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Um Oberschlesiens Schicksal

zusmnmenst-ht.

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geübt Werden.

4

.Echo de Paris" teilt

Paris, 13. Okt.

der

Dis beutschnationale NeichsiagZsraktion richtete ein Schreiben an den Präsidenten des Reichstags, worin sie diesen ersucht, sofort den Reichstag zu einer Sitzung mit der Tagesordnung Obcrschlesien einzuberusen.

internationalen Hochfinanz, die einem früher deutsch­feindlichen Staat angehört, gab einem Vertreter des Wölfischen Vüws eine Erklärung ab, die sich im wesent­lichen mit den Ansichten von verschiedenen im Wirtschafts­leben stehenden Persönlichkeiten deckt und in bei; cs u. n. beißt:

Das Wichtigste an dem Gutachten des VölkerbundS- rates dürste die Tatsache sein, dass der Rat nicht nur die Nnteiibarkeit des gesamten Gebiets ab lehnte, sondern sich über die wirtschaftlichen und geographischen Momente hinwegsehte. In seiner gestrigen Mitteilung sagt der Rat selbst, daß das Industriegebiet eine untrenn­bare Wirtschaftseinheit bildet, die sich gleichmäßig ent­wickelt habe, und daß die Folgen einer das Industriegebiet zerreißenden Grenze eine wirtschaftliche Katastrophe bedeuten würden. Der Rat hält eilte neue Zollgrenze für unmöglich und glaubt, daß auch, die verschiedenen Ver- waltungszweige keinesfalls zerrissen werden dürfen, und haft die bisherige Währung und die deutschen Gesetze bestehen bleiben müssen. Damit gibt das Gutachten zu, daß d-ie deutsche These von der Unteilbarkeit richtig

Das Urteil rin« ZMMßndW.

Die Unteilbarkeit Oberschlcsiens.

Genf, 13. Okt. Eine bedeutende Persönlichkeit

mit, daß zwischen'der englischen und französischen Regierung seit einigen Tagen über die Prozedur verhandelt werde, die angewrndet werden müßte, um die Empfehlung des Völkerbundsrates inbe- treff der Teilung und des Regimes Oberschlcsiens ins Werk zu setzen. Die beiden Regierungen seien noch nicht vollkommen einig. Auf englischer Seite scheine man zu behaupten, daß nurderOberste Rat berechtigt sei, die Mitteilung von Genf in Empfang zu nehmen und mit Hilfe des Friedcns- vertrages zu interpretieren. Die französische Regie­rung im Gegenteil glaube, daß die Empfehlung von Genf ohne jede Genehmigung und ohne jede wei­tere Form ausgeführt werden müße. Andererseits scheine es, daß die lebhafte Aussprache der letzten Tage, die in Genf stattgefunden habe, sich nicht auf die Grenzfestsetzung, die seit langem festgcstellt sei, bezogen habe, sondern auf die Maßnahmen, die ergriffen werdem sollen, um die wirtschaftliche Ein­heit Oberschlesiens aufrecht zu erhalten.

Marburg gttitoi, den 14. Wb« Silbhardt.

Mteiim Des tzMte«; an den SbnM M

* Sittesehr faire« Lösung.

London, 13. Okt. Ein von Balfour aus Genf eingegangenes Telegramm meldet, daß der Völkerbundrat die Empfehlung des Ausschußes überOberschlefien angenommen Hat,deren-tejf den Verbündeten mitgeteilt wird. Die Angaoen über die Empfehlung besagen, daß der Völkerbund einesehr faire Lösung" getroffen zu haben scheine, indem er das Gebiet gemäß dem Ergebnis der Volksabstimmung teilte, während entscheidende Vereinbarungen getroffen wurden, um die wirt­schaftliche Wohlfahrt des in Frage kommenden Ge­nets zu gewährleisten. Die Schlußansicht der ver­bündeten Regierungen muß bis zum Erhalt des Textes abgewartet werden, doch muß daran erinnert werden, daß die Mächte sie verpflichteten, die Entscheidung a n z u n e h m e n. Dies schließt durchaus nicht die Möglichkeit aus, daß einer oder alle Verbündeten Bemerkungen dazu Vorbringen sobald die Entscheidung bekannt gegeben wird. Es wird erwartet, daß Deutschland und Polen sie voll­kommen loyal annehmen. Der Oberste Rat wird sich nicht im Geringsten durch irgendeinen Versuch der einen oder anderen Seite, Abänderungen zu er­halten, in seiner Haltung beirren lassen.

Paris, 13. Okt. Wie die Havasagentur mit­teilt, hat Ministerpräsident V r i a n d als Vor­sitzender des Obersten Rates heute Vormittag durch einen Sonderkurier des Völkerbundes die am Mitt­woch vom Völkerbundsrat gutgcheißene Empfeh­lung hinsichtlich der Teilung Oberschlesiens im Wortlaut erhalten. Briand hat dieses Dokument alsbald den verbündeten Regierungen mitteilen lassen, und zwar durch Vermittelung ihrer Bot­schafter, damit die Maßnahmen zur Ausführung dieser Empfehlung entsprechend den Beschlüsien der letzten Pariser Konferenz getroffen werden können.

Paris, 13. Okt, Wie derMatin" aus Lon­don meldet, wird im Laufe der nächsten oder über­nächsten Woche der O b e r st e R a t in London zu­sammentreten, um die Entscheidung des Völker­bundsrates inbetreff Oberschlesien zu erörtern.

Die englisch-französischen Meinungsverschieden­heiten.

dem Zusammenbruch her Mthschen Politik.

r* Berlin, 13. Okt. Es bedarf keines weiteren Nachweises dafür, daß alle die Vorbereitungen des ! Kabinetts Wirchs für die Erfüllung des Ultimatums j sofort in sich zusammenbrechen »Arbeit, wenn ihnen die oberschlesische Grundlage genommen wird. Leistun- j$cn und Verpflichtungen für etwas zu übernehmen, idon dem man ganz bestimmt weiß, daß auch der versuch ihrer Erfüllung von vornherein zum Scheitern verurteilt ist, kann niemand verlangen und noch weniger erzwingen. Darum sind die Kre'oitvcrhändlungen, die ,fcn besten Flusse waren, bis auf weiteres vertagt werden. Und cs ist bezeichnend für den Ernst der Lage, daß diejenigen Auslandskreisc, die bereit waren, der deutschen.Industrie Privat-Krrdite zu Gunsten d-r -Devisenhilfe zur Verfügung zu stellen, bereits zu er­nennen gegeben haben, daß sie von diesem Angebot vn Falle einer ungünstigen oberschlcsischen Entscheidung tzurücktrcten müßten. Das Kreditabkommen stlrer sieht in feinen Grund zögen soweit fest, daß nur noch

ist. Der Völkerbundsrat hat aber geglaubt, sich aus politischen Gründen darüber hinwcgsetzen zu kön­nen, und versucht nun durch Auferlegung wirtschaft­licher Zwangsmaßnahmen auf Deutschland,, das neue polnische Gebiet vor dem Untergang in bewah­ren. Alle diese Maßnahmen haben zur Voraussetzung daß Polen weder verwaltungstechnisch noch ftidustriell noch orial in der Lage ist, das Gebiet zu verwalten. Trotzdem nimmt man cs Deutschland wcg und ver­langt außerdem, daß daS Deutsche Reich seine Eisenbahn- und Wasserleitungsnetze, seine Elcktrizitätseinruhtungcn dem abgetretenen Gebiet zur Verfügung stellt, und daß auch die Mark als gesetzliches Zahlungsmittel kjWn. bleibt, alles, damit die allgemein anerkannte wirt'chast-! liche Unfähigkeit der Polen ausgeglichen wird. Sie Mlkwg i« WMr MMk.

Moralischer Druck" aus Deutschland.

2^-G ens, 13. Okt. Zn hiesigen politischen Kreisen erwartet man die Veröffentlichung des amtliche» Textes über die Lösung der oberschlesischen Frage mit größter Spannung, weil aus Grund der gestern erfolgten Mitteilung des Völ.erbundsekretariats noch ernste 3 weif ei darüber bestehen, ob der Versailler Vertrag überhaupt den Obersten Rat dazu berechtigt, Deutschland und Polen zur Annahme der in der Lösung vorgesehenen Wirt, schaftsabkommcn und d-r Kontrolle durch eine neu, trale Kommission zu zwinge n.

Von unterrichteter Seite wird dazu bemerkt, daß man die Annahme dadurch zu erreichen glaubt, daß Deutschland gewisseZugeständnisse nationaler Na­tur gemacht werden, mit deren Hilfe es dann einen starken Druck aurüben könne. Ebenso sollen Klan- seln DergünstiZUNgn für die Bevölkerung des Ab- stiminungsgebicts enthalten. Diese Klauseln wür­den aber nur dann in Krast treten, wenn Deutsch­land das Abkommen a n n i m m t. Dadurch würde ein neuer starker moralischer Truck auf Deutschland zu Gunsten der polnischen Wirtschastsinteressen aus-

die Schlutzverhandlungeu nötig wären. In sie ein­zutreten, hat aber so lange keinen Sinn, als man nicht weiß, welchen wirtschaftlichen Rückhalt Deutschland künftighin hat. Damft fällt aber noch ein anderes zusammen: Der ganze Ausbau der Steuer- und Finanzpolitik, wie er sün die.hG Zeit geplant war. Jeder Versus die Rcichssinanzen zu sanieren, wird von vornherein zum Scheitern verurteilt sein, wenn Deutschland ein so wichtiges steuerpolitisches Gebiet, wie es Oberschlesien darstellt, entzogen wirb.

Was soll nun werden? Der Lage entspricht am besten eine politisch-parlamentarische Lösung, die cs ermöglichte, die breiteste Basis von rechts bis links einer neu zu bildenden Regierung zu bieten. Es konnte sich dabei um eine Regierung des d a u e r n - den Protestes gegen den Versailler Vertrag han- tzeln, um eine Negierung, die dir Revision dieses Vertrages zum Hauptpunkte ihrer Politik macht. Nur eines vermag ihn zu ändern: der einmütige, gesammelte Md erstand des ganzen deutschen Volkes. Endlich müßte doch einmal die Zeit da sein, in der das deutsche Volk zur Erhaltung des nackten Lebens einmütig

jit kniet KMeidm und ihre Men.;

Bo« Rechtsanwalt A. KcmpkeS, M.d.R.

i' Das Wort Sfoijb Georges vom 15. Mai 1921, das L auch gegen Deutschefair play" anwrnden müsse, 1 jg so in Erfüllung gegangen, daß der Bölkcrou^srat . iZL Teilung des wirtschaftlich unzerreißbaren Ober- . whb/sicns beschlossen hat, und damit Gebiete, die seit vielen , Sfijjrfjunbtrten rein deutsche Kultur austveisen, und die j«Lch bat gleichen Ausführungen von Lloyd George GKVÜ Jahre gewiß nich t polnisch waren", den Polen gesprochen sind. Der Böllerbund, in den cinznireten, «6 vor wenigen Tagen eine Gruppe deutscher Pazi- Wcn alS wünschenswert und notwendig bezeichnete, hat Mi'diesem Spruch den Beweis erbracht, daß ftir ihn nur Ifcfc politischen Argumente entscheidend gewesen sind, und jlet er nicht gctvillt oder in der Lage ist, ohne Rücksicht y;- die Person Entscheidungen abzugeben, daß er vielmehr itelastet ist mit dem Bleigewicht der politischen Bc- irinflussung durch die Großmächte. Wir stehen vor Hrr Tatsache, daß der Friedensvertrag von Versailles, kr nur die Zuteilung von ganz Obcrschlesien an $feine oder andere Macht vorsah, in Fetzen zerrissen '» durch die Teilung und durch die Maßnahmen, die eine Mifchastliche Sonderstellung des oberschlesischen Jn- skstricgebietcs, sei es ailch nur für eine Ucbcrgangszcit, Hczwecken. Was man von wirtschaftlichen Maßnahmen 'leit-r Art zu halten hat, beweisen die Verhältnisse im Margebiet. .

Es bedarf nicht der näheren Ausführung, baß diese Entscheidung des Völkerbundes und der Verbüirdeten für Ife jetzige Regierung eine ganz besonders starke Ent- KkU s ch u n g gewesen sein muß. Das Kabiiiett Wirth, tzes in seinen beiden .Hauptvertretern Wirth und Rathc- Mi die restlose Erfüllung des Ultimatums zum -Uescramm erhoben und bei jeder Gelegenheit betont hatte, jitfi'bie Erfüllung auch nach ihrer eigenen weitgehenden iUiiff.issung nur mögli ch sei, wenn bei ungeteilte Besitz ipLcrschlesiens uns gewährleistet bleibe, steht jetzt vor vacm vollständigen Zusammenbruch seiner bShcrige» Politik. Alle vom Reichskanzler abgegebenen Versicherungen über seine loyale Erfüllungsbercitschaft, der Mschluß des Wiesbadener Abkommens durch Rathenau, bn nach den eigenen Bekenntnissen der Pariser Presse von 'brüStern wirtschaftlichen Vorteile für Frankreich ist, haben 16 nicht verhindern können, daß die sranzösische Ein­wirkung einen solchen Spruch des Völkerbuudsrats ge- itmgt hat, und daß die Pariser Regierung ängstlich bc- »üht ist, alle Schritte der Großmächte von vornherein «.-szuschließen, die eine Abänderung der Entscheidung des Kölkerbundsrats zu Gunsten Deutschlands etwa bezwecken könnten. Dem Kabinett Wirth ist damit sein Grab ßcgraSen, gerade von denjenigen, die an der Erhaltung des Erfüllungskabinetts" das größte Interesse haben. Denn jkfi nach diesem katastrophalen Zusammenbruch seiner ! ksnmt-politischen Einstellung dasselbe Kabinett heute die Eeschäfte noch weiter führen könne, als wenn nichts gc- s fchchen sei, ist so vollständig außerhalb jeder Diskussion, jkfi man den maßgebenden Mäunern des Kabinetts ^tzrrsönlich nahetreten würde, wenn man einen Zweifel ea der Richtigkeit der Meldungen haben würde, daß für fc selbst der Rücktritt des Kabinetts eine beschlossene Sache ist.

ES braucht nur an den Rücktritt des Außenministers kimonS iind des Gesamtkabinetts Fchrenbach erinnert |n werden, um zu erkennen, daß im Verhältnis zu bet Katastrophe der oberschlesischen Entscheidung doch Viel tzrrings.ügigerc Ursachen ausreichend gewesen find Im ein neues Kabinett an Stelle des alten die Geschäfte k$ Kelches führen zu lassen. Bei dieser Sachlage fcmmt es garnicht darauf an, wie man im einzelnen die bisherige Tätigkeit dieses oder jenes Ministers, ins- kionberc auch des Reichskanzlers Wirth, an sich würdigt. Selbst wenn sie bei allen Parteien und in allen Schichten ki Bevölkerung rückhaltlose Zustimmung gefunden hätte, ' körbe sich die Notwendigkeit ergeben, daß, gleichgültig ob ; vit oder ohne Verschulden, eine derartige schwere poli« - tische Niederlage eingetreten ist. Hier entscheidet einzig tab allein der Erfolg. Der Erfolg blieb dem Kabinett dcrfagt, unb damit ist die Notwendigkeit der hieraus i la ziehenden Folgerung eingetreten. Welche Politik weiter io machen ist, ist eine zweite Frage. Das Eine steht fest, für jede Art von Politik kann das Kabinett von rfiern nicht auch das Kabinett von morgen sein.

Sogen. Reklamen berechnen wir die 3eUe mit 4 Mk. 3 B°rrabatt. Bei «uskunft^

Kundgebungen und Proteste.

Berlin, 13. Okt. Die Deutsche Fricdcnsgesell- schaft, die Deutsche Liga für den Völkerbund, der Verband für internationale Verständigung, die Inter­nationale Franenliga für Frieden und Freiheit, der Bund Neues Vaterland und der Friedensbund der Kriegsteilnehmer haben ein Telegramm an den Völker­bundsrat gerichtet, in dem sie Vorschlägen, die Bevölke­rung erneut gcmeindeweise zu befragen, ob sie zusammenbleiben ober unter Zugrundelegung der Ergebnisse der crskn Abstimmung getrennt werden wolle. Mit dem Ergebnis dieser Abstimmung würden sämtliche 'Zweifel über die Bedeutung der Willens­äußerung der Bevölkerung beseitigt sein.

München, 13. Okt. Am 16. Oktober findet die ton den Vertretern aller Parteien, von den Mchr- hcitssozialisten bis zu den Deutschnationalen, be­schlossene Massenkundgebung der Münchener Bevölkerung für ein ungeteiltes Oberschlefien statt. Dr. Kleine r-Kattowitz, der bekannte oberschlesische Redner, wird über die neue Gefahr, die seiner Heimat drohtz sprechen.

Darmstadt, 13. Okt. Im Landtag gab der Präsident der Entrüstung über den Beschluß des Völkcr- bundZratcs betr. die Zerreißung Oberschlcsiens Aus­druck, der ein blutiger Hohn aus das vom^Mlkerbund betonte Recht der SelbstbestimmungenTer Aeltestenrat hat beschlossen, zum Zeichen d?7 Trauer und der Entrüstung die heutige Sitzung suSfallert zu zu lassen. Daraus irnrne die Sitzung geschlossen.

DieOberhessische Zeitung" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich fl Mk durch die Post 6.15 Mk. Für ausfallend- Nummern infolge Streiks oder elementarer Treigniste kein Ersatz. - Verlag von Dr. T.Hitzeroth. - Druck der lluw^Buchdruckerei von 2oh. Aug. Koch. Markt 21/23 - Fernsprecher So, - Post­scheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Englische Stimmen.

Die schlimmste Lösung, die gefunden werden konnte."

London, 13. Okt.Daily Dlcgr.'ph" schreibt: Der Bericht des Völkerbundes wird in Polen mit größerer Beflied'gung ar.fgenonnuen werden als in Deutschland. Die Polen haben sehr gut abgc- sch nitkcn und erhalten ein sehr wesentliches Stück des Industriegebietes. Die britische, französische und italienische Rcg'crung müssen jetzt noch ertrügen, mit die Lösung am besten durchznsühren ist und welch« Schritte getan werden müssen, um jedem Widerstand, der sich etwa ergeben sollte, zu begegnen. Hier be­ständen gewisse Schwierigkeiten, denn es gäbe in Deutschland eine Gruppe von Personen, die wütend über die Polen gemachten Zugeständnisse seien und ihr Bestes täten, um sie zunichte zu machen. Es werd« auch unter den Polen Extremisten geben, die mit denk Polen zu gewiesen en Anteil nicht zufrieden seien. Man müsse alle diese Kundgebungen, wenn nötig, ur.tec^ drücken.Daily Herald" weist darauf hin, daß sowohl Kattowitz als auch Königshütte, welche Polen zugewiesen werden sollen, bei der Abstimmung eine Mehrheit zu Gunsten Deutschlands ergeben haben/ Das Blatt bezeichnet die Entscheidung des Völ'er- bundsrates als verhängnisvoll. Für Obcr- schlcsien selbst sei die Lösung des Völker).', wes die f ch l i m m st c, die gesunden werden konnte. Sie werde nur zu n c u e n Verwickelungen und Streitigkeiten und sehr wahrscheinlich zu einem neuen Krieg führen. Die Wirkung auf Deutschland werde katastrophal sein. Die Teilung Oberschlcsiens werde mit einem Schlage alle hoffnuttgsvollcu Aussichten auf ein freund­schaftliches Zusammenwirken zwischen Deutschland und den Verbündeten zerstören. !

London, 13. Oft. Das Parlamentsmitglied Kennwort Hy, das soeben ans Obcrschlesien zurück- gekehrt ist, erklärte ini einer Siebe, die sogenannte Lösung der oberschlcsischen Frage wäre ebenso furchtbar/ wie das Urteil Salomons gewesen wäre, wenn cs durch-j geführt worden wäre. Aufgeklärte obcrschlesische Ar­beiter, die an fortgeschrittene Arbeitergesetze gewöhnt sind und in reinlichen, gutverwalteten Städten gelebt Haden, werden den Polen ausgchändigt, die in Degra­dation und Schmutz leben. Die oberschlesischen Ar­beiter werden den Kommunisten in die Arme ge­trieben, und man kann sie deswegen nicht tadeln.

London, 13. Okt. Tic Abendpresse veröffentlicht in Fettdruck die vom Reichskanzler Dr. Wirth im Namen des ganzen Kabinetts abgegebene Erklärung, worin er die neuen Vorschläge jur Grenzziehung in Oberschlcsien als ungerecht gegenüber Oberschlesien und Deutschland bezeich­net. Dir Blätter berichten aussührlich über die polnische

Mb 18» leiiMirNi dttMiklM. Der Reichstag.

Berlin, 13. Okt. Neber die Auffassung der Regierung hinsichtlich der politischen Sage erfahren die Blätter von zuständiger Stelle, daß die Regierung ich die Entscheidung über die Frage des Rücktritts des Kabinetts noch Vorbehalten hat. Sie wird ihre Entscheidung nicht treffen, ehe nicht die tatsächliche Grundlage für die Neubildung des Kabinetts vor­handen ist, sowie rin Ausblick, in welcher Richtung die Wciterführung der Politik zu erfolgen hat. Das jetzig: Kabinett halte es für seine Pflicht, solange am Ruder zu bleiben, bis die Entscheidung des Obersten Rates über Oberschlesien gefallen sei.

Der Reichskanzler hätte heute Vormittag mit dem Führer der Deutschen Volkspartci, Strescrnann, eine Unterredung. Auch zwischen dem Reichstags- Präsidenten und dem Abgeordneten Spahn sand eine Besprechung statt. . t ,

Verlin, 13. Okt. Der Aeltestenrat des Reichs­tages hielt heute Abend eine Sitzung ab, um sich über die Einberufung des Reichstages zu verstän­digen. Da die amtlichen Grundlagen für die Be­urteilung der oberschlesischen Frage noch fehlen, wurde von einer sofortigen Berufung des Reichs­tages Abstand genommen. Der Aeltestenrat wird spätestens am Montag zu einer Sitzung zusammen­treten. Die Mitglieder des Reichstages sind aufge­fordert worden, sich auf eine rasche Einberufung des Reichstages einzurichten. Der Reichskanzler, der an der Sitzung teilnahm, stellte fest, daß nach ein­mütiger Auffasiung des Kabinetts der Rücktritt der Reichsregierung vorläufig nicht in Frage komme, damit in dieser schwierigen Zeit eine aktionsfähige Regierung im Amte ist.

Anzeiger für (das früher kurheUche) Oberhesien

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