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Marburg
1X9 Für ausfallende ”!• Verlag von Dr. k
Nummern infolge GkeiZs ooer elementarer Ereignisse kein Ersatz.
C. Hitzeroth. — Druck der Unio.-Buchdruckerei von Job. Aug. Ko-,
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Erstes Blatt.
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Die „Obrrhessifche Zeit»»'" erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 4.75 iDit., durch die Post 5.10 Mk. Ausgabe B mit „Oberh. Eoort-Ztg." 1 Mk. mehr.
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angebliche Mörder Major MsnialegreS.
einer Meldung der Interalliierten Kommif-
Die Regierung habe weder die Macht noch den Willen, die deutschen Staatsbürger zu schuhen.
Mailt 21.25 — Fernsprecher 55, — Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.
Nach einer Zcitungsmeldung auS Melilla haben dre Rifspiratcn sofort nach der Räumung des Flugplatzes der Kasbah von Zeluan, der Franziskanerkirche und der Mühle von Naaor durch die spanischen Truppen sich zum Plündern hinreißen lassen und dann alle Gebäude in Brand gesteckt. .
ättcfceliM» Dbergraben!
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Die Entscheidung über das Schicksal Oberschlesiens sticht unmittelbar bevor. Mit dem deutschen Volke wissen wir uns eins in der Forderung, daß Obec-
risches Reckt, politische Vernunst, di« Bestimmungen des Versailler Friedensvertrags »nb das Ergebnis der Volksabstimmung erheischen gebieterisch diese Lösung. Für unser Voh für unsere oberschlesischen Landsleute, .bie durch die Abstimmung, durch tapferes Aushalten I in Not und Tod ihre Treue zur deutschen Heimat besiegelt haben, erheben lvir nochmals unsere Stimme. -Im Namen von Recht und Freiheit fordern wir ein ungeteiltes deutsches Oberschlesien von denjenigen, in deren Macht die Entscheidung liegt.
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Kattowitz, 5. Aug. Die Anzeichen für einen neuen polnischen Putsch verdichten sich immer mehr. In Myslowitz ist mit dem Legen einer Tel-phcmleituug begonnen worden. Die polnische Anfstanbssiqm- dationsbchörde hat vom Schlachthof aus über das Krolliksehc Haus, dessen Besitzerin vergeblich die Anlegung des Kabels zu verhindert: suchte, in Richtung Birkenthas em Kabel legen lassen imb in Betrieb genommen. I« Neudeck und Grinitz ist die Bevölkerung in großer Aufregung, iveil die feWtrzrit nach PoleiW geflüchteten Aufständischen wieder zuriicklchren. . Im Kavalierbau des Schlosses Neudeck soll sich eine polnische Geheimorganisation besinden.
Das Industriegebiet unter Internationaler Verwaltung.
Paris, 5. Aug. Der „Temps" schreibt, daß die Sachverständigen sich über bie Teilung Oberschlesiens nicht einigen könnten. Es laufe das Gerücht um, der Oberste Rat werde ein anderes Mittel suchen, um das Problem zu lösen. Er werde nur einen Teil des Gebietes zwischen Polen und Deutschland mtfteilen und den Rest für 15 oder 20 Jahre unter einer interalliierten oder internationalen Ver- w a lt ung belassen. Dieser Rest werde dann von dem Industriegebiet gebildet, also von dem Bezirk, der fast ausschließlich den Wert Oberschlesiens ansmache. Der „Temps» ist der Ansicht, eine derartige Lösung hätte bedingt, daß Polen und Deutschland sie im voraus annehme, denn der Vertrag von Versailles sähe weder eine Teilung in drei Abschnitte noch ein Provisorium unter einer interalliierten oder internationalen Behörde vor. Die Regierungen von Berlin und Warschau wollten aber, daß das oberschlesische Problem unverzüg- l i ch gelöst werde. Das sei auch das Interesse Frankreichs und der Wunsch Englands und Italiens. ' Für ein ungeteiltes Oberschlesien.
Berlin, 5. Aug. Der Gefamtvorstand der Bereinigten Verbände heimattreuer Qberschtefier faßte folgende Entschließung: Am V->:abend der Entscheidung Wer das Schicksal Obersch^estens durch den Obersten Rat erheben die Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier noch einmal aufgrund des feierlich verbrieften Selbstbestimmungsrechtes die Forderung: Tas deutsche Oberschlesien ist eine unzertrennliche wirtschaftliche und kulturelle Volkseinheit. Es ist ein lebendiges Glied des deutschen Volks- und Wirtschaftskörpers. Das oberschlesische Volk hat sich nach den obersten demokratischen Grundsätzen für Deutschland entschieden. Es darf nicht wie eine Handelsware verschachert werden. Jede Teilung und jede Los- reisung auch nur eines Stückes von Oberschlesien bedeutet eine ständige Bedrohung des eurcpäischeu Friedens. Darum muß Oberschlesien sofort dem deutschen Mutterlande zurückgegeben werden.
München, 5. Ang. Die Landtagsfraktionen bei Bayerischen Volkspartei, Bayerischen Mittelpartei, Deutschen Volkspartei, Demokratischen Pariei und des Bayerischen Bauernbundes erlassen folgende Kund-
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[ Leben? in einem vollständig ruinierten Rußland sei | toer nicht Englands Aufgabe, und die Engländer allein | |eien ihr auch nicht gewachsen. Es fehlten ihnen die t Spezialisten und die Arbeiter, die allein Deutsck- kckcnd liefern könne. England habe ein Interesse daran, u hierüber mit Deutschland zu verständigen. Die Eng- k.linder hätten die Trennung zwischen reformistischen, und
Die Lage in Spanisch-Marokko.
BerMrktcr Druck bet Riffpiraten.
K Ma.b r rd, 5. Aug. (Havas.) Das Kriegsministe- ÜiM veröffentlicht folgende soeben aus Melilla etn« getroffene Nachrichten: Roflinga wurde heute vormittag Nn fünf Landungskompagnien besetzt. Die Landung |anb unter dem Schutze der Schifjsgefchütze statt. .Der Mruck der Riffpiraten bei Suk el Hach verstärkt sch. Eine von Melilla ausgehende Abteilung griff den Feind heute vormittag an und vertrieb ihn vollständig. Der Feind ließ acht Tote und einen Ge- Hngenr.t zurück, während er zahlreiche Tote und Ber- twirtbete mit sich führen konnte. Unsere Abteilung berlor drei Offiziere (verwundet), zwei Soldaten (tot) M 31 Soldaten (verwundet). Der Angriff wurde st»uptsächiich vou eingeborenen Truppen durchgesührt, •kt aus Ceuta herangeführt worden waren. Ein fcutnont und acht Soldaten, denen es gelungen war, 1te8 Zeluan zu entkommen, sind vergangene Nacht in unseren Stellungen eingetroffen. Sie erzählten, staß gestern vormittag die Verteidiger von Zeliian mit kn Risfpiraten vereinbart hatten, sich in aller Freiheit ArS den dortigen Stellungen zurückzuziehen, nachdem St zuvor ihre Waffen abgeliefert hätten. Aber ^aum Maren die Waffen abgeliesert worden, als der Feind Mn heftiges Feuer auf die waffenlosen Soldaten er« Iffntte. Nur tvenigen gelang es, zu entkommen, fast All« worden getötet, darunter auch Hauptmann iÜstroäeo, der Befehlshaber bet Stellung.
Politische Tagesnu beichten.
KapttSnleutttant Patzig tritt für feine Offiziere ein. Wie die „Leipziger Abendpost" berichtet, vat Kapttän- leutuant Patzig in Südamerika, wo er sich eine neue Existenz gegründet hat, von der Verurteilung seiner beiden Kameraden erfahren. Er bat erklärt, er werde nach Deutschland kommen, sich selbst dem Reichsgericht stellen und bekunden, daß er allein die Verantwortung trage. Boldt und Dtttmar hätten nur feine Befehle ausgcsührt und wären andernfalls wegen Gehorsamsverweigerung vor ein Kriegsgericht gestellt worden.
Die Kohlenförderung des Ruhrbeckens (einfchließ- lich der linksrheinischen Zecken) im Juli Ist nach den vorläufigen täglichen Anschrcibungen auf 7,83 Millionen Tonnen in 26 Arbeitstagen zu veranschlagen. Im Juni hat die Förderung 7,75 Millionen Tonnen in 25% Arbeitstagen betragen. Die arbetts- tägliche Förderung wird sich voraussichtlich auf 301000 Tonnen stillen gegenüber rund 307 000 Tonen im vorhergehende» Monat.
Ein deutsches Weißbuch.
Das deutsche Abstimmungsrömmissariat in Ober- schlcsien gibt unter dem Titel „Ter polnische Anfstand in Oberschlesien unb bie Mitschuld der Franzosen Mai bis Jnli '1921» ein Weißbuch heraus. Tas Weißbuch beschäftigt fich ausschließlich mit den Vorgängen, die sich Stadtkreis Gleiwitz und im . Land- | kreis Ost-Gleiwitz zugetragen haben. Es gibt nur einen kleinen Ausschnitt aus den jüngsten Leiden der deutschgesinnten Oberschlesier. Ein Kapitel bringt Tatsachen über die Zwangsaushebungen, die polnische Aufständisch: unter der Bevölkerung vornahmen. Das vierte Kapitel bchaitdelt die Teilnahme kongreß-polnischer Truppen. So lag in Laband ein Kavallerie- Regiment ans Kongreß-Polen und ein Feldartillerie- Regiment: ferner stand dort ein Panzerzug, der ans Polen gekommen war. Das letzte und umfangreichste Kapitel ist überschrieben „Tie Mitschuld der Franzosen". Es enchält eine Anzahl Zeugenaussagen über eine Reihe derjenigen Fälle, in denen französische Offiziere und Mannschaften mit den polnischen Hand in Hand arbeiteten. Von Eisenbahn- 'beamten wird unter Anführung genauer Einzelheiten geschildert, wie Franzosen und Polen gemeinsam gegen Eisenbahnzüge ausschwärmten. Zahlreiche Photographien halten dir polnisch französische Verbrüderung irn Bilde fest. So stellt z. B. eine Photographie die Weihe einer polnischen Fahne dar, die von einem französischen Osfizier, die Hand am Käppi, gegrüßt wird.
Amtliches Derīdigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger f".r (das früher kurheMche) Oberhessen
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Kapitals überlassen werden, wenn der Augenblick ge- limmcn fei, daß Lenin nach Berlin und London reist, um fe notwendigen Verträge zu unterzeichnen.
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Me KMOIgiiii«rfskdkMli.
i Berlin, 6. Aug. Im Schlafwagen des T-Zuges Pcrlin -Norddeich hat fich, wie gemeldet, seinerzeit fct französische Kapitän Langevin, der. in verbots- yibriger Weise rauchte, der Feststelluilg seiner Per- sonalicn widersetzt und war schliestltch auf Veranlassung |t?. Zugpersonals durch die Polizei aus dem D-Zug ^ajscrnl worden. Wie di« „Deutsche Allg. Zeitg.» Erfährt, hat jetzt der Vertreter des Generals Rollet, Benergl Mastermann, eine in einem außerordentlich schroffen Ton gehaltene Note an die deutsche Legierung gerichtet, in der die Amtsenthebung Lg bett. Polizeiöeamten, Entschuldigung und bcien VeröfsenKchung in allen größeren Zeitungen Herlangt wird. Ten Blutern zufolge wird die Re- Uernr.g zunächst, bevor sie zu der Note Stellung gimmt, den tatsächlichen Sachverhalt einwandfrei sest- ßesteu, da sti der Schilderung des Vorfalles noch ver- schicdene Widersprüche bestehen.
FmsiirroWkMMü.
Sowjrintßland sucht mit aller Gewalt seine» Außenhandel wieder zu beleben. Hierzu schlägt es drei Wege ein.
Erstens kann Sowjetrußland Gold aussühren, der Goldvorrat ist aber arg zusammengeschrumpft und wird keinesfalls mchr als 750 Millionen Goldrubel wert sein, eine Summe, die bei dem Riesenbedars nicht ins Gewicht fällt.
Zweitens werden mit Riesenreklame die Ausbeutungskonzessionen an die ausländischen Kapitalisten ausgeboten, das dreimal verdammte Kapital soll kommen und das durch die Bolschewiki zerstörte ruf» sische Wirtschaftsleben wieder aufbauen. Die Kapitalisten halten sich aber mit Recht zurück, keinem erscheint Ibic Sowjetregiernng so kreditwürdig, daß er ihr sei»
Stelle von einem englisch-deutschen Ausbentnagsplan für MMmd, der schon seit Monaten verfolgt werde. Tie oarlische Politik befürchte ein mächtiges Rußland und volle deshalb den russischrn Markt und bie russischen Lsieureichtünrer zu Gunsten der englischen Industrie Wslinten. Die Wicdrrbersteltnng deS wirtschaftlichen
• Str WS« um SbeWeSkU.
Keine Einigung.
Pari/, 5. Aug. Pertinax bestätigt im „Echo de Paris» wiederum, daß der Sachverständigenausschuß in der oberschlesischen Frage noch zu keinem Ergebnis gekommen sei, im Gegenteil, es scheine, daß die „Habgier der englischen Regierung» das Industriegebiet nicht teilen wolle. Notwend-genveise ständen ich die französische und englische Regierung gegenüber.
"London, 5. Aug. Wie Reuter erfährt, hat Präsident Harding die Einladung, zu der am 8. August beginnenden Tagung des Obersten Rates «inen Vertreter zu entsenden, angenommen und dabei die ernste Hoffnung ausgesprochen, daß die direkt beteiligten Mächte schleunigst eine gerechte und befriedigende Regelung der oberschlesischen Streitfrage herbeisühren und damit eines der Haupthindernisse beseitigen, die jetzt einem dauernden Frieden im Wege stehen.
London, 5.Ang. Wie „Daily Telegraph» berichtet. wurde die Politik, für die Lloyd George itt der bevorstehenden Pariser Konferenz des Obersten Rates bezüglich Oberschlesiens eintritt, von der Konferenz der Premierminister des britischen Reiches gebilligt.
Ein Provisorium?
$tt MMmok gegen die SralWu.
Ein Ultimatum der tschechischen Legionäre.
Wien, 5. Aug. Das „Neue Wiener Tageblatt» ersährt, daß die tschechischen Legionäre ein mit 14 Tagen befristetes Ultimatum an die Regierung richteten, worin u. a. die Besetzung aller Behörden mit tschechischen Beamten und die Verschärfung der Zensur über die deutsche Zeitungen verlangt wird.
Nach einer Meldung ans Prag begründen die bürgerlichen deutschen Parteien in einer Kundgebung ihr weiteres Fernbleiben vom Parlament mit der Feststellung, daß die Regierungserklärung eine frivole Antwort auf die deutsche» Beschwerden sei.
stehende Sowjetregierung'.
Es ist stark zu vermuten, daß hinter den gegenwärtigen Meldungen vom Sturz ober gar freiwillige» Rücktritt der Sowjetregierung ein ähnliches Manöver steckt. Die Sowjetregierung braucht Mittel, um im Auslände Lebensmittel für die mucrenbe Rote Armee 5’t kaufen. Sie wendet hierzu ihr alterprobtes Mittel an, den Finanzbolschewismus. Fast zur Gewißheit wird dies durch das Schweigen der bolschewistischen Größen Lenin, Trotzky usw. Hüten wir uns, daß bie europäische Hilfe für das hungernde russische Volk nicht in die Hände der Sowjetgewalthaber gerät unb deren Macht noch verstärkt. K. L.
Aus denr beseiten Gebiet.
Birkenfeld, 6. Aug. Ende Juli wurde in ! unmittelbarer Nähr der Stadt «ine etwa fünfzig Jahre alte Frau von zwei Madagasse» überfallen,, mißhandelt und vergewaltigt. Die Frau mußte im Birkenfelder Krankenhaus Aufnahme findem
K o b l e n z, 6. Aug. Tie Rheinlandkommission hat s€n Vertrieb der „Frankfurter Nachrichten" im besetzten Gebiet wegen des Artikels „Rache für Boppard" für di« Tauer von drei Monaten verboten, ebenso bie „Mün-, chcner Neuesten Nachrichten» wegen des Artikels „Wild« Tiere» Desgleichen wurde eingestellt der Vertrieb deS Juliheftes der „Süddeutschen Monatshefte", daS di« I von Dr. Dillinger zusammengestellte Gegenrechnung enthält. !
Das Rheinland eine vorgeschobene »astio« Frankreichs.
Paris, 5. Aug. Barras tritt im „Echo bl Paris» für bie Ausrechterhaltung der Sanktionen am Rhein ein. Am Rhein und nirgends wo anders werde Frankreich die Pfänder für seine Bezahlung unb ferne I Sicherheiten finoen. Man müsse die gemäßigten Elemente m Deutschland begünstigen, es aber nur tun, um mit mchr Sicherheit unb Freiheit bie trabi, hioneHe Politik gegeaSber De«tfchl-»t
Kapital anvertraut.
Der dritte Weg, den die Sowjetregierung einschlägt, ist in Deutschland fast gcmricht bekannt, und dennoch ist hier die Quelle, tvo di« Sowjetregierung am erfolgreichsten frische Mittel schöpft. Es ist der Finanzbolschewismus, der Handel mit Zaren- rubeln, dem alten russischen Papiergeld. Die Platten und Pressen zur Herstellung des alten Papiergeldes! sind im Besitze der Sowjettegiernng, die lustig weiter Milliarden auf Milliarden Zarenrubel drucken läßt' und in den Verkehr bringt. Zaren rubel sind bei allen Valutafchiebern zur Spekulation sehr beliebt, unb wo, wie in Deutschland, der Börsenhandel damit verboten ist, bestcht ein wilder Handel, der z. B. in Berlin einen täglichen Umsatz von schätzungsweise 50 Millionen Rubel erreicht. In New York, in Paris, London, Stockholm, Kopenhagen usw. wird in Zarenrubeln spe- tuiicrt. Sendlinge der Sowjetregierupg verkaufen ihre Bestände und mit den als Gegenwert erhaltenen I Dollars, Franken, Pfund Sterling, Kronen und Mark betreibt dann die boljchewistische Regierung ihre Propaganda im Auslände und bezahlt ihre Warenkänfe. Welche Blüten diese Spekulation treibt, mag B. zeigen, daß im vorigen Jähr an der New Yorker Börse die Mark zeitweilig mit ll/? Cents bewertet wurde, .die Zarenrubel dagegen gleichzeitig mit 4'/, Cents. Die vollständig zufammengebrschene russische Währung also dreimal so hoch tote bie deutsche! Warum das? Man weiß sehr wohl, daß bet Gewaltstieben Deutschland nicht mehr ließ als seine Arbeitskraft, Rußland dagegen ist ni« Rohstoffland mit noch I unerfchloffenen Möglichkeiten. Eine geschickte bolschewistische Propaganda malt bas immer wieder aus, I spricht von den unerschiofsenen Bodenschätzen, von l „Trillionen Sonnen Kohle» in Sibirien, von Macks, tHanf, Holz ufse. Bon Zeit zu Zeit gehen auch Beine Partien davon ins Kisiand zur Anregung. Ein andermal spricht man von dem bevorst-benden Sturz der Sowjetregierung, alle Welt kauft schleunigst Zareu- rnbel, um bei der nun kommenden Ausbeute Rußlands nicht zu spät zu kommen, der Rubelkurs steigt, unb der lachende Gewinner ist die angeblich vor dem Sturz
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ston in Oppeln ist als Mörder des französischen Majors Montalöare der Beraarbciter Joschke, ein Sohn deutscher Eltern, in Strcitjbnrc entdeckt und verhaftet worden.
Dazu bcmerrkt die „Deutsche Allgemeine ^Mluna": »Diese Nachrickt ist das Muster einer Tendcnzmeldung; die Dinge ließe« in Wirklichkeit ganz anders, als sic dareeflcllt worden sind. Daraus, da» Joschke von deutschen Eltern geboren ist, wird der 2ch!us; gezogen, das; er Deutscher ist. Damit ist aber noch lange nicht der Beweis dafür erbracht, das; er aus seiner deutschen Gesinnung heraus den französischen Major ermordet hätte, voransgesetzt, daß cs sich bei feiner Person überhaupt um den wirklichen Mörder handelt. Aber der Interalliierten Kommission kommt cs heute nur daraus an, eilten neuc.it Vorwand ;« finden, um der dcuifcketi Sache in Oberschlesieu möglichst großen Abbruch zu tun.“
D,te I. K. hat eilte- Sezlerung der Leiche des Majors vettveigert, weil sich daun bcrausgestcllt hätte, | daß das Geschoß französtfchen Ursprungs I war!
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Nach Meldungen der Soinjctzeituiigen find von der tzLnzlicheu Mißernte 19 Millionen Menschen mit «itiem Viehbestand von 13 Millionen Stück, von einer schlechten Ernte 11 Gouvernements mit einer Bevölkerung {Eintritt »4 toil Millionen Menschen betroffen. Im ganzen sind ■ Her 28 Millionen Menschen in Rußland von einer gänz- Bdiett ober teilweisen Mißernte betroffen Hiervon ge- ’kfit 7'/,. Millionen Menschen der Jndustriebevölte- mg an.
teb rrdikaleu Bolschewisten begünstigt. Ihr Mann sei < ” -rosig' gcrvesen, der in Berlin mit Bertreteru der Grupvc ktiiiues und der Gruppe Siemcns-Schuckert verhandelt. Illirll* Politischen Bedingungen des Vertrages, die sestgelegt Äoiih«* - ^'-dni seien, seien die Entfernung vou Trotzki, Tschit- • z Werin und Sinowjew und die progressive Demobiüsie-
. „__Lotng der roten Armee. Die Srwjetsührer,' die von
icht zu jm», ter Regierung ausgeschlossen werden, müßten sich in den (feCtt rsMchrn Kolonie« «der in SchdamrrLa -niederlüssen. Endig « Der erste Varsitzende der neuen Koalitionsregierung werd: Krassin {:iu. Rußland^kverde in drei Zone» eingeteilt. Die erste (Sibirien) solle Japan zur Aus- irtthtna, Mittelrußland England unb Sübrußland den beuischeu Syndikaten mit Unterstützung des englischen