Einzelbild herunterladen
 

AnrUtchcs PerkünLigungsdUul des Kremes Marburg.

' Mr. 193

Anzeiger für (das früher kurhesiische) Oberhessen

DieOberhessijche Zeitun ' erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 4.75 Mk., durch die Post 5.10 Mk. Ausgabe 8 mitOberd. Eoort-Ztg." 1 2.*?!. mehr. Für ausfallende Nummern infolge Streiks ooer elementarer Ereignisse kein Erjag. Verlag von Dr. C. Hitzeroth. Druck der Unio.-Buchdruckerei von Jod. Äug. Koch, Markt 2123 Fernsprecher 55, Bosifcheckksnto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Marburg 8reit«o, dm 19. Am!! Erutiug.

Der Anzeigenpreis veträgt für die 9 gesp. Eolonelzeile oder deren Raum 90 Pfg. u. 10 c|0 Autichiag, amtliche und auswärtige 1.20 Mk. Andere Spaltenbreiten nach entsprechender Berechnung. Spät einlaufende oder den Raum über H. Seite .'ein­nehmende Anzeigen sind wir berechtigt, nach der Textjpaltenbreite zu setzen und zu berechnen. Sogen. Reklamen berechnen wir die »Zeile mit 3.00 Mk. Jeder Rabatt gilt als Barrrbatt. Bei Auskunft durch die Gejchäftsitelle und Vermittlung der Angebote 75 Pfg. Sondergebüdr.

59. goto

1921

[ DeM-AMi!Ak AW zu AM.

j" Kattow itz, 18. Aug. Der Aufruf, den die deut fchen Parteien und Gewerkschaften aus Grund einer in einer genieinsamcn Sitzung der polnischen und deutschen Vertreter getroffenen Abmachungen erlassen haben, hat folgenden Wortlaut:

j Oberschlesier! Der Oberste Rat beschloß für die endgültige Entscheidung über das Schicksal Oberschlesirns das Gutachten des Völkerbundes einzubolen. Die dadurch entstehende Verzögerung müssen lvir mit ^«uhe und Zuversicht ertragen. Vor der Bekanntgabe ^des Obersten Rates über seinen Beschluß kamen die Ver­treter der polnischen Parteien und Gelvcrkschaftcn mit !'mt3 zusammen, um gemeinschaftlich eine Be­ruhigung der Bevölkerung zu erreichen. Wir er­klären feiertichst, daß wir gegen jede gewaltsame Lösung der obenchlefischen Frage sind. Die deutschen Parteien titb Gewerkschaften wollen mit den polnischen Pir- kien und Geiverkschafte« im Interesse der Wohlfahrt der Leinobner Lbericü!-:n«nS und im Interesse der Mensch­lichkeit die nationalen (ssegensätze in friedlicher und ge- «echier Arl>eit überbrücke». Wir achte« das ikati»- «ale EmpftiiSen und die politischen und wirtschaftlichen Anschauungen eines jeden. Aus dieser Achtung heraus berurteilen toir vorbehaltlos jede Gewalttätigkeit gegen Mndersdenkcnde, jede Bedrohung des Lebens, der Gesuud- sheit und des Eigentums. Wir wollen durch einen pari­tätischen, von Vertretern der beiden Nationalitäten zu- ifammenAesetzten Ausschuß in> Einvernehmen nut allen Mtetlen, welche uns ihre Hilfe leihen, dafür sorgen, daß ijcher seinen! Berufe nachgehen und seinen Wohnsitz nach Metieben uehnien kann. In der Zusammenarbeit mit allen friedlich und gerecht denkenden Mensche» wollen tzvir durch Einwirkung auf unsere Mitbürger für die Mcherbeit und die Ordnung sorgen. In ehrlicher, auf­richtiger Ueberzeugnng von der Noitvendigkeft des Frie­dens bitten »vir die gesamte Bevölkerung um ihre Unter­stützung- Ter Geist der Versöhnlichkeit soll auch nach der Entscheidung herrschen. -

Ter Aufruf, den die polnischen'Parteien und fiteii erschauen erlassen haben und der im Wortlaut dem deutschen Ausruf gleicht, ist unterzeichnet vom Obersten M'lisrar für Oüerjchlesieu, von dem Vorsitzenden der nationalen Arbeiterpartei, der polnischen sozialen Partei, der christlichen Bolksvereinigung, der polnischen Bolks- partei für Schlesien, der oberschlesischen Volks Partei, der polnischen Berufsvereinigung, denr vvlnischen Zentralver­band der Geiverkschasten und sein Verband der schlesischen lanchoirtschaittichen Vereine.

des MUiMlmlrtrs M-lass

Berlin, 19. Aug. Wie die Blätter aus parla­mentarischen Kreisen erfahren, ist mit dem Zusam­mentritt des Reichstags am 6. September nicht «ehr zu rechnen. Die Einberufung wird vielmehr auf ein zur Zeit noch nicht feststehendes späteres Datum verschoben werden. Wie'dieDeutsche Allg. Zig." hört, werden außer den großen Steuergesetzen eine Reihe neuer Gesetzesvorlagen dem Reichstage zugehen, darunter die im Anschluß an das Washing­toner Uebereinkommen vom 28. November 1919 ausgearbeiteten Gesetzentwürfe über das Arbeits­recht.

Di- Besprechung beim Reichskanzler.

Berlin, 19. Aug. Der Reichskanzler hatte gestern mit den Führern der deutschnationalen Reichstagsfraktion Besprechungen über die innen- und außenpolitische Lage, an denen die Reichstags- obgeordneten Graf Westarp, Hergt und H ö tz f ch teilnahmen.

--*--

Die Folge der Leipziger Prozesse.

Driuichc Gerichte haben sie vor aller Welt verurteilt.

Loudon, 18. Aug. Nach einer Nentermeldung sagte der Zweite Kronauwalt Pollack im Unterhaus ül-cr die Leipziger Prozesse: Was auch immer das Endergebnis fein mag, so muh daran erinnert werden, bah wir zum e r st e n Male in der Weltgeschichte ein besiegtes Land dazu gebracht haben, seine Schul­digen vor Gericht zu stellen. Die Gerichte des besieg­ten Landes haben bereits einige toter Landsleute für schuldig befunden, Granfamkeiten begangen zu haben und Inteile gefällt, die, wenn wir sie auch für un- r »lüugli di erachten, doch das Brandmal des eige­nen Landes tragen. Wenn die Schuldigen vor die Gerichte der Sieger gehellt worden wären, Hütte man sie in Teutftoland als Mürthrer ansehen können. So aber wird cs den Deutsche» niemals möglich sein, zu fagen, datz sie nicht barbarische Granfamkeiten und Greueltaten an Kriegs gefangenen begangen Hütten: denn trutfcve Gerichtshöfe haben sie vor aller Welt ver­öl t c i k t.

------

Seeblockade gegen Irland?

L o n d o n , 18. Aug. Das britische Kabinett ist feilte vormittag zusammenaetreten, um die irische präge zu erörtern.Evening Standard" will pißen, daß auch für den Fall eines Abbruches der kerhqntzlmtgtm es nicht in der Absicht der Regie- kvng liege, den Waffenstillstand aufzuheben. Wenn ls n^'vendig fein jstlte, zu militärischen Matz»

P2

Sie MMjMg der sbeWeWm Frsge.

Bur. meldet, hat die Besitznahme der von een Serben geräumten Gebiete heute begonnen. Um 2 Uhr nach­mittags zogen 45 ungarisch« Gendarmen und GO Poli­zisten in Szigetvar ein. Sie wurden von der Be-

Vor Mitte Oktober keine Lösung.

Paris, 18. Aug. Der derzeitige Vorsitzende des Völkerbundsrates, Vicomte Jshji, berief, wie Havas mitteilt, den Völkerbundsrat für den 29. ds. Mts. zu einer Sondersitzung nach Genf ein, um über das Schreiben des Vorsitzenden des Ober­sten Rates wegen der Festsetzung der oberschlesischen Grenze Stellung zu nehmen.

Nach dem Temps nimmt man an, daß die Be­sprechung des Völkerbundsrvtes über Oberschlesien zunächst nur einen Tag dauern werden. Man habe sich zunächst über das Verfahren und dann über die Ernennung eines Berichterstatters zu einigen.. Dieser Berichterstatter würde dann während der Tagung des Völkerbundes in Genf feine Arbeiten forisetzen. Man nimmt an, datz er bisEnde September mit seinen Arbeiten so me t sein werde, datz die Angelegenheit vor dem Raz besprochen werden könnte, der diesmal in die Ma­terie hineingehen wird. Man kann also erst r Mitte Oktober die endgültige Lösung in der oberschlestschen Frage erwarten und dann auch nur dann, wenn der Völkerbund über die Angelegen­heit selbst urteilt und fle nicht Schiedsrichtern überträgt.

* w .

»Zum Nachteil für Polen und Frankreich."

Paris, 18. Aug. Wie derTemps" mifteilt, hat der Abgeordnete Peyroux Briand eine In­terpellation angekündigt über die Zustimmung der französischen Regierung, die Frage der Teilung Oberschlesiens dem Obersten Rat aus der Hand zu nehmen, sodatz an Stelle der verantwortlichen Re­gierung ein unverantwortlicher Bund kommt und weil diese Verweisung an den Völkerbund mit ziem­licher Sicherheit der englischen These nützen werde zum Nachteile von Polen und Frankreich und weil ferner infolgedessen eine große Gefahr für die französische Sicherheit ständig bestehen bleibe.

Der Spruch des VSlkerbundsrates.

In seiner Unterbausrede erklärte Lloyd George, er halte es für notwendig, daß Franttetch, Italien, Ja­pan und Groß-Britanrtten sich vor irgend einem Spruch verpflichten, die Entschetdnng deS vom Bölker- bundsrat wahrscheinlich zu ernennenden Ausschusses anMnehmen. Danach scheint also eine derartige Vor­verpflichtung, entgegen den ursprünglichen Meldungen der französischen Presse, in Paris noch nicyt erfolgt zu sein. Der »Temps" ist fa auch sehr eifrig am Werke, um für die vom Völkerbundsrat zu treffende Entschei­dung E i n st i m m i g k e t t zu verlangen. Diese in den Völkerbundsatzungen allerdings vorgesehene Ein­stimmigkeit ist jedoch nur für materielle Entschei­dungen des Völkerbund- Plenums vorgcschricben, dagegen nicht für ein Gutachten eines Aus- s ch u f f e s der Hauptverfammlung des Völkerbundes.

nahmen zu greifen, so würden diese in einem Ausmatze durchgeführt werden, wie es bis­her nochnichterreicht worden sei. Die Mah­nahmen würden dann auch von einer scharfen Seeblockade begleitet sein.

Das englisch-japanische Bündnis.

London, 18. Aug. Hinsichtlich des englisch-japa- mfchen Bündnisses erklärte Lloyd George, daß sich das Bündnis gegen niemand richte, auch nicht gegen die Ver­einigten Staaten. , Der Hauptgrundsatz der britischen Politik bestehe darin, mit den Vereinigten Staaten in genau der gleichen Uebereinstkmmung zu leben wie mft irgend einem anderen Land.

Räte-Nutzland.

Die Hilfe für die Hungernde«.

Berlin, 18. Aug. Die Vertreter deS deutschen Roten Kreuzes auf der vom Präsidenten Ador für den 15. August nach Genf et «berufenen Konferenz für die russtfche Hilfsaktion sind zurückgekehrt. Eine Inter» nationale Kommission deS Roten Kreuze» soll alS- bald die Arbeiten für die Hilfsaktion zu Gunsten aller von der Hungersnot hettngesuchte« DistrMe tm Osten aufnehmen. Die Konferenz beschloß, Dr. F. Nan­sen und Herbert Hoover dte Lettnna deS ganzen Hilfswerks anzutragen. ES sei nochmal» erwähnt, daß die sanitäre HUfSaktton deS deuttchen Roten Kreuzes unabhängig davon seine« Fortgang nimmt.

Einstellung der Verhandlungen mit Amerika,

Kopenhagen, 18. Ang.Politiken" meldet «ntf Riga, btt Verhandlungen zwischen Amerika mtb Sowjet­rußland seien eingestellt. Die Gründe hirrsür wer­den streng geheim gehalten- Es verlautet gerüchtweise, daß. b» Amerikaner einig, new Lockerrwgm anffittitnu

Würde der Forderung des »Temps" nachgegeben, dann würde eine Beschlußfassung über dte oberscble- sische Frage überhaupt niemals möglich sein können.

M Mo MmchMlliiWM.

Ohne Frankreichs vertraglich gesicherte Hilfe keine Aussicht auf Erfolg.

Aus Breslau berichtet die »Deutsche Allg. Zig", daß die militärische Leitung der polnischen Aufständi­schen am 10. August dem polnischen Volksrate die Weisung zugeben ließ, bei einem etwaigen Abbruch der Pariser Konferenz oder auch bei einer neuen Ver­tagung der Entscheidung über Oberschlesien große und machtvolle Kundgebungen der polnischen Bevöl­kerung in Oberschlesien in Verbindung mit örtlichen bewaffneten Aktionen hervorzurnfen. Daraus erwiderte der polnische Volksrat fn einem Schreiben, das die »Schlesische Ztg." wiedergibt und in dem es heißt:

Wir hatten schon zu verschiedenen Malen aufs schärfste betont, daß wir die Frage einer neuen großen und mitreißenden Bewegung der polnischen Bevölke­rung in Oberschlesien für den Anschluß an die Pol­nische Republik für unmöglich hallen. Die Begeiste­rung in denjenigen Kreisen des Volles, die für einen Anschluß an Polen gestimmt haben, ist erloschen, wir müssen das offen zugeben. Tie Erwartungen vom Mai haben sich in den Tagen und in den Wochen des letzten Aufstandes nicht erfüllt. Wir hatten uns für verpslichtet zn erklären, daß wir die Absicht, wie sie aus einer soeben eingegangenen Weisung hervorgehi, für gänzlich verfehlt erachten. Nur etwas Großes und von außen her Kommendes würde vermögen, die Begeisternng und die Opserberettschaft wieder zu er­wecken. Jeder muß diesmal klar erkennen, daß cs diesmal die starke Mutterhand Polens selbst ist, welche ihre Kinder heimführen will. Wir wieder- holen aus diesem Grunde nochmals mit aller Ein­dringlichkeit, daß dieser neue Kampf unsererseits aus­sichtslos ist, wenn die Heere Polens nicht von Anfang an diesen Kampf mitsühren, wenn Warschau nicht bis aufs äußerste entschlossen ist, den Kamps Po­lens um sein Recht bis ans Ende durchzuftihren. Das aber bedingt die absolute Sicherheit der durch die be­stehenden Verträge festgesetzten Hilfe der Franzosen.

»

Die Frage der Truppenverstiirkungen.

Berlin, 18. Aug. Nachrichten über die Ab­sendung italienischer Verstärkungen nach Oberschie­sten liegen an den Berliner zuständigen Stellen- nicht vor. Wenn tatsächlich neue Truppen von Ita­lien nach Oberschlesien entsandt werden, könnte es sich höchstens um Ablösungsformationen handeln, da die Entsendung von Verstärkungen nur auf g e m e i n {a m c n Beschluß der drei Mächte er­folgen könnte.

London, 18. Aug. DerMorning Post" zu­folge verlautet, datz die britische Regierung bereit sei, zwei weitere Bataillone zur Aufrechterhaltung der Ordnung bis zur Erenzregelung nach Oberschle­sien zu entsenden, wenn Frankreich und Italien die gleiche Anzahl Truppen schicken.

Aus Moskau wird gemeldet, daß die Arbeit auf »amtlichen Eisenwerken im Ural eingestellt wurde. In Westsibiricn tvurde die Ernt« durch Hrnschreckenschwärmc zerstört.

----

Das Mnfkirchener Intermezzo.

Die Berbündeten bestehen auf der Räumung.

B e g ra b, 18. Aug. Das Pressebüro meldet aus Fünikirchen: Die Ausrufung der südstawischen Re­publik in Fünfkirchen hat überall Anklang gefunden. Die Bevölkerung verlangt, daß Schutztruppen aufge­stellt und bewaffnet wecken, um eventuell einen un­garischen Einmarsch abwehren zu können. Gestern fanden zwischen Vertretern der sickflawischen Re- giemngen und Mitgliedern der Ententekommission Ver­handlungen statt. Die Ententevertrrter verlangten, daß die Räumung sofort beginnen und bis znm 20. August beendet sein müsse. Der englische Oberst Gosset, dem die südstawischen Befehlshaber und Regierungskommissare erklärten, daß die Räumung nicht beginnen können weil noch keine Weisungen der südstawischen Regierungen vorlägen, erstatte öffent­liche daß die Ungarn jckenfallr am 20 August ein­treffen wecken.

Budapest, 18. Aag. Im Auswärtigen Aus­schuß der Nationalversammlung sprach der Außenmi­nister Bannffy über die Baranyaer und wrstnngarische Frage. Tie Räumung deS Barcmyagebietcs durch die Serben beginne am 18. August und wecke am 25. August beendet sein. Den jüngsten Ereignissen in Fünfkirchen mißt der Minister keine besondere Be­deutung bei Sowohl Ungarn wie die Großmächte hielten «t der Vollziehung der Räumung fest.

vinzug ungarischer Gendarmen «nd Polizisten.

V»dape8, 18. Aug. Wie das Unz. Tel. Kirr.

völkerung mit Jubel empfangen. Tie Stadt prangt im Flaggenschmuck.

* *

Die Räumung Westungarns.

Wien, 18. Aug. Die Räumung Westungarns durch Ungarn und die allmähliche Uebergabe an Oesterreich wird morgen beginnen. Starke Sicher» heitskräfte werden bereit gehalten, um Zwischen«, fälle zu verhindern.

Das ungarische Heer.

Budapest, 18. Aug. Der Landesverteidi­gungsminister Belitska legte in der Nationalver­sammlung einen Gesetzentwurf über die Bildung einer neuen Nationalarmee entsprechend den Ver­fügungen des Friedens «n Trianon vor. Ihr» Stärke soll 35 OCO Marn einschl. der Offiziere betta* gen. Die Ergänzung der Armee erfolgt durch An­werbung von Berufssoldaten, die sich verpflichten, zwölf Jahre bezw. Offiziere zwanzig Jahre zu die­nen. Während der Dienstzeit wird die Mannschaft auch zu bürgerlichen Berufen ausgebildet. -

Aufstand in Anatolien?

Varis, 18. Aug. DerJntranfigeant" meldet aus Konstantinopel, daß nach armenischen Blättern eine Aufstansbewegaitg in Koma im Südosten von Anatolien sich über das ganze Vilajet ausdehni Tie Menge hat den Palast des Gouverneurs attge» zündet und die während der letzten Unnthen Fest- genemmcMtH befreit. Nach dem türkischen Blatte Kiiil" sind von 5000 kemakistischen Soldaten, dir zur Unterdrückung brr Bewegung entsandt worden sind, über die HÄste zu den Ausrührern übergetreten.

*

Wegnahme türkischer Schiffe im Schwarzen Meer.

Paris, 18. Aug. Wie aus Paris gemeldet wick, haben sich die Türken am Sakharia verschanzt. einer weiteren Meldung ans Athen hat das griechische Zeschwader, das im Schwarzen Meer operiert, die tückischen SchisseSchrris" undSeifat" die mit Munition aus Rußland beladen waren, weggenommen.

---*---

Aus dem besetzten Gebiet.

Mainz, 18. Aug. In den nächsten Tagen wick ein französischer Armecbischos hier eintreffen und Woh­nung nehmen. Der Bischof bringt eine ganze Anzahl Verwaltungsbeamter mft, für die alle Wohnung be­schafft werden mu& zur Verfügung gestellt.

M a i n z, 18. Aug. Die Eisenbahndirrktion Mainz hat dic durch die Zollmaßnahmen notwendig gewordene Gütersperre von der rechten nach der linken Seite des Rheins aufgehoben, nachdem sich nunmehr die Be- tricbslage wesentlich verbessert hat. :

Koblenz, 18. Aug. Ter britische Botschafter in Paris traf beut« vormittag in Koblenz ein und stattete dem englischen Kommissar bei der interalliierttu Rheiulandkommission einen Bestich ab.

Aus einem Bericht der Stabt Koblenz über be« Stand bet Gemcindeangelegenheiten für 1920 geht hervor, daß bie Gesamtaufwendungen der Stadt Koblenz an Be- satzungskojten bis jetzt 93 Millionen Mark be­tragen. Die Zahl der beschlagnahmten Wohnungen und Einzelquartiere beläuft sich auf 485. 11 Gaschöse sind ganz. 2 zum Teil, 5 Lehranstalten ganz oder teilweise beschlagnahmt. Schätzungsweise sind etwa 3L00 Räume der Bevölkerung durch die Besatzung entzogen worden.

Eewerkschaftsforderungen.

Berlin, 19. Aug. Ter Bundesausschuß des all­gemeinen deutschen Gcwerkschastsbundes faßte am 18. August eine Reihe Entschließungen. Tic erste Ent­schließung enthalt einen Aufruf an die deutsche Ar­beiterschaft, silch gegen die drohend« Herabdrückung ihrer Lebenshaltung mit aller Kraft zur Wehr zu setzen. Die Durchführung der erfvckerlichen Lohn­bewegung sei Aufgabe der einzelnen Verbände. Der Vorstand deS A. T. G. B. wecke beauftragt, dm Ver- bänden in der bevorstehenden allgemeinenLohn- bewegung jede möglich« Hilfe zu leisten. Zur Herbeiführung einer geschlossenen Einheitsfront aller Lohn- und GehaltseinpfSuger sei die bereits eingeleitete Verbindung mit anderen Gewerkschafts­richtungen, sowie mft den Gewerkschaften der Ange­stellten und Beamten aufrecht zu erhalten. In der zweiten Entschließung wird die Erhöhung des Ein­kommens aus Unfall-, AlterS- oder Invalidenrenten sowie der Unterstützungssätze der Erwerbslosen und Krankm gefockert. Tie dritte Entschließung verlangt .hinsichtlich der «guto StenerxlLue ritte Minder-