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Die rote Mehrheit in Vertin beteiligt.

Set WWIoMlt Wlnloli.

Berlin, 17. Ott. Das vorläufige Gesamtwahl­ergebnis für die einzelnen Parteien bringt folgende Stimmenzahlen:

Deutfchnationale Volkspartel

Deutsche Volkspartel

299 860 (1920 188 203)

255 266 (1920 292 080)

Zentrum

61 249 (1920 61 441)

Wtrtschaftspartet Teutschsoziale

83 531 (1920 59 770)

12 588

Demokraten

122 623 (1920 116747)

Sozialdemokraten

339 947 (1920 283 495)

Unabhängige Kommunisten Zersplittert

318 206 (1920 633 606)

157 013

2 718

DerLokalanz." fasst das Ergebnis der Berliner Stadt­verordnetenwahlen dahin zusammen, daß 840 317 nicht- sozialistische, 767 708 sozialistischen Stimmen gegenüber- stehen. Aus dem Ergebnis errechnet daS Blatt 116 bürgerliche Stadtverordnete gegen 106 sozialistische (bis jetzt 100 gegen 125). DerBoss. Zeitung" zufolge wurden insgesamt 815 000 Stimmen für die biä sozia­listischen Parteien und 842 000 für di« übrigen Frak­tionen abgegeben.

DerBortvärtS" gesteht ein, daß die politische Ar­beiterbewegung in Groß-Berlin durch die Stadtverord- netenwablen eine schwere Niederlage erlitten habe. Das Blatt schreibt: DaS Bürgertum erreichte, woran zu denken zu Bebels und Singers Zeit beinahe eine Lächerlichkeit tvar: Berlin. DaSrote Berlin" hat keine sozialdeurokratische Mehrheit mehr. DerLok.- Anz." weist auf das starke Anwachsen der Deutsch- nationalen Bvlkspartei bin und nennt es ein Zeichen der Zeit, txrS den Regierenden allerorten in den deutschen Sattheit zu denken geben sollte.

Berlin, 17. Oft. Nach den vorläufigen amtlichen Berechnungen wurden bei den Stadtverordnetenwahlen abgegeben:

In den Wahlkreisen 16, die das Innere Berlins umfassen, insgesamt 860 518 Stimmen: davon entfallen auf die Sozialdemokratische Partei 180 107, die U. S. P. 192664, die K. P. D. 93 074, die Deutfchnationale Volks- Partei 104 742, die Deutsche Volkspartei 108 491, die Demokratische Partei 55 224, das Zentrum 33 641, dir Wirtschaftspartei 42 217 und die Teutschsoziale Partei 1358. In dem Wahlkreis Charlotteuburg wurden ins­gesamt 128 766 Stimmen abgegeben, davon für die SPD. 21659, die U. S. P. 16 273, die K.P.D. 6747, die Deutschnationalen 24 436, die Deutsche BolkS- pc-rtei 26128, die Demokraten 15 899, das Zentrum 4619, die Wirtschaftspartei 6665, die Teutschsozialcn 132 und die drutschnationale Wählerschaft (eine Svndergruppe) 5978. In dem Wahlkreis 12 (Neukölln) wurden ins­gesamt 122 523 Stimmen abgegeben. Davon entfallen auf die S. P. D. 34 224, die U. S. P. 29127, die K. P. D. 26 953, die Deutschnationalen 14 186, die Deutsche VolkZ- piartei 11951, die Demokraten 5492, das Zentrum 3294, die Wirtschaftspartei 6836 und den deutschsozialen Wahlverrin 219.

Der sozialistische Magistrat bleibt.

lieber die zukünftige Koalitionsbildung im Berliner Stadtparlament sagt dieVoss. Zeitg.", da eine Linksmehrheit nach der Wahl nicht mehr in Frage kommt, dürste eine Mehrheit der Mitte das Gegebene sein, die ähnlich der geplanten Koalition in Reich und Staat

di« Mehrheitssoziakisten, die Demokraten, daS Zentrum unb die Deutsche Volkspartei, vielleicht auch die Wirt- schastSpartei umfassen wirt». Eine starke Umformung des Magistrats ist jedoch auf ein Jahrzehnt hinaus dadurch unmöglich, daß die besoldeten Mitglieder auf zwölf Jahre gewählt und nur acht Plätze unbesolvcter Stadträte und die entsprechenden Bosten in den Bezirken auf Grund der Wahlen neu zu besetzen sind.

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Die Berliner Stadtverordnete!!wählen haben eine weit über die Reichshauptstadt hinausreichende Be­deutung. Schon bk ungeheuere Masse der Einwohner mit etwa 41/, Millionen und der Wahlberechtigten mit etwa 2VZ bis 3 Millionen gibt ein Spiegelbild über das Ausmaß dieser Wahlhandlung. Dazu kommt, daß in Berlin als dem Ätze der Politik auch die jeweiligen politischen Strömungen einen ganz besonders ausgeprägten Charakter tragen. Schließlich ist zu be- acksten, daß bei der Eigenart der hentigen BerhMuis- wahh bei der nicht mehr der Abgeordnete, sondern die Partei als solche im Vordergründe des Interesses steht, eine solche Wahl allgemeinpolitisch von einem besov- deren Gewicht fehl muß.

Die stärkstem Gewinne haben d'r Deutsch- nationalen davon getragen. Ihre Stimmenzisfer hat sich gegenüber der letzten Wahl um über 100 000 vermehrt. Einen beträchtlichen Verlust mußte die Deutsche Volkspartei buchen. Die ihr verloren ge­gangenen ettva 25000 Stimmen sind restlos den Deutschnationalen zugute gekommen. Der übrige Ge­winn von etwa 80 000 Stimmen für die Deutsch­nationalen erklärt sich einmal dadurch, daß die Partei der Nichtwähler mobilisiert worden war, zum andern konnte man aber auch die überaus bemerkenswerte Feststellung machen, daß gerade in den arbeitet- reichsten Vierteln Berlins die Stimmen der Deutschnationalen «rheblichzu nahmen, während die der Unabhängigen und der Kommunisten in fast genau dem gleichen Maße zurückgingen. Diese brachten in einzelnen Stadtbezirken noch nicht ein­mal die Hälfte der Stimmen von ehedem auf. Die Mehrheitssozialdemokraten, ebenso die Demokraten haben einen steinen Zuwachs zu verzeichnen. Die Berliner Wahlen ; daß die Hetze gegen Rechts, die als Ausfluß, der .'irthschen Politik in den letzten Wochen betrieben wurde und auch in Berlin vielfach in wüstem Terror ausartete, von der Dentschnationaleu Volkspartei abgeglitten ist. Die Wähler haben ihr die Gefolgschaft deshalb nicht versagt.

Die Wahlbeteiligung ,die Juni 1921 im Durch­schnitt kaum 50 Proz. war, hat sich diesmal ans etwa 65 Proz. gehoben. Aber noch blieben min­destens 7 00000 Wähler zu Hause! Wenn auch die rote Mehrheit in Bcriin beseitigt ist, so bat immer noch ein großer Teil der nichtsozia­listischen Kreise durch Fernbleiben von der Wahl bewiesen, daß er keineswegs über das Maß po­litischer Reife verfügt, durch das allein ein Herauskommen aus den jetzigen Verhältnissen mög­lich ist.

Nach Verlautbarung aus volksparteilichen Kreisen sei eine Einigung darüber erzielt worden, datz Dr. Wirth gehe und datz der verbreiterten Koalition nichts mehr im Wege stehe. Die Möglichkeit eines sozialdemokratischen Reichskanzlers trete politisch in den Vordergrund. Man nennt den Reichstagspräst- denten L ö b e und Hermann Müller. Einmütig­keit herrsche darüber, datz die Deutsche Volkspartei auf keinen Fall in eine Koalition hineingehen könne, die die Signatur Dr. Wirths trägt. Matzgebend für diesen Stimmungsumfchwnng sei in gewissem Sinne der Fall Stabiler, besonders aber die Berliner Stadtvcrordnetenwahlen, die »eine Niederlage der Wtrlhschcn Innenpolitik bedeuten.

Donnerstag Reichstagssitzung.

Berlin, 17. Ost. Die nächste Sitzung des Reichs­tages ist für den 20. Ostober in Aussicht genommen. Die Mitglieder des Reichstags Wersen gebeten, sich an diesem Tage in Berlin einzufinden. Der Zntpunst des Beginns der Vollsitzung toitb noch bekauntgegeben. Am Donnerstag finben ferner eine Sitzung des Aeltestenrates und Sitzungen verschiedener Frak­tionen statt.

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Der. verurteilte Finanzminister.

Berlin, 17. Ost. Vor detn LandgerichtI ist heute der Prozeß zwischen dcm preußischen Finanz- Minister und dem Prinzen Friedrich Leopold ent» schkdrn werden. Ter Finanzminist-cr hatte das Ver­mögen des Prinzen b.schlrgnahmt und die Ei.:nahmen gefpcrtr. Tiefer sah sich genötigt, seinen Besitz, sowie sein Mobiliar in Lugano zu verpfänden. Es war dann

in Lugano der Vertrag abgrschlrs e.i worden, wonach ter Finanzminister die aufg lauseuen Schulden be­zahlte, die Pfandstüäe und Hypotheken dcm deutschen Gesandten in Bern in Berwahrung gegeben wurden. Im Verfolg nnier Differmten drohte der Finauz- min ffer mit dem sofortigen Verkauf der verpfändeten Gegenstände. In der heutg n Verhandlung zog der Vertreter des Justizministers bi: Tr Hang zurück. Tas Gericht verurteilte den Finanzmiuister, anzuerkenuen, daß der Vertrag von dem Prinzen nicht verletzt worden se-, qr also kein Recht habe, den angedrohten Verkauf der Pfandstücke vorzunehmen. Tie Kosten wurden dem Finanzmiuister auf.rt gi.

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Begnadigungen im Jahr 1920.

Berlin, 17. Oft. Tem Reichstag ist die durch seine Entschließung v-m 26. Februar gewünschte Sta­tistik über das Ergebnis der Prüfung von Gnadenge­suchen, wofür die Zuständigkeit des Reiches gegelru ist, nunmehr zugegangen. Nach einer Zusammenstellung Hut der Reichspräsident im Rechnungsjahr 1920 über ins­gesamt 6090 Gnadengesuche entschieden. Davon betreffen 4113 Fälle Urteile militärischer Gerichte, 1977 Urteile ziviler Gerichte, des Reichsgerichts und außerordent­licher Gerichte. Bon ersteren wurden in 2526 Fällen Gnadenerweis (Straferlaß, bedingter Straferlaß, Kür­zung der Strafdauer, Umivandlung in mildere Strafarten, Wegfall von Nebenstrasen) ausgesprochen. In 1587 Fällen erfolgte die Ablehnung des Gnadengesuchs. Bon den Fällen der bürgerlichen Gerichte betrafen 30 Urteile das Reichsgericht, davon wurden neun durch Gnaden- cüvkiS, .21 durch Ablehnung erledigt. 1947 Gesuche bezogen sich aus Urteile der außerordentlichen Gerichte;

Rmr Sirs!

Wenn Deutschland den oberschlesischen Jndustriebezirk verliert, so ist damit m'cht nur ein schmählicher Raab deutschen Landes und deutscher Volksgenossen vollendet!. ES ist auch der Quelle deutscher Kraft und Wiederer- starkung ein Zufluß obgeschmtten, ohne den es für immer schwach und ohnmächtig bleiben müßen. Das deutsche Volk wird immer mehr auf einen .Hungerboden zurück- geworsen, der es von der Gnade des Auslands ab­hängig macht. Zu diesem Zweck bat man uns die Kolonien geraubt, zu diesem Zweck den deullchen Reichs­körper an allen Seiten verstümmelt, zu diesem Zwecke trennt man jetzt die oberschlesische Lebensader vom beut- scheu Wirtschastswrper ab.

Es ist leider richtig, daß wir keine Machtmittel haben, mit denen wir uns zur Wehr setzen können. Aber lm'r wären des Helotensckicksalr wert, das Frankreich und seine Helfers Helfer uns bereiten wollen, wenn wir nicht auch ohne Machtmittel versuchen wollten, unser Letztes gegen die uiederträchtige Vergewaltigung Ober­schlesiens zu «vagen. Wir stehen nicht ganz so ohn­mächtig da. In Oberschlesien herrscht die hellste Em­pörung über die Berschacherung von Land und Menschen, von deutschem Boden, von deutschem Blut an einen ver­rotteten Staat. Das moralische Verdikt einer unpar­teiischen Welt muß diesen Schacher umso schärfer treffen, als er das Brandnml eines schamlosen Bertrags-» b r u ch c s an sich trägt. Es ist kein Zweifel, daß die Zersetzung Oberschlesirns unter dem Deckmantel einer wirtschaftlichen Einheit dem Buchstaben und dem Geiste des Versailler Vertrags zuwiderläuft. Sollte da« als Plattform nicht genügen, um zunächst einmal bk; moralische Offensive gegen den Schiedsspruch des Völkerbundsrates meftunebmen? Der Reichstag darf die Genfer Entscheidung nicht sLickialsergeben über sich ergehen lassen, sondern muß sie als Fehdehandschuh auf» nehmen und gegen die geschlossene Front der Verbündete« in die Schranke treten. Erweist er sich in dieser Schick» salsstunde als die wirkliche deutsche Vollsvertretung, bk dem Feiudbund die Rechtsbeugung und die Vertrags» Verletzung, die er an Oberichlesien begeht, in das Gesicht 'chleudert, so hat er als Wortführer eines 60 Millionen- Volkes eine Position, von der ihn auch der Arm der waffengewaltigen Verbündeten nicht herobschleudern kann.

Freilich wird er mit dem Protest allein nicht weiterkommen. Er muß auch den Mut haben, dem äußeren Druck der Gegner Stand zu Hal» te n. Das bedeutet einen neuen Kurs. Bisher war die deutsche Regierungskunst darauf eingestellt, zu jedem Machtwort der Verbündeten ja zu sagen und alles zu tun, was sie verlangten. Mit diesem Programm muß in demselben Augenblick ein Ende gemacht werden, in dem btt Männer, die es vertreten, vom Schauplatz abtreten. Der neue Kurs muß ein anderes Ziel haben. Der Raub an Oberschlesien und die Ersüllungsvolitik vertragen sich uicht miteinander. Die rechte Antwort auf die Zer­stückelung Obcrschlcsiens ist die Kündigung be8 Ultimatums. Nur auf diese Weise wird dem Feind» bund zu Bewußtseiu kommen, daß seiner Gewalt Gren» zen gesetzt sind. Bleibt die deutsche Politik in diesem Kurse fest, läßt sie sich auch durch Drohungen und Re­pressalien nicht schrecken, so hat sie alle Aussicht, aus der obcrschlesischeu Entscheidung einen Wendepunkt der internationalen Politik zu machen. Dann ist es auch möglich, daß aus dem Spiel des englisch-französischen Interessengegensatzes einmal Ernst wird. Tenn nur,, wenn wir uns selber helfen, helfen uns vielleicht auch andere. . i . ,. . .

Eli MMkWWmrMlte

Wirtschaftliche Einheti nach politischer Zerreißung nicht möglich.

r* Berlin, 17. Okt. Tie Genfer Entscheidung in der oberschlcsifchen Frage kommt p o k i t i f ch auf eine Zerreißung des obcrschlesischeu Gebiets hinaus, (riuc solch« Trennung ist allerdings ja auch beabsich-! tigr, wirtschaftlich aber soll eine Einheit oder doch wenigstens eine gcmcinschastliche Basis geschaffen^ werden. Offenbar geht man dabei von dem Gedan­ken ans, das was man politisch gesündigt hat, auf der anderen Seite ivlcber gut zu machen. Eine der­artige, allen realpolitischcu Voraussetzungen und Not- wendigkciten hohusprecheude »Ordnung" wird sich; aber in der Praxis nicht durchführen lassen. Die! politische Grenze im oberschlesischen Industrie-Gebiet wird wirtschaftlich einer Zoll-Linie gleichkommen. Schon damit ist zum Ausdruck gebracht, daß von der! Schaffung einer Wirtschafts-Einheit garniÄt die Red« feilt kann. Man konstruiert zwei sich gegenüberstehende; Wirtfchastslörper, von denen man zwar wünschen möchte, daß sie eilte Wirtschaftseinheit bilden, zeri hackt sie aber im gleichen Augenblick wieder durch Eine Zollgrenze. Bei den viel besseren wirtschaftlichen! und sozialen ArbEitsbedingungen der dENtschEN In­dustrie, denen gegenüber die polnische Industrie nicht konkurrieren kann, iuirb sich Polen durch die Erhebung von Zollabgaben schadlos halten ivollen. Damit ist aber wiederum die Vorbedingung einer 1:: : ':aft5N Einheit verlassen. Aber noch Weiteres ist zu £.;äentcns Bei dem wirtschaftlichen unb kulturellen Ucbcrgcwich^ der deutschen Arbeiterschaft werden die im polnischen Gebiet arbeitenden Kräfte nach Teutschland hinüber- drätigEU. Tie polnische Industrie wird daw.ft eins weitere schwere Einbuße und eine starke Hemmung tq ihrer Entwicklung erfahren. Es wird so gut tote mv möglich fein, etwa für bitte durch die politische Stau,

in 290 Fällen wurde ein Gnadenerweis abgelehnt, in! 963 ein Gnadenerweis ausgesprochen. 694 Fälle erledig» te» sich durch bas Amnesuege>e- vom 4. August 1920;

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DieOberhejstsche Zeitung' erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 6 SRt, durch die Post 6.15 Mk. Für ausfallende Nummern infolge Streiks ooet etementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag von Dr. E.Hitzeroth. Druck der Univ.-Buchdruckerei von Job. Ang. Koch, Markt 21.23 kkeinsprecher 55, Post­scheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

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Ergebnislose SUinng des ReiÄstagSanSschtiffcs.

Berlin, 18. Okt. Wie derVorwärts" mitteilt $ bk gestrige Sitzung des iniersraktioncllen Reichs- ^Lsausschusses ergebnislos veilaufen. Tic ^crc.ge der Rücktritts des Kabiiietts wurde uicht gc- M nnd in Steuerfrage konnte k i.i Fc-uschriii ^rielt toöbr«, da bestimmte Nachrichten über die rp ^93{t Krröichftfe dec Jndustrir nicht Vorlagen.

Neutrale Kritiken.

Madrid , 17. Okt. Das BlattA.B.C." bringt röten scharfen Leitaufsatz über Oberschlesien. Die Entscheidung de? Völkerbundsrats widerspreche der Kernt Willenskundgebung Obcrschlcsiens und bedeute einen Gewaltakt. Oberschlesien werde zerstückelt ebne Rücksicht auf Gerechtigkeit und Vernunft zum kchaden Europas, das einer besseren Ausnutzung des Herschlesischen Reichtums bedürfe, um die durch den ffrieg verursachten Schäden wieder gut zu machen, »er durch diejenigen hervorgerusen worden sei, welche heute weiter rüsteten und neue Katastrophen vorbe­reiteten.

Kopenhagen, 17. Okt.E-ir-blabet" schr'cht pir oberschlesischen Frage, die. Enlschc'bnng des Volker- öttnbes bedeute den Höhepunkt einer Reihe welt­politischer Torheiten, die sich auf dem sumpfigen ßmittbe des Versailler Friedens aufbauten. Europa tonbe niemals in Frieden kommen. Es stehe fest, daß dies Frankreichs Werk ish um Deutschland im Herzen zu treffen und zu unter drücken. Dies

ssmx'.ti» jki mörderisch für Deutschland, aber nicht mörderischer ">i t-393 ti? für Frankreich selbst und das ganze europäische

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Kundgebungen und Proteste.

t'etii... 17. Oki. Der Kysshauserbund hat bei kr Rnchsregierung eilten Protest erhoben, in dem ft als Vertreter von 2Vr Millionen ehemaliger deutscher koldaten Einspruch gegen die Vergewaltigung deutschen Landes erhebt, da durch die Entscheidung 90 000 seiner Veientskamn ' in Oberschlesien unter fremdes Joch zc roten w?

K ö n i g s h ü t t e, 17. Okt. Der Verband der ober» ftstcsijchen Presse hat an den Reichskanzler ein Tele­gramm gerichtet, in., dem er den Reichskanzler bittet »ft den geeigneten Wttcln dahin zu wirken, daß die Freiheit der deutschen Presse in den polnisch wer­denden Teilen Oberschlesiens durch internationale Ab- Btarfiitngen garantiert wird.

Der Kaufmännische Verein, der Verein katholischer Kaufleute, der Gesamtverband deutscher Angestellten- »ewerrfchafteu, die deutschen Mitglieder des Magistrats mid die Stadtverordiieteuversammlung haben sich in Telegrammen an die Ministerpräsidenten Englands End Italiens und an den Obersten Rat gegen die Zn- dilung von Königshütte an Polen gewandt. Alle Telc- tzramme betonen, daß die 80000 Einwohner zählende dicht mit Dreiviertelmehrheit für Deutschland stimmte. Die kaufmännischen Vereine weisen auf den wirtschaft­lichen Zusammenhang der Stabt mit den Stadt- und Landkreisen Beuthen unb Gleiwitz hin, sodaß die Kauf- »annschaft bei der Abtrennung dem völligen Ruin rvtgcgengehen müßte. Die Griverkschaften lehnen die vw.atürliche gewaltsame Ablösung ab. Magistrat und Stadtverordnete warnen in letzter Stunde, die bisher >wsterhaft ruhige Arbeiterschaft zur Verzweiflung zu treiben.

Weitere Protestkundgebungen werden aus Königs- ktg gemeldet. Ein Protesttelcaramm an den Reichs- ^nzler sandte u. a. die Landwirtschastskcnniner in Bresla«.

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'} Erft heute Sitzung der Botfchasterkonferenz.

r Paris, 17. Oft. Die Sitzung der Botschafter- gtznferenz, die sich' heute Nachmittag mit dem Bölker- ratsbeschluß in der oberschlesischen Frage befassen sollte, $ auf Mittwoch vertagt worden. Es soll vorher noch eine juristische Prüfung der Frage vor« ^nommen werden.

London, 17. Okt. Wie Reuter erfährt, hat der jkoischafterrat noch keine Mitteilung an Deutschland unb Polen bezüglich der neuen schlesischen Grenze ergehen lassen. Es kann keine Rede davon sein, die knteiitetruppen zurüzuziehen, ehe nicht eine Kommission in Ort und ©teile die neue Grenzlinie festgelccst hat. Dies kann vielleicht eine Verzögerung von eini­gen Wochen bedeuten. , $. -

Amtliches Verkündigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhesfifche) Oberhessm

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