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HeglMWmi.

An sehr bieten Orten Deutschlands hat man aus Grund des bekannten Erlasses des Reichspräsidenten vom 29. .August 1921 die Tannenberg- und Sedanfeiern ver­boten unter der Begründung, daß solche vaterländische Erinnerungen, den Parteizwist vertiefen und bat Anlaß ju gegenrepublikanischen Kundgebungen bilden. Hier in Marburg haben vaterländische Kreise, wie berichtet, eine einfache, aber durchaus würdige Sedangedenkseier abge- haltcn und großen, dankbaren Zuspruch gesunden. Kein Wort wurde dabei gegen die Republik oder gegen die Ver­fassung gesprochen, kein Haß und keine Zwietracht gesät, sondern gerade im Gegenteil zur Einheit aller Schichten unseres niedcrgeworstnen Volkes und zur Ueberbrückung der Parteigegensätze zum Wohle unseres Vaterlandes und seiner Wiedererstehung eindringlich gemahnt. Die Feier verlies ohne Störung, ein erfreulicher Beweis dafür, daß vaterländische Erinnerungen noch lange keinen Anlaß zur Beunruhigung und zur Trübung des inneren Frie­dens zu geben brauchen. Es kommt eben nur darank an, wie man die Sache anfaßt und wie man sich zu ihr stellt.

Aber nicht allein gegen die Sedaniner haben sich die Verbote der Behörden und die znm Teil höchst roben Angriffe der Der besten Masse, die sich mit brutaler Vergewaltigung mischten, gewendet. Auch die Erinue- rungsfeiern der alten Regimenter wurden nicht geduldet und an manchen Stellen verholen. So hat zum Bei­spiel das sächsische Ministerium, welches unter radikalem Einfluß steht, die Polizechehörden des ganzen Landes angewiesen, ans Grund der genannten Beiordnung bis aus weiteres allemilitärisch-nationaunischeu Veranstal- IvstIrn, i NS besondere alle Reglmentsleiern", zq verkneten. Dieses Vorbild fand Anklang, fd daß sich viele Behörde^ veranlaßt sahen, dem deutschen Volke und seinen' alten ! Kriegern die letzte Freude zu entziehen, die erhebende und tröste icke Erinnerung an die ruhmvoll Vergangenheit, die «ns über das Elend der Gegenwart binweghilst und einen lichten Ausblick in eine bessere Zukunft eröffnet.

Was wollen die Regimentsfeieru? Wir haben deren zweierlei zu unterfchechen. Erstens handelt es sich um die Gedenktage der alten Regimenter aus der kaiserlichen Seit. Viele dieser Truppenteile habe» ein- prhrhundertlange Vergangenheit, die auks Innigste mit der Geschichte deS deutschen Bolles oder seiner Eiugel- stämme verschlungen ist Sie führen ihren Stiftungs tag bis in die Zeiten des 3VjLhrigen Krieges oder gar noch früher zurück urtb wissen von Kämpfen und Siegen, fron Vergehen und Wiedererstehen, immer aber von Mannesmut, Waffenehre, Fahnentreue zu berichten. Es 'st ein unschätzbarer vaterländischer Besitz, daß man sich erade in unserer Zeit der Verflachung uns der Erniedrig­ung, der Ertötung der idealen Tmpsinduuaen. des lieber» zewichtes des Materialismus derjenigen Werte eingedenk bleibt, welche uns groß und mächtig gemacht haben. Hier­zu ist die Geschichte der alten Regimenter, »ie im sieben­jährigen Krieg, in den Befreiunoskriegen, 1870/71 und zuletzt mit besonderem Ruhme in den Schlachten dc? Weltkrieges gefochten haben, ein überaus wertvoller und für das deutsche BaterlandSbewußtscin durchaus unent­behrlicher Beitrag. Die zweite Art der Regimentsseiern betrifft diejenigen Truppenteile, die als Reserve-, Ersatz-, Landwehr- ober Landsturinregimenter ober als Neu­bildungen irgendwelcher Art »ährend des Weltkriegs entstanden sind. Auch sie haben für M» Baierlaud ge­fochten und geblutet, um sich ehrenvoll uns ebenbürtig neben die alten Truppen des Friedensstaudes zu stellen.

Nun gehören die Regimenter und sonstigen Truppen­teile des Weltkrieges der Vergangenheit an. Jbre Fah­nen find abgegeben, d« Verbände sind aufgelöst, die Spuren drohen zu verwehen. Zwar bat man die Trup­penteile deS Reichsheeres in Heiner heutigen kleinen und eng zusammengepreßien Forin za ben Trägern der Er innerungen derTradition", wie man zu sagen pil-gt, gemacht und damit sicherlich das Richtige getroffen. Allein bas Reichswehr ist viel zu schwach und steht seinem Wesen als Berusstruppe nach viel zu weit auswärts der breiten Schichten unseres Volkes, als daß es dap, aus­reicht, den Geist der kriegerischen Eriunernngen unserer großen Vergangenheit wirkl'ch hochzuhalten, so wacker und so tüchtig unsere kleine Reichswehr auch ist. Tie Regimentsseiern müssen, wie es ja bisher geschehen ist, auf einen breiteren Boden gestellt werden. Sie müssen sich mit dem Bewußtsein des Volkes eng ver­schlingen.

Die Regimentsfeiern bezwecken kernen Kampf gegen die Republik oder gegen die Verfassung. Cie sind auch keine rauschenden Veranstaltungen in unserer Zeit, die zur strengen Sparsamkeit mehr wie je mahnt. Sie haben vielmehr ganz andere Zwecke: Pflege der Kameradschaft über die Grenzen der Parteien und der Stände hinaus, Erinnerung an gemeinsam erlebte Tage 6er Siege und der Not, Gedenken der gefallenen Helden, Unterstützung der notleidenden Kameraden und Familien der toten

(Nachdruck verboten.)

Zwei Hekde«.

Preisgekrönter Roman aus der Zeit vor hundert Zähren von M. Trommershausen.

11. Fortsetzung.

Wieder glitt eine Gestalt über das Totenfeld', ein junger Husar. Suchend wandte er sich hierhin und dorthin, beugte sich nieder, richtete sich auf, fing wieder an zu suchen.

Hier muß es sein, hier sah ich ihn zuletzt, mur­melte er. Hier hört-s i Meine Stimme^ die die Truppen zur Hilfe des Fürsten aufrief. Dann verschwand er. Aber ich mufc muß ihn finden, tot oder lebendig.

Und weiter wandernd fuhr er in seinem fieber­haften Suchen fort.

Tort drüben am Baume lag noch einer, fc regte sich nicht. Die Knöpfe seiner Uniform blitzten im Mondlicht; ein Grenadier; das Gesicht auf de» Boden.

Ist er's?

Der junge Husar springt dahin. Er kniet nieder und wendet den Kopf des Toten um. Er ist's, der Gesuchte, Friedrich v. Sähet!

Stöhnend läßt der junge Soldat den Kopf des Offiziers fallen. Er schlägt beide Hände vors Gesicht. Doch schnell nimmt er sie wieder weg und sieht dem Unbeweglichen forschend ins Gesicht. Ist « wirklich tot?

Er reißt ihm die Uniform aus und legt das Ohr an seine-Brust.

Herr Gott ,daS Herz schlägt ja! Es schlägt! Er lebt, lebt, lebt!

Hastig öffnet der junge Mensch feine Feldflasche, hebt den Kopf des Offiziers in die Höhe und zwingt einige Tropfen Wein zwischen seine Lippe». L-ie werden verschluckt. Noch einmal und noch einmal.

Da öffnet er die Augen.

Verwundert sieht er den Soldaten um sich beschäftigt zmd nickt ihm dankend zu. ,

Kämpfer." Fürwahr hier liegen Grundsätze von außer­ordentlich hohem erzieherischem und praktischem Werte für unser gesamtes Volk. Die Rea-menisseiern sind eine" vaterländische Notwendigkeit. Sie bilden die letzte Pflege des Idealismus in einer Zeit, welche in elender Erniedrigung, im Materialsimus, in der Plattheit des Tages zu versinken und zu ertrinten droht.

Warum aber verbietet man jetzt vielfach die Regimentsseiern'? Tie Antwort lautet sehr traurig: Aus dem gleichen Grund, mft dessen H8se man der Jugend die deutsche Heldenacschichte aus der Seele zu reißen sacht. Man will Hnftre Jugend nichts mehr hören lassen von den Taten eines Hermanns, der die Römer schlug, eines Kaisers Rotbart, eines Frnbrichs des Großen, eines Bismarcks nud Molikes, eines Hinden­burgs, Ludendorffs, Lettoiv-Vorbecks. Man möchte sie in Weichherzigkeit, Mattigkeit, Völkerversöhnung, weltver- brüdcruder Verschwommenheit dohinsumpfen lassen, da­mit nur ja keine Kampflust und kein vaterländischer Schwung in ihr hochkommcn kann. Eitles Beginnen! Wenn wir unserer Jugend die Begeisterungsfähigkeit für die Größe und Schönheit unserer Dorzeit aus dem Her­zen und aus dem Gemüte reißen lasser', so schänden wir unsere Zukunft, denn der Jugend gehört die Zukunft, so entmannen wir uns selbst, eine Wahrheit, über welche kein Friedensschwärmer und kein Verkünder der ewigen Völkerverständigung hinweglommen wird.

Und wie es mit der Jugerst» ist, so steht es gleicher­weise mit den alten S-o (baten, die sich zu den Regimentsfeiern zusammerrsindeu. Sie brauchen die Er­hebung unb suchen nach Zusammenschluß, uni sich in der Not und der Flachheit dieser- schlechten Zeit an feen Taten der Vergangenheit zu erbauen und aus ihr Hoffnung, Mut und Zuversicht für die Zukunft zu schöpfen. Darum ist es ein wenn man strntti-i, durch die Unter- drücknng oder ^rurch das Verbot der Rftcunentsfeftrn eine geistige Bewegung totschlagen zn köniuri. Wir brauchen, unbeschadet der Republik und der Verfassung, einen Geist der vaterläudischen Einigung über den Zwist und das Gehader der Parteien hinweg: denn wir wollen ein Saierlanb aufbauen, tu» einst groß und stark genug sein toirb, um die Schmach zu vergelte» und unser Bolt auf den ihm gebührende» Platz an der Sonne zurückzu- geleiten. Wehe dem Volk, das die Großtaten seiner Vergangeuhrit vergißt, das sich seiner Helden aus herr­licher Zeit schämt, das feinen vaterländischen Erinnerun­gen untreu wird! Wolken wir wirklich aus diesem Wege der Torheit weiter taumeln? Tann freilich wären wir wert, daß uns feie Feinde zum Spott haften und weiterhin mit uns Kugel ober Kegel schieben, wie es leiber bis jetzt geschehen ist. Nein, das oarf nicht weiter so gehen! Schlichen wir bi« alten Kämpfer treu und eng zusammen, um einen Ring *u bilden, tat sich über die Parteien und ihren Zwist erhebt, um einst den Stamm für die Wieder­errichtung unseres durch innere Zwietracht gefallenen Vawrwndes zu Hilden. Hierzu aber tragen die Regiments- feiern wesentlich bei. F I.

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2. DeutM evmMtt McheM.

Stuttgart, 12. Sept. Im dichtgefüllten Saale des Vereinshaufes des Christlichen Vereins junger Männer wurde heute vormittag der zweite deutsche evangelische Kirchentag eröffnet. Der Prä- stdent des evangelischen Oberkirchenrats Müller- Berlin hieß den Kirchentag im Namen der deutschen evangelischen Kirchen willkommen und dankte für die freundliche Aufnahme, die der Kirchentag in Stuttgart und in Württemberg gefunden hat. Die Länder des Reiches und das Reich selbst haben sich als religionslos erklärt. Das ist eine Tatsache von ungeheurer Bedeutung für uns und da» ganze deutsche Volk und von einer Tragweite, die garnicht abzusehen ist, geschweige denn, daß ihre Vedeutung in kommenden Tagen in das allgemeine Bewußt­sein übergehen wird. Wir können es nicht verant­worten, wenn wir um des großen Zieles willen nicht alle Sonderwünsche zurückftellen würden.

Nachdem Misfionsdirektor Dr. Cchreiber- Berlin über die Zusammensetzung des Kirchentages berichtet hatte, erklärte fich der Kirchentag als kon­stituiert. Auf Vorschlag des Geh. Konststorialrats Prof. D. Titius- Göttingen wurde einstimmig Frhr. v. P ech m a n n - Berlin znm Vorsitzenden und Leiter des 2. Deutschen Kirchentages gewählt. Dann begrüßte der Staatspräsident und Kultus­minister Dr. H i e b e r namens des württembergi- fchen Kultusministeriums den Kirchentag, im Na­men der württembergifchen evangelischen Kirche Konsistorialrat D. Zeller, Oberbürgermeister

Es scheint, du hast mich vom Tode gerettet, Ka­merad, sagt er.

Jener antwortete nicht.

Das war ein wuchtiger Hieb meiner Treue! Fr war mein Gott ernst gemeint, aber meine Hirnschale ist fester, als die Franzmänner glauben.

Der Grenadier faßte wie zur Bestätigung seiner Worte an den Kopf. Dann richtete er sich auf.

Ich glaubte, es sei mein Letztes und befahl meine Seele Gott, weiß auch nicht, was Weiler mit mir vor- 'gezangen ist, fuhr er fort. Kannst du mir sagen, Kamerad, wie die Schlacht ausging? Sind wir wirk­lich geschlagen?

Die Armee ist geflohen, antwortete der Husar. Alles versagte unter mörderischen Feuer der feind­lichen Tirailleure und ging unaufhaltsam zurück.

Da möchte man doch sein ganzes Leben verfluchen! knirschte Saher. Ich fürchte, mein junger Freund ,du hast mir einen schlechten Dienst geleistet damit, daß du mich ins Leben zurückrieffl. Mir wäre weiß Gott Wohler, wenn mir brr Odem ausgeblasen wäre.

Der Husar antwortete wieder nicht.

Du bist ein schweigsamer Gesell .Kamerad. Wie heißt du? /' s .' i.!- c

Helmut Felben. . ~

Und bist? Ich kann nicht recht sehen. HM- Rekrut bei den Husaren. ' 7/."

Aber mächtig jung noch deiner Stimme nach. -! Zwanzig Jahre, Herr Leutnant. .

Da müßte ich nuchlSie" sagen, junger Mann?

Ist nicht nötig. Bleiben Sie bei demDu", Herr Leutnant.

Ich muß doch sehen, ob meine Glieder ganz sind, aflte Saher bei sich. Reich mit die Hand, Kamerad, Und hilf mir asus die Seine. >So, so.

Dcher stützte sich auf-die dargeboteur junge Schulter und stand langsam auf. Tann befühlte er alle Glieder.

Alles in Ordnung. Offenbar nichts zerbrochen, fehl Arm, kein Bein ,Tein Fingernagel verletzt. Es scheint dochtz als ob ich dem Bat er lande noch länger

Ge-

drei

waren, während die Verführten zu entehrenden fängnisstrasen veruttcilt worden sind.

Das amerikanische Oberseldgericht in Mähen ver­urteilte 11 deutsche weibliche Personen wegen Ber- kchrs mit amerikanischen Soldaten zn 26 Monaten Gefängnis unter Veröffentlichung der Namen in derMayener Zeitung", einmal ein erneutes Zeichen für den Mangri au Würde, der bei einem großen Teil der weiblichen Bevölkerung des besetzten Gebietes noch immer zu beklagen ist, daun aber auch ein Beweis dafür, daß der Druck der Verhältnisse in dem von Amerikanern besetzten Gebiet größer ist, als gemeinhin angenommen wird. Denn es darf angenommen wer­den, daß die auierikanischen Soldaten die Verführer

lewn Mt io teewta Dtand

# Die deutsche Uraufführung von G. Fr. Händels OperJulius Saefar (1724) in der Bearbeitung von Dr. O. Hagen ist für die nächstjährigen Göttinger Händelopernfestspiele des Universirätsbundes in Aus- sicht genommen.

# Südpolarexpedikion. Rach einer Meldung des .Pelil Parisien" aus London verlädt die Expedition Shaklcions am Sonnabend London, um eine Süd» totreife anzutreten. Für die Erpediiion sind 2 bis & Jahre in Aussicht genommen.

nafen Grün! erfreu daran nud h diese flnnui von i dieses taßtei Monn sacke Und s Reihe Aufgc Kreise Heirnc diesem des b alten Hier;: betritt Lrispi Wren Sonn tatmii

jahr 50 Ortsgruppen beständen, fTtfb eF yrvkr 63. Mitgliederzahl beträgt 19 233. Don der Mitglieder­zahl entfallen 9724 auf die Stadt Danzig.

Ein amerikanisches Fimmzsyndilat hat mit 6ent Erzherzog Friedrich von Oesterreich ein Abkommen ab*-

* Ü

W6& b

freien Hansastädke haben den Gcncralstaaksanwali Dr. Schön in den einstweiligen Ruhestand versetzt infolge tiefgehender politischer Meinungsverschieden­heiten. Der Polizcipräfldent von BreSlau, Lie­bermann, wurde vom Minister des Innern zur Disvosttion gestellt.

Wegen Beleidisung des Reichspräsidenten verur­teilte die Stettiner Strafkammer den landwirWhaft- lichen Veamten Dr. Axel Oberg zu 2 Wochen Ge­fängnis. Sn der Verhandlung vertrat der frühere preußische Minister des Innern Heine die RebenNage deS Reichspräsidenten.

Der 32. deutsche Juristenlag wurde in Bamberg mit einem Begrützuugsabend eröffnet. Sn der ersten öffentlichen Sitzung wurde Prof. Kahl- Berlin zum Gorsttzenden gewählt, der daraus die Begrützmigsan- sprache an die Versammlung richtete.

Aufruf zur nationale« Einigung. Aus Hamburger Bürgcrvereinskrelsen wird den »Hamburger Nachrich- ten* geschrieben: Die am 5. September versammelten Vertteter von 20000 deutschgesinnten Mitgliedern der Bürgcrvereine Grotz-Hamburg fordern angesichts der gefahrvollen politischen Lage von den Hamburgischen Parteiorganisationen der Deutschnntioualen VolkS- parlel und der Deutschen Volkspartei die sofortige Bildung einer Arbeitsgemeinschaft beider Parteien zur Verteidigung des nationalen Bürger­tums gegen die Angriffe des Sozialismus und er­warten von 5en Haupworständen beider Parteien, daß die erforderliche« Schritt« dazu sofort in die Wege ge­leitet werden.

Der Partettag der Dentschnationalen BottSparkei im Freistaaic Danzig fand unter «roher Beteiligung statt. Aus dem Geschäftsbericht gebt 6erVor, das; die Deutfchnaiionale Volkspartci die stärkste pottilsche Partei Im Freistaate geblieben ist. Während im Vor­

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Aus dem besetzten Gebiet.

Frankfurt a. M., 12. Sept. Aus Sem Kreise Mörs wird berichtet, daß durch belgische Besatzungs­angehörige unter Leitung von Offizieren in den Mo­naten Juni und Juli wiederholt Ausgrabungen in der Gemeinde Repelen und Baerl vorgenomme« wurden. Es sind Münzgefäße römischer Herkunft, 7 Münzen sowie prähistorische Sachen gefunden worden. Die Vorstellungen des Landrats find anscheinend ohne Er­folg geblieben, denn Anfang September wurden neue Ansgrabuugen vorgenommen. Der Landrat hat erneut Einspruch dagegen erhoben. Eine Auilvort der Je» satzungsbehörden liegt nwb nicht vor. Der Prv- dinzialkonservatoc der Rheinprovinz ist mit der An- gek-genheit besaßt worden.

Landau. 12 S.jt Tas französische Kriegs­gericht verurteilte den Krastwagensührer Emmert ails Frankenthal wegen Diebstahls von Benzin und Oel zu 4 Jahren Gefängnis und einen gewissen August Uhl mts Speyer wegen Körperverletzung eines sränzöjischen Soldaten zu 2 Jahren Gefängnis und 200 Franken Geldstrafe.

Kgiskk-lkkuteen, 1L Sept. Ti« Oberstaajs- aiuvaltschaft in Zweibrücken hat das Gesuch «m gandigung des Sekretärs Haas von der Freien Bauern- fchaft akgelehut, der wegen eines B r , a b ns beim Milchsireik verurteilt worden war.

Politische Tagesnachrichten.

Absetzung von Beamten. Die Senate der

Hochschulnachrichten.

X Todesfall. Der ordentliche Prosesior der mittel» alterlichen Geschichte und der historischen Hilsswisscn» schäften an der Berliner Universität, Dr. Michael Tangl, ist in feinem Helmatlaude Rärnten, wo et Zur Erholung weilte, nach kurzer firautäcU im 6L Leveusiahre verichieden.

Lautenschläger namens der Stadt. Man trat sofort in die Beratung ein und zwar gleich in den wichtigsten Gegenstand der Tagesordnung: Die Kirche und die Verfassung und der Kirchen­bundsvertrag." Dazu referierte Dr. B o e h m e aus Dresden und Präsident Lic. D. lielemann aus Oldenburg.

nützen soll. Auch gut. Muß es denn sein, so will ich weiterlebe». weiter kämpfen und, will's Gott, endlich fiegen. Was sagst du, Kamerad?

Ich sage, daß Preußen sich ermannen wird, daß es endlich, aufstehen und sich feiner Vergangenheit würdig zeigen wird. Es muß ja so kommen! rief der Husar selbstvergessen unb mit solcher Inbrunst aus, daß Saher ihn verwundert betrachtete.

Du bist kein Bauer oder dergleichen »sagte er. Tn bist besserer Leute Kind.

Ja, ich bin erwiderte der Husar ,a6er das tut nichts zur Sache. Es handelt sich jetzt darum, ob Sie gehen können, Herr Leutnant. Wir müssen bieten Ort verlassen, so schnell wir können. Glauben Sie, baj? Sie stark genug sind?

Ich bin im Bollbesitze meiner Keast, nur ein dumpfes Gefühl im Kopf erinnert mich au den Hieb. Gehen wir. Kannst du mir sagen, in welcher Richtung das Heer geflohen ist?

Ich weiß nichts, weiß nicht einmal ,wo mein eigenes Regiment ist. Es war eine schimpfliche Flucht. Pfni über uns!

Ruhig ,Kamerad, wir wollen es weitmachen. Bei Gott,das wollen wir. Jedenfalls haben die Flüchtlinge dir Richtung auf Weimar genommen. Tahin wollen wir uns wenden. Sie fingen an zu gehcu.

Geben? Von einem Gehen konnte kaum die Rede ein. Sie stiegen hinweg über Leichen «sie kletterten über tote Pserdeleiber, über Kckiionett unb zerbrochene Wagen. Sir umschritten vorsichtig die Verwundeten und Sterbenden, um sie nicht zu verlrtzcn. Peinigend drangen ihre Schmerzensschreie au ihr Ohr. Wohin b kamen, ertönten dir Wehrufe der Unglücklichen, ohne Pause, fo daß eS war wie eine ununterbrochene Kette oon Qualen, die zu ihnen hinausschrie. Weil offene Augen starrten sie gläsern an, Finger streckten ich aus, um sie festzuhalten.

Zuletzt kam es dem jungen Husaren vor.als brauste ein ganzes Meer von Jammertöne« und Hilferufen um,

«ueftet befinden, wird auf 200 Millionen Dollars ge, schätzt.

Erinnerungen aus dem Kgl. Preus!- Krienz. mittiftcrüim aus Grund amtlichen Materials veröffent­licht General v. Wrisberg, während des RriegeS Direktor des allgemeinen Rrlegsdepartements. Die Bekanntgabe der ungeheuren Leistungen der Heeres- Verwaltung wird berechtigtes Aussehen erregen. Neben den rein militärischen Fragen sind den Verdiensten unserer Wisienschast, Jndusttie und Technik sowie der Entwicklung unserer innerpolitischen Verhältnisse ein* gehende Betrachtungen gewidmet. Das Werk er- -eini in mehrere« in sich abgeschlossenen Bänden, von denen der erste, der den Titel .Der Weg zur Slc- volntlon 1914/18 trägt, die Wühlarbeit der Linlei, enthüllt.

Segen den Terrorismus der Straße.

Berlin, 12. Sept. ^DerBerl. Lok.-Anz.- meldet aus Dresden, daß der sächsische Landtags* ausschuß den Antrag abgelehnt hak, bei der Reichsregierung auf Aufhebung der Reichsvercrd- nung hinzuwirken. Dagegen wnr^s ein Antrag an­genommen, die Regierung möge den Terroris­mus der S t raße mit allen Mitteln verhindern und die Schuldigen der Strafe zuführen.

Berlin, 12. Sept. Wie derBerk. Lok.-Anz.- melbet, protestierten die Oldenburger Grwsrk- schaftsn völ der Legen die Abhaltung

eines Appells ehemaliger 91er, wozu Hmdenbst'kZH Erscheinen erbeten war. >

Erweiterung de« Zugverkehrs nach Ostpreußen.

B e r l i n, 12. Sept. Nach längeren Verhandlungen hat sich hie polnische Regierung nunmehr protokottarifch bereit erllart, vom 16. September ab ein neues Pro­visorium sür den Eisenbahnverkehr zwischen Ostpreußen und dem übrigen Deutschland in Kraft zu setzen. Dieses neue Provisorium bringt eine wesentliche Er­weiterung der bisher bestehenden Zugverbiitdnngeil. Dir deutschen Reichsapgehörigen brauchen nur einen Personalausweis zu haben.

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geschlossen, das auf die Erwerbung der Besitzkümcr des Erzherzogs in der Tschecho-Slowakei, Oesterreich, Südslawien, Rumänien und Ungarn abzielf. Der Wert der Besitztümer, die sich rum Teil unter Se-

Die Siegener Unruhen.

Siegen, 12. Sept. Ten am Freitag fiaftge» fundeuen Unruhen folgten am Samstag abend geoni 6 Uhr neue Ausschreitungen streikender Arbeiter. Tie Menge rottete sich vor dem Rathaus und in der Kölnerstraße zusammen und verlangte die Freilaffunz der am Abend zuvor scftgeiwmmenen Personen. Stundenlang hielt die Schupo den Angriffe» der Waffe stand. AlS diese schließlich das Rathaus zu st ü r m e n versuchten, gaben die Beamten Feuer. Dabei wurde eia 15-jähriger Junge getötet. An einer Stelle mußten sich die Schupobeamteu dem Vorbringen der Massen durch Handgranatenwersen erwehren.

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Unpolitische Tagesnachrichten.

Ein schweres Alttomoblkungkilck. Berlin, 12. Sept. Aus der Elsenbahnstrecke GodesbergRemagen fuhr, wie das .Berl. Tagcblck meldet, ein amerlkani* skMs Automobil gegen den Eilzug DortmundFrank­furt. Das Automobil wurde vollständig zettrümznert und sämtliche sechs Jnsasien getötet.

Kircheneinsturz. Brüssel, 12. Sept. Heule morgen ist in Goeckelberg bet Brüssel das Gewölbe der St. Annakirche eingestürzt. Drei Frauen wurde« dabei getötet. ;

Brückcneinsturz. Paris, 12. Sept. Nach einer Meldung desNewyork Herold" aus Chester kPenn- sylvania) sind Infolge Einsturzes der Brücke über den Chesterflutz 100 Personen lus Waffer gefallen. 25 wurde» als Leichen geborgen.

Nnwetterkatnstiophe». London, 12. Sept. Nach einer Meldung desDaily Telegraph" aus San An­tonio kTexaS) beziffert man die Gesamtzahl der bei der Ucberschwemmung Umgekommenen aus 120 00. ff i m g ft o n (Jamaica), 12. Sept. Ein heftiges Un­wetter hak die Stadt GcorLeiown auf der Insel Ta­bags zerstört. Auch von der Insel Trinidad wer­den schwere Schäden gemeldet. Die Ernte ist völlig vernichtet. >

ihn her. Er fchauberte unb klammerte sich au Sa Hers Ann.

Sie rufen um Hilfe, die Toten schreien uns nach, sagte «r entsetzt. >

Du hast recht. Es ist furchtbar au-uhören, Kamerad, aber wir muffen uns start mache». Wir müssen vor­wärts. 1

Ich kann dies nicht anhören ,numne(te der Rekrut.

So weichmütig .Kamerad? Tann bist du nicht zum Soldaten geboren.

Der Husar zuckte zusammen. Er ließ Sahers Arm los. Seine Gestalt straffte sich.

Sie irren, Herr Leuinank. Ich bin Soldat und werde meinen Mann stehen.

Desto bejscr. Bald ist's auch überstanden. Kir nähern uns em Ende des Schlachtfeldes.

Es war eine erbärmliche Schlacht für uns Preußen, sagte der Rekrut verächtlich.

lFortsetzung folgt.)