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Amtliches Vertündigungsolatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für ldas früher kurhessische) Oberhessen

DieOderheMche Zeitun'" erscheint sechsmal wöchenlllch. Bezugspreis monatlich

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Bin Winkst MM?

Berlin. 20. Oft. Gestern haben die Reichs- isgsfraklionen des Zentrums und der Deutschen i Lolkspartei getagt. LautVorwärts" hat die Deutsche Volkspartei den Eintritt in ein umzubil- dendcs Kabinett Wirth abgelehnt. Nach dem gleichen Blatt wird in Journalistenkreisen be­hauptet, daß die Verhandlungen des Zentrums für das Verbleiben Wirths als Reichskanzler günstig verlausen seien. Wie eine rechtssozialistische Kor­respondenz erklärt, halte die Sozialdemokratie an der Kanzlerschaft Wirths fest, allerdings nicht in Jhem Sinne, daß die Sozialdemokratie gleichsam mit rLirth stehe und falle, aber doch so, daß sie seinen Rücktritt innen- und außenpolitisch als einen schwe­ren Fehler ansehe. Im Zentrum und bei den De­mokraten soll, derselben Korrespondenz zufolge, starke Strömung für eine Kandidatur des deutschen : Botschafters in Paris Dr. Mayer vorhanden sein. Mayer soll bedingt zugesagt haben und morgen in Berlin eintreffen. .

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3um loit Mia MM.

Savar, 19. Okt. Der Tod des früheren- flfls von Bayern ist infolge starker Magen- blutuugen eingefroren. Die Leiche wurde einbal­samiert ujjb wird in einigen Tagen nach München überführt werden. Dorthin werden sich auch die Mitglieder der Familie begeben.

München, 19. Okt. Die Korrespondenz Hosf- hicun meldet: Die Leiche des Königs wird nach den dvn seiner Familie getroffenen Bestimmungen nach München übergeführt und in der Domkirche bei- Descht 'werden. Voraussichtlich wird gleichzeitig die kn Wildenwerth beigesctzte Leiche der Königin Maria Theresia dorthin übergeführt werden.

- Das bayrische Gesamtministerium hat an der Bahre des Königs in Savar einen Kranz niederlegen lassen, s Die bayrische Regierung richtete anläßlich des Ablebens des Königs an den Prinzen Rupprecht von Kayern nachstehendes Beileidstelegramm:Die Nach­richt von dem fern von der Heimat erfolgten Tode des dnvergeßlichen Königs weckt in ganz Bayern tiefe Trauer. Ein Vorbild treuester Pflichterfüllung, hat er, das eigene Glück im Glücke Bayerns suchend, sein ganzes arbeitsreiches Leben dem Dienste des Vaterlandes gewidmet, unermüdlich die Wohlfahrt des ! Landes gefördert, gerecht und beharrlich die Zügel der Regierung geführt und in allem Wandel der Zeiten süucm Volke die Liebe bewahrt. Das Gedächtnis des k-uen deutschen, charakterfesten Mannes und hoch- zesinntm verehrungswürdigen Königs wird in der aufrichtigen Dankbarkeit des bayrischen Volkes immer serllcben. Eurer Hoheit und den Mitgliedern Ihres banses bitte ich, namens des bayrischen Gesamt» Ministeriums die innigste Teilnahme aussprechen zu dürfen", gez.: Graf Lerchenfeld.

Beileidstelegramme sandten weiter u. a. der frühere Kaiser und die Bayerische Volkspartei.

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iW George An die MMchnftM.

London, 19. Okt. Lloyd George hielt nach­mittags seine mit Spannung erwartete Unterhausrede über die Arbeitslosenfrage. Er sagte, das l Land mache die schärfste Periode von Arbeitslofig- dit seit zweihundert Jahren durch. Im gegenwärtigen Augenblick seien in England 1750 000 Erwerbslose. Die größte Arbeitslosigkeit herrsche in der Metall­industrie. Die Ursachen einschließlich der Störung der Handelsmaschincrie und der Schwankungen der Wechselkurse könntecn in dem WorteKrieg" zu- ftmmcngcfaßt werden. Zwei Arten von Politik seien möglich: Entweder tue der Staat nichts, oder er biete, soweit es ihm seine beschränkten Mittel gestattet, Nnter- siütznngen. Niemand trete ernstlich für die erste ?:l:tik ein. Sie würde, ganz abgesehen von Er- kägungen menschlicher Art, auch nicht klug sein. Die Regierung empfehle ohne Zögern die zweite Politik. ks entspreche nicht den Tatsachen, daß die Siegte» Kwg bisher nichts unternommen habe. Lloyd George gab eine Uebersicht über die bisherigen Maßnahmen -er Negierung zur Wiederbelebung des Handels und

Behebung der Erwerbslosigkei', unter anderem durch Förderung der Ansiedlung von Kriegsteilnehmern in den verschiedenen Dominions des britischen Reiches. Der Premierminister erklärte, die Regierung werde weitere 300000 Pfund Sterling beantragen, um es uoch mehr KricgSteilnchmerit zu ermöglichen, aus­zuwandern. Die Regientng würde für neues Kapital kür Unternehmungen, wie z. B. Eisenbahnen und Elektrizitätsanlagen, die dazu bestimmt seien, das Erwerbsleben zu verbessern, die Bezahlung Der Zinsen i *nter gewissen Bedingungen gsnr.ttcren. Nach bei.-:

Plane solle jedoch die gesamte Garantie des Staates die Summe von 25 Millionen Pfund Sterling nicht überschreiten.

Ar teMc in ter sksvzvWril Mm-r

Keine Aushebung der militärischen Zwmtgsmatz- nahnten am Rhein. Dir Angst um Frankreichs Sicherheit.

Paris, 19. Okt. In der heutigen Kammersidiing wurden die Beratungen über die Jntervellationen und über die allgemeine Politik der Regierung fvrtaesetzt. Alt erster Redner ergreift das Wort Maurice Barros. Nach seiner Ansicht herrsche Einigkeit darüber, daß nicht nur die Sicherheit, sondern auch die Wiederherstellung des Landes zu gewährleisten ist. Man wolle deshalb Kissen, welche Mittel die Negierung anzuwenden gedenk«, Habe man die wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen am Rhein aufgehoben, um das Ministerium Wirth zu be- ftstigen oder weil Deutschland alle seine Vervftichtunaen erfüllt habe? Durch die Aushebung der Zollini? am Rhein habe man die Garantien Frankreichs gegenüber dem besiegten Deutschland geschwächt. Man mükse di- liberalen Elemente in Deutschland unterstützen, die nir­gends zahlreicher seien als im Rhnnland. Frankreich könne sich am.linken Rheinufer nur in Sicherheit fühlen, wenn cs wisse, daß zwischen Frankreich und Preußen eine Zone moralischer Entwaffnung bestehe. Die Ausführung des Vertrages müsse garantiert werden. Minister Rathenau dürft nicht mehr sagen: Kommen Sie nochmals nach Wiesbaden, alles ist nochmals zu be­raten! Am Rhein müsse eine Sicherheitszone geschaffen werden. Barros wirft der Regierung vor. daß sft vielleicht nicht schlechter gehandelt habe als eine ndere, aber da sie die wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen aufgehoben habe, müsse man fürchten, daß demnächst auch die militärischen verschwinden.

Ministerpräsident B r i a n b erinnert daran, unter wel­chen Bedingungen der Oberste Rat die wirtschaftlichem und militärischen Zwangsmaßnahmen erlassen habe. Mao bleibe in Rnhrrot, Düsseldorf und Duisburg nicht in dem Wunsche, immer dort zu bleiben, sondern um den Willen zu erkennen zu geben, daß man die Ausführung des Vertrages sicherstellen wolle. Wenn man behaupte, weil die wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen aufse6oT?en worden seien, müßten die militärischen, die die Sicher­heit Frankreichs Betreffen, auch verschwinden, so sei bas eine Diskussionsart, gegen die er vollkommen entwaff­net fti.

Der nächste Jnterpellationsredner, Abg. Mallaird spricht über die oberschlesische Frage und wirft Briand vor, daß er die Regelung dieser Frage als eine solche bezeichnet habe, die nur durch die Sorge um bie Gerech­tigkeit erledigt werden könne, während Frankreich sich nur von der Angst um seine Sicherheit gegenüber Deutschland hätte leiten lassen dürfen.

Briand antwortete, in der oberschlefischeu Frage habe eine Meinungsverschiedenheit unter den Verbündeten be­standen. Man dürft nicht vergessen, daß der Friedens, vertrag von Versailles ein Kollektivvertrag H Wetter sprachen noch bie Abgeordneten Castellam und Mandell, bie beide die äußere Politik der Regierung scharf kriti­sierten. Die Sitzung wurde darauf aufgehoben.

Amerika.

Annahme der FriedensvertrLge mit den Mittel­mächten im Senat.

Washington, 19. Okt. Der Senat hat die Friedens Verträge mit dem Deutschen Reich, Oester» reich und Ungarn ratifiziert.

Dic Verträge mit dem Deutschen Reich und Oester» reich wurden mit 66 gegen 20 und der Friedens» vertrag mit Ungarn mit 66 gegen 17 Stimmen oft» genommen.

Bevor der Senat zur endgültigen Abstimmung schritt, bei der eine um acht Stimmen höhere Mehr» heit erzielt wurde, als zur ZweUnttelmehrheit erferber* sich war, versuchten die Demokaten, anstelle des Ver­trages mit Deutschland den Versailler Vertrag mit den von Lodge vorgeschlagenen zwölf Vorbehalten zur Annahme zu bringen. Der Versuch mißglückte. Nach der Zustimmung des Senats zu den Friedensverträgen M Mr noch die formelle Ratifikation auS.

Sie «MW lies Men Seueties.

Berlin, 19. Oft. Der Reparation»ausschuß des Reichswirtschaftsrats hat sich grundsätzlich mit dem vom Unterausschuß ausgearbeiteten Entwtrrf für die Kreditvereinigung der deutschen Gewerk einverstanden erklärt. Er wird dem Plenum empfehlen, die Reichs» regierung um die Einbringung eines Gesetzes über bie Bildung einer Kreditgemeinschaft unter Zugrunde» (egung der im Entwurf enthaltenen Richtlinien zu ersuchen. 1 i 1 ;

Wechsel in der Leitung desBerliner Sotatotttd* gers". Anstelle des ins Rusland gehenden Dr. Oesterreich wird der bisherige leitende politische Redakteur der »Tägl. Rundschau', Schwarzer, die Leitung de? »Berliner Lokalauz.' übernehmen

Einigung der Botschafterkonferenz,

M MllW öer MAidW. "

Paris, 19. Okt. Die Botschafterkonferenz einigte sich in der heutigen Vormittagssitzung über das Verfahren, wonach den interessierten Negie­rungen die Entscheidungen der Verbündeten über Oberschlesien notifiziert werden sollen.

Nach demTemps" wird die Notifizierung der Entscheidung über Oberschlesien sich erstrecken auf die Crenzfestsetzung und auf die Sicherstellung hin­sichtlich der Aufrechterhaltung der wirtschaftlichen Kontinuität im oberschlesischen Industriegebiet.

Die Botschafterkonfercnz hat nachmittags die Redaktion der Mitteilung über die Entscheidung brtr. Oberschlcsten beendet. Sie wird morgen Nachmittag der deutschen und polnischen Negierung zugcstcllt werden. Die Mitteilung wird umfassen einen Begleitbrief, den Tert der Entscheidung der Verbündeten und die Bestimmungen über die bei der Anwendung zu befolgende Prozedur. Diese Entscheidung ist bereits heute Abend der inter­alliierten Kommission in Oppeln mitgetilt worden, und die Kommission für die Festsetzung der deutsch» polnisihen Erenze ist beauftragt worden, unverzüg­lich mit der genauen Festlegung der neuen Erenz- linre in Oberschlesien zu beginnen.

Mr engIM

beiten.

London, 19. Okt. Der diplomatische Bericht­erstatter desDaily Telegraph" schreibt über bie legalen Schwierigkeiten", die bei der Frage der Durchführung der VLlkerbundsentscheidung auf der Botschasterkonferenz in Paris entstanden sind: Die Hauptfrage erstrecke sich nicht auf die Erwägung, ob die Erenzlinie und der Wirtschaftsplan als un- trennlich angesehen werden solle oder nicht. In Lon­don werde erneut hervorgehoben, daß die franzö­sische Regierung mit der englischen Regierung einer Meinung darüber seien, daß beide Fragen un­trennbar voneinander sind. Es dreht sich bei der Erörterung aus der Botschafterkonferenz nicht um die Frage, in welcher Reihenfolge die politische .Grenzlinie und ber Wirtschaftsplan zur Anwen­dung gebracht werden soll, sondern es handelt sich um die Frage, ob die verbündeten Regierungen einfach Berlin und Warschau sagen sollen:Hier ist die Erenzlinie, hier ist der Wirtschaftsplan, ihr müßt ihn durchführen," oder ob es vielleicht besser sein wird, zu erklären:Zeigt uns, daß ihr bereit seid, den Wirtschaftsplan durchzuführen, und dann werden wir auch die Erenzlinie formell mitteilen." In letzterem Falle können bie Mächte, angenommen, daß entweder Deutschland ober Polen sich ablehnend verhalte, bie Erenzlinie z u seinem Nachteil abänbern, bies sinb je- boch nut einige bet Schwierigkeiten, bie Lberwun- ben werben mästen.

Warum England nachgegeben hat.

Mabrib, 19. Okt. ImA.B.C." wirb be­hauptet, baß zwischen bet Reise bes griechischen Ministetptäsibenten Eunaris nach Paris unb Obet- schlesten ein Zusammenhang bestehe. Augenschein­lich t/abe sich Frankreich in bet votbeiastatischen Frage beit Wünschen Englands gefügt unb bafür habe Englanb in bet oberschlesischen Angelegenheit Frankreich nachgegeben.

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Polnische Einsprüche.

Königshütte, 19. Okt. Das Organ des polnischen Obersten Volksrats weiß aus Pariser politischen Kreisen mitzuteilen, baß man bort bie Ansicht hege, Polen werbe bezüglich bet Befugnisse bet wirtschaftlichen Kommission gegen Oberschlesien in zwei Punkten Einspruch erheben, nämlich gegen eine 15jährige Dauer bet Tätigkeit bet Kommission unb gegen bas Recht bet Kommission, sich in bie Angelegenheit bei sryialen Arbeitergesetzgebung einzumischen.

Die polnischen Truppenansammlungen.

Rosenberg, 19. Okt. Jenseits bet Erenze sinb im Räume Praszka-Ctany neue polnische Truppenformationen angekommen. Zn bet Nacht zum 18. Oktober unternahmen anscheinend einige dieser Formationen einen Vorstoß. Nach zweistün­digem Feuer, wobei Maschin'ngewehro und Hand­granaten verwandt wurden, zogen sich die Polen wieder zurück.

Die Dauer der Amtstätigkeit der Z. K.

O p p e k tt, 19. Okt. DieOstdeutsche Marge», post" dementiert auf Grund von Informationen die von dem oberschlesischen Nachrichtenbüro vor« breitete Meldung, daß der interalliierten Kommis« ston in Oppeln bereits die Entscheidung übermittelt sei. Nachfragen an zuständiger Stelle Halen er« geben, daß in den Kreisen der interalliierten Kom­mission weder etwas von einer Entscheidung be« kannt ist, noch ein Plan für die Abbesötdetung bet Bosatzungrtruppen besteht. Die interalliiert« Kom:" ,sion ist nach dem Friedensvertrage beroch« tigt, Oberschlesien noch einen Monat nach der Ent« scheidung besetzt zu haften. Man hält es sür wahr« scheinlich, daß die Frist nicht mit der Bekanntgabe der Entscheidung, sondern mit der Durchführung, b. h. nach erfolg, 'r Uebcrgabe ihren Lauf beginnt, und nimmt an, daß zur Aufrechterhaltung der Ord­nung die Rechte des Platzkommandanten erweitert werden. Um die Truppen in den Kasernen kcnzon«. triereit zu können, wurden die militärischen Wachen in den Städten durch Patrouillen der Apo ersetzt

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Urteile von Sachverständigen.

London, 19. Oft. Der Sonderberichterstatter desDaily Chroniclc" in Oppeln meldet: In Oppeln, wo sich zahlreiche wirtschaftliche Sach­verständige befinden, herrsche zum Teil Erstaunen und selbst Entrüstung über die Vorschläge bes Völkerbundsrates zur Teilung Obsrschlesiens. Man hege die schlimmste Befürchtung wegen der wirt­schaftlichen Folgen bet Völkerbundsentscheidung, so­weit biese bekannt sei. Einige Sachverständige seien bet Ansicht, baß. abgesehen von bet Un­gesetzlichkeit bes Völketbunbsvotschlages, bei Erfolg bet Empfehlung bes Vunbes bavon ad- hänge, ob Deutschland mit vollem wirtschaftlichem Sinne mitwirken wolle, was man selbst von Engeln nicht erwarten könne, und ob die Polen bereit feien, mit den verhaßten Feinden in Freundschaft zu- sammenzuwitken. Der Berichterstatter weist darauf hin, baß Polen nicht über geuügenbe Transport­mittel verfüge, um ben Anforderungen bes ihm zugeteilten Gebietes gerecht zu werden. Außerdem würden alle deutschen Beamten, selbst Angestellte, Ingenieure, gelernte Techniker, Offiziere unb Lehret nach unb nach auswanbetn, unb ob­gleich sich vielleicht an ihrer Stelle eine beträchtlich« Zahl französischer Beamter in biesem Gebiete nieberlassen werbe,bavon vetschiebene Mitglkeber bet Oppelner Kommission", so herrsche boch all­gemein bie Ansicht, baß bas oberschlesische Dreieck wirtschaftlich unb kulturell ab st erben werbe. Die Sachvetstänbigen erklären, bie Vorschläge müß­ten entwebet zum Chaos führen, beschleunigt burch beutsche passive Resistenz, ober bazu, baß Polen burch Deutschlaub gezwungen werbe, einen betartigen Wirtschaftsvertrag mit ihm abzuschlle- tzen, burch ben bie politischen Zwecke, bie bet ur­sprünglichen Absicht, Oberschlesien von Deutschland weazureißen, zugrunbe liegen, hinfällig werden.

B e u t h e n, IS. Okt. In der gestern hier abae« haltenen Sitzung der Handelskannner sprach der ®e* Heime Bergrat Dr. Williges über die wirtschaft­lichen Folgen der Genfer Entscheidung. Er sagte tt a.: Da die gegenwärtigen Verhältnisse sechs Monate lang bestehen bleiben, ist uns Zeit zur Sammlung gegeben. Der Absatz an Stetukohlen wird in den abzutretenden Gebieten fast ganz unmöglich fein, da die Kohlenver­wendung bei der Industrie erst in den Anfängen steckt. Die umfangreichen Zölle auf Materialien und Ma­schinen werden die Entwickelung auch weiter hemmen. Die Zinkindustrie geht für Deutschland verloren, und die Eisenindustrie geht ihrem Ruin entgegen. MU dem Niedergang der Industrie wird die Zahl der Arbeitslosen wachsen, bei welchen Ernährungs« schwierigkeiten eintreten werden. Während auf der einen Seile Verluste in der Handelsbilanz entstehen, wird auf der anderen Seite der B ol s ch c w i s m u 8 zunehmen. Oberschlesien verliert 90 Prozent seiner Industrie und Deutschland 42 Prozent sei­nes gesamten Sohlenreichtums, wodurch es Deutschland unmöglich sein wird, die ReparationS- kohlen zu liefern. Diese Lieferungsmöglichkeiien tft gleichbedeutend mit dem Zusammenbruch des Westens. Außer dem großen Verluste an Produk« libstoffcn wird Mitteleuropa und die Welt durch di« Abtretung von Teilen Oberschlestens an Polen auch weitere Verluste erleiden, da sich der Absatz nach Ober- schlesicn wesentlich verringern wird. Deimoch mutz man dem Schicksal ruhig ins Auge schauen, denn dte Treue müsie auch über die Grenze hinaus loyal ge­halten werden.

Englische Befürchtungen. ' s

Löndon. 19. Okt. Der Berliner DerichterKüW des ,Taily Chroniclc' schreibt zum Sturz der be* 'Heu Martz, wenn der grotze Krach komme, so fei beHt