Einzelbild herunterladen
 

MchM MW

Amtliches DeMndigMgMatt des Kretfes Marbms

Anzeige» für (bas früher kurheffifche) Oberhessen

)

Mk.

».228

M

AMem über Die WdermMmerhmdlAMN

AMebiim itr oirWIlitei

Die AegiemsrWdild«

Publikums unvermindert fortdauernd. Der Dollar wurde vorübergehend biS 182 gehandelt.

Di« ,F)berhessilch« Zeituni' ericheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis insnailich 6 SRI, durch die Post 6.15 Mk. Für ausfallende Nummern infolge Streiks ooer elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag von Dr. C. Hitzeroth. Druck der llniv.-Buchdruckerei von Jod. Aug. Koch, Markt 21.25 Kernsprecher 55, Post­scheckkonto: Nr. 5015 Amt strankiurt a. Main.

^er Anzeigenpreis beträgt für die 9 gesp. Lolonelzeile oder deren Raum 1.

amtlich« und auswärtige 1.30 Mk. Ander« Spaltenbreiten irach entsprechender KA

*"*** Berechnung. Spät einlaufende oder de« Raum überI, Sette einnehmend« An- Jj. nUylu.

an zeigen find wir berechtigt, nach der Tertspaltenbreite zu s-tzen und zu berechnen.

SOHIKtSlßO, BtH 29. 56Dl?niutt Sogen. Reklamen berechnen wir die Zerle mit 4 Mk. Jeder Rabatt gilt als

a' , * Barrabatt. Bei Auskunft durch die Geichastsstelle und Bermlttlung der Ange-

sche oing. bote ij Pfg. Sondergebühr.

i-

-

- tzktrofstn.

den

Der preutzifche Staatsrat wird am 11. Oktober zu­sammentreten. U. a. wird er sich mit ver neuen Städteordnune beschäftigen.

DMr scheint mir jetzt die Stunde so günstig tote noch nie leit der Reformation. Es kann sich heute nur darum handeln, Wege zu suchen, wie sich die politisch gesinnten, die tvahren Baterlandssreunde im katholischen und evangelischen Lager, in einem dauernden politischen Parteiverband auf dem Boden des Essener Programms zusammensinden können. Den Grundstock dürste di: ftentrumsaprtei abgeben. Worum eS mir zu tun ist.

im Interesse des deutschen Volkes zwischen Kalhsli"i? mns uni) Protestantismus einen möglichst dauernden politischen Burgfrieden und eine politische Urb-its gemeinschaft zu schassen.

Berlin, 28. Sept. Tie Münchner Tagung des Reichsverüandes der deutschen Industrie wurde heute durch den Vorsitzenden Dr.-Jng. Sorge eröffnet. Sorge erklärte die Bereitwilligkeit der Industrie, ihre aus- ländischen Kredite zugunsten des Reiches nutzbar zu machen unter der Voraussetzung daß sich an der Aktion die Landtvirtschast, die Bankwelt und der Handel beteiligt und daß die Regierung ihrerseits alles tue, um das Risiko der Zerstörung des letzten Restes unserer Wirtschaft 8ii verringern. Ruch Ansprachen des bayerischen Minister­präsidenten Grafen Lerchenfeld und des Bürger­meisters von München, der besonders die Treue Bayerns zum Reiche hervorhob, übermittelte der Wiederaufbau- Minister Rathenau die Grütze der Reichsregieruue und mit ihnen eine Anerkennung des bisher von der Industrie Geleisteten. Er hoffe, datz sich im Zusammen­hang mit den schiveüenden Verhandlungen über die Verbreiterung der Regierungsbasis eine intensivere - Be­teiligung aus Jndustriekreisen an der Führung bei Regierungsgeschäste durchführen lasse. Ueber die Red: Churchills in Dundee drückte ec seine Freude aus. 6e 'anders über den Plan, eine Zusammenarbeit 8er ziviii- "erten Völker in der Form eines Kongresses zu schassen Der neue Stur» unserer Währung habe die Uumög- -chkeit betviesen, unsere Reparationsverpilichtungen ledig 'ich durch Devisen abzulösen. Das Problem sei der Trial von Geld- durch Sachleistung. Bei den Ver 'xmdlungen mit Frankreich über die Sachleistungen han­dele es sich um Leistungen in Höhe von sieben Mil­liarden im Lause von viereinhalb Jahren. Tie Liefe­rungen sollen von privater Organisation ausgehen, br aber keine Kriegsgesellschaft, keine Kriegswirtschaft' und 'eine Reparationsrvirtschast darstellen solle. Sogleick nach der Ratifizierung der Verträge durch Frankreich hoffe er die notwendige Organisation auf nie Bein­stellen zu könnens

JntemationaleWährungskonferenz

London», 28. Sept. Laut Reuter nehmen die Vorbereitungen für die Abhaltung der internationalen Währungskonserenz in London Anfang Dezember einen guten Fortgang. Die Konferenz wird von bekannten englischen Finanzautoritäten in die Wege geleitet, um die ganze Währungssrage zu prüfen und ein Programm für die Maßnahmen zu entwerfen, wodurch dir W2H. rangen der verschiedenen Länder wieder hochgebracht und di« Goll>wcchrung wieder hergestellt werden soll. Die Chefs der einzelnen Länder sind zur Entsendung von Delegierten aufgcfordert worden. Zustimmend äußerten sich bereits die Bereinigten Staaten, Frank­reich, D eutschland, Niederlande, Schweden und Dänemark.

London, 28. Sept. Tie fortschreitende E n t - Wertung der deutschen Mark beschäftigt di: englische Presse in hohem Matze.Evening Standard" kommt zu beip Schluß, daß die deutsche Mark ein Mysterium sei. Man könne vermuten, daß Deutschland einer toirtschaftlichenKatastrophe zutreibe, und das könne sehr ernste Folgen zeitigen. TieWest­minster Gazette" schreibt, keine Finanrvolitik Deutsch- lanb8 könne es in den Stand letzen, die Entschädigungen zu bezablen, wenn es nicht eine ungeheuere Ausdehnung seines Aussuhrbandels vollbrinaen könne. Ohne diese Möglichkeit werd« die deutsche Mark immer weiter fallen.

Berlin, 28. Sept. Bei der heutigen Entgegen- nahn« der Börsenaufträge zeigte sich die Kauflust des

letzten in maßgebenden britischen Kreisen eingegangenen Berichten zufolge die interalliierte Kontrollkommission ihre Aufnahme der Entgegennahme der Zerstörung der von Deutschland ausgelieferteu Waffen so gut wie beendet hat und daß sie sich mit bet Kontrolle der ver schiedenen Polizeitruppen besaßt. Die Kontroll­kommission sei von den Fortschritten der Auslieferung und der Zerstörung der deutschen Waffen vollkommen befried igt. Fn amtlichen Kreisen wird erllärt, daß n icht die geringste Befürchtung wegen irgendeiner Möglichkeit herrsche, daß Deutschland in der' Lage sein könne, ein Heer zu organisieren und auszurüsten, das so groß sei, daß eS irgendeine Gefahr für die Verbündeten bedeute. Männer seien natürlich reichlich vorhanden, es fehlten jedoch alle uvttoen- digen W affen und die Ausrüstungen.

Die Eisenbahntariferhöhzmg.

Berlin, 28. Sept. (Amtlich.) Durch die am- 1. August erfolgte Erhöhung der Gehälter und 256ni| der Beamten und Arbeiter sowie durch die Steigerung; der Preise aller Materialien erwächst der Reichseisen. bahnverwaltung eine jährliche Mehrausgabe von rund 7 Milliarden Mark. Der vorläufige Reichseiseubahn» rat stimmte dem Vorschlag der Reichseisenbahnver­waltung, zur Deckung dieser Kosten eine Tariser» h ötittng von 30 Prozent vorzunehmen, zu. Die Erhöhung wird für den Güter- und Tierverkehr zum 1. November und für den Expreßgut- und Personen» , verkehr zum 1. Dezember durchgesührt. .

"«*----

VroWl Mn AM öd» dir Sage.

Berlin, 29. Sept. Vor Mitgliedern des Landes» Verbandes Berlin der Deutschnatisnalen Bolkspartri sprach gestern Prof. Martin Spahn, der auf dem deutschnationalen Parteitag in München seinen Nebe- tritt aus dem Zentrum zu dieser Partei begründet hatte, über die Ausgaben der letzteren. Er stellte betresjs. des künftigen neuen Blacks der Mitte die Frage: ..Würde es wirk! ich ein Block der Mitte werden? Würde es nicht im wesentlichen ein nach der Mitte erweiterter Linksblock werden?" Hergts Ruf nach, einem Rechtsblock hätte Stresemann das Wort von einer Volksgemeinschaft entgegengesetzt. Diese Volks»! gemeinschaft, die er anstrebe, wäre doch msiir dne, Arbeitsgemeinschaft von der Deutschen Volkspartei bis zur Mehrheitssczialdemokratie. Könne man sich wirk­lich eine wahre Gemeinschaft des deutschen Volkes vor- stellen, die die Partei a u s sch l ö s s e, in der vor allem die reichen inneren Kräfte M evangelischen GlaubeÄ. zu {tjäen wären?______________ ___________*

SbMIeW.

Die Entscheidung des Völkerbundsrates.

tV Paris, 28. Sept. Havas meldet aus Genf, in I Preisen der Völkerbundsversammlnng finde immer mehr das Gerücht Glauben, daß die Entscheidung des Rats fa der oberschlesischen Frage in der Richtung eines Greuz- : Verlaufs erfolgen werde, der sich der sogenannten Sforza-

Linie nähere. Indessen dürfe man dieses Gerücht immer »och nur unter Vorbehalt aufnehmen. Ebenso werde | versichert, daß der Rat ht seiner Grenzbestimmun,' in Weitem Maße von den Gutachten sich leiten lassen Werde, die sowohl von den deutschen und polnischen ktiidxn Arbeiterverbänden als von ihren Vertretern fa brr Amsterdamer Gewerkschafts-Internationale ab« begehen worden seien. Die Mitglieder der Gewerkschafts- Juiernatronale in Amsterdam batten einschließlich des deutschen Vertreters in einer Denkschrift Anregungen' begehen, Vie geeignet wären, den Völkerbundsrat auf- tukläreii und die Lösung vorzubereiten, die die Zustim­mung der deutschen und polnischen Arbeitrrmassen in '. Okerschlesicn haben würde. #

; Oppeln, 28 '.Sept. Der Völkerbundstat bat als Vertreter der oberschlesischen Industrie folgende Persön- i kichk-eiten zum Zweck der Berichterstattung nach Geni f s berufen: von deutscher Seite Bergrat Dr. Geisen- r ; 6eitr.tr, Geschäftssübrer des oberschlesischen Berg, und | ! Lütleumannischen Vereins und Gewerkichaftsseksetär Karger vom Bezirkskartell der freien Gewerkschaften,, | als Vertreter der polnisch gesinnten Bevölkerungsteile 6-j Oberschlesiens sind Herr Grobianowiky, der ftühcr

-für d« Ber»,. und Hüttenmännischen Verein tätig war und Gcwerkschastssekretär Kott, der an der Spitze der polnischen Berufsvereinigung fleht, nach Genf berufen werden. Tie Herren sind bereits in Genf eingetroffen, fcj London, 28. Sept.Evening Standard" zufolge Wird erwartet, daß die 4 Mitglieder des Völkerbuads- rats, denen die oberschlesische Frage unterbreitet worden ist, binnen 14 Tagen ihren Bericht erstatten werden. Ihre Entscheidung werde wahrscheinlich in der Haupt-

; fache zu Gunsten des Bestrebens Englands und Italiens : ausfallen, das Industriegebiet Derrtsch- laud zu überlasse«.

I \ Oberschlestens Unteilbarkeit.

Berlin, 28. Sept. Eine Anzahl oberschle- stscher Verbünde, darunter der oberschlesische Berg- und Hüttenmännische Verein, der Landbund, der Eewerkschaftsbund, der Eewerkschaftsring und der | katholische Klerus übermittelten der deutschen Re­gierung umfangreiches Material, worin neuerdings die Unteilbarkeit Oberschlesiens dargelegt wird. Die Verbände ersuchten die Regierung, dieses Material an den Völkerbund weiterznleiten. Die deutsche Regierung unterbreitet in den nächsten Tagen dieses Material in einer Note den verbündeten Regie­rungen dem Völkerbund.

miBmimt«.

Paris, 28. Sept. Ministerpräsident Briand als Vorsitzender des Obersten Rates hat dem deutschen Botschafter Dr. Mayer heute mittag eine Rote über­reichen lassen, in bet mttgeteilt wird, datz die wirt­schaftlichen Sanktion«« mit Wirkung vom 30. Sep­tember aufgehoben werden.

Berlin, 28. Sept. Durch eine Note, dir Briand heute al? PräsLent des Obersten Rats dem deutschen Botschafter Dr. Mayer in Paris zugestellt hat, tote die Aushebung der wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen zum 30. September 1921 ab, mitgeteilt. An diese Mit­teilung schließt sich folgende Aufforderung an:Ti? Verbündeten laden bi« deutsche Regierung ein, möglichst bald ihre Delegierten zu bezeichnen, die zusammen mi! den verbündete« Sachverständigen die Modalitäten fest setzen werden, «ach denen die Lizenzen geprüft rind ausgestellt weiden in Uebereinstimmung mit der {?nt scheibung des Obersten Rates vom 13. August 1921."

/ Berlin, 29. Sept. Reichskanzler Dr. W i r t h Hatte gestern abend mit dem preußischen Minister- znäfidenten Stegerwald, den Führern der Koalitionsparteien nud dem Abg. Stresemann Besprechungen über die Regierungsneubildung im Mciche und in Preußen.

V Zn einer Sitzung der Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei, in der gleichzeitig die Frage der Regierungsumbildung behandelt wurde, kam zum Ausdruck, daß die Fraktion dem Eintritt der Deutschen Volkspartei in die Reichsregierung grund- fätzlich zuftimme, daß jedoch kein Anlaß gegeben fei, auf eine schnelle Erledigung der Frage zu drängen. Es fei daher nicht ausgeschloffen, datz die Regie­rungsumbildung im Reiche noch längere Zeit in An- ßmich nehmen werde, dagegen dürfe man für Preu­ßen auf eine schnellere Regelung der Angelegenheit rechnen. Es fei nicht ausgeschlossen, datz schon die «ächsten Tage-hier ein Ergebnis zeitigen würden.

Sie ImröjW Weitete.

Berlin, 28. Sept. Wie mitgeteilt wird, be­hauptet die französische sogenannte Boykottnote, die Mitt« September bei der deutschen Regierang einging, baß in Deutschland eine systematische Boykottbewegung bestehe. Die Note gibt einen historischen Ueberblick über die Entstehung der Bewegung, die vom Leinwand­handel ausgegangen sei und nach und nach auf den Weinhaudel und bett Kaffeehandel Übergriffen habe. Ter Hanfabund, bie Hamburgxr Handelskammer, an« gesehene Hamburger Personen aus der Finanz- und Handelswelt, der Verband des Großhandels und bi» Hotelier- und Gastwirtevereinigungen in den größeren Städten hätten sich diese Bewegung ebenfalls zu eigen gemacht und sie sei auch von den Zeitungen, z. B. den ..Leipziger Neuesten Nachrichten", demStuttgarter Tageblatt" sowie von Zeitschriften unterstützt worden. Es bestände anscheinend ein Komitee, das die Sache organisiere. Auch die Regierungsstellen hätten ver- fckiiedentlich den Boykott unterstützt. Die Note spricht die Erwartung aus, die deutsch« Regierung werde ihren Einfluß ausbieten, damit die Bewegung aufhöre und daß sie alle auf di« Bewegung bezüglichen Flugschriften und Ausrufe künftighin verbieten werd«. Dir deutsche Regierung übergab diese Note den wirtschaftlichen Ressorts zur fachllchen Prüfung und wird zu der Note Stellung nehm«, sobald die Prüfung beendet ift-

MMtt Steil«.

44. Sitzung vom 28. September.

VizepräsLent Dr. P o r s ch eröffnete die Sitzung nnem Nachruf für die fest bet letzten Sitzung verstorben« Mitglieder. Di« Abgeordneten erheben sich zu« Ge­dächtnis der Verstorbenen von den Sitze«.

Auf der Tagesordnung steht bie Nvvelk zum 8 'm rmtenbiensteinkommengesetz. Mit ben bork 'nthaltenen Aenberungen fügt sich bie Regierung «tarn Einsprüche des Reichsfinanzministers gegen bie Anrech­nung ber Militärbienflzeit der Militäranwärter bis zm Höchstdauer von 8 Jahren. Der neu« Gesetzentwurf fetzt bie Höchstdauer auf ein Jahr, bei den Militär- iiuvärtern, bie 9 Jahre ober länger gedient haben, wf 4 Jahre herab.

Abg. Ebersbach (D.natl.) beantragt dagegen bk Bestimmungen des alten Gesetzes schleunigst anzutoenden.

Die Vorlage geht an einen Ausschuß.

Die Novell, zum Ausführungsgrsetz beS Bürger- nhen Gesetzbuches, bie bie Aenderungen für die Ehe- chließung von Ausländern im Inland« dadurch «r- 'eichtert, baß bie Befugnis zur Befreiung von hemmen» den Vorschrift.n vom Minister auf bie Nachgeordnete^ Behörden übertragen werden kann, wird dem Rechts- russchuß überwiesen.

Die Novelle zur Verordnung vom 10. August 1- über die Beschäftigung weiblicher Angestellten in G-> md Schankwirtschaftrn wird mit den dazu gestellt. Anträgen dem Bevölkwungsauslchuß überwiese«.

Der Ausschuß für das Steelungs- und Wohmmgs- -oesen hat sich mit einem Antrag, der Deutschen BolkS- nartei beschäftigt, ber bie Teilung des Ausschusses i« je Vn flä'Higen Ausschuß für das ländliche Siedelungs« wesen und für das städtische Wohnungs- und Heimstätten­wesen verlangt. Der Ausschuß empfiehlt bk Ablehnung

Antrages. Der Antrag wird abgelehnt. Der Wohniings- und S-edelungsausschuß bleibt also in feiner bisherigen Form bestehen. «

Abg. Dr. Stessen s (D. Vpt.) begründet «men Antrag, di« Regierung möge einen besonderen Fonds dereitstellen, um daS durch die ungünstige Finanzlage '»drohte wissenschaftliche Leben der Königsberger llniver» 'tat jit erhalten und ibr die Möglichkeiten kulturellen E-nftusses im bedrohten Osten zu sichern.

Ein Regierungsvertreter erklärt, die Regierung hab«; 'chan seit längerer Zeit Maßnahmen getroffen und s Mittel bereitgestellt, um dem Notstand der Königsberger. Universität abzuhelfen. Am meisten leide diese Uni»; "ersität unter der Trennung Ostpreußens vom (Itrigeltj Deutschland. Die Unterrichtsverwaltung fei dauernd 6t«, müht, die Verhältnisse zu bessern. '

Abg. Dr. Dallmer (D.-natl.) vermißt in ber Regierungserklärung bie nötige Wärme. Die Ostpreußen dürfen nicht zu ber Meinung gebracht werden, daß -hr Land nur noch als Kolonie betrachtet wird. W« Königsberger Universität müsse mit allen Mitteln zum Kernpunkt der deutschen Wissenschaft im fernen Oste«, gemacht werden. 9

Auf Antrag Sühring (Soz.l wird bie Wetter-j Vratung auf Donnerstag mittags 12 Uhr v?"''.gt. Ver- ich'ebene Anträge, kleinere Vorlagen, Beginn ö»e Haus- '?altsberatung. .

Oppeln, 28. Sept. Die interalliierte Kommission bat ocnBerliner Lokalanzcizer" und denTag" auf

-die . von einem Monat verbste«.

Rücktritt Pöhners.

- München, 28. Sept. Polizeipräsident Pöhner Wichte fein Entlassungsgesuch ein und begründete es - Mit bet Erklärung, daß er sich nach Aufhebung des bayerischen Ausnahmeznstanbes außerstande sehe, dir Verantwortung für die Aufrechterhaltung der Ruhe und Ordnung zu übernehmen. 1 -J"*i h t

- ------'-r~-n -r

r < Wie dieBoss. Zeitg." hört, ist i»ie offiziell« Zu- i Au.unung ber bayerischen Regierung zu ben zwischen btm Reichskanzler und dem Ministerpräsidenten Grafen Leichetifeld getroffenen Vereinbarungen in Berlin ein-

---

Deutschlands Entwaffnung.

Richt die geringste Brfürchtung."

Londo n, 28. Sept. Reuter erfährt, daß

«. -in

Stegerwald über die Parteien.

Der preußifche Ministerpräsident Stegerwald be­schäftigt sich in einem Aufsatz imDeutschen" mtt der Neuorientierung des Parteüvesens. Er schreibt u. a.: Es bestebt heute noch unter völlig veränderten Ver­hältnissen das Porteiwesen in seiner vorkriegszeitlichen alten Unzulänglichkeit. ES fehlt heute noch bie unbe­dingt notwendig« und für das Gede-Hen D-ii>schl«uk-? unentbehrliche wahre deutsche Aufboupartci. Keine der seitherigen Parteien bringt die dafür ersorderlichen Voraussetzungen mit. Der deutsch demokratischen Partei fehlt unter Berücksichtigung ber politischen Grunbein- stellung bes deutschen Volkes der Boden, um dauernd Masseupartei sei« zu können. Tie Deutsche Volks­partei bekommt i« ihrer gegenwärtigen Zusammensetzung bestimmt nicht die Volksmassen, dir bie führende Auf­baupartei bedarf. Die Deukschnationale Volkspart°i tote meiner Erachtens entweder, bevor sie als führende Auf­baupartei in Frage kommen könnte, auseinandersallen oder, wenn sie zusammenbleibt, sehr lange Zeit ge­brauchen, um eine genügende Anzahl von Mandaten za getoinne«. Sie hat bi? jetzt ziemlich Zulauf bekommen, weil sie bie nationale Würdelosigkeit, zu der die Entente dar deutsche Bokk in den letzten Jahren immer wieder morastsch zwang, am schärfsten geißelt. Die Deutsch­nationale BolkSpikrtei hat allechingS Aussicht, einst­mals di« Führung deS Reichs an sich 1« reißen, wenn der Versailler Vertrag einen dauern« ben Zustand darßellt. Davon kann aber meines Er­achtens keine Rede fein. Auch bie Zentrumspartei wird mit ihren konfessionellen Tvaditionen die Führung beim Wikderaufbau nicht dauernd behaupten können. Ich stehe auf dem Standpunkt, daß nur zwei Par­teien ernsthaft in Frage komme» können: entweder die sozialdemokratische, bie auch heute noch auf dem Boden der materialistischen, mechanistischen Welianschanung steht, oder eine Partei, die sich resolut auf ben Baben der christlichen Weltanschau­ung stellt und dabei im Simre des Essener Programms sich warm deutsch, wahrhaft christlich, gut demokratisch unb tiefgreifend sozial betätigt. Ich sehe «8 als zwingendes Gebot der Stunde an, daß in Deutschland auf politischem Gebiet ein ganz anderes Verhältnis zwischen Pro­testantismus und Katholizismus herbeige- iührt wird als ?$ in bet Vergangenheit ber Fall war.