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St. 249

1921

Kaiser Karl wieder in Ungarn

RiiÄtritt des Kabinetts Wirth

!uf? der ;haben b:c Erfüllung der deutschen Verpflichtungen, 'r^vam vor allem auch die Durchführung der Entwaffnung,

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Truppen des Königs wieder in Ordnung

itet, ein» erfamm- crch, Bai ere Ver­ein:

wurde, nachdem die Grleife gebracht worden waren, '«

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wollen sij..» nur an einer Kabinettsbildung auf breiterer ^undlags beteiligen. Der Einbeziehung N< Deutidisan T..... " ' ~ '

WMW Ztilemhiiim ter EWU.

Berlin, 22. Ott. Die Reichstegicrnng hat in ihrer heutigen Kabinettssitzirng auf Antrag des Reichskanzlers Dr. Wirth beschlsssen, dem Reichs­präsidenten ihren Rücktritt zu unterbreiten.

Das Schreiben des Reichskanzlers an den Reichs- präsidenten lautet:

Herr Reichspräsident? In schwerer Stunde hatte sich das gegenwärtige Kabinett entschlossen, die Ver­antwortung für. die Durchführung des Ultimatums zu übernehmen. Fünf Monate lang hat es eine Politik geführt, welche getragen war von dem Ge­danken, die Stellung Deutschlands zu den Alliierten

die sich unter großen Schwierigkeiten vollzog, aner­kannt. Es durfte erwartet werden, daß irn Hinblick

Di«Oberhesfische Seit uni" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 6 $?t durch die Post 6.15 $tt Für ausfallende Nummern infolge Streiks ooer elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag von Dr. C. Hitzeroth. Druck der Univ.-Buchdruckerei von 3ofr. Aug. Koch, Markt 21/23 Fernsprecher 55, Post­scheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

n Aus. chasfun» lle dal meinde« durch e.

ageböri# gestchcrt

Dr. Wirth hat, wohl mcht ganz unbeeinflußt durch die Haltung der Sozialdemokraten, lange genug gezögert, bi? zum letzten Augenblick, bis er die all-ün richtige Schlusi- solgeruug aus der Euttoicklung der Tinge gezogen bat. Tas Kabinett war im Mai zum Zweck der Nnterzeich- nnug des Ultimatums gebildet worden, und es hat sich selbst dauernd als das Kabinett der Erfüllung bezeichnet. In dem Rücktrittsschrriben an den Reichspräsidenten wird richtig «üsoesührt, daß das Kabinett diese Ausgabe bis zum heutigen Tage voll erfüllt und sogar unter den größten Schwierigkeiten die heroische Tat vollbracht hat, die erste Goldmilliarde in bar zu üe-ahlen. Tr. Wirth und die Mitglieder seines Kabinetts selbst haben aber von dem Augenblick an, in dem sie an die Erfüllung dieser Aufgabe hcrantcaten. aller Welt erklärt und diese Er­klärung immer wiederholt, die Voraussetzung für die Lösung ihrer Aufgabe sei, baß Oberschlesien Teutsch- laud erhalten bleibe. Die Entscheidung des Obersten Rates auf Grund des Gutachtens des Völkerbundsrats über das Schicksal Oberschlefiens ist so vernichtend für unsere wirtschaftliche Zukunft, ist zugleich in den einzelnen Bestimmungen eine so gänzliche Mißachtung des Abstim- mungscrgebnisses in Oberschlesien itnd der darauf bezüg­lichen Bestimmungen des Friedensvertragcs und bedeutet zugleich die Unmöglichkeit weiterer Leistungen im Sinne der bisherigen, daß damit das Schicksal des Kabinetts besiegelt sein mußte. Sein Rücktritt und die diesen be­gleitende Erklärung scheint die beste Tat des Reichs­kanzlers und seines Kabinetts zu sein.

Was nun werden wird? Es gibt Propheten, die auf die Vorgänge im Mai hintvcisen und die Mehrheit der Annahme bereits fertig vor sich sehen, wenn auch erst im Abstand von ein paar Tagen, gerade rechtzeitig genug, nm noch die Regierungsbildung und die Berufung des von den Verbündeten getvünschten Kommissars zustande zu bringen. Manche glauben auch schon, daß der neue Kanzler wieder Dr. Wirth heißen wird. Aber nach dem heutigen Stand der Dinge ist es doch voreilig, die Paral­lele ztvischen den Vorgängen im Mai und der jetzigen Entwicklung schon jetzt völlig bis zum gleichen Ende zu ziehen. Viele Abgeordnete und ganze Fraktionen, die das Ultimatum angenommen haben, sträuben sich aufs äußerste gegen eine Handlitng, die ihnen als eine Aner­kennung des schmählichen Rechtsbruches an Oberschlesien ausgelegt werden könnte unb nach dem Wortlaut des Begleitbriefes Vriand ausgelegt werden muß.

Stände ben.

- ------u--Tj tnnerpolitschon Luuv vnw«««. ~ , r o ,

DsUsxarLei steht aber die Tatjachs'aui den L uns 2, Dezember nach Stuttgart ein berufen, dem Obersten Ostenburg auch Oberst Lehar.

Berlin, 23. Okt. Zum Rücktritt des Reichskabi- netts schreibt das »Bert. Tagebl.": Dieser Schritt war unumgänglich notwendig, da die Beschlüffe der Bot- schastorkonferenz nicht nur die schlimmsten Befürchtun­gen übertreffen, sondern auch in ihren wirtschaftlichen Bestimmungen den Rahmen des Versailler Friedens­vertrages weit überschreiten und dazu noch in die Form eines Diktats mir ultimativem Charakter ge­neidet sind. Damit ist die außenpolitische Verständi- gungs- und Ersüllungspolitik Dr. Wirihs in sich zu­sammengebrochen. Der .Vorwärts" tritt für eine neues Kabinett Wirth mit der alten Politik ein. DieGermania" erklärt: Die Politik Wirihs war richtig trotz der schlimmen Erfahrung mit Oberfchlesten. Sie mutz durchgehalten werden. DieDeutsche Allg. Zig." fordert zu einer Bildung einer Regierung zur nationalen Verteidigung auf, nachdem das Kabinett Wirth erkannt habe, datz es nicht imstande sei, als Führer voranzugehen. Die nationale Verteidi­gung könne natürlich nicht darin bestehen, nach Waffen zu greifen, von denen wir genau wützten, datz wir ste nicht haben. Es löitne sich nur um eine Re­gierung handeln, die das Reich vor weiteren Zugriffen unserer Feinde dadurch bewahre, datz sie bestrebt ist, alle Matznahmcn zu ertzreisen, damit wir den Shylock- fdicht einlösen können, den unser Gegner uns abgc- prctzt haben. TerLok.-Anz." sagt, die Rcchtsoppo- siiioit gegen daS Kabinett stabe gegenüber seinem Optimismus leider aus der ganzen Linie Recht be­halten. Aehnlich äußern si-tz die übrigen re.stsstehen- den Blätter.

spondenzbüro mebet: König Karl traf mit Gefolge gestern vormittag aus Oedenburg in Raab ein. Nachmittags setzte er feine Reife nach Komorn fort. Zn der Begleitung des Königs befinden sich Major Ostenburg, ferner zwei österreichische Kompagni.'n. Zwischen Raab und Komorn wurde der Z u g a r - geb alt en. Er liegt gegenwärtig auf der Streck.

Wien, 23. Okt. Der vor dem Zuge des Ex­kaisers Karl fahrende Aufklärungszug traf nach mehrmaligen Unterbrechungen um 1 Uhr nachts in Budaoerts ein. Hier fand er die Gleise verrammelt. Die Truppen des Reichsverwesers ergriffen die energischsten Mahnahmen, worauf der Ausklärungs- zug flüchtete.

Kaiser Karls Anhänger.

L o n d o n, 23. Okt. Reuter meldet, daß im Aus­wärtigen Amte gestern Nachmittag ein Telegramm dcs britischen Gesandten in Wien eingetroffen sei, das Mitteilungen enthält über die Ankunft des Er- kaisers Karl in Oedenburg. Alle militärischen Be­hörden dieser Stadt hätten den Kaiser Karl als König von Ungarn anerkannt und sich zu seiner Vcrfüguitg gestellt. Ein Bataillon habe Befehl er­halten, den König Karl mittels Sonderzuges nach Budapest zu begleiten.

W i e n , 23. Okt. Die Abendblätter melden aus Oedenburg: General Hegedues ordnete gestern die Einstellung des gesamten Telegraphen-, Tele­phon- und Eisenbahnverkehrs zwischen Westungarn und Oesterreich an. Die in Oedenburg stationierten Truppen wurden alarmiert, ihnen teilte Hegedues in einer Ansprache mjt, daß Karl wieder nach Un­garn zurückgekehrt sei, um die Regierungsgewalt zu übernehmen. Die Truppen wurden an den Eid für den König erinnert, auch Ostenburg hielt eine An­sprache. Die Truppen nahmen die Mitteilungen mit Eljenrusen auf König Karl auf, und kehrten in die Kasernen zurück, wo sie in Bereitschaft blieben. Nach derNeuen Freien Presse" vereidigte Karl persönlich die Ostenburg-Truppen.

In Begleitung des Exkaisers befindet sich neben

sieben Zügen durchgeführt. Sie gehen in der Rich­tung auf Budapest. Die Spitze der Truppen stehl bei Budapest. Die im Gange befindliche Schlacht zwischen den Truppen des Königs und der Regie« rnng dauert an. Dir Haltung der Truppen ist «iw wandfrei. Zn Negierungskreisen hofft man, die Lage bis znm Eintreffen von Verstärkungen aus der Provinz, die für den Nachmittag erwartet werden, halten zu können.

Budapest, 23. Okt. Wie verlautet, rücken auf Raab Truppen in unbefannier Stärke unter Führung des Oberleutnants Hejas vor und greife» Offenburgs Truppen im Rücken an.

Ein Waffenstillstand.

P r etzb u i g. 23. Okt. Um 3 Uhr nachmittags wird aus Budapest gemeldet: Die Scharmützel bei Budoerts zwischen den beiden Parteien dauerten bis 11 Uhr vormittags, worauf ein Waffen« st i l l ft a n d eintint. Es gab auf beiden Seifert Tote und Verwundete, liebet das Ergebnis des in Budapest zufammengelrefenen Ministerrafs kursiert das unverbürgte Gerücht, datz das Kabinett Beth» len zurück geirrte ii fei. Im Verlauf bet Verhandlungen über den Waffenstillstand habe sich Ostenburg um über 11) Kilometer zurückgezogm. Indessen habe sich aber die Lage für die Regie« rungsfruppen verschlechtert Die Ankuntt Kaiser Karls wird jeden Augenblick erwartet. Auf der Donau kreuzen französische Monilore.

Die Truppen Kaiser Karis.

'Wien, 23. Okt. Räch einer hier eingetroffenen Meldung hat Exkaiser Karl feinen Entschluß, mit den in Westungarn zusammengczogenen Truppen nach Budapest zu marfchieren, erst gefaßt, nachdem er Informationen erhalten Haffe, daß die Regie« rung Vethlen eine Beteiligung an feinem Unter­nehmen ablehne. General Hegedues und das Detachement Ostenburg befinden sich beim Exkaiser. Die Dcbenburgcr Garnison ist heute zur Verstärkung der Truppen des Exkaiser abgegangen. In Oeden« bürg sind nur 500 Gendarmen zur Ausrechterhal« hing der Ordnung zurückgeblieben. Die Stärke der Truppen des Exkaisers beläuft sich auf ungefähr drei Divisionen. i

' Budapest, 23. Okt. Die Garnison non Raab ist durch Ileberraschung dazu veranlatzf worden, dem König den Treueid zu leisten. Das Raaber Hu« farenregiment ist oerfasiungsireu geblieben. Die west ungarischen Aufständischen haben die ungarische Regierung ihrer unverbrüchlichen Treue versichert.

Verhandlungen.

Budapest. 23. Okt. Heute früh erschien Ge­neral Hegedues im Auftrage des Königs beim Grafen Bethlen. Hegedues verhandelte dann mit der ungarischen Regierung im Beifein des eng­lischen Geschäftsträgers Holst. Hegedues ist Freitag wieder nach. Budapest zurückgekehrt. Der gestern nachmittag von der nngarifchen Regierung noch Raab entsandte Kultusminister Vatz, der dem König die von der Entente der ungarischen Regie­rung übermittelte Note zur Kenntnis bringen sollte, wurde vom König nicht empfangen. Die Mit- feilung wurde von Rakowsky entgegengenommen. Die Erklärung sott jedoch* aus den König und feine Begleiter keinen Eindruck gemacht haben.

B u d a p e st, 23. Okt. Tas Ungar. Korr.-Düro meldet nichtamtlich: Als die Negierungstruppen zum Angriff übergingen, erschien Feldmo.rfchalleut- naut Hegedues als Parlamentär der Karlisten bei der Regierung zwecks Anbahnung von Verhand­lungen. Diese scheiterten jedoch, da die Regierung an ihrem ursprünglichen Standpunkt festhielt. Hegedues kehrte darauf zu Exkönig Karl zurück.

Das Kabinett Kaiser Karls.

Budapest, 23. Oft. Der frühere König hat folgendes Ministerium ernannt: Rakowsky Präsi­dium und Justiz, A nd ra f sy Aeußcrrs, Beneczky Inneres, General Schnetzler Krieg, Dr. Gratzs Finanzen; General Hege düs. wuche ium Befehlshaber ernannt

Marburg MM, hin 24. Mbn Eilbhardt.

Fnan- te Doli#

le Ber­ede am

entgegen, datz diese an ihrem Fraktionsbeschlutz sest- hält, auch dis Entsendung eines Kommissars zu den deutsch-polnischen Verhandlungen über das Wirt- sthciftsabkommen abzulehnen. Ein etwaiger Plan, ein Kabinett nur aus Vertretern des Zen­trums und der Sozialdemokraten zu bilden, würde an dem Widerstand des Zentrums scheitern. So bliebe, wie das Blatt schreibt, nur der Ausweg übrig, ein Geschäftsministerium zu bilden, wenn nicht ein Umschwung in der Deutschen Volkspartei eine Lösung der Krise hoffnungsvoller machen mürbe.

Ein solcher Umschwung erscheint ausgeschlossen, da die Führer der Volkspartei dem Reichskanzler erklärt haben, datz die Partei nicht gewillt sei, in eine Koalition einzutreten, die zu den Verhand­lungen zwischen Polen und Deutschland einen Kom­missar schicke. Es ist e izunehmen, datz nunmehr die alte Koalition eine Regierung bilden wird. Ob Reichskanzler Dr. Wirth die Regierung bilden wird, ist fraglich. Das Autzenministerium soll dem Vernehmen nach Dr. Rosen behalten.

freu europäischen Nationen entspräche. Statt dessen ist ein Diktat erfolgt, durch welches nicht nur weite Flächen des oberfchlesischon Landes, sondern arcki blühende deutsche Städte, der weitaus über­wiegende Teil aller Bodenschätze, vier Fünftel der Lerarbeitungsstätten der deutschen Heimat entrissen werden. Der grötzte Teil der an Polen fallenden Bevölkerung ist deutschen Stammes und deutscher Sprache und soll entgegen dem Selbstbestim- mungsrechf der Völker und entgegen dem klaren Er­gebnis der Volksabstimmung jetzt unter fremde Herrschaft fallen. Niemals würde das deutsche Volk diesen Verlust, den es wehrlos hinnehmen mutz, oer- fchmerzen. Obwohl das Kabinett überzeugt ist, daß nur das aufrichtige Bestreben aller Teile, die ver- troglichen Verpflichiungen zu erfüllen, die po­litische und die wirtschaftliche Wiederherstellung Europas ermöglicht, so ist es sich doch vollkommen klar darüber, daß die Grenzen der deutschen Lei- stungssähigkeit und der Erfüllungsmöglichkeit sich durch das oberschlesische Diktat erheblich ver­engert haben, und datz damit für die Politik des Reiches eine neue Grundlage geschaffen wurde. In Würdigung dieser Tatsache hat das Kabinett Wirth beschossen, den Auftrag zur Führung der Regie- rungsgeschäfte in die Hände des Herrn Reichspräsi­denten zurückzugeebn. In Ausführung dieses Be-, Wusses habe ich die Ehre, Herr Reichspräsident, Ihnen die Demission des Kabinetts mitzuteilen.

gez. Der Reichskanzler Dr. Wirth.

An die Ueberrcichung des Rücktritts schloß sich eine längere Aussprache über die politische Lage an, in deren Verlauf der Reichspräsident den Reichskanzler ersuchte, mit den übrigen Reichs- Ministern die Geschäfte zunächst weiter zu führen. Damit erklärte sich der Reichskanzler einverstanden.

BechmdlMW mit heu $arteiiii6tetB.

Berlin, 23. Okt. Der Reichspräsident emp­fing im Laufe des Tages zu Einzelbesprechungen über die politische Lage den Reichstagspräsidenten Lobe, vom Zentrum Dr. Spahn und Dr. Marx, von den Sozialdemokraten Müller und Wels, von der Deutschen Volkspartei Dr. Stre- fe m a n n und K e m p k e s, von den Demokraten Dr. Petersen und Koch und von den Unab­hängigen Dr. B r e i t s ch e i d und C r i s p i e n. 6ine völlige Klärung der Lage wurde bei den Bc- fprechungen noch nicht herbeigeführt. Die Verhand­lungen werden morgen fortgesetzt.

. Zu den Besprechungen der Parteiführer mit deniJ?frlchspräsidenten meldet dieVerl. Morgen­post": feie Demokraten verharrten auf ihrem Btanbpusfi, an keiner Neubildung der Negierung euf der ^sherigen Grundlage teilzunehmen. Sie

fiänipie bei MM.

Wi e n, 23. Okt. Das Wiener Korr.-Vüro mel­det aus Budapest: Seit den frühen Morgenstunde« ist in der Umgebung von Budapest eint Schlacht Int Gange. Von Zeit zu Zeit hört man dumpfen Ät< nonondonner.

Budapest, 23. Okt. Die Beförderung de»

ein zu en ver­

lorne,

B */,9 Uhl Oezembet

ann< rieger 1888,

. Februar leihe voj votier,imi

mit dem Kreisblatt für den Kreis Marburg

Tageszeitung für (das früher kurhesfische) Oberhessen

Stonft im FlWW.

Wien, 22. Ott. Das Ksrr.-Bur. berichtet: Nach einer Meldung an eine hiesige Ententekoininission ist der frühere Kaiser Karl gestern mittels Flug­zeuges in Oedenburg eingetroffen.

Bern, 22. Okt. Amtliche Mitteilung des Schweizerischen Bundesrates: König Karl doit Un­garn hat am Samstag, 22. Oktober, dem Bundesrat "christlich mitgeteilt, datz, wie er behauptet, seine ungarischen Getreuen ihn unter Darlegung schwer­wiegendster Gründe seiner eidlichen Pflicht gemäß aufgefordert hätten, mit der Königin nnvec- züglich nach Ungarn zu kommen. Der König und die Königin haben am 20. Oktober gegen Mittag die Schweiz von Dübendorf aus in Begleitung von drei anderen Personen im Flugzeug verlassen. Der Bundesrat stellt bei, diesem Anlaß erneut fest, datz der König sich am 18. Mai in Hertenstein verpflich­tet hat, sich jeder politischen Tätigkeit zu enthal­ten und dem politischen Departement vor jeder be­absichtigten Abreise mindestens drei Tage vorher Kenntnis zu geben. Am 5. Oktober 1921 hat der König den Anlatz einer Ansprache benutzt, um durch einen besonderen Beauftragten nochmals erklären zu lassen, er erachte sich durch die am 18. Mai 1921 ihm in Hertenstein unterbreiteten und von ihm an­genommenen Bedingungen immer noch rückhaltlos gebunden. Der Bundesrat sieht sich demnach zu seinem tiefen Bedauern zu der Feststellung ge­zwungen, datz der König durch seine Handlungsweise das gewährte Asyl mißbraucht und insbeson­dere sein Versprechen gebrochen hat, in dem er die Schweiz ohne die ausbedungene Anzeige vrr- lasien hat. *

Bern, 22. Okt. lieber ben We-slug eines Flug# zeuoes aus Dübendorf erfährt die Schweizer Depeschen- agentur folgende Einzelheiten: Bei der Ad-Astragesellschast wurden am Mittwoch vier Billets für einen Flug nach Genf und zurück bestellt. Die Fahrkarten wurden be­zahlt und für den Flug der Juugser-AvVarat B-H. 59 be­stimmt. Am Donnersiaq kurz nach 12 Uhr erfolgte dann die Abfahrt. Das Flugzeug wurde aber nicht nur von vier, sondern von fünf Personen bestieoen, die in zwei Automobilen angclommcn waren. Die Gesichter bet Passagiere waren nicht zu erkennen, da sie stark eingehiillt waren. Ter Pilot ist ein Ausländer namens Zimmer­mann, der von einer deutschen Flugzenggesellschast ben Auftrag erhalten hatte, so lange in Dübendorf zu verblei­ben, bis die Ad-Astragesellschaft den Apparat übernommen habe.

Budapest, 23. Okt. Das Ungarische Korre-

arreiiag der Deu-fSien Bstlsparlei. bur wegen i age verschoben worden ist, wurde I

Der Anzeigenpreis beträgt für die 9 gejo. Tolonelzeile ober deren Raum 1 Mk., amtlich« und auswärtige 1.80 Mk. Andere Spaltenbreiten nach entsprechender rj Berechnung. Spät einlaufende oder den Raum übet */, Seite einnehmende An- fly. mbjllL zeigen find wir berechtigt, nach der Textspaltenbreite zu setzen und zu berechnen. Sogen. Reklamen berechnen wir die Zeile mit 4 Mk. Feder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Auskunft durch die Geschäftsstelle und Vermittlung bet Ange­bote 75 Pfg. Sondergebühr.

auf Deutschlands Anstrenungen und auf fein Ve- prrb-ii, den vertraglichen Verpflichiungen treu zu bkil'SN, die Besetzung der Ruhrhäfen restlos aufge- hobev-. unb datz im Hinbick auf Oberschlesien eine Lösung gesunden würde, die dem Rechtsempfinden fr?<, deutschen Volkes wie auch dem der OSerschlcsier arb den fitii' igcn friedlichen Beziehungen zwischen

I ju regeln, und durch den ernsten Willen der Er­füllung der vertraglichen Verpflichtungen ung bei Deutschlands bis an die Grenze der Leistungsmög- irche in lichksit zur Wisdersrstarkung Europas beizutragen, werd« bic dem deutschen Volks auferlcgten, iiöer-

aun schweren Leistungen erfüllt, insbesondere den ; jungeheuren Barbetrag von einer Milliarde Mark -zum 31. Angnst abzutragen. Dis alliierten Staaten