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Amtliches Berkündigwrgsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurheffifche) Oberheffen .

Sr. 214

Tie „Cberi)eiii)d,e Zeitun >" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich ‘.75 Mk., durch die Post 5.10 Mk. Ausgabe B mit .^Oberh. Svort-Ztg." 1 M!. mehr. Für ausfallende Nummern infolge Streiks ooer elementarer Ereignisse kein Ersatz. — Verlag von Dr. C. Hitzeroth. — Druck der llniv.-Vuchdruckerei von Iob.Aug. Koch, Markt 21,23 — Fernsprecher 55, — Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt o. Main.

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Marburg Mot, len 13. Senlemlet Scheiding.

Der Anzeigenpreis betrSgt für Me 9 gesp. Lolonelzeil« oder deren Raum 90 Psg. u. 10 °L Aufschlag, amtliche und auswärtige 1.20 Mk. Ander« Spaltenbreiten nach entsprechend« Berechnung. SpA «inlausend« oder de» Raum über */» Seite ein­nehmend» Anzeigen find wir berechtigt, nach der Textspaltenbreite zu setzen und zu berechne». Sogen. Reklamen berechnen wir die Zeile mit 3.00 Mk. Zeder Rabatt aiU al» Barrabatt. Bei Auskunft durch die Geschäftsstelle und Dermittlung der Angebote 75 Pfg. Sondergebühr.

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HriiÄtWsrot.

Aussprache über die Steuergesetze.

Berlin, 12. Sept. Der Vorsitzende Wler s s», Brau» belonle die Notwendigkeit, dr; Brratun^.

noch in rmger Äoche zu Er>b£ Jii iförcit Arm zweiten stellvertretenden Vorsitzenden wird Ober- Urgermeists?. MitztlMchf als Vertreter der Abteilung i t DI. mit 197 von 20-1 Stimmten gr,vählt.

Bei der folgenden'Beratung des Bicrsteuergc- tetzes wurden die inzwischen gestellten Anträge mit fer Beratung verbunden. Die Renn wettsteuer wirb «cm äs- de» Ausschußanträgen angenommen. Die Tvtali- ptorstener wird auf 20 Prozent, die Buchmacherabgabe chensalls auf 20 Prozent, gemäß dem Anträge Braun, mit 107 gegen 96 Stimmen festgesetzt.

$3 folgt die Allgemcinaussp rache zu den Steuer- gesetzen. Dr. Berthold begründet einen Antrag, i der davon ausgeht, daß die Grenze der Belaflungs- i fähig feit unter Berücksichtigung dec gesamten öfftnt- Glichen Belastung zu ziehen ist. Er verlangt, da st sämt­liche Steuer» als ein einheitliches Ganzes verab­schiedet werden sollen. Der Antrag Berthold wird an- genonunen.

Oberbürgermeister Mitzlakf beautraat die Aus- ubeituuli von Vorschlägen für eine Neuorganisation des St-.uertuAens dergestalt, daß die Organisation der Länder, Gemeinden und anderer Selbstverwalttmgskörper für UkichSzwrckr nutzbar zu machen sind. Ter Antrag wird «racnomivziL -

Ärbritgedervertreter Dr. Henke beantragt die Steuer- tesreiung solcher Körperschaften, soweit sie gewerbliche knt.rnehn'.ungen betreffen, zu streichen-

Oberbürgermeister Voigt-Frankfurt ä.M. erkennt die (Kbeuuum Les Antrages an. Dem Reich würden viele Nilcionen Zuströmen, aber ob das Reich diese Gelder be» i Men könne, nachdem es den Gemeinden schon so viele Mnnahmeauellru- genommen habe, halte er für höchst Pveiselhast. Ersatz für diesen Ausfall sei den Gemeinden «cht möglich» da Gas- und Wasserpreise nicht mehr lerhäht werden können. Die kommunalen Be- i triebe seien nicht reine Erwerbsun! 'vehmungen, sond'rn ■ dienten keilweife der öffentlichen Wohlfahrtspflege. Der Ncduer beantragt die Ueberweisung des Antrages Henke en den sinauzpolitischen Ausschuß und Heranziehung votz '■ Sachverständigen.

|, Es'wird beschlossen, die Beratung auf morgen zu v-r- tageu. und dann durch einen Generalberichterstatter Klar- ' beit über die Arbeiten des Ausschusses zu verschaffen.

Der Antrag Henke wird an den Rcparatiousausschnß der- krirsem

Dienstag vormittag 10 Uhr: Weiterberatung.

j. SSMWu.

Besserung der Lag«.

Oppüln, 12. Sept. Infolge der Abmachungen pv-schen den deutschen und polnischen Parieren ha­ben sich die Sicherheitsverhältnisse im oberschlefi- schen Abstimmungsgebiet bedeutend gebessert. Die Flüchtlinge können wieder nach ihren Wohnorten zu rücktehren.

Beuthen, 12. Sept. Heute fand eine neue gemeinschaftliche Sitzung von Vertretern des deut­schen Ausschusses für Oberschlesien und des polni­schen Obcrvolksrates über die Frage der Rückkehr der Flüchtlinge statt. Es wurde mit Genugtuung festgestellt, daß ein beträchtlicher Teil der Flücht­linge bereits zuritckgekehrt ist und daß erfreulicher­weise neue Ausschreitungen nur in wenigen Fällen «orgekommen sind.

Die Truppenverstärkungen.

Oppeln, 12. Sept. Die französischen und eng­lischen Verstärkungen für Oberschlesien sind jetzt vollständig eingetroffen.

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Der Vormarsch der Spanier.

Madrid, 12. Sept. Heute mittag wurde fal­zender amtliche Bericht veröffentlicht:

| Akelilla, 12. 9. Heute morgen haben die Ko­lonnen des Generals Cabanellas die Linse Ras Qui- biana-Zocu d'Arbaa besetzt und sich mehrerer Dör­fer mit großen Eetreidevorräten bemächtigt. Die Kriegsmarine hat in wirksamer Weise an der Aktion teilgenommen, ebenso die Artillerie. An­sammlungen vom Feinde würden zerstreut. Wir hatten nur zwei Verwundete.

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Die Kämpfe in Kleinasien.

Der Mißerfolg der Griechen.

London, 12. Sept. Reuter erfährt, daß nach ben letzten aus Anatolien eingetroffenen Rächrich- ten die Griechen und die Türken jede Gefechtstätig­keit eingestellt haben. Angora ist noch nicht ge­fallen.

Angora, 12. Sept. Die von den Griechen legen unsere Truppen geführten Angriffe sind völlig gescheitert. Feuergefechte auf der gan-

Front. -

Stritt öes WrUen ©elomtmimlteriiiöis.

ÄMhkirns dn lantenien WWe.

München, 12. Sept. Das Gesamtministerium hat in seiner heutigen Sitzung die-Lage erörtert. Hiernach ist das Gesamtministrrium zurückge­treten. Rach § 46 der Verfassung führen die Mi­nister bis zur Bildung eines neuen Ministeriums die Geschäfte weiter.

Berlin, 13. Sept. Der Rücktritt des bayeri­schen Eesamtkabinetts wird in maßgebenden parla­mentarischen Kreisen als ein rein formalerAkt bezeichnet, der in dem Wortlaut der bayerischen Versagung begründet liegt. Da die ganze Lage noch ungeklärt ist, hat sich auch das Reichskabinett, wie die Blätter melden, in seiner gestrigen Sitzung noch nicht mit der bayerischen Frage beschäftigt. Die Reichsregierung will erst noch weitere Meldungen aus Bayern abwarten.

Nach einer Münchener Meldung des „Berl. Tagebl." ist die bayerische Antwort in der vom Landtagsausschuß beschlossenen -Fassung gestern nach Berlin abgegangen. Von der abermaligen Entsendung einer Abordnung werde abgesehen und die Erledigung auf den geschäftsmäßigen Weg (Ge­sandter v. Preger und Abg. Beyerlein) verwiesen.

Unerschüttertes Vertrauen zu Kahr.

München, 12. Sept. Die Korrespondenz der Bayerischen Volkspartei erfährt, daß auch heute noch Herr v. Kahr der Mann sei, der das Vertrauen der Koalitionsparteien und der großen Mehrheit des bayerischen Volkes besäße. Sie gibt der Hoff­nung Ausdruck, daß er sich in letzter Stunde zu großen persönlichen Opfern durchringen werde und auch fernerhin dem Lande seine Kraft zur Ver­fügung stelle. Die Abstimmung der Bayerischen Volkspartei sei kein Mißtrauensvotum für Herrn v. Kahr gewesen, sondern sei nur erfolgt in dem Empfinden, auf diese Weise eher einen Ausgleich mit der Berliner Regierung zu finden.

Zum Rücktritt des Ministerpräsidenten v. Kahr schreibt die „Staatszeitung": Das Vertrauen in der überwiegenden Mehrheit der Bevölkerung zu Kahr ist durch den Verlauf, den die Verhandlungen über die Beseitigung, des Ausnahmezustandes genommen haben, n i ch t im mindesten erschüttert worden. Als Regierung der Wiedrraufrichtung der Ordnung, der Wiederaufrichtung der Staatsautorität und des Wiederaufbaus hat sich das Ministerium Kabr der­art bewährt, daß fein Entschluß durchaus folgerich­tig und unvermeidbar war. Das Weitere steht nun beim Landtag, über desien Zusammenberufung zur Stunde noch nichts bekannt ist.

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Aufhebung des Verbots des „Miesbacher ■ Anzeigers".

München, 12. Sept. Der Reichsminister des Innern hat mit sofortiger Wirksamkeit das gegen den „Völkischen Beobachter" und den „Miesbacher Anzeiger" erlassene Verbot aufgehoben.

Reue Zeitungsverbote.

Berlin, 12. Sept. Auf Grund des § 1 bet Verordnung des Reichspräsidenten vom 29. August ist vom Reichsminister des Innern das im Berlage von Richard Kunze in Berlin-Friedenau erscheinende „Deutsche Witzblatt^ für die Zeit vom 10. bis einschl. 23. September verboten worden.

Hannover, 12. Sept. Die „Niedersächsische Arbeiterzeitung" wukde wegen eines Aufsatzes^ in dem schwere Beschuldigungen gegen die Gewerkschaften aus­gesprochen wurden, vom 11. bis 19. September ver­boten.

Aufhebung des Haftbefehls gegen Hirschfeld.

Berlin, 12. Sept. Das Landgericht Osfen- burg hob den vom Amtsgericht Oberkirch gegen Olt- wig v. Hirschfeld erlassenen Haftbefehl auf.

Die Völkerbundstagung.

Genf, 12. Sept. Leon Bourgeois, der Führer der französischen Delegation, hielt in der Völkerbunds­versammlung eine gpoße Rede über den Stand und die gegenwärtige Lage des Völkerbundes, die Ve>Lr-'b- tungc;, und Hoffnungen für seine Zukunft abgcben. Er bestritt, oaß die Washingtoner Konferenz irgendwie dem Völkerbunde schade, er dürfe sich vielmehr dazu beglück- wnüfchen, daß jenseits des Ozeans das gleiche Friedens- werk in Angriff genommen werde wie hier. Hierauf sprach er kurz ürer die oberjchlc fische Frage, die'

MmA im MMKMch.

Berlin, 12. Sept. Im Ueberwachllngsausschuß des Reichstages kennzeichnete Dr. B e h e r l e (Bayr Vpt.) die augenblickliche Lage in der bayerischen Krises. Der Ernst der Lage ergibt sich aus der Tatsache, daß die neueren Münchener Forderungen von sämtlichen Par­teien der bayerischen Koalition gebilligt und daß ihnen selbst die Vertreter der Mehrheitssoziakemokraten nicht wLersprochen haben. Der Fall lehrte, daß die Handhabung der Exekutive durch die Reichsgewalt in einer dem Gesamtwohl abträglichen Weise politische Erschütterungen schwer st er Art auswirkt, die in vaterländischem Interesse vermieden werden sollten.

Der Reichskanzler legte dar, daß die Fassung des g 4, die die Herren auS Bayern aus München mit» gebracht hätten, auf die Anregung bayerischer Vertreter »nrückgehe. Zur allgemeinen Lage erklärte der Reichs­kanzler, ostizielle Aeußerungen der bayerischen Regie- wng, die insbesondere auch oie Dirtierung der Wünsche bringen tonnten, lägen nicht vor. Er habe sich nur kurz mit dem bayerischen Gesandten unterhalten können. Er nehme 'auch an, daß die bayerischen Koalitions- varteien von sich auS oder durch die Regierung neue Ver- kmndlungen hier eröffnen würden. Bisher sei ihm ein Führer dieser Verhandlungen noch nicht genannt worden. ES sei also ganz unmöglich, heute abschließend dem Ver­langen der bayerischen Koalitionsparteien zu entsprechen. Der Reichskanzler fuhr fort: Durch den Rücktritt Kahrs ist eine neue politische Situation geschaffen worden. Zu hem Referat, das die bayerischen Herren uns erstattet baben. wird die Reichsregierung Stellung nehmen müssen. Ich lasse aber keinen Zweifel darüber, daß es uns er­wünscht sein kann, daß wir rasch in eine solche Aussprache mit dem dazu beauftragten Dörren eintreten können. Ich bin auch durchaus der Auffassung, daß es im Hinblick aus die letzthin geführten Verhandlungen nicht als un­möglich erscheint, zu einer annehmbaren Basis zu kommen.

Bayerischer Gesandter v.Preger erklärte, nachdem am vorigen Donnerstag die Rede davon war, daß der § 4 von der Reichsregierung entgegenkommend gefaßt wer­den könne, wurde von der juristifchen Kommisstan die Fassung des §4 vorgenommen, die in dem entscheiden­den Schlußsatz folgendermaßen lautet: „Glaubt die Lan- deszenlralbebSrd« einem solchen Ersuchen des Reichs- Ministers des Innern nicht entsprechen zu können, so hat sie mindestens zwei Tage nach Empfang des Ersuchens die Entscheidung deS in §7 vorgesehenen Ausschusses des Reichsrats anzurufen." lieber die Formulierung hat dann die Reichsregierung einen Beschluß gefaßt und am Nachmittag der bayerischen Vertretung erklärt, daß ff« dieser Formulierung nicht zustimmen könne, jedoch ivtgenbe Fassung Vorschläge: „Die Verbote und Be­schlagnahmungen seien van den Landeszentcalbeköroen oder von den von ihnen beauftragten Stellen aus eigener Entschließung oder auf Ersuchen des Reichsminifters des Innern zu erlassen. Die Landeszentralbebörde haben den Ersuchen zu entsprechen, indes die Entscheidung des nach § 7 zuständigen Ausschusses darüber anzurufen, ob den Anordnungen Rechnung zu tragen ist." Tie bayerische Delegation erklärte sofort, daß ihr ein solcher Vorschlag deS Reichsministeriums vollkommen unannehmbar erscheine. Darauf wawe nach einer Lösung gesucht, d'e der bayerischen Regierung und den Koalitionsparteken erträg­lich erschien, und es ist dann auf Anregung von Ver- 'tretern der bayerischen Regierung der Vorschlag gemacht Ivorden. der in der letzten Fassung enthalten ist und die von den bayerischen Koalitionsparteien nach Mün­chen inrtgenommen wurde. Tie bayerischen Verirrter haben also nicht von vornherein diesen Vorschlag gemacht, sondern das ist erst geschehen, nachdem von der Reichs­regierung'ein ganz anderer Vorschlag gemacht worden war.

Der Reichskanzler dankte dem Redner für seine Ausführungen und stellte fest, daß tatsächlich die Anregung von den Vertretern der bayerischen Regierung ans er­folgt sei.

Der Deutschnationale Hergt erklärt, daß das jetzk vorgeschlagene Kompromiß der dentschnatioualen Aal- sassung nicht genüg«.

Dittmann (11. S.) polemisierte scharf gegen bk „monarchistische Reaktion" und forderte, baß die Reichs regierung die Ausführung der Verordnung selbst in bk Hand nähme. Als der Redner sagt, daß in München „deutschnationale Mörderoliguen" beständen, auf deren Liste an weiterer Stelle nach Erzberger R a t h e n a u und Wirth stünden, werden von dentschnatioualer Seite Zu­rufe laut, wie: Unerhörte Verleumdung! Als der Vor- 'itzercke die Zwischenrufe rügt, verlasse n bk Deutsch- nationalen den Saal. Nach weiterer Aussprache vertagt sich der Ausschuß bis Donnerstag nächster Woche.

ein Beweis für die große Autorität des Völkerbundes sei. Man sehe, daß nicht nur Staaten, die sich mit­einander in Konflikt befinden, sondern auch grast. Mächte, die nur eine freundschaftliche Meiuungsver- schiedenheit haben, das Urteil des Völkerbundes an« rufen. ' Tus zeuge von der moralischen Kraft des Böikerbuuües. Bourgeois bemühte sich sichtlich, mög­lichst den Eindruck zu verwischen, als wenn zwischen Frankreich und England Differenzen bestanden hätten.

Ter südafrikanische Delegierte Murray brachte zwei Enljchiicßnngeu ein. Tie erste bezieht sich auf den

Schutz der Minderheiten und wird, wie Murray mit' teilt«, von dem österreichischen Telegierten Grafen Mensdorff unterstützt. Auch der Kongreß her ^LlkerhnnbZver-Mt hat ihr beigestimmt. Um die Pflichten des Völkerbundes zu gewährleisten und den Schutz der Minderheiten vollkommen zu erfüllen, ersucht die Versammlung den Völkerbunbsrat, eine ständige Kommission zu ernennen.

Tie Völkerbundsvrrsammlung hat auf den Vor­schlag der portugiesischen Delegation den schweizerischen Delegierten und Präsidenten des Rolen Kreuze?, Ador, zum Ehrenpräsidenten der Versammlung eniannt

Brandmarkung der englischen Heuchelet.

Genf, 12. Septt Die dritte Kommission beZ internationalen Kongresses für Völkerrecht nahm ein­stimmig folgende Entschließung an: Der Kongreß ist der Ansicht, baß bas irische Volk eine Nation bildet, die vermöge ihrer geschichtlichen, geistigen und moralischen Kraft wohl in der Lage ist, un ab h ä ng ig zu leben. Großbritannien hat daher kein moralisches Recht, das irische Volk zu zwingen, auf eine Unab­hängigkeit zu verzichten, einzig und allein ans Gründen der kommerziellen und militärische« Opporiunität. Nachdem die britische Regierung sich selber als Ver­fechterin des Sklbstbcstimmungsrechles der Völker ver­kündet und aus dieser Haltung für sich große Vorteile gezogen hat, würde sie eine selbstverständliche moralische Pflicht vernachlässigen, wenn sie sich weigern wollte, den Grundsatz vollständig durchzufühlen den sie vertreten hat, sobald es sich um andere handelt.

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Sie rmdtamM« in WkiWv.

Leichte Verschiebung nach rechts.

Eisenach, 12. Sept. Tas bisherige Landtags- Wahlergebnis zeigt eine leichte Verschiebung zu Gunsten der Rechtsparteien. Es erhielten Stimmen S. P. D. 100 477, Deutsche Volkspartei 95 569, U. S. P. 84 566 Landbund 78 390, Kommunisten 46 284, Deutsch- nationale Volkspartei 41994, Demokraten 29 039, das heißt Bürgerliche 245 587, Sozialisten und Kommu­nisten 231307.

Jena, 12. Sept. Tas Ergebnis der Thüringer Landtagswahlen läßt sich nur schätzungsweise angeben. Danach erhielten die Deutschnationalen 3 (bisher 4) Sitze, die Deutsche Volkspartei 9 (8), der Landbund 12 (11), die Demokraten 3 (4), die Mchrheitsjozial- beniofrerten 11 (11), unb bie K. P. D. 7 (4) Sitze. Zentrum unb Wirtschaftspartci, bie in Altenburg Sonberkanhibaturen ausgestellt hatten, vereinigten nur 10000 Stimmen ans sich, die für bie bürgerlichen Parteien a u s f a l l« n, ba zur Erreichung eines Man­dats 12000 Stimmen erforderlich sind.

Gotha, 12. Sept. Von den Thüringer Land­tagswahlen liegen folgende weitere Einzelcrgebnisst vor:

Gera-Stadt: Komm. 2900, U.S.P. 18 200, S. P. D. 3620, Dem. 1800. D. Vollsp. 14 480, Dentschnat. 2800, Zenir. 260, Landbund 199.

Jena- Stadt: Komm. 2988. U.S.P. 667, S.P. D. 7281, Dem. 3046, Zentr. 240, D. Vollsp. 5597, Dentschnat. 1766, Landbund 58.

Weimar: Komm. 1681, U.S.P. 854, S.P.D. 3356, Dem. 1925, Zentr. 445, D. Vollsp. 5518, Deutsch- nat. 2797, Landbund 27.

Eisenach: Komm. 1417, U.S.P. 4261, S.P.D. 2220, Dem. 1816, D. Volksp. 3988, Dentschnat. 2058, Landbund 66, Zentr. 261.

Meiningen: Komm. 347, U. S. P. 570, 2. P. D. 1691, Dem. 535, Zentr. 137, D. Volksp. 2633, Dentsch­nat. 1872, Landbund 61.

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Ausstande.

Berlin, 12. Sept. Die Festangestellten der städtischen Gas- unb Elektrizitätswerke tratet in den Ausstand, ohne die weitere Entscheidung über den sie betreffenden Schiedsspruch des Schlichtungsausschusse- abzuwarten. Taher war der Straßenbahnverkehr namentlich im Zentrum der Stadt nahezu lahmgelegt, nur verschiedene, nicht von den städtischen Elektri­zitätswerken abhängige Linien Tonnten den Betrieb aufrechterhalten. * ,

Ter Magistrat beschloß in der heute abeud ein­berufenen außerordentlichen Magistratssitzung in Ver­handlungen über den Tarifvertrag einzutrcten und teilte dies den Vertretern der Angefielltenverbärtde mit. Ter Ausstand wurde daher wieder beigdegt, da durch die VereitschastSerklärung des Neichsarbeitsministeri- urns, den Vorsitz bei den weiteren Verhandlungen zu übernehmen, das Ausstandsziel erreicht ist.

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Freigabe von Braunkohle und Koks

Berlin, 12. Sept. Nach den Abendblättern hat im Kohlenausschuß des Reichswirtschaftsrates de« Reichskch.enkommijsar e.I art, daß die Zwangsoetvirts schastung für Braunkohle, Naßbrenustein, Grudekoks, Zechenkoks und Gaskols am 1. Oktober außer Wir!« samkeit tritt. Kohlenausschuß stimmte dieser 8it* gelang zu.