Amtliches DerLndigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurheMche) Oberhessen
Rr. 265
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Marburg
greiioo. den 2. September ScheiSing.
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Ein BWch des McrWs*.
IsisMe RMk men die MchnaWen der üiüiMoittani.
Bayerischer Protest im Reichsrat.
Berlin, Hk.Cepf. In der heutigen öffennt- |f Sitzung des Reichsrats widmete der Vor- I sitzende, Reichsmnrister des Innern Dr. E r a d - I tauet, dem frühere» Reichsfinanzminister Erz- j beiger einen Nachruf und gab dem Wunsche Aus- I druck, daß die Ermordung Erzbergers nicht ein Vor- I Zeichen für neue Wirren sein r üge. Der bayerische I Gesandte v. P reger gab namens der bayerischen I Regierung seinem Bedauern und seiner Ueber- I raschung Ausdruck, daß die Verordnung des I f Reichsprüsisenten ohne jede Fühlungnahme mit den beteiligten Landesregierungen erlaßen worden fei. Neichsminister Dr. Gradnauer [ erklärte, daß nur die absolute Dringlichkeit der
Loge die vorherige Fühlungnahme mit alle» Landesregierungen.unmöglich gemacht und daß die ^Verordnung sich nicht gegen die Parteien, sondern gegen a l l e Elemente richte, deren Verhalten eine Gefährdung des öffentlichen Friedens darstelle. Der Reichsrar stimmte schließlich dem in der Verordnung »orgesehnen Veschwerdeausschuß zu.
' Erklärung der bayerischen Koalitionsparteien.
k München, 1. Sept. Die Fraktion der BaHe- rirchen Kolkspartei, der Bayerischen Mitielpartei, der Demokratischen Partei und des Bayerischen Bauern- 16r’;:'-'5 erließen eine Kundgebung, in der es u. a. fHeißt- „Sie bedauern gemeinsam auf das tiefste die ■ Erschütterung der politischen Moral, wie sie sich von : »klbcra::tr»ortlich«r Seite in einer verwerflichen Hetze grgen die Reichs- und Staatsregiecung in gleicher i Weife geltend macht. "Sie verabscheut die Ermordung
D.,lcrgers und erkennt es als Pflicht der Rcichsre- M.tur.Z, wie der Länderorgane an, gegen diese Ver- Eichung des Volkes und gegen die Bedrohung und Ver- Uichtlichmachüng des Staates mit allen Verfassung--. mäßigen. Mitteln ri'nzuschrciten. Sie halten es aber fü< eine silbsitzerständliche Pflicht der politischen Ge- i '«'.l'tlgkeil, daß diese Abwchr gleichermaßen nach allen feeiien erfolgt. Ohne jeden vorgehenden Gedanken- Wslausch hat die Reichsregierung Entscheidungen ge- troffen, die weit in die innerpolitischen Berhältniffe Ker Länder eingreifen. Gegen diese Methode legen fck entschiedene Verwahrung eilt Die unter» tzkiln'.ctei^ Fraktionen geben der Hoffnung Ausdruck, lafj dir Reichsregierung im Benehmen mit der baye- l tischen. Staatsregierung doch noch einen Weg finden
Wird, der geeignet ist, die verfassungsmäßige Ordnung und Sicherheit aufrechtzuerhalten und der po- ; litifchen Kampfmethode mit Erfolg entgegenzutreten.
Der Belagerungszustand in Bayern.
|i Berlin, 2. Sept. Zu der Blättermeldung, Mi gegen die Aufhebung des Belagerungszustandes I« Bayern zur Zeit schon Verhandlungen zwischen btt Reichsregierung und der bayerischen Regierung ftattfänden, erfährt die „Deutsche Allg. Ztg." an zuständiger Stelle, daß bis jetzt in Berlin von der-
; «rtigcn Verhandlung» noch nichts bekannt ist.
Dem „Verl. Tagebl." zufolge ist anzunehmen, daß unmittelbar nach der heute erfolgenden Rückkehr des Reichskanzlers die Beratungen über diese i Frage ausgenommen werden. Den Anlaß dazu bietet die Sitzung des sogen, lleberwachungsaus- schuffcs des Reichstags, der von seinem Präsidenten, dem sozialistischen Abg. MeerfeÜ», für heute ein- t berufen ist mit der Tagesordnung: „Der Aus- I «ahmezuftand in Bayern".
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Weitere Zeitungsverbote.
t Berlin, 1. Sept. Der Reichsminister des Znnern hat auf Grund des § 1 der Verordnung des Reichspräsidenten vom 29. 8. den „Berliner Lokal- anzeiger" und den „Tag" auf die Dauer von 14 itageit verboten, weil diese Blätter einen Artikel stes „Miesbacher Anzeigers" abgedruckt haben, in dem das gegen diese Zeitung ausgesprochene Er- scheinungsverbot verhöhnt und die Reichsregierung mit Beschimpfungen überhäuft wurde.
Zu dem Verbot des „Lokalanzeiger" und des t «itag" sagt das „Berliner Tageblatt" u. a.: „Wir sind der Ansicht, daß in diesem Falle ein Verbot nicht genügend begründet ist und möchten den kLuufch nach einer baldigen Aufhebung dieser Maßregel aussprechen. In dem Falle des „Lokal- «m^'gers" liegt höchstens eine Entgleisung vor. So Notwendig wir den Kampf gegen die Prsiscoerwil- | berung halten, so »orig erscheint es uns auch, daß f mit Maßregeln nur gegen die wirklich rmerträz- ' stch«.n Verhetzungen und Ausschreitungen oor- k «aouim-n mij; M
AklÄIige Prülmg bmtz einen MM.
Genf, 1. Sept. Die auf heute nachmittag 4 Uhr anberaumte Sitzung der außerordentlichen Session des Völkerbundsrats, die sich mit der ober- fchlesischen Frage befaßte, dauerte nur eine knappe halbe Stunde. Es wurde darüber folgende amtliche Mitteilung ausgegeben:
1. Um dem Rat die Möglichkeit zu geben, sich in voller Unabhängigkeit eine Meinung über die ihm unterbreitete Frage zu bilden, sind seine Mitglieder einmütig zu der Auffassung gekommen, daß es wünschenswert sei, eine vorläufige Prüfung der Frage durch die Vertreter von Belgien, Brasilien, China und Spanien vornehmen -zu lassen, also von solchen Staaten, die an den vorang gangenen Untersuchungen und Beratungen nicht teilgenommen haben. '
2. Ten Vertretern der Mächte erwächst die Aufgabe, die verschiedenen Grundlagen dieses Problems zu prüfen, sowohl itach den vom Obersten Rat über- mitelten Dokumenten als mit Hilfs sonstiger Informationsquellen.
3. Sie werden das Recht haben, alle diejenigen Berichte e i n z u f o r d e r n, dis sie als nützlich erachten, und die erforderlichen technischen Beiräte zu berufen. Wünschenswert ist, daß die zu berufenden technische» Beiräte an den vorhergehenden Untersuchungen und Diskussionen »ich teilgenommen haben und, soweit es möglich ist, unter denjenigen Parteien ausgewählt werden, die bereits an den Arbeiten der technischen Organisationen des Völkerbundes teilgenommen haben. Einwohner des ober- fchlesischen Gebiets — Deutsche sowohl wie Polen
Die Norddeutsche Verlags- und Treuhandgesellschaft. in deren Verlag die „Deutsche Zeitung" erscheint, hat an den Neichsminister des Finnent eine Beschwerde wegen des Verbots der „Deutschen Zeitung" gerichtet. In der Veschwerdeschrift wird das Verbot als rechtsunzulässig angefochten. Es wird ansoesübrt, datz das Verbot gegen den Rechtsgrundsatz verstoße, da» kein Strafgesetz riickwirkende K'aft besitzt. Es wird darauf htngewiesen. haft ein Verstost gegen die Verordnung des Reichspräsidenten von seilen der „Deutschen Zeifttng" nicht begannen Warden sei, und 'die sofortige Aufhebung des Verbots ae- sordert. Der Verlag will das Reich sowie den Reichsminister des Innern und den Staatssekretär Lewald wegen alles ihm aus dem «esctzwidriaen Verbot er- wachisenden Schadens haftbar machen.
Tie . Köln. Ztg." stellt feit, daß trotz rinztoetselhaftzw Verfehlungen gegen Geisi und Wortlaut der Regi ntnas- verorduung kein einziges Bl«gtt der Linken verboten worden ist, und führt folgende radikale Press-siimm-n an: „Rota Fahne": „Die Regierung ist ohnmächtig, die Arbeiterschaft muß handeln." „Lübecker Bolksbote": „In der Ferne grollt der Donner einer neuen Revolution: der deutsche Boden hat genug Arbeiterblut gefrunf 'it, vielleicht ist die Zeit nicht mehr allzuweit, wo die V f l a st c r- steine sich wieder rot färben w'rden. Wenn es schon fein muß, weshalb sollen wir immer die Leidenden sein? Auch monarchisches Blut ist rot, und es ist nicht unser Blut."
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Verbot von Sedanfeiern.
Berlin, 1. Sept. Das Wolff-Büro meldet: Der Polizeipräsident hat dir von verschied neu Ortsgruppen der Teutscknationalen Volksvartei in Groß- Berlin für den 2. September geplante Sedanfeier verboten mit Rücksicht darauf, daß die von politisch rechtsstehenden Kreisen in jüngster Zeit veranstalteten nationalen Feiern zur Verherrlichung der Monarchie und zur Verächtlichmachung der deutschen Republik ihrer verfassungsmäßigen Organe und Einrichtungen mißbraucht wurden.
Besprechungen beim Reichskanzler.
Berlin, 2. Sept. Wie die Blätter melden, finden heute beim Reichskanzler Besprechungen statt, an denen der Präsident des Reichstags, die Führer der Koalitionsparteien, der Abg. Dr. Strefe- mann und einige andere führende Politiker und andere Parlamentarier teilnehmen werden. Gegenstand dieser Besprechungen dürfte der gesamte Komplex von wichtigen Fragen der inneren Politik sein, die auf eine baldige Entscheidung drängen.
Das Befinden des Abg. Dietz.
Radolfzell, 1. Sept. Der Reichskanzler besuchte heute in Radolfzell am Bodsnfee den Abg. Dietz, der bei dem Anschlag auf Erzberger einen Schuß durch den Oberarm und durch die Lungs erhielt. Das Befinden von Dietz ist den Umständen »ach befriedigend., Er ist außer Lebensgefahr.
-- könne» berufen werden, um mündlich Auskünfte über die örtlichen Verhältnisie zu geben.
4 Die Vertreter der erwähnten Mächte werden die Einrichtungen des Völkerbundsrats zu alle» Zwecken, die sie erfolgreich halte», zur Verfügung haben.
5. Sie werden ihre Arbeiten nach freiem Ermessen verrichten, ohne daß eins bestimmte Prozedur festgelegt wird. Sie werden dann dem Rat Rechen- fchaft ablegen, der die Arbeit seinerseits dan» weiter verfolgen wird und jederzeit zusammentreten kann.
Im Namen der Vertreter Brasiliens, Spaniens, Chinas und Belgiens betonte Hymans, daß sie in vollster Gerechtigkeit ihre Aufgabe erfüllen würde».
Die «nolijchen Berstärkungen.
London, 1. Sept. „Morning Post" meldet, daß das 2. Bataillon der .Royal f nnisk'lling-Füsi- liere gestern von Portland nach Oberschlesien abgefahren sei.
Rückkehr Leronds.
Paris, 1. Sept. Wie Havas mitteilt, begibt sich General Lsrond heute abend nach Oberschlesien.
Verbot ei' '-z'alistifche» Kundgebung.
Berlin, 1. Sept. Der „Voss. Ztg." zufolge wurde für die Mittwoch in Oppeln g.plante Ctra- ßenkv.ndgebung der Sozialisten und Kommunisten durch die interalliierte Abstimmungspolizei ver- boteii. Im Anschluß an das Verbot der Kundgebung wurde die Aufhebung des Belagerungszustandes für das Industriegebiet um einige Tage
Verhaftung eines Liudenten in Tübingen.
Berlin, 1. Sept. Blättermeldungen aus Stuttgart zufolge ist in Tübingen ein Student verhaftet worden, der zur Zeit der Ermordung Erz- hergers in der Nähe von Griesbach gewesen sein sott. Dom Verhaftete» wurden zwei Schußwaffen abgenommen.
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Einspruch der Osfiziersbünde.
Der Reicksosiizierbund 1920, Ortsgruppe Berlin, der Ratwualvcrlind deutscher Offiziere itub der Deutsche Ofsi- zierb'.tnd veröffentlichen folgenden Einspruch:
Im Zusammenhang mit der von uns schärfstens verurteilten Ermordung des Abgeordneten Erzberger geht durch die deutsche Oeffentlichkeit eine neue Wette der Verhetzung gegen alles, was fräfxr dem Vaterland als Soldat gedient hat. In Potsdam, in Zeitz und an andern Orten ist es bereits zu bedauerlichen Ausschreitungen gekommen. Dabei haben die Kreise, die jetzt wieder be- schimpst und verleumdet werden, sich streng innerhalb des gesetzlichen RabmenS gehalten und in ihren mündlichen und schriftlichen Aenßerungcn lediglich von ihren staatsbürgerlichen Rechten Gebrauch gemacht. Wir er- b"en schärfsten Einspruch gegen dieses staats- und volks- 'te'.thr-iche Treiben. Wir fordern die Regier«»« auf, gegen alle, die neue Unruhe und neues Unglück über unser Volk bringen, unnachsichtlich und unparteiisch einzuschreiten. Insbesondere machen wir auf die ungeheure Gefahr aufmerksam, die in Zeiten wie den gegcmoärtigen, in der Duldung von Kundgebungen liegt, die sich äußerlich gegen nicht vorhanden? Gefahren für die Siaatssorm, in Wirklichkeit aber gegen die staatliche Ordnung überhaupt und gegen Leben und Besitz der Bürger richten. Wir sehen in ber Unterdrückung der Meinungsfreiheit weiterer Kreise unseres Volkes kein geeignetes Mittel ,nm zu der dringend nottvendigen Beruhigung zu kommen, und berufen uns in dieser Beziehung auf die eigenen Erfahrungen der jetzt regierenden Kreide. Von unfern Volksgenossen erwarten wir, baß sie endlich von den gewissenlosen Hetzern und ihrer Preise abrücken und die Achtung vor der ehrlichen Ueberzeugung Andersdenkender bcwahren.
Die Begnadigungen.
Berlin, 1. Sept. Zu den Nachrichten über die Begnadigung der an dem mitteldeutschen Aufstand beteiligten, durch die Sondrrgcrichtc verurteilten Per- [cneit meldet das Wolff-Büro:
Tie Meldungen sind durchweg irreführend, insbesondere, soweit zahlenmäßige Angaben über die 93 c-- gnadigltngsfälle gemacht werden. Ter Reichspräsident verfuhr bei den Gnadetterweife» in Uebereinsti'nmung mit den in der Reichstagsrefolutiou über die Begna- bignng ausgesprochenen Grundsätzen. Es hat il-sbe- sondere eine Nachprüfung der durch die Sondergerichtc verhängten Zuchthausstrafen stangefunden, und hier ließ die Gnadeninstanz in geeigneten Fällen unter Bc- rücklichtirnng der besonderen Umstände des einzeln«?
Falles in größerem Umfange eine Umwandlung b:r erkannten Zuchthausstrafen in Gef ä >i g »is st r a f en Eintreten. In einigen Fällen erfolgte auch eine Umwandlung in F e st u n g s st r a f e n. Tie Behauptung, daß Leute, die durch Gewaltakte, Mordbrenuerei oder andere gemeine Verbrechen sich tut dem Aufstand beteiligten, begnadigt und aus der Haft entlassen wurde», ist falsch. Ter Reichsjustizminister tvird sich bei der ersten G-elegenheit im Reichstag über die Handhabung des Begnadigungsrechtes äußern. Eine zahlenmäßige Uebersicht über das Ergebnis der Gnaden verfahren wird dem Reichstag beschlrun'g" rorg'legt w rden. In der Oeffentlichkeit ivtrb auch die Nachricht verbreitet, daß H ö l z begnadigt worden sei oder werden soll. Eiie solche Maßnahme ist nienta ls in Erwägung gezogne worden.
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Die Kundgebungen.
Kuxhaven, 1. Sopt. Bei den gestrigen Kundgebungen wurden, tote nachträglich bekannt wird, m-hreve schwarz-weiß-rote Fahnen und Eremplan rechtsstehender Zeitungen verbrannt. Tie Teilnehmer zogen vor das Nathans und veranlaßten den Bürgermeister, eine Rede zn halten und die schwarz« rot-goldene Fahne zu hissen. Bon mehreren früheren
Lieferanten wurde die Entfernung der Schilder verlangt. Ter Bürgermeister hat an den Vorsitzenden der sozialdemokratischen Partei ein Schreiben gerichtet, in dem er scharfen Protest gegen den ihm unter peifönlicher Androhung angetanen Zwang einlegt.
Leipzig, 1. Sept. Gestern nachmittag veran- flatt-'ten die sozialde-okrauschen Parteien Leipzigs auf dem Augttsti'.splatz die angekündigte Kundgebung, an der viele Tausende teilnahmen. Sie verlief in aller Ruhe.
Hannover, 1. Sept. Als der Temonflrations- zug gestern vor oer Villa Hindenburgs vorlteizog, riefen die Demonstrantm „Richer mit Hindenburg und Luden- dons", „Hoch die Weltrcvolution", „Es lebe der Geist Liebkuechts und Rosa Luxemburgs", „Hoch Lenin und Trotzki".
Münster, 1. Sept. Zu einer gewaltigen Kundgebung gestaltete sich die von der S. P. T., der Ü. S. P. und den freien Gewerkschaften einberufene Kundgebung. Eine dichtgedrängte Menge zollte den Rednern lebhaften Beifall. Nach einem begeistertem Hoch auf die Republik löste sich die Versammlung irt Ruhe und Ordnung auf.
Elberfeld, 1. Sept. In den beiden Schwesterstädten Elberfeld Barmen dentonstrierten gegen 5 Uhr 50000 6t? 60 000 Personen für 6?n Schutz und die Sicherheit der deutschen Iirpublik. Im Zage wurden schwarz-rot-goldene und rote Fahnen getragen. Tas Barmer Rathaus hatte die republikanische Fahne gehißt. Die Siraßen- und Schwebebahn sitbr nicht, und die Geschäfte waren geschlossen. Nach der Versammlung formierten sich Zehittausende zu einem Umzug dnftch die beiden Städte. Tie Veranstaltung verlief ohne Störung.
Lndwigshafen, 1. Sept. An der gestrigen Kttndgebung beteiligten sich etwa 15 000 Personen. Eine Gruppe führte einen kleinen Galgen mit, a» dem eine Puppe im Frack unb Zylinder baumelt^ die die Aufschrift „Helfferich" trug.
Bilderstürmer.
Speyer, 1. Sept. Bei der gestrigen Kundgebung drang eine Anzahl Demonstranten in das Re- gierungSgebände ein, wobei es zu Bedrohungen und Tätlichkeiten gegenüber envg*n Beamten kam. Die Demonstranten zogen von Zimmer zn Zimmer und warfen die dort befindlichen Monarchettbilder und -büstsu auf die Straße und a»f den Hof. . -
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Wittag der ZMzwNWMW.
Berlin, l.Sept. Die Pressestelle des Reichses? näbrungsminifteriums teilt mit: Eine Verordnung der' Reichsministers für Ernährung und Landwirtschaft bringt di« ettvartete Aufhebung der Zuck-rzwangswirischast für Zucker der neuen Ernte. Für Zucker alter Ernte (1920) bleiben noch einige Vorschriften der Zuck-rverordnung als Uebergaugsbestimtmtngen bestehen. Im Zusammen- fxnttt mit der Aufhebung der Zuckertvirtschast werden auch Die Verordnungen über Kun!)Honig zum 1. Oktober und die Verordnungen über den Verkehr mit Süssigkeiten zum 15. Oktober aufgehoben. Die Neichszuckcrstelle, die San» Desvermittlungsstellen und die Zuckerverteilungsstettc für das deutsche Süßigkeitengeiverbe in Würzburg bleiben bis zur Abwicklung ihrer Geschäfte noch bestehen. Die l$inftt6r nnd Ausfuhr von Zucker bleibt verboten.
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Angriff der Mauren bei Melilla.
Paris, 1. Sept. Rach einer Radiorneldnng aus Madrid meldet bei spanische Oberkommissar in Marokko, daß die spauischett Stellungen von Melitta gestern den ganzen Tag ununterbrochen angegriffen worden feien.
Ter in die Hände der Mauren gefallene Gen«?»! Navarro ist zurückLekaust worden.
verschöbe».