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des Kreises Marburg.

Amtliches Derülndigun

Anzeiger für (das früher kurheffifche) Oberhessen

ririgifla

DieOberhessische SeitunV erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich

Marburg

4.76 Mk., durch die Post 5.10 Mk. Ausgabe B mitOberb. Soort-Ztg." 1 Mk. mehr.

«k. 266 Für ausfallendr Nummern infolge Streiks ooer elementarer Ereignisse kein Ersatz. »» Verlag von Dr. C. Hitzeroth.Druck der ilnio-Buchdruckerei von Job. Aug. Koch,

Lchridinz.

Markt 21,23 Fernsprecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Bayern und die Reichspotttik

Anordnungen nicht zu fügen.'

.Wir vcrlan-

Hoflieferaute!

hundert Mann

ert die an den

Stadt und zerstörte ungehind

wurde bisher das

Dcröol des

.Miesbacher Anzeigers" durch die baveri-

nehmen.

-E

vom Reich aufgehobenen Bestimmuugen noch irgend etwas anzuordnen, so hat die Arbeiterschaft fick diese«

Stangen Ladenschilder, besonders schilder herab.

thau, bevollmächtigter Minister der Freie« Hansa- stadt Bremen. Stellvertreter: Stolte», Bürger­meister in Hamburg.

Zur Unterdrückung der Presse der Rechten schreibt Viktor Hahn imAchtuhr-Abendblatt": Die Mies­bacher Expektoration möge wirklich staatSgefShrlich fein, aber dann sind eS die Reden, die die Herren Adolf Hoffmann, Fritz Heckert und die tem­peramentvolle Zetkin am Mittwoch vor dem Schloß gehalten haben, auch. Dennoch dürfen diese Aus­führungen von dem Berliner Sowjewrgan an­standslos veröffentlicht werden. Es ist des­halb Sache der gesamten deutschen Presse ohne Unter­schied der Parteistellung, gegen eine derartige Hand­habung der Ebert-Wirthschen Verordnung Stellung r»

- Berlin, 2. Sept. Einem Vertreter desTage- bl-niL" gcgeutwer austerte sich der Reichsminister des Fuucrn über das Verbot desMiesbacher Anzeigers":

eines Artikels ; brauste.

k' Berlin,

bezeugte. Nach demVorwärts'

scheu Staatsbehörden nicht ausgesührt. Die Reichs- dehörderr, Eisenbahn und Post, schlossen jedoch den -»Miesbacher Anzeiger" und denDeutschvölktschen Be­obachter" auch innerhalb Bayerns von der Beförde­rung aus, nachdem die Beamten erklärt hatten, daß sie Och weiger», die Beförderung zu übernehmen. Der »Miesbacher Anzeiger" wurde durch Auto nach Mün­chen gebracht, wo er auf der Straße massenhaft ver­kauft wird. Die sozialistischen Parteien sind daran, leine Organisation zu schassen, die den Verkauf der verbotenen Blätter verhindert.

Von zuständiger Seite wird gemeldet, da« die .Nachricht, daß der »Miesbacher Anzeiger" auch heute «och ringchiudert erscheint und mit Laftauws verbreitet wurde, unrichtig sei. DerMiesbacher Anzeiger" ist beute Freitag nicht erschienen. Er ist sofort be- ! scklagnahu'.t worden, nachdem das Verbot ausgespro­chen ivorbei' war. Der vorhandene Satz wurde vcr

: «ichtet, Vie Druckerei wird überwacht.

H Blüttermcldungen aus München zufolge ist gegen ibcuMiesbacher Anzeiger" wegen des am Donnerstag von ihm verössentlichten Artikels ein Strafver­fahren wegen groben Unfugs eingeleitel worden.

h' Halle, 2. Sept. DieHallesche Zeitung" wurde für 14 Tage verboten, da sie einen Auszug

aus demMiesbacher Anzeiger'

tz Erstes Matt.

Geschäftshäusern befindlichen Hoflieferantenschilder. Auch wurde eine schwarz-weiß-rote Fahne von einem Balkon heruntergerissen und verbrannt.

Magdeburg, 2. Sept. Die Pressestelle des Oberpräsidiums teilt mit: In N-uhaldenSleben sollen von den Rechtsparteien graste schwarz-weitz-rot um­ränderte Plakate mit dem AufdruckEs lebe die Mo­narchie!" angeschlagen worden sei«. Der Arbeiter be- möchtigie sich eine g-otze Erregung. Sie drangen 1» die Häuser ein und holten die Führer der NcchtSpar- teicu heraus, worauf sie durch die Straßen zogen, wo sie verhöhnt wurden. Rach Meldungen des Bürger­meisters sind Verletzungen urid Verwundungen nicht vorgekommen. Die Schutzpolizei von Magdeburg ist nach vreuhaldensleben nnterlvegs.

Sie WM* md fttöneWwt

Die Teuerungszuschläge.

Berlin, 2. Sept. Der ständige Ausschuß de» preußischen Landtages beschäftigte sich mit der Frage der Zubilligung von Teuerungszuschlägen an die Beamten nach der Vorlage, die vom Reichsrat vor­lag. Es sollen für die preußischen Beamten 1100 Millionen Mark verwendet werden. Die Vorlage wurde unverändert angenommen. Weiter wurde von allen Seiten verlangt, daß die Auszahlung der aufgebesserten Gehälter durch die Regierung endlich erfolgen solle.

Berlin, 2. Sept. Nach achttägiger Verhandlung tot Reichsfinanzministerium über die Teuerungszu­lagen für die in den Reichsbetrieben beschäftigt« jugendlichen und weiblichen Arbeiter und Lehrlinge wurde am Donnerstag zwischen den Regierungsver­tretern und den beteiligten Gewerkschaften folgender Ergebnis erzielt. Es erhallen Teuerungszulage»? männliche Arbeiter von 18. bis zum vollendete« A. Lebensjahre 0,80 X die Stunde, jugendliche Arbeiter im 17. und 18. Jahre 0,50 M. vom 14. 6« etoWt* lich 16. Lahr 0,30 X, weibliche Beschäftigte W» »1

Versammlungsverbote in Sachsen.

Dresden, 3. Sept. Das sächsische Ministerium des Innern hat die Landespolizeibehörden an­gewiesen, bis auf weiteres alle Regimentsfeiern zu verbieten. Von diesem Verbot werden betroffen ein Vortragsabend des Deutschen Oftiziersbunde» und der Regimentstag der 177er, die am Samstag

Kiel, 2. Sept. Elite mehrere

starke Gruppe durchzog nachmittags und abends die

p s ch u b für Beschwerden gegen das Verbot Periodi­scher Druckschriften fetzt sich aus folgenden Personen zusammen: Für Preusten: Dr. Nobis, Ministerial­direktor tm Staatsministerium 2. Roedenbcck, Ministerialrq, Geb. Rcgierungsrat tot Minisierium ' des Inner«. Stellvertreter: Dr. Meister, Ministe- rialdircfior im Ministerium des Innern, Huber, M iuistcrialdirektor. Geh. Oberregierungsrat im Justiz­ministerium. Für Bayern: Dr. v. Preger, Ge­sandter. Dr. Ruetzlein, Wirkt. Geheimrat. Für Sachsen: Dr. Koch, Staatsminister a. D-, Wirfi. Ge­heimrat. Stellvertreter: Dr. Poetzsch, Ministerial­rat, Geh. Legationsrar. Für Würtemberg: Hilden- brand, Gesandter. Stellvertreter: Schiffer, ' Ministerialdirektor. Für Thüringen: Dr. Muenzel, ? MinisterialdireNor, Stellvertreter: Fischbein, Mi- j Rikcriaidtrekior. Für die Hansastädte; Dr. Nebel­

stattfinden sollten, ferner ein Gartenfest der Deut­schen Bolkspartei in Dresden, bei dem Reichstags­abgeordneter Brüninghaus die Festrede halten sollte.

Das »erbot des Uniformtragen».

Setlin, 2. Sept. (Amtlich.) Bis zum Erlaß der Ausführungsbestimmungen gemäß Paragraph 2 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 30. August 1921 über das Verbot des Uniformtragens erteilte der Reichskanzler mit sofortiger Wirkung die Erlaubnis zum Tragen der Uniform hei Lei­chenbegängnissen von Kameraden.

Was dieFrankfurter Bolksstimme" verlangt.

Die .Franks. Volksstimme" schreibt:Das baherische Proletariat hat unseres Erachtens die Pflicht, das Er­scheinen der verbotenen Blätter mit Gewalt oder mit Hilfe des Generalstreiks zu verhindern, wenn kein anderes Mittel Hilst. Wir verlangen die unver­zügliche Aufhebung deS alten Belagerungszustandes in Bayern durch das Reich. Sollten sich Kahr, Pöhuer «nd das übrige volksfeindliche Gelichter, das j» Bayer» herrscht, erstechen, später auf Grnnd der

- > Sie ZeiiMMkbole-

/DerBerliner Lokalanzeiger" erscheint wieder. t Berll tu 2. Sept. Das Verbot desBerl. tzok.-Anz." uiw dSTag" ist durch eine Verord- MNg des Reichspräsidenten aufgehoben.

Vr 3u Aufhebung des Verbotes desLokalanz:-- «ers^ teilt das Blatt mit, daß es gegen dieses Ver­bot sofort Vorstellungen erhoben und insbesondere darauf hmgewiefen habe, daß es ihm fern läge, sich jmit dem Inhalt des beanstandeten Münchener «rivattelegramms zu identifizieren. Zudem habe derMiesbacher Anzeiger" imLokalanzeiger" eine Charakterisierung gefunden, dsrzufolge nicht an- jgeuoinmen werden könne, daß die Redaktion des Lokalanzergscs" bei der Wiedergabe der Mün­chener MclÄmrg von einer gehässigen Absicht ge­leitet gewesen sei. In Würdigung des Tatbestandes habe de: Reichsminister des Innern feine Ver­fügung Zurückgenommen.

Aufruf des Neichsvrrbandes der deutschen Presse.

Berlin, 2. Sept. Der Vorstand des Bezirks- verbandes Berlin des Reichsverbandes der deut­schen Presse rvendet sich gegen das Verbot von Zei­tungen auf Grund der allgemeinen Tendenz, die sie vor Inkrafttreten der Verordnung des Reichsprä­sidenten betätigten, ebenso gegen das Verbot des ^8erl. Lok.-Anz." und desTag" wegen der Wie­dergabe der Auslassungen eines verbotenen Blat­tes. Gleichzeitig fordert der Vorstand alle Angehö­rigen des Reichsverbandes der deutschen Prssie auf, bei der Ausübung ihres hohen Amtes strengste Eelüftzncht zu üben und stets eingedenk zu jein, was sie dem öffentlichen Ansehen der Presse und der Ehre ihrer in den anderen Lagern für ihre Ucberzeugrmg kämpfenden Kollegen schuldig sind.

Berlin, 2. Sept. In der heutigen Sitzung der Prenelonfereng wurde nach ausführlicher Aussprache über die Zeitungsvcrbotc der Ausschuß der Pressc- konsc-enz beauftragt, gemeinsam mit dem Reichsver- bmid der deutschen Presse mit zu zuständigen Stellen wegen der AufHcbnng der Zeitungsverbote zu Verhandetn.

Das Verbot desMiesbacher Anzeigers".

gen...". Wer? Wir, die .Frankfurter Volksstimme". Wenn da die Bayern sich nicht sügeni

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AiMeilmW.

Heidelberg, 1. Sept. Bri den gestrigen Kund­gebungen kam es zu einigen Zwischenfällen. Vor dem Gefängnis, das zurzeit keine politischen Gefaugelten wohl aber Schwerverbrecher wie Sickert beherbegt, ver­langte die Menge die Freilassung der Ge­fangenen. Starke Sicherhntspolüisten hielten die Tore besetzt, um einem Sturm die Spitze bieten zu können. Den Arbeiterführern gelang cs, die Menge zu beruhigen. Ihrem Eingreifen veÄankt auch die Badische Post", in deren Gcbäud? die Demonstranten eindringen wollten, daß lediglich eine Torscheibe ein­gedrückt wurde. Während des Demonstrationsznge"' und noch spät am Abend schiligen junge Burschen mit

5et tadm'M in Men.

Berlin, 2. Sept. Heute beschästigte sich bei Achterausschuß des Reichstages, der sogenannte lieber» toachungsausschnß, mit der Frage des Ausnahmezustandes in Bayern. Der Vorsitzcitde.Meerfeldt (Soz.) wies darauf hin, daß der Uebcrwachungsaussckuß unberufen tvcrden müsse, sobald mindestens zwei Wtglicder seine Ein­berufung beantragen. Tas sei durch die unttb&ängipm Abgeordneten Tittmann und Rosenfeld geschehen. Ein- gcladen seien der Reichskanzler, der Reichsjnstkzminister und der Reichsminister des Inneren, die auch anwesend seien. Tittmann begründete dann ausführlich seinen Antrag aus Aushebung des Ausnahmezustandes in Bayern. Hierauf führte der bayerische Gesandte von Preger aus: Entweder glaube man, daß die Zustand» in Bayern eine solche Festigung angenommen haben, daß men auf den Ausnahmezustand verzichten könne, oder man sei der gegenteiligen Ansicht. Der letzteren Auf­fassung sei die baherische Regierung und mit ihr der weit- aus größte Teil des bayerischen Landtages. Durch die gegenwärtige politische Lage, hervorgerufen durch die verabschenungswürdige Ermordung Er;b-rgers, habe die Reichsregierung sich veranlaßt gesehen, den Ausnahme- znstand für das ganze Reich einzusührcn. Selbst wenn die Rekchsregierung der Anschauung wäre, daß mit der Verordnung vom 29. August cs möglich sein sollte, allen Angriffen gegen die revublikanisch-demoratischc Staatsordnung von rechts oder links erfolgreich zu be­gegne», und daß deshalb die mehrfach weitergehcnden bayerischen Bestimmungen nicht mehr erforderlich seien, so dürfte sie aus schwerwiegenden politischen Gründen nicht gegen den ausgesprochenen Willen der bayerischen Regierung zur Aufhebung der bayerischen Verordnungen schreiten. _ Der Reichsminister des Innern erklärte am 28. Juni, er würde cs für untragbar halten, wenn von Reichswegen gegen den Widerspruch großer Länder der Ausnahnrezustand eingeführt oder ansgehoben würde. Er möchte wünschen, daß die Neichsregierung auch jetzt noch auf diesem Standpunkt stehe und sich nicht durch das Treibe» gewisser Parteien verleiten lasse, -die bayerische Regierung in eine Lage zu setzen, in der diese genötigt kvärc, gegen ihre bessere Neberzeugung in einer für Bayern lebenswichtigen Frage sich dem parteipolitischen Macht­spruch der linksorientierten Reichsregierung zu rügen oder es auf die berühmte Reichsexekution ankvmme» zu lassen. Ich spreche cs offen als Vertreter der bayeri­schen Regierung aus, so schloß brr bayerische Gesandte seine Ausführungen: Es war politisch unklug, die Ver- oümungen vom 29. August über den Kopf einer der hauptbetcillgten Landesregierungen zu erlassen. Es wäre der Gipfel der Torheit, den Versuch zu machen, darüber hinaus die bayerische Verordnung über den Ausnahme­zustand gegen den Willen der bayerischen Regierung aufznhebc». Nicht auf dem Wege des Diktats, sondern nur auf dem Wege des Verhandelns wird es möglich sein, die die Gefahr schwerer innerer Konflikte in sich schließende Frage in einer für beide Teile erträglichen Weise zu löse».

Im Anschluß an die Ausführungen des bayerischen Gesandten v. Preger erhielt der Reichskan-ler Tr. W i r t I; das Wort. Die Reichsregierung sei von dem bayerischen Gesandten als eine Regierung bezeichnet worden, aic nach links pendele. Sei es ettoa eine Tendenz nach links, trenn die Reichsregierung sich schützend jederzeit vor die Weimarer Verfassung stelle? Wenn der Vorredner aber etwa habe sagen wollen, daß sich die Reichsregierung von anderen als von sachlichen Gründen leiten liehe, so müsse der Reichskanzler dazu doch einiges bemcrlen. Selbstverständlich dürsten außenpolitische Gesichtspunkte doch wohl nicht als unsachliche bezeichnet werben. Er erinnere auch an die Probleme Oberschlesiens und an die Aufhebung der Sanktionen. Es sei wohl nicht unbe­scheiden, wenn er feststette, daß in Hinsicht auf diese Punkte die Reichsregierung nicht ohne Erivlg gearbeitet habe. Es sei direkt beschämend, wie in Deutschland selbst durch Blätter von Stof, die deutsche Außenpolitik aus parteipolitischen Rücksichten sabotiert werde. Es sei unverständlich, daß sich zu gewissen nationalistischen

Veranstaltungen an führender Stelle hcrvorragcrche Per­sönlichkeiten hergeben, die doch früher auch große poli­tische Verantwortlichkeiten selbst getragen hätten unb im­stande wären, die verderblichen Folgen ihres Tuns zu übersehen. Die Rede des bayerischen Gesandten habe eine zcwisse Schärfe nicht vermissen lassen. Sei denn wirklich 'Jerlin an allen Spannungen schuü>, die sich dort in Bayern ergeben? Was ihn selbst betreffe, so habe er sich stets ganz besonders bemüht, Bayern i» jeder Einsicht entgegenzukoinmcn. Er erinnere nur an die Beamtenfragen, an den Wiederaufbau des bayerischen Lloyds und an vieles andere. Was die Aufhebung des bayerischen Ausnahmezustandes betreffe, so hoffe er auf Verständigung mit der bayerischen Regierung. Er wünsche durchaus, Konflikte zu vermeiden, die sich aus der Anwendung des Artikels 48, Absatz 4 der Reichsver­fassung durch den Reichspräsidenten über den Kops der bayerischen Regierung hinweg ergeben könnten. Tie Frage der Reichs exekutive wolle er nicht diskutieren. Sie bringe nur unnötige Schärfe in die Angelegenheit. Die Frage sei vielmehr, wie man den Zwist tiermeibe, nicht wie man ihn durchsühre . Die Reichsregierung habe bisher den Ausnahmezustand nicht ohne Zustim­mung der Länder aufgehoben Jute dies auch jüngst bei Preußen geschehen sei. Vor Erlaß der neuen Ber- orduung allerdings sei Bayern nicht gefragt worden. Er übernehme aber dafür die volle Verantwortung. Diese Eile sei mit Rücksicht auf die politische Hochspannung nötig gewesen. Bor allem gelte es, die Quellen der Verhetzung zu verstopfen. Leider sei in Bayern nicht alles geschehen, nm nach dieser Richtung hin die Spannungen aukzu- pfeitften. ES ginge nicht an, daß man linksgerichtete Blätter unterdrücke und nach rechts alle Schleusen der Verhetzung offen halte. Von der großen Erregung, die durch das arbeitende Tcutschlaitd und auch durch das christliche werktätige Volk gehe, habe er sich in den letzten 'Tagen persönliw überzeugen können. Wenn dicke Er­regung nicht beseitigt werde, so könne das zur Parole führen: Hie Bürgertum, hie Proletariat. Tie Reichs­regierung werde einer solchen Parole nicht Folge leisten. Er wolle aufrichtige Verhandlungen versuchen, um jedem Konflikt ruvorzukommen. Er bat hierauf den baye­rischen Gesandten und die bayerische Regierung um Unterstützung.

Zn der an die Rede des Reichskanzlers sich an­schließenden Aussprache betonte Abg. Dr. K a h l als Vertreter der Deutschen Volkspartei, daß seine Partei sich auf den Boden der gegenwärtigen Ver­fassung stelle und auch bereit sei, sie zu schützen und jede Hetze gegen diese Verfassung bekämpfe. Für die Mehrtzeitssozialisten sprach Abg. Braun, der sich dem Anträge Dittmanns anschloß. Die bürger­liche» Parteien dagegen, Deutsche Volkspartei, Zen­trum und Demokrat« brachten folgenden gemein­samen Gegenantrag ein:Die Reichsregierung wird ersucht, die Verhandlung mit der bayrischen Regie­rung über die Aufhebung des Belagerungszustan­des in Bayern fortzusetzen und dem Reichstage bal­digst Bericht zu erstatten." Die Verhandlungen werden morgen fortgesetzt.

Besprechungen in der Reichskanzlei.

Berlin, 3. Sept. Wie die Blätter Mitteilen, fanden gestern Nachmittag in der Reichskanzlei Be­sprechungen zwischen dem Reichskanzler Dr. Wirth, dem bayerischen Gesandten v. Preger, dem bayeri­schen Staatssekretär Schweyer und dem Führer der bayerischen Demokraten Dr. Dirr über die Auf­hebung des Belagerungszustandes in Bayern statt. Das Ergebnis der Besprechungen wird in der heu­tigen Sitzung des Ileberwachungsausschusses mit­geteilt. Die Blätter find der Ansicht, daß die bayerische Regierung sich nicht auf einen absolut ablehnenden Standpunft stellen werde und daß ein Konflikt zwischen dem Reiche und Bayern ver­mieden werden wird.

2. Sept. Ter ReichSratsanS-

Die Mörder Erzbergers.

Offenburg, 2. Sept. Die Staats-mvalk- schaft Offenburg gibt bekannt: lieber die beiden Mörder Erzbergers ist festgestellt, daß sie von Sonn­tag den 21. August bis zum Mordtat, Freitag den 26. August, im Gasthause zum Hirsch in Oppenau unter den offenbar falschen Namen Franz Riese, stud. jur. aus Düsseldorf, zweitens Knut Bergen, sind. phil. aus Jena logiert haben und am 26. Aug. 1921 mit dem um 6.45 abends von Oppenau ab­gehenden Zuge mit Fahrkarte 4. Kl. nach Offenburg abgererst sind.

tleberfübrung Hirschfelso nach Baden.

Berlin, 2. Sept. In der Sache des an Erz­berger verübten Mordes erließ das Amtsgericht in Oberkirch in Baden auf Antrag der Staatsanwalt­schaft in Offenburg einen Haftbefehl gegen Oltwig v. Hirschfeld. Zugleich ersuchte das Amtsgericht das Berliner Polizeipräsidium, den hier in Haft be­findlichen Hirschfeld dem Amtsgericht Oberkirch zu­zuführen. Diesem Ersuchen wurde am gestrigen Abend entsprochen.

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Berlin, 3. Sept. DemBerl. Tagebl." zu­folge hatte der preußische Landtagspräsident Lei - nett gestern Besprechungen mit dem Reichspräsi­denten Ebert und dem Ministerpräsidenten Stc» g e r w a l d über die Frage der Ilmbildung der preußischen Regierung. Auch nahm er, allerdings noch - völlig unverbindlich, mit den verschiedenen Parteien in dieser Angelegenheit Fühlung.

gwrMtesbacher Anzeiger" griff nach dem 29. August crcirs von neuem die Reichsregierung und die ISraalKfsrm iit einer Weise an, die jede Diskussion mrs- schliotzc. Der Minister benachrichtigte infolgedessen Sester» dle bayerische Regierung, daß derMiesbacher Anzeiger" unter allen Umständen zu verbieten sei und zwar sowollt wegen des aufreizende» Charakters nach «uksassuntz der Reichsregierung, als auch wegen des Nach dein Erlas; der Verfügung erschienenen Artikels, der die Beibehaltung dieses Charatters nachdrücklich

Der Anzeigeapreis beträgt für die S ge[p. Colonelzeile oder deren Raum 90 Pfg. u.

10 cf. Aufschlag, amtliche*und auswärtige 1.20 Mk. Andere Spaltenbreiten nach r» entsprechender Berechnung. Spät einlaufende oder den Raum über 1U Seite ein- jj), n ||J CAHttftfiAnh Sah Q Cr.nktttJfA» nehmend« Anzeigen sind wir berechtigt, nach der Textspaltenbreit« zu setzen und zu

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gilt als Sanabatt. Bei Auskunft durch die Geschäftsstelle und Vermittlung der *»^1

Angebot« 75 Pfg. Sond«rg«bühr.