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Amtliches Verkündlgungsduut des Kreises Marburg.

Anzeiger Mr (das früher kurhessische) Oberhessen

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Pari», 17. Aug. (Havas.) Dec Botsch'asterrat nahm Kenntnis von den Telegrammen, die er über die Lage box Baranya (Fünfkirchen) empfangen hat. Der Rat beschloß in Belgrad sofort die nötigen Schritte zu unternehmen, um mit allem Nachdruck bei der südslawischen Regierung auf die für sie zur gebiete­rischen Pfliktz gewordene Notwendigkeit hinzuweisen, die ungarisch« Gebiete in Gemäßheit der Bestimmungen de- Vertrages von Trianon unverzüglich zu räumen.

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Tagung des BölkervundSrateS tu Parts?

Varis, 17. Aug. Tas .Petit Journal" glaubt mittellen zu kSnnen, daß »er VöUervundsrat tii Paris ziisamwentreten werde.

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selbstverständltrb ganz einverstanden. Nur durch gewinnen wir Kraft zum Wtederaufstehen."

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ganze Geheimnis ihrer Gewalt, und es ist so einfach! Darum werden sie auf den Hunger als auf das Werkzeug ihrer Macht niemals verzichten. Und noch eines darf man nicht vergessen: die Ruchlosen sind bis ans Ende ruchlos. Um an ihre Besserung, an ihreEvolution" zu glauben, muß man wirklich verrückt werden, wie aanz Europa verrückt geworden ist. Wie, sehen 'Sie nicht, Herr Hauptmann, hinter den schamlosen Tränen und denplanetaren" Plattheiten Gorkis bas ruhige und verschlagene Lächeln LeninS? Mit Millionen von Zugrundegerichteten hat er kein Mitleid gehabt, er wird auch mit diesen kern MitleS» haben.

Das Wtn z« WiWsWn i» Mn.

Bersin, 17. Aug. In Vertretung der Botschafter der verbünd.-:rn Mächte die zur Zeit alle von Berlin abwesend sind, haben heute vormittag die Geschäfts­träger der Verbündeten im Auswärtigen Amt vor- gesprochen, um an die deutsche Regierung das Er­ichen zu richten, alle diejenigen Maßnahmen zu treffen, die zur Aufrechterhaltung der Ruhe und Ord­nung in Oberschlesien dienlich sind.

Einbruch polnischer Banden in den KreiS Rybntk.

V r e s l a u, 17. Aug. Polnische Aufständische sind vor einigen Tagen von Teschen, Schwarzwasser und Torinitz in den Kreis Rpbnik eingevrochen, man schätzt sie aus 1000 Mann, die verstärkt und von den Fran­zosen mit Gewehren ausgerüstet wurden. Die ins Land cii'gcdrungen irregulären polnischen For­mationen scheuen sich nt<$t sich auf der Straße in voller Uniform zu zeigen.

Italienische Verstärkungen für Oberschlcsten.

Nom, 17. August. Der Ministerrat beschloß, zwei Bataillone als Verstärkungen der italienischen Trup- Peu nach Oberschlcsten zu entsenden.

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Athen, 17. Aug. Nach amtlichen Berichten über dir Lage an der kleinasiatischcn Front vom 14. August nahmen die griechischen Truppen ihren Vormarsch wieder auf. Sie nahmen Uinächst nach unbedeutendem Widerstande vorgeschobene Posten des Feindes. In einer Linie von ungefähr 70 Kilometer östlich von Eski» Schehir wurde der Vormarsch weiter fortgesetzt. Dabei wurde Siwri-Hissar geiwmmen.

Jsmid von den Türken geräumt.

Paris, 17. Aug. Nach einer Havasmeldung aus Athen haben die KemaUsten die Halbinsel JSmid ge­räumt.

Rücktritt des türkischen G.neralstabLchefS,

Parts, 17. Aug. Nach einer Meldung aus An­gora ist der Generalstabschef der kemalistischen Armee I s m e d Pascha zurückgetreten. Er wird durch den Ministerpräsidenten Fewst Pascha ersetzt.

Frühere Inoimg de; Merßundmles.

Paris, 18 Aug. Wie die Agentur HavaS mit­teilt, soll Baron Jshi, nähern in den letzten Tagen ein lebhafter Meinungsaustausch stattgesunden habe und hauptsächlich infolge der am 17. August zwischen den Mitgliedern des Völkerbundsrates in Paris ab- gehaltenen Besprechung, beschlossen haben, die ur­sprünglich auf den 1. September festgesetzte Tagung des Volkerbundsrates auf einige Tage frühec zu verlegen. Der Rat soll in Genf gegen den 25. Auguki zusammen- treten. Auf der Tagesordnung wird in erster Linie dir Prüfung der oberschlesischen Frage stehen.

Hindenburg an Ludendorff.

Anläßlich der von der staatsbürgerlichen Arbeits­gemeinschaft am Sonnabend veranstalteten Be­grüßungsfeier in der Stadthalle in Königsberg, ver­las General. Ludendorff folgenden an ihn gerichteten Brief des Generalfeldmarschalls v. Hindenburg:

.Mein lieber Freund, gern wäre ich nach Königs­berg gekommen. Aber meine kaum noch zu bewäl­tigende tägliche Korrespondenz, die Pflege meiner ge­liebten Fran und der Schmerz um ihren Verlust, haben meine Kräfte derartig beansprucht, daß ich et­was Ruhe nötig habe. Ich sitze daher still bet meinen Kindern in Brockhusen. Aber in Gedanken werde ich am 13. und 14. neben Ihnen stehen, der Erinnerung an vergangene große Zeiten und der Hoffnung auf Wiederkehr der alten Herrlichkeit lebend. Grüßen Sie meine braven Ostpreußen, und sagen Sie ihnen, daß ich fest auf ihre so oft schon in schwerer Zeit bewährte Treue zähle und tnSbesonderr mit Dankbarkeit tat Herzen der Mitkämpfer von Tannen­berg gedächte. Daß Sie unter dies« tn meinem alten Herzen den ersten Platz etnnehmeir, das brauche ich Ihnen wohl eigentlich nicht besonders auszu­sprechen. Mit Ihrer Mahnung zur Eirrigkeit bin -ick

Berlin, 17. Aug. DemVorwärts" zufolge hat der Mrliner Magistrat einstimmig beschlossen. kür ot Notleidenden Sowjetrußlands 100000 Mark zu bewil­ligen, vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordneten­versammlung. '

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Kattowitz, 17. Aug. In Verfolg einer Vor­besprechung, die am 12. August auf Anregung des obersten polnischen Volksrats zwischen Deutschen und Polen stattgefunden hatte, fand gestern in Katto- wih eine Versammlung der Führer aller deutschen und polnischen Gewerkschaften und Parteien statt. Rach eingehender Besprechung wurde beschlossen, getrennte Aufrufe an die oberschlesische Bevölkerung gleich­zeitig in den deutschen und polnischen Zeitungen zu etlassen. Die Aufrufe sollen die Notwendigkeit der Neberbrückung der nationalen Gegensätze betonen und gegen jede gewaltsame Lösung der obei^chlesischen Frage sowie Gewalltättgkeiten und Bedrohungen jeder Art erklären und dik Bildung paritätischer Aus­schüsse ankündigen, die dafür sorgen sollen, daß Ord­nung und Sicherheit wieder hergcsteilt tverden. Die Bildung dieser paritätischen Ausschüsse hat bereits

DieRepublik Fünfkirchen".

Aufforderung des Botschafterrates zur Räumung Ungarn zugefprochenrn Gebietes.

lehnte die Dienstwohnung ab, verlangte ein Bürge« quartier setzte den Inhaber Oppenheimer an Ne Saft und betrat diese Räume. In gleicher Mise forgti der Oberst für feine Offiziere. .

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Albanien ruft den Völkerbund an.

Paris, 17. Aug. Wie derTemps" mitteilt, hat die albanische Regierung die Mitglied des Völker­bundes ist, nach ActikA 11 des Völkcrbundvertrags die Intervention des Völkerbundsrates angenrfen, um den Frieden zwischen Albanien und dem serbokroatisch­slowenischen Staat mifrechtznerhaltnr, von dem M- banien glaubt, daß er durch gewisse Ereignisse, die sich letzthin in Nockalbanien abspielten, bedroht fei. Ter Präsident des Völkerbuudsrats hat entschieden, daß diese Frage auf die Tagesordnung der nächsten Sitzung des Völkerbundsrates, die am 1. Septem- in Genf stattfindet, gesetzt werden soll. Die beiden Regierungen sind eingeladen worben, an den Bera­tangen des VölkerbundZrats über diesen Punkt teil» znnehmen. 1

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Aus dem besetzten Gebiet.

Diez, 17. Aug. Heute abend um 11 Uhr gelang es einer Polizeistreife, die durch Hilferufe einer weib­lichen Person alarmiert wurde, einen farbigen Fran­zosen nach gewaltsamer Gegenwehr festzunehmen, der ein Mädchen überfallen und es zu notzüchtigen versucht hatte. Der Festgenommen« wurde der französischen Behörde übergeben. ES handelt sich dabei innerhalb vier Wochen um die fünfte Ausschreitung eines far­bigen Soldaten gegen weibliche Personen.

Wiesbaden, 17. Aug. Die französische Be» scchungsbchörde gestattet sich neuerdings, über die Per­sonalien der Lehrer in Schulen Erhebungen anzustellen. Insbesondere soll über die Geburtsorte erschöpfende Auskunft gegeben werden.

Mannheim, 17. Ang. In Zweibrücken sind miß Reichs kosten für 6 Millionen Mark Offizierwohnungen gebaut Word«. Trotzdem die Baupläne die Geneh» migimg der Besatzungsbehörden fanden, fanden sie doch nicht den Beifall der Offiziere OberK Mach

EmM in Senil«.

* Benthen, 17. Aug. ' Auf Grund verschiedener Vorfälle waren Anzeichen dafür vorhanden, daß ein örtliches Losschlagen polnischer ehemaliger Ausstän bischer für die Nacht zum Mittlvoch stattsiuden sollte. Die englischen Truppen trafen aus diesem Grunde besondere Vorkehrungen, indem sie den Umkreis der Stadt besetzten, um Angriffen von polnischer Seite zu begegnen.

l Die Hungerpeitsche der Bolschewiki. Sie herrschen durch den junget".

f <' DieDeutsche Allg. Ztg." veröffentlicht eine Ant- jtoort des russischen Dichters Mereschkowskis an Gerhart bauptmaun in Sachen der Hilfsaktion für das hungernde Rußland. Gerhart Hauptmann hatte den Ausruf Maxim Gorkis mit einem zustimmenden Briese beantwortet. Mer. fchfowski fragt, wie Hauptmann an die Aufrichtig­keit Gorkis glauben konnte, derein Feind, ein heim- l sicher, schlauer, heuchlerischer, aber der schlimmste

Feind des russischen Volkes" sei. Weiter heißt es in dem Bn'cf:

Man muß auch noch eine andere Wahrheü sagen: Ehe man nicht die Rätegewalt gestürzt hat, kann man den Millionen der zugrunde gehenden Menschen ebenso- .dvenig helfen wie einem Erhängten, ehe man seinen Hals aus der SchlinFc befreit hat. Die Wahrheit läßt sich nicht mehr verbergen. Die Wahrheit aber ist, daß nicht nur diese Millionen von Russen Hungers sterben, sondern auch das ganze russische Volk mit ihnen, s Es geschieht ein Verbrechen, wie es ein solches seit dem Anfänge der Welt nicht gegeben hot: ein Häuflein von Verbrechern ermoKdeteingroßes Volk, ' 'und alle anderen Völker waschen sich die Hände oder helfen p -den Mördern. Man kann das Opfer nicht retten, ehe 'Man dem Mörder den Dolch entrissen hat. Der Hun­ger ist aber der Dolch in Händen der Bolschewisten. (ie brauchen den Hunger wie der Mörder den Dolch. 'Sie halten ihn bloß durch den Hunger. 3ie_morbcn, ,schänden und herrschen durch den Hunger. Sie geben ihren Leuten zu essen und halten alle anderen an der Grenze des Hungertodes, führen sie mittels des Hungers, toie man einen Ochsen mittels des Eisenringes führt, den man ihm durch die Nase gezogen hat das ist das

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London, 16. Aug. (Unterhaus.) Lloyd Georg» erklärte weiter zur oberschlesischen Frage, eS sei zuzugeben,i daß die Bevölkerung Oberschlesiens überwältigend deutsch sei. Bezüglich deS -ttvestlichen Teiles Ober- schlesienS, der in seiner überwiegenden Mehrheit für Deutschland stimmte, bestehe unter den Verbündeten voll­kommene Uebereinstimmuug, desgleichen darüber, daß? Bleß unb Rybuik, die für Polen gestimmt hätten, Polen zugewiesen werden sollten. Die italienischen, und britischen Sachverständigen, desgleichen die italie­nische unb britische Kommission stimmten darin überein, baß daS sebr wichtig« Jndustriedreieck aus der Grund­lage der Abstimmung der Bevölkerung Deutschland zugeteilt wecken müsse. ES wäre vollkommen e n» möglich, Inseln »» schassen. Deshalb kätten sie zu beschließen gehabt, an wen das gesamte Gebiet fallen soll«. Die französischen Sachverständigen seien ganz" anderer Ansicht gewesen. Dir französische Kommis­sion sei unzweifelhaft durch andere Umstände bewogen worden, bi« ihr Urteil initbestimmien, nämlich die Frage der Sicherheit, indem sie die Bergwerke, daS Ziuk- und Eisen, Deutschland weg nähmen unb Polen aushän­digen wollten. Dies sei kein« Erwägung, die im Friedensvertrag enthalten sei. Der Vertrag gebe die klarsten Richtlinien bezüglich dessen, waS in Betracht gezogen wecken müsse, nämlich die Bevölkerung, sowie wirtschaftliche unb geographische Erwägungen. Jene ande­ren Erwägungen gehörten jedoch nicht zu den Richt­linien bei Vertrages unb seien deshalb als außerhalb deS Kreise- der Erwägung liegend angesehen worden. Wenn einer Ungerechtigkeit lugeftimmt würde, so würde dies einen Konflikt in naher Zukunft, bestimmt aber in der ferneren Zukunft verursachen, und in Eurpoa würde es keinen dauernden Frieden geben. DaS HauS werde sich erinnern, daß der Versuch unternommen wor­den sei, bie Entscheckung des Obersten Rates vorweg $u nehmen. In Oberschlesien habe ein polnischer Aufstand ftattgefunbeu, der sebr bemerkenswerte Aehn-; , liebfeit hatte mit den gleichen Bewegungen, die bereits tn Wilna und an der russischen Grenze stattgeftinden. haben und wie sie sich vorher in Oberschlesien ereigneten. Man sei in Loudon der Ansicht gewesen, daß. wenn dieses Dinge ohne Einspruch gcbulbet würden, bie Herrschaft des Völkerrechts zu Ende sein würde und daß die Gewalt die Oberhand bei bet Entscheidung dieser großen Grenz- frage erlangen würde. Dies wäre für den Frieden Der» hängnisvoll gewesen. Aus diesem Grunde habe er einen energischen Schritt unternommen, um einen nach­träglichen Protest gegen die Anerkennung dessen, was als f<nt oeeompli gelten könne, zu erhoben. Es sei wesent- lich, daß eine Warnung erteilt wecke, soweit die Regie­gierung Großbritanniens in Betracht komme, die, wie erfolgreich auch immer der Aufstand für eine gewisse Partei gttmsen sei, diesen Aufstand nichtanerkennen könne, und daß nur eine Entscheidung das Schicksal Ober- schlesiens bestimme, nämlich die Entscheidung der Körper­schaft, die, vom FriedenSvertrag selbst geschaffen, nach den Grundsätzen handele, die im Friedensvertrag nicbergelegt wurden.

Lloyd George erklärte weiter, es fei in der Einberitsung bet Konferenz des Obersten Rates s.sflt. eine Verzögerung entstanden, und nach einigen Erörterungen sei eS baIo Rar gewesen, baß eine vollständige Uebereinslimmung vollünnrnen unmöglich sei. Unter diesen UmstSnbcn beschloß man in voller Uebereinstirnmung, die ober- schlesifch« Frage der

schiedsrichterlichen Entscheidung deS Völkerbundes

zu unterbreiten. Man könne eintoenben, daß dies bereits früher hätte geschehen können. ES hätte jckoch be­stimmt nicht früher getan wecken können, ohne baß man einen politischen Mißerso lg riskiert hätte. Eine Schwierigkeit, bie bestand, sei die gewesen, baß man zunächst den Aufstand erledigen mußte. Man hätte dieses Problem nicht dem Völkerbund übergeben können, ba er nicht übe r die Ausrüstung ver- fügte, um mit dem Ausstand fertig zu werden.

In seiner Rede erHärte Lloyd George u- a. noch, daß neben der oberschlesischen Frage auch die Frage der wirtschaftlichen Zwangsmaßnahmen, dir Deutschland auferlegt wocken seien, schwierig fei. Die Verbündeten seien der Anficht, daß die Verlängerung dieser läsiigen Zollgrenze'ungerecht wäre. Bezüglich der militärischen Zwangsmaßnahmen seien die Fran­zosen der Ansicht, daß einige Bestimmungen des Friedens- Vertrages noch nicht vollkommen durchgeführt seien, ins­besondere bezüglich der Entwaffnung. Die Franzosen schlugen daher vor, daß die miliiärifchen Sankrionen noch einige Zeit aufrecht erhalten blieben. Diese Frage wecke dem militärischen Ausschuß ,ber eine Sitzung in Paris abhallen wecke, überwiesen wecken. Es besiehe im übrigen bie Absicht, die Frage bei der nächsten Zu-, sammenkunft des Obersien Rates zu behandeln.

Lloyd George sagte, es herrsche allgemein dir An­sicht, daß dir Zett zu einer allmählichen Herabsetzungder Deutschland durch die Be­setzung und die Kontrolle anfeilegten

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Berlin 17. Aug. Der Reichskanzler empfing den Vertreter derVossischen Bettung'1 und machte tzm zur oberschlesischen Frage folgende Mitteilungen:

Sie fragen mich, welchen Standpunkt die Reichs- regierung zu dj^Meuesten Wendung in der oberschle- sischen Frag« eirmimmt. Wir hatten das Gefühl, daß der unanfechtbare Rechtsstandpunkt, auf den sich unser Anspruch auf Oberschlesien gründet, unb bie offene Politik, die die Reichsregierung vertritt, nicht ohne Einfluß in der Welt bleiben konnten. Wir durften hoffen, daß die historische, kulturelle und wirtschaft­liche Legitimation Deutschlands ans Oberschlesien an­erkannt werden totrb, welche die Zuteilung Oberschle- stens an das Deutsche Reich zur Notwendigkeit macht. Ferner handelt es sich bei der Entscheidung über Ober­schlesien nickt darum, in Verfolgung imaginärer Sonderinteressen im Osten Deulfchlands einen Mili- tärstaat entstehen zu lasse«, der in erster Linie einer Bedrohung Deutschlands dienen soll. Leider wurde die Entscheidung erneut vertagt, und die oberscklesische. Frage, die seit über anderthalb Jahren eine arbeitsame Bevölkerung in Verwirrung hält und die ganze Welt in Atem, bleibt vorläufig eint schwere B«dr» hung des Weltfriedens. In dem Schreiben, in dem dec Oberste Rat die Verlagung der Entscheidung mitteitt, wird versichert, daß der Aus- fthub möglichst kurz sein wecke. Ich erblicke darin s tin stilles Einverständnis, daß man sich in Oberschlesien aus das schwerste versündigt, wen» man cs noch lange L tn dieser schwebenden Pein läßt und wenn man dem . vuolückticken Lande noch nicht sein Recht gibt.

Mr haben von allem Anfang darauf ausinerlsam gemacht, daß die oberschlesische Frage feine,rein deutsche Angelegenheit ist. Wir haben darauf hinaewiefen, 3 L daß eS eine europäische Frage ist, denn es könnte sich au Oberschlesien ein neuer großer Brand ent­zünden, wenn die Gewalt über die Selbstbestimmung der Bevölkerung triumphieren würde. Jetzt hat man L prn Europa an die Welt, an die Gesamtheit der Nationen appelliert. Der Weltfriede unb das Welt- gewissen könnten eine nngerech'e Lösung der ober» schlesischen Frage nicht ertragen. Wenn diese beiden Begriffe Wert baden, wenn sie keine Scheinwerte find,' deren sich lediglich Die Propaganda bedient, dann brauchen wir auch heute nicht zu verzagen. Der Streit­gegenstand Oberschlesien stellt sich nickt als irgend «ine Grenzfrage dar, sondern das Schicksal dieses Landes ist mit dem Weltfrieden und von jetzt ab auch mit dem Ansehen des Völkerbundes, wie immer man auch über sein bisheriges Wirken denke» mag, ans das innigste verknüpft. Zu dem Grundsatz, daß man die Völker nicht wie Steine auf dem Schachbrett hin- und herschieben dürfe, bekennen sich alle Nationen. Bei diesen Prizipieu des Völkerbundes muß Ober- schlefien deutsch bleiben: denn die Bevölkerung will es, wie sie Abstimmung bewiesen hat. Nur wenn das Selbstbesttmmungsrecht sinngemäß und in vernünftiger Auslegung geachtet wird, läßt sich eine friedliche Lö­sung der nationalen Gegensätze an der sehr schwierigen deutschen Ostgrenze erhoffen, anderenfalls würden neue Verwirrungen unabwendbar fein. Tie Entscheidung über Oberschlesien kann nicht anders fallen als im deutichcn Sinne. *

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