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Die Teilung Oberschlesiens sicher

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Breslau, 8. Okt. DieSchlesische Zeitung" ist

vom 11. bis 25. Oktober für Oberschlesien verboten.

mtl Cht- Ver«

55. Wg.

1921

unter international« Kontralle gestellt und zur Aufrechterhattung des wirtschastlichen Lebens deutsche Hilfe auf allen Gebieten zur Beringung gestellt werden. Ebenso soll bw deutsche Mark mit Hilfe der Reichsbank alleiniges gesetzliches Zahlungsmittel bliben. Deutsch­land erhält fügende Zugeständnisse! 1. Lieferung der zur Versorgung erforderlichen Kohlcnmrngen aus dem abzutretenden (Miet. 2. Die Einwohner werden vom Militärdienst befreit. 3. Das bisherige deutsche Eigcir- tum wird nicht liquidiert. Zu diesem Gebiet sollen auch die ehemals tschechischen, jetzt polnischen Teile ge­schlagen werden, an die Fritze tritt cm Wirtschastsrat, der aas Deutschen, Polen und Tschechen bestehen soll

Dar.-m, daß die Spaltung des deutschen Volkes I* Zwei Lager immer offenkundiger wird, ist der Reichskanzler durch die Reden der letzten Zeit wesentlich mitschuldig, und er müßte feine Mahnung vor allem selbst beherzigen.

werde die Regierung keinen Augenblick schwanke». Die Regierung habe Vertrauen zu der gegenwärtigen deut­schen Regierung. In der Kämmer werde er sich ausrue sprechen haben. Wenn ein «maler Deist das Geheim-« nis besitze, alles bester zu machen, als er, so werd« er ihm sofort den Platz räumen. Aber bis zu diesem Beweis und so lange er noch nicht die Barke im sicheren Hasen hab«, wolle er bi« Hand am Steuer behalten. Briand sprach dann von den Reformen, di« durch^eführt werden müß­ten, von den Ersparnissen, die man zu realisiere»! versuchen werde. Das Land verlange eine umfangreich« Tätigkeit. Es sei «in schönes und schickes Land. Das sei vielleicht ein etwas vulgärer Ausdruck, aber er gebe seine Gedanken richtig wieder. Die Regierung werd« mit Unterstützung der Kammern das Regime zwischen den beiden Extremen ins Gleichgetvicht bringen. Frank­reich werde das Frankreich, des Friedens und der sozialen Gerechtigkeit bleibe«.

failler Vertrag als Verrat gegen die Verbündeten b« zeichnete. Wilson forderte den Boykott der deut­schen Waren, stieß aber auf lebhafte Opposition! der Anwesenden und mußte vorzeitig die Tribüne ver­lassen. ,

DieOderhesfijche Zeitun i erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 6 Mk, durch die Post 6.15 Mk. Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag »en Dr. E. Hitzeroth. Druck der llnio.-Buchdruckerei von Job. Aug. Koch, Markt 21.23 Fernsprecher 55, Post­scheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Rückkehr des Reichskanzlers nach Berlin.

Berlin, 9. Okt. Reichskanzler Dr. Wirth hat seinen Urlaub abgebrochen und ist heute abend nach Berlin zurückgekehrt.

SkaubübersAle.

B eut he n, 8. Okt. Am Donnerstag wurden in den späten Mendstuudeu aus der Schichtmeisterei der H'eiuitzgruöe 115 000 Mark geraubt. Der Raub war dadurch ermöglicht worden, daß der Schichtmeister vor dem geöffneten Geldschrank infolge Herzschwäche zu- sammengebrochen tont.

Bo gut schüh, 8. Okt. Heute vormittag wurde die Stationskasse von Bogutschütz von vier Banditen überfall en. Diese hatte es auf die Barsch-- getder für die Arbeiter, die heute ausbezahlt werden sollten, abgesehen. Der Raub mißlang und die Räuber entflohen auf den Kirchhof, wo sich ein Gefecht ent­spann. Von den Räubern soll einer verletzt sein.

Sohra«, 8. Okt. In der Nacht zum Freitag wurden aus der hiesigen katholischen Mich« drei gol- bene Kelche entwendet.

Mißglückte drutschfeindüche Rede WilsouS.

London, 8. Okt. DieTimes" meldet Rewyork: Der frühere Präsident Wilson hielt in ka«o eine Rede, in der er jedes Abw eichen vom

Marburg MM, tat iO. MM SttShMrdto

j Set RMMzln fiter die Sage.

!^esürcht«ngen wegen Obersckleficns. Aufruf zur 1 " Einigkeit.

Offenburg, 9. Okt. Anläßlich des 25- jährigen Iubiläumsfestes des katholischen Arbeiter­vereins Offenburg hielt Reichskanzler Dr. Wirth «ins Rede, in der er sagte:

Ich gehöre nicht zu denen, die den Begriff der

lich zu machen, im vollen Einverständnis mit Frankreichs Verbündeten handeln müssen. Ohne diese Solidarität wär« die Ausführung des Vertrages unmöglich. Aber niemals könne Frankreich alles verlangen, was man ihm ichutde, «veil es Dinge gäbe, die man nicht bezahlen könne. Um den schlechten Willen des deutschen Militarismus zu besiegen, habe seine Regierung die Besetzung von Düssel­dorf, Duisburg und Ruhrort beschlosten. Das feien Er­eignisse von großer Bedeutung, di« der Regierung nicht auf das Attivkonto gebucht worden seien, während man von ihrem Debet großes Aufheben mache. Die Mobiit- sieruug der Jahresklasse 1919 habe die Regierung nicht leichten Herzens unternommen. Das Ergebnis habe gezeigt, daß sie gerechtfertigt gewesen sei, denn am Jahrestage deS Friedensschlusses von Frankfurt habe der deutsche Reichstag die Niederlage Deutschlands an­erkannt. Hätte man die Jahresklasse 1919 noch länger draußen gelassen, dann hätte man den Kriegszustand unnötig verlängert. Seitdem habe Deutschland gewistcn- haster als in der Vergangenheit seine Verpflichtungen er­füllt, und es habe entwaffnet. Frankreich werde, oh« etwas von seinem Recht ans Sicherheit aufzugeben, nicht vergesse«, was es de« Verbündeten schulde. Jetzt sei Frankreich nach Ueberftt eingeladen. Frankreich mühe gerüstet bleiben, solang seine Sicherheit nicht sicher- gestelli fti. Frankreich Habe ein Anrecht auf EutsclFdr- Lungen und auf seine Sicherheit. In dieser Richtung

Die Kämpfe in Kleinasien.

Keine Verhandlungen vor Räumung Kleinasiens.

Konstantinopel, 9. Okt. In amtlichen türki« scheu Kreisen wird bestätigt, daß von Friedensunter- handlnngen nicht die Rede sein könne, bevor di? vollständige Räumung Kleinasiens und Thrazien- durch die Griechen erfolgt sei.

Angora, 8. Okt. Hävas meldet: Der Feind, der eine Verteidigungslinie 6fi Eskischehi: zu erreichen sucht, i|lj in seinen Arbeite« durch unsere Angrisir beträchtlich gestört worden. Trotz der fortdauernder» Regengüsse sind unsere Truppen im Abschnitt Lfürru- Karchffsar ständigem Bo;xK cke n. Sie hüb«

6iie Siede MM.

Varis, 9. Okt. Ministerpräsident Briand hielt heute bei einem »u seinen Ehren veranstalteten Bankett in St. Nazaire eine Rede. Er sagte: Er habe die Regie­rung übernommen in der Absicht, den Frieden sicherzu­stellen, damit er Frankreich fein Recht auf den Frieden gewährleisten könne. Das fei vielleicht keine Politik, die die Massen begeistere. Aber sie führe wenigstens nicht zu Eventualitäten, aus denen die Länder oft ruiniert her­auskämen. Während der Frildensverhandlunzen habe Frankreich Konzessionen machen müssen. Wenn also die guten Franzosen, die den Frieden unterhandelt hätten, gezwungen gewesen wären, sich damit abzufinden, dann müßten die die elementare Intelligenz besitzen, um zu begreifen, daß er, der erst zwei Jahre nach dem Wasfe«- stillstand zur Regierung gelangt sei, oh« ein vollkom­menes Instrument in Hainen zu hoben, kein vollkorn- nicues Werk habe fchafsen können. Wie seine LorgLngcr, habe er, um die Ausführung des Friedcnsverirazes. mög-

Dte Tnchpen der Verbündete«.

Paris, 9. Ott. .Chicago Tribüne" meldet: I» »er gestrigen Sitzmrg der Bstschafterkonferem vertra­ten die Vertreter Englands und Italiens die Ansicht, daß die gegenwärtig in Oberschlefion besindltchen Truppen ausreichend stark feien, um die Ordnung auf­recht zu erhalten.

Sin Bekehrter,

Kattowitz, 8. Okt. Zn politischen Kreisen «regt der Uebertritt des verantwortlichen Redak­teurs desOberschlefifchen Wegweisers" großes Aussehen. Wegen kaum glaublicher Korruption, Gewalttaten, Irreführung des oberschlesischen Volks wandte er sich von der polnischen Seite ab. Er er­klärt u. a.: Wie Schuppen fiel es mir von den Augen, als ich bei einem politischen Besuche bei dem Ministerpräsidenten Witos in Warschau und fei Besprechungen in Beuthon Gelegenheit hatte, Einblick in die Eeheimakken und Geheim- absichten Korfantys und der Warschauer Regierung zu nehmen. Da wurde es mir klar: Bei Korfanty und Warschau spricht kein Herz für uns OberschlcKer, kein Mitgefühl mit unfern jahre­langen Leiden, nein, hier spricht Eigennutz und Unbarmherzigkeit, hier worden unsägliche Seiden für das sberfchlesische Volk erfunden und aus die raffinierteste Weife in die Tat umgefetzt. An meine oberschl»sischen Landsleute richte ich die Bitte: Laßt ab von der euch eingeimpften polnischen 5&ee! Ihr seid Oberschlesier und habt mit War­schau nichts gemein. Der polnische Gedanke ist euch mit Lug und Trug und Blut in eure Reihen getragen worden. Rettet eure schöne Heimat vor Polens

Ar Stoten 6« »Wie an MM.

Amerikanische Kritik an der Verwendung der geliehene» Gelder.

London, 8.DH. Einer Meldung derMoruin- Post" zusolge erklärte der demokratische Senator Mc. Kellar im amerikanischen Senat, die europäischen Ratio« -neu müßten ihr« Schulden an Amerika bezahle» und ohne Verzug mit der Bezahlung beginnen. Da- amerikanische Vock werde mit nichts anderem einverstan­den sein. Das Geld des amerikanischen Volkes sek Großbritannien geliehen worden, um das britische Reich zu schützen- Man leihe Frankreich daS amerikanisch« Geld, damit es ei« große Nation werde. England habe letztes Jahr für feine Flotte 760 Millionen Dollars ausgegeben und 300 bis 500 Millionen Dol­lars für den Ankauf von Vetroleumgebia- teu in allen Teilen der Wett. Während England z» diesen Zwecken Geld zur Verfügung stehe, behaupte es» für die Bezahlung her Zinsen seiner Schulden an die Vereinigten Staaten nichts übrig zu haben. Statt zn zahlen, mache England dem amerikanischen Geschäft Kon­kurrenz. Der amerikanische Seator Lenroot erklärt« tu einer Rede, wenn England einer Rüstungsverminderung nicht zustimme, müsse Amerika England sagen, daß e* ihm nicht gestatten könne, das amerikanische Geld, zum Ausbau der englischen Flotte zu benutze«.

Das Hilfswerk für Rußland.

Die Vorbedingungen der Hilfeleistung.

Brüssel, 9. Ott. Die internationale Hilfskon­ferenz für Rußland nahm fünf Entschließungen an und vKNdete damit ihre Arbeit. Die erste Entschlie­ßung erttärt, daß die durch die Hungersnot hcrdorge- rusenen Verheerungen unter der russischen Bevölke­rung derart schwer sind, daß die Konferenz das sofor­tige materielle und finanzielle Zusammenarbeiten bet verschiedenen Negierungen für notwendig hält, um dadurch das ausschließlich humanitäre und charitativ« Hilsswcrk der privaten Organisationen zu unterstützen. Eine ffrenge Kontrolle durch die Vertretungen der Mächte in Rußland sei unerläßlich. Die zweite Ent­schließung bestimmt, daß die Regierungen und die pri­vaten Organisationen anfgefordert werden sollen, bis zum 1. November sich über die Wichtigkeit ihres Zu- san'.menarbeitens zu äußern. Die dritte Entschließung steht vor, daß eine Mission nach Rußland entsandt wird, um über die tatsächliche Lage Bericht zu erstatten. Die vierte Entschließung lenkt die Auf­merksamkeit der Fürsorge des Roten Kreuzes auf die Rettung der großen Zahl rufstscher Kinder durch Methoden, welche von detMSeseltfchasten vom Rolon Kreuz sür die besten gcMlen werden. Die fünfte Entschließung erklärt, daß vor der Gewährung von Krediten die Regierungen die Anerkennung der b e st eben den Schulden und der anderen Ver­pflichtungen. die aus der Verantwortltchkeit der russi­schen Regierung resultieren, durch die Sowjetregierung fordern werden. Außerdem sollen entsprechende Ga­rantien für alle gewahrten Kredite gegeben werden. Die Konferenz legt Wert darauf, zu erklären, daß sie beim Fassen dieser Beschlüge sich von der Verfolgung keines politischen Zieles bat leiten lasten. Die ita- lienifche Abordnung machte hinsichtlich der Anerken­nung der Schulden durch die Sowletregierung Vor­behalte.

Iiliiaittfll« zM«l Mkrßmkrsi Hilft den MW«.

Nach Genfer Meldung« muß angenommen weifen, daß die Entscheidung des Völkerbuubsrates übe» Ober« schlesien bereits gefallen ist, und zwar zu Ungun- st en Deutschlands. Die Mächte es wird nicht gefagt welche weigerten sich jedoch (ent­gegen ihrer Erklärung, das Gutachten des Völker- bundSrates anerkennen zu. wollen) ihren Vertretern bie Billigung der Entscheidung zu gestatte«. Es w»ä> da­rüber gemeldet:

Paris, 9.Okt. Nach einem Bericht des Genfer Korrespondenten d-sNr«y»rk Hecalb" liegt dk« Ent­scheidung des VSikerbundSoats den Mächten bereits vor, diese weigerten sich jofech, thren V«tret«n im Völkcrbutcdsrat bereu Billigung z» gestatten, falls nicht gewisse Abänderungen getrosten würde«. Es ver­laute, daß ein nichteuropmscbes Mitglied des BZtkec- bundswtes drohte, sich von der ganzen AugehMicheit zurückzuziehen. Der VölkerbundZcat halte jetzt nur noch zum Schein Sitzungen ab. Inzwischen würden von den Mächten Gcheimverhandlung« über die'borge- cchlaoene Lösung fortgefirhrt.

Nach einer französischstt Meldung aus Genf soll der Beschluß des Viererrates dem BAkerbundsrat noch nicht vorgelcgt worden jftin. DaS werde erst Ende dieser Woche geschehen. Es handelt sich offenbar um die offizielle Vorlegung b?3 Beschlusses. Der New Bork Herald" spricht von einerganz und gar in^orhergeschenen Lage". Wie dem auch sein mag, jedenfalls kommt eine ungeteilte IulMigung Oberschlesiens arr Deutschland nt cht in Frage. Wel­cher Att die Entscheidung sein wird, ergibt sich aus folgenden Meldungen:

Paris, 9. Okt. DemNew Uork fceraö" wird <iuS Genf über die ins Auge gefaßte, zum Gegenstand einer scharfe« Erörterung geworfene Lösung der oberschtefffcheri Frage berichtet, sie enthalte nicht nur gewisse Abände­rungen der Sforzalmie, sondern auch den Vorschlag, ein? br eigtiebrige Kommission unter dem Völker- bund einznsetzen, die etwaige wirifckaftlrche Streitigkeiten beilegen solle. Tie Kvu-mijsi-on tvürde keine Verwaltunssbofugnisst haben, roie die Saarkommistion, sondern ledizllch Streitigkeiten zwischen den deutschen und polnischen Gemeinwesen beiderseits der vorgeschlagenen Linie regeln, deren Wirifchaftslrb u -n gegenseitiger Abhängigkeit. stehe. Tie Kommission folle rnfamnrengefetzt sein aus je einem Teut'chen, einem Polen und einem Neutraleu. Der Gedanke fei von dem belgischen Delegierten HymanS ausge§angjn und schließ­lich von seinen Kollegen gebilligt worden. Im einzelnen seien die Befugnisse der Kommission gegenwärtig Gegen­stand einer Kontroverse unter den Mächten. Gcrüchi- «reise verlaute, baß die engllfche Regierung in gewissen untergeordneten Einzelheiten Einwendungen gegen die vorgefchlagene Grenze erhoben habe. Diese Linie werde Königshütte und Kattowitz an Polen fallen lassen, obwohl Lloyd George kn Paris darauf bestanden habe, baß sie Deutschland zugesprochen werfen soSou.

In der Umgebung Briands spricht man bereits davon, daß Polen 6» bis 62 Prozent deS oberschle- siscken Kohlenreviers,und 50 bis 55 Proz. des Industriegebiets zugewiesen seien.

Wie dasDeutsche Tageblatt" meldet, habeir die beiden Sachverständigen, der Schweizer Herold und der Tscheche H'odacz, solgeudes Gutachten ausgearbeitet:

Das Industriegebiet wird so geteilt, daß ettva zwei Fünftel mit den Städten Kattowitz, Königshütte

liegen. Ein Volk, das den ernsten Willen zeigt, ein Wolk, das aufrichtig ist, eine Reichsregierung, auf bereit Wort man unbedingt trauen kann, werden »ns das Vertrauen der Welt wieder erwerben, feier und dort finden wir bereits Verständnis. Die Dcoße wirtschaftliche Krise, die die Welt durchlebt, wird die schwierigsten Probleme aufwersen. Man feilte nur an die vielen Millionen Arbeits­losen, die in England und Amerika existieren. Also nicht nur wir, sondern auch die Siegerländer haben mit großen Sorgen zu kämpfen. Wir haben }mot Frieden, aber nicht den wahren wirtschaft- fidjeit Frieden. Der Reichskanzler sprach dann von fen Zwangsmaßnahmen am Rhein und sagte: Be­sonders die militärischen Zwangsmaßnahmen emp- !finden wir immer als Unrecht. Wir werden sie weiterhin als ein Unrecht empfinden. Es fei nicht gerade eht Ruhmesblatt für die Geschichte der Ver­bündete«, daß sie die militärischen Zwangsmaß­nahmen noch nicht aufgehoben haben. Aber er hoffe, daß der Tag nicht mehr fern fei, wo der Krieg tzushöre und daß dann alle verständigen Menschen sich an einem Tifch zusammensetzen, um zu beraten, wie der drohenden wirtschaftlichen Krise, in der ganzen Welt entgegengewirkt werden könne.

Der Reichskanzler kam dann auf die ober- schlcfif che Frage zu sprechen und sagte u. a er lei sehr beunruhigt über das Schicksal dieses Landes. Er wisse nicht, ob man etwa Lust ver- püre, ein neues Land im Osten zu kon- t r n: e r e n. über das in Deutschland noch Zahr- jtiii;) lang getrauert werden würde. Heute wäre not.3 eine'Verftändigung mit dem polnischen Volke «ögtich. In B -schon habe jedoch die Ver- ig r ö ß e t u ii g s u t die Geister verblendet, und das polnische Volk gehe dazu über, sich mit dem deutschen Volke zn verfeinden, nachdem es sich Me Rußen zu in Todfeind gemacht habe und obwohl in !Litauen und Galizien der Kampf noch nicht ab-- refchlossen sei. Soll zwischen dem deutschen Volk Md dein polnischen Volk ein verpestender politischer Leichnam gelegt werden? Der Gedanke an eine Mche Konstruktion sollte die Politiker aller Länder sAbhalten, den Schritt zu tun, dem deutschen Volk ^deutsches Land, das jahrhundertelang zn uns ge­hörte, durch ein Diktat zu rauben. Das deutsche Molk wisse nichts amtlich »über die Stimmung im Bölkerbundsrat. Das deutsche Volk, das guten Willens sei, ein Reich der Freiheit und Gerechtig­keit, ein Reich des Friedens mit allen Völkern mit eigener Hand unter größten Opfern aufzubauen, dürfe nicht enttäuscht werden. Um des Schicksals insbesondere des arbeitenden deutschen Volkes willen sei für uns eine gerechte, eine weitaus- sthauende, eine feiner Bedeutung angemessene Ent­scheidung in der oberschlcsischen Frage eine Lebens- Notwendigkeit. Der Reichskanzler forderte schließ­lich zur Einigkeit auf und warnte eindringlich davor, das deutsche Volk in zwei Lager zu spal­ten. Rur die Zusammenfassung aller Kräfte, auch des Besitzes, könne uns wieder auf­recht führen. Dann streifte der Reichskanzler die Verhandlungen mit den Vertretern der Industrie, des Handels und der Banken und gab feiner An- »cht dahin Ausdruck, daß er durchaus damit ein- ferstanden sei, daß jene Kreise auch mit die Ver­antwortung tragen an der Führung der Regie- rungsgefchüfte. Aber täuschen dürfe man das deutsch« Volk nicht, das Angebot müßte Wirklich­keit werden. Das deutsche Volk sei zu reiten, wenn es sich selbst nicht ausgebe. Auch für uns wird wieder einmal ein Tag des Friedens und der Frei- fcit, ein Tag des Wohlergehens beschicden sein.

Der Äiqetgettptet» beträgt für die 9 geb». Lolonelzeil« oder deren Raum 1. Mk, mnMche und auswärtig« 1.80 Mk. Ändere Spaltenbreite« nach entsprechender Berechnung. Spät einlaufende oder den Raum über l/r Seite einnehmende An­reiz« sind wir berechtigt, nach der TextspaUenbreite zu jetzen und zu berechne». Soges. Reklamen berechnen wir die Z«le mit 4 Mk. Jeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Bet Buskunst durch di« Geschäftsstelle und Vermittlung der Ange­bot« 75 Pfg. Sondergebühr.

ßlmtsmüdigkeit kennen; wir wollen, auch wenn sich die schwersten Wogen hoch auftürmsn, nicht ver- zagen. Wir müssen uns große Zurückhaltung auf- 5 erlegen; denn wir dürfen nicht vergessen, daß die i. Völker um uns noch immer uns mit starkem Haß perfolgen. Wir müssen zeigen, daß wir mit dem . Miederaufbau Ernst machen und tun, was in un­seren Kräften steht, um zu diesem Werke beizu-

Ärmliches DerLmdigMgMM des KMfes Mrwmg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

und Benthen an Polen fallen. Das an Polen t>->» xx abzutreteufe Gebiet soll »virtschaftlich eine gewisse Zeitiworden.