Amtliches DerkündigungsdUM des Kreyes Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhefstfche) Oberhessen
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Die „OberhefM;e Zeitun-" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich
475 Mk., durch die Post 5.10 Mk. Ausgabe B mit „Oberh. Coort-Ztg.'
." 1 Mk. mehr.
flf 16$ Für ausfallende Nummern infolge Ttrells ooer elementarer Ereignisse kein Ersatz. — *•** Verlag vonDr. T. Hitzeroth. — Druck der Unio.-Buchdruckerei von Job. Ang. Koch,
1921
M feine WAiönng in der Irnnnenfroge.
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Maur« spanischer MirristerprSstdertt.
Madrid, 8. Aug. Maura soll vom Röntg zum Ministerpräsidenten ernannt worden sein. Er hat sich seine Antwort biS zum Schluß der Beratungen vor- behattrn.
. Hi Wird gar keine „Abrüstungs"--Konfereuz sein, 'is ihr toirb es sich um die Verteilung der mndeln, und da haben alle ein Interesse daran, ,. stark und gesichert da zu stehen. Demgegenüber
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Markt 21,23 — Fernsprecher 55, — Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankiurt a. Main.
Sou' foul'
Rach einer Lavasmeldung aus Angora soll die Na- tionalversammmlurtg die RSumung von Angora beschlossen haben, aber man will nicht nach Etwas, das zuwcit entfernt sei, sondern nach Ciisarea gehen. Infolge dieses Beschlusses sind die Beamten und die Archive der Nationalversammlung bereits nach Cü- sarca befördert worden.
Die griechischen Verluste.
Paris, 9. Aug. Nach einer Havasmeldung aus Athen betragen die griechischen Verluste nach einer offiziellen Schätzung 1200 Tote, darunter 50 Offiziere und 6000 Verwundete, von denen die meisten leicht verwundet sind.
Die Kämpfe in Kleinasien.
Beginn der 2. griechischen Offensive.
London, 9. Slug. Die „Times- meldet
Gron-.e deS Zollgebiets scheinen den Zweck zu haben, der französischen Be^atzungsbehürb« eine Eionahmeauelle zu erschließen. Die Kraftwagen werden auf den vielen verbotenen Weqe« von zahlreichen Kontrollposten au- gehalten und können sich die Weile.fahrt ohne jeden weiteren Aufenthalt durch Entrichtung einer Gebühr von 800 Marl erkaufen.
W i esbaden, 9. Aug. Der Posixeikommisfar Kleiferd ist ohne Angabe von Gründen von den Franzosen verhaftet und nach Mainz transportiert worden.
Saarlouis, 9. Aug. Heute vormittag wurde der oberste Gerichtshof, der für das Saargebiet an Stelle des Reichsgerichts tritt, in Saarlouis eröffnet.
Die Lage in Spanisch-Marokko.
Parts, 9. Aug. Eine Depesche ans Casablanca an die Zeitungen gibt Einzelheiten über die äugen- blicklichen Ereignisse in Spanisch-Marokko. Joussray, der in den Jahren 1910 bis 1912 das Riss als Forscher durchquert hatte, bat am Sonntag in Fez Eingeborene befragt, die an den letzten Kämpfen tetlgenommen haben Rach den von Jouffray eingezogenen Erkundigungen, hat der Aufstand am Jahrestag der Re- vollierung der eingeborenen Truppen begonnen. Die Bewegung war dermaßen rasch, und so gut gelungen, daß alle Risfbewohner überrascht waren. Durch ihre Erfolge ermutigt, wollten die Stämme unverzüglich Zeluan und Melilla stürmen, aber die Notabel» haben dies mit Rücksicht auf die europäische Bevölkerung verweigert. Es wurde eine Abordnung gebildet, aber ihre Verhandlungen sind gescheitert, und der Sturm wurde beschlossen. Alle Stämme des Riffs haben daran icilgenommen.
Melilla, 9. Aug. General Navarro soll sich noch in den Stellungen bei Arruit halten. Flugzeuge versorgen die Truppen weiterhin, soweit als möglich, mit Lebensmitteln und Munition. Um Arruit berunt sollen etwa 1500 Riffkabylen liegen, in der Umgebung von Nador etwa 4000.
Man rechnet damit, daß in 10 Tagen 50 000 Mann in Melilla sein werden. Die Aufständischen lieferten erbitterte Kämpfe gegen die Reste der Kolonnen deS Generals Navarro, die ihren Widerstand trotz der enormen Verluste sortsetzem
Die spanischen Gefangenen.
Madrid, 9. Aug. .El Sol» und .Acoion" meldet eine neue Bewegung der Kabylen. Die spanischen Gefangenen werden auf 5000 beziffert. Die Marokkaner drohen mit deren Tötung, fall- ihre Lager mit Fliegerbomben beworfen werden.
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Marburg MM, den 10. August Grnthtg.
»siche Heer zu verttichten.
Der Anzeigenpreis beträgt für die 9 gefp. Colonelzetle oder deren Raum 90 Pfg. u. 10 °J0 Auncklag, amtliche und auswärtige L20 Mk. Andere Spaltenbreiten nach entiprechender Berechnung. Spät einlaufenbe oder den Raum über H. Sette einnehmende Anzeigen sind wir berechtigt, nach der Textspaltendrerte zu fetze» und zu berechnen. Sogen. Reklamen berechnen wir die Zeile mit 3.00 Mk. Jeder Rabatt gilt als Larrabatt. Lei Auskunft durch die Geschäftsstelle und Vermittlung der Angebote 75 Pfg. Sondergebühr.
Aus dem beseiten Gebiet.
Mainz, 9. Aug. Tie Straßenspe'rung-n an
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Der englische Oberkommissar gegen Le Roud. — Lloyd George für Zuteilung des gesamten Industriegebietes an Deutschland.
Daris, 9. Aug. (Havas.) In btt zweiten ’ Sitzung des Obersten Rates ergriff an erster Stelse General 2 t Rond das Wort, um für die Notwendigkeit der Entsendung von Truppeuvcrstärkungen vor der Ankündigung der Entscheidung des Obersten Rakes einzutreten. Es gäbe eine deutsche und eine polnische Gefabr. Die Bevölkerung- fei vjcht entwaffnet, dir Freikorps nicht ausgelöst. Deutsch« und Polen könnten reden Augenblick über 100 009 Kämpfer verfügen. Le Rond nannte Obt-schl-ffien «inen Vulkan, dessen Aus- brnch immer zu befürchte« sei. Da englische Oberkommissar Sir Harald Stuart erkannte an, das; die Bevölkerung noch immer Waffen besitze, er erklärte sidoch, daß die Truppen des Generals Höfer sich nur erhoben, um die polnischen Aufständischen zu bekämpfen. Es sei nicht zu befürchten, daß die Deutschen die Waffen wieder ergreifen würden, wenn keine pol- Nischen Angriffe erfolgten. Er schloß, indem er sagte, die Entsendung von Truppenverstärkungen sei unnötig, aber ein rascher Entschluß und die Aufrechterhaltung der Einheit der Aktion sei geboten. Der italienische General d e M a r i n i erkannte an, daß die Truppen, über welche die Oberkommission verfüge, ungenügend seien. Er sprach sich für einen raschen Entschluß aus und btt sofortige AuteHung der Gebiete an Deutschland und Polen, damit die verbündeten Truppen sofort nachher zurückgezogen werden könnten.
Hierauf ergriff Lloyd George das Wort. Lloyd George bezeichnete da? obcrschlesische Problem als eines her verwickcltsten, das \t den Obersten Rat beschäftigt habe. Die Verantwortlichkeit der Verbündeten wäre ungeheuer, wenn nach der Entscheidung ein Konflikt entstehen wiirse. Lloyd George erklärte, die Rege- 'ung der schlesisch-polnischen Grenze gehe besonder? die drei Mächte an, die die Ausgabe übernommen hätten, die Volksabstimmung gemäß den Bestimmungen des Friedensvertrag«; durchzuführen, also Frankreich, Fta'>?n unb Großbritannien. Die beiden letzten Mächte hätten in dieser Frage eine ziemlich gleiche Ansicht, der französifche Standpunkt ober rfi veksch'eden. Man müsse versuchen, dir in Frage kommenden Thesen auszugleichen, denn der Wcffsriede hänge von der Entscheidung, btt getroffen werde, ab. Die Regelung der Frage könne nicht aus Kosten der Mehrheit der Bevölkerung Oberschle- stens geschehen. Zur näheren Kennzeichnung dieser Mehrheit entwickelte Lloyd George die Gesch'chte Ober- schlesienS, das zum Teil deutsch und zum Teil öfter- rcich'ich gewesen sei, deshalb habe mau auch auf der Friedenskonferenz nicht zugestanden, daß feine Be- völHenna ein homogenes Ganze darstelle. Diese An- ucht sei durch das Ergebnis der Volksabstimmung bestätigt worden. Mau dürfe nicht aus Oberschlesien ein neues Elsaß-Lothringen machen. Tie Grsamtbevö'lerung von 5 200 009 Menschen enthalte nur 1200000 Polen. Das britische Reich würde niemals eine Lösung annehmen, diedaraufkeineRücksichtneh m e.
Lloyd George schlug dann vor, die Frage noch einmal durch Sachverständige prüfen zu lassen ■ sein Vor'chlag wurde angenommen. Diese Prüfung müsse auf folgender Grundlage erfolgen: Alle Stimmen müßten für die Zuteilung des Gebietes an die eine oder die andere Macht gezählt werden. Diese Zu t--!nna könne nicht gemeindeweise erfolgen sondern entsprechend der Mehrheit, die sich heraus- gestellt habe. Einzig und allein die Industriegebiete bildeten ein unteilbares Ganzes Die Judustriezsne, die viel ausgedehnter sei. als es der französische Vorschlag vorsehe, sei eine künstliche Schöpfung. Das Industriegebiet müsse Deutschland zugesprochen werden, das dort die Mehrheit erlangt habe. Die industriellen Genreiudim seien voneinander untrennbar, benr sie bildeten eine eigene wirtschaftliche Einheit. Lloyd George sagte zum Schluß, er verstehe vollkommen den Wunsch Frankreichs, Garantien in Bezug auf feine Sicherheit zu haben. Der Oberste Rat werde sicher batmtf Rücksicht nehmen. Wenn. Frankreich aufs neue ungerechtfertigt angegriffen werde, so werde das gesamte britische Reich wir in der Vergangenheit an seiner Seite stehen. Aber Frankreich sei augenblicklich nicht in Gefahr, und es müsse von seinem Siege nur mit Mäßigung um) Billigkeit Gebrauch machen.
Nach dem „Ternps^ sagte Lloyd George ferner, kein Volk, «inschlieLlich des britischen, könne es zu-
[" Eine Zusammenstellung der auf Grund des Ultima- itr.iiS «ab der Enttvaffnunasnown vom Mai 1921 zerstörten Nestbestände an Waffen, Munition und sonstigem Kriegsgerät umfaßt nach dem Stande vom 6. August ;4B5 Geschütze, 395 Geschützrohre, 845 Lafetten, 2 363 263 "Stück Artilleriemunition und Minen, 1695 953 Stück Zünder für Artilleriemunition, 3141 977 Kg. Pulver, 1198 Minen und Granatwerfer, darunter 80 Signal- werscr, 9266 Maschinengewehre, 370 712 Gewehre, Karabiner und Taukgewehre, 19 312 Revolver und Pistolen, 227 566 blanke Watten, 2 073 489 Gewehr-, Wurf- und Handgranaten, 2091 211 Zünder für Handgranaten, 37 499117 Stück Handwakfenrnunitio», 370 290 Kartuschen aller Art, 349 520 Sprengladungen und Sprengpatronen. 14 826 Wagen aller Art. darunter 418 Protzen, 6g MaschmenLewehrwagen, 751 Feldküchen und außerdem eine große Menge sonstiges Kriegsgerät, wie Waffen- zubehör- und Ersatzteile, optisches Gerät, Nachrichten- gerät, Brnckcngerät. Geschützgrrät, Werkzeuge aller Act,. Feld- und Förderbahngerät, Geschirr- und Stallsachen. Nagenzubehörteile, Textilien, Feldküchengerät. Schisss- Lüöehörteile, ferner 70 Feldbacköfen, 2 Motorräder, 140 Kraftwagen, 18 Krastwagcnanhänger, 220 Fahrräder, 5009 Armeesäiiel, 1000 Bocksättcl, 800 Siclengeschirre und 5 Millionen Platzpatronen.
Kaiser Karls neuer Wohnsitz.
Paris, 9.Bug. Havas berichtet: Nach einer Mel- tzung des „Echo de Paris" aus Montreux soll Exkaiser- Karl von der italienischen Regierung ermächtigt worden sein, sich in Italien uicderzulassrn. Er soll bereit? eine Villa in Via Reggio, einem Badeorte nördlich von Pisa, anaekan.ft haben. Exkaiser Karl, der zur Zeit noch .'eilte Villa in der Näh« von Luzern bewohnt, hatte- im Mai der schweizerischen Regierung mitgeteilt, daß er die Schrveiz vor Ende August noch verlassen !v«rde.
AndererseilS erfährt der „Excelsior" aus Genf, daß die zwischen Spanien und dem ehemaligen Kaiser emge- leckeren Vorhandlungen, um letzterem den Aufenthalt in Spa nie» zu gestatten, nahe vor dem Abschluß ständen. Spanien wolle danach den Exkaiser Karl ermächtigen, auf .&HÖS MLiLt iu ttwJineiu ..______
Paris, 9. Ang. Rach einer Sovc$r:t;?b.M«g «sustaniinspel hat der Minister für auswärtige
Die Sitzung der Sachverständigen. ’ f
Paris, 9. Aug. Um 31/, Uhr nachmittags habe» sich die juristische» Sachverständigen und die Qbcr» kommissare in Oppeln gemäß dem Anträge von Lloyd George zu einer neuen Sitzung zusammengesunden.
Havos berichtet ferner, daß die Sachverständige» de» ganze» Nachmittag getagt haben, und daß sie mn Ab.nd und wenn nötig, einen Teil der Nacht hindurch, in ihrer Arbeit forifahren.würden, um ein Abkommen über eine Löjuung zu erzielen, die zur Teilung des oberschlesischen Industriegebiets zwischen Teutschkand und Polen führen.
Die Frage der Aufhebung der Zwangsmaßnahmen.
London, 9. Aug. Tie »Westminster Gazette' erklärt, auch in der Frage der Bestrafung der deutschen Kriegsbeschuldigtcn und in der Frage der Sanktionen gingen die Ansichten der Engländer und Frauzoicn auseinander. Die britischen Juristen feien der Meinung, datz das Leipziger Gericht seine Pflicht getan daüe. Jetzt, wo die Deutschen die ihnen auferlegtcn Bedingungen erfüllt haben, hätten sie Anspruch auf . die Aufhebung der militärische» und wirtschasttiche» . .Sanktion«». _ . ,___ ; , •
| ^hergcgemvLrUgs man sich, daß das deutsche Sechzig Mit. i Houen-Bolk nur über ein 100 009 Mann-Heer verfügt, I also einer mehr als zwanzigfachen Ueberm-acht allein f Murr «MAUrlb-rre» Nachbarn preisgegeben ist.
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I h Deutschlands Entwaffnung.
lasse», daß es in einen Krieg hiuekngezogen werd«, der durch die Tatsache hervorgerufen worden sei, daß einer ber Verbündeten irr der Stunde des Triumphs Mißbrauch mit seiner Kraft getrieben oder eine Herausforderung der Gerechtigkeit begangen habe.
Stionte Mr im Wn.
In der Nachmittagssitzung des Obersten Rais hak zunächst Briand das Wort ergriffen. Er sagte zuerst, die Politik Frankreichs bestehe nicht darin, einem Verwundeten auf dem Schlachtfelde das Leben zu nehmen. Aber nach jedem Kriege gebe es Sieger und Besiegte. Der Friedensvertrag von Versailles spreche fogat klar aus, daß die Besiegten auch noch die Verantwortung des Krieges tragen. Frankreich wünsche ebenso wir seine Verbündeten. dem Besiegten ein gerechte? Schicksal zu bereiten. aber nicht etwa ein privilegiertes Schicksal. Dm Rerbürrdeten hätten beschlossen, einem Volke zum Wieder- mifstehcn zu verhelsen. DaS sei das polnische Volk. -Indem sie diesen Beschluß gefaßt hätten, batten sie sich auch verpflichtet, ihm die Lebensmöglichkeiten sicherzu- sicllen. Einstimmig hätten dir Mitglieder der Friedenskonferenz Oberschlesie» Polen i» den FricdenSüedin- Zungen zugesvrochcn. Dadurch habe man Hoffnungen er- «oeckk. Briand sagte, man könne deutsche Werke an- lühren, so u.a. Brockhaus' Konversationslexikon, daß Oberschlesie» niemals als vollkommen deutsch erklärt, worden sei. Der französische Ministerpräsident sprach- Kann das Ergebnis der Volksabstimmung durch und sagte,! die Stimme eines Arbeiters habe den gleichen Wert wie- die Stimme eines Bauern, aber es gebe eine moralische- Erwä-wng, die im Zweisclsfall« für die Interpretation-, der Volksabstimmung herangezvaen tverden müsse. Mit»? labe die Ausgetvanderten abstimmen lassen, und ihre! Stimme könne doch nicht den gleichen Wert haben wie her Einwohner, die im Lande geblieben seien. 'Liese 'eien auch viel interessierter an dem endgiltigen Schicksal chrer Heimat. Bon den 200 000 Ausgewanderten, die an ter Abstimmung teilgenommen hätten, hätte» über 180000 für Deutschland gestimmt. Im Ganzen genommen babe das Eraebuis der Volksabstimmung gezeigt, daß der deutsch« Bewohner im Westen, der polnische im Osten wohne. Geographisch genommen sei also die Liffunz leicht. Die wirtschaftliche Frage komme nur im polnischen Teil !» Betracht. Es gebe dort bedeutende deutsche Industriezentren. Indem man einige von diesen Industrie untren "ruvpiert habe, habe man daS Jndustriedreieck erzielt. Aber um zu beweisen, wie künstlich diese Schöpfung ist, erinnere er daran, daß 1870 in Kcittowih nur ein Gastbaus sich befunden habe. Im Jndustn'ebecken hätten hie Polen 30 000 Stimmen Mehrheit erzielt. Die cthno- oravhischeu Ertvägungen müßten vorherrschen. Dies« hätten fn'f sranzöfifche Regierung geleitet. Der englisch« 3fan wolle 70 Prozent der polnischen Stimmen Deutsch» land überfragen, während er nur 11 Prozent ber deutsche» Stimme» Polen zuspreche. Lloyd George habe heute vor« nrttag bemerkt, damit das Jndustriedreieck leben könne, müsse man ihm die Arbeiterzentren der ländlichen Gemeinden ongliedern. Wenn dies gemacht werbe, blcibe das Treieck trotzdem eine Enklave in der polnischen Masse. Briand schloß mit der Erklärung, wenn sich die Verbündeten nicht einigen könnten, seien die Folgen unberechenbar. Die französische Regierung sei sich bie$et Gefahr immer bewußt gewesen und habe die Frage geprüft, überzeugt davon, daß der einmütige gute Wille her Verbündeten es gestalten werde, für das obcrschlesische Problem eine Lösung zu finden entsprechend der Bestimmungen des Versailler Fried-ensvertrages und den ErgeS- -fffen der Volksabstimmung. Die französische Negierung lasse in diesem Sinne tun, was von ihr übhäuge.
Ministerpräsident Bonomi appellierte dann im Namen Italien? an die Solidarität der ?rerbü'.cheten, nm zu einer einstimmigen Entscheidung zu gelangen.
Der Vertreter Japans Baron Ha Has hi drückte den Wunsch aus, daß eine Einigung über eine gemeinsame Formel gefunden werde.
Die Sitzung des Obersten Rates war um 6 Uhr 55 Min. zu Ende. j
Dbkomuw» 'wl-cycn Angora und M Uch, er hoffe, daß das Vordringen r.as fenetoiiöi. erlpsr. blriSe
Sie „»iritoo.“
• u C? ist bezeichnend, daß im selben Augenblick, da die -Presse sich mit den voraussichtlichen Ergebnissen der von dem Präsidenten der Vereinigten Staate» einberukenen Washmgtoner Abrüstuugs-Kouscrcuz b-sthäftigt, in allen Üäribcnt,. die auf dieser Konferenz vertreten sein sollen, eeue, zum Teil sehr erhebliche Ausgaben für Heeres- und Fksttruvermebrungen beschlossen worden sind. En g- i tenb hat dieser Tage eine gewaltige Summe zur Ver- jtärfiitm seiner Flotte mit den modernste» Kriegsschiffen bereitgestellt, und man hat bei der Bewittiglina im Parlament ausdrücklich darauf hiugewiesen, daß die Erkabruun-'u im Löeltkriege und nameullich bei de» kriegerffcheu AuS- kütandersetzungen zur See die Notwendigkeit der Ber- - • stärkung unter Anpassung an die moderne Technik ergeben häflern Dcrzn kommt, daß die englische Landarmee gegenüber ihrem Stande vor dem Kriege beträchtlich erhöht ist, do-3 Gleiche ist auch für die indische Armee her Fall- Gegenüber 400000 sofort kriegsbereiten Sol» batru Hai England heute etwa 550 000 zur Persügung. FrankreichS schlagbereiw Armee zählt einschließlich der in de» letzte» Jahren bedeutend erhöhten farbigen Trnfve-i 900 000 Mann. Wenn auch Frankreich seine reguläre Armee teiltveise verringerte, so hat es doch Vor» 6m;iui:ge» getroffen, um zu jeder Stunde die Truppen tzollkoinme» zur Verfügung zu haben. Auch Amerika Wt da» Landhcer gegenüber dem Kriege fast um das Dreifache erhöbt. Gegenüber 100 000 Man» vor dem Kriege hak es jetzt fast 400000 Mann zur Verfügung. Auch Belgiens Truppenmacht ist verstärkt worben, und im Osten stehen uns die Polen gegenüber, deren I HrercSaufgcbot mit 600 000 Manu, also allein schote All einer sechsfachen Uebermacht gegenüber Deutschland, l beziffert werden kann. Halten wic dazu, daß auch in [ den tii-fcet'cn Ländern, namentlich in Japan außer- | ordentliche Rüstungen zu Wasser und zu Lande unternommen werden, daß Jtatien eine Verstärkung seiner | «niiilärischr» Macht durchgesetzt hat, daß auch auf dem T Balkan, riamentlich in Griechenland große Massen gegenwärtig zu unmittelbaren kriegerischen M'tionen ber- | wandt werden, so sehen wir dir Ironie deS Welt-„Ab- [ rüsttings"-Äeredes treffend illustriert.
8.! Was Wiler diesen Umständen auf ber Washingtoner Liusserenj herauswmmrn wird, läßt sich denken. Diese
Uhwsse», jeden Fricdensvorschlas und jedes Bermitt- kitngsmiLeSot zurüüzuwcisen, solange die .kemalistt- Hcheu Heere noch nicht vollständig vernichtet feien.
Megenbetren Izzet Pascha crllürt, augrnSMktch
-Vcnnitrung tm srlechilch-sirkisSen Kensiitt «»zur M nnr " "
kmyrua. hast der zweite Abschnitt der griechischen Offensive vcgsnnen habe. Die Griechen seien nördlich don LeSke (?) zum Angriff sibergeganzen. Die Tür- wii hätten sich zurückgezogen.
- Keine Vermittlung erwünscht. — Tic Näumung
f AnyoraS.
L o u dou, 9. Aug. Der »Moruiug Post" wird tm.- Athen gcmcldel: Nach feiner Rückkehr von der Front erklärte Gunar.s, dos griechische Heer werde 'uj Angora vorrsickcn, mit dem Ziele, das kemali-
Die Hilfsaktion für Rußland.
Berlin, 9 Aug. Ter Präsident des internationalen Komitees vom Roten Kreuz, Wor, lud daZ den tick" Rote Kreuz ein, an der Konferenz in Genf am 15. Auaust te-lznnehmkn. Aus ber Konferenz soll die Frage der mit nationalen Rotekreuzhilfe für Rußland berat m wcr- sfn. Der Präsident des deutschen Roten Kreuzes, L-andes- bircktor v Winterftldt, antwortete, daß daS deutsch- Rote Kreuz der Einladang entspreche» w-rde. Tie einael-ffetc Hilisaktion deS deutschen Roten Kreuze» auf sanitirem Heb^te wird hierdurch nicht berührt.
Kopenhagen, 9. Aug. .PoNtiken" meldet ans zuverlässiger Quelle, daß btS Ende Jusi gegen 130 000 Personen an der Cholera gestorben sind.