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j stiarburg und Umgegend.

Marburg, 10. Oktober (Gilbhardt).

* Sch ul amtlich es. Wie wir nachträglich er» sichren, ist auch am 1. Oktober Herr H'auptlrhrrr Fenne r in den Ruhestand getreten und in aller Stille aus seinem Wirkungskreise in der Nordschule Wsgeschieden. Seit 1879 im Lehramt, kam Herr Fenner 1884 an die hiesige Volksschule. Seit 1888 »irkte er auch an den städtischen Fortbildungsschulen ttnb feit 25 Jähren an der kaufmännischen Fort­bildungsschule, deren Leitung et seit 22 Jahren führte.

* Eine 80jährige. Die Lebrrrswitwr Riebe- ling, Häspelstraße dl, feierte gestern in voller Rüstig­keit ihren 80. Geburtstag. -

d. Herbstturnfahrt. Vom herrlichsten Wetter begünstigt, veranstaltete am vergangenen Sonntag die Turngemeindc 1885 e. V. ihre diesjährige Herbstturn- sahrt/ Diesmal' ging die Wanderung nach dem histo- risthen Dansenberg. Die Teilnehmer hatten sich am kürbahnhof versammelt und gegen 1/t9 Uhr wurde mit besang Marburg verlassen um nach kurzer Wande- vmg den Wald unterhalb des Frauenbergs zu durch- fchreiten. Bortshausen wurde erreicht und dir Sonne meinte es zu gut mit den Wanderern, sodaß alle froh baren, daß der Roßberger Waso erreicht wurde. Bald- sch man die ersten Häuser von Hachborn und man bar damit einverstanden, daß kurz vor dem Ort eine Revision des Rucksacks vorgenommen wurde. Nicht bie sonst, daß man ein kaltes Frühstück zu sich nahm, tat man diesmal dazu übergegangen, warm' zu essen., klu den verschiedenen Feuern konnte man allerlei Zu­bereitungen feststellen, so u. a. Kaffee, Tee, Kakao, ReiZlrri und die es besser konnten, leisteten sich eine barme Fleischwulst. Nach dieser Stärkung wurde die Wanderung festgesetzt; die Kuhmark durchschritten und ZsZen 1 Uhr mittags war Mainzlar erreicht, wo in tinem Tal nördlich des Ortes das Mittagessen zube- reitet wurde. Nach mehrstündigem Aufenthalt wurde taitermarschiert und gegen 4 Uhr die Ruine Staufen- berg erreicht. Mehrere Ausnahmen zur. Erinnerung 511- Staufenberg wurden gemacht und dann wurde sich w der Burgwirtschajt zum gemütlichen Glase Bier

I ^reinigt. Gegen 6 Uhr war man auf Bahnhos Friedel- hausen eingetrossen und da noch längere Zeit bis zum

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Politische Tagesnachrichten.

Hindenburgs Darrt. Generalfeidmarschall v. Hin- .«w'irg bittet dte Preste, seinen Dank für die zahl- jZfl Glückwünsche anläßlich seines 74. GehurtS- «ace ZU übermitteln:Anläßlich meines 74jährigen «)lmr-Stages sind mir von allen Seilen zahllose Be- ^:rc freundlichen Mciugcdenkens in Form von Tele- ^ni'men, Karten, Briefen, Blumen und sonstigen ^Sncn Gaben zugegangeu. Dieser Ausdruck woh!- »^oL-nder Gesinnung hat mir in jetziger Zeit doppelt «oülgeian. Abe» meine schon alltäglich aus daS Irrste beanspruchten Kräfte reichen leider nicht dazu überallhin unmittelbar zu antworten. Ich bitte meinen Dank hierdurch allgemein aussprechen ^dürfen. Er ist deshalb nicht minder herzlich ge- 8ie@ro, Lerchenfeld stattete am Freitag der württem- tergischen Negierung einer, Besuch ab und reifte am Sonnabend nach der Pfalz weiter.

Brrtrauensvotnm für Etrgerwalv. Dte LandeSver- «ammlung der christlichen Gewerlschasten in Bayern «vrach ihrem Führer Stegerwald vollstes Verttaucn toig. Sie würde es mit Freude» begrüben, wenn es Siegerwald ermöglicht würde, recht bald wieder seine »»geteilte Kraft in den Dienst des deutt'chen Gewerk- ^Mstsbundes und der Christlichen Gewerlschasten .ttgcn Würde.

r Der Hauptansschnh des Landtags nahm fceit An- ifwa das Staatstommiflariat für Volksernährnng hn ,zch'sten Jahre auszuheben, mit grober Mehr- deit an.

i Die Lage der Eisenbahnen. Die Mehrzahl der i$dlne6«icr an der Münchener Verkrhrskonserenz wrach sich, nachdem Regierungsrat Hornberger vom «eichsverkehrsminisierium die wirtschaftliche Betriebs- des verreichlichten Verkehrswesens eingehend dar- «legt hatte, für das Verbleiben des Verkehrswesens ^eim Reiche und gegen den llebergang in Privatbe- nieb aus.

Ein Kommunist Direktor deS Berliner FriedrichS- Hlunnasiums. Das Bezirksamt Berlin-Mitte, in dem chie Mehrheit von 7 sozialistischen gegen 6 biirger- Men Mitgliedern vorhanden ist, hat den kommunisti- !?Sen 36jährigen Stadtverordneten Stndienrat Goß jgg Nachfolger des Geheimrats Dt. Trendelenbrtrg WM Direttor des FriedrichsgymnastumS gewählt. !rr Gotz ist Novembersozialist, wurde bann Unab- itgiaer, schließlich Komumnifi. Ob Herr Gotz von ; Aufsichtsbehörde bestätigt wird, ist eine andere age.

Disziplinverfahren gegen ein kommunistisches Bro- rzialausschutzmitglied. Der Minister der Inner« tete gegen das kommunistische Mitglied deS Pro- Mzialausschnsies der Nheinprovinz, Kn ab, das gSlinarverfahren auf Stellenenthebung ein. Er gleichzeitig eine vorläufige Dienstenthebung weil Knab erklärte, die Pflicht der Gebeimhal- ltber die Vorgänge und Beratungen des Proviu- ziaiausschufles grundsätzlich nicht anzuerkennen, f Steckbrief gegen Dr. Rüge. Der Oberstaatsanwalt B« Br-slau veröffentlicht einen Steckbrief gegen den Wheren Privatdozent Dr. Rüge aus Heidelberg. Eer Steckbrief erfolgt wegen Verdachtes der Gehevn- Mlndclei, des unbefugten Waffenbesitzes, der Amts­anmaßung, Urkundenfälschung und des versuchten

gerli'i, 8. Olt. Direktor firaemer vom Hotel -irianabe ist heute vor dem Hotel von Aussiändischen und derartig geschlagen worden, das; ins Krankenbans «Sergeführt werden mußte.

^Hamburg. 7. Oki. Das Nachrichtenblatt der ^.Hamburgischen Tageszeitungen meldet Osburg: Das Druckerpersonal der bürgerlichen s^unaen ist in den AuSstand getreten. Die Blätter dn gemeinsames Nachrichtenblatt heraus.

^Msrdes.

I Zuchthaus für Dvnamitverschwörer. DaS Schwur­gericht in Deffau sällte nach dreitägiger Verhandlung M Urteil gegen 10 der Kommunistischen Arbeiter- hartel angehörende Arbeiter, die sich im März int Zu- Isamnicnhang mit den Märzunruhen einer Dhnamit- derschwörung schuldig gemacht hatte« zu dem Zweck, »ie mehrheitssozialdemokratische »Volkswackst in Wernburg und eine Eisenbahnvrücke in der Nähe die- str Stadt in die Luft zu sprengen. Der Hauptradelk- Mr-r und Vorsitzende der K.A.P. in Bcrnburg, der ÄiSbrige Arbeiter Brandenburger, wurde zu sieben Fahren Zuchthaus verurteilt. Gegen fünf wei- ttre Angeklagte wurde auf Zuchthausstrafen von 1% tg 7 Jahren erkannt. Vier Angeklagte wurden frei-

Mg'asttz krs AntzeS vorhanden war, wurden noch' rimge Spiele auf der anliegeiiden Wiese dmi^eführt. Mit dem Mendzusi trafen die Teilnehmer in Marbu«s wieder ein. Seit BeM'ett der Turngemcinde 1885 war dieses die 3. Wanderung nach dem Staufenberg und' es waren Teilnehmer dabei, die sich noch gut auf die trjic Wmiderung in den 80er Jahren erinnern ksnntcn.

* Landesparteitag der Deutsch n ativ- n alen Boikspartei.' Gelegentlich des Landes- Parteitages der Deutsch nationalen Volkspariei in Frankfurt a. M. werden in einer öffentlich?;» Versamm­lung am 11. Oktober, abends 8 Uhr, im Hpvodrom Abg. Dr. Ritter und Prof. Martin Spahn sprechen, Dr. Ritter überChristentum und Volkstum als WeltanschLnungZgnlndlage unserer Arbeit", Pros. Dr. Svahit überTer Weg zur großen Rechten".

Zum Präsidenten bei Landes« finanzamtes Cassel ist Ministerialdirektor v. Laer auf seinen Wunsch ernannt worden.

*Vonder Polizei. Durch Berfügunz des Mini­sters des Innern vom 27.9.21 haben die Polizeitvachl- meister den Titel Polizeibetriebsassistenten, die Polizei- oberwachtmeister PolizeiassistenLeu erhalten. Die Polizei- bktnebsassistenten tragen goldene Achselstücke und die Oberwachtmristsr erhalten »roch einen Bern dazu. Die Polizeikomnnssare tragen mich der neuen Derfügnng ge­flochtene Achselstücke.

* Hauskollekte firr daS HessisHe Bechenhaus in Hofgeismar. Der RegierungspräsLeut hat dem Hess. Siechenhaus dir Veranstaltung einer einmaligen Samm­lung freiwilliger Gaben bei den evangeRschen Bewohnern des Regierungsbezirks Eaffel für 1921 genehmigt. Die Kirchendiener Holtzmann und Herrmann werden diese Gaben in Marburg einsammeln. Hofgeismar-Gesund­brunnen zählte am Jahreswechsel 291 Pfleglinge. 145 Personen sind über 60 Jahre alt (71 davon über 70, 29 über 80 und 2 über 90). 66 find gelähmt, 19 blind, 4 taubstumm. Die Freunde der Anstalt werden wieder gern nach Kräften helfen.

SonntagSkonzert im Stadtsaal. Einen sehr unterhaltenden uiti> anregenden Abend vot gestern das von der gesamten Marburger Garnifon- kapelle unter Lettuttg des ObermusikmeisterS Pfrieme ausgefiihrle Konzert, bessert Bortrassfolge eine Reihe ansgesuchter Stücke aufwies. Unter tonen verdienen hervorgehoben zu werben Fantasie aus .Faust unb Margarethe" FlebermauS ein Biolinsolo von Raff, vorgetragen von Herrn Schwalm OuverMre aus .Fra Diavolo", in welcher besonders bas ringe-i slochtene Hol.zblüserterzett sehr ansprach. Ein von einem Mitglicb ber Kapelle, Herrn Schmitt, kompo­nierter Marsch fand besonderen Beifall. Die Ein­führung solcher Militärkonzerte auch an Wochentagen würde sich durch zahlreichen Besuch sicherlich lohnen Auch für das leibliche Wohl war bestens gesorgt.

» Dte Frankfurter Säfte. Ein prächtiger Herbsttag, bei dem das malerische Bild, das gegen- wärttg unsere Stadt und Umgebung bietet, gar nicht bester zur Geltung kommen konnte, begünstigte gestern den Besuch der 800900 Frankfurter Ausflügler, dir gegen 9 Uhr mittelst Sonberzuges hier eintrafen. Wür- bige alte Damen unb Herren mit ihren Angehörigen. Liebespärchen, Touristen, Wanbe-rvögel, Sportler usw. waren vertteten und überall, Wo bie .Frankfurter" auftauchten, waren sie leicht herauSzustnbei». Unb wer abettbs, alS bie Llbfahrt bei Sonberzuges nahte, in der Nähe des Bahnhofs fich aufhielt, konnte an der Stimmung ber Heimkehrer merken, batz es ihnen hier gut gefallen hatte. Sogar ber Safin, in bet sich im Herbstsonnenschein bie Bäume ber Hinbenburgstratze unb bie Häuser dort spiegelten, wurde zum Schlutz noch jßetounberung gezollt. daS Master sei doch viel klarer tote das deS Mains, wurde mehr wie einmal gesagt. Wie unS mitgettlt wird, haben die Frankftu- ter auch vielfach bte Ausflugsorte der Umgebung, Spiegelslust ufw. befucht.

* Pom Lunapark. Ein neues Wort für Mar­burg, Lmmpark, waS ist daS? Deshalb gestern auf dem Juxplatz großer Betrieb. Geboten wird dort viel und allerhand. Wer fich unterhalten und Geld ausgeben will/hat Gelegenheft dazu. Um 10 Uhr abends war Sckiluß.

Preußische Klasseulolterie. Die Spie­ler werden darauf aufmerkfam gemacht, daß über alle Lofe, welche bis zum 13. Ott. «icht eingelSst find, an­derweitig verfügt wird, da die Nachfrage fehr groß ist.

* Der Vaterländische Frauen-Verein bit­tet Damen, die gegen Entgelt oder unentgeltlich für die studentische RSHstube bei sich im Hause nähen und aus- bcsftrn würden, ihre Adresse bei Frau Jußizrat Rohde, Mlhelmstraße 12, abgeben zu wollen.

* Bom Rentnerbund wird mi geschrieben: Die Sprechstunden des Vorftandes sind: Montag, 36 Uhr, Herr Storck, Barsüßertor 15 b; Donner-tag, 85 Uhr, Frau Wanda Schneider, Barfüßrrstraße 331. Also für Frmi Schneider nicht am Dienstag von 85, toi; versehentlich angegeben wurde.

Theater, īt$erfe, Berlammlmigen ufw.

Rirder-Abend. Heute Abend findet ta den Stadtsälen der mehrfach erwähnte Loewe-Bafl<cken-Mend von Kammersänger Rie der aus Frankfurt zum Besten der Notleidenden von Ovvau statt. Beginn 8 Uhr; Karten bei Kurt Nenfeldt unb an der Abendkasse.

Lichtbildervortrag. Wir machen beson­ders aus den morgen (Dienstag), abends 8 Uhr, im Anatomischen Institut stattfindenden Lichtbildervor­trag .Aus Südwest-Afrika" von Frau v. Hecker- Staff aufmerksam. Die Vortragende schildert aus eigener Anschauung Land und Leute unserer ehemali­gen auch heute noch von einer großen Anzahl Deut­scher bewohnter Kownie.

* U. T., Pilgrimstein. Heute zum letzten Male .Mit Büchse und Lasto" 8. Episode .Gegen Hatz und Neid". Ab morgen .Brillanten", in der Hauptrolle Erika Gläßner. Künstlerkapelle.

-e- Cappel, 10. Oki. Schon Samstag Abend trafen eine große Anzahl Gäste mit der Kreisbahn hier zur Einweihung des Kriegerdenkmals ein, welche Sonntag früh, besonders aus dem EbÄorfer Grunde, sich noch ver­mehrten. Eröffnet wurde die Feier mft einem Gedächt­nisgottesdienst, zu welchem auch der Kriegerverein, Ge­sangverein, der Turnverein und der Rauchklub mit ihren Fahnen erschienen waren, die Kirche vermochte die Teil­nehmer rticht alle zu fassen, ein großer Teil mußte wieder umkehren. Herr Pfarrer Plamtet aus Marburg erinnerte an die Gefallenen und manchem der Zuhörer traten dir Tränen in die Augen. Der Gesangverein unter der Leitung des Hern» Lehrer Dörr trug durch daS schön ,u Gehör gebrachte LiedRuht sanft" viel zum Gelingen der Feier bei. Dir eigentliche Denkmalsein- keihung sand im Anschluß hieran auf dem Friedhof statt. Die Namen der 37 Gefallenen und der 3 Vermißten firü» an dem Denkmal dort angebracht. Eingeleitet wn.rde die Feier mit einem Musikvortrag des Pvsaunen- chors. Die Weiherede hielt Herr Pfarrer Werner von hier. Herr Landrat v. Locweustein und ein Krieger vereinsmiiglied hielten Anspmchen, ein Schüler trug Ehrt Eure treuen Toten", eine SchülerinDer Lan'o- tvehrmann" und Herr Jochem von hi« ebenfalls ein sinnreiches Gedicht vor, worauf die Vorsitzenden der Ver­

eine' sowie die Angehörigen der '©cfäTtcnen Kränze am Denkmal niederlegten. Herr Lehrer Kling als Bor- sitzender des Denkmalsausschusses empfahl dem Bürger­meister Wißner die Pflege und Aufficht über baS Denmal. Eine Abteilung des Kriegerdcrcins gab eine Ehrensalve ab. Noch weitere Erträge des Gesangvereins, des Posaunenchors unb ber gemeinsame Gesang vonIch halt' einen Kameraden" schlossen die erhebende Feier.

st. Wehrda, 9.Oft. Auch in unserem Orte hat ^npn btn Braven, die im Weltkrieg ihr Leben lassen mutzten, ein ehrendes Denkmal gewidmet. Es hat seinen Platz auf unserem Friedhof neben der Kirche gefunden und macht der Gemeinde alle Ehre. Heute sand unter großer Teilnahme, auch von auÄnSrZS, die Eimveihnng des Denkmals statt. Kurz nach l Uhr versommeften ^ich bei dem SchulhanS die GemeiiDemitgli-der, die Vereine mit ihren Jahnen, bie Schüßer unb die Gäste, und begaben sich unter Borantritt des Posaunenchors Schönstadt nach dem Frichhofe. Herr Pfarrer Traut- toein gedachte' hier in ehrenden Worton der 23 Gefallenen anS unserem Orte und tröstete die Angehörigen. Ihm schloß sich Herr Lehr« Hrbeler an, der auch ein selbst- verfaßtes Gedicht zum Vortrsg brachte. Das vom Män- nergesm'gvereiu Wehrda in be&mntar m»stergüki»er Weise unter Seitune deS Herrn Lehrers HcheKr vorgrt«gene AchHeldenkklge" paßte so recht ht die SfimmuNg ber andachtsvollen Mmrge. Nach gemeinfamern Ehoealgesang -nahm Herr Pfarrer Trautwein bfe Weihe vor, ber Kriegerverein gab eine Eyrensalöe ab unb dann übernahm unser OrtSoberhaupt Herr Bürgermeister Opper, daS Denkmal im Namen ber Gemeinde Wehrda. Es folgten Kranznicherkeugngeil seitens ber ©aeri«bet>?rtrfitr, der Vorstände der Bereit« und besonbers ber AngchSrigen bet Gefallenen, welch letztere mm, wenn diese auch in fremder Erde ruhen, in der Heimat ei» Plätzchen haben, da? an sie und an ihre Treue, die fle bis zum Tode hielten, erinnert. x

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Hessen-Naffau und Nachbarge-iete.

Frankfur t a.M^ 9. Oft. D« heutige E-un- teg flanb ganz im Zeichen d«S Derkchcs, wozu daS herrliche Her^kwetter, daS wärm« war wie an manchen Sommertagen, einlud. Schon am frühen Morgen fuhren Taufende in die Umgchung» nnd auch bie Fernzüge waren stark besetzt. Die Eise»öahnve»»«ltun» mußte vielfach die Züge verstärke», um den «usorb^ rangen gerecht werden zu Wunen.

H ö ch jk a. M-, 8. Oft. Der Landrat hat de» I Kampf gegen das übermäßig schnelle Fachten bar Krast- fahrzeugk aufgewexunen. kr hatte fii*i?«ben Valizki- beamieu zur Pflicht genterfg, jedes schnell« Fahren, das Nfthtrinhaftim der Fahrstrsße, das NichSkl«cht«n der NammeraschWer, baS Osfenlafsen der UuSpnfs- rohre «ttiachsichSfich zweck» EttüfverchlAung axfueeigen. In ber Verfügung weist der Laubrat bauams hin, daß di« Schechsit der BeVölkernunter atte» Um» ständen gelnähr<eistet werden mtifse.

Hanau, 8. Oft. Zum Obarbürgermeitzkr ist Re­gierungsrat Dr. Bk aum, Brrtragend« Rat im mürttembergischun Miuistemmn des Innern, grsählt tootbetL

Darmstadt, 8. Oft. D« hiesig Luchdrucker- ansstand ist nach 8 tägig« Dauer heigelegt worden; btt Arbeit wird ant Montag wieder ausgenommen werden.

Rotenburg, 9. Oft. SBeyx vetchuchtrr Hrnte»- ziehung b« Nnkommenficuer wurde ber Landwirt Georg Schellhas« Atzelrode in eine Geldstrafe von 5850 Mark genommen. Das gewiß seltene Fest ber eisernen Hochzeit konnte der seit zwanzig Jahren ftn Ruhestände lebende staatliche Förster Zentr« mit seiner Ehefrau feiern. Jubilar und Jubilarin, bie sich noch voller geistiger Frische und körperlicher Rüstig­keit erfreuen, fkhen im 89 bezw. 90 Lebensjahre.

Göttingen, 9. Oft. gut Deckrmg dos bereits gemeldeten Fehlbetrages im städtischen Haushalt in Höhe von 2100 000 Mark beschlossen die städtischen Kollegien die Echebung von Nachumlagen auf die Grand-, Gewerbe- und Betriebssteuer sowie bedeutende Erhöhungen der Gas- und Elcftrizitätspreise, und zwar des Gasprrises von 1,45 Mk. auf 1,70 Mk., des Preises für eleftrifches Licht von 3,10 auf 3,90 Mk. und für Kraft von 2,10 auf 2,70 Mk. Die Grundsteuer wird von 9 auf 12,7 für dos Saufet), bie Gewerbesteuer von 550 auf 635, di« Betriebssteuer von 150 auf 235 erhöht. Durch diese Bewilligungen wird vorläufig ein Drittel des Fehlbetrages gedeckt.

Nörten, 9. Oft. Beim Vogelschießen mit einem Tesching entlud sich die Waffe plötzlich und der Schuß drang dem unvorsichtigen Schützen, dem Sohne des Dachdeckermeisters Nienstedt, in den Bauch. Er wurde b« Göttinger Klinik zugeführt.

Biedebach, 9. Oft. Duvh ein auf noch unauf­geklärte Weise im Lingelbachschen Gehöft entstandenes Feuer wurden Stall, Scheune, das obere Dachgeschoß des Wohnhauses, die ungedtoschenen Körnervorräte, das Heu- und Grummetgras unb das Wohnhaus der Spruch'schon Familien vernichtet.

Heiligenstadt, 9. Oft. Die Stadt hat einen im Besitze des hiesigen Museums befindlichen altertüm- liG teilweise stark beschädigten Wandteppich für 85000 Mark an einen Frankfurter Herrn verkauft. Der Tep­pich entstammt einem Kloster, ist kaum 1,75 Meter lang und 0,80 Met« breit nnd enthält eine kunstvolle Stickerei. Schon ter 12 Jahren wurden für den Teppich 5000 Mark geboten.

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Unpolitische Tagesnachrichten.

Russische Spende sür Oppau. Berlin, 8. Ott. Die hiesige Vertretung ber russischen Sowjetrepublik sprach der Reichsregterung anläßlich der Oppauer Katasttophe ihre Teilnahme aus und übermittelte eine Spende von 10 000 M.

Untergang eines Dampfers. London, 9. Ott. Der Dampfer »Rowan" ist auf der Fahrt von Glas­gow nach Dublin im Firtb os Forth bei dichtem Nebel nacheinander mit zwei Dampfern zufammengestoßen und untergegangen. Nach den ht« eingelan- fenen Berichten hatte der Dampfer 37 Mann Besatzung und 56 Fahrgäste an Bord. 13 Mann d« Besatzung und 3 Fahrgäste werden vermißt.

Der erste Schnee in Newvork. N e w Y o r k, 10. Okt. Gestern ist in Newyork der erste Schnee gesallen.

Kirchliche Nachrichten.

Mittwoch, 12. Oktober, abends 81/i Uhr: Philipps- Haus, Pfarrer Ipeermann.

Wetteraussichten für Dienstag, 1L Oktober: Trocken und vorwiegend heft«, Temperatur wenig ge- änbert.

Sie Gutwillig öes MnöiMstez >M AiklWes.

Teilung deS JudustriegebietU.

Londo«, 10, Oft. Die Vorschläge des LöMR bundSmts in der oberschlefischen Frag« sehe» eine Tei­lung des Industriegebiets vor, D« Rat erkennt an, daß wirtschaftlich daS Jndußriedreieck eine Einheit sei; « ist aber der Ansicht, daß daS kein Grund sei, dieses iGebirt ungeteilt d« deutschen ober polnischen Hohhcft zu unterstellen ' Die vom BölkrrbundSrat vorgeschlagene Grenzlinie nähert sich der Sforzalinie. D« BSlkev- bntchSrat schlägt eine An«kennttng totrischastsich« Garun- tie» vor, die der VSlkcrbunbsrat mittel- nnb unmittel­bar übrttoachen tollt j,

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Vermischtes.

Dasarme" Moskau. Englischen Blättern ivirfi aus Rcvak gemeldet, daß eS inmittet» deS fürchtn- lichsten EkendS und fier entsetzlichen Hungersnot im­mer noch Menschen gibt, die den moralischen Mut habe«, Luxusorgien zu feiera. Es gibt dort 73 LuxuS- Kaff«-RestaurantS auf dem NetofN-Prospekt, in denen man bie feinsten Delikatessen, wie Organen auS Jaffa, Weftttraubrn von d« Krim, Pariser Konsett usto. «hatten kann. In diesen V«anüsungSro!aleN geben die Bolschewisten, die durch Schiebungen nutz Schleichhandel reich geworden sind, mtgeheure Sum­men aus.

Meuterei bt der Heilsarmee. In der Heilsarmee tft eine Art Meuterei ausgebrochen. Wie holländische Blätt« melden, haben 25 Offizier« bet unter eng­lischem Befehl stehenden niederländischen ,.v>esre6< gruppe" b« Heilsarmee dem General in Lotidon de« Gehorsam gekündigt und eint selbständig« ni-dtlän- dische Heilsarmee gegründet. Die M'trünnigen wollen sich die autokratische Wehandlmrg durch den englischen Ob«besehlshab« nicht tätig« gefallen laste» un.d auch bfe in Holland eingehenden Geldbeträge nicht mehl nach London abliefern, da über die Verwendmt- die­ser Summen angeblich von dem englischen Haupt- quartter niemals Rechenschaft abgelegt worden fit.

Ehinesen nIS blinde Passagiere im Gektt«mauin. Zollbeamte machten vor kurzem aus einem Dampfer, der von Havana troch Rewyvtk eine groß« kadnng Obst gebracht hatte, eine doppette merkwürdige Ent­deckung. Im Kühlraum des Dampfers, Ino Has Obst frisch gehalten wird, entdeckten sie zunächst zwci bei- nab« stets gefrorene Chinesen, die sich in Havana ein-' mfchumggekt hatten und als blinde Pafsagikte mitge- fahren waren. Die beiden tvaren nicht mehr imAaufie zu sprechen, mußten in wollene Decken g«)vickelt und in die Sonne gelegt werden, wo ste langsam Wied« zu fich kamen. Sie wurden d«r chinesischen Whkeftuug d«S UeberwachilugsLielkstes für Einwondercr über­wiesen. Außerdem entdeckten bie Zollbeamten noch 250 Flaschen Whisky.

Sm Panzerwagen durch die Wüste Sahara. $n Varis werden Vorberelinngen getroffen für eine Durchquerung ber Wüste Sahara im Panzerwagen. Zu diesem Ziveck werden ziirzeit zwölf Wage» dieser Art von y. 10 PS gebaut. Sie sollen im fomntenbeu Winter de» Versuch machen, die Satzara-WMc bis Timbuktu ;u durchkreuzen. Die Wegstrecke Seirägt un- gefüfir 2090 englische Meilen. Die Fahrtdaner ivird aus 15 Tag« berechnet. Jeder d« Panzerwagen ist mft einem Maschinengewehr ausgerüstet.

RSedttufirnfilcn als Derettiu. Das alte Wort .Die Sonne bringt es an den Lag" wird viMetcht in Zu­kunft heilen muffen, bte Röntgenstrahlen bringen ei an fielt Lag. In einem Neiuen Ort Englands war eine Fran angeklagt worden, in einem Jvwelierladen Ringe gestohlen, zu haben, was fic vor dem Gericht auf« Aeutzerste bestritt. ES wurde besch?offen, firn Körp« ber Fran mit Röntgenstrahlen zu durchleuchten und zu pbotogravhsc'.cn. Das Ergebnis war, daß sich auf dem Bild dcnttich zwei verschluckt« Ring« abzcich- neten. Die Frau lvnrde bestraft, nachdem ein« ge­hörige Dosis Ricinus dazu beigetragen hatte, Mo Ringe wieder an das Tageslicht zu befördern.

Handels- und Marttnachrichien.

Frankfurt a.M., 10. Okt. (föetreibemarft) Bon ber Devisenbctvegung wurde bie Tenbenz be8 hiefk- .orn Marktes nur wenig berührt. Die GeschäftslagZ blieb ruhig. Weizen ruhig, in Roggen waren die Offer­ten größer, Haf« fest«, Mais kaum beachtet. Nochlragr -nach Gerste hält an, Mehl weniger verändert. .Hülsen« fruchte sind gesucht. Speiseerbsen ziehen an, Futter­artikel augeboien, Tendenz fest. Leinsaat befestigt, ReiS fest, für Kartoffeln müssen hohe Preise bewilligt werben« Heu unb Stroh fest.

Casseler Wochenmarkt. Es wurden bezahlt für Wirsing 1,20-2 Mk., Rotkohl 1-1,50 Mk., Weiß­kohl 0,901,20 Mk., Grünkohl 4060 Pfg., Spinat 1-1,40 Mk., Tafeläpfel 2-3,50 Mk., Birnen des­gleichen, Wallnüsse 45 Mk. bas Pfunb. Sutter 27-28 Mk., Süßrahmbutter 30 Mk., Gänse 78,50 Mark das Pfttnd.

Die Kartofselpreise. Nach einer Meldunr des .Casseler Tagebl." haben landwirtschaftliche Or­ganisationen sür den Casieler Bezirk einen Preis voll 50 M für den Zentner Kartoffeln für ausreichend b« zeichnet. Die landwirtschaftlichen Verbände d« sächsifchen Lausitz haben befchloflen, Speisekartoffeln zu den jeweils niedrigsten Bautzener Notierangen den Verbrauchern selbst oder der landwirtschaftlichen Zen« tralgenossenschast zur Versügung zu stellen. Für die nächsten 14 Tage soll aus keinen Fall ein Zentnerpreis von über 45 M gefordert werden. Außerdem habe« sich die landwirtschaftlichen Genoßen verpflichtet, lebe« verteuernden Zwischenhandel auszuschalten, um fo der Bevölkerung zu normalen Preisen Kartossekn zu- zuführen.

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Der Wert der Mark nn Auslande.

in

Zürich Amsterdam Kopenhagen Stockholm Wien Prag Londo» New Nork Paris

Für 100 Mark wurden gezahlt: Franksnrt den 8.10.1921.

heutiger Stand:

vor dem Krieg:

4.57

125.40 Franken

2.51

59.20 Gulden

4.55

08.80 Kronen

3.65

88.80 Kronen

117.80 Krone»

117.80 Kronen

4.67

97.80 Schilling

23.80 Dollars

11.40

. 125.40 Franken

Für die Schriftleitung verantwortlich: Kurt Hainke;

Für den örtlichen ».provinziellen Tell: Wich. Wißne«.

Sprechzeit ber Schriftleitung bis 1/«11 Uhr vormittags«

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