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Amtliches VerkünLigungsblatl des Kreises Marburg.
Bayerm und (Berlin.
Itt A?lM«z!tt ieriert WhebilW d« «««-«ezWM in Sagern.
Sauer uni WM.
Berlin, 15. Sept. Im Uebertvachungsausschnß des Reichstags erklärte Reichskanzler Dr- Wirth, der bayerische Gesandte habe ihm mitgetrilt, das; das zurzeit amtierende Geschäftsministerium sich au ßerstände sehe, gegenwärtig mit Berlin weitere Verhandlungen zu führen-
Abg. Müller-Franken (Soz.l wies darauf hin, dass die zehn in München erfolgten Verhaftungen erwiesen hätten, in welch engem Zusammenhang die Angehörigen der „Ehrhardtschen Mordbrigade" zu dem Mord« an Erzberger ständen. Im übrigen habe er bestimmte Nachrichten, daß der „Hochverräter Ehrhardt" in der näheren Umgebung von dem Münchener Polizeipräsidenten Pöh- ner gesehen ioorden sei.
Hieraus verlas der Reichskanzler ein Schreiben des Staatskommisfars für öffentliche Ordnung WeiSmanir vom 14. September 1921, in dem es heißt: „Vom Ober- reichsantvalt sind in dem Sochverratsversahren gegen den Obersten Bauer, Major Papst und Korvetten- kechitän Ehrhardt Haftbefehle und Steckbriefe erlassen wordeu. Alle Bemühungen, der Verfolgten hab haft zu werden, such indessen gescheitert. Bereits im Spätsommer 1920 wurde mir vertraulich mitgeteilt, daß sich die genannten Kapp-Putsch-Führer zumeist in Bayern aufhalten. Bei der Bedeutung dieser Mitteilung und in Erkenntnis der bereits damals bestehenden Schwierigkeiten eines offiziellen Verkehrs mit den zuständigen bayerischen Behörden, habe ich zwei Kriminalbeamte mit dem Auftrage nach Bayern gesandt, die Richtigkeit dieser Mitteilung nachzuprüse». Die Beamten sind nach einigen Lagen zurüchgekehrt, ohne ihren Auftrag vollständig aussühren zu können. Di« Beamten haben mir berichtet, daß sich die gesuchten Personen in der Nähe Münchens verschanzt aushalten sollten, »vo sie von Männern ihrer Gefolgschaft, sogar zum Teil von aktiven bayerischen Polizeinrannschasten durch starke Bewachung beschützt werden. Es sei so gut wie unmöglich, sich in ihren Schlupfwinkel einzuschleichen, weil jeder, btt sich nähere, mit Feirer empfangen werde. Ich habe dann erneut versucht, auf vertraulichem Wege Näheres zu erfahren. Daraus ist mir vor kürztet Zeit wiederholt mit- geteilt wordeu, daß nach wie vor Kapitän Ehrhardt und auch die genannten anderen Kapp-Putsch-Führer sich in der Umgegend von München aushalten. Kapitän Ehrhardt geht im Polizeipräsidium ein und aus. Desgleichen steht er im Verkehr mit dem vor einigen Tagen zurückgetreteilen Justizminister R o t h. Oberst Pauer soll nach der gleichen Quelle jetzt in Budapest wohnen, aber er ist mich in letzter Zeit in München gewesen und mit Bauer zusammengetrossen.
Dittmann lUnabh.) führte auS, daß die Fest- stellui-gen des Staatskommisfars für die - öffentliche Ord- rnrng die Richtigkeit seiner B-Hanptung von dem Bestehen einer .cheuischnationalen Mörderclique" in Müi'.chen erwiesen haben. Tie Reichsregiening müsse dafür sorgen, •K-g die s-aatsgefährlichen Zustände in München sobald wir irgendmägüch airsbören.
Hergt (Deutsch».) sagte, gegenüber allen verleumderisch:» Angriffen auf die Dentschnationale VolkSdartei steile er sich und seine Fcennd: zu eidlicher Verneh- mn i! 3 zur Verfügung, wodurch die angeblichen Verbindungen der Partei mit Mordplänen oder Gewalttaten aufgeklärt werden. Xür fordere von der Regierung, daß sie hiervon Gebrauch mache.. Es sei der Rcichsrezieriuty zum Vorwurf zu machen, daß sie die vvnr Kommissar Aeismann erhobenev. Beschuldigungen der bayerischen Regierung nicht mitteilte. Hergt begründete dann den deutschnationaleu Antrag auf Aujbebuug der Verordnung des Reichspräsidenten vom 29. August.
Reichskanzler Dr. Wirth: Was Dr. Hergt zu der Verordnung des Reichspräsidenten gesagt habe, siehe inzch da. Hergt sei der Meinung, das Gehirn des einfachen Mannes sei durch die Verordnung verwirrt und zu Gewalttätigkeiten aufgeceizt worden. Wir verzichten im Augenblick darauf, auf diese Behauptung des deutsch- nationalen Abgeordneten unter Anführung eines riesigen Materials zu antworten. Auch sei die Behauptung HergtS falsch, daß durch die Verordnung die Exekutive der Länder ausgeschaltet werbe. Der Reichskanzler betonte ausdrücklich, daß er die volle Verantwortung iür die Verordnung übernehme. Nicht der Reichspräsident sei dafür verantwortlich, sondern lediglich der Rrichs- "anzler und die Reichsregierung. Die Angriff: der Rechten gegen di« Verordnung seien ganz verfehlt. Run aber müsse eirdlich diesen Verhetzungen ein Tamm entgegengesetzt werden. Nicht die freie Meinungsäußerung solle unterdrückt, nicht die gegenteilige politische Ansicht mundtot gemacht werden, sondern die Aufforderung zum Mord und Gewalttaten sollen verboten werben.> Auch die Verantwortung über das Verbot zum Tragen der Uniform übernehme der Reichskanzler vollkommen. Es soll damit nicht die Tradition des alten Heeres verunglimpft werden. Davon sei der Reichskanzler weit entfernt, aber die Uniform des ehrlichen deutschen Soldaten sei zu schade, als daß sie zu Parteizwecken mißbraucht werden dürfe.
Darauf führte der bayerische Gesandte v. P r e g e r aus: Der Kanzler sei zu der Annahme berechtigt ge- iveien, daß die bayerische Regierung nach dem Rück- tritr Kahrs und bei dem Fortbestehen der Rumpfregie- ung Vertreter zur weiteren Verhandlung nach Vertin
schicken konnte. Inzwischen habe sich jedoch durch ben Rücktritt des bayerischen Gesamtministeriums hie Situation grundlegend geändert: denn nach der bayerische» Verfassung führt das zurückgetreteuc Ministerium lediglich die laufenden Geschäfte weiter und sei nicht in der Lage Entschlüsse von hochpolitischer Bedeutung, wie das hier notwendig sei, zu fassen. Zu dem vom Kanzler verlesenen Bericht des Staatskommissar- für öffentliche Ordnung äußerte der Gesandte, wenn dem Staalsksininissur hie Tatsachen bekannt waren, so hätte er sie sofort der bayerischen Landesregierung durch das ReichSmiuiäeriupr oder die preußische Staatsregierung mitteilen lassen müssen, damit diese den ungehenerlichen, dann enthaltene« BeschuldTgnngen hätte nachgehen können. Wadi: Stellung des Zustizministers Roth anbelange, so habt dieser dem lmyerffchen Gesandten aus Befragen erklärt, daß er Kapitän Ehrhardt überhaupt nicht kenn« unb zu ihm in keinerlei Beziehung stehe. Zu einem Eingreifen der Reichsregiening liege kein Anlaß vor. ganz abgesehen von der Frage, ob zu einem solchen Borgrhr» eine staatsrechtliche Handhabe existiere.
Nach der Rede der bayerischen Gesandten v P reger, stellt« der Reichskanzler zunächst fest, daß nach der Auskunft des badischen Justizministeriums die badischen Kriminalkommissare ohne jede Schwierigkeit mit den bayerischen Poiizeiorganen in der Mordsache Erzberger hätte» arbeiten können, sodaß alle derartigen Gerüchte in der Presse hinfällig seien. Was die Rede des bayerische» Gesandten anbetreffe, so sei darin ein sehr beträchtliche, Satz ausgesprochen worden. Der bayerische Ge'anda sagte: „Da? Empfinden der Bayern muß zart au;esaßs werden." Diesem Satze stimme der Reichskanzler durchaus zu und glaube auch, durch die bislnrig« Amt-iöhmnO bewiesen zu haben, daß er diesem Satze in vollem Um* fange Rechnung getragen habe. . Aber er bitte daun auch, daß die Nücksichtnahm: gegenseitig g.ichehe. In der Hauptsache werd« ja auch das, was in Bayer» an Verhetzung geleistet werde, von landfremden Element ten betrieben. Doch könne der Reichskanzler die Aule faffung der bayerischen Regierung nicht teilen, daß di» ganz: Sachlage des Ausnahmezustandes zunächst ruhe» solle, bis sich in Bayern ein neues Ministerium gebildet habe. Der Aufschub bis zur Klärung der bayerischen Verhältnisse könne die Lage unmöglich verbessert Es wäre besser gewesen, wenn die bayerische Regierunzj zum inindestkir ihren Gesandten beauftragt hätte, dftj offiziellen Besprechungen in Berlin weiter sornusetze». Daß der Ausnahmezustand in Bayern noch auf locht Zeit hinaus erstreckt werden solle, sei für die Reichsregie« eung nnerträgkich, nnd es wäre auch wohl von bet deutsch «allovalen Partei taktisch nicht richtig gewesen, daß gerade sie sich zum hauptsächlichsten Verteidiger bei bayerischen AusuahmeznstandeS ausspielte. Dadurch wi« der Zlveck de? Belagerungszustandes zu deutlich nefew zeichnet worden. Der bayerisch: Gesandte stellte die Fra«, allerdings ohne Auftrag nur für seine eigene Pers«», ob die Reichsregierung nicht ohne weiteres die Fordern»! gen a n nt hni e n würde, Ivie sie neuerdings von Bayer» geltend gemacht seien. Der Reichskanzler erklärt« <mß diese vorläufig« persönliche Anfrage schon jetzt mit eilte Bestimmtheit, eine solche Hoffnung fei hinfällig. 61 fei unmöglich, die bayerischen Forderungen in ihre» ganzen Umfange und ohne weiteres anznnehmen. den» das Ziel und die Richtung der Politik des Reichskanzl-rß fei die A n s h e b u n g des bayerischen Belagerungszuste« des. Gewiß gebe es einige Punkt«, über die man sich seh leicht iniieiuander werde verständigen können. Ter Haupt« yunkl aber, die baldige Beseitigung des BKagerungszusti»« des in Bayern, sei das unumstößliche Ziel bei Reicks re gier ung. Bei dieser Gelegenheit möchte der Reichskanzler betonen, daß er in Frankfurt niemals Aeußerungen getan habe, wonach nach der Lösung der obrefchlesischen Frage, ,chas bayerisch« Geschwür auszes stochert" werden müsse. Em: derartige Aenßeru.lg sei frei erfunden.
Der bayerische Gesarrdte v. P reg er räumt ein. daß die Reichsregierung nach der Verfassung die Aufhebung des Ausnahmezustarrdes verlangen könne. Seiner Ansicht nach täte sie aber besser daran, zunächst die Entscheidung des Reichstags einzuholen.
Reichskanzler Dr. Wirth erklärt, aus verschiedenes GMrstren sei der Vorschlag deS bäuerischen Gesandt^ zunächst erst das Votum des Reichstags über btt Aushebung des bayerischen Ausnahmezustandes ab;t.trarten, nicht gangbar, besonders weil es in Bayern grobe Erregung aus lösen könnte, wenn die Aufhebung bei Ausnahmezustandes im Reichstag keichlasien werde» würde. Vielmehr sei eine Verständigung zwischetz Bayern und der Reichsregierung vor Zusammentritt bei Reichsregierung anzustreben.
Der bayerische Gesandte v. P r e g e r entgegnet, daß allerdings der Konflikt nicht dikatorisch behandelt wer« den dürfe. Er müsse sich gegen den Vorwurf verwahren, daß die Mörder amtlicherseits irgendwie begünstigt wor« den seien.
Abg. Dittmann (Unabh.) wirft der bayerischeH 'Regierung vor, sic wäre den ihr zuzetrageneu Na ihr ich« ten nicht in genügender Weise nachgegangen. Ter Ausnahmezustand in Bayern werde hauptsächlich zu dem ;3toerf aufrecht erhalten, um bie Konterrevolutionäre ;» schützen. Daher käme auch das Interesse bet Deutsch« nationalen für ben Ausnahmezustaud.
56. Mkt ISA
Anzeiger für (das früher kurhesfische) Oberhessen
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l 217 au-’f£tnen‘5e Nimm'. । J» • Derlaa vonDr. C. Hitz,
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Marburg
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Schtiding.
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Mm 6« SrieA«.
Paris, 15. Sept. Der kemaltstische Bericht vom 12. September behauptet, wie Havas ans Konstan- Hwvel meldet, daß die griechische Armee sich zurück-
Der Rückzug gehe in Unordnung vor sich, r* die Griechen ließen die Verwundeten und Ktirg?- Müterial, besonders Automobile, zurück. Di: Türken ffßtn zwei griechische Divisionen, die zur Deckung des Ikückzuges starke S-elüingeu bezogen halten, ringe- brückt habe::. Der Bericht schließt: Tie Lltägige Schlacht am Satharia endete mit dem voll ft an* ßigen Siegen nserer Waffen.
Paris, 15. Sept. Nach einer Blättermeldung ans Konüantinoprl ist ein englisches Geschwader von 'fünf Kreuzern nnd zehn Torpedobootszerstörern int Bos- -poruS «ingriroffen.
Politische Krisis in Griechenland?
London, 15. Sept. Wie berichtet -sird, sind bie- «achrichten aus Athen stark zensiert. Blättermeldun- tzen zufolge s:6t das Gerücht, daß in Grtzsetzenlanb dne politische Krisis herrsche.
"Parts^. 15. Sekt. .Nach einer Meldung der ,Jn- fariiitition"’ mts Athen ist dort das Gerücht verbreitet, das; daS Mämsicriuni nicht mehr sicher st e b e. Srf.it nenne schon den Namen des Oberlommifsars voit Emvrna, Stagyados, als etwaigen Nachfolger des gegenwärtigen Ministerpräsidenten.
Atbcn, 14. Scvl. Durch ein königliches Dekret ist Ue Fahresksasle 1922 unter dle Faluren gernscn, ebenso Äle biS vlerzigjährtgen Männer, die seit 1921 die erkrchische Slaalsaugchörigleit erwarben.
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Die Me Wirtsrhg!ts!age Ser Reicher.
Berlin, 15. Sept. Unter dem Vorsitz bes> Reichs- katiüors haben in letzter Zeit mehrere Aussprachen mit den Braschiai'mitgliedern des NeichsverbandeS der deutschen Industrie und Vertretern der Banken stattge- fnnben. Gegenstand war die ernste sinanzielle Wirtschaftslage des Reiches. Von allen Seiten wurde der g»te Wille betont, praktisch und mit besondereit Opfern an den Problemen mitzuarveitett uitb dem Reich die zur Erfüllung seiner Verpflichtungen notwendigen Mittel pi beschossen. Die Verhandlungen sind ans diesem günstigen Boden des Verständnisses nnd b?3 Entgegenkommens weit fortgeschritten. Um zu einem abschließenden Ergebnis zu kommen, bedarf es jedoch »och der Fühlungnahme mit weiteren.prodnktiven Ständen des deutschen Wirtschaftslebens. Die Besprechungen twrtten mit den Vertretern der Bankwcll wie auch mit f-lchen der Landwirtschaft in rascher Folge weitergesührt Werden.
Neber die Beweggründe, von denen der Reichs- tzeroand der deutschen Industrie bei den Verhandlungen wit Regiertrugsvertretern über die Kleditbeschafsung airsgeoang-n ist, geben mehrere Blätter solgeude Dar- skrkl'inng: Der Verband der deutschen Industrie ist der Medu-ua. daß, nachdem das Ultimatum angenommen Word?., ist, alle Kräfte angestrengt werden müssen,, nm ,v.i seiner Erfüllung beizuirageit. Man rechnet damit, saß es der Industrie möglich sein wird, etwa 1 bis l.ftz Milliarden Gcldmark auszubringen. Man echosir außerdem von dieser Aktion der Industrie eine fentfaftnuujs ber«jsfet durch die fortgesetzten Teviscu- D»käufe des Reiches geschaffenen katastrophalen Sage tet deutschen Valuta. Bei den Beratungen wurde Nrigens von den Vertretern der Industrie gleich - zeitig zum Ausdruck gebracht, daß die Industrie «ine Verbreiterung der jetzigen Regiernngs- tealition für dringend notwendig erachtet, damit «oruentlich auch die Kreise der deutschen Wirtschaft «aefichts dieser gewaltigen Stiftung für das Reich t» der deutschen Regierung mit vertreten seien.
z»M«k im MchMchNl ZWW- mdmtmeii.
Die Begründung.
- Paris, 15. Seept. Der „Temps" meldet: Die »irtfchoftlichen Zroangsmaßnahmen, die im Marz gegen Deutschland ergriffen worben waren, sollten nach den «stimmungen eines Beschlusses des Obersten Rates «» 15. September aufgehoben werden, wenn gelvisse ^Btbingungen erfüllt wären. Deutschland müsse vor Älem bie Schaffung eines internationalen Organis- jWus annehmen, der mit ben deutschen Behörden in der Driifuug der Ans- und Einsuhrbeschrönkungen für iie Rheinlaude zusammenarbeiten sollten Da die Wenische Regierung nicht in der notwendigen Weise niit- Drbeitete, werden die wirtschaftlichen Zwangsmaß- tz»«hmen a uufrecht erhalten bleiben, bis die vom Obersten Rat gestellteu Bedingungen ausgeführt worden. sind.
Eie drutsche Regierung lrhut die Beranrwvrluug ab.
- Berlin, 15. Sept. Nach dec letzten Mitteilung c:t DLerste.u Rates vom 14. August war die Aufhebung der Eir.'chaftlickrn ZwauKsmaßrlahmen für den 15. Sey- iWnofT ins Äuge gefaßt, wemi LL; 3L Au-ust sie fällig, i
Golsmilliarde tezahlt fei und die deutsche Regierung ihre Einwilligung zur Schaffung eines interalliierten Organs zwecks Vermeidung von Diskriminationen bei Erteilung der Ausfuhrgenehmigung für das besetzte Gebiet erteilt haben würde. Die deutsch: Regierung leistete die fällige Zahlung und sprach ihre gruudsätzlick-e Einwilligung zur Schaffung eines interalliierten Organs zur Verhütung von Diskriminationen in ihrer Note vom 26. August aus. Eine Antwort wurde bisher darauf nicht erteilt. Die schweren wirtschaftlichen Folgen, welche nicht nur das Wirtfchaftsleben des besetzten Gebietes, sondern ganz Deutschlands durch das Fehlschlägen der durch bie Ankündigung erweckten Hoffnungen erleidet, können nicht der deutschen Regierung zur Last gelegt werden, sondern müssen von den verbündeten Regierungen verantwortet werden. ...
.... *
Rückkehr Kahrs?
Die Krisis in Bayern dürfte, wenn nicht alles trägt, als überwunden betrachtet werden, nachdem in der gemeinsamen Sitzung der Reichs- und Landtags- fraklionen der Bayerischen Volkspariei, an welcher der Vorsitze,nde der Landtagssraktion, Geheimrat Held, als Berichterstatter und auch Dr. Georg Heim als Hanplsprecher für die Reichstagsfraktion teilgenominen haben, nach der politischen Aussprache völlige Einmütigkeit erzielt wurde und in der Folge Geheimrat Held heute nach Berchtesgaden gereist ist, um mit Herrn v. Kahr zu verhandeln. Mitgewirkt' hat bei dieser Einigung jedetrfalls die besonders begründet« Hosfmnig, daß Bayern in seinem Kampf gegen bie übrr- unitaristischen Bestrebungen der -Meichsregierung bei der preußischen Ncgiemng Stegerw-alds Rückende düng findet. Das Ministeriunz Kahr wird wahrscheinlich in seiner bisherigen Zusammensetzung zurück- kehren.
München, 15. Sept. Dle »Münchener Bettung" meldet, datz eine große Volksbewegung für Kahr in ganz Bayern eingesetzt habe, die sich In Kundgebungen ausbrückt, die beim Ministerrat und beim Landtag aus allen Kreisen und Schickten der bisyertgen Äoalitionsparteien eingeianfcn sind.
Einberufung des bayertschen Landtags.
Münche tt, 15. Ächt. Der Landtag wurde auf den 21. September eiuberusrn. Aus der Tagesordnung steht die Wahl des Ministerpkäfideuten.
Dr. Rokh gegen den Reichskanzler.
München, 15. Sept. Dle Korrespondenz Hoff- utanu meldet aintttdi: Münchener Adendblätter vom Donnerslag bringen die Noitz, der Netchskanzler hak>e in der Sitzung des UeberwachungsausschusscS vom 15. September aus einem BcriLt des Staatslommtsiars für die ösfentliche Ordnung Dr. Wcismarm mitgeteilt, daß der Korvettenkapitän Ehrhardt mit dem bis- betigen Jusii.zminisier Dr. Roth in Verbindung stehe. Der Lnstizministcr Dr. Rottz lStzt hieraus erklären, daß er weder den Kapitän Ehrvardt noch den Oberst Bauer uoch den Major Pabst kenne und daß daher die MilieUuug in ihrem ganzen Umfange frei erfunden fei. Der Reichskanzler batte sich durch eine vorherige Ansrage tu München hierüber leicht Auf- tliirung verschassen können.
In einer Sttzung der- drutschnaikonalen Fraktion des Reichs- und des Landtags wurde der Erlaß des Reichspräsidenten vom 29. August eingehend erörtert. Es wurde beschlossen, den Reichstagsauslchutz zu er suchen, die Verordnung des Reichspräsidenten als ersten Gegenstalw auf die Tagesordnung des Reichstags nach dessen Wiederzusanimeutritt zu setzen.
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Keine Mordorgamsation.
M u u ch « n, 15. Sept. Di« Fahndung nach den Tätern, die Er,cherger ermorbelen, ist zum Stillstand aekommen. Neue Verhaftungen fanden nicht mehr statt. Es ist nur das Eine festgestellt, daß eine Organisation für politische Morde nicht besteht. Die Sierhasteten sind sich von der Brigade Ehrhardt her gut Freund und hatten des öfteren, um di« Freundschaft weiter zu pflegen, im Schuh- und Trntzbuud, dem sie angehörten, Zusammenkünfte. Am Mittwoch kam ein Bruder des flüchtigen ZiHefftu hier an, um sich bet Staatsanwaltschaft zur Verfügung zu stellen. Er wohnte in einem hiesigen Hotel und trug sich auch mit seinem richtigen Namen ein. Tas machte den Portier stnßig, weshalb er die Polizei von de-n angeblichen Hiersein des Tillessen, nach dem gesahudet wird, verständigte. Ter Btuoet des Tillessen luitrbr uoch nachts einer Sontrollt unterzogen, wobei sich beraus- [teilic, daß bie Annahme des Portiers unrichtig iff
Als Tater bei der Ermordung Er,chergers kommt, wie die Blätter nach einer mehrheitSsozialistischen Zei- tiiuoskorreftwudenz melden, der angebliche Leutnant Hütter, der sich in Potsdam selbst gestellt hatte, nicht in Frage. Tie Abteilung la der Polizei war bereits vorher auf ihn aufmcrtfam gemacht worden unb hatte sein Lichtbild der Staatsanwaltschast nach Ofsen- buig gesandt. Diese teilte daraus mit, daß Hütter als Täter nicht in Frage komme. Nach oerselben Quelle werden in den nächsten Tagen die Bilcslisfe von Tilles- sen und Schulz plakatiert werden, nm ihre Verfolgung zu erleichtern. - - -« ■