annabme des Ultimatums ist die Abfassung eines Protokolls, für den Fall der Ni^rnnahme dir sofortige militärische Aktion btt Beine» fe*' tente vorgesehen. !
8. lkin Schiedsgericht, wofür ein deutscher Schiedsrichter bestimmt werden muh.
4 Ein Eren-festsetzungsausschuß für Oberschle- ien. Kommissar bleibt Herr v. T r e u t l e r, der iisher bei der Grenzfestsetzung zwischen Deutschland und Pole« tätig war.
Krit» des „Teeres“ es der kehl« Kanzlerrede.
Paris, SS. Okt. Der „TempS" bespricht die Reichskanzlerrede in Karlsruhe. Der Reichskanzler habe ben Friedensvertra« von Versailles unb die Politik der Verbündeten im allgemeinen angegriffen. Soweit mm urteile« könne, sei diese heutige Drache dazu bestimmt, bie folgende Demarche, vorznbereiten. Deutschland werde verlangen, daß «an das Abkommen von London revidiere. Es werbe tatsächlich erlläreu, daß die Zahlungsfähigkeit durch die Teilung Oberschlesiens verringert sei unb daß der Entschädigungsausschuß infolgedessen nach Artikel 234 de» Friedensvertrages eingreifen müsse. Frankreich und Ne anberen Gläubiger Deutschlands hatten ernste Gründe, pt glauben, daß Artikel 234 sich nicht auf das Abkommen von Sonbon beliebe. Auch habe Ministerpräsident Briand cm 27. Mai eine Erklärung in der Kammer abgegeben, ans der hervorgehe, daß Artikel 234 als nicht 'mehr bestehend angesehen werde. Schreie Ne Regierung deshalb so laut, um nicht von den Rechtsparteien gestürzt zu werden? Ter „Temps" stellt zum Schluß eine Frage, die er später beantworten will, ob nicht die wirtschaftliche Krise Deutschlands zufälligerweise anbereUr fachen habe als die Teilung Oberschlesiens.
Wertvolle «ingeftSudniste Korfantys.
Oppeln, 29. Okt. In der vom Verein zum Schutz bet panischen Westgrenze in Posen veranstalteten großen Volksversammlung sprach nach dem Bericht des .Iziennik Poznansky" Korfanty über die oberschlestsche Frage. Nachdem Korfanty über die Entstehungsgeschichte des Lon ihm geleiteten polnischen Abstimmungskommissariats in Beuthen und den polnischen Aufstand berichtet, wobei er die von den Aufständischen zu überwindenden Schwierigkeiten hervorhob, betonte er, der die Seele des dritten Polenaufstandes war, daß es allein diesem Au st and zu verdanken sei, wenn der Dölkerbundrat heute Polen nicht nur Pleß, Rybnik, sondern weitere Teile Oberschlefiens zuteilte. Nach diesem bedeutsamen Eingeständnis, womit die historisch zuständige Persönlichkeit beweist, daß der Dölkerbundrat in seinem Urteil sich durch den künstlich von landfremden Kongreßpolen in Oberschlesien gemachten A u f st a n d in Beurteilung des Selbstbestimmungsrechts Oberschlesien irreleiten ließ, wies Korfanty auf die Reichtümer hin, die nun Polen dank dem dritten Polenaufstand in Oberschlesien erwirbt. Wenn auch die Teilung Oberschlefiens Polen wirtschaftlich befriedige, so könne der Umstand, daß nicht alle Polen Oberschlefiens im polnischen Staate vereint seien, in Zukunft neue Konflikte Hervorrufen, die Anlaß zur letzten Abrechnung des polnischen Volks mit Deutschland sein würden.
Marburg
SRoniag, ba 31 Mb« «wharvt.
Kapitän Ehrhardt stellt sich nicht.
Berlin, 29. Oft. Korvetkukapitän Ehrhardt hat dem „Lrk.-Anz." eine längere Zuschrift aus Innsbruck zugehen lassen, in der er befanut gibt, daß die Nachricht, er wolle sich gegen freies Geleit dem Reichsgericht stellen, falsch fei. Er habe zwar im bongen Jahre durch feinen Rechtsanwalt in Leipzig die Anfrage gestellt, ob feine Vernehmung gegen freies Hin- und Hergeleit erwünscht sei. Die Antwort auf diese Anfrage fei ablehnend gewesen, und damit war die ganze Angelegenheit für ihn eriebigi. Er habe in keiner Weise mehr einen Schritt in der gleichen Richtung unternommen. Er nimmt an, daß das Zurückgreifen auf seine langst veraltete Anfrage nur ein Grund war, um den Prozeß Jagow vertagen zu können. Im übrigen denke er jetzt nicht mehr daran, I sich dem Reichsgericht zu stellen, seitdem die Regierung avf seinen Kopf eine Belohnung ausgesetzt und ihn damit auf die gleiche Stufe gestellt habe wie Mörder, Bankräuber unb ähnliche Verbrecher.
Hisoti im Menet
Die ungarische Regierung kann, sich zur Zeit üb:: den Mangel von Gegnern nicht beklagen. Kaum 'st das Abenteuer des Hausburgers zufammengebr^ chen, so tritt die kleine Entente auf den Plan unr will von Ungarn die Erfüllung eines Ultimatum« verlangen. Die Hauptforderung richtet sich auf die Herabsetzung der von Ungarn aufrechterhaltenen Heeresstärke von 150 000 auf 35 000 Mann. Mit diesem Verlangen geht die kleine Entente der Balkanstaaten, Südslawien, Rumänien und der Tschecho-Slowakei, über das Programm des großen Entente-Bruders hinaus. Denn im Obersten Rate scheint man, äußerlich wenigstens, darin einig zu sein, daß ein drittes Abenteuer des Exkaisers Karl verhütet werden müße. Die Entwaffnung Ungarns aber gehört nicht zu den Forderungen, die die große Entente vertritt. Umso geräuschvolle! benimmt sich allerdings der kleine Bruder. Er tobl und wettert in der Presse und läßt auch bereits mobil machen. Die kleine Entente scheint bett Augenblick, in dem sie einmal nicht unter der Obhut des großen Bruders steht, dazu benutzen "jtt wollen, möglichst geräuschvoll und großspurig au|-. zutreten.
Daß diese Staaten, die große Teile der eher maligen Doppelmonarchie verschluckt haben und wie die Tschecho-Slowakei dem Zerfall Oesterreichs Ungarns ihr jetziges staatliches Dasein verdanken, Ungarn ebenso wehr- und machtlos sehen möchten, wie Deutsch-Oesterreich, wer wollte daran zweifeln?. Sie sehen in Ungarn ebenso den schwarzen Man« der Zukunft wie Frankreich in Deutschland. Aber die große Entente denkt in diesem Punkte doch roet sentlich anders. So sehr ihre Meinungen über die Valkanpolitik wohl auch auseinandergehen, 'n einem Punkte find sie sich einig: daß die kleine Entente nicht nach Belieben schalten und waltest darf. Diese Forderung vertritt Italien besonders scharf, da es auf dem Balkan die nächstliegenden Interessen von allen Staaten ber großen Entente zu verteidigen hat. Aber auch England und Frankreich denken nicht daran, ihren Einfluß auf dem Balkangebiet aus ber Hand zu geben, und sie haben deshalb nicht das geringste Interesse daran, Ungar« völlig durch seine Nachbarn ausschalten zu lassen. Daher auch die zweifellose Begünstigung dieses Staates bei der Durchführung der Friedensbestimmungen. Was den Exkaiser Karl anlangt, so hat sich England bereits seiner Person versichert. Gibt die ungarische Regierung genügend Sicherheit hinsichtlich einer Unterdrückung der karlistischen Agitation auf ungarischem Boden, so wird sie wohl von allen weiteren Maßnahmen absehen. Die Krieg;- Politik der kleinen Entente wird nicht so heiß g;< gefien werden, wie sie augenblicklich gekocht wird.
Set Ptozetz gegen Me Kapy-PuN-Wm.
Berlin, 29. Oft. Halbamtlich wird mitgrteilt: Anschließend an die Bekanntgabe des Beschlusses des Reichsgerichtes vom 17. Oktober, wodurch beu vier im Kapp-Prozeß Beschuldigten, Oberst, Bauer, Kor- btticnkapitän Ehrhardt, Major Pabst und Schriftsteller Schnitzler freies Geleit b-willigt war, kube in der Presse die Behauptung verbreitet, daß die Benannten zwar vor über einem halben Jahre ihre BtteittoiHig&it erklärt hätten, sich unter gewissen Garantien dem Reichsgericht zu stelle«, daß sie dieses Angebot jetzt aber nicht erneuert hätten, sodaß die Bntft&ribung des Reichsgerichtes auf das alte seiner Kett mckeachtet gebliebene Erbieten der Beschuldigten Mückgreise. Diese Darstellung ist umüchtig; Vielmehr Nälte ber Verteidiger der Beschuldigten am 14. Oktober einen Antrag auf Verschonung der Beschuldigten mit enter Untersuchungshaft. Sebigtidj über diesen Antrag i • fct das Reichsgericht am 17. Oktober entschieden.
BÄ bie Beschuldigten der in diesem Beschluß ihnen «rf-rlegten Verpflichtung, sich ungesäumt bett Unter- Kchimgsrichter in Leipzig zu Mlen, nicht nach- dekonwien sind, hat das Reichsgericht durch Beschluß i Ntot 24. Oktober die Bewilligung des sicheren Geleits lu t fi 3 g e n o m m e n.
Leipzig, 29. Oft. Wie verlautet, wurde ber 1 Angeschuldigte Dr. Schiele du«h einen Beschluß ' be§ Reichsgerichts unter Aufrechterhaltung des Hast- tbesehlS, nachdem er 100000 Mark hinterlegte, mit der ;rrckuchn:sagfr.-tft v t L t.
Ser Mit UM nO unb »Wg.
Paris, 30. Okt. (Sanas.) Briand hat ta seiner Eigenschaft al» Vorsitzender de- Obersten Rates an den deutschen Botschmfter Dr. Mayer folgendes Schreiben gerichtet:
Herr Botschafter! Eure Erzellenz habe« durch Ihr Schreiben vom 27. d. M. mich wissen lasten, daß die deutsche Regierung gemäß der am 28. Oktober 1921 von den verbündeten Machten getroffenen Entscheidung betreffend Festsetzung der Grenze zwi-- scheu Deutschland und Polen in Oberschlesien die durch diese Entscheidung vorgesehene« Delegierten namentlich im Voraus bezeichnen und unverzüglich mitteilen wird. Ich gestatte mir, Sie wisten za lasten, daß die verbündeten Machte von dieser Mit« teilung Kenntnis genommen haben; doch können sie nicht zugeben, daß die von ihnen getroffene Entscheidung aufgrund des Artikels 98 des Versailler Vertrages eine Vertragsverletzung — welcher Art | auch immer — ausmacht. Sie betrachte« infolgebesten den Protest der deutschen Regierung al» grundlos, null und nichtig. Sie wollen die an sie durch Eure Exzellenz gerichtete Mitteilung nur insoweit zur Kenntnis nehmen, als die Erklärung ohne Bedingung und Vorbehalt von der deutschen Regierung gemacht ist und als diese sich allen Vorschriften der Entscheidung vom 20. Oktober | mit den sich daraus ergebenden Folgerungen, zu idenen der Friedensvertrag Deutschland verpflichtet, unterordnet. gez.: Briand.
*
Dor Standpunkt ber deutschen Regierung wird durch folgende Notiz des Wolftschen Büros gekennzeichnet:
Dadurch, daß die Entente erklärt, die Rechts- I Verwahrung nicht anzunehmen, wird die Rechts- I Verwahrung nicht aus der Welt geschafft und ihr 1 nichts von ihrer historischen Bedeutung genommen. I Im übrigen hat die Entente die Tatsache fest- I gestellt, daß wir uns der Entscheidung füge t. Daß Deutschland die Entscheidung angenommen habe, wirb auch von ber Entente nicht behauptet.
Die Berhandlungsausschüste.
Berlin, 29. Okt. Nach ber Entscheidung ber Bstschafterkonferenz über Oberschlesien müssen ins- I gesamt vier Ausschüste gebilbet werben:
I 1. Ein Ausschuß für bie Verhandlungen über die I Wirtschaftsbestimmungen unb ben Minderheits- vertrag. Die beutschen Bevollmächtigten sind Reichsminister a. D. S ch i f f e r unb Staatssekretär la. D. Lewalb.
I 2. Ein gemischter Ausschuß für Oberschlefien, be- I stehend aus zwei deutschen und zwei polnischen Bürgern unb einem neutralen Präsident, ber von Völkerbunbsrat bestimmt wird.
tei 3. Wahlkreis 1 Sozialdemokrat, 5 Beirr., 1 Landbund, I M 4. Wahlkreis 2 Soz., 7 Zentr., 1 Landb., im 5. Wahlkreis 5 Soz., 4 Zentr., 3 Dentschnat., 1 Dem., 1D. Vpt., I im 6. Wahlkreis 4 Soz., 2 Zentr., 1 Dem., 1 Deutsch«., I IS. Volksp., im 7. Wahlkreis 2 Soz., 5 Zentr., I Dem., I liLsndb., 1 Deutsch«. — Bon der Landesliste wurden I Mählt: 4 Soz., 3 Zentr., 3 Komm., 2 Landb., 2 Unabh.,! kDeutschnat., 1 Wirtsch. Verein, und 3 2. Volksp. I
Unter den Gewählten befinden sich Staatspräsiemt I i Trunk, und die Minister Remmel», Dr. Engler, Köhler
tob Hummel.
Einzelergebnisse.
t Karlsruhe, 30. Oft. Die Wahlen zum badischen Ludtag sind in Karlsruhe vollkommen ruhig ver- . twien. Die Wahlbeteiligung war ziemlich rege. Von
$0513 Wahlberechtigten haben 59 765 abgestimmt. Es i «kielten Sozialdem. 23 013, Zentr. 14 249, Komm. 4111, :fcnt. 8391, Landbund 1558, Unabh. 3068, Deutschn.
>10969, Wirtsch. Ver. 1503, D. Volksp. 7241.
l p Rastatt-Stadt: Zentr. 1852. Soz. 1215, Dem. 4 ‘699, D. Vpt. 565, Deutschn. 320, Landb. 18, Wirtsch.
Drrein. 81, Unabh. 115, Komm. 543, ungültig 30 Stint.
i f Mannheim-Stadt: Soz. 36385 Komm. 7060,] n. 7165, Dem. 724.7, Unabh. 5488, D. Vpt.
.11616, Zentr. 14 432, Wirtsch. Verein. 2415, un- Mtig 267, zusammen 91073 Stimmen. Abgestimmt i haben 67,7 Prozent.
Karlsruhe-Land: Soz. 3401, Zentr. 441, Kom. 730, Dem. 1067, Landb. 1449, Unabh. 424, Deutschn.
1 toll, D. Vpt. 435.
t Heidelberg-Stadt: Soz. 8629, Komm. 1697, ibeutlchn. 3759, Dem. 4222, Unabh. 1409, D. Vpt. 3812, Landb. 1888, Zentr. 4989.
Heidelberg-Land: Soz. 6196, Komm. 1120, deutschn. 1076, Dem. 1413, Unabh. 863, D. Vpt. 2014, Lndü. 1943, Zentr. 5090, Wirtsch. Verein. 19.
Freiburg-Stadt: Deutschn. 4592, D. Vpt. 2856, wirtsch. Verein. 2375, Landb. 147, Zentr. 14132, Smt. 2598, Soz. 8545, Unabh. 974, Komm. 1524.