*te bedrohte Reichtzverfaffuus. Auf den Deutschen Werten A. G. fn Kiel kam es am Mittwoch zu großen Tumulten. Etwa 1060 Arbeiter Zwangen unter Drohungen christlich-nationale Arbeiter zum Verlassen der Wern. Dabet wurde einem Schlosserlehrling mit einer gefüllten Flasche der Schädel eingeschlagen. Tie Führer bet. Tumultanlen erklärten: „Die Reichsver- sassung sei für sie Luft. Für sie sei alles nur eine M a ch t f r a a e."
Die Bilderstürmer. Am Schluß einer von den Sozialisten gesprengten Stadtverordnetenversammlung tn Lage (Lippe) kam es zu einem Tumult im Sitzungssaal. Der Mehrheitssozialtst Wöller sprang mit dem Kus: „Als Anhänger der freien Republik vernichte ich das Fürstenbild' auf den Tisch des Magistrats und warf das Bild von der Wand, nachdem er schon »orber vergeblich versucht hatte, es mit Steinwürfen Kl zertrümmern. Stadtverordnete der bürgerlichen Fraktionen fingen das Bild auf. Es kam zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen de« Bilderstürmer und dem Stadtverordnetenvorstehcr, der energisch von seinem Hau-^recht Gebrauch machte.
Gradnauer siichsischer Gesandter in Berlin? Aus Dresden verlautet.datz in allgemein gut unterrichteten -reifen für den Posten des fächstschen Gesandten in Berlin in erster Linie der jetzige Reichsmiuister des Innern Dr. Gradnauer, der frühere sächsische Minister- präfldent. in Frage komme.
Die Leitung des Deutschuatiunalen Jugendbundes hat jetzt Vizeadmiral a. D. v. Trotha übernommen, der frühere Chef der Admirnrlität.
Die „Tägliche Rundschau", deren bisheriger Herausgeber R i p p l e r Leiter der neuen volksparteilichen Zeitung „Die Zett" wird, wird nach Erklärung des Verlags tote bisher über den Parteien stehen. Sie werde „weder einseitig ein Organ der Deutschnatto- «alen Volkspartei, noch der Deutschen Volkspartei sein, vielmehr die Brücke zwischen beiden bilden". Nachfolger Nipplers wird Friedrich H u s f o n g, bisher Lei- ertifier des „Tag".
Rückkauf eines deutschen Dampfers. Die Hamburg- Amerika-Linie hat ihren 1905 erbauten 6600 Tonne» -roßen Tanivfer „Rugia" von England zurückgekauft.
Rücktehr aus Ostasten. Die Reichszentralstelle für Kriegs- und Zivilgefangene teilt nitt: Nach einer Mitteilung aus Wladiwostok kehren 50 Deutsche, die sich noch in Wladiwostok befinden, auf dem Dampfer .Crook" nach Deutschland zurück. Der Dampfer trifft Ende Oktober in Triest ein.
Die begehrten Zcppelinlltftschiffe. Wie Havas aus Wafbington meldet, hat die amtliche Kommission für Luftschiffahrt den Präsidenten Hätding ersucht, wenn möglich mit Deutschland über den Ankauf eines Zep- pelinluftfchiffes zu verhandeln.
Die finnische« Schutzgarden. Der finnische Ministerrat bestätigte den Entwurf zur Schutzgardenverordnung, wonach die Schutzgardenorganisation nunmehr dein Reichsprästdeirt untergeordnet wird. Der Vorschlag der Dertreierversammlung der Schutzgarden, den General Mannerheim zum Oberbefehlshaber der Schutzgarden zu ernennen, wurde vom Reichsprä- stdeMen nicht angenommen. Der Prästdent ernannte den Kommandeur des 1. Feldartillerie- Regiments, Oberstleutnant M a l m b e r g, seinerzeit im 27. vreu- tzischen Jägerbataillon, zum Oberbefehlshaber der Schutzgarden.
Der Völkerbund beschloß, nach dem Vorschlag von dreizehn Staaten, auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung die Frage des Esperanto-Unterrichts in den Schulen zu setzen.
Eine chinefische Mtlitärmisston, bestehend aus 14 Ossi zieren, ist in Toulon eingetroffen. Sie wird die Marinestation und mehrere Luftschiff- und Flug- zeutzstationen besuchen.
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Hochschulnackrichten.
X Die venia legendi für Physiologie erhielt in Greifswald Dr. med. et Phil. Fritz »rede, erster Afststeut am phystologifchen Jnstftut.
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, Marburg und Umgegend.
j Marburg, 19. September (Scheiding).
• Kartoffellieserung an Bedürftige. Ans Einladung der Landwirtschastskammer fand am ' 7. September in Cassel zwischen Vorstandsinttgliedern der Landwirtschastskammer und zahlreicheit Vertretern des Kurbesstschen Sandbundes ein Besprechung statt, i um gemeinsam die Frage zu erörtern, ob es in diesem Jahre wieder möglich fei, einzelne Kreise mit billigen Kartoffeln zu beliefern. Die Aussprache hat ergeben, daß die Ausflchten der Kartoffelernte für den Bezirk Cassel im laufenden Fahre als wenig erfreulich anzn- sessen stnd. Zwar wird in den besseren Gegenden mit «fixer knappen Mittelernte gerechnet. In anderen Ge- gcudcn aber, die besonders unter der Trockenheit ge- ltttm haben, wird die Ernte noch erheblich darunter DliNbcu. Mit Rücksicht auf diese wenig günstigen Eri'.teaussichteu gelangte man allgemein zu der Heber» zeuguicg, daß eine Belieferung mit verbilligten Kar- loficirt bei Ivcttem nicht auf so wette Kreise ausgedehnt werde,i könne, wie dies tm Vorjahr- der Fall war. Höchstens ein Teil der Wohltätigkeitsanstallen und die Bllexbedürftigsten der Verbraucher könnten in diesem Fahre mit verbilligten Kartoffeln beliefert werden. Auch könne kein Zweifel darüber bleiben, daß die groben Städte des Bezirkes auf den Bezug aus dem Oste n angewiesen sein Werden, lieber die näheren Ausführungen der etwaigen Belieferung wird erst in einer Versammlung des Kurbesstschen Landbundes, die für die nächste Woche in Aussicht genommen ist, endgültig beraten werden.
* Der Anlauf von Gold für das Reich durch die ReichSbank und Post erfolgt in der Woche Vinn 19. bis 25. d. Mts. zum Preise von 450 X für ein Zwan- ziamarkstnck. 225 X für ein Zehnmarkstück. Für 1 kg Feingold zahlt die Reichsbank 63 000 X und für die ausländischen Goldmünzen entsprechende Preise.
l. iegerkameradschast. Fn einfacher, schlichter aber würdiger Feier wurde am gestrigen Aoend im Restaurant Bopp die Ebrengedenktafel für die im Weltkrieg gefallenen Kameraden eingeiveiht. Die Mirglieder hatten sich mit ihre» Angehörigen recht zahlreich eingefunden unb füllten den Saal bis aus den letzten Platz. Mit dem gemeinsamen Lied: „Mr treten zum Beten" nahm die Feier ihren Anfang. Hierauf begrüßte der Borsitzende August Maas die Ehrenmitglieder, Kameraden und die Angehörigen der gefallenen Kameraden mit herzlichen Worten. Die Sänger des Vereins hatten sich unter Leitung des Kameraden Rohde zu einem Quartett zusammm- geschlossen und mit mächtiger Stimme erklang: „SBie sie so sanft rnh'n". Herr Pfarrer Eisenberg hatte in liebenswürdiger Weise die Weiherede übernommen. In bereben Worten schilderte er, warum die Besten gefallen seien und spra chden Angehörigen Trost zu, worauf er die Namen der Gefallenen verlas. Das Quartett sang hierauf: „Unter allen Wipfeln ist Ruh". Nach einigen gemeinsamen Liedern hatte der offizielle Teil sein Ende erreicht. Herr Geh. Studienrat Direktor Knabe dankte Dem Herrn Pfarrer Eisenberg sowie dem Leiter des Sängerquartetts Kamerad Rohde und im Verlauf seiner Rede wies er darauf hin, daß . man jetzt in einer traurigen Zeit lebe und erinnerte weiter daran, daß das deutsche Vaterland schon schwere Feiten erlebt habe und man solle den Mut nicht sinken tm£ an. die Wedergxnesung. unjerrs deutschen
Vaterterndes glauben. Mit einem Hoch auf das deutsche Vaterland schloß der Redner seine eindrucksvisslen Ausführungen und die Versammelten sangen „Deutschland, Deutschland über alles". Kamerad A. Gaßmann hielt hierauf einen Vortrag über das Gefecht am 14. Juli 1915, an dem einige Kameraden der Kriegerkamerad- schaft beim Landw.-Jnf.-Reg. 83 trilgenommen haben, Die Ausführungen- waren sachlich ohne jede Ueber- h^bung und wurden an Hand einer Gefechtskarte erläutert. Reicher Beifall war der Lohn für die anregenden Ausführungen. Belachini-Strack dankte dem Hersteller der Gedenktafel Herrn A. Obermann und brachte später mit seinen „Witzeix" die Lachmuskeln der Zuhörer in Bewegung. Gegen 12 Uhr trennten sich die Teilnehmer mit dem Bewußtsein, einen echt kameradschaftlichen Abend verlebt zu haben.
* Schöffengericht. Ein Einwohner aus einem Nachbarorte, dessen Gänse auf anderer Leute Grundstück geweidet hatten, wurde in eine Geldstrafe von 10 Mk. genommen. — Ferner wurde ein Scann, der das Straßen- lehren bei einem Hause übernommen, aber nicht ausgeführt hatte, zu 4 Mark Strafe verurteilt. Seine Sckmtz- behauptung, er habe gekündigt, wurde für widerlegt er qchtet.
Theater, Konzerte, Bersammlungen ifw.
* Deutschuationale BokkSpartet. Heute Abend Vi9 Uhr bei Seebode Mitgllederversammlmtg: Bericht des Vorsitzenden über den Parteitag.
* Geflügelzuchtverein. Heute abend Hauptversammlung. Keiner darf kehlen.
* Rasensportverein Germania 08. Dienstag, 20. September, abends 8 Uhr: S-ielervcrsanim- lung im Fronhof.
* D i e Lich tspiele, Bahnhofstraße, schreiben: Großes Lob, uuercklichen Beifall finbet jeden Abend die <j)5nfte Fssmschöpfung „Trix, der Roman einer Millionen- erbin". Die eleganten Darsteller Lha Mara, Ernst Hofmann und Joh. Riemann sowie die wunderbare Schönheit der strudschastlichen Auftmhmeu bieten einen seltenen Genuß. Heute und morgen nnwiderrnflich die letzten Tage.
1. Bezirksturnwart, Schneider-Allendorf 2. BertrkS- hrrntoart, Küthe-Somplar 1. Spiel- und Sportiv art, Otto-Rosenthal Stellvertreter.
(:) Frauken berg, 19. Sept. Ein junger Pdrnn, der vor einiger Zett von Westfalen nach hier verzogen war, batte sich von feinem letzten Wohnort eine schöne Schlafzimmereinrichtung mitgebracht. Gestern erschien die Poli- zei und beschlagnahmte die Schlafzimmereinrichtung, weil diese von einem Diebstahl herrührte.
Battenberg, 16. Sept. Bei der hier abge- haltenen Viehschau waren 67 Stück Rindvieh und 1 Ziegenbock ausgestellt. Es erhietten Preise: L Bci Bullen im Alter von 18 Monat und Ater: Konrad Brielll., Ullendorf 0>er 1. Preis. Mlh. Beck» IV., Battenberg und Fr. Zissel, Eifa 2. Preis, Heinrich Arnold, Leija, Ludw. Klein II., Battenberg, Konrad Muth, Battenfeld und Fr. Winter, Battenberg 3. Preis. 2. Bei Bullen im Alter von 12 bis 18 Monat: Heinrich Klein. Eifa 1. Preis, Lndw. Klein II., Battenberg 2. Preis, I- H- Paulus, Laisa und Fr. Winter, Battenberg 8. Pr. 3. Aufzuchtprämien für Bultenkälber. Fr. K. Becker, Battenberg 1. Preis, Heinr. Wack Ww., Eifa und Sehn. Mantel, Eifa 2. Preis, Heiur. Amend, Allendorf Eder, Paul Arnold, Berghofen und Ph. Schäfer Hl., Berghofen 3. Preis, Heinr. Specht II., Battenberg, Anguss Inacker, Eifa nnb Karl Woss IV., Battenberg 4. Preis. B- Kühe: I. H. Paulus, Laisa und Heinr. Steber, Frohnhausen b. B- 1. Breis, Justus Zissel, Holzhausen b. B. Heinr. Arnold, Berghofen und Ang. Jnacker, Ella 2. Preis, Lndw. Klein, Berghosen, M. Jeude, Frohnhausen b. B , Heinr. Mantel, Eifa, H. K. Schneider, Dattenberg 3. Preis. C. Rinder: Heinr. Koch, Berg Hofen und H. K. «Seltmann, Bergbosen 1. Preis, Wilh Becker IV., Battenberg, Jakob Zissel U , Ww , Holzhausen-Eber uub Karl Hergnth, Berghofen 2. Preis, G. Zissel, Holzbausen-Eder, Jakob Jakobi III., Berghofen nnb Konrad Steber, Allrndors-Eder 3. Preis. D. Jünaere Riicher und Kälber: Wilh. Seibert, Eifa und Richard 2. Preis.Schmider, Berghofen 1. Preis, Heinr. Specht II., Battenberg und Ang. Jnacker, Eifa 2. Preis, M Jeude, Frohnhausen b. B, Wilh. Reibert, Eifa und Heinr., Steber, Frohnhausen b. B. 3. Preis, Fr. Zissel, Eisa und Konrad Steber, Mleudors-Wer 4. Preis.
• Marbach. 19. Sept. Die hier anlätzlicb der 2. Generalversammlung des Verbandes deutscher Dienen- zsschter mid der deutschen Fmkereigeiwssenschatt im Kurhaus veranstaltete Ausstellung von Jmtereigerät- febaften erfreute sich zahlreichen Besuchs. Im Garten stand u. a. ein Bienenhaus, das dem Wobnungsbe- dürfuis von feckis Völkern gerecht werden soll. Man sagte, es habe einen Wert von 5000 X und fei der erste Preis bet der Verlosung. Wir werden noch auf die Veranstaltung zurückkommen.
-e- Roth, 18. Sept. Attch aus unterem Torfe haben 21 junge Burschen t-uü Männer, die mit vielen anderen Kameraden in den Krieg gezogen, nicht wieder zurück- kehreu können. 18 von ihnen mtibrt die Verlustliste als gefallen und 3 als vermißt. Und ote Gemeinde hat es nicht nehmen lassen, das Andenken dieser Tapferen tu gebührender Weist durch ein Denkmal zu ehren. Ein junger Bouschüler namens Job. Eidam von hier hat den Entwurf gemacht und unser heimischer Bildhauer, Herr Anton Rath, führte die Sache zur vollsten Zufriedenheit aus. Heute wurde das Denkmal im Beisein einer großen Anzahl Teilnehmer aus unterem Orte sowohl, wie aus der Umgebung in feierlicher Weise enthüllt. Vom Sin- deuptatz aus begaben sich die Teilnehmer unter den Klängen des Posaunenchors WolkShausen nach der Kirche, wo daS Denkmal Aufstellung gesunden hat. Im Anschluß an gemeinsamen Choralgesaug, eine Begrüßungsansprache des Herrn Bürgermeisters Pfeffer, Vorträgen deS Gesangvereins und des gemhchteu EborS, sowie Gedichten seitens zweier junger Mädchen, Frl. Hormel und Frl. Eidam, wurde daS Denkmal mit entsprechenden Worten durch Herrn Lehrer Sauer enthüllt, wobei der Kriegerverein eine Ehrensalve abgab. Nach weiteren Vorträgen deS Posaunenchors, deS Gesangvereins und Gte- meindegesang hielt Herr Pfarrer Telltt-Fronhausen die Trauerandacht und dann reihte sich an Vorträge des gemischten und deS Posauneuchores die Festrede unteres früheren langjährigen Seelsorgers, Herrn Superiutettdeut Laichat:, der in herzlichen Worten der Gefallenen gedachte, die ihr bestes für uns hin gegeben hätten und deren Treue uns ein Vorbild sein möchte. Auch Herr Landrot v. Loeweustein, der zu der Feier erschienen war, richtete beherzigenswerte Worte an die Versammelten. Nack der Uebernahme des Denkmals durch Herrn Bürgermeister Pfeffer, der Riederlegung von Kränzen und einem nochmaligen Vortrag des gemifchten Chors Bang die Feier mit dem gemeiustrmen Gesang des Lutherliedes ,Mu feste Bura iss unser Ctett" au*.
Atederwetter, 18. Sept. In feierlicher und würdiger Weise wurde heute hier den Kriegs- gefallenen ein Denkmal enthüllt. Vom Schulhause begaben sich mittags um 2 Ubr zahlreiche Teilnehmer in geschlossenem Zug unter Vorantritt des Posaunenchores Sterzhausen zum Friedhof, wo das Denkmal Ausstellung gefunden hat. Gemeinfamer Choralge- fang, ein Prolog des Herrn Kirchhainer und ein Bor- trag des Gesangvereins leitete die Feier ein. Hieraus nahm Herr Lehrer Hebeler die Enthülluna des Denkmals vor, welches dann von Herrn Bürgermeister Schäfer in Obhut genommen wurde. Fn feiner Weibe- rede gedachte Herr Oberpfarrer Rappe-Wetter der 12 hoffnungsvollen Männer und Jünglinge, die in den Krieg zogen und nicht wiederkehrten und die nun nicht nur von ihren Angehörtgen, sondern von der ganzen Gnneinde betrauert wurden. Jdr Andenken würde striS in Ehren gehalten werden. ES folgten der Vor- ttag einer Motette seitens des Pofaunenchores, eine GedSchtnisansprache des Herrn Lehrers Hebeler. Gedichtvorträge eines Schülers und zweier Krieger, worauf der Gefangverein „Fch hat einen Kameraden" und „Reiters Morgeulied" tu ergreifender Weise zu Gehör brachte. Auch das Gedicht, das ein Schulmädchen vortrug, patzte sich würdig an. An die Verlesung der Namen der Kriegsopfer knüpften sich der Gefangchor „Schlaf toobl" und dann donnerte eine Ehrensalve weichin durch das Wettschaftstal. Mtt dem gemeinsamen Gefang „Wo findet die Seele die Heimat die Ruh" endete die stimmungsvolle Feier, die allen Teilnehmern unvergetzlteh fein dürfte.
(!) Rüddingshausen.18. Sept. Am Sonn- tag ttmrtte das zu Ehren bet im Weltkriege 1914 bis 1918 gefallenen Helden erbaute Denkmal unter außerordentlich zahlreicher Beteiligung der Gemeinde und vieler auswärtiger Besucher eingeiveiht. Pfarrer Zimmer hielt die Gedächtnisrcke. Unter Glockengeläute wurden die Namen der 29 Gefallenen verlesen. Dann wurde das Denkmal, das auf dem Platze vor der Kirche errichtet wurde, enthüllt. Der Kriegrrverein gab eine Salve ab. Der hiesige Musikverein, der Gemischte Thor und der Schülevchor halsen die Feier verschönern.
-T- Frankenberg, 19. Sept. Gestern versammelten sich die Dertteter der Turnvereine des KreiseS Frankenberg, sowie eines Teiles deS Kreises Biedenkopf in unserer Stadt um einen neuen Tnrnbezirt des Haues Hessen zu gründen. Aus diesem Grunde war Gauturnivart Will aus (Siegen und Bczirkslnrnwart 9L EatzmaumMarburg erschienen. Mi: kurzen Sorten gaben die Herren Auskunft darüber, warum der 6. Bezirk gegründet werden sollte. Die Vertreter der Vereine erklärten sich mit dem Standpunkt des Gaues ein* verstanden. Die Wahlen ergaben: Pitz-Fralttcnberg
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Eine Autorität über die Verbindung Süddeutschland—Nordseehäfen.
(Fortsetzung.)
Mene Nmstände find e8, die die neue Umstellung, die SMfsbarmachnng bet Weser in Lrrbindnng mit Main, fordern:
1 De JnteruLiiv-ialssierung oee deutschen Ströme.
2. Die stiridLche Besetzung.
3. Die stärkere Entwicklung deS bayerischen Wirt- schasislebcus.
Durch den Bersaitter FriedeusSertrag hot die W'str eine erhöhte Bedeutung bekommen. Durch diesen sind die größten deutschen Flüsse: Rhein, Elbe, Oder, Doirnn einer internaiioualcu Kontrolle unterteilt worden, wahrend die Weset verschont blieb. Sie ist der wichti ge deusche Fluß geworden, auf dem fremde Einflüsse sich nicht bemerkbar machen können. Ein Wasserweg über die Weser, ist ein Umgehungstvcg 8on Rotterdam. Ter Wert der Weserschisfahtt ist durch die fertiggeftellte Ebec- talsperrr erhöht worden und wird noch mehr gesteigert werden durch neue Talsperren im Fulda- und Werratal, sodaß das 1000 Tvnnenschiss auf ihr wird fahren Annen. Die Besetzung deutschen Gebietes durch fremd- (änbiWje Reborden >.<i Xtuftien macht es brinscub erwünscht, daß die Mzwemung der geplanten Wasserstraße nach Norden nicht westlich, sondern östlich von Frankfurt, and ?war hei Bischofsheim erfolgt. Sm fränkischen Jura hei Bayreuth sind umfangreiche Tiseuerzlager neu ees>blotsen, die nicht nur an Ort und Stelle, fortbern auch in Norddeutschlaud verhüttet werden sollen. Ein besonders geeigneter Ort wird Minden fein, an der Kreuzung der Weser mit dem Mittellandkanal.
Im ersten Entwurf vom November 1891 waren nur juwi Verbindungsmöglichkeiten zwischen Weser und Main vorgesehen. Die erste Linie folgt von Hann.-Münden dem Ta! der Fulda über Cassel, Messungen, Rotenburg, Hers teü», Fulda, hier tritt der Kana! ins Tal der Fliede, durch- schneidet den Landrücken bei Elyr, derlänft weiter im Kinziatal bis zur Mündung bei Haitau. Eine AbKvei- gnnr, von Elm durch das Sinntal stellt die Berhindung mit dem Main Bei Gemünden her. Zur Bermridung der Ochsenfurter Mainschleite wird bet Kanal durch das Werntal geführt, wodurch er seine große wirtschaftlich Bedeutung gewinnt, da der Wetntalweg die direkte Verbin bung mit Bamberg herstellt. Die zweite Linie beginnt östlich von Frankfurt aus dem Main anfftetgenb, geht das Tal der Nidda entlang, mündet bei Gießen in die Lihn, der ste bis zur Obmmtindung uiti> weiter durch das Ohmtal, Memtal. Schwalmtal bis zum Endpunkt bei der «OÄtidung in die Fulda bei Grifte folgt. Die zweite Linie scheint zurückzustehen, da sie die Verbindung mtt dem Osten nicht hat. dann aber wieder in den Vordergrund zu treten bei Schaffung eines zweiten deutschen Msttel- landLinals, der aus dem Saalekanal entstehen und von Erfurt über Leipzig bis Bromberg gehen soll.
Veranlaßt durch die Fundstellen von Kali in Thüringen entstand eine dritte Linie. Der Kanal verläuft von Hanuov -Münden im Tale der Werra, berührt die Städte Vitzenbausen, Eschwege, Treffurt, Viicho, Wernsh rnien, bei Ritschenhausen verläßt er das Werratal, durchstößt die Wasserscheide nnb verläuft ht südöstlichem Abstieg in den Tälern der Mllz, Rodach und Jtz, überschreitet den Main, endet, im Bamberger Hasen nnb stellt hier durch den Ludwig-Kanal die Verbindung mit der Donau bet.
.(Schluß folgt.) ---*--
Hessen-Nassau und Nachbargebiete.
Cassel, 17. Sept. Gestern abend ist dem Pet- sonenzug 1129 bei der Einfahrt in den Bahnhof Melsungen eine Rangierabteilung bestehend aus einer Lokomotive und drei Güterwagen, in die Flanke gefahren. Der Triebwagenfühver Wiegand nick ein Reifender wurden leicht verletzt. Beide Lokomotiven und eine Weiche find erheblich beschädigt. Der Zugverkehr ist ur^rhMich gestört. — Die hiesigen Tageszeitungen haben infolge echeblicher Steigerung ihrer Unkosten die Anzeigenpreise auf 1.60 Mark die kleine geile für Orts-Anzeigen und auf 1.60 Mark für auswärtige Anzeigen echöht. Ankündigungen im Reklmnetril kosten bis zu 4.25 Mark die Zelle.
Frankfurt, 17. Sept. In der Urabstimmung der großen Angestelltenverbände wurde mit einer Mehrheit von 95 Prozent der Abstimmenden der AnSstand beschloss«:. Besonders in den großen Betrieben war di- Betelliaung an der Abstimmung sehr lebhaft. Der Ausland beginnt am Dienstag. Bon Vertretern aus Nr-esheim, Oberursel, Offenbach und Fechenheim wurde zetvünfcht, den Ausstand auch auf diese Plätze auszu- dchnen; dies wmde über abgelehnt. — Ans die toit
dem Oberbürgermeister gemeinsam mit dem Poliz^h prdenten unternommene Vermittlung haben die A»> gesteMen-Vertvcter folgende Erklärung abgegeben: „Die Angestellten-Bertretrr haben Kenntnis genommen von bet amtlichen Erklärung des Herrn Oberbürgermeisters, daß bet Schtritefpruch für verbiMich erstSri worden ist, und die LrdritgÄer anerkennen, daß die Ver- brndlrchkeitSerklLrung zu recht besteht. Sie habe.: weite» davon Kenntnis genommen, daß die Arbeitgeber sich bereit erklärt fyfben, in Verhandlungen über Fach- und Gruppen-Tarife einzutreten, und der Herr Oberbürge» meister mit dem Herrn Polizeipräsidenten im Nicht- einigungsfalle bereit sind, die Vermittlung zu nehmen. Unter diesen Voraussetzungen sind die 91 n6 stelltenvertreter bereit, sich dafür einzusetzen, daß der ÄreikauSbruch vermieden wird."
Offenbach, 17. Sept. Eine 70jährige Fratl kam dem Gasherde z» nahe, sodaß ihre Kleider Feuer fingen. Sie erlitt dadurch schwere Brandwunden, fodaß sie in der Nacht zum Freitag gestorben ist
Unpolitische Tagesnachrichten.
Raubmord an einem Arzt. Karlsruhe, 18.
Sept. Am Samstag Nachmttag meldete sich ein 616 jetzt unbekannter Mann bei dem prattischen Arzt Dr. Wirz als Patient. Während der Arzt ihn nnterfitdrtt, schlug der angebliche Patient den Arzt mtt einem Hammer fe stark auf den Kopf, daß ihm die Schädeldecke zertrümmert wurde. Der Täter, der sich tn der Begleitung einer Frauensperfon befunden haben foll, ist entkommen. Geraubt wurden 250 jK.
Einsturz. München, 19. Sept. Auf dem Ottoberfest auf der Therestenwiefe brach der Boden der mit Menfchen dicht gestillten Plattform eines Turmes durch. Mehrere Perfoueu stürzten in die Tiefe. Wie verlautet, sind gegen dreihig Personen, darunter mehrere sehr schwer, verletzt Word«,
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Letzte Nachrichten.
v. Kahr lehnt ab.
M L n ch e n, 19. Sept. Wie die „Berliner Montagspost" erfährt, hat Herr v. Kahr das Slngdtot der Kabinettsbildung abgelehnt.
(Blee kommunistische Versammlung in Münch«« ausgehoben.
M L n ch e n, 19. Sept. Zn der Nacht zum Sonntag wurde in München eine kommunistische Bezirk«-- konferenz ausgehoben. Zn Lastautos wurden 50 Personen zur Polizeiwache gebracht, darunter der radikal-kommunistische Reichstagsabgeordnete Rem- mele, Bruder des badischen Ministers des Innern.
Die Pslonifiernng Neupolens.
Paris, 19. Sept. Aus Warschau wird amt. lich bekanntgsgeben, daß für die Zeit vom 31. Januar 1920 bis 31 Än-"'kt bie Bevölkerung der Stadt Bromberg um 26 000 Polen zugenommen und um 21 000 Deuttchs abgenommen habe.
Handels- und Marktnachrichten.
Frankfurt a. te?, 19. Sept. Tas zögernde Gd> schält, bos heute am Getreibemarkt vorherrschte, dürste mehr ober weniger auf die Vorgänge am Devisen- marft zurückzufübren sein. Die Preise brvegten sich hu allaeme’nen bescheid-n. Für Futtermittel bestand rege Nachfrage. Die Tendenz blieb fest. Der Witterungen«« lcblag bringt feinen Ausscklog mehr. Infolge her Nachfrage nach Siitterer6ten, Kleie anzieternd. Für Sämereien iss bte Teud-ni toenigvr fest, bei allerdings bcscheibenen Nm sähen. Weizen, Roggen liegen ruhig, Hafer preishalteich. Httltenst-üchte find emufiter, hohe Forde- mnoen finden feine Abnehmer. Für Futterstroh eesschk K-nrkluss. Heu. gute Ware, findet schlanke Aufnahme.' Reis unterlag Schwankungen.
Fulda, 17. Sept. Auf dem heut'gm Schwei«»-' markt warm 6 Läufer und 196 Ferkel angetriebrn. Erste« wurden mit 400—500—600 Mark, letztere mit 100-250-350 Mark bezahlt. Der Handel war schleppend.
Berliner Ladenpreise. Es wird äuget boten: Weizenmehl (70%) X 3.75; Rotkohl X 0.451 Weißkohl X 0,90: Margarine X 11—12; Schellfisch X 1,70—2,20: Eßäpfel X 0,95—1,60; gr. Kochäpfs X 1,45; gr. Kochbirnen X 1,25, alles je Pfund.
Berliner Produktenmarkt.
Wate
575 - 555
RV- RV
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Der Wert der Mark im Auslände
Für 100 Mark wurden gezahlt:
Fennlfi«! be* 17. 9. 1921.
in
henttger Stand:
vor dem Krieg:
ZSrich
5^0
125.40 Franken
Amsterdam
3.05
59.20 (salben
Kopenhagen
5.75
S8.80 Kronen
Steif hole
4M
88J<0 Kronen
Wien
__
117.80 Kronen
Prag
_
11730 Kronen
London
5.14
97Ä) Schilling
New Pork
——
2W Dollars
Pari»
13.75
125.40 Franken
Kirchliche Nachrichten.
Mittwoch, den 21. September: Philipp?hau-, 84
Uhr: Pfarrer Heermann. 1
'Selbst, evang. -luth. Gemeinde, Rikolaistr. 5
Mit»zrch, 21. Sepck., abends V*9 Uhr: Betstunde.
Briestasten der Schristleitung.
Einsender. Die Zuschriften werden immer # Reihe nach erledigt und deshalb dauert es auch t einige Tage, ganz abgesehen, daß sich auch nach de Platz in der Zeitung gerichtet werden mutz. Streich« gen werde« fast tn jedem Eingesandt von uns vorg nommeu, weshalb ist leicht erklärlich.________________
Wetteranssichten für Dienttag, den 20. Stfl Trocken nnb meist heiter._______________ , .
Für die Echristleitung verantwortlich: Kurt 55aint Für den örtlichen u.provinriellen teil: Wilh. BtIst
Sprechzeit der Schristleitung bis i/«l 1 Uhr »rtmitten