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Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberheffen

Marburg

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TieObcrheisische Zeitun ' erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 1.75 Mk, Lurch die Post 5.10 Mk. Ausgabe B mitOberh. Soort-Ztg." 1 Mk. mehr. Hür aussallende Nummern infolge Streiks coer elementarer Ereignisse kein Ersatz. ÄJctlcc? von Dr.,E. Hitzeroth. Druck der llniv^Buchdruckerei von Job. Aug. Koch, Mar»; 21,23 Fernsprecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

e!c!on53i nde Xog, chsche «iira.

Kern,

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und

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der ein Herai^kommen mit heilen

ebiweg i Wiedern kaum noch möglich gewesen wäre. Maßgebend llg er'.L i*r Einlenken der Reichsregierung mag auch dir Küsache «etvesea fein, Cafe auch dieNote Fahne" unb fce .Freiheit" den beanstandete» Anjsatz des verboten-u

Nt ..Freiheit" den beanstandete» Aunatz dos verboten-n

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.Kreuzzeitg." kommt zu dem Schluß, daß

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«ug feie!» unbegrenzt. Daß die Regierung der Presse

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»fiflre Aeiißerung jederzeit

zur Rechenschaft gezogen

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ichtftnt, ttcutit tocrdcu, wenn man

'ltsam an, wenn Behörden nicht nur friedliche

nern.

Aber selbst die rabiatesten Monarchisten haben

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die

g. Dani« ,,

b533i kie für 14 Tage verboten worden.

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50, lir.

sammlmlg trat der Reichskanzler noch für Dr.

B e r! in, 5. Sept. Der Verband der ostdeutschen e,se hat beim Reichsminister des Innern gegen baS

n neuer, 5. Sept. DerSturm" ein deutsch­es Blatt in.Hannover, ist vom Oberprafidenten

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sich bisher nicht cinsallen lasten, die rote Farbe z:i behandeln, wie unter Duldung der Reichsregieruug fchtoarz weiß-roten Farben behandelt werden.

ten. Er werde keinen Augenblick von seiner Politik iehen mtd sei Bereit, dieReaktion" mit alte» ftaat e« Macytmtlkeln zu unterdrücke tu'

6421 Kirlktt 15. _J )t einige 6337$

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mit der Feststelluuz, baß s«ooh>.

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kann freilich nicht ge- bic Meldungen über die

Zweierlei

Van einer Entspannung

. Wirth gegen Großkapital uudgewiffe militärische Führer".

In der Rede in der Berliner Zentrumswahlkreis-

Oberpritjidenk Noske verbot für die Provinz «nnover alle Regimentsfelern und Appelle.

Verbot kommunistischer Zeitungen.

Berlin, 5. Sept. Die Königsberger kommunistische kiiungDie rote Fahne des Ostens"wurde verboten.

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- und ü. .'nnkl.

#e.-; von einer teilweisen leisen Entspannung der poli- Men 9nge spricht. Die Reichsregierung scheint, wenn ,sck zögernd, bereit zu sein, die Verordnung des Reichs- -Ikäsidenten über den Ausnahmezustand in unparteii­sch e v Weise durchzusühren. Mit der Aufhebung des

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riegerm usgrsckl. >. 67et#8.

Sie iMksMW Lage.

Die Zeitungsverbote.

Cs ist vietieicht nickt allzu optimistisch gesehen, wenn

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UkAcbcrschrift des Nachdrucks, wie auch ein in derselben lauimer erschienener Aussatz über die Verhältnisse in knet'ti tlar erkennen liest'«, das; derLoknl-Anz." sich j- Anfsaksung b»sMiesbacher An?." nicht zu eigen

«M-i-chstcher Anz." nachgedruckt und sich damit ebenraM pne-e Verstoßes schuldig gemacht haben, wie cr den Kchcti-cke» Blättern vorgewvrfen worben ist. Di« beiden linisradiLtlen Blätter mögen, allerdings als Entschuldigung Isröriugelh. Last sie den Abdruck mit kräftigen Glossen «istden haben. Aber- sogar dieBoss. Ztg." springt

etieti« r$ . Vorwärts") das Parteizeichen der drei sozialdemokra- rt Parteien.- Was beut einen recht ist, ist dem anderen

1-11 s. MLah trtf Lfl t. A G M

. . Frankfurt a M 5. Sept. Das Organ der Frank-

?urcS kommunistischen ParteiTer Kommunist" ist wegen wschiedener Augrifse gegen die Reichsregierung durch krfügirng des Reichsministers des Innern Eradnauer ans

-Herbois drSLokal Anzeigers", desTag" und der .Hallescken Zeitung" ist der Anfang gemacht worden. In Meiern Schritt liegt ein Eingeständnis oer Reicksregie- [imri, daß sie zu schroff vorgegangen ist, und über das Ziel Hinausgeschossen bat. Vielleicht trägt das dazu bei, kn: Kanzler und seinen Beratern die Augen darüber zu innen, d rst sie im Begriff Waren, sich in eine Sackgasse

'. AnA em Königsberger Polizeipräsidenten erlassene Verbot ,-^n rr . 5>stprenßifchen Zeitung" Einspntch erhoben.

rniveg-* ol Dieses habe die Zahlung der GoldmiLrarde sebr o*;, ^ichioert und in egoistischer Gewinnsucht die Devisen , krückgehalten. Er sprach sich weiter scharf gegen ge- Rtz")"* piie müitärische Führer aus, die während des Welt- tirgeS ^öie politischen Führer an die Wand gedrückt"

" jrgrnnder auch ohne die Verordnung nicht ohne Schutz gc- « M sei. beweise Artikel H8 d. r Verfassung, der sage- em. 4274 Dkdcr Deutsche hat das Recht, innerhalb der Schranke» 7--I-. M tr «tigetneineu Gesetze seine Meinung durch Wort,

a»e . .....- -

Schwa«» 11 Züuee von l l Tagen verboten worden. Inbenfer

Swift.. Truck, Bild cder in sonstige: Weile frei zu Die verbotenen Blätter 'hätten also kür jede

n na'chm- Ofr Rechtsgrundsatz gegolten, daß b-Hehende rnb

iee iaitzenau ein. Dieser habe dem deutschen Vaterland ,|| ttb dem deutscl'en Volke schon mehr genützt, als .die Llau«« toae Siadiougesellschast zusammen". Dann richtete :, ! <r Kanzler scharfe Angriffe gegen das Grohkapt-

Iflllltt ®fr selbst, wenn davon abgesehen und zugegeben werden ttSnaeV daLdie-schwarz-wei^rvten Farben bieientgen zweier -erieicn'find, daun ist die rote Fahne (nach der Aussage

W? der Verordnung vom 23. August selbst nicht Hervor­st-.', d-lf: Verbote schon bann erfolgen könnten. Wenn ir Jnbiilt auch vor Erlaß der Vewchnnuz gegen die ichjmmmmr» der Verordnung versisßen 'h-tt. Bisher

* inb harmlose, von jeder parteipolitische!', Färbung trete lOflll Weliiee Veranstaltungen »erbieten, sondern auch ruhig IueIw^h, tvic verhetzte Volksmasten solche Beranstaltnnqen iAVN fem:, ioehrlose Bürger mißhandeln, Blumenschmuck von Imitiiiiix lau tätigen Denkmälern heruntrreißen und sckwarz- ^v-rsfp Fahnen in den Staub treten. Die schwarz» 55: zstst rote Fahne ist beute noch amtlich die .Handelsflagge »en W» Tt. itiegeu Reiches, wie der Abg. Blüuinghaus in ieal abet linem Schreiben an den Reichskanzler ausgeführt Hot.

. ck t auch, künftige Gesetze zu hetolgen seien. Die | SfaUjen* vusinenzen aus der neuen Auffassung der Rcichsregie-

til üben läficrt Ausschreituugeu von lmlSrad'kslcr Seite und hie ÄUhk »«dhabuug der Bersammliingsverbote durch manche Be- Siegen. «den liest. Es mittet selbst unter dem Ausnahme?»-

* (54^5 Änt) f t «A TV« AM iMrfHtt QtpfkirStf« HtXif Httr (»i/'V'.G Äxi

Sie weite WIWtzOMWz.

- Präsidentenwahl.

Genf, 5. Sept. Die zweite Tagung' der Völker- bundversamntlnng wurde heute vormittag vom Vor­sitzenden des Völkerbundes Wellington Koo (China) eröffnet. Wellington Koo betonte, daß im letzten Jahre nur 41 Staaten an der Versammlung tcilgenommen hätten, lvährend diesmal 48 dem Bunde angehören. Auf der Tagesordnung dieser Versamm­lung sei an erster Stelle die Wahl der Richter für den internationalen Gerichtshof gesetzt, ferner die Anträge auf Abänderung des Vertrages und dir grßte notier Fragen, die Abrüstungsfrage, die zwar laitgsam, aber sicher sortfchreite. Die Rede wurde in englischer Sprache gehalten. Der Vorsitzende glaubte angesichts der Tatsache, daß eine französische Uebersetzung be- ratS den Mitgliedern gegeben worden sei, auf eine Uebersetzung durch Dolmetscher verzichten zu können. Ans französischen Wunsch mußte aber die Uebersetzung in französischer Sprache verlesen werden.

Nachmittags schritt man zur W a h l d e s P r äsi­denten und des Vizepräsidenten. Balfour (Eng­land) schlug van Karnebeek (Holland) vor, Jo- neseu (Rumänien) brachte da Cunha (Brasilien) in Vorschlag. Es wurde beschlossen, sofort zur Wahl o h n c Nominierung überzugehen. Bei der Ab­stimmung erhielten Karnebcek (.Holland) 19 Stimmen, da Cunha 12, Motta (Schweiz) 4 Stimmen; einige Stimmen waren zersplittert. Da niemand die absolute Mehrheit erzielt hatte, mußte zur zweiten Wahl ge­schritten werden. Hierbei lourde Karnebeek (Hol­land) mit 22 Stimmen zum Präsidenten der Völker- versammlung gewählt, während da Cunha 15 Stimmen und Motta (Schweiz) 1 Stimm« erhielt. Abgegeben waren 53 Stimmen, davon eine weiß. Das Ergebnis wurde mit lebhaftem Beifall begrüßt, an dem sich die französische Delegation nicht beteiligte.

Tie Wahl des Vizepräsidenten wurde auf Clrnud eines Antrages Branting-Schweden vertagt und zwar im Hinblick darauf, daß im porigen Jahre erst die Kommissionspräsidenten gewählt wurden und hierauf aus ihrer Witte die Vizepräsidenten.

Die Zuspitzung der irischen Frage.

Englische Neuwahlen?

London, 5. Sept. TiePreß Association" meldet, es verlaute, daß die Antwort der Sinnfeiner in Regierungskceis-n als endgMtige Vertnersung der Verschlage der Regierung, Irland die Stellung der Tominions eiuzuräumen, angesehen werde. Tie Lage werde für äußerst ernst gehalten.

London, 5. Sept. DerStar" meldet: Die Extremisten beider Parteien in Irland bereiten sich auf das Scheietrn der Verhandlungen zwischen der britischen Regierung und den Sinnfeinern vor. In Ulster seien bereits 10000 Freiwillige eingetragen worden und in wenigen Tagen würden Waffen und Ausrüstungsgcgenstände verteilt werden. LautMan­chester Guardian" ist man dagegen in hiesigen gut­unterrichteten Kreisen der Ansicht, daß die vorge­schlagene Konferenz zwischen der britischen Regiennig und den Vertretern der Sinnfeiner stattsinden »erbe.

Paris, 5. Sept. Wie da?Journal^ aus London meldet, hält man es für möglich, daß Lloyd George angesichts der schwierigen Lage in Irland an das englische Volk appelieren und Neuwahlen vor­nehmen wird.

Paris, 5. Sept. Nach einer Meldung desNew d)ork Herald" sollen die Sinnfehler bereit sein, die sechs besonderen Bedingungen Lloyd Georges anzu- nehmen. Es müsse aber Einverständnis darüber herrschen und bekanntgegeben werden, daß es sich um ein Zugeständnis Irlands handelt und nicht etwa um eine Verpflichtung. >

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»Die Kämpfe in Kleinasien.

T Die Türken melden siegreiche Abwehr.

Paris, 5. Sept. (Havas.) Das Jslam-Na'ch- richtonbüro meldet aus Konstantinopel vom 1. d. Mts.: Alle Angriffe der griechischen Armee auf den Sakaria wurden siegreich von den Kemalisten abgewiesen. Die Zahl der toten, veuvnndeten und kranken Griechen ist ganz bedeutend. Die letzten Reserven des Generals Papulös wurden zur Eroberung Angoras ins Feuer geführt. Die Kemalisten führten ihrerseits ununter­brochen Brstärkungen heran. Die Angriffe der Ke- mal-sten aus die rückwärtigen Verbindungen der Griechen waren von Erfolg gekrönt. Tie durch den türkischen Widerstand aufgebrachten griechischen Truppen setzten die von der türkischen Bevölkerung geräumten Ortschaften in Braud:

<8riechlfcher Bericht.

Athen, 5. Sept. Nach dem amtlichen Bericht vom 2. September über die Lage auf dem Kriegsschau­platz haben die griechischen Truppen den Berg Ardsisch im Sturm genommen. Ein türkisches Bataillon mit seiner Artillerie wurde gefangen genommen. Eine starke mit Artillerie ausgerüstete Kavallerieabteilung, deren Angriff die Griechen wiederholt zurückgeschlaaen hatte, wurde überraschend angegriffen und zersprengt, wobei sie schwere Verluste erlitt und 1 Geschütz verlor.

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Amerika.

Amerika will über die deutsche« Kolonie« befragt werden.

London, 5. Sept. Der diplomatische Bericht­erstatter derDaily News" schreibt: In der Antwort der Vereinigten Staaten auf die Anfrage der Ver­bündeten bezüglich der Mandate wird hervorgehoben, daß Amerika bei der Verfügung über alle vormals deutschen Besitzungen befragt zu werden wünscht. Obgleich Amerika sich nicht mit der Türkei im Krieg befunden habe, habe es dckch Anspruch auf eine gleiche Stimme in der türkischen Frage, da ohne die ameri­kanische Unterstützung gegen Deutschland die Türkei nicht besiegt worden wäre.

Die Kriegsflotten Amerikas und Japans.

L o n d on , 5. Sept. Nach einer Meldung, ker Daily Mail" aus Tokio wird in ossiziellen Kreisen die Ansicht ausgedrückt, daß Japan sich mit einer Kriegsflotte begnügen müßte, die zu der amerikanischen Flotte im Verhältnis von 2 zu 3 steht.

Ein Sondergesetz.

B e r l i n, 5. Sept. Wie dasB. T." aus parla­mentarischen Kreisen erfährt, sind bereits Vorarbei­ten im Gange zur Schaffung einer Nooeüe zum Strafgesetzbuch, die sich mit dem Schutz der persön­lichen Ehre parlamentarisch und politisch tätiger Persönlichkeiten.

Wie dieTägl. Rundsch." hort, soll sich die Reichsregierung mit dem Plane tragen, der Verord­nung des Reichspräsidenten durch den Reichstag Ge­setzeskraft verleihen zu lasten. Eine entsprechende Vorlage soll dem Reichstag sofort nach seinem Wir- derzusammentritt vorgelegt werden.

Redeverbot für Admiral Scheer.

Berlin, 5. Sept. Wie schon den Generalen v. Lettow-Vorbeck und v. Wrisberg das öffentlich' Reden über rein militärische Vorgänge verboten worden ist, so jetzt avsh nddji seiner Bekanntmachung derKon­stanzer Zeitung" vom 1. Septemberim Interesse der öffentlichen Ruhe und Ordnung" ein Vortrag des Admirals a. D. Scheer über die Seeschlacht am -Skagerrak gemäß § 4 der Ausnahmeverordnmig des Reichspräsidenten. Tas Verbot ist verhängt »nachdem die freien Gewerkschaften und die Arbeiteror­ganisationen von Konstanz angekündigt hatten, daß sie den Vortrag des Admirals Scheer, wenn nötig unter Anwendung aller Mittel, verljindern würden.

Interpellationen der Deutschen Bolkspartei.

Berlin, 6. Sept. Die Reichstagsfraktion der Deutschen Volkspartei trat gestern mit dem Vor­

stand der preußischen Landtagsfraktion zu einer außerordentlich stark besuchten Sitzung zusammen.' Nach einem eingehenden Bericht Stresemanns über die politischen Vorgänge der letzten Zeit folgte eine ausgedehnte Aussprache, in der die Anwesenden ein­mütig die von dem Fraktionsoorsitzenden dem Reichspräsidenten und dem Reichskanzler abgegebe­nen Erklärungen über die Notwendigkeit einer gleichmäßigen Anwendung der erlaßenen Aus­nahmebestimmungen auch für die radikale öinc billigten. Die Partei verwahrt sich gegen die syste­matische Unterdrückung würdiger Feiern nationaler Gedenktage durch den Terror der Straße, demgegen­über die Polizeigewalt häufig vollkommen ver­sage. Sie fordert sofortige Abhilfe. Die vorge­kommenen Fälle und die Vergewaltigungen haben die Fraktion zu einer Interpellation über die Stellung der Reichsregierung zur Ausfühning des Verbotes des Reichspräsidenten veranlaßt.

Der Standpunkt der christlichen Gewerkschaften.

Berlin, 5. Sept. WieTer Teutscke" erfährt, faßten die Vertrauensleute der christlichen Getverkschaitc» Berlins eine Entschließung, bie mit Entschiedenheit den politischen Meuchelmord verurteilt, di- Maßnahmen der Regierung gutbeißt und ihre rücksichtslose Antvenouni, >»ch allen Seiten fordert. Jede persönliche Benin-- vstimpfung müsse bei der Austragung politischer und sozialer Gegensätze unterbleiben und jede Gewalttat be­kämpft werden. Die Anerkennung der Verfassung, bei Verzicht auf jede gewaltsame Aenderung und die Sicherung der foyalen Errungenschaften der letzten Jahre müßten Gemeingut aller christlich organisierte» Arbefter fein.

München und Berlin.

Berlin, 5. Sept. In einer mehrstündig:» Sitzung beriet, wie die Blätter aus München met» den, der bayerische Ministerrat gestern nachmittag die politische Lage. Endgültige Beschlüsse wurden nicht gefaßt, da man zunächst die Ansicht der Führer der Koalitionsparteien abwarten will, die heute Mittag zu einer gemeinsamen Sichung zusammeirtre, ten. Münchener Regierungskreise sehen die Lage als s e h r e r n st an.

M ü it ch e n, 5. Sept. Die Verhandlungen zwi» scheu München und Berlin wegen der Verordnung des Reichspräsidenten sind noch nicht zu Ende ge­führt. Bis jetzt ist lediglich eine Zusage erreicht worden, daß von Berlin aus ohne vorhergehende Verhandlungen mit München der Ausnahmezustand in Bayern nicht aufgehoben wird. Zm klebrigen hat die Lage eine wesentliche Zuspitzung da» durch erfahren, daß der Reichsminister des Innert an die bayrische Regierung ein Telegramm richtet« mit dem Ersuchen, das Erscheinen derMüncheit- Augsburger Abendzeitung" wegen ihres Artikels Auf dem Wege zum Sowjetregiment" auf eins nns gemessene Zeit zu verbieten und über die von der bayrischen Regierung beschlossenen Maßnahm:.k nach Berlin zu berichten. Wie die Telegraphen- Union zuverlässig erfährt, besteht in maßgebenden bayrischen Regierungskreisen jedoch keine Neigung, dem Berliner Begehren auf Ilnterbindung des Er­scheinens derMünchen-Augsburger Abendzsituitg'' zu entsprechen.

DieMünchner Zeitung" bemerkt zu den neuen Verordnungen von Berlin aus, daß über deren Er­füllung oder Ablehnung erst Vorbesprechungen statt­finden miiffen. Es herrscht das Gefühl, daß es so nicht weiter gehen kann. Das Blatt überschreibt seinen heutigen AufsatzAuf dem Wege zur Ber- kiner Diktatur" und sagt, es könne kaum ein Zweifel bestehen, daß die bayrische Regierung, wenn sie der Beseitigung des Ausnahmezuftandes in Bayern stimmen werde, damit ihr eigenes Todesur­teil und das der jetzigen Negierungskoalition uw» terfchriebe.

Miesbacher Tageblatt".

München, 5. Sept. In dem zum Landbezirk München gehörenden Miesbach ist die Nummer 1 des Jahrganges 1 desMiesbacher Tageblattes" im Verlage von Paul Wolff erschienen. Für die Re­daktion zeichnet verantwortlich Pros. Peter Stempfle in Miesbach. DasTageblatt" hat das Format und die Aufmachung desMiesbacher Anzeigers", der fein Erscheinen eingestellt hat und verkauft wor­den ist.

Dle bayerische Sozialdemokratie.

Nürnberg, 5. Sept. Hier sand eine Konferenz der sozialistischen Führer ans allen Teilen VavernS statt, an der auch Hermann Müller und Otto Wels telhmbmcn. Es kam zum Ausdruck, dast die bayerische Arbeiterschaft geschloffen hinter der Nelcksreaierung siebe und bereit sei, die Negierung Wirch mit allen Mitteln zu schützen. Die sozialistischen Parteien Bayerns fordern, dost dem .reicksielndllchen Treiben der preußischen Oksizierseligue in München' sofort ein finbe bereitet wird. Die bayerische Arbcilersckast sei entschlossen, dle Aufhebung des BelagernnaszustandeS biirchzusetzeir, der in Badern nur ganz einseitig gegen die Linke angewetwet werde.

Die Ausschreitungen.

Koburg, 5. Sept. Die Zahl der bei den lluruhei» verletzten Personen, wirb jetzt auf 20 angegebeti. Dec Magistrat der Stadt Kvburq gibt bekannt, daß das Avftreten der Landespolize! ohne den Willen beS Oberlürgermristers erfolgt sei. Zur Erörterung der Angelegenh-it wird der große Gemeinderat einberufen. Die Vorstände der sozialistisckien Parteien verlangen in einet Eingabe an das Reichsministerium d'e Ab­berufung des Staatskommisiars Dr. Friikch und die sofortige Entfernung der Hunderlschast der Landes­polizei.

Stralsund, 5. Sept. Anläßlich des Partei­tages der Deutschen Volkspartei Vorpommerns sand am Sonntag nachmittag eine össeutliche Versammlung statt, in der Reich.agsabg. Dr. Mittelmann spreche» sollte. Mehrere hundert Kommunisten mit roten Fahnen hatten bereits zwei Stunden vorher den Ein­gang zum Versammlungslokal gesperrt und versuchten, die Teilnehmer am Betreten des Versammlungslokals zu hindern und sich den Eintritt zu erzwingen. Durch Eingreifen der Schutzpolizei wurde der Zugang frei­gemacht, trotzdem gelang es einer größeren Anzahl Kommunisten, in den Saal einzudringen. Sie ver­suchten, die Versammlung mit Gewalt zu sprengen. Dem energischen und siirchtlosen Verhalten Dr. Mittel­manns gelang es, die Störenfriede zur Ruhe zu bringen. Tie Versammlung konnte pwgrammWg durchgeführt werden uud nahm einen glänzenden Ver­lauf. . ' t