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Anzeiger für (bas früher kurhesiische) Oberhessen

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Marburg

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fiT 212 8ür ausfallende Nummern infolge Streiks ooe: elementarer Greigniiie kein Ersatz. — ' ’ Verlag von Dr. C.-itzerüth. — Druck der Univ^Buchdruckerei von Joh.Aug.KoL, Markt 21 23 — Fernsprecher 55, - Postscheckkont»: Nr. 5015 Amt Frankfurt o. Main.

Seile mit 3.00 Mk. Jeder Rabatt 1091

Geschäftsstelle und Vermittluna der Ivul

Scheiding.

Erstes Blatt

Aufhebung der Zeitungsverbote

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i und Füßen wehren, von den südlichen latho» Volksgenossen aügetrcnnt zu werden. Nicht nur

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Die Gehalts- und Lohnbewegung.

B e r l i n, 9- Sept. Die heutige Sitzung der Orzanisa- tionen der Kvhlcnwirtschaft hat zur Kohlenvreissrag« Stellung zu nehmen, nachdem durch die lctzttägigen Set« Handlungen zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern des Bergbaues eine Lohnerhöhung vom 1. September von 71/»—10 Mark durchschnittlich pro Mann und Schicht teils vereinbart, teils in der Schwebe ist. Es wurde beschlossen, die Lohnerhöhung durch eine ent­sprechende Preiser Höhung in den einzelnen Stein- und Braunkohlenrevieren abzugelten. Di- Preiserhöhung für das rheinisch-westfälische Revier wird demgemäß ab 1. September 21 Mark die Tonne ausschließlich Steuern betragen. Eine Beanstandung dieses Beschlusses durch die zuständigen Regierungsstellen hat nicht stattgesunden.

Berlin, 9.Sept. Ter Schiedsspruch des Schlich­tungsausschusses in Sachen der Lohnerhöhung der ft5t-tu scheu Arbeiter stößt auf Widerspruch, seine Annahm: ist, wie berichtet wird, noch zweifelhaft.

Ter Deutsche Mctallarbeiterverband in Dresden hat dem „Lokal-Anz." zufolge nach der Weigerung der In­dustriellen, über den Schiedsspruch des Schlichtungsaus- fchusses hinaus keine Lohnerhöhung zu bewilligen, be­schlossen, beute in den Teilcmsftand einzuircten.

Breslau, 9. Sept. Alle im Breslauer Sp-ditionsi gewerbe. Schwer- und Leicht-Fuhrgewerbe beschäftigtes Kutscher und Arbeiter beschlossen, am Freitag in bi« Ausstand tu treten.

Wlg im Mwerdek beim ReilhsratausIAtz.

Keine rückwirkende Kraft der Ausnahmeserordnnng.

Berlin, 9. Sept. Unter dem Vorsitz des Reichs­ministers Dr. Eradnauer verhandelte heute nachmittag der Ausschuß des Reichsrats über die Beschwerde der aus Grund der Verordnung des Reichspräsidenten vom 29. August 1921 verbotenen Zeitungen. Die beschwerdesührenden Zeitungen wa­ren vertreten. Rach längerer Beratung des Aus­schusses verkündete Reichsminister Dr. Erad­nauer solgende Entschließung:

Der Ausschuß hat mit Mehrheit seiner Mitglie­der beschlossen, es könne dahingestellt bleiben, ob nicht schon der Artikel 116 der Reichsverfassung die rückwirkende Kraft der Verordnung des Reichsprä­sidenten vom 29. 8. 21 ausschlisßt. Es könne auch sonst dahingestellt bleiben, ob die Verordnung sich hätte eine rückwirkende Kraft beilegen können. Je-

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Die „Oberhefslfche Schutt V" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 4.75 Mk., durch die Post 5.10 Mk. Ausgabe B mit „Ober!,. Svort-Ztg." 1 Mk. mehr.

Sos Mmrk für hie Hungernden in Mlnnh.

Raufen baut auf die Hilfe der Räteregierung.

Genf, 9. Sept. In der heutigen Bölkerbundsvcr- sammlung hielt Nansen eine längere Rede für das Hilfs- Werk für Rußland. Er erklärte aus das bestimmteste, daß man sich bei der Durchführung drS Hilfswerkes in jeder Weise auf die Sowjetregierung verlassen müsse. Er habe bereits bei den Verhandlungen über die Rückbeförderung der Kriegsgefangenen die Erklärung gemacht, daß die Sowjelregierung streng ihre Verpflichtungen erfülle. Trotz des Kriegszustandes habe sie ost mehr als die versprochene Anzahl von Kriegsgefangenen heimbesördert. Auch die Klcidersendungen für die Kriegsgefangenen seien trotz des ungeheure» Wertes, den die Kleidungsstücke in Ruß­land haben, stets an die fremden Soldaten verteilt worden. >Es könne daher kein Zweifel mehr bestehen, daß die Sowjetregierung jetzt, wo es sich um ihre eigenen Lands­leute handele, alles zur Hilfe tun werde.

Tschitscherins Vorwürfe gegen de« Obersten Rat.

London, 9. Sept. „Daily Heralb" zufolge ist die Antwort der Sowjetregierung ans die vom Borsitzerchen der interalliierten Konferenz für die HungerStwt in Rnß- laiü>, Noulens, nach Moskau gesandte Rot« bei der russische« Haichelsdelegatiou in Landon eiugetroffrn.

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in bäuerlichen, sondern auch in den übrigen Schichten tet sranlischen Bevölkerung bis weit in die Arbeiter- Krise hinein würden die Abtrennnngsbestreönngen schärfstem Widerstand begegnen. Tie „Münchener Ziiutng" schreibt, daß die Sozialdemokraten mit ihrem Plan eiltet nordbayrischen Regierung nicht zum Ziele kommen werden. Tiefem Treiben werde zweifellos eine Niederlage folgen, da die Landbevölkerung nicht im entferntesten daran denke, sich von Südbayern zu trcnusn.

Aus dem besetzten vkbiet

Der neue Reichskommissar.

Berlin, 9. Sept. Dem als Reichskommissar für die besetzten .Gebiete in Koblenz in Aussicht ge­nommenen Fürsten zu Hatzfeld -Wildenburg ist von der Botschafterkonferenz das Agrement erteilt worden.

Eingriff in die deutsche Berwaltung.

Duisburg, 9. Sept. Der Duisburger Orts­delegierte überraschte die hiesige Stadtverwaltung mit folgender Verfügung:

Einer Anordnung des Kommandierenden Gene­rals des Brückkopfes Duisburg Folge gebend, teile ich ergebenst mit, daß von jetzt ab alle Beamten, die neu ernannt werden, aus dem besetzten Ge­biete der Rheinprovinz kommen müssen. Ab­gesehen von ganz besonderen Einzelfällen werden in dem Brückenkopf nur noch Ernennungen, Ver­setzungen, Beförderungen usw. von Beamten, dir aus dieser Gegend stammen, bestätigt werden. Ich wäre Ihnen dankbar, wenn Sie diese Entschei­dung zur Kenntnis der in Frage kommenden Be­hörden bringen wollten. — Diese Verfügung über­trifft alle bisherigen Eingriffe der Besatzungs­behörde in die deutsche Verwaltung. Gerade in einer Zeit, in der die Aufhebung der wirtschaft­lichen und militärischen Zwangsmaßnahmen er­weitert wird, muß dieser Eingriff nicht nur die da­von betroffenen amtlichen Stellen, sondern auch die ganze Bevölkerung aufs schwerste beunruhigen. Es scheint, sich hierbei allerdings um eine vereinzelt da­stehende Maßnahme des Duisburger Ortsgele- gierten zu handeln, da au« anderen rechtsrheinischen besetzte« Orten eine derartige Verfügung nicht vor­liegt.

denfalls ist der Ausschuß der Auffassung, daß nach dem Wortlaut bet Verordnung Verbote nicht er­gehen konnten wegen des Inhalts periodischer Zeit­schriften vor dem Erlaß der Verordnung. Das Verbot der betreffenden 6 Zeitungen wird daher aufgehoben. Es handelt sich um die „Deutsche Zei­tung", das „Deutsche Abendblatt", das „Deutsche Tageblatt", die „Süddeutsche Zeitung", die „Ham­burger Warte" nnd den „Heimatboten" in Gera.

Weitere Verbote.

Berlin, 9. Sept. Der Reichsminifter des Innern hat die kommunistische „Arbeiterzeitung" in Berlin für die Zeit vom 9. bis 22. Septmber ver­boten.

T»r „Pommerfche Tagespost^ in Stettin tjft wegen eines Aufsatzes, der sich mit der letzten Rebe Wirths befaßt, auf 14 Tage verboten worden.

(Siehe auch 2. Blatt.)

auch die Polizeivffizicr: seien gegen eine Zuziehung der Reichswehr gewesen. Hörsing habe keine dem Reichs- gesetz widersprechende Amnestie erlassen. Tas Ansichuß- mitzlied der U. SP., Wg. Liebknecht, betont, daß bie Strasloserklärung durch Major Folie auf Grund eines Erlasses des Ncichsentwassungskümmissars erfolgt ist. Es wird beschlossen, bei, Erlaß des Oberpräsidenten Hör­st n g zu ermitteln. Samstag sollen der Entwassungs- kommissar Peters und Overregierungsrat Freys in g vernommen werden.

Tschitscherin erklärt in seiner Antwort, bie Note Noulens mache, statt dem hungernden russischen Volke eine wirk­liche Unterstützung zu bieten, Vorschläge, welche Zweifel an btm Wunsch der Alliierte», Hilfe zu leisten, aufkommen ließen. Die Ernennung Noulens, eines bitteren, ver­räterischen Feindes der Revolution seit ihrem Beginn, der, wie nur irgend einer, verantwortlich sei für den Bürger­krieg, bie Fremdeninvasion und bie Blockade Rußlands, ''deute doch an sich schon ein Programm. Statt den Hun­gernden zu Helsen, zöge der interalliierte Ausschuß es vor, die gesamte innere Lage Rußlands zu untersuchen. Wäh­rend Daufttzde de^ Volkes infolge der LebrnSmittelmaugels Mitteln für He Hungernden Statistiken über Ruß­land zu fammetn. Tschitscherin vergleicht die Bemühungen der Amerikaner, Dr. Nansens, der Deutschen und anderer mit der zynischen und augenscheinlichen Verschlep­pung durch den Obersten Rat und nennt die Vorschläge de? Noulens-Komitees einen ungeheuerlichen Hohn aus .tosten von Menschen, die Hungers sterben.

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Zurückziehung der belgischen Truppen aus dem Ruhrgebiet.

Paris, 9.Sept. In einer Brüsseler Drahtung bei „Journal des Debüts" heißt es: Als bie Besetzung des Ruhrgebietes in den Bereich der Möglichkeit rückte, hielt Belgien eine Tnippenabtnlung von 12 090 Mann bereit, bie dabei Mitwirken sollte. Nach dem nunmehr die deutsche Regierung ihre Verpflichtungen erfüllt hat, ist di: bel­gische Regierung der Auffasfung, daß diese Truppe» nicht mehr in den Ruhrstädten verbleiben können. Im Einvernehmen mit dem Oberbefehlshaber der BesatzungS- truppen hat der Minister für nationale Verteidigung bc« chlossen, diese Abteilungen am 15. September nach ihren Standorten in Belgien zurückführen zu lassen.

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Polen.

Rücktrittsgesuch des Kabinetts.

Paris, 9. Sept. Rach einer Meldung des „Temps" aus Warschau sind die Führer der Reichs- tagsparleien gestern zu einer Sitzung zusammen- gekommen und haben die Abfevduirg eines Briefe« an den Ministerpräsidenten Witos beschlossen, in dem sie deffen Entscheidung Oitheißen, dem Staats­oberhaupt den Rücktritt des Kabinetts zu unter» rreiten. Man ist der Ansicht, daß Marschall Pil- iudski den Rücktritt des Kabinetts nicht annehme« wird. Die Parteiführer haben außerdem beschlossen, den Reichstag zu einer außerordentlichen Citzung zum 13. September einzuberufen.

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Westungarn.

Wien, 9. Sept. Dem österreichischen Gesandte« in Pans wurde die entschiedene Versicherung gegeben, der Friedensvertrag müsse durchgeführt werden und werde durchgeftihrt werden, dessen könne Oesterreich!

Nach amtlicher Meldung haben infolge bet bur<$ das Zurückgehen der Gendarmerie aus dem Raume von Agendors entstandenen Lage die im Grenzschutz ebenden Kräfte des Buudesheeres den Raum von Wiener-Neustadt entsprechend gesichert.

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Störungvon Wahlversammlungen.

erlitt, 9. Sept. Ter Beginn des Wahlkampfe? nm die Stadtverordnetem»»»-»!« von Berlin bracht« ’efort Proben bet Kampsesweise, bie sich bie Links- radikalen unter dem zur Zeit herrschenden Zustande glauben gestatten zu dürfen. Bon drei deutsch- nationalen Versammlung««, bie am 7. September ein* berufen waren, wurde eine gesprengt, eine zweite tonnte nur unter polizeilichem Schutz zu Ende ge- ührt werden. In bie Versammlung in der Brauerei Königstadt drangen, obwohl der Zutritt nur Mit­gliedern und geladenen Gästen gestattet war, eines Anzahl Sozialisten ohne Ausweis in den Saal. Tie erste Rednerin Frl Siudienrat Scheidet wurde durch rohe Zwischenrufe unterbrochen; als bann Landtags- abg. Tr. Kaufmann sprechen sollte, gaben die Links­parteien bas Zeichen zur Sprengung, Mehrheits- sozialisten. Unabhängige und Kommunisten wetteiferten in wüsten Ausschreitungen, vor allem auch gegen bie anwesenden Frauen, sodaß bald ein wildes Handge­menge im Saal tobte. Erst das Eingreifen der Schutz­polizei machte Lust. Am Böhmischen Brauhause ge­langten die Sprengkolonnen nicht in den Saal; sie machten daher vor dem Lokal einen tobenden Lärm und überfielen nach Schluß einzelne der Versamm-, lm.gsteilnchmer und schlugen sie nieder.

Sept ö«»se» »er |e!t iguttg» s. ts.

$6$ kWdliis her Berliner MunMmtn ' Berlin, 9. Sept. Die „Voss. Zig." meldet aus München unverbindlich über die Umrisse bet Eirtigmtgsfortnek: Bayern erkennt die Maßnahmen der Reichsregierung zur Sicherung der demokrati­schen Republik grundsätzlich an. Der. Ausnahme­zustand in Bayern wird den für das Reich geltenden Lerorduungeir nach Möglichkeit a n g c g l i ch e i. Die bayerische Regierung erhält das ausschließliche Loikzugsrrcht für diese Bestimmungen und gibt die Zusicherung, daß alle Ausnahmebestimmungen gleichmäßig und ohne Parteirücksichten gehandhabt serden. Der bayerische Ausnahmezustand wird unter Einhaltung kurzer Fristen a b g e b a u t.

Morgen früh werden die parlamentarischen Fraktionen beraten. Nachmittags soll dann der ständige Landtagsausschuß zusammentreten.

Der „Lokal Anz." meldet aus München, daß die Ltrhsndlüngen zwischen, den bayrischen Abgesandte» ünd der Reichsregierung folgendes - Ergebnis gehabt Mei-.' Vayern verlangt unbedingte Aufrechter- h-ül t n ng feines Ausnahmezustandes bis zur be- ftiedigeiiden Aendcrung der 'Verhältnisse. Im Rtuiftertat soll Ministerpräsident v. Kahr, wie der »Nka! Auz." meldet, bereits seinen Rücktritt a n- jelündigt haben, wenn der bayerische Ausnahme- zustand aufgehoben werde,

München. 9. Sept. Die bayerische Abord­nung kehrte heute vormittag von Berlin zurück. So­fort nach dem Eintreffen erstattete Abg. Held und Staatssekretär Dr. Schweyer dem inzwischen Jtoii) München zurückgekehrten Ministerpräsidenten Hr. v. Rah r über die Verbandfungen in Berlin eingehenden Bericht. Der M'.nisterrat

tritt heute nachmittag 5 Uhr zusammen, um sich»mit der Angelegenheit zu beschäftigen.

teilte Aussichten für eine nordbayerische Republik.

M üncheir, 9. Sept. Ter „Bayrische Kurier -schreibt zur Frage einer Republik Nordbayern von der Nhön bis zum Frankenwalde, man würde sich mit

SSttMsi«.

London, 9. Sept. Reuter meldet au5 Genf, daß der Sonderausschuß des Völkerbundes zur Be- bandlung der oberschlesischen Frage tätig an der Droeir ist. Ter Ausschuß wird den Bericht nicht eine» Augenblick länget verzögern, als dies für cm« ange- mrisene Erwägung der Frage notwendig ist.

P a r i s, 9. Sept. Nach einer Havas-Melduug aus Oppeln ist Sir Harald Stuart nach Oppeln zurück- gekehrt und hat sofort eine Inspektionsreise nach dem Industriegebiet angetrrtrn.

Der Anzeigenpreis beträgt für die 9 gesp. Colonelzeile oder deren Raum 90 Psg. u. 10% Aufjchlag, amtliche und auswärtig« 1.20 Mk. Andere Spaltenbreiten nach entsprechender Berechnung. Spät einlaufenbe oder den Raum über ‘L Seite ein» Gnttnnfisnh ilM Ifl G«nf»Mlh*V nehmende Anzeigen slllü wir berechtigt, nach der Textspaltenbreite zu setzen und zu “UlluuUtOll, UtH IV. “"PltHlOtl berechnen. Sogen. 9t«Hamen berechnen wir di« Seil« mit 3.00 Mk? Zeder

gilt al» Barradatt. Bei Auskunft durch bie Geschäftsstelle und Vermittlung der Angebot« 75 Pfg. Sondergebühr.

Sie LotsMum hes MelhertWvMaotzes

: Berlin, 9. Sept. Der UnterfuchungsauSschitß des preußische» Landtages.fetzte die Vernehmung der G:ne- «ljeuZeu fort. Oberpräfidialrat Breyer bekünbete, daß die Entwaffnung In den bürgerliche» Kreisen fast restlos durchgeführt worden sei, nur auf hem Lande fei sie nicht ganz möglich gewesen. Den Auf-- stLndischeu seiest zahlreiche Wasfeu. der Einwohnerwehren itt die Hände gefallen. Auf Befragen des Vorsitzenden ;S n 11 u e r bekundete der Zeuge, im Jahre 1920 sei eher «rin? öiszlvliliierte Rote Armee in Erscheinung getreten! 1 jms im Jahre 1921. Er glaube nicht, daß eine Rote «nnce sich der Aufmerksamkeit der Behörde» entziehen könnte. Ueber die Gefahr eines Rechtspntsches befragt, ßeku.idcte dec Zeuge, davon fei. ihm nichts bekannt geworden. Organisationr» seien nur mit Billigung der ■ Behörden als Selbstschutz bekannt geworden. Orgauisa- i s süonen mit politischen Zwecken hätten nicht bestanden.

Abg. v.Dryander (Deutschnatl.) stellte fest, daß sich .unter den zur Bestätigung vorgeschlagenen Amtsvorftehern sich solche befunden hätten, die wegen Gelddiebstahls und gemeiner Verbrechen vorbestraft seien. Weiter kstien unter diesen Personen Schisser gewesen, die dauernd tuS dem Heimatsort abivcsend waren, notorische Alkoho- lifteit und politische Agitatoren, bie für bie ! Weltrevolution eingetreten seien. Der Zeuge be- : ifiätigte dir Nichtigkeit dieser Angaben, ebenso bie Mit- : «ilitug. des Landrats in Sangerhausen, daß ei» Amts- tzjdsrsteher vorgcschlagen wurde, der in Niederlausitz an einer ^lünNrung teilnahm. Im Gegensatz zu diesem Bericht .teilt Hörsing als Berichterstatter mit, daß nur ein» ; tonnchsreie Kandidaten vorgeschlagen wurden.

In. der tceitmn Vernehmung des Untersuckmngsaus- ftfiu; es bekundete Oberpräsidialrat Breyer, andere Mit- l tel als der Einsatz der Schutzpolizei seien nicht in Frage gekommen. Tie aus Berlin gekommene Schupo machte einen besser disziplinierten Eindruck als die sächsische. Diinisteriakiireitor Abegg bekundete zur Frage der Polizeiaktion, ein starkes Polizeiaufgebot habe matt sich M? außen-,iinb innenpolitischen Gründen verbeten. Be- Hüglich ber Leistungsfähigkeit der sächsischen Schutzpolizei : In ein objektiver Unterschied schwer zu machen. Für das «besonders scharfe Vorgehen der Düsseldorser Schupo liege fehl objektives Material vor. Alle Beamteustellen und

Genf, 9. Sept. Auf Llntrag deS Präsidenten der Völkerbundsverfammlung beschloß diese in ihrer hentiaen Sitzung die Motion Cecils über die Mait- datssrage einer Kommission zu unterbreiten itnb bis -u ihrer Erledigung durch die Kommission die Behand- lung der Mandaisstage zu verschieben. Tie Motion hat folgenden Wortlaut: „Tie Versammlung _ be­dauert die Verzögerung, bie bisher die Mandatsfrage erlitten Hai. Sie erkennt an, daß der Rat nicht die Vcrantivortung dafür trägt, und er verleiht der Meinung Ausdruck, daß es angbracht wäre, sofort in die Definition der Mandate A und B Überzugehe»."

Ter belgische Senator Lafontaine entwarf ein eindrucksvolles Bild der schwierigen Weltlage Tas Elend sei groß, seine Lösung s-i noch nicht gesunden. 6 Millionen Arbeiislosr in den Verein-g'en S'arien, 30 Millionen Hungernde in Rußland, ein hin- sieckendes Armenien, ein hilserusendes Georgien, Griechen und Tücken mordeten sich, ohne daß die Welt den Mut habe, cinzugreisen. Alle Handelsbe­ziehungen sind gestört und gehindert. Ter vergangene Krieg sei schon furchtbar gewesen, unendlich vist furcht­barer würde eilt künftiger Krieg sein. Es müsse überall in der Welt ein so gewaltiger Protest gegen einen Krieg Hervorgerusen werden, baß bet Wille entstehe, bent Schrecken der Kriege ein Ende zu machen. Er setzte sich dafür ein, daß die Kriegsschulden vom Völker- bunb übernommen würbe» und baß die Zollschranken unter den Völker» falle». Ter nationale Egoismus sei gegenwärtig auf seinem Höhepunkt angekommen.

Tann sprach der Norweger Tr. Nansen über bas Hilfswerk für Rußland. Der persische Delegierte Zokah-el-Tauleh erllärte, daß bie oberschlesische Frage sich zu einem europäischen Skandal auswachse, falls sich nicht bald eine gerechte Lösung finde.

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