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Aintttches DerLnLigungsdLatt des Kreyes Marburg.

Anzeiger für (bas früher kurheUche) Oberhessen

DieOderhessischc Zcltun-' erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugsvreis monatlich 4.75 Mk., Lurch die Post 5.10 Mk. Ausgabe B mitOberb. Soort-Ztg." 1 Mk. mehr. M» j(U Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereigniffe kein Ersatz. *v Verlag vonDr. C. Hitzeroth.Druck der llniv^Buchdruckerei von Job. Ang. Koch, Markt 21.23 Fernsprecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

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vberjAelim ior dem BMbmdsral. f

W litfilfrgtieWe WM in AM

Weiterer griechischer Vormarsch.

Paris, 18. Aug. Nach einem Radiobericht des l^Daily Telegraph" ist bei Gordion 70 Kilometer ßidwestlich von Angora, eine große Schlacht zwischen >tn Türken und Griechen im Gange. Rach einer Kavasmeldung aus Athen fei der griechische Bor- eetjd) bereits 160 Kilometer weit fortgeschritten. Ke Mehrzahl der besetzten Ortschaften sei von der Veoölkerung verlassen.

Athen, 19. Aug. Nach dem Heeresbericht vom 16. August setzten die griechischen Truppen ihren Vormarsch fort und erreichten die Liilie, die von len Höhen östlich von Eiwri Hissar hinaus verläuft. Starke feiildliche Kavallerie wurde in ihrem Wider­stande gebrochen imb nach Osten zurückgeschlagen, guf dem Rückzüge zerstörte der Feind Eisenbahn- ttnb Chansseebrücken - , .

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Paris, 19 Aug. Nach einer ^Virldiing des

Journal industrielle" verhandelt die griechische Re-

pernilg mit der englisch-holländischen Thomson-Gruppc Aber eine Anleihe von einer Milliarde Drachmen. 'Mich zeitig finden in London Verhandlungen mit einer «ndercn Gruppe ebenfalls über eine Anleihe von einer Wllrarde statt, wovon 250 Millionen durch Sachs- Mferungen Griechenland zukommen sollen.

Karis, 19. Aug. Nach einer Havasmcldung ans Mihen ist der ftühere griechische Ministerpräsident xAhalliS, der eben aus Paris zuriickgekehrt ist, ^hestnnffgslos erkrankt.

Die irische Krisis.

Englische Drohungen.

? London, 19. Aug. Im Unterhause erklärte Lloyd George, da die Regierung, wenn die Beding­ungen Großbritanniens von dem irischen Parla­ment o.bgclehnt werden sollten, genötigt sein werde, nach Befragen des Parlaments Schritte zu ergrei- ' fcn. Tie Sinnfeiner möchten lieber die englischen l Bedingungen annehmcn, als neuen Streit zu ent­fachen.

9er Sertreier Gjoniens SMlttWn.

Paris, 19. Aug. DemTemps" ist folgende Meldung zugegangen: Vicomte Ishij, der augen­blickliche Präsident des Völkerbundrates, hat nach dem bisher üblichen Verfahren den Vertreter Spaniens im Völkerbundsrat, Quinones de Leon, gebeten, das Amt eines Berichterstat­ters für die auf den 29. August nach Genf ein­berufene Sondersitzung des Rates zu übernehmen. Dieser Berichterstatter wird die Aufgabe haben, dem Rat einen objektiven Tatsachenbericht zu unterbreiten, damit die Mitglieder des Rates über die Schwierigkeiten unterrichtet werden, welche die Entscheidung des Obersten Rates bezüglich der ober­schlesischen Angelegenheit erwähnt.

Paris, 19. Aug. Nach einer Haoasmeldung ritt* stand gestern für den Völkerbundsrat die Frage, ob er sich mit dem zweiten Briese des Obersten Rates, den Briand in seiner Eigenschaft als Präsident, wie den ersten unterzeichnet hätte, zu befassen haben würde, einem Bries, der dem Völkerbundsratdie Schwierig­keiten, welche die Ziehung der Grenze in Oberschle­sien darbietet" anseinanderqeseht hätte. Tie Be­sprechungen, die soeben in Paris abgehalten worden sind, haben dazu geführt, ein anderes Verfahren an­zuwenden. Der Oberste Rat beschränkt sich darauf, daS Aktenmaterial der Angelegenheit dem Völkerbund zu übermitteln. Keinerlei ergänzender Brief begleite diese Uebermittelung, aber ein Mitglied des Rates, Oninqves de Leon,, der Vertreter Spaniens, wird I sofort beauftragt, einen objektiven Tatsachenbericht zur I Informierung der Mitglieder des Rates vorzulegen. Tie Ernennung eines Berichterstatters noch vor dem Zusammentritt des Rates am 29. August beweist, daß der Rat von dem Willen beseelt ist, die Angelegen­heit nicht in die Länge ziehen zu lassen. Die Er­nennung des Vertreters von Spanien, die ebenso schmeichelhaft für ihn wie für sein Land ist, kann in Frankrriich und in Paris, wo Quinones de Leon

viele Sympatien besitzt, nicht als ein bedeutungsloses Ereignis angesehen werden.

Rasche Lösung?

Paris, 19. Aug. DerMatin" glaubt zu wissen, daß der Völkerbundsrat entschlossen §ei, be­züglich der oberschlesischen Frage rasch zu handeln. Es sei wahrscheinlich, daß er seine Entschlüsse an Hand der Dokumente fassen werde, die ihm vom Obersten Rat übergeben wurden. Ein anderer Gründ, der auf eine rasche Lösung deuten lasse, sei der, daß der Völkerbundsrat in Wirklichkeit nut über die Frage des Industriegebiets zu be­schließen habe, denn er sei nicht aufgefordert wor­den, sich über die Gebiete «uszusprechen, für die eine Einigung bereits zustandegekommen sei.

London, 19. Aug. Der Pariser Bericht­erstatter derMorning Post" erfährt, diese weitere Erörterung der oberschlesischen Frage werde bis zur zweiten Vollversammlung im Völkerbundsrat ver­tagt, die am 15. September in Genf eröffnet werde.

Kein Schritt Amerikas.

Berlin, 19. Aug. Die Radiomeldung, datz sich die amerikanische Regierung der Mahnung der verbündeten Mächte zur Aufrechterhaltung der Ruhe in Oberschlesien angeschlossen habe, trifft nicht zu. Bisher ist, wie amtlich mitgeteilt wird, ein sol­cher Schritt nicht erfolgt.

®ie Truppenverstitzkunge«^ - t Par i W. Aug, Das Pressebüro des Aus-f wärtigsn Amtes teilt mit, datz der Oberste Rat be-- schlossen hat, je zwei Bataillone Engländer und Itailener und eine Brigade Franzosen nach Ober­schlesien zu schicken.

Die Verstärkungen für Oberschlesien sollen etwa 9000 Mann betragen. Der Transport wird begin­nen. sobald die deutsche Regierung mitgeteilt hat, datz die Transportzüge bereit stehen.

ffltWIifle WoAmbrrW. '

Von unserem wlrtschr.stliche» Mitarbeiter.

Die vom Obersten Rat beschlossene Aufhebung der wirtschaftlichen Zwangsmatzneah­men im besetzten Rheinland beseitigt einen der schwersten Schäden im deutschen Wirlsümstslebe». Die Aushebung soll aber erst am 15. September er­folgen und ist auherdem an eine Bedingung ge- knüpft, deren Annahme wieder recht unangenehme Folgen für unsere Volkswirtschaft nach sich ziehen kann. Die Verbündeten verlangen eine Mitwirkung bei der Erteilung der Einfuhrbewilligungen ins besetzte Gebiet. Es handelt sich dabet für Frank­reich hauptsächlich um möglichst erleichterte Einfuhr feiner Luxuswaren. Da diese überflüssigen Er­zeugnisse vom besetzten Gebiet ungehindert nach dem unbesetzten Deutschland gelangen können, so ist die Gefahr sehr grob, datz das Loch im Wessten aus diese Weise von neuem aufgerisien wird. Je mehr Deutschland entbehrliche Luxuswaren etnsührt, die mit Anslandsdevisen bezahlt werden müssen, dest» stärker wird der Druck auf den Markkurs, desto schwieriger die Erfüllung der EnlkchädigungSverpslich- tungen. Man sollte daher eigentlich meinen, datz die Verbündeten fetoft ein Interesse daran hätten, die deutsche Zahlungskrast nicht allzu sehr zu schwächen. Die neue Bedingung, deren Urheber zweifellos die Franzosen sind, beweist also wiederum den französi­schen Wunsch, datz Deutschland erfüllungsun­fähig werde, damit Frankreich neue Vorwände für ein gewaltsames Vorgehen und für neue Er« pressungen erhalte.

Dte Aufhebung der wirtschaftlichen Zwangsmatz« nahmen und dte zuversichtlichere ^Beurteilung der dem Völkerbundrat übertragenen Entscheidung über die Zukunft Oberfchlesiens haben an den deutschen Bör­sen eine beispiellos stürmische SPekulaiionS» Hausse hcrvorgebracht. Der Andrang der Kaufan- ttäge war so grob, datz die Börsen sie kaum mehr er­ledigen konnten. Das Börsenspiel des Privatpubli- kums und die ungewöhnliche Kauflust machten sich nicht etwa nur in Berlin bemerkbar, sondern z. B. auch in Frankfurt a. M. zeigten sich die bisherigen Börseneinrichtungen dem Käuferansturm nicht mehr gewllchien. Manvat deshalb auch dort schon' einer vorübergehende Schließung der Abendbörse in Er­wägung gezogen. Aber bekanntlich haben die Börsen- ruhetage in Berlin einen vollkommenen Mttzersotg gezeigt, indem die Aufträge an den anderen Tagen sich umsomehr anhäusten. Die anormalen Vorgänge an den deutschen Börsen werden nicht eher verschwin­den, als die Ursachen uichl beseitigt sind. Denn die Sveknlationssuchl des Publikums ist eben auch eine Folge der unnatürlichen Valutaschwankungen.

Im Gegensatz zu dem Optimismus der bentscken

Inr Oberhause erklärte Lord Curzon, daß die 1 Ablehnung der Bedingungen-den Bürgerkrieg : und Irlands wirtschaftlichen Ruin bedeuten wür­den. Man würde dann zu Feindseligkeiten gezwun- werden in einem Matze, wie es bisher noch nie­mals geschehen sei.

Einberufung der Nrlmibcr.

Basel. 18. Aug. Nach einer LondonerMalin". Meldung beschlotz das englische Kabinett, infolge der Verschlcchierung der Lage in Irland die Einbern- tu u g der Urlauber auch bei der Polizei. Es wird jedoch hiu;ugcfiigt, datz cs sich lediglich um eine Aorsichtsiuatzliayme handele, die durch das Verhalten De Valeros in den letzten 48 Stunden begründet sei.

Dc V-'.lera lehnt die englischen Bedingungen ab.

: London, 17. Aug. In dcr heutigen Sitzung des irischen Parlaments erklärte De Valcra unter großer Erregung im Hause uitb lebhaftem Beifall: Wir kön- »cn uird wollen die englischen Bedingungen nicht Wnichuien. Das irische Volk will sich nicht noch em- rual 5um Narren halten lassen. Wir müsse» die Herr- sthasi beenden, die das irische Volk bis in das Mark {eiiur Knochen h a tzt. Mit aller Mackr werden wir W i d e r st a n d leisten. Wenn wir der Gewalt wei­chen müssen, werden wir cs mutig tun und nicht ver­suchen, unsere Kruste zu schonen. Wir haben unser Lröglichstes getan, um mit der Bevölkerung von Nord- Jrkaitd in Verbindung zu kommen. Well auch sic Iren sind, sind wir bereit, hierfür Opfer zu bringe», dte wir kngkand ule bringen würden.

Zunahme der Auswanderung ans Irland.

London. 19. Aug. Die »Daily Mall" veröffent­licht eine Aufstellung, wonach die Zahl der Personen, die Im Jahre 1920 Irland verlassen haben, 15 885 «geniib-r 2575 Personen im Jahre 1919 beträgt. Die Irische Auswanderung hat sich also in einem Jahre der ssini sackt.

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Kiii ntM-llmnlmWt ZMeM.

Beschlagnahme eines englischen Dampfers.

London, 19. Ang. Aus Washington wird gc- meloet, die britische Regierung habe im Zusammenhang mit der 12 Meilen von der Long-Jsland-Küstc entfernt -erfolgten Beschlagnahme des britischen DampfersHenri -Marschall", der eine Ladung Branntwein an Bord ge- !habt haben soll, formell mitgeteiti, daß sie eine Rechts- sgewalr der Vereinigten Staaten über die hohe See außer­halb der vom Völkerrecht festgesetzten Dreimeilenzone iNicht anerkennen könne. Man erwartet jedoch, daß M britische» Behörden das Ergebnis der G-richisver- Handlung und die endgültige Bestätigung der Registrierung des Schisses abwarten werden, bevor ein Schritt unter« »ommen wirb.

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L* Paris, 19. Aug. Wie derNew Pork Herold" llus Washington meldet, brachte Senator Borah \ «hte Entschließung ein, in der die Her absetz u n g . &tr ttiätiken Armee von 150 0G9 Manu ruf

100 000 Mann verlangt wird. Borah verspricht sich hiervon eine Ersparnis von 100 Millionen Dollars. Versuche von Bombenangriffen auf die Schlacht­schiffe von Flugzeugen aus erwiesen nach der Ansicht Borahs ferner, datz mindestens 240 Millionen Dollars für die amerikanische Flotte u m f o n st ausgegeben werden.

W MMM kämen Nargnya.

Belgrad, 19. Aug. Der Ministerrat hat in seiner gestern abend abgehaltenen Sitzung be­schlossen, sofort die Räumung von B a - ranja zu veranlassen.

Der Befehlshaber der ungarischen Truppen, Ge­neral Soos, stimmte auf Ersuchen des Bevollmäch­tigten der Entente-Kontrollkommission Oberst Eoffet zu, datz die mit der Uebernahme zusammen­hängenden militärischen Operationen, die heute hätten beginnen sollen, um 48 Stunden ver­schoben werden.

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StraoeraSe Men an der rmAMn Breme.

Paris, 19. Aug. Wie derTemps" aus Bu­karest mitteilt, gehen nach Erkundigungen, die das BlattDiminiatea" bei Behörden eingezogen hat, zahlreiche Mitglieder verhungerter Banden durch den Dnjestr, dessen Wasserstand jetzt so niedrig ist, datz er zu Futz durchschritten werden kann. Die Banden greifen die rumänischen Grenzwachen an, es ist wiederholt zu blutigen Zusammenstößen ge­kommen.

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Die Spanier in Marokko.

Ak a d r i d, 19. Aug. Nach hier vorliegenden Meldungen wurde in der vergangenen Nacht von den Eingeborenen in Marokko heftig geschossen, die Spanier hätten aber keine Verluste gehabt. Den Aufständischen seien bisher Sanitäts-, Eisenbahn- und Flugzengmaterial, sowie viele Pferde, Maul­tiere, Geschütze, Maschinengewehre und Gewehre, diese allerdings meist in unbrauchbarem Zustande, in die Hände gefallen.

Schllcsmug der Burger Eisenwerke. Die .Magde- bnrgifchc Zig." meldet aus Burg, datz die Burger Eljenwerke wegen zu hoher Lohnforderungen der Me- drr: tchlqAn. ± _______

Aus dem besetzten Gebiet.

Köln, 19. Ang. Eine Verhandlung vor dem Kölner Gericht beschäftigte sich mit der Industrie­spionage einer englischen Firma, die mehrere Per­sonen beauftragt hatte, von einem Fabrikmeister der Farbwerke Leverkusen Anilinrezepte zu erwerben. Den Tätern war von Der englischen Firma eine Bezahlung in Höhe von 100 000 Pfund Sterling, also etwa 25 Millionen Mark, in Aussicht gestellt worden. Das Urteil lautete gegen drei der Angeklagten auf 6 Mo­nate Gefängnis und 3000 Mark Geldstrafe, gegen den vierten Angeklagten auf 6 Monate Gefängnis und 2000 Mark Geldstrafe.

In der Zeit vom 23. bis 29. August wirb die amerikanische Artillerie große Schießübungen östlich von .Koblenz abhalten.

Duisburg, 18. Aug. Die seinerzeit zum Ein­marsch in das Ruhrgebiet bestimmten französischen Soldaten, die in Düsseldorf und Duisburg nahezu sämtlich: Schulen als Quartier belegt haben, haben, in dcn dort untergebrachten Lehrmaterialien unge­heueren Schaden angerichtet. Eine Untersuchungs­kommission bestehend aus einem deutschen Architekten, einem französischen Leutnant unb einem Dolmetscher, die eingesetzt wurde, um die Schäden zu prüfen, hat festgestellt, daß nicht nur das Inventar der in Frage femmenben Schulen, sondern auch wertvolle Lehr­mittel, wie Projektionsapparate, ein Morseapparat, photographische Geräte unb insbesonbere wertvolle Zeichenmobelle von den einqnactierten Soldaten zer­stört worden find.

Meuterei marokkanischer Truppe«.

Mannheim, 19. Aug. Aus dem besetzten Gebiet eingetroffene Reisende berichten: Die Divi­sion marokkanischer Truppen, die lange Zeit in Esch- weiler und Umgebung lag, sollte nach Frankreich transportiert werden. Tie farbigen Franzosen weigerten sich jedoch, ihre Garnison zu verlassen. Sie gaben auf die hierauf herbeigerufenen französi­schen Truppen Feuer, wobei ein französischer Offi­zier getötet und mehrere Soldaten verwundet wur­den. Später wurden die Marokkaner umzingelt und in kleinen Gruppen abtransportiert. Der größte Teil von ihnen befand sich in den letzten Ta­gen noch in der Nähe von Trier. Eschweiler ist jetzt von belgischen Truppen besetzt.

Der 2. Vorsitzende der Zentrumsfraktion Im Reichs­tag, Adg. Burlage, Ist gestern gestorben.

Marschall Joftre reist in besonderer Mllsion Im Auftrage der französischen Regierung am 2. September von Marseille nach Tokio.

Spekulation hat aber die internationale Finanz den Ausgang der Pariser Konferenz n i cb t günstig für Deutschland beurteilt, sondern blclmebr daraus mit einer neuen Minder bewert ung der deut­schen Mark reagiert. Allerdings liegen die Ur­sachen der Markrückgänge auf dcn internationalen Märkten tiefer, und selbst der günstigste Ausgang der Streits «m OSerschlesie« könnte sie nicht aus der Welt schaffen. DieTimes" gab in dtefcn Tagen der Auffassung der englische» Grotzfinan; in folgenden Worten treffenden Ausdruck:Solange Deutschland ein Defizit Im Budget hat unb daher gezwungen Ist, die Notenpresse zu gebrauchen, und so lange es die Entschädigungszahlungen nicht durch Steuern aus­bringt, mutz die Entwertung seiner Währung fort« schreiten." Wie grob das Mitztrauen des Auslands gegen die Fätzigkelt Deutschlands ist, seine Finanzen In Ordnung zu bringen unb habet noch bte Entschädt- gnngszahlungen zu leisten, zeigt eben bte fortgesetzte Rückwärtsbewegung bcs Markkurses, bte dazu geführt bat, datz bei Dollar letzt wleber mit 90 Paplermark bewertet wirb, ei» Zustand, der eine Wareneinsubr, aus Amerika und anderen balutaffnrfcn Ländern ein­fach zur Unmöglichkeit macht. Aber gerade dieses Sinken der Papiermark hat dte Neigung des deutschen Privatpublikums zum Ankans von Jndustrtewertcn noch wesentlich verstärkt. Dte Erwartung steigender Preise infolge der Dalntaversckleckternng regt zu Ein«, kaufen an unb belebt bte Probuktion. Nickt nur an ben Börsen, sondern auch im ganzen industriellen Leben können wir heute die Katastrophenbaussc be­obachten. Je schlechter es uns gebt, desto gröber wird die Nachfrage »ach Waren, von denen man glaubt, dass sie noch teurer werden könnten. Es ist sckivlerig zu prophezeie», tote diese eigenartige Eniwlckiniig der Dinge enden wird.

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Die noch Unerlösten.

Berlin, 19. Ang. Im Auswärtigen Ami saud cm 17. August auf Veranlassung des Reichskanzlers unter Hinzuziehung der Reichszentralstelle für Kriegs- nnb Zivilgefangene eine Sitzung statt, in der mit Vertretern der Kriegsgefangenenorganisationen verschiedene, die Hcim- schaffung der noch immer nicht in die Heimat zurückgcrehr« ten deutschen Kriegsgefangenen betreffenden Fragen W sprachen wurden. Die Aussprache erstreckte sich ins­besondere auf die Heiw.fchasiung der in Eiskaulosien bei n üblichen Gefangenen sowie auf die in Avignon zurück- »gehaltenen Kriegsgefangenen. Hierbei wurde anhand der neuesten Nachrichten, welche die Freilassung cinell Teiles der in Avignon befindlichen Gefangenen melden- auch die Frage der weiteren Haltung der Organisationen und der mit der Kriegsgefangenenfürforge befaßten ernt«- liehen Stellen in dieser anscheinend zunächst auf guten# Wege befindlichen Angelegenheit erörtert.

Praktischer Kommunismus in Russland. T4eNotz Fahne" metdet: Angesichts der Notlage bes Volke, bat bte Kommunistifcke Partei in Russland für ihrs Mitglieder drakonische Beschlüsse gefasst. So wird z.N lebet, bet zwei Paar Stiesel besitzt, auS »er Pari tel ausgeschlossen. Auch Lenw, Trotzki, Sh

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