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Erstes Blatt

Die deutsche Note null und nichtig

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Lersailler Vertrages. Dann wies der Redner auf das

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Forderung deS Nationalen BeamtenvcrLandes. Die Notlage der Beamtenschaft bat den Nationalen Be- fantcrtberbanb veranlaßt, an die Neichsregierung eine Eingabe ru richten, in der eine einmalige Teuerungs- von 5000 M zur Sicherstellung der Existent 6;r

*ecri:ten für die Wintermonaie gefordert wird.

land' eine Katastrophe erfolgen solle.

Berkaus deutscher KunstschStze?

London, 28. Okt. Auf die Anregung geordneten im Unterhaus, die Verbündeten Hinblick auf die von Deutschland geltend

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Lubliniß» 28. Okt. In einer gemeinsamen Sitzung der städtischen Körperschaften wurde gegen die Zuteilung der Stadt Lublinitz an Polen und die Zerreißung Ob-rschlesiMs energischer Protest' erhöbet'.

DieOberheffisch« Zeituni" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 6 ML, durch die Post 6.15 Mk. Für ausfallende Nummern infolge Streiks ooer elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag von Dr. C. Hitzeroth. Druck der Univ.»Buchdruckerei von Job. Aug. Koch, Markt 21.23 lliernsprecher 55, Post­scheckkonto: Rr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Wae MlMeWtze in Ww.

Weigerung der Deutschen, der Einberufung Folge zu leisten.

Plauen, 28. Okt. Wie hierher berichtet wird, ist cs gestern, dem ersten Mobilmachungstaqe der Tschecho-Slowakei, in Graslitz zu blutigen Zu­sammenstößen gekommen. Die deutschen Militär­pflichtigen haben sich geweigert, dem Einbernfungs- beseh! folgen, und es war deutscherseits auch der Eeneratstreik als Protest gegen die Einberufung erklärt worden. Sämtliche Betriebe, auch die Läden, wurden geschlossen. Liegen fünf Uhr nachmittags trafen aus Eger etwa vierzig tschechische Legionäre mit Maschmen-

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Aus dem besetzten Gebiet.

Die BefatzunZSkosten.

Paris, 28. Okt. Die Kommission der militS» rischen Sachverständigen für die Herabsetzung der Kosten der militärischen Besetzung hat ihre Sitzun­gen heute wieder ausgenommen. Gestern sind sie militärischen Sachverständigen zusammengekonMen, die aus Köln und Koblenz zurückgekehrt sind, wo sie an Ort und Stelle bei dem britischen und amerika, Nischen Heere die Frage der Kosten geprüft haben, die unmittelbar von Deutschland geregelt werden, die Wohnungen für Offiziere und Unteroffiziere und deren Familien, Heizung, Beleuchtung, Trans­porte usw. Nachmittags überreichte der Ausschuß der Finanzsachverständigen der Kommission bett; ersten Bericht über die Beschränkungen der Kosten: der militärischen Besetzung. Die Kommission robb' ihre Arbeiten noch vor dem 1. November, dem vom Obersten Rat festgesetzten Termin, beendet haben.

Maßlose WohnungSansprüchc der Besatzung.

Krefeld, 27. Ott. Von der Besatzung find hier zur Zeit 742 Wohnungen mit 2203 Räumen tn An­spruch genommen, außerdem mtifleu noch A Woh««»

Schwierigkeiten, die Entschädigunpszahlungen ZU leisten, der deutschen Regierung Vorschlägen, deut­sche Kun st schätze zu verkaufen, versprach Sir Robert Harne, diese Anregring zur Kenntnis des Ent- schädtgungsausschusscs zu bringen.

! Mw äs md Mms.

Karlsruhe, 28. Okt. Zn einer von Tau­enden besuchten Versammlung im großen Fest- 'hallensaal sprach Reichskanzler Dr. Wirth über hie Reichspokitik, wobei er insbesondere die ober­schlesische Frage und die Genfer Entscheidung be­rührte. Der Reichskanzler sagte dabei u. a., nicht nut die Oberschlesier, sondern das gesamte deutsche Volk hätte das Gefühl, daß Oberschlesien ver­schachert worden sei. Trotzdem dürfe mit jetzt keine Politik einer etwaigen wirtschaftlichen Ver­elendung in Oberschlesien betreiben, aber die Weg­nahme dieser wichtigen deutschen Produklions- stätten, die als ein Raub vor aller Welt bezeichnt werden wüste, berühre auf das empfindlichste die dculfche Produktionsfähigkeit. Die deutsche Lei­stungsfähigkeit für die Reparation sei dadurch Msentlich geschmälert. Der Reichskanzler nannte den Versailler Vertrag denHexenhammer der europäischen Zerstörungspolitik", aber er cnl- hatte einen Paragraphen,»der Deutschland das Recht gebe, feine Leistungsfähigkeit von Zeit zu Zeit nachprüfen zu lassen. Dieser Fall sei hi".: gegeben. Der Kanzler verlas vor der Versamm­lung die Rechtsverwahrung, die die deutsche Re­gierung an die Botschafterkonferenz gerichtet hat und fügte hinzu, dieses historische Dokument müsse Gemeingut des deutschen Volkes werden. Am Echluß seiner Rede besprach der Reichskanzler die durch die Gewaltpolitik der Verbündeten herbei- gefübrte Weltwirtschaftskrise, die Entwertung der Mark durch die Reparatiouszoblungen und er­klärte, es sei unmöglich, ein 60 Millionen-Volk rls Käufer aus dem Weltmarkt auszuschalten, was durch die Entwertung der Mark geschehe, ohne daß die Volkswirtschaft der Gläubigerstaaten selbst zu­grunde gehe. Der Kanzler schloß mit einem Appell »ur inneren Eingkeit, die auf der Verantwortungs- srsudigkeit aufgebaut werden muffe.

' Mannheim, 28. Okt. In einer von etwa 7000 Personen besuchten Versammlung des badischen Landes­verbandes der deutschen demokratischen Jugend führte Dr. Rathenau bezüglich der oberschlesischen Entschei­dung n.a. aus, die Sinnlosigkeit des Urtcils- spruches ergebe sich aus sich selbst. Diese aufgezwungene Wirtschaftsordnung richte sich nicht nur gegen den Geist, sondern selbst gegen den Wortlaut des furchtbaren

gewehten unter Führung einiger Offiziere zur Beo* stärkung der schwach« tschechischen Besatzung ein. Brldi darauf kam es auf dem Marktplatz zu schweren Zu­sammenstößen -wischen Demonstranten und tschechischen« Militär, das Saftes Feuer auf die Deutschböhmen! eröffnete. Von letzteren wurden derNeuen Sogt* ländischen Zeitz." zufolge sechs getötet und etwa zwanzig verwundet, a«f tschechischer Seite gab es eine# Teten und mehrere Verwundete. Das tschechisch« Militär trieb schließlich die Deutschböhmen gewaltsam auseinander. j .

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Am Donnerstag war die Frist abgelausen, innerhalb deren sich die deutsche Regierung dem Gewaltspruch von Paris zu unterwerfen hatte. Im Namen der neue» Regierung hat Reichskanzler Dr. Wirth in Paris die gestern mitgeteilte Note «ürrrciche» lassen, in der a die Unteüverfung durch Ernennung eines Unterhändlers an* zeigt und zugleich scharfe Verwahrung gegen dar Vor­gehe» der Verbündeten einlegt. Wenn man auch i» großen Ganzen mit der Note einverstanden sein kann, so bleibt doch immer das schmerzliche Gefühl zurück, daß der Reichskanzler, sein Kabinett und diejenigen Reichs* tagsmitglieder, die für ihn gestimmt haben, es nicht ver­mochten, die einzig logische und die einzig mögliche Schluß« solgcrung au- seinen Ausführungeu zu ziehen. Dies« Schlußfolgerung bestand darin, die Entsendung einet Verhandlungskommissars zu verweigern. Es soll nicht verkannt werden, daß vielleicht unsere schwer ge­troffenen Volksgenossen in Oberschlesien, die unter pol­nische Herrschaft geraten, in einem solchen Schritt ei« Zurücksetzung erblickt hätten. Aber das durste nicht aus­schlaggebend sein, zumal in naher Zukunft die Ober» schlesier selbst unzweifelhaft eingesehen haben wür­den, von welchem Wert eine derarttge grundsätzliche Rechts* venvahrung bis zu ihren äußersten Folgerungen gewest» wäre. T-azu kommt, daß Dr. Schiffer als Verband« lungskommissar so gut wie nichts zu verhandeln habe» wird- Er wird sich stets in dem Treimänner-Kolleziu« der aus dem Polen und dem als Vorsitzenden in AnS- sicht genommenen Schweizer Ador oder dem T scheche» Hodarz bestehenden Mehrheit gegeuübersthen und nicht imstande sein, etwas durchzusetzeu. Dazu kommt ferner,, daß selbst die schönsten Vereinbarungen, die dort getroffen werden könnten, nicht das Papier wert sein werden, auf dun sie geschrieben sind, weil wir aus eigenster Erfahrung sehr genau wissen, wie die Polen feierlich eingegangene Verpflichtungen halten oder vielmehr nicht halten. So­weit die Oberaufsicht durch den Völkerbund in Frage kommt, wird nach wie vor der sranzösischr Einfluß jeden anderen so gut wie a u s s ch l i e ß e n, und insvlgedef'ea werden die Polen ungehindert schalten und walten kön­nen, mit stillschweigender Billigung deS Völkerbundes, ohne daß Deulschland etwas dagegen auSzurichten ver­möchte. Daß dann aber Berwahrnnaen und Einsprüche der deutschen Regierung noch viel weniger Gewicht haben werden, als wenn sie jetzt die Entsendung deS Der- Handlungskommissars abgelchnt hätte und wir einem ein­seitigen Diktat der Verbündeten gegenübergestanden hät­ten, liegt auf der Hand. Da nunmehr die deutsche Re­gierung die Entsendung des Kommissars zugesagt und sich ebn? weiteres auch diesem Machtspruch des Feindbundell gefügt hat, ist Deutschlands Stellung in jeder Hin­sicht verschlechtert und geschwächt worden. j

Die sehr wichtige Frage, wir iveit die Bezahlung her; geforderten EntschÄngung durch die oberschlesische Ent*< Scheidung beeinträchtigt werden wird, ist in der Wirtbschen Note nicht gestreift worden. Der Reichskanzler behält sich also vor, bei anderer Gelegenheit darauf zurückzukommea. Wie sich jedoch die französischen Blätter zu dem hieraus be- züglichcn Teil seiner Rede vom Mittwoch äußern, läßt deutlich erkennen, rote wenig die Franzosen geneigt sti« werden, irgendwie den tatsächlichen Verhältnissen Rech» nuug zu tragen. Auch hierin zeigt sich, daß eine ent­schiedene, umnngrschränktr feierlich- Rrchtsverwahrung gegen den Gewaltakt mit allen daraus entstehenden Fol­gen grundsätzlich die Lage Deutschlands verbessert und gestärkt haben würde.

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Karl verweigert die Abdankung.

Die Haltung der kleinen Entente.

P a r i s, 28. Okt. (Havas.) Reuter erklärt zu KsiHriKt,l»stß dio EytLitte eiiv Ultimatum an Ungarn gerichtet habe: Obwohl man wiffs, -aff die fraglichen Staaten wünschen, daß Ungarn . wisse Forderungen erfüllen solle, habe man keine Kenntnis davon, daß in Budapest irgendein Ulti­matum überreicht worden sei. Man halte unib= änberlich daran fest, baß ber Exkönig von Ungarn abbanke ober offiziell a b g e s e tz t werben miiff : Nach den letzten Nachrichten habe sich Karl g - weigert, abzudauken. Zede Frage, bie di- kleine Entente etwa vor die Botschafterkonferenz zu bringen sich entschließen sollte, werde gründlich j> prüft werden, wie z. B. die Frage der Untersuchung über die Starke bet ungarischen Armee; aber be­züglich ber allgemeinen Grundsätze sei man ber Ansicht, baß bet Friebensvertrag aufrecht erhalten bleiben müsse und daß eine finanzielle oder terri­toriale Kompensation auf Kosten Ungarns sich =r.it dieser Frage.nicht vereinbaren ließe.

Die Forderungen brr Berbiinbeten.

Budapest, 29. Okt. Die hiesigen Vertreter der Verbündeten übergaben gestern ber ungarischen Regierung eine Note, bie bie balbrnöglichste Ab­

setzung Karls forberte. Die Internierung bes Kö­nigs muß nach ben Vorschriften ber Verbünbeten erfolgen. Der König muß Ungarn auf Wunsch btr Verbündeten sofort verlassen. Sollte die ungarische SUgvirüng v.efeli yüiCCtungm tinyr $«tgv terfiSii, so Übernehmen bie Verbünbeten fiit bie bestehenden Differenzen mit ben Nachbarstaaten keine Verant­wortung.

Setbannung nach Madeira?

Paris, 28. Okt. Nach demJournal" schlägt England vor, dem Exkaiser Karl einen Aufenthalt auf der Insel Madeira anzuwekfen.

Ei» Kanzler, der die Politik durchführt, die die Entente wünscht."

L o n d o n. 28. Ott. Der Berliner Berichterstatter desDaily Chronicle" schreibt unter Bezugnahme auf die bisher Wenig entgegenkommende Haltung der Verbündeten gegenüber der Regierung Wirth, ein Kanzler, der »le Politik >urchführt, die die Entente wünsche, habe mit gutem Rechte Anspruch auf einen gewissen Grad moralischer Unter­stützung. Wirth habe die Republik stärker gemacht, als ste ie war. Er tue, wahrscheinlich auf Kosten seiner eigenen politischen Laufbahn, sei» Leunerstes, um die Erfüllung der Verpflichtungen Deutschlands ficherzu- stellen, und habe politisch für den Frieden tit Mittel­europa mehr getan als irgend ein anderer Kanzler. Die Genfer Entscheidung müsse die letzte Dummheit aus feiten der Verbündeten stn, wenn nicht in Deutsch-

veugebildete Kabinett hin und sagte:Nicht außenpoli­tisch- Gründe haben mich gegen den Eintritt in das neue Kabinett bestimmt, sondern lediglich der Beschluß unserer Fraktion, ihre Mitglieder nicht von neuem in das Kabinett eintretcn zu lassen." Rathenau wies weiter darauf hin, daß die Möglichkeit ber Erfüllung der von Deutsch­land übernommenen Berpstichtungen sich durch den Vor- stist des oberschlesischen Landes verringere. Das sehen auch im Inland- diejenigen ein, die sich mit Wirt- fchastSdinge» befasse» und etwas davon verstehen. Es wird nötig sein, sich-'dem Ausland gegenüber nicht ein ten Standpunkt zu stellen: Wir werben jetzt nichts mehr tun, und wir erkennen den Vertrag von Versailles nur noch als einen Fetzen Papier an. Aber ein Land darf auch nicht dahin gedrängt werden, daß es unter der Last »usammenbricht. Der größte Teil unserer künftigen Politik werde Reparattonspolitik sein müssen. Gegenüber kr Ansicht, Deutschland solle seinen Bankerott erklären, dkrwies Rathenau auf Artikel 234 .des Versailler Ver­trages, i» dem gesagt ist, daß die Leistungsfähigkeit; Deutschlands von Zeit zu Zeit geprüft werden muffe. Es ivebe nur einen Weg, nämlich unsere Zahlungen in Sach-, keistun gen zu verwandel». Die hauptsächliche 83or* arrssetzung für unsere Erhaltung als Volk und als Ganzes fft daß wir unsere innere Qualität retten unb erhalten. 3nr yav-trSrnräuen nt me Zukunft Deutschland?. Mr wollen leben, und wir werben leben.

Frankfurt a.M., 28. Okt. Tr. Rathenau ließ feiner gestrigen Mannheimer Rede eine zweite im großen 'Eaale des Frankfurter Volksbildungsheimes folgen. Rathe- *ok bewegte sich zumeist in dem Gebankengang seiner Mannheimer Rede. Ueber die Frage der Regiernngs- hlldung fagte er noch, er hätte gewünscht, daß eine Er­weiterung der Koalition durch die Deutsche Volk-Partei ttsolgt »fite. ®t. Wirth feierte er als denfähigsten Kanzler der nachbismarckschen Zeit" und als reinen Charakter. Energisch wandte er sich gegen die Spekula­tionswut der heutigen Zeft und den Verbrauch von Luxus- Waren «ms dem Ausland. Rathenau stellte dann die «rage, ob man Deutschland nicht verkommen lassen werde .wft Oesterreich. Er verneinte dies, weil Deutschland ein W großer Wirtschaftsfaktor und ein Bollwerk gegen den Bolschewismus sei. Ein Volk, das in sich Leben, in sich Spannkraft verspüre, könne nicht untergeben.

Die WnaW in Smfreii.

Die Entsendung des Kommiffars Annahme der j Entscheidung.

Paris, 28. Okt. DerTemps" teilt mit: Die Botschafterkonferenz hat brschloffen, die deutsche Re­gierung offiziell davon zu benachrichtigen, daß sie den Protest gegen bie Entscheidung in ber eberschle­sischen Frage fiit null unbnichtigansehe; diese Entscheidung sei, da sie in Erfüllung des Frie- densvettragrs von Versailles getroffen sei, end­gültig.

DasJournal des DHats" schreibt: Er sei tat­sächlich unzulässig zu prstestieren, denn die Entschei­dung des Völkerbundes nutz der Brrbündrt«« habe die Stimulierungen des Friedcnsvertrages genau angewendet. Da es nicht ent fei, solche Gedanken zu. verbreiten ohne auf ihre Wirkung hinzutveisen, sei es wahrscheinlich, daß die Botschafterkonferenz an die deutsche Negierung eine Note richten werde, tit der der Protest als null und nichtig ange- fehrn wird unter der Erklärung, daß die Ernennung des deutschen Kommissars für die wirtschaftlichen Verhandlungen in den Augen ber Verbündeten be­deute, daß Deutschland die Entscheidung über Ober­schlesien a n n e h m e.

Die Antwort des .Botschafterrates.

Paris, 28. Okt. Wie verlautet, ist die Noe, die ben deutschen Protest gegen die Teilung Ober- schlefiens zurückweist, heute abgegangen. Sie be­tont, daß durch die Absendung eines Kommissars die Entscheidung bedingungslos angs- n o m m e n ist.

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Amtliches VerMndigungsblatt des Kreises MarbuiU.

UVeigerW (dasfrLherMMMche),OKMessen

Die Loge in DtorWea.

Zunahme der kommunistischen Bewegung.

K a 11 o w i tz, 28. Okt. Die sozialistische Ratto- witzerCazetta Robobniza" berichtet, baß bie kommunistische Bewegung in Oberschlesien jeben Tag zunehme. Alles warte nur barauf, daß die oberschlesische Frage endgültig gelöst werde, um den Generalstreik zu beginnen.

Mehr Deutsch« an Polen als Polen an Deutschland.

B e r I i n, 28. Okt. Das Völkerbundssekretariat gibt jetzt den amtlichen Wortlaut des Gutachtens des Völkerbundsrates vom 12. Oktober über Obsr- fchlesisn bekannt. Von insgesamt 707393 deutschen unb 478 365 polnischen Stimmen verbleiben bei Deutschlanb 685 656, während nach Polen 501102 kommen unb zwar erhält Deutschland 486 834 deut­sche unb 193 822 polnische, Polen bagegen 280 543 polnische unb 220 559 beutsche Stimmen. Die Zahl ber an Polen kommenden Deutschen ist also um 11 PMzent größer als bie ber nach Deutschlanb kommenben Polen.

Die deutschen BevollmSchtigten für Oberschlefien.

Berlin, 28. Okt. Den Blättern zufolge st tb zu Bevollmächtigten ber beutsche» Regierung für bie oberschlesische Erenzsestsetzung^ommission bet Eesanbte a. D. v. Treu Her unb Graf Pobe wils ernannt werben. Beibe waren bereits b-i ber Festsetzung ber Grenze in Ost- unb Westpreutzen sowie zwischen Polen unb Deutschland tätig. Zweck? Zusammensetzung der deutschen Abordnung für die deutsch-polnischen Wirtschaftsverhandlungen haben im Auswärtigen Amt unter dem Vorsitz von Or Schiffer Beratungen ftattgefunben.

Hodacz Vorsitzender der deutsch-polnischen Kon­ferenz?

P a r i s, 28. Okt. Den Blättern zufolge hat ber Völkerbunbsrat ben tschecho-sloroakischen Sachver­ständigen Hobacz ersucht, ben Vorsitz bei ber deutsch-polnischen Wirtschaftskonferenz zu überneh­men. Hcchacz soll angenommen haben.

Ausharren!

Oppeln, 28. Okt. Die Polen haben sür ihre bei DcvtWand verbleibenden Parteigenossen die Parole ausgegcben: Ausbarren! Demgemäß sind auch die polnischen Geistlichen auf der linken Oderseite ange- toiefen worden, unter allen Umständen zu bleiben. Man mochte 'utmschen, daß auch die Deutschen in dem an Polen fallenden Gebiet Oberfchfesiens sich ihrer Auf- gaben und Pflichten als deutsche Vorposten bewußt sind und auch ibr-rsciis nicht fahncuflüchtig werden. Es ist dies umsomehr notioend'g. als auf polnischer Seite das (tfennf man aus vielen Anzeichen fystr- matisch baren gearbeitet wird, den deutschen Einfluß in dem polnisch weichenden Oberschlefien znrftckzn. drängen. Der polnisch« Staat will z. B. die srei- gewordenen Pfarreien nur durch von ihm zu gr- | nchmiger.de Kandidaten besetzen und b-abfichtigt und), alle Patronate zu zwingen, sich in der Pfarrei nach I feinen kongreßpolnische» Wünschen zu richten.

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