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M Nmüiches Derkündigungsdtatt des Kreyes Mraöurg.

Anzeiger für (das früher kurhefstfche) Oberheffen

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Wf 24t) elementarer Ereignisie kein Eriatz. Verlag von Dr. C.Hiheroth. Druck der /»* Untv^Buchdruckerei von Job. Aug. «och, Markt 2123 Fernsprecher 55, Potz.

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Dl«Oberhessische Zeituni' erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 6 Mk durch die Post 6.15 Mk. Für ausfallende Nummern infolge Streiks ooer

Marburg Mig, iti 17. Mi »ilbhardt.

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1921

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j'r M« nicht anders zu erwarten war, hat England 'je Entscheidung des Völkerbundsrates zugejiiinmt, auch fcr französischen Forderung nachgegeben, daß nicht yjt noch der Oberste Rat die Genfer Entscheidung Kcrpküsen soll, sondern daß sie einfach der Bvtschafter- pt als die des Obersten Rates bekanntgibt. Nur Mperbesserliche Utopisten und Optimisten, deren cs ^glücklicherweise in Deutschland noch immer in großer M gibt, konnten auf Englands Einspruch zugunsten Deutschlands zählen, selbst, obwohl England sich ver­nichtet hatte, den Spruch des Völkerbundsrates anzu- prhmen. Wenn man auf England reechnete, mußte sich die deutsche Politik viel früher und in ganz anderer DKise darauf einstelleu. Mit verspäteten Botschafter* besuchen war natürlich nichts zu erreichen, als sich tloßzustellen. England hat (aus seht nicht näher |i erörternden Gründen) die Entscheidung von Genf pt der seinen gemacht, dieser Tatsache heißt es fetzt b? Gesicht schauen. Wenn verschiedentlich scharfe pglische Kritiken an Methode und Beschluß des Dölkeroundsrates laut werden, darf man ihnen kein tfjn großes Gewicht beilegen, sie vielmehr als dip:o- vslische Geste ohne praktische Bedeutung bewerten, fr eine Kritik desDail yChronicle", die besagt: i Man hätte erwarten können, daß Schiedsrichter von «erkanntem Rus und Erfahrung gewählt werden würden, tie mit der Behandlung des großen europäischen Prob- fer» vertraut seien. Diese Verhandlungen hätten ö f f e nt- lich sein können, damit die gesamte Welt sie beurteilen Mute. Man hätte an Ort und Stelle in Oöerschlcsien Net der Volksabstimmung und der Lage Fühlung «ehmcn müssen, dann hätten die Vorschläge dem Wlkeröundsrat unterbreitet werden sollen. Der Völker- krchsmt hätte dann noch sehr, gut dir Regierungen, aus te schließlich die Aufgabe der Anwendung der Lösung feile, bezüglich ihrer Ansichten über die politische Dnrch- fthrnng der vorgeschlagenen Lösung befragen können. Kn auf diese Weise erzielter Beschluß würde, soweit dies ttrnschenmöglich sei, gegen einen Mißerfolg gesichert ge- dcsen seien. Damit wäre ein Problem, da» vielleicht Krieg oder Frieden in Europa bedeute, bestimmt jedoch tat gesamten Wiederaufbau Europas berührt, in an- tanessenrr Weise und vor den Augen der Welt geregelt Kuden. Tatsächlich habe jedoch der Völkerbundsrat Ht Verantwortung einem Unterausschuß von Vertretern Nn Nationen zweiter Ordnung überwiesen, den denen zwei nichteurvpäisch und einer asiatisch geioesen K Die Mitglieder dieses Ausschusses könnten kaum üfer ta Erfahrung und Betätigung verfügt haben, die Kr die riesige ihm auferlcgte Arbeit notwendig gewesen H Außerdem sei die gesamte große Menge von Bcw.is- Kiterial, das zur Verfügung gestanden habe, n n b e a ch - irr gelassen worden. Die Sachverständigen seien nicht Märt worden. Manchabe den Deutschen und den Polen Nicht erlaubt, ihren Standpunkt darzulcgcn und im Kreuzverhör vernommen zu werden. Der Hanptgegen- kend des Probleins sei die Frage der Teilbarkeit beziv. »steilbarkeit des Industriegebietes gewesen. Diese zu tttscheiden, bedeute alles zu entscheiden. Diese kritische, «Les überragende Frage sei von dem Unterausschuß Niederum einem geheimen Unterausschuß übergeben wor- tai. von dem man jetzt zum crsteumalc höre und der **) einem Deutschschweizer und einem Tschechoslowaken takandcn habe, von denen beide bisher unbekannt taoesen seien. Der Kritiker fragt, ob in Anbetracht der Anschläge, daß die deutsche Mark in den Polen zu- tavieseuen Gebieten. weiter Geltung haben sollte, die tatsche Reichsbank in dieser Frage gehört worden Ik. denn schließlich handele es, sich Leichsbänknoten ta> Ivie könne der Strom deutschen Geldes und deut- Mr Werte in ausländisches Gebiet behindert werden? «vordem seien die Verbündeten bezw. der Völkerbund tah dem Friedensvertrag nur befugt gewesen, die «rnze zwischen Polen und Deutschland fcstzulegen. Die talschastlichen Vorschläge des Bölkerbundsrats seien Eißerhalb des Friedensvertragcs, die Ver- taideten hätten nicht die Vollmacht, sie zu er» Ito in gen.

Hie: berührt der englische Kritiker den Kern- hin ft des Problems: Wie aus an anderer Stelle tadcrgegebenen Meldungen hervorgcht, muß Hinsicht- ta der Durchführung des Genf« Spruches zwischen politischen Teilung des Industriegebiets und

et Wirtschaftsplänen unterschieden werden, dem Versailler Vertrag sollten die Verbündeten

Nit r über die Zuteilung Obeerschlrsiens an Deutschland Polen entscheiden. (Die Westm ächte bchaupten, tach eine Teilung lasse sich nach dem Versailler Derrrag rechtfertigen. Die in Genf vorgeschlagene und Nu den Verbündeten ang^Mincene wirtschaft- »ich e Regelung kann nuWstien beiden Parteien k»pfählen, nicht auferlegt werben. Deutschland Ni Polen sollen sich darüber verständigen. Daß Ns sehr schwer, vielleicht unmög lich sein wird, Kkgt mrf der .Hand. In Frankreich befürchtet man Mw, daß Pole» in einem solchen Abkommen, wenn -I den Genfer Vorschlägen entspreche, zu schlecht ab- Mneiden werde. So mißfällt eS Perttnar imEcho N Paris" durchaus, daß das industrielle Oberschlesien Wne deutsche Organisation behalte, und daß in dem D°leq übettragenen Lande die wirtschaftliche Ooer- Nheit des Deutschen Reiches keineswegs, d«M die

Sie MIWnloOr« iüt die genfer MM.

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London, 15. Okt. Reuter verbreitet folgende Mitteilung: Die Botschafterkonferenz wurde mit der Veröffentlichung der Empfehlungen des VÄker- bundsrates bezüglich Oüerschlesiens, die jetzt die Zu­stimm u n g der britischen Negierung erhielten, beiraut. Dieselbe Körperschaft wird demgemäß die interalliierte Abstimmungskommisiion über das Wesen der Ent- scheidung unterrichten und sie auch der deutschen und der polnischen Regierung zur Kenntnis bringen. Die britische Regierung erkennt an, daß die Regelung sehr gerecht und unparteiisch ist. Wie sie selbst die Empfehlungen ohne Rückfrage und SSebenfen annimmt, so erwartet sie, daß dies von allen beteiligten Par­teien in dem gleichen Sinne geschehen wird.

Paris, 15. Okt. (Havas.) Die Botschafter- konferenz schloß sich in ihrer haltigen Sitzung der. ovm Völkerbundsrat empfohlenen Lösung hinsichtlich der Grenzziehung in Oberschlesien und der wirtschaft- lichen Vereinbarungen, die zwischen Deutschland und Polen getroffen werden sollen, an. Sie wird in ihrer nächsten Sitzung, die auf Moontag festgesetzt wurde, die verschiedenen Einzelheiten zu ihrer Durch­führung prüfen.

Paris, 16. Okt. In einem Bericht über die diplo­matische Lage beschäftigt sich die Havas-Agcntnr mit ben Einzelheiten, die in der gestrigen Sitzung der Bot- schasterkonferenz noch nicht geregelt wurde. Die Eng­länder vertraten den Standpunkt, daß die Lösung von Genf ein unteilba res Ganzes darstelle. DieGrenz- ztehung müsse notwendigerweise zu gleicher Zeit mit oem provisorischen Regime wirtschaftlicher Anpassung verbun­den sein. Wenn auch der Vertrag ben Verbündeten rechl gebe, den beiden (Staaten die territoriale Trennung in Oberschlesien aufzuzwingen, so sei es ihnen doch nicht iiestattet, den gleichen Staaten bicle oder jene politische ober wirtschaftliche Konvention aufznnätioen. Der Ab­schluß eines derartigen Wkommens betreffe nur Polen und Deutschland, die in voller Unabhängigkeit entscheiden müßten. Die englischen Vertreter fragten deshalb, was die Verbündeten tun könnten, wenn eine der beiden Par- teien sich weigern werde, die in Genf anempsoblencn wirtschaftlichen Konventionen abzuschlies-en. Man scheine nach dieser Richtung in London hauptsächlich am guten Willen Polens zu zweifeln. Man frage ferner, off denn die Frage noch offen gelassen werden könne, die, wenn sie noch länger in der Schwebe bleibe, den Welt­frieden in Gefahr bringen würde. FrarzSsticherfeits ant­wortete man hierauf, daß die ßknfet Vorschläge zwei Teile enthalten, die sich ergänzen, die aber von einander unabhängig seien. Der eine betreffe die Grenzabstim­mung und könne Polen und Teittfchland aufgezwungen werden, der andere ein provisorisches wirtschastliches Stegime, das nur auempfohlen werden könnte, da der Vertrag den verbündeten Mächten nicht gestatte, Zwang zur Annahme auszuüben. Aus diesem Grunde schlage man in französischen Kreisen folgendes Verfahren vor: Man benachrichtige Berlin und Warschau formell über die neue Grenzlinie. Nach Artikel 88, Abs. 6, seien oic polnischen und deutschen Behörden verpflichtet, einen Monat nach der Nottsizierung die Verwaltung der znge- sprochenen Grhjeje zu überneymen. Sds bas geschehen, bänn sei die Befugnis der interalliierten Oberhommik- sion beendet. Es wäre bann wünschenswert, daß in diesem Monatslaufe Polen und Deutschland die vom Völkerbund anempfohlenen wirtschaftlichen Konventionen abschlösseu. - Zu diesem Zweck teile man ihnen die Vor­schläge des Völkerbundes mit Die Botschafterbonferenz verpflichte die beiden Regierungen, sofort Bevollmächtigte zum Abschluß der für die Aufrechterhaltung des wirt­schaftlichen Lebens noftvenbigen Abkommen zu ernennen. Warschau und Berlin sollten dann ousgekordert werden, auch ihre Delegierten für die gemischte Berwaltnngs- kommission zu bestimmen. Ter Völkerbund seinerseits werde unverzüglich den Präsidenten neutraler Nationalität

für diese Kommission ernennen. Mit einem Wort, man lappellterr an die Weisheit der beide» Völker, damit sie nach einem gemeinsamen llebereinkommen das Ueber- gangsregime, das die neue Sage verlange, festlegten. Polen könnte sich dieser Verpflichtung nicht entstehen,; da es nach Arttkel 90 des Friedensvertrages die Verpfüch- tung übernommen habe, während der Taner von 15 Jahren ben Export von Bodenerzengnissen ans deni ihm übertragenen Gebieten nach Deutschland zu ge­statten. Durch die Lage der Dinge aber habe Deutsch- 1-ind ein Interesse daran, so wie vorgefchlagen, zu ver-' fahren. Englifcherseits glaube man nicht, daß btt wirt­schaftlichen Abkommen innerhalb eines Monats geschlossen tverden könnten. Ans diesem (Srunbe empfehle man, die Notifizierung der Grenze hinauszuschieben, um erst die deutsch-polnischen wirtschaftlichen Verhandlungen vorzunehmen. Am Montag werde der französische Justi­tiar Framageot der Botschasterkonsevenr seine Beschlüsse rti6er die der polnischen und deutsche» Regierung zu machende Mitteilung vorlegen.

Valfom für die Genfer Beschlüsse.

Englands Sstzimmung zu dem Fehlspruch.

Paris, 15. Okt. Balfour hat in seiner Eigenschaft als englisches Mitglied des Völkerbundsratcs heute nach einer Besprechung mit Lloyd George den Pressevertretern eine Erklärung abgegeben, ans der der Londoner Korre­spondent desTemps" u. a. mitteilt: Balfour wendet sich gegen das Gerücht, das den Bölkerbundsrat als einfaches Werkzeu g des Obersten RateS hingefiellt habe. Man habe gesagt, daß die Entscheidung des Völkerbunds­rates in Wirklichkeit von dem Obersten Rat getroffen: worden sei, daß er nur unter anderem Namen tagte. An einem derartigen Gerücht sei ferne wahre Silbe. Die Regierungen hätte« in Wirklichkeit den Völkerbundsrat völlig sich selbst überlassen, ob sie seine Entscheidung billig­ten oder nicht. Diese sei in Völler Unabhängigkeit ge­troffen worden. Der Sßerfaiter Vertrag schreibe positiv vor, daß als ©rnnbtage der Teilung Oberschlesiens int Rühmen des Möglichen der Wunsch der Bevölke­rung dienen solle und daß dort den bedeutenden in­dustriellen und wirtschaftlichen Fakwren Rechnung ge­tragen werden müsse. Diese beiden Gesichtspunkte gingen ziemlich weit auseinander. Trotzdem könne man sagen, saß der Friedensvertrag die Wünsche der Bevölkerung in die erste und die Bedürfnisse der Industrie in die ztmite Linie gerückt habe. Nach seiner Ueberzrngung toiiibc jeder Engländer, der in Oberschlesien reife, mit Schrecken an die Möglichkeit einer Teilung denken. Gewiß biete diese große Schwierigkeiten. Er glaube aber, daß die getroffenen Anordnungen, auf deren Ausführung der Völkerbundsrat rechne, diese Schwierigkeiten beträcht­lich herabmindern könnten. Mtt ein wenig gesundem Menchenverstand und Vorsicht au? beiden Seiten könnten die deutsche Regierung sowie Polen daS vorgeschlagene Stiftern in Gang bringen. Balfour schloß, wie er höre, beschwerten sich die Deutschen über unaerechte Behandlung. Sie verlangten für sich das Recht, zur Gewalt zu grei­sen. Wenn Deutschland eine derartige Haltung einnehmc, begehe es geradezu Selbstmord. Trotz der Schwierig­keiten und Unvollkommenheiten der vorgcschlagencn- snng könne er nur den Deutschen raten, den ehrlichen Verfi'ch zu machen, sie auszuführen,

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Am Donnerstag Besetzung Obcrschkesiens.

Berlin, 15. Oft. Wie dieVoss. Ztg." crsährt, sind die diplomatischen Kreise in Berlin dahin in­formiert, das; die Verbündeten am Dienstag der deut­schen und der polnischen Regierung die Entscheidung über die Anstellung Oberschlesiens offiziell nolitigieren werden. Gleichzeitig sollen die deutsche und die pol­nische Regierung aufgefordert werden, am Don­nerstag mit der Besetzung und der Bcrwal- tung der ihnen zugesprochenen Gebiete zu beginnen.

Der AelicstcuauSschutz des Reichstages ist für Montag zu einer Sitzung einberufen worden, worin der Termin für das Zusammentrclcn des NcichSlagcs festgesetzt werden soll. DieBoss. Ztg." nimmt an, daß der Reichstag am nächsten Freitag zusammen- trctcit werde.

politische Oberhoheit Polens behindert werde. Es sei deshalb nicht erstaunlich- wenn Polen sich weigere, sich zu einem derartigen von ihm geforderten Ab­kommen herzugeben.

Man sicht, der Genfer Spruch ist wirklich eilte sehr faire" ntuösehr glückliche" Losung des ober» schlesischen Problems (so wuche sie von englischer Seite genannt), mit ivelcher Wirmng, zeigen schon jetzt die Stimmen aus dem unglücklichen Lande, dessen Schicksal die gradlinige Folge der durch die Revolution be­dingte» bentscheu Polittk i?E

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Die Vlosstellung des Völkerbundes

Genf, 11. Okt. In Genfer WLkerbundkrrifrn legt man sich schon Rechenschaft darüber ao, daß der Rat einen schweren Fehler beging, als er die Lin- labuug der Pariser Konferenz annahm und sich zur Erpaitrmg eines Gntachlcss bern erklär'«, r.'tan

fürchtet, daß der Völkerbund sich u n r e t t b a r b l o ß - gestellt hat, daß sein Name so unlösbar mit der oberfchlesischFrage verkettet sei, daß alles, was sich noch' kW diesem unglücklichen Lande ereignen werde, der Zerfall der blühenden Industrie, die Fort­dauer eines den Frieden und die Wohlfahrt zweier Völker bedrohenden Zustandes feindlicher Nachbarschaft, täglich und stündlich den Völkervundrat Lügen strafen wird, ba die Aufgabe bes Völkerbunbes bic Erhaltung bes Friedens sein soll. Man bezweifelt, daß der Bund diese Belastungsprobe ertragen kann, und feinen waren Freunden dämmert es auf, daß viel­leicht die Absicht, den Bund bloßzustellcn, mit» bestimmend war, als man ihm eine der peinlichsten Frage« des Friedensvertrags aufzwaug, eine jener Fragen, die bisher nur ben Siegern Vorbehalten waren.

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Der HauptauLschuii beS Landtages hat sechs Miüi- oncn zur Unterstützung der Ovliaucr Opfer ge- F.-:-

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Kattowitz, 15. Okt. Der Deutsche AusfchuH für Oberschlesien (gez. Lukaschek) hat an den Reich«, kanzler folgendes Telegramm gesandt: Die Partei­führer, Gewerkschaftsführer und die Vertreter sämtlich« Reichsausschüsse ganz Oberschlesiens sind alle darin einig, daß diese Lösung der vberschlesischen Frage dem Friedeusvertrage widerspreche und eine unerhört« Vergewaltigung des vberschlesischen Volkes in seinem Rechte aus dem Abstiinmungsergebnis bedeuten werde. Wir rufen noch einmal das Reich an urS fordern, daß das Reich diese Lösung entschieden ab* lehne. Das deutsche Volkstum darf um keinen Preis aufgegeben werden. D« Gedanke, daß sich das deutsche Volk dieser Entschließung in der falschen Hoffnung fügen würde, mit dieser Fügung vielleicht die erhofst« Mindemng der Reparationslasten zu erhalten, würde die Preisgabe des deutschen VolEtumS im Osten be­deuten. Wir sind gefaßt, daS Schweerste zu tragen, fordern aber auch von unserem teueren Vaterland, daß eS um unseretwillen Hari gegenüber dem harten, unge­rechten Ansinnen deS Bölkervundsraies bleib«.

König-Hütte, 15. Okt. Der JnnungsausfchuV der Stadt KSnigshütte richtete an Lloyd George, fern« oh den italienischen Ministerpräsidenten unb an ben Bölkerbundsrat in Genf folgendes Telegramm:Der unterzeichnete Handwerkerbund legt mit allem Nach­druck gegen die Wsicht, die Stadt KSnigshütte von dem aften Mutterlande Deutschland abtrennen zu wollen, Protest ein. ES ist ei» Wahnsinn, wen» man eine Stadt von über 80000 Einwohnern, die mit über 75 Prozent deutsch gestimmt hat, ohne jede Rücksichtnahme nach Polen verschieben will. Wir können das nicht glauben, halten es «mH nicht für möglich, daß' der Bölkerbundsrat so etwas borge* schlagen habe unb dann rio chbehaupten will, er wolle bi« Wünsche der Bevölkerung ersüllen. Der ober- schlesische Hanbwerker weiß gan zgeuau, daß er nur in einem deutschen OberMeficn seine Existenz finden kann, und daß alles verloren ist, wenn die Pläne deS VölkerbundSrateS zur Wahrheit werden. Wäre nur der Bölkerbundsrat einmal zu uns gekommen unb hätte uns gefragt, dann hätte er einen andere» Eindruck bekomme« und auch anders entschieden. Wir bitten händeringend, noch einmal zu überlegen, was man da tun will und uns zu fragen".

Die Arbeiter wenden sich in einem Aufruf an den Allgemeinen Deutschen Gewerkschaftsbund unb an die Amsterdamer Gewerkschaftsinternationale und fordern auf, es diesmal nicht bei platonischen Protesten zu belassen. In dem Ausruf heißt es:Wir lassen «ns nicht wie eine Herd« Vieh verschachern unb rufen der Entente sowohl wie ben Polen zu:Hände weg von Oberschlesien!"

Aufruf zum AuSharren und Zusammenschluß.

Kattowitz, 15. Okt. Der Deutsche Ausschuß für Oberschlesicn (gez. Dr. Lukaschek) erläßt einen Aufruf an bic Oberschlesier, in dem es heißt: Wir wissen, daß es keinen Oberschlesier gibt, der die Tei- lung des Landes und die Zerreißung uralter Famili.'N- bande wünscht. Eine tiefe Erregung durchzittert daS Land. Lon neuem' sind viele Hunderttaufende Deutscher von der Fremdherrschaft bedroht; wir werden niemals vergessen, daß deutsch unser Empfinden, deutsch unsere Muttererde ist. Unsere schwerste und letzte Pflicht ist es, in unserer vberschlesischen Heimat anszuharren, deren Antlitz wir geformt, deren Wirtschaft wir das Leben gegeben habe». Unser Recht kann man vergewaltigen, weil Deutschland ohn- mächtig ist, aber auch unser schlimmster Feind kann uns nicht unser Volkstum rauben. Ihr alle, die ihr deutsch denkt und fühlt, schließt Euch zusammen,

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