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56. M.

1921

Patzig in Dänemark verhaftet.

Wie die Kopenhagenev Zeitung „Klotten 57i erfährt, hat die dänische Staatspolizei den ehemaligen deutschen Unterseebootskommandanten Patzig in Odense verhaftet. Fells dir deutsch: Regierung die Auslieferung Patzigs nicht verlangen sollte, wird er voraussichtlich in einigen Tagen gegen eine Geldbuße aus der Haft entlassen werden.

dingungen wie der Versailler Vertrag enthalte, tote Schwierigkeiten entgegenstünden, und daß mit der ßu- kimmung der Verbündeten gerechnet werben kön».

Landstreicher und Verbrecher.

Danzig, 21. Juli. Anläßlich der Unruhen in Hohcnsaiza bei der gewaltsamen Entwaffnung der pol­nischen Aufständischen aus Oberschlesten, schreibt die Warschauer Zeitung »Gazeta Warszatofka", daß sich unter den Aufständischen kaum einige hundert Schlesier befunden hätten, während der Nest Landstreicher und Verbrecher gewesen seien. Es sei ein Rätsel, wer diese Elemente außerhalb Schlesiens angeworben, bewaffnet und losgeschickt habe. Korfaniy habe tote- derbolt gebeten, ihm keine Leute mehr zu schicken, da er genug habe. Diele Elemente seien durch Gewalt­tätigkeiten eine Geisel der oberschlesischen Bevölkerung gewesen. Außerdem hätten sie zum Schrecken aller polnisch Denkenden Polen geäußert,' daß die Aufstands- bewegung auch auf andere Teile Schlesiens übertragen würden.

Festnahme der Bopparder MöLchenschSnder. Wie ; »LStüla;-.-.«- ans Mainz berichtet, verhaftete die uzSstsche «cHtei hi Boppard tic beiden Marokkaner,

griechischen Verluste vor Kutahia, das inzwischen ge­nommen sei, seien sehr schwer gewesen.

HavaS meldet ans Athen, das griechische Blatt „Athenaiki" glaube zu wissen, daß Mustapha Kemal Pascha sein: schwere Artillerie bereits zurückziehe.

London, 21. Juli. ^Renier meldet Mis Athen: Es verlaute: in zuverlässigen Kreisen, daß in einer viertägigen Schlacht bei Kutahia 30 000 Türken ge­fangen genommen worden seien.

Türkische Gegenangriffe.

Varis, 21. Juli. Havas meldet aus Konstantinopel, daß nach den letzten kemalistischen Berichten die türkischen Angriffe auf die Flügel der griechischen Armee gute Ergeb­nisse gezeitigt hätten. ■ '

Nach einer Havasmeldung aus Konstantinopel erllärt Mustafa Kemal Pascha in einem Auftns, das Heer ziehe sich aus vorbereitete Stellungen zurück. Er fordert die . vnatolische Bevölkerung auf, keine Beunruhigung yi hegen. Das Leer wrrde feine Pflicht tun.

t Bei Auskunft durch die Geichäftssteü» »nd Vermittlung der Angebote 75 Pf«. Sondergebützr.

Noch keine Uebergabe der deut­schen Antwort.

Das Reichskabinett hat sich, den Blättern zufolge, gestern mit der Antwort auf die von dem französischen Botschafter Laurent dem Reichsminister Dr. Rosen in der oberschlesischen Frage gemachten Eröffnungen 6c- schäftiat. Es wurde sestgestellt, daß die Antwortnote noch einiger tatsächlicher Ergänzungen bedarf. Der Zeitpunkt der Uebergabe der Note steht daher noch nicht fest. !

M Lage in Me-MIM.

Der Bolschewismus hat von seiner dogmatischen Hstsstarrigkech die allen Fanatikern eigen ist, noch ^chts verloren. Auf dem Moskauer Räte-Kongreß, bet im übrigen mit einem dichten Schleier des Ge­heimnisses umgeben ist, scheint wieder einmal unter' len Jüngern Lenins tüchtig gesiebt worden zu sein. Die Deutsche Kommunistische Arbeiter-Partei, die auf dem Kongreß vertreten war, ist mit Acht und Bann belegt und ausgeschlossen worden. Es bleibt also dann in Deutschland als der wahre Prophet des russischen Bolschewismus nur noch die Bereinigte Kommunistische Pvrtei als deutsche Sektion der Moskauer Inter­nationale übrig. Worin die Unterschiede zwischen diesen falschen und echten Bolschewisten bestehen, ist dem nichteingeweihten Laien sehr schwer verständlich. §s handelt sich dabei um sehr feine Nuancen, lvas am frften daraus hervorgeht, daß die von Moskau der- vorfene kommunistische Arbeiterpartei H ö l z als ihren Führer anerkennt, während der „echte" Bolschewismus mchr in Wtzolf Hoffmann verkörpert zu sein stheint.

In seinem praktischen Wirken ist der Moskauer Bolschewismus weniger dogmatisch. Er hat dem kapitalischen Wirtschaftssystem schon allerhand recht beträchtliche Zugeständnisse gemack . Neuerdings soll sich die Moskauer Regierung an England geivandt haben mit der Bitte, ihr Schiffahrts-Sachverständige zu überlassen, die den russischen Handelsverkehr wieder in Ordnung bringen sollen. Im übrigen ist es nach wie vor eine Rätselfrage^ wie es in Sowjet-Rußland Eigentlich aussieht. Neuerdings kommen Notschreie, die darüber klagen, das infolge einer Mißernte 25 Mil­lionen russischer Menschen vom Hungertode bedroht

«erlag von Dr. C.Hitzeroth. — Druck bei llnip.-Bu-bbruckerei von Job.Aua. Ko». Markt 21,23 — Fernsprecher 55, - Pofticheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankwrt -. Main.

Sein Mgmg 6ts MMmckh«.

Berlin, 21. Juli.' (Amtlich.) Eine aus Düssel­dorf datierte Nachricht der „Zeit am Mittag" spricht von dem stark wachsenden Testzit bei den Eisenbahnen und steht als Ursache dafür und für die ständig zurückgeheude» Leistungen der Eisenbahn die letzten Tariferhöhungen an. Die Nachricht ist unzutresseich. Es ist davon auszugehen, daß die im Dezember 1920 durchgesührte Reform de» Tarifshstems und die am 1. Avril 1921 in Kraft getretenen Tariferhöhungen die Gütcrfrachten nm annähernd 70 Prozent gesteigert haben. Nach der Tariferhöhung finb die Einnahmen aus dem Güterverkehr im April jedoch nicht nur in diesem Umfange, sondern sogar um 80 Prozent gegen den gleichen Monat des Borjahres g e- stiegen. Tas bedeutet, besonders in Anbetracht der zahlreichen, im Hinblick aus die kommende Frachterhöbun, im Mär; vorgenommenen Vorwegbefördernngen eine Stei- s rnng des Verkehrs um etwa 10 Prozent. Der Monat Mai weist demgegenüber eine Steigerung der Berkehrs- einnahme um nur 51 Prozent auf, also in Wirklichkeit einen Verkehrsrückgang von annähernd 20 Prozent gegen­über dem des Vorjahres. Dieser Rückgang ist, soweit die bisher vorliegenden Meldungen erkennen lassen, auch im Juni noch nicht ausgeglichen. Die Gründe für das Nachlassen des Verkehrs nub in erster Linie neben der allgemeinen Konjunkturschwächnng in dem Ausfall des oberschlesischen Verkehrs und in der ständig fühlbarer wer­denden Wirkungen der Sanktionen am Rhein zu suchen. Stark beeinflußt werden die Verkehrsleistungen und in­folgedessen die Einnahmen auch durch den Fortfall der Ueberschichten im Ruhrrevier. Im Personenver­kehr stiegen die Einnahmen nicht nur um das Maß der am 1. Juni dnrchgefübrten Tariferhöhungen, sondern weit darüber hinaus. Die Entwicklung des Reiseverkehrs ist zur Seit durchaus zufriedenstellend.

Im Haushaltsvoranschlag ist der "ehlbetrag der Eisenbahnen für 1921 aus etiva 61/. Milliarden geschätzt. Die inzwischen durchgesührte Erhöhung der Kohlenprciie muß ihn um eine Anzahl von Hunderten von Million?» erhöhen. Eine bestimmte Aeußcrung über das finan­zielle Ergebnis des Haushaltjahres abzugeben, ist jedoch im übrigen jetzt, nachdem erst drei Monate verflossen sind, kein Sachverständiger imstande. Tas Ergebnis wird von der Gestaltung der Polstischen und wictfchast» lichen Verhältnisse entscheidend becinstußt. Jedenfalls ist aber bestimmt zu erwarten, daß der Fehlbetrag des Jahres 1921 ganz wesentlich hinter dem von 1920 zurückbleiben wirb, ein Ergebnis,, das in erster Linie auch ans die Tariserhöhungen zurückznführrn ist.

TU „Overhristsive Zeitun ' erscheint sechsmal wö»entlich. — Bezugspreis monatlich 4.75 Mk, durch die Poft 5.10 Ml. Ausgabe B mit „Oberh. Svort-Ztg." 1 Mk. mebt. > Nummern infolge Streiks ooer elementarer Ereigniue kein Ersatz. —

Eine Mahnung an Briand.

Das „betrogene" Frankreich.

Par is, 21. Juli. Wie die Havas-Agentur mit- teitt, Hal der Abgeordnete Peyroux heute an den Ministerpräsidenten einen Brief gerichtet Und ihn an die Erklärung erinnert, die er am 24. Mai auf der Kammertribüne abgegeben habe. Ministerpräsident Briand habe erklärt, daß in dem Augenblick, in dem die deutsche Regierung die Berpstichtungen, die sie in Versailles übernommen habe^ nicht erfülle und ihren bösen Willen offenbare, Frankreich das Erforderliche veranlassen werde, nachdem es feine Verbündeten davon in Kenntnis gesetzt habe. Das bedeute, so schreibt der Mgeordnete, daß Frankreich das Ruhrgebiet be­setzen werde, wenn die Versprechungen der deutschen Regierung nicht gehalten würden. Nach dem Abg. Peyron $ erfülle seit acht Tagen die deutsche Regierung nicht nur ihre Verpflichtungen nicht, sondern der Reichskanzler Wirth und auch der Minister Rathenau bewiesen der gesamten Welt, daß sie Frankreich noch einmal betrogen hätten, deshalb gestatte er sich, den Ministerpräsidenten an seine Erklärung zu erinnern, da er überzeugt f ;, dcch nur die Besetzung des Ruhr­gebietes Frankreich und seine Verbündete:: vor unan- genehmei: ErrignifM bewahren könne. ______

Amtliches DerütMgungMuU des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurheffifche) Oberheffeii

Sie AnWM-

VorbmitrnW.

Anläßlich einer Protestverfammlung in Breslau machte Dr. Kleinert aufsehenerregende Mtteilungen über das Zusammenarbeiten von Franzosen und Polen in Oberschlesien zur Vorbereitung eines 4. polnischen Aufstandes. Am 10. Juli wurde ein französisch- polnischer Aktionsausschuß gebildet, der die Aufgabe hat, die Frackzosen dabei zu unterstützen, in allen Ort- chasten polnische Ortsweyreu zu bilden und sämtliche Zioilverwaltungsbehörden sowie die Gruben- und Po- lizeiverwaitungen zu übenoacheu. Ein polnischer Ge- heimbund mit dem Sitz in Orczecze arbeitet oarans- hin. dierch Terror eine Masse nauswanderung der Deutschen zu erzwingen. Hinsichtlich der oolnisch-sranzösischen Pläne sind es die Engländer, welche die Neutralität ernst nehmen. Die französische Division, die nach Oberschlesien geschickt werden soll, all dieses Hindernis durch das militärische liebet* getrickt der Franzosen beseitigen. General Leroud läßt durch zahlreiche Spione nicht nur die Deutschen, sondern auch die ihm unangenehmen Engländer überwachen. In einem Rundschreiben an die französischen Tr^pvenkomMandanten und KreiSk.-ulrol- leurc ordnete er an, daß sämtlichen polnischen Ver- waltnugs- und Militärstellen jede Unterstützung zu gewähren fei urrd daß das neutrale Verhalten der Engländer durch energisches Vorgehen gegen die deutsche Bevölkerung abzuschwächen fei. In Kattowitz wurde eine Ueberwachungsstelle eing'richtet, die ver- mittris eines großen Agentenapparats die gesamten englischen Maßnahmen in Oberschlesien zu über­wachen hat.

Wie der „Lokalanz." aus Oppeln meldct, haken die

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Von D. Reinhard Mumm, M d. R.

Es darf nicht der Anschein erweckt werden, als oö dem oberschlesischen Landschutz, der jetzt an einen Ab- chnitt seiner Tätigkeit gelangt ist, nicht der volle Dank des Vaterlandes gebühre. Ungezählte haben dort sich eingesetzt: die einen für die oberschlesische Heimat, die andern für das in Oberschlesien bedrohte deutsche Vater­land, und manche haben dort ihr Blut gelassen: Studen­ten von München, von Köthen und von manch anderer deutscher Hochschule, selbst von den Sennhütten der bayerischen Alpen kamen junge Helden heran, ihr Blut dem zertretenen Vaterland zu weihen. Männer wie Hoefer, der einatm, und » Hülsen traten an die Spitze. Mit dem Annaberg wurde der Schlüssel Ober« chlesiens erstürmt, in zahlreichen Gefechten wurden die polnischen Insurgenten zersprengt. Di: Todesopfer find nichtvergeblich gewesen. In dunkelster Nacht leuch­tet voran, was der deutsche Selbstschutz getan. Wie Schills Tat ein Lichtblick in den Jahren zwischen Jena und brr Leipziger Völkerschlacht ist und bleibt, ist und bleibt, ein Lichtblick in unferm tiefen Dunkel, was Freiwillige, die vorstürmten, zum Schutze deutscher, oberschlesifcher Erde taten.

Mr wissen nicht, toaS alles noch kommt. ES tont eine Stunde kommen, wo viele, die im Parlamcn national fühlen, selbst ungeachtet ihrer Jahre, zum Schutz der Grenzen ihre Person einzusetzen haben. EinS aber wissen wir: ohne Opfersreudigkeit gibt e» lei­nen Ausstieg unseres Vaterlandes. Nur der Geist bet Opfersreudigkeit, den die Männer deS vberschlesischen Grenzschutzes gepflegt haben, kann unser Vaterland zur Genesung führen. Völlig ungenügend ausgerüstet, ohne Sicherung der Zukunft, ohne Zwang zum Eintritt, habet, die Freikorps in Oberschlesien gezeigt, daß der alte deutsche Geist, den Ernst Moritz Arndt pflegte, 1931 so gut vorhanden ist wie 1914.

Manche sind zurückgekehrt, andere harren au», em erneut vorzustürmen, wenn ein neuer polnischer Aufstand dazu zwingen sollte. .... <—■

Es ist die Stimme eines Einzelilen, bte dankt. Aber ich bin gewiß, daß die Stimmung des Dankes erteilt wird von Millionen, von allen denen, die ihre deutsche Heimat auch in schwerster Zeü lieb haben und Schillers Reiterlich anerkennen: „Und sehet ihr nicht das Leben ein, nie wird euch das Leben gewonnen sein."

find. Die „Rote Fahne" knüpft daran die besorgte , Frage, ob die Sowjets dieser furchtbaren Gefahr noch- -j

Steuern, Firmenschilder und Aushebungen als u n ge­setzlich erklärt werden, wurden Stadtrat Michatz, Obersekretär Dellman und ein Magistratsangestellter von den polnischen Behörden festgenommen. Der pol­nische Ortskommandant erklärte, daß der SbrelStontrote leur nichts zn sagen habe.

(RWw.

Esll-SHchir genommen. — 30 000 Gefangene?

Paris, 21. Juli. Der „Temps" veröffentlicht ein Telegramm, das die griechische Gesandtschaft in Paris vom Athener Ministerium für auswärtige An­gelegenheiten erhalten habe: Am Dienstag, sei nach erbittertem Kampfe von den griechischen Truppen Eski-ScheHit genommen worden. Der König habe sich gestern mit feinem Generalstab nach Uschak begeben. Tie griechische Armee setze die rasche Ver­folgung des Feindes fort Nach einem Athener Tele­gramm, das de: „Temps" wiedergibt, ist das griechische

Die errglisch-franzöfiscke Spannung.

London, 21. Juli. Wie das Reutersche Büro meldet, verlautet, daß, obgleich Briands Antwort aiti di- letzte britische Verbalnote betreffend Oberschlesten und den Obersten Rat noch nicht eingegangen sei, bte britische Regierung dock mehr ober weniger über den Inhalt der von Frankreich zu ertoartenbeu Antwort unterrichtet ist. Indessen ist es durchaus verkehrt, anzu- nebmeu, daß der Bericht der Oberkommissare die An- f'cht der britischen Regierung irgendwie abändert. Tat­sächlich bestätigt sein allgemeiiter Inhalt den britischen Standprtnft, daß der Oberste Rat die Frage regelt. Briand ist noch immer der Ansicht, daß, solange der geoe nm artige Instand in Oberschlejien dauere, irgendeine nom Obersten Rat getroffene Entscheidung nicht ausge- ,führt werden könne. Er ist. ferner der Meinung, daß ente 'o ttnäiiae Frage genauere Unterhandlungen erforderte, die nicht in wenigen Tagen beendet werden können. Briand oeht am Sonnabend in Urlaub und ist der An­sicht, daß der Oberste Rat vor August nicht zusammen- trrten könne.

London, 21. Juli. Die »Morning Post' meldet: In einer Mitteilung der Kommissare an die Botschafter­konserenz wird ausgeführt, daß, wenn bte ob er schlesi­sche Frage nicht sofort vom Obersten Rat in Angris genommen werde, die verbündeten Streitkräfte in Oberschlesten tont 20 000 auf 60000 erhöht werden müßten.

Hauptquartier nach Kutahia verlegt worden. $ii

französischen Kr^skontrolleure Bestimmungen eilasseri, wonach der Begriff „Jnftirgemen" nur auf D eu tsche beschränkt wird, die in der Kampffront zur Abwehr de? polnischen Aufstandes gestanden haben. Tie ehemaligen polnisch:n Platzkommandanten, die sich während des Aufstandes die öffentliche Gewalt ange- maßl hatten, feien nicht als Insurgenten zu be- zeichnen. Die Kreiskontrollenre gewähren ihnen die weitere Ausübung ihrer Amtsgewalt.

.Nach der „Schles. Landeszeitg." hat ein unter Leitung eines französischen Hauptmanns stehendes @e» Heimkomitee die Ausgabe, mtßtiebige deutschgesinnte Personen aus Oberschlesienverschivinden zu lassen. Aus den Kreisen Kosel, Gleiwitz r.nb Neunkirchen sind bereits etwa 80 Personen spurlos verschwunden. Trotz aller Bemühnitgen konnte bisher über den Verbleib dieser Personen nichts festgestellt werden. Die darüber von den oberschlefischen Zeitungen gebrachten Nach­richten werden von der Zensur gestrichen.

« e • «Utz?

Das polnische Bandenunwesen.

Berlin, 21. Juli. Wie das „®erl. Tagebl." mel­det, nimmt das polnische Bandenunwesen im ober­schlesischen Industriegebiet einen immer größeren Um­fang an. Als Beamte der Abstimmungspolizei in den Ortschaften Janoto, Schoppinitz, Birkental, Boguschütz. Eichenau und Wilhelminenhütte ihren durch den Putsch unternommenen Dienst wieder ausnehmen wollten, kam es zu ernsten Zusammenstößen mit den polnischen Auf­ständischen, die sich bewaffnet in den Ortschaften hernmtreiben. Die Beamten wurden gezwungen, wie­der abzuziehen. In Biskupitz hallen die Aufständi­schen die durch den Ort fahrenden Straßenbahnen an, mißhandeln die Passagiere und durchsuchen ste nach Waffen. In Mhslotoitz üben die polnischen Auf- ftandsbehörden immer noch Gewalt ans.

Wegen der Verteilung des Kreisblattes, das die Bekanntmachung des interalliierten Kreiskonttoüeurs enthielt, wonach die Anordnungen Korsanths über

Deutschland und Amerika.

Die Verbündeten und ein Londervertrag.

Paris, 21. Juli. Die „Chicago Tribüne" meldet aus Washington, die letzten Tage hätten zwischen ame­rikanischen Regierungsvertretern und den alliierten und assoziierten Mächten inoffizielle Verhandlungen stattge­funden über Einwcndungen bet letzteren bezüglich eines SondervertrageS zwischen Amerika und Deutschland, in dem für die Vereinigten Staaten dieselben Rechte und Privilegien, wie in den wirtschaftlichen und Reparations- bediitgungen des Versailler Vertrages vorgesehen wären. Im Augenblick komme nur die Unterordnung unter den Versailler Vertrag mit Vorbehalten in Frage. Sollte Deutschland versuchen chie Erörterung über die wirtfchast- lichen Bestimmungen des Versailler Vertrags wieder auf­zunehmen, so werde ihm erllärt werden, daß bte Ange­legenheit abgeschlossen sei und keine weitere Aussprache gestattet werden könne. Infolge der Notwendigkeit einer schleunigen Regelung der zahlreichen in der Schwebe befindlichen Fragen werde allgemein angenommen, daß ein Sondervertrag mehr oder weniger sicher sei. Frank­reich nehme an, daß die moralische Wirkung der ameri­kanischen Unterschrift unter einen abgeänd.'rten Versailler Vertrag die sein werde, Deutschland davon zu überzeugen, daß die. Solidarität der verbündeten Mächte weit dovesi:

PandHalten könnten. Häufig aber sind russische Mel­dungen über innere Gefahren als Uebettreibungen fest- gestellt loorden, di- lediglich dazu dienen sollten, das Ausland in Sicherheit zu wiegen. Ob dies auch auf tzie Meldungen über die Hung rsnot fr-trifft, sei dahi .- gestellt. Jedenfalls scheint es keinem Zweifel zu unter» siegen, daß dasselbe Sowjet-Ruß' and, das den Hunger­tod von Millionen befürchten muß, gewaltig- mili­tärische Anstrengungen macht. Kürzlich haben bolsche­wistische Truppen den Widerstand der armenischen Kationalpartei gebrochen, und dadurch eine direkte Verbindung über Saturn nach Persien hergestellt, wo die Bolschewisten in der Regierung sitzen. Außerdem wird bestätigt, daß den Kemalisten in Kleinasien fort­gesetzt Truppen der Sowjet-Regierung zuströmen. Im Zusammenhang damit mag es wohl stehen, daß die Moskauer Regierung eine allgemeine Mobilmachung ar-geordnet haben soll, gegen die wohl auch Polen Anlaß hätte, Vorsichtsmaßregeln zu treffen. Alle diese An-,eichen sprechen dafür, daß die Moskauer Regie­rung sich int Besitz der Macht noch ziemlich sicher fühlt und daß es wahrscheinlich eine falsch- Rechnung wäre, wenn man ihr infolge der drohenden Hungers­not ein rtahes Ende weissagen sollte.

Marburg

Fmtkg. bei! 22. Zuli Heirert

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entfernt sei, sich auszulösen. In Washington nehme I die am A Im, ein demtlses Mädchen 6« NM «n-e» man kn, daß einem Vertrag, der praktisch gleiche Be- 1 feiner Mutter vergetoattiLuen.

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