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Mein Ernst an die Entwaffnung der Ortschaften
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Herangehen und auch die übrigen zur Wiederher-
Erenzübergängen
offen. An den verschiedensten
London, 23. Juli. Ter diplomatische Korre- spo,ident des „Daily Chronicle" schreibt: Die britische Regierung ist nicht in der Lage, weitere Trugen nach Oberschlesien zu senden, und das italienische Kabinett befindet sich in der gleichen Lage. Die britische und italienische Auffassung ist, daß Streitkräfte von 20 000 Soldaten zur Aufrechterhaltung der Ordnung genügen soll'.en, wenn eine sofortige Entscheidung des Obersten Rates erreicht würde.
Der italienische Standpunkt.
Paris, 24. Juli. Wie die Agentur Savas aus Rom erfährt, soll der Minister des Aeutzeren bereiis die italienischen Vertreter bestimmt haben, die mt den Arbeiten des Sachverständigenausschustes tetlnehmen sollen, den die französische Regierung mit einer vorbereitenden Prüfung der oberfchlestschen Frage betrauen möchte. Danach glaubt Havas den Schluß ziehen zu können, datz die Regierung in Rom das von der französischen Regierung angeregte Bersahren annehme. Jedoch sei cs sehr fraglich, ob die Regierung über Truppen verfügen könne, um sie als Verstärkung nach Ober- schlesten zu senden.
General Le Rands Reise abgesagt.
Berlin, 23. Juli. Dem »Berk. Tagevl." zufolge unterblieb die Reife des Generals Le Rond nach Paris auf Gegenbefehl von Paris.
Fach reist nach Warschau.
Paris, 24. Juli. Die .Chicago Tribüne" teilt mit, datz Fach gestern eine Einladung der polnischen Regierung angcnomen habe, Ende August oder Anfang September einen Besuch in Warschau zu machen. Aufenthalt des Marschalls, der von General Weygand begleitet iverde, solle etwa vierzehn Tage dauern. Die Reise gebe über Danzig. Die für Oktober geplante Reise des Marschalls nach den Vereinigten Staaten werde hierdurch keinen Aufschub erfahren.
Marburg MM, im 25.3nli Heuert
Umsturzbestrebungen in Polen, geplante Ermordung des Staatspräsidenten.
Pofen, 24. Juli. Man ist einer Umsturz- Verschwörung, deren Beginn die Ermordung des Staatspräsidenten sein sollte, auf die Spur gekommen. Es wurden mehrere Verhaftungen vorgenommen. Man weiß nur noch nicht, ob es sich um einen Umsturz von rechts, von Na- tionaldemokraten oder von kommunistischer Seite handelt.
stellung der. Sicherheit erlassenen Verordnungen der Zutercilliierten Kommission durchführen werden. Die Entwaffnung erfolgt in der Art, daß die einzelnen Ortschaften von den englischen Truppen um- fteP.t werden und hierauf Durchsuchungen von Haus zu Haus erfolgen. Tie Sicherheit in den so von Grund aus pazifizierten Gemeinden wird von Tag z» Tag besser, so daß die entflohenen Deutschen ohne geiaht für Leib und Lebön in jene Orte zuriick- kehrcn können. Auf dem Bahnhof in Kattowitz übernahmen englische Truppen die Wache und fühlen auch hier eine scharfe Kontrolle.
versehen polnische Apobeamte den sogenannten Sicherheitsdienst, das heißt, sie lasten die Polen herein und hinüber, kurz, die ganze Lage ist hier dieselbe, wenn nicht noch schlimmer als vor Ausbruch des letzten Aufstandes. Zn den Orten der französischen Kreise herrschen vollkommen die in den verschiedensten Verkleidungen gehenden polnischen Bewaffneten, lleberall bestehen noch die polnischen Ortswehren. Die wichtigsten, unmittelbar von dem Industriegebiet nach Polen führenden Gleise sind in polnischer Hand.
Ein Lcuilichce Wort über Frankreichs Parteinahme . für Polen.
Loudon, 22. Juli. Die „Westminster Gazette" sch'nb! z» dem französischen Vorschlag betreffend die Arn-rndung Heiterer Truppen nach Oberschlesien, es sei zwecklos, weitere Truppen zu schicken, wenn es wahrscheinlich sei, daß die Verbündeten oder einige von ihnen auf einen polnischen Aufruhr gegen die getroffene Entscheidung mit Wohlgefallen blicken würden, wenn nicht gar mit Beifall, so wie einer ■ton ihnen mit Wohlgefallen aus den polnischen Aufruhr geblickt habe, der bei der bloßen Aussicht au .«irre unerwünschte Regelung ausbrach.
Amtliches Derkündigungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhesiischej Oberhessen
Ein neutrales Urteil über die Rolle der Franzosen.
B er n, 23. Juki. Die „Neue Züricher Zeitung" childert in einem Briefe aus Oppeln eingehend die Verhältnisse in Oberschlesien. Der Korrespondent des Blattes bemerkt, dost sich seine Darlegungen aus eigene Wahrnehinungen und aus Jnsor- mationen durch englische und italienische Offiziere und Beamte stützen. Er spricht unumwunden von der Vorherrschaft der Franzosen in der interalliierten Kommission. Die Engländer und Italiener Lerhalten sich den Franzosen gegenüber sehr zurückhaltend und ver- biEtten oft nur deshalb in ihren Aemjern, weil sie doch zuweilen der Neutralität und der Gerechtigkeit dienen können. Ihre Beziehungen zu den Franzosen ind seit dem dritten polnischen Aufstand besonders getrübt. Ferner liegt die Sicherung und Absperrung der polnischen Grenze in Händen der Franzosen. Ein neuer polnischer Aufstand wird erst dann unmöglich ein, wenn es General Henniker gelingt, die Sicherung >er Ostgrenze des Abstimmungsgebietes durch englische Truppen vornehmen zu lassen, die dann die von Frankreich unterstützte militärische Verbindung zwischen Kongreßpolen und den oberschlejischen Ausländischen unterbinden würüen. Tie Franzosen widersetzen sich diesem Trupvenaustausch an der polnischen Grenze mit allen Kräften. Letzten Endes scheint das französische Verlangen nach der Entsendung neuer französischer Truppen dadurch hervorgerufen zu sein, daß den Franzosen die dort ziemlich zahlreich anwesenden Engländer unbequem sind. Ausschreitungen von Aufständischen hört man jetzt nur noch aus dem Gebiet, das von den Franzosen besetzt ist. Die Sicherheitsverhältnisse sind ganz erbärmlich, lieber die inneren Vorgänge in der interalliierten Immission werden die Polen häufig von den Franzosen drahtlich unterrichtet. Der Korrespondent spricht schließlich mit Entrüstung von der Verzerrung undderBer- unstaltnng des Selbstbestimnmngsrechtes in Oberschlesien und von den Mitteln der Gewalt und des doppelte-1 Spieles, die dabei unter Zustimmung der Franzosen von den Polen noch heute in Oberschlesien angewendet werden.
Sie mM-imzMe MmnWnMMrit besteht noch immer; von dem sich anbahnenden Ausgleich, über den manche Blätter berichten, ist nichts zu merken. Frankreich dringt nach wie vor auf unverzügliche Absendung von Verstärkungen und Einberufung eines Sachverftändigenausschusies, England wünscht statt besten sofortigen Zusammentritt des Obersten Rates ohne vorherige Sachverstän- digen-Sitzung, der beurteilen soll, ob die Entsendung von Verstärkungen nach Oberschlesien angebracht sei.
Das Echo in Frankreich.
„Unverschämt".
Part«, 24. Jult. Der .Temps" schreibt: Deutschland erkläre, datz der Selbstschutz von Oberschlesien ht einem Bezirk operiere, der seiner Verwaltung entzogen sei. Die deutsche Regterung habe aber am gletchen Tage dem französischen Botschafter erklärt, sie weigere sich, eine französische Verstärkungsdwiston zu transportieren. Sie verzögere also oder verhindere eine Maßnahme, die dazu bestimmt sei, die sranzöstschen Truppen in Oberschlesien zu sichern. Sie versperre also den Gendarmen den Weg. Das Deutsche Reich sei als» von heute ab für all das verantvortlich, was den französischen Truppen in Oberschlesien zustoßen könne. „Petit Journal" nennt die deutsche Antwort eine Note, die den schlechten Willen bekunde und die durch den unverschämten Ton an die schlimmsten Erklärungen Bethmann HollwegS und v. Kühlmanns erinnere. Man spekuliere in Berlin aus einen Konflikt zwischen London und Paris. Das fei ein psychologischer Irrtum. Der rechtssozialistische „Bon Soll" schreibt, die unverschämte Antwort der deutschen Regierung erkläre ftch aus der Verschiedenheit der Haltung von Frankreich und England. Aber Deutschland habe noch, einmal Unrecht, sich einzubilden, datz diese Meinungsverschiedenheiten selbst in der oberfchlestschen Frage eilte endgültige Uneinigkeit bedeuteten. Die Ausführungen bewiesen, daß es bet derartigen Umständen falsch kalkuliere.
ÄiMi« d?k IranjöWn WWillWN.
Die deutschen „Banden". — Die polnischen Umtriebe und Gewalttaten. — Polen als Verletzer des
Friedensvertrages.
Auf die Aufzeichnung, die der französische Botschafter in Berlin am 16. Juli bei seiner Demarche wegen Oberschlesien der deutschen Negierung überreichte, hat "der Reichsminister des Auswärtigen, Tr. Rosen, Sonnabend abend dem französischen Boischaster folgende Antwort übergeben:
Die deutsch? Regierung ist durch den Schritt des französischen Botschafters vom 16. Juki überrascht worden. Die französische Regierung führt Besch-oerde über den angeblich „infolge des Verhaltens der Deutschen immer drohender werdenden Charakter der Lage in Oberschlesien und über die angebliche Gefahr einer, gewaltsanicn deutschen Alfton." Tie oentsche Regierung hält es für unmöglich, daß die erhobenen Vorstellungen hätten ersolgen können, wenn dir französische Regierung über die tat« 'äckilichen Verhältnisse in Oberschlcsün zuifstend nnter- ricktet gewesen wäre. Tie Lage in Oberschlesien ist in feiner Weise durch das Verhalten der deutschen Bevölkerung bedroht. Tiefe hat sich niemals mit dem Gedanken eines Aufstandes getragen. Ms sie sich Anfang Mai zur Verteidigung zusammenschloß, erfolgte di-s mir in äußerster Notwehr gegen polnische Angriffe. Tie deutsche Bevölkerung denkt überhaupt nicht daran, die Waffe ihres guten Rechts mit der Gewalt zu vertauschen und wünscht nichts sehnlicher, als endlich wieder in Ruhe und Frieden ihrem Berufe ohne Störung durch polnische Geivalttaten nachgehen zu können.
Die französische Aufzeichnung verweist aus angeblich „ungchenerliche Aeußerungen und unmittelbare Herausforderungen des Generals Hö ser", welche die Schwer- des in Oberschlesien vorbereiteten Angriffs bestätigen sollen. Die deutsche Regierung wäre dankbar, ioenn sie hierüber nähere Informationen erhalten könnte. Ihr selbst ist trotz Nachforschungen von derartigen Erklärungen ober Herausforderungen des Generals Höfer nichts bekannt gctvorden.
Tie französische Auszeichnung spricht weiterhin von deutschen Banden. Sollten mit dem Ausdruck „Banden" die früheren und inzwischen ausgelösten deutschen Selbstschntziormotionen gemeint sein, so muß düse für die Verteidiaung des Hcimatbodens entwürdigende Bezeichnung mit Entschiedenheit zurückgewiesen werden.
Die Auszeichnung beschwert sich ferner über deutsche Attentate, welche besonders gegen französische Truppen und Beamte gerichtet seien. Die Ermordung des Majors Mon- tategre ist nach den hier vorliegenden Nachrichten nicht von deutscher Seite erfolgt urü> berechtigt nicht dazu, diese Tat mit dem deutschen Selbstschutz oder der deutschen Bevölkerung iraendwie in Verbindung zu bringen.
Nach Widerlegung der weiter in der französischen Note angeführte« Fälle heißt es ferner:
Die in der französischen Aufzeichnung aufgestellten Behauptungen über den deutschen Selbstschutz sind nicht zutreffend. Die deutsche Regierung muß zunächst die Verantwortung für den oberschlesischen Selbstschutz ablehnen. Sie Betont, tote in ihrer Note vom 23. Mai erneut mit Nachdruck, daß der oberschlesische Selbstschutz sich als ein? aus dem Zusammenschluß der Bevölkerung hervorgegangene Nottoehraktion darstellt, der sich in einem Gebiet gebildet hat, das der deutschen Vertoaltung entzogen und der Vertoaltung der interalliierten Kommission unterstellt ist. Die in der Aufzeichnung enthaltenen Angaben über die Stärke des Selbstschutzes und über die zahlenmäßige Beteiligung von Nichtoberschlesiern ent- svrechen jedenfalls nicht den Tatsachen. Nach der, gemäß den mit der interalliierten Kommission getroffenen Abmachungen erfolgten Auslösung des Selbstschutzes kehrten feine oberschlesischen Mitglieder in ihre Wohnstätten zurück, soweit ihnen dies bei dem immer noch herrschenden polnischen Terror möglich war. Die übrigen Mitglieder begaben sich in ihre Heimat und nahmen ihre durch den Aufstand unterbrochene Ertoerbstätigkeü wieder auf oder haben, soweit sie arbeitslos waren, von der ihnen in schlesischen und anderen Kreisen unter Beihilfe der Gewerkschaften und anderer Organisationen vermittelten Arbeitsgelegenheit Gebrauch gemacht. Die deutsche Regierung ließ, ihren Zusicherungen gemäß die in das unbesetzte Deutschland übergetretenen Teile des Selbstschutzes, soweit sie noch im Besitz von Waffen waren, von den aufgestellten Schutzpolizeikommandos entwasfnen. Sollten wider Erwarten auf unbesetztem Gebiet vereinzelt noch bewasfnete Trupps auftauchen, so werden sie entwaffnet und ausgelöst werden.
Die französische Auszeichnung behauptet ferner, daß die Oberleitung des Selbstschutzes an Ort und Stelle geblieben sei und daß General Höfer sich in 83rieg befinde. Dies ist nicht der Fall . Das Kommando des Selbstschutzes, das in Oberschlesien seinen Sitz hatte, ist ausgelöst und Oberglogau geräumt worden. General .Höfer weilt nicht in Brieg, wo er nur am 6. und 7. Juli gewesen ist, um die Auflösung des Selbstschutzes zu vollenden. Vielmehr begab er sich von dort nach seinem Wohnsitz Kvburg und war auf seiner Durchreise dorthin am 11. Juli in Berlin.
Während somit die Gefährdung des Friedens von deutscher Seite keinestvegs zu befürchten ist, besteht die ernste Gefahr, daß von polnischer Seite erneut
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versuchtwird, das Ziel zu erreichen, das in drei Ausländen vergeblich angestrebt wurde. Der deutsche Reichs- Minister des Auswärtigen hat in Uebereinstimmung mit dem gesamte» Kabinett aus dessen Wunsch am 20. Juni in! eine Besprechung mit dem französischen Botschafter übet] das Räumungsabkommen seiner Auffassung dahin Ausdruck gegeben, daß er an eine ernsthafte Absicht der pol-, irischen Jnkurgenten, das Abstimmungsgebiet zu räumen, nicht glaube. Tie Tatsachen bestätigten diese Auf« affung voll. Sie sind auch dem französischen Boffchas- ter durch einen Kattowitzcr Augenzeugen am 7. Juli in Gegenwart des Ministers des Aeußorn bestätigt worden und sind der französischen Regierung bekannt. Tie Räumung de? Gebietes durch die Polen ist nur zum © 6 e i n erfolgt
Zwar zogen die regulären polnischen Truppen und Teile von Haller-Truppen mit schweren Waffen über die Grenze, wo sie, zu neuem Einfall bereit, in ifittn: AuSganaSstellrrngnr versammelt sind. Aber innerhalb des Abstimmungsgebietes ist die gesamt- militärische Organi-. ation der Insurgenten bestehen geblieben. Die' Waffen sind versteckt. Tie infolge der Amnestie! straffrei gebliebenen polnischen Führer stehen auf ihren Dosten. Tie Mannschaften, die nach ihren eigenen Angaben nur auf einige Wochen beurlaubt sind, warten nur auf den Befehl zu neuem Losschlagen Seitens der sran- zäsischen Besatzungstruppen, welche gegen die deutsch- gesinnte Bevölkerung mit Haussuchungen und Verhaftung gen vorgehen, geschah nach den hier vorliegenden Beft richten für die Entwaffnung der polnischen Insurgentenj bisher nichts Durchgreifendes. Zum Teil sind' sogar in die ueuemgerichteten Gemeindewachen Insurgenten mit ihren Gewehren ausgenommen worden. Auch^ die Verwaltirngsbefugnisse gaben die Insurgenten mir; zu m Teil und auch dann mehr nur z um S cheiu als in Wirklichkeit an die interalliierte Kommission ab. Wie, Hehr sich die polnisch?» Insurgenten als Herr-,, des Lun-, des füblen, zeigen in vielen Gegenden der Mißhandlungen und Verschleppungen deutsch-gesinnter. Leute, die immer wieder Vorkommen, zeigen besonders die polnischen Fahnen, die heute wieder über zahl- reichen Werke» wehe», nachdem sie für die Dauer der kürzlich von General Le Rond unternommenen Inspektionsreise emgezogen wäre». I» Schoppinitz besteht »och Beute das Hauptauartier Korfantys in der Gestalt der sogenannten HaupttiauÜmtionskornmiffion.
Die deutsche Regierung Bedauert leBhaft, daß die französisch? Regierung den vielen augenscheinlich von polnischer Seite ausgehenden falschen Behauptungen Glauben und Beachtung geschenkt hat. Sie gibt sich der Hossmmg bin, daß die französische Regierung auf Grund der obigen tatsächlichen Richtigstellung der ihr vorliegenden Nachricht zu der Ueberzengung gelangen wird, daß von der „Gefahr eines deutschen Ausstandes oder von tinci^bntt- schen Drobung" nicht gesprochen werden kann. Sie ist ferner der Ansicht, daß die Vermehrung der französische, Streittärste schwerlich dazu beitragen würde, die t»folgt bet noch ausstehenden Entscheidung naturgemäß gespannte Lage in Oberschlesien zu beruhigen. Die deutsche Regierung hat dadurch, daß fie das Ultimatum nicht nur angenommen hat, sondern auch in seiner Ausführung schon weit -vorgeschritten ist, den Beweis geliefert, daß ihre Orientierung auf Frieden und nicht aus kriegerische Abenteuer gerichtet und daß das Ziel ihrer Politik die Wiederherstellung friedlicher und normaler Beziehungen ist. Sie hat bereits ungeheure Leistungen finanzieller und wirtschaftlicher Art vollbracht und hat auch in der Ent« waffmrngsfrage alten Forderungen Genüge getan. Sie hat alte in Deutschland noch bestehenden Selbstschutz« organisationen entwaffnet und aufgelöst. Die Durchführung des Friedensvertrages hängt aber n.a. davon ab, ob es gelingt, die Polen dazu zu bringen, ihrerseits den Friedensvertrag zu achten, von dem Streben nach unrechtmäßigen Ziele» Abstand zu nehmen und auf die Anwendung aller Mittel der Gewalt zu verzichten.
k t Eo sehr das energische und anständige Vorgehen Her Engländer begrüßt werden muh, kann doch kein 'Zweifel darüber bestehen, datz die Engländer alle Sicherheitsmaßnahmen nicht durchzuführen vermögen. In dem ganzen von den Franzosen besetzten Erbiet von Laurahütte und Kattowitz bis Myslo- toit; steht die polnische Grenze noch vollkommen
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r Reue tteberfällc und Mißhandlungen.
f Berlin, 23. Juki. Nach einer Meldung der - „Deutschen Allg. Ztg." aus Kattowitz ist der Ort [ Vrynow im Kreise Kattowitz von polnischen Ausländischen überfallen worden. Gestern nacht gegen ß Uhr drangen nach heftiger Beschießung polnische Banden in den Ort ein, richteten durch Feuer und Handgranaten Zerstörungen in Wohnungen von l Deutschen an und verschleppten zwei Mit- tjKe$er bet l}dtftaitreuen Bewegung Tri oefti frühest Maid. Nachdem sie dort auf das grausamste miß- handekt waren, ließ man sie gegen Morgen wieder laufe». Aus Eleiwitz, Königshütte und Hindenburg werden ähnliche Ueberfälle gemeldet.
Die Schädigung der Industrie.
Rach einer Aufstllung des Berg- und Hütten- männischen Vereins über die durch den letzten Auk- l ftenb in Oberschlesien hervorgernfenen Schäden an -industriellen Werken beträgt die, jetzige Kohlen- förberang nur 60 Prozent 'der Förderung vor dem Aufstande. Da der eigene Leiftungsverbrauch der oberschlesischen Industrie 20 Prozent der Cesamt- > Förderung beiragt, stehen zurzeit nur 20 Prozent ' zur Verfügung. Nock) mehr als die Kohlenzechen j litten die Hiittenbetriebe durch den Aufstand. Die I Berfeiiierungsinduftr-e lag völlig darnieder infolge 1 der Vertreibung der geschulten deutschen Arbeiter.
Eine endgültige Zusammenfassung der gesamten Berluste war wegen des riesigen Umfanges der Schäden bisher noch nicht möglich. .
f Die französische Billigung der Polonifierung.
:"i. Mysl 0 Wltz, 22. Juli. Die neue Ortswehr "in MysloWitz, die von dem polnisch gesinnten Bür-, 'geringster Radwifki zusammeugeftsllt ist, enthält s« n s s ch l i e ß l i ch Polen, obgleich Myslowitz ^überwiegend für Deutschland stimmte. Von den Mitgliedern der Cemeindewache waren 6 bei dem sberüchtigten Prügelkommando auf dem Ewaldschacht 'tätig. 2tt waren bei dem letzten Aufstande auf der damals vorhandenen polnischen Eemeindewache und ^terrorisierten die Deutschen in furchtbarster Weise. ‘Ster französische Kreiskontrolleur billigte nach der Bekundung des polnischen Bürgermeisters den Ausschluß der Deutschen aus der Eemeindewache.
? Beruhigung nur in der englischen Besetzungszone.
O p p e l n, 24. Juli. Aus den Kreisen Beuchen, und Tarnowitz wird übereinstimmend berichtet, daß t die dort eingetrosfenen englischen Truppen mit