Anzeiger für (das früher kurheUche) OLerheffen
Die „Oberhesisiche Zeituni" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich
6 Mk., Lurch die Post 6.15 Mk. Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder'
«r. 232 elementarer E eignisse kein Ersatz. — Verlag von Dr. C. Hitzeroth. — Druck der Univ.-Buchdruckerei von 2oh. Aug. Koch, Markt 21,23 — Kernsprecher 55, — Post-
1921
Barrabatt.
scheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
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Regierung gerichtet gewesen fei, sondern sie hätte ma eine Kundgebung für Rußland fein sollen. Er bestreitet die Absicht gehabt zu haben, den Bürgermeister abzusetzcst. . • : s ;: '■>
zinergasse zwischen Zivilpersonen und Reichstvehrange- hörigen aus bisher unaufgeklärter Ursache zu Tätlichkeiten, in deren Verlauf zwei Zivilpersonen und drei Reickswehrangehörige durch Messerstiche erheblich ver- lcht wurden. Ein Verletzter ,ein Hilfsmontrur, ist nach seiner Einlieferung ins Krankenhaus gestorben. In der Neuburger Straße wurde ein Neichswehrsoldat durch den Händler Brande! durch einen Stich in die rechte Bnistseite schwerverletzt. Brande! ist verhaftet.
Zusammenstöße in Augsburg.
Augsburg, 3. Okt. Am Sonntag nacht gegen Uhr kam cs an der Ecke der Kaiserstraße und Kapu-
3iim We dtt Söiiias m Ätemto.
Stuttgart, 3. Okt. Aus Bebenhausen wird gemeldet, daß die Beisetzung des früheren Königs von Württemberg am Freitag vormittag 11 Uhr auf dem Alten Friedhof in Ludwigsburg an dev Seite feiner ersten Gemahlin stattfindet.
Vion der württcmbergifchen Regierung wurde an die Königin-Witwe Charlotte ein Beileidstelegramm gesandt, in dem es u. a. heißt: „Niemals wird in den Herzen der Württemberger die dankbare Erinnerung uns gelöscht kreiden, welch edler und hingebender Fürst der Verewigte dem Lande und dem Volk so lange Zeit
Den Lod dieses sympathischen deutschen Fürsten führte eine Erkältung herbei, die ursprünglich harmlos schien, aber rasch die Lungen ergriff und eine immer stärker werdende Herzschwäche zur Folge hatte. König Wilhelm war in erster Ehe verheiratet mit Prinzessin Marie zu Waldeck-Pyrmont. 1886 vermählte er sich mit der Prinzessin Charlotte zu Schaum- burg-Lippc. Sein einziges Kind, Pauline, eine Tochter aus erster Ehe, ist mit dem Fürsten Friedrich zu Wied vermählt.
gewesen und was er ihnen auch im Wandet der Zeil und der Verhältnisse in treuester Liebe bis zuletzt geblieben ist. Sein Andenken wird dankbar und treu bewahrt werden. Hiebes Staatspräsident.
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München, 3. Okt. Die „Münchener Augsburger Abendzeitung" erhält von Korvettenkapitän Ehrhardt folgende Zuschrift:
Seit den Kapptagen kehrt von Zeit zu 'Zeit die Nachricht wieder, daß ich mich mit dem Gedanken eines neuen Butsches trage. Ich legte diesen Nachrichten keine Bedeutung bei, da ich sie für eine propagandistische Mach? von linksradikaler Seite hielt. In letzter Zeit beginnen jedoch auch an verantwortlicher Stelle stehende Männer diesen Alarmnachrichten Glauben zu schenken, und cS beginnt eine gewisse Beunruhigimg Platz zu greifen. Ich erkläre deshalb:
1. Ich habe nach dem mißglückten Kapp-Putsch kein Bedürfnis, mich nochmals an einem solchen -unvorbereiteten, planlosen Unternehmen zu beteiligen. Ick versönlich habe vielleicht am allermeisten von allen Vc- teiligten an den Folgen dieses verunglückten Putsches zu leiden gehabt.
2. Ich sehe ganz klar, daß ein neuer Putsch zum Sä) eite in verurteilt ist. Das Bürgertum ist zerrissener und unheitlicher denn je. Die Mackkmittc! des Staates sind im Vergleich zum März 1920 erheblich gefestigter. Die Führer denken nicht daran, ihr sicheres Brot zu riskieren.
3. Ich halte es für ein V e r b r e ch e n an der Nation, jetzt, wo schwache Aussichten bestehen, unsere Wirtschaft vor dem Zusammenbruch zu retten, indem durch große Opfer vielleicht die Erfüllung des Ultimatums möglich wird oder doch durch den Versuch der Erfüllung Milderungen erzielt werden können, durch einen Gewaltakt störend, ja vernichtend in diesen Prozeß einzugreifeu.
4. Eine Einsetzung meiner Person als Putschist ganz gleich, ob daö Vaterland dabei in Scherben oder nicht.' verbietet sich mir. Ich habe seinerzeit aus tiefster Ueberzeugung, dem Vaterland zu helfen, den Kapp- Putsch mitgemacht. Ich habe daraus, meine Lebren gezogen. Mag man mich noch so sehr anseinden, verfolgen und verhetzen, nie werde ich etwas unternehmen oder zu etwas die Hand bieten, was unserem Lande, unserem Volke zum Schaden gereichen könnte. Insbesondere bitte ich, mich endlich außerhalb der öffntlichen Diskussion zu lassen. Ein Fingerzweig für die Negierenden: Alle die Männer, die vcrbännt fern der Heimat leben, (ebnen sich nach ihr zurück und nach friedlicher Arbeit. Weshalb gewährt man es ihnen nicht, >vo sonst so viele amnestiert werden? Die Sorge um ihr Tun und Treiben wäre damit gegenstandslos.
Seitz, zu oet laufe«, stadt 27.
Bei Auskunft durch die Geschäftsstelle und Vermittlung der Angebote 75 Pfg. Sondergebühr.
Zurück aus Avignon.
Mannheim, 3. Okt. Gestern Nacht 11 Uhr ist nach fünfjähriger Gefangenschaft der deutsche Kriegs-, gefangene Goldammer aus Avignon zurückgekehrt. Goldammer hat sich besondere Verdienste dadurch erworben, daß er in Avignon einen Hilssausschust für die deutschen Kriegsgefangenen gebildet hat, dem cs ge- inußen ist, die Lage der unglücklichen Deutschen wesentlich zu verbessern. Auch in dem früher berüchtigten Lager Cuers sind die Zustände besser geworden. Insgesamt befinden sich noch 63 Deutsche in französischer Kriegsgefangenschaft, ferner 7 Angehörige von früher verbündet gewesenen Ländern. Goldammer hosst, daß ter Rest dieser Unglücklichen begnadigt werden wird.
Die EMeidmg aber NeWeN.
Das Gutachten des Vötterbundsrates.
Paris, 3. Okt. Nach einer Meldung der HavaS- agentur aus Genf bestätigt es sich, daß der Völkerbundsrat in der Lage sein toerbe, fein Gutachten über die vberschlesisch: Frage nächsten Samst ag oder Sonnta g bekannt zu geben. Der „Temps" fügt dieser Meldung hinzu, der Völkcrbundsrat werde mit anderen Worten, an diesem Tage dem Obersten Rat die Lösurig mitteilen, die er für die Teilung Oberschlesiens anempfehle.
Berlin, 3. Okt. Blätrermeldungen aus Kattowitz zufolge wurden gestern zwei weitere Vertreter der oberschlcsisch-deutschen Gewerkschaften vom Völkerbundsrat nach Genf berufen. Der oberste polnische Volksrat in Benthen entsandte drei Vertreter nach Genf.
Ein Hohverralsprozetz.
Leipzig, 3. Oft. Das Reichsgericht begann mit dem Velberter Hochverratsprozeß. Den Borsitz führt Senatsvräsident Dr. v. Pclargus, die Anklage vertritt OberreichSauwalt Dr. Ebermaier. Angeklagt sind 14 Angehörige der K. A. P. D. aus Velbert, Tüsselderf und Elberfeld, darunter eine Frau. Den Angeschuldigten wird Hochverrat vorgeworfen, begangen durch den» am 20. August 1920 unternommenen Versuch, in Velbert die öffentliche Gewalt in die Hände der Kommunisten zu bringen, utt die Räterepublik auszurufen. Tie Vernehmung des Hauptange- klagien, des Schlossers Wilhelm Graß aus.-Velbert, US Vorsitzenden der dortigen K. A. P., beansprucht lange Zeit. Er leitete das ganze Unternehmen, veran- lcPte die Besetztung der öffentlichen Gebäude und „requirierte" 1100 OOOi Mark, ließ einen Teil davon verteilen und entwaffnete den Polizeikommissar. Ter Angeklagte behauptet, daß die Aktion nicht gegen die
stenergesetz besteuert nicht den Luxus, sondern not» wendige Bedarfsartikel. Die Folgen waren Ä-lriebS» einfckränkungen, Arbeilercntlassnngen. Der Ausfall an ärgeren Steuer» war größer als bei der Luxussteucr. Wenn Rathenau Privatorganisationen frei der Verteilung von Reparationsleistungen hinzuziehen will, so sieht das sehr nach Planwirtschaft aus. Das lehnen wir ab. Wir fordern eine produktive Erwerbslosenfürsorge, Arbeitsstreckungen heilen unseren kranken Wirtschaftskörper nicht. Voraussetzung für die Genesung unseres Wirtschaftslebens ist die Herabsetzung der Versailler Forderungen.
Abg. Dr. P i n k e r n e i I (D. Vpt.): _ Ueüertrieüeaer Zentralismus ist vom liebel. Preußen ist ein eintzett- liches Wirtschaftsgebiet, deshalb müssen preußische Gebietsteile unter preußischer Verwaltung bleiben. Blondere Aufmerksamkeit verdient die „friedliche Durchdringung" der Rheinprovinz durch Frankreich. Die oberschlesischen Kohlen und Erze können wir nicht entbehren. Die nächste Goldmilliarde kann die Industrie nicht beschaffen. Wir müssen der Industrie die Möglichkeit zu exportieren geben. Verschwinden muß die Handels- und produktions- feindliche Luxussteuer. Notwendig ist die Reform der Gewerbesteuer. Bei den Reparationsleistungen soll der Lieferer fein, der am besten unv billigsten liefert. Den Typ des deutschen Handwerks wollen wir erhalten wissen. Aus ihm ist das deutsche Unternehmertum entstanden. Tas Reichsarbeitsgesetz erscheint uns zu schematisch. Tas get»erbliche Lohnwesen mnß restlos den Handelskammern unterstellt werden. In Zukunft hat Deutschland feine Schlachten zu schlagen mit der deutschen Maschine und der deutschen Qualitätsarbeit.
Nächste Sitzung Dienstag 12 Uhr: Fortsetzung, Land» wirtschastshaushalt. ।
Marburg MM, ta 4. Met «ilbhardt.
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Die MekMMemgW.
Von Dr. A. Thiel, Professor au der Universität Marburg. ‘
Der deutsche Bürger ist von früher her immer noch gewohnt, das deutsche Schulwesen als ein in organisch« Entwickelung entstaickenes, in zweckmäßiger Vielgestaltige leit allmählich gefestigtes, wenn auch eines ruhigen Weiterausbaus hier und da sicherlich bedürftiges Gebilde anzusehen. Er lebte der Ueberzeugung, daß er leinen Anlaß hätte, sich um die Weiterentwicklung dieses Kultur« saktors selbst eingehender. zu kümmern, weil er diesen Prozeß bei den verantwortlichen Stellen in guten Händen wußte. Seit einigen Jahren aber geht durch die Eltens schäft fcer höheren (und Mitte!-) Schulen eine sich immer noch steigernde Beunruhigung, weil in den ehedem stetigen Entwicklungsprozeß sprunghasi« Bewegung gekommen ist und beängstigend viel herumexperimentiert wird, nicht nur in kleinem Maßstabe, wie das zur Erprobung neuer Gedanken ja nötig ist, sondern gleich im allergrößten Ausmaße. Leider drängt sich dabei der Elternschaft das Empfinden auf, daß diese „großzügigen" Experimente mit durchaus unerprobteu Neuerungen nicht dem Zwecke bienen, dem deutschen Volke in Zukunft Generationen von besonders gründlich und vielseitig gebildeten jniisett Leuten beiderlei Geschlechts zu schenken und somft die für das künftige Schicksal des Vaterlandes so unentbehrlichen Höchstleistungen vorzuberecken, sondern daß sie ausschließlich um eines bestimmten innerpolftischen Prinzips willen vorgenommen werden. Jeder Deutsche soll in Zukunft ausnahmslos vier Jahre lang die Grundschule (d. h. Volksschule) besuchen und dann erst gegebenenfalls der höheren Schule zugeführt werden. Von dieser Maßnahme wird weitgehende Beseitigung noch vorhandener Gegensätze zwischen den verschiedenen Bevölke- >. rungSschichten, die Versöhnung zwischen Hand- und Kopfarbeitern, kurz der große soziale Ausgleich erhobt. Ja« wenn dieses Heil von den 6- bis 10jährigen Unmündigci» i kommen soll, wenn die Abc-Schützen Träger der Vev-, ständigung werden sollen, dann muß das als ein Versuch j mit unitauglichen Mitteln bezeichnet werden. Maßgebend für die persönliche Einstellung des Einzelne» in diesen Fragen sind die Jahre, in denen sich der i Charakter bildet, und daß in dieser Seit das Verständnis für die Eigenart der anderen Berufsllasse», und die Unentbehrlichkeit aller für das Volksgauze in den Angehörigen jeder solchen Klasse geweckt und damit die Achtung vor jeder , Art von Arbett begrfinbd und gestärkt werde, muß jeder wünschen, dem das Wohl des Vaterlandes am Herzen liegt. Das Grund- schulgesetz aber ist kein brauchbares Mittel zur Erreichung dieses Ziels und darum verfehlt. Wollte man ab« anderseits ganz schematisch alle Befähigten die höhe« Schule durchmachen lassen, nötigenfalls sogar gegen den Wunsch der EUeru, das Bildungswesen also vollkommen uniformieren, so würde mau wohl eine engere Berührung von Kindern aus allen Bevölkernngsklassen während der ganzen Schulzeit erzielen und hätte dann allerdings mehr Aussicht auf Durchführung des oben- erwähnten Ausgleichs, verstieße aber gegen das verfassungsmäßig fefigelegte Selbstbestimmnugsrecht der Eltern und würde zudem durch die rücksichtslose Heraus- zielmng der Intelligenz aus den sich bisher vornehmlich auf die Volksschule stützenden Berufen diese in d« verhängnisvollsten Weise schädigen.
Weil nun auf die Durchmischung all« Bevölkerungsschichten in der Grundschule vier Jahre verwandt werde» sollen, ergibt sich anderseits die stkotwendigkeit, die Normaldauer des Aufenthaltes in der höhere» Schule entsprechend aüzukürzen, um nicht die Gesamtschuldauer, wogegen mancherlei gewichtige Bedenken bestehen, zu verlängern: partieller Abbau der höheren Schulbildung. Man behaupte nicht, daß sich bei gutem Willen in 8 Jahren genau.ebensogut die bisherigen Ziele der höheren Schule erreichen lassen, wie bisher in 9 Jahren: jeder Kundige weiß, daß das eben ein Ding der Unmöglichkeit ist, namentlich angesichts der in unserer jetzigen Lage unentbehrlichen stärkeren Betonung der körperlichen Ertüchtigung unser« Jugend. Bleibt mithin nur eine Ermäßigung der Anforderungen. Hier ist darauf hingewiesen Wochen, daß Oesterreich und btt Schweiz bisher schon ihre achtstnsige höhere Lehranstalt gehabt haben ohne erkennbaren Schaden für den »Ur; oungszustand. Auch dieses Argument ist abzulehnen. Oesterreichische Zustände können für uns nicht maßgebend, sein, und die Schwei» besindet sich in ein« durch dir außenpolitische Verhältnisse bedingten Sonderstellung,' deren wir uns nicht erfreuen. Wir sind daraus ange- miesen, nicht nur die frühere Achtung der ganzen Welt vor unserer Qualitätsarbeft auf allen Gebieten zu erhalten bzw. wiederzuerringen, sondern hierin noch. Fortschritte zu erzielen. Denn wir leben nicht allein; für uns auf ein« friedlichen Insel, sondern mitten im schärfsten Konkurrenzkämpfe, in heftigstem Ringen um unsere Existenz, haben atso allen Anlaß, das Aeußerstk an Leistungen aus unserem Volk herauszuholen. Jed« Abbau der höheren Schulbildung ist demnach ein V«. brechen am Vaterlaicke. In richtiger Erkenntnis dies« Sachlage haben sich zahlreiche warnende Stimmen er-, hoben, die bringend von der allgemeinen Durchführung dieses gefährlichen Experiments abraten. Man sockty meinen, daß daranzhin die JaA hinter einem Phantom vorerst abgestoppt und zunächst ein Versuch i* WM
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Die schwedischen Wahlen.
Stockholm, 3. Okt. Das endgültige Wahlergeb- nts zur Zweiten Stummer des Reichstages liegt fetzt vor Die Sozialdemokraten crOtelten 640 000 Stimmen und 93 Mandate (früher 75), die Konservativen 454 000 Stimmen und 62 Mandate (srüher 71), die Liberalen 332 000 Stimmen und 41 Mandate (früher 43), der Bauernbund 185 000 Stimmen und 21 Mandate (früher 29), die Linkssozialisten und Kommunisten zufammen 127 000 Stimmen, die Linkssozialisten 6 Mandate (früher 5), die Kommunisten 7 Mandate (früher 2), die bürgcrlttf'en Parteien verloren also zusammen 24 Mandate an die sozialistischen und kommunistischen Parteien.
Ter Aeltestenausschuß des Landtags bestimmte, daß in dieser Woche nur noch kleinere Voranschläge erledigt werden sollen. Am Donnerstag wird der Ausschuß darüber beschließen, ob und wie lange eine größere banse in den Vollsitzungen ein treten soll. Mau rechnet mit einer Pause von Ende dieser Woche ab.
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Keltere BerMlmen zur Meta» ilrnMdm.
Einbeziehung d« Unabhängigen?
v Berliu, 3. Oft. Unter dem Vorsitz deS Reichs- kauzlers Dr. Wirth wurden heute mittag die Be- hrechuusten über M' Frage der Regierungsbildung km Reiche fortgesetzt. An den Beratungen nahmen sämtliche Mitglieder des Reichskabinetts und die (ei» lenden Parlamentarier von ben Mehrheitssozialisten tzsi zur Deutschen Bolkspartei teil.
j Ministerpräsident Stegerwald beraumte auf Mhmittags 4 Uhr eine Aussprache mit den Führern jb« Koalitionsparteien in Preußen über die Frage der «cgierungsbildung an, an der auch der Landtags» Präsident Leinert teilnimmt. Jin Anschluß daran wird leine Beratung des Reichskanzlers mit Stegerwald statt- jfinde».
Die Besprechung hat kein positives Ergebnis gehabt. EZ wurde beschlossen, daß jede Fraktion ihre Gnnch- ssvtze für weitere Verhandlungen und ihre Forderungen an die künftige Regierungspolitik schriftlich formulieren soll. Darauf soll dann darüb« in einer neuen Besprechung der Fraktionsftthrer mit dem Ministerpräsi- pt'.i'en Stegerwald, die am nächsten Donnerstag stattenden soll, b«aten werden.
1 Berlin, 1 Oft. Im Landtag fand gestern eine Besprechung der FraktionZführ« von der deutschen Woikspartei bis zur S. P. D. statt, um die Grundlagen (für eine Koalition zu prüfen. Die „N. P. N." berichten über diese V«handluugen: Die Sozial- pemokraten fordern mit Nachdruck, daß auch die Unabhängigen zur Regierungsbildung hinzugezogen »-erden. Sie berufen sich insbesondere aus die Er- «lärmig ber Demokraten vom 13. September, daß alle Karteien zur Regierung hinzngezogrn werden sollen, wenn fie auf dem Boden der rupublikanischen Versas- juii- stehen, sowie auch auf entsprechende Erklärungen »es Zenkrnms. Trotz mancher Vorbehalte erklärten Ichlietzlich Zentrum und Demokraten, daß sie grundsätzlich gegen eine Hinzuziehung der Unabhängigen Nichts einzuwenden hätten. Die Deutsche Volkspartei jhät sich ihre Antwort bis zum Donnerstag Vorbehalten.
In der Frage der Heranziehung der Unabhängigen zur Regierungsbildung soll nach den gestrigen Be-
I sprechungeu der Weg schriftlicher Erklärungen ein» ; Hefcklagen werden. Mündliche Verhandlungen über.
die Frag- der Regierungsbildung im Reiche werden vor- »nZ sicht! ich nicht vor Mitte nächster Woche triebet *aitjgemjinmen werden.
Mifter Snnbtng.
4 8. Sitzung vom 3. Oktober.
■' Ter Landtag begann mit der zwecke» Beratung deS ewZbalrs 1; Hande ls- und Gewerbever- ä l t u ii g.
) AlS erste Rednerin führt Frau Hanna (S.) auS: jver obligatortfche Fortbilbungsunterncht mülle auch für ,bie schulentlassenen Mädchen eiuaesührt werden. _ Ter ^schlechte und unregelmäßige Besuch der Fortbildungsschule jsei vov«llem darauf zurückznsühren, daß die Aröcit- ,<eber die Jugendlichen durch Drohung mit Lohnabzug ,vom Besuche der Schule aühalten. Um eine gründ» Echo LehrlinyZausbildung zu gewährleisten, fordere die ;Orgci:i)i&te. Arbeiterschaft Einfluß auf die Gestaltung der Lehrverträge. Ihre Partei protestiere dagegen, daß '«mu den ersten für den Auslaudsdienst bestimmten !Sck)ifjen die Minen reaktionärer Führer gegeben habe. ^Kidsrspruch rechts.) Den Anträgen des Hauptaus- V^fieS stimmt die Rednerin im allgemeinen zu.
Ter Haupiausschuß hatte u.a. Unterstützung ins- Lesondcre für den Ausbau der preußischen Messen in Breslau, Köln, Frankfurt a. M. und Königsberg «t Höhe von je 2 500000 Mark beantragt; er verlangt weiter beschleunigte Wahl zu den Handwerkskammern .und fordert Berücksichtigung des preußischen Handw«ks /« der Vergebung von Arbeiten und Lieferungen für Nvrdsrankreich und Belgien.
Abg. Dr. Hörster (Z.) sord«t nachdrücklichst auch * Aushebung der militärischen Zwangsmaßnahmen. Die '^rsüllung jeder üb« den Bersailkr Skrtrag hinaus- Dkhenden wirtschaftlichen Forderung lehnen wir ent» Mieden ab. Den guten Willen zur Erfüllung des Ultimatums müssen wir beweisen. Zu diesem Zweck «Cüiien alle Kreise unseres Wirtschaftslebens sich zu- '«nineniinden. Mit den Abwickelungsstellen muß ..ck'ich aufgeräumt werden. Wir sord«n Auskunft, wohin die Heeresbestände dieser Stellen gelangt sind. Den Schiebern dürfen sic auf keinen Fall zugänglich Hemacht werden.
' Abg. Clarfeld (D.-natz): Die Besserung im Wirtschaftsleben ist nur scheinbar. Ter Valutazustand »acht sich dauernd geltend. Tie Devisen-Spekulation trägt dazu bei, daß wir immer mehr verelenden. Wir fordern
völlige Beseitigung der Zwangswirtschaft iur Hebung der Produktion und Beseitigung des Schiebe r t u m s. Wie kommt cs, daß der Fall Ra Hardt erst jetzt die Ausmerlsamkeit der Behörden erregt? Tie VeranlagungSart der neuen Gewerbestcuer wird dazu führen, daß das ganze Betriebskapital in wenigen Jahren forrverdrauchl ist (sehr richtig! rechts). Tas Luxus-
itag Neu» isItr.Solb» CH. Runtz, en Stein. Belohnung ultadt 5.
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, empfiehlt »r-Wetziae
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65S55 -chmwr, <46111. -'IJ Uhr.
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Ir. 210'363» unten.
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Der Anzeigenpreis beträgt für die 9 gesp. Colonelzeile oder deren Saum 1.— Mk, amtliche und auswärtige 1.30 Mk. Andere Spaltenbreiten nach entsprechender r/>
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