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Die „Oberhessifche Zeitun ' erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich
4.75 Akk., durch die Post 5.10 Mk. Ausgabe B mit „Oberb. Soort-Ztz." 1 SJit mehr.
W16A Für ausfallende Nummern infolge Ctreils
• *'*v Berlag von Dr. C. 5» itzeroth. — Druck der
ooer elementarer Ereignisse teil Ersatz. —
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Druck der llrriv.-Buchdruckerei von Job. Aug. Koch,
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Halbamtlich wird die Reihenfolge der verschiedenen iranzösischel. Schritte und deutschen Gegeuschritle seit dem 16. Juli in der Frage des Truppentransportes daraestellt. Der Bericht schließt mit der Mitteilung, daß die Reichsregierung in ihrem letzten Schreibe!' an Laurent erneut erllört hat, daß sie im Einklang mit ihrer Auffassung über den Truppentransport die Entscheidung des Obersten Rates anerkennen würde.
begrüßt. Man war, so meldet das Blatt, befriedigt und in jeder Weise über die herzliche Form des Empfanges ergötzt. Weniger ergötzt sind natürlich die, die die Besatzungskosten tragen müssen, ans bereit Ricsenkonto diese Empfänge gebucht werden. Die deutsche Bevölkerung wünschte ferner, daß auch sie endlich etwas von der „tadellosen Haltung der Eingeborenen'^ spürte.
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Breslau, 3. Aug. Tie oberschlesische Frage wurde heute im Breslauer OberpräsLüum vom preußischen Minister des Innern, Tominicus, mit Vertretern aller Parteien und der Presse eingehend erörtert. Als Ergebnis stellte der Minister den einmütigen Wunsch der Versammelten fest, daß nach den Erklärungen der Parteien und der Pressevertreter für die bevorstehende schwere Zeit der Entscheidung über Oberschlesieu die bestehenden Gegensätze vor dem Gebot der Einigkeit in dieser deutschen Lebensfrage xurückzutreten haben.
Sie SM du Smn Dr. Ditz-'M.
Von einem Sachverständigen der Wiederausbansrage.
Die große Rede, die der Wiederaufbauminister Dr. Rat Henau im Reparationsausschuß des Reichswirt» schastsrates gehalten hat, bestätigt vollkommen den Eindruck, den inan von dem Verlauf der Verhandlungen in Wiesbaden und Paris gewonnen hatte. Herr Dr. .Rathenau hat in seiner Rede eine Bilanz der zwischen uns und Frankreich schwebenden Rechnung zu gebe« versucht. Das Ganze ist eine außerordentlich geschickt« Aufmachung, der man den Bilanzkünstler anmerkt. Geht man der Sache aber auf den Grund, so findet man i» dre Rechnung auch nicht eien einzigen sichere» Posten, den man auf unserer Kredutfeitc buchen könnte. Ja, es gibt in der ganzen Rechung überhaupt nur einen festen Pukt, der ein wirkliches Verhandlungs^ ergebnis darstellt. Und dieser eine Punkt ist ein reeller Gewinn für Frankreich.
Ms Dr. Guggenheimer nach Paris fuhr, nm dir Wiesbadener Verhandlungen mit Loucheur fortzusetzen, wußte man in eingeweihten Kreisen, daß die französischen Sachverständigen eine Entscheidung in der Finanzierungsfrage hcrbciführen wollten. Die französische Regierung ist keineswegs erpicht auf großartige deutsche Sachleistungen (selbst Herr Dr. Rathenau hat in diesem Punkte vor Optinrismus gewarnt). Sie will in jedem Falle verhüten, daß Deutschland etwa durch rasche und energische Sachl-eistnngcn in großem Umfange fein Schuldenkonto zu tilgen versucht und gewaltige deutsche Erzeugnisse absctzt, von denen Frankreich selbst feine finanziellen Vorteile hat. Deshalb hat Frankreich von Ansang an gefordert, daß die deutschen Sachleistungen nur mit einem bestimmteit Jahresbetrag angesetzt werden sollen, und daß alles, was über diesen Betrag hinaus» geht, dem deutschen Konto erst in den nächsten Jahren gutgeschrieben wird. Dr. Guggenheimer hatte die Weisung, diesen Zahlungsplan abznlehnrn, da er ans den finanziellen Ausgleich zwischen Frankreich und uns die
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kommen zu lassen. Dle Hilfsmittel könnten durch Pri- vatorganifationen, wie das Rote Kreuz verteilt werden. ES bandele sich nicht darum, normale Handels- vezichungen anzuknüpfcn, wie cs England und Amerika erstreben, waS die tatsächliche Anerkennung der Sofvjetregieruna bedeuten würden
über das Industriegebiet nach Art des Saar- bestehen würden. Tie Engländer seien aber eine neue Abstimmung in einigen Jahren. Die
Amtliches Derkündigungsbtatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) OberhefM
Kleina^' en.
Griechischer Borstoft auf Konstantinopel?
London, 2. Aug. Rach der „Daily Mail" sollen ich die griechischen Truppen in Thrazien in bedeutender Stärke angesammelt haben, um gegen Konstantinopel zu marschieren.
Trapczunt von den Griechen beschossen.
Konstantinopel, 3. Aug. (HavaS.) Der griechische Zerstörer „Panther' hat, wie es heißt, Tra- pczunt beschossen, um eine Landung zu ermöglichen. Die griechische Kirche der Stadt ging in Flammen auf. Fünfzehn Griechen wurden getötet. Der „Panther" wurde von den türkischen Küstenbatterien getroffen.
Der türkisch-russische Vertrag.
Paris, 3. Aug. Havas berichtet auS Konstantinopel, der kürzlich von der Nationalversammlung von Angora ratifizierte türklsch-russistbe Vertrag enthalte n. a. folgenbe Bestimmungen: Rußland verpflichtet sich, keine internationale Regelung anzuerkennen, der nicht die türkische Nationalversammlung zustimmte. Außerdem einigten die Türkei und Nrißland sich grund- sätzlich, keinen Friedensvertrag und keine internationalen Akte anzuerkennen, die gewaltsam dec Türkei oder Rußland ausgezwungen werden. Sowjetrußland erkenne an, daß die Bezeichnung als „Türkei" alle Gebiete umfasse, F>ie in dem sogenannten Nationalpakt des Parlaments von Angora umschrieben sind.
britisch- Regierung werde zweifellos darauf bringen, daß bas gesamte oberschlesische Problem nächste Woche geregelt totrb. Tie „Westminster Gazette" schreibt, sie könne leihet nicht annehmen, daß die Festsetzung des Tages bet Zusammenkunft des Obersten Rates das Ende der Meinungsverschiedenheiten der Verbündeten in der überaus wichtigen, oberschlesijchen Frage bedeute. Dir Einwände, die bisher gegen die oberschlesische Konferenz »oroebracht worden seien, seien unzweifelhaft in reichem Maße ans die Furcht zurückzusühren, daß die Meinungs- derschiedenheiten am Konferenztisch zum Abbruch führen Bunten.
M tzZMe MM'm für AMmtz.
Sanitäre Hilfe. — Danzig choleraverdächtig.
Be rlin, 3. Aua. Laut „Vorwärts" hielten b-nte die Vertreter der Behörden, der medizinisiben Wisseufthas- ten, der politischen Parteien, des Großhandels unb der ^ndnstr'e Besprechungen mit dem Zentralkomit-e des Roten Kreuzes über die Hilfsaktion für das durch Hun- oer und Seuchen schwer bedrohte Z^nßla'id ab. Alle, Redner betonten die Notwendigkeit der Hilfe. — Der Präsident des Reichsaesundheitsamts. Bumm, erklärte, daß vom gesundheitlichen Standvunkte aus die Cholerabekämpfung in energischster Weise in Angriff genommen werden mässe. Auch die G-sahren der Verschleppung von Flecktyphus, und anderer Krankheit-n dürfe man nicht au3 dem Auge verlieren. Wenn wir auch nicht an der Bekämvfung der HiengerSnot teilnebmeu könnten, s» könnten wir doch unsere medizinische Wisftn- schasi und unsere hochentwickelte pharmazeutisckte _ Industrie in den Dienst der Cbo'eroberämpfuna auf ruffischem Boden stellen. Der Schatzmeister des Roten Kreuzes betonte, daß er für vier bis fünf Monate die Aktion des Roten Kreuzes in Rußland für finanziell gesichert hat Die Anwesenden bildeten ein große? Hilfskomitee und einen engeren Ausschuß, worin die Sitzen der Bankwelt, der Industrie, der medizinischen Wissenschaft und der volitischen Parteien und Gewerkschaften vertreten sind. Es wurde beschlossen, vorläufig nur ein Sanitäts- schiff mit fiinf Aerzten und zwanzig Hilfspersonen nach Rußland zu entsenden, um erst zu prüfen, ob die russischen Verhältnisse und die Haltung der russischen Regierung eine ungestörte und nützliche Tätigkeit entfalten lassen. Ta aber die Cholera bereits bis Warfchau vorgedrungen ist und sogar Danzig als seuchenverdächtig angesehen wird, wird eine Aktion in größerem Stile als notwendig angesehen.
rüstungskonferenz fallen gelassen worden. An der Washingtoner Abrüstunoskonserenz sollen teiluehmen: England, dessen Delegierte auch die Dominions vertreten »verden, Frankreich. Italien. Japan, Gitina und die Bereinigten Staaten. Sowohl Lloyd George als Briand werden der Konferenz beiwohnen. '
allerungünstigsten Folgen haben muß. Offenbar hat aber der französische Plan doch Annahme gefunden, denn Dr. Rathenau hat tu der Frage der Finanzierung die Notwendigkeit anerkannt, französische Zahlungen, die für gelieferte deutsche Sachleistungen fällig sind, gegebenen» alls zu stunden und überschießende Beträge auf spätere Jahreskonten Deutschlands anzurechneu. In dieser wichtigen Frage hat also Frankreich recht behalten.
Ist nun wenigstens durch die Verhandlungen ein oster Lieferungsplan geschaffen worden, nach dem der Wiederaufbau Nordfrankreichs unter denischer Mithilfe rasch in Angriff genommen werden könnte? Keineswegs! Herr Dr. Rathenau fort bekennen müssen, daß die deutsche Arbeitsleistung an Ort und Stelle leider ganz zurückgetreken sei. Er hot auch bezweifelt, ob sich eine solche Arbeitsleistung in erheblichem Um» fange über ha upt werde ermöglichen lassen. Ta- Angebot der deutschen Gewerkschaften ist allo zurück» gewiesen, und c3 haben in Frankreich diejenigen ihren Willen durchzesetzt, die von einer Verwendung deutscher Arbeitskräfte auf französischem Boden nichts wissen wollen. Bliebe also nur noch die Lieferung deutscher Materialien und deutscher Waren, für die irgend em organisatorischer Weg gesunden lverdcn muß. Bis jetzt alleidings ist er noch nicht gefunden. Es wird sich lürunt bandeln, so meinte Dr. Rathenau, für die deutsche Lieferung einfache Ausfaugungsformen in Frankreich zu finden. Tor Wiederaufbauminister denkt dabet an die Errichtung von Bestellungs- und Lieserunzs» ämtern im nordfranzösischen Kriegsgebiet, jene von fianzösischen, diese von deutschen Behörden verwaltet. Diese Aemter sollen an Ort und Stelle zwischen fran» zösischer Nachfrage und deutschem Angebot vermitteln. Hat man sich auf diese oder eint ähnliche Organisation im Laufe der langwierigen Verhandlungen vielleicht schon geeinigt? Das wäre nicht zu viel verlangt. Aber es ist leider keine Rede davon. Tiefer gan$e schön« Organisationsplan, den Herr Dr. Rathenau entwickel! ha.', ist von ihm mit den on:i liefen Worten cingeteitet woritn: „Es ist daran gedacht worden..." Das ist nicht gerade vielverfvrechend. In der Finanzierungs- ( i frage ein voller Erfolg Frankreichs und in der Liefen | mngsfrage ein schöner, aber leider gänzlich schatten»' , Hafter „Gedanke". Wahrlich, diese Bilanz ist dürftig. , Herr Dr. Rathenau hat sich übrigens mit diesen. . wichtigen Punkten verhältnismäßig wenig beschäftigt. ' Man versteht das wohl, denn es ist in beiden Fällen vom deutschen Gesichtspunkt aus wirklich nicht viel Rühmens von dem Ergebnis zu machen. Umfo ausführlicher fiat sich dann Herr Dr. Rathenau über die deutsche Ver- > teilungsorganisation verbreitet. Hier ist er wirklich in , die Vollen gegangen und bat fein Licht in hellem Glanze । leuchten lassen. Kein Wunder; denn solche „Orga-: nisationen" sind sein eigentliches Feld. Unb hier braucht er sich auch keine Hemmungen aufzuerlegen. Die cigent» ( lichen Kernfragen des Problems, die Finanzierung und der Lieferungsplan, unterließen französischer Mitbestimmung. Tie deutsche Aufnahme und Vertei- lungsorganifation aber kann Herr Dr. Rathenau ganz nach eigenem Belieben au!bauen. Und wenn man ihn schalst» und wüsten läßt, so wird ei bald eine Wieder-
Markt 21.23 — sternsprecher 55, — Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt e. Main.
K lanm »cs vderU» Sslts.
m; Entscheidung über Oberschlesien und die Truppen- cntsendung.
Paris, 3. Aug. (Havas.) Der „Petit Parisieu" weidet, in London glaube man zu wissen, die Sitzung hrs Obersten Rates werde verhältnismäßig kurz sein. Iei ter Größe des Arbeitsplanes ist das Blatt aber
Meinung, daß 10 bis 12 Tage für die Beratungen notwendig fein würden. Es sei gewiß, daß General Q# Rond betonen würde, daß die Entschließung des Obersten Rates über die Grenzfestlegung in Oberschlesien gefährliche Kundgebungen Hervorrufen würden, sti es nun von deutscher oder von polnischer Seite. §z sei nicht weniger gewiß, daß Marschall Foch, wenn er um feilte Ansicht befragt würde, als Mindeststärke der Verstärkungen eine Division angeben würde. Nun würde aber die Beförderung einer Division angesichts der sorgfältige« Vorsichtsmaßnahmen 12 bis 15 Tage m Anspruch nehmen müssen. Mau erkenne also, daß titte gewisse Frist verstreichen muffe, bevor die Ver- baudsmächts ihre Entscheidung über die Teilung des Abstimmungsgebietes fällen könntcu mit der unbe- -Mngten Gewißheit, daß diese Entscheidung auch geachtet «erden würde. — Weiter meldet der „Petit Parisien", daß die französischen Sachverständigen ihren englischen und italienischen Kollegen einen Teilnngsplan vorgelegt hätten, der die geographischen und wirtschaftlichen Verhältnisse berücksichtige. Dieser Plan bilde bereits den Gegenstand eingehender Prüfung und eines fchr lebhaften Meinungsaustausches.
Ättoe Lösung der Grenzfrage. — Aufrechterhaltung der Besetzung der Ruhrstädte?
L o n d ö lt., 3. Aug. Der diplomatische Mitarbeiter des „Daily Telegraph" schreibt: Zwischen den hanpt- fMhlich beteiligten Mächten findet ein lebhafter Go» ^rükeuanstausch über das Programm der kcvorstchen- "~6en Pariser Konferenz des Obersten Rates statt. England hoffe, daß die Konferenz nicht lange währe, und möchte einen baldigen Abschluß dadurch ermöglichen, daß die Beratungen auf Fragen beschränkt werden, die «bedingt ohne weitere Verzögerung gelöst werden müssen. Unter den Fragen befindet sich die oberschle- , fische Frage, die Frag: der Rheinsanktioneu und der Kriegsbeschuldigten und die Fragen bezüglich der Bezahlung der deutschen Verpflichtungen. Was Oberschlesien betrifft, so scheine trotz der elastischen An--
Marburg
SrnmerM den 4. AM
Ernting.
Die „Abrüstungskonferenz".
Loch on, 3. Aug. Ter diplomatische Berichterstat- ter des „Sveniag Standard" schreibt, infolge der ab« ÄhLeitdrn Haltnsg ocr amerikanischen Regierung sei
Plan Zsrtosjeresr na LLashi-rgtsuer Ab-
London, 3. Aug. Ter „Daily Herald" veröffentlicht einen drahtlos übermittelten Aufruf des Vollzngs- ausfchusses der dritten Internationale an die Arbeiter der Welt, worin um Unterstützung bei der großen Hungersnot in Rußland gebeten wird. In dem Aufruf heißt es: Sowjet-Rußland wird von einer große» nationalen Katastrophe heimgcsucht. 30 Millionen Menschen sind vom .Hungertode bedroht, nicht nur dieses, sondern auch nächstes Johr. Infolge des Hungers mähten Krankheiten Die geschwächten Menschen nieder. Alle Schläge fielen auf Sowjet-Rußland in dem Augen- Augenblick, wo es erschöpft und so gut wie ruiniert sei. Die kapitalistischen Staaten und Regierungen, heißt eS in dem Aufruf weiter, werden versuchen, die Hungersnot Rußlands dazn zu benutzen, um Angriffe auf bk Sow;et- Regierung unter der Maske der Wohltätigkeit zu organisieren.
Paris, 3. Aug. Die HavaZagentur glaubt zu wissen, daß dir Absichten der sranzösischen Regierung dabi» geben, Rußland angesichts der durch die Huu- gersusl gkschasseueu Lage ein« vorläufige -Ilse zu-
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Die Antwort Dr. RosenS.
Berlin, 3. Aug. Die Angelegenheit des Trup- tentransportes nach Oberschlesieu fand nunmehr ihre Erledigung. Heute mittag erschien beim Reichsminister des Auswärtigen der französische Botschafter, der englische Bolschafter und der italienische Geschäftsträger und überreichten chm nachstehende von den drei genannten Vertretern unterzeichnete Note:
Berlin, 3. 8. 1921..
Der Botschafter Frankreichs, der Botschafter Englands und der Geschäftsträger Italiens beehren sich im Auftrage Ihrer Regierungen die deutsche Regierung zu ersuchen, die nötigen Vorkehrungen zu treffen, um durch alle möglichen Mittel den Transport verbündeter Truppen durch Deutschland zu erleichtern, den die Lage in Oberschlesieu jeden Augenblick nötig machen könnte.
Mündlich wurde noch hiuzugMgt, daß es sich hierbei nicht um ein Ersuchen handele, schon jetzt lruppen zu befördern, sondern um eine grundsätzliche Bcreiterklärung Deutschlands, dies auf eine spezielle Aufsorderinrz der drei Mächte hin zu tun.
Der Reichsminister des Auswärtigen antwortete, daß dieses Verlangen dem von der deutschen Regierung in dieser Angelegenheit eingenommenen Standpunkt entspreche. Er erklärte sich bereit, in diesem (Sinne mit dem ReichsverkehrsminiDr in Verbindung zu treten.
der Oberste Rat nicht in der Lagt fei« werde, eine konkrete LPung der Grenzsrage zu finden unb sich mit Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung werde begnüge!» mässen.' „Daily Telegraph" zufolge ist mau jedoch in britischen Kreisen entschlossen, daß die ober» schlesische Frage endgültig geregelt werden soll. Di: gleiche Ansicht herrscht bezüglich der Rheinsaitk- tionen. Die Engländer sind der Meinung, daß die itei-c Garanitekommission, der einige Verbündete die Frage der Sanktionen überweisen wollen, nicht befugt fein kann, Maßnahmen von großer militärischer unb wirtschaftlicher Wichtigkeit, die ursprünglich vom Obersten Rat getroffen wurden, auszuhebcn. In einigen Kreisen besteht laut „Telegraph" bereits Neigung zu einem A u s g le ich in der Sauktionsfrage, indem Mc Besetzung der Ruhrorte aufrecht erhalten, dagegen die künstliche Zollgrenze aufgehoben werde. Bezüglich der Frage der Kriegsbeschuldigten «rschtint es durchaus möglich, daß Frankreich und vielleicktt auch Belgien wünschen werden, die Beschuldigten selbst «k-zuurt.-ile».
Die MrlmmgZvrrfchicdrnhettert.
London, 3. Aug. „Manchester Guardian" berichtet: Poris scheine bereit, die Berechtigung dessen anzuer- kennen. was London schon vor einigen Wochen vorgefchla- ßtn habe, nämlich daß die unanfechtbar deutfchen Gebiete sofort Deutschland und die unbestreitbar pvlnifchen Bezirke sofort den Polen zugeroiesen werden sollen. Das Blatt meint, eS drohe jedoch die Gefahr, daß bei einem solchem Verfahren die Franzosen aus dem zeitweiligen
itttjtttf I sichten der italienischen Sachverständigen bisher wenig ; Aussicht zu bestehen, daß der Ausschuß der Tech-
i“>tirp?rfi t lange. Tic Pessimisten feien daher der Ansicht, daß
Der Anzeigenpreis beträgt für die 9 geb. Colonelzeil« ober deren Raum 90 Pfg. u. 10 °L ütuffd-'ag, amtliche und auswärtige 1.20 Mk. Andere Spaltenbreiten nach enturrechendei Berechnung. Spät einlaufenbe ober ben Raum über */. Seite einnehmende Anzeigen sinb wir berechtigt, nach der Textspaltenbreite zu setzen und zu berechnen. Sogen. Reklamen berechnen wir die Zeil« mit 3.00 Mk. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Auskunft durch die Geschäftsstelle und Vermittlung der Angebote 75 Pfg. Sondergebühr.
Auf diese letzte Mitteilung des deutschen Standpunktes sei jetzt der Schritt der verbündeten Regierungen erfolgt, durch den die Angelegenheit mlnmehr ihre Erledigung gefunden hat. > . .
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Der wachsende polnische Terror.
Beuthen, 3.Aug. Aus den Landgemeinden wird wachsendtrPolenterror gemeldet. Die polnischen Banden bedrohen besonders die Insassen der Gruben- schlashäuser und nötigen sie zur Flucht. Im Kreise Lnb- linitz mehren sich in besorgniserregender Weise die Zeichen neuer Unruhen. Die Flüchtlingssürsorgestellen werden stärker in Anspruch genommen. Polnische bewaffnete Bonden zeigen sich häufig in den Dörfern. Der Terror setzt stärker ein. Zweifellos versuchen es die Polen hier mit dem Vorgehen, die Deutschen her auszufordern, um Grund zum Losschlagen zu haben.
Tarnowitz, 3.Aug. Der polnische Kreisbeirat von Tarnowitz, Dr. Hulla, der in Tarnowitz während des Anfstaiides eine Ha*ptrolle spielte, zwang unter Androhung von schärfsten Gewaltmitteln die Kaufleute im Kreise Summen von mehreren tausend Mark bei der Spar- und Darlehnsstrsse zwecks Auszahlung von Witwenpensionen zu hinterlegen.
Breslau, 3. Aug. Die interalliierte Kommission hat aufgrund des zunehmenden Terrors der Polen angeordnet, das; zuMnftige Drohungen und Ausschret- lunge» gegen einzelne Beamte und Andersdenkende mit schweren Gefängntsstrasen geahndet werden.
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Aus dem besetzten Gebiet.
Kreuznach, 3. Aug. In verschiedenen Orten des besetzten Gebiets ist unter der Zivilbevölkerung fine tropisch: Krankheit, Paratyphus, ausgebrochen, die offenbar von den farbigen Truppen eingeschlcppt worden ist. In einzelnen Städten wurden siebzig bis achtzig Krankheitssälle festgestellt.
Main;, 3. Aug. Wie „Echo du Sthin71 mitteilt, bat Frankreich auf einer seiner Militärrschulen eine Anzahl Marokkaner zu Offizieren ausbilden lassen. Nach Absolvierung des Kursks ergab sich die „militärische Notwendigkeit", diese neuen Offiziere den farbigen Truppen in Mainz vorznstellen. Nach der Vürstellung ergab sich, wie „Echo du Rhin" behauptet, bi: „weitere militärische Notwendigkeit", den jungen Offizieren einen geziemenden Empfang zu bereiten. Dazu gehörten die militärischen und sportlichen Vorführungen und Uebungeu, die Besichtigung von Kasernen, die „in ihrer Sauberkeit aufsicken", ebenso aussielen wie die „tadellose Haltung der Eingeborenen". Damit die Sache vollständig sei, wniden die neuen Offiziere durch General Michel in einer Ansprache namens der fraujöjtfchen Oisiziece Lls ihresgleichen