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----> —t. **u»yuvc d mit „uuriM. oyun-Qig. x aill. meyi. Ttt 10« ausfallend« Nummern infolge Äreiks ooer elementarer Ereignifie kein Ersatz. — ** * Verlag vonDr. L. Hitzeroth. —Druck der llniv.-Buchdruckerei 3ob. Äug. Koch.
Markt 21,23 — lliernfprecher SS. - Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt «. Mai».
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Wie der .vorwärts" meldet, ist in Erfüllung des Ultimatums die Waffenschule in Wunstorf bei Berlin aufgelöst worden.
Sie MMkM des Hltiraotüins.
Die Verhandlungen über die deutschen Sachlieferungen.
Berlin, 14. Juli. Die Verhandlungen, die in Paris von dem Staatssekretär Bergmann, dem Präsidenten Enggenheimer und dem Ministerialrat Cuntze mit dem Minister Loucheur geführt wurden, betrafen in der Hauptsache die Frage der Preisfestsetzung für deutsche Sachlieferungen an Frankreich und die Frage ihrer Verrechnung im Rahmen des Zahlungsplanes des Londoner Ultimatums. Sie wurden gestern zu einem vorläufigen Ende gebracht. Ihr vorläufiges Ergebnis unterliegt nunmehr der Prüfung der auf beiden Seiten zuständigen Stellen. Die deutschen Unterhändler sind nach Berlin zurückgekehrt.
Die „Oberhesfijche Zeitun ' erscheint sechsmal wöchentlD. — Bezugspreis monatlich 4.75 Mk., durch die Poft 5.10 Mk. Ausgabe B mit »OSertz. Soort-Ztg." 1 Mk. mehr.
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Die Massenflucht aus Oberschlefien.
Wie dem „Vorwärts" von unterrichteter Seite mitgeteilt wird, haben seit Eröffnung des Eisenbahnverkehrs bis jetzt über 40000 Personen Oberschlesien verlassen, um in das Innere Deutschlands abzuwandern.
Auflösung des deutschen Abstimmungskommissariat».
Berlin, 14. Juli. Ter Zwölserausschuß der deutschen Parteien in Oberschlefien stellte nach der Wiederherstellung der Autorität der Interalliierten Kommission im gesamten Abstimmungsgebiet seine Tätigkeit ein. Die Vertretung des Deutschtums in Ober- schlcfieit ist nunmehr wieder der Hauptausschuß der deutschen Parteien und Gewerkschaften. Auch das deutsche Abstimmungskommissariat hat sich aufgelöste da es seine Aufgabe erfüllt hat. — Bon einer Wiederherstellung der Autorität der I. K. kann noch keine Rede fein. , f
Verschoben!
Br es la 14. Zuli. Die Meldungen über den geplanten 4. polnischen Aufstand verdichten sich dahin, datz der Begin« auf die Zeit zwischen den 18. und 22. August verschoben worden ist. Dieser Zeitpunkt ist angeblich von französischen Angehörigen der Interalliierte» Kommission festgesetzt worden.
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Die Abrüstungskonferenz.
Holdings Ziel. — Zustimmung Englands und Italiens.
London, 14. Juli. Nach einer Washingtoner Depesche der hiesigen Blätter hat Präsident Harding erklärt, die Abrüstungskonferenz werde in keiner Weife die Verhandlungen zwischen den Vereinigten Staaten und Deutschland verzögern. Die amerikanisch« Regierung sei der Ansicht, daß die Konferenz zur Bildung eines Völkerverbandes führen werde. Mau glaubt schon jetzt sagen zu können, daß die Konferenz öffentlich sein und daß die kleinen Slaaten über die Verhandlungen würden auf dem Lausenden gehalten werden.
Reuter zufolge erklärte Lord Curzon dem Botschafter der Vereinigten Staaten schon vor mehrere» Tagen daß die britische Regierung einen Vorschlag der Vereinigten Staaten zu einer Besprechung der verschiedenen Fragen des Stillen Ozeans auf einer Konferenz günstig aufnehmen würde. Als dann der amtliche Vorschlag des Präsidenten Harding einige Tage darauf eingegangen sei, habe die britische Regierung sofort in günstigem Sinne antworten können.
Rom, 14. Juli. Die italienische Regierung ließ Holding mitteilen, daß sein Vorschlag, die AbrüstungZ- frage auf einer Konferenz zu besprechen, sympathisch ausgenommen worden sei.
'Paris, 14. Juli. Rach einer Blättermeldunz soll Ministerpräsident Briand bei seiner eventuellen Reise zur Abrüstunzskouferenz nach Washington von Marschall Fach begleitet werden.
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Verschiebung der Tagung des Obersten Rates?
L o n d o n, 14. Juli. Nach der „Morning Poft" hat die englische Regierung um die Verschiebung der Zusammenkunft des Obersten Rates ersucht mit der Begründung, daß die gegenwärtigen Verhandlungen der britischen Reichskonferenz dies erforderlich machen.
Marburg Sträng, 6ea 15.3nli Heuert
Mitt« Lundlar.
40. Sitzung vom 14. Juli.
Um das Kabinett Stegerwald. .
Di« Novelle zur Aenderung deZ Kommunalabgaben- gesehcs wird in dritter Lefung angenommen.
Zur WohnungsluxuSsteuer beantragt das Zentrum, daß die Beschränkung, die Luxussteuer dürfe die Miete nicht übersteigen, nur für das erste Zimmer, nicht aber für die übrigen Geltung haben soll.
Die SoziaLemokrate» beantrage« die Streichung sämtlicher Beschränkungen der Mietsstener. In einer leidenschaftlichen Auseinandersetzung zwischen den Parteien, macht der Abg. Scholich (Soz.) dem Zentrum nnd den Demokraten den Vorwurf, umgefalle« zu sein und entgegen den Beschlüssen des Ausschusses im Plenum für die Einschränkungsversuch« der Rechten cingetretcn zu sein, deshalb habe seine Partei auch die nameittlich« Abstimmung beantragt.
Schließlich werden di« sozialdemokratischen nnd die Anträge des Zentrums abgelehut, der Rest deS Gesetzes wird in der Fassung der Meilen Lesung angenomnien, ebenso das Gesetz int ganzen gegen die Stimmen der Deutfchnationalen und Kommunisten.
Es folgt die Beratung des Anttags Severing und Genossen über die Erhöhung der Diäten der Land- tagsmitglieder.
Der Antrag wird gegen die Stimmen der Kommunisten iu allen drei Lesungen angenommen.
Der Staatsvettrag betreffend Uebergang der Wasferst r a ß e n auf das Reich wird in zweiter und dritter Lefung genehmigt.
''Es folgt die Weiterberntung des Hau sHalts für das Jahr 1921, in Verbindung mit den dazu gestellten Anftagen und Anträgen.
Abg. Gaschke (Komm.) führt aus: Da» Kabinett Stegerwald ist das personifizierte Kirchenlied: „Aus tiefer Rot schrei ich zu Dir". Je höher die Steuerlasten weiden, desto gerissener werden die Drückeberger aus den Reihen der Besitzenden ihre Steuerhinterziehungen betreiben. Alle Lebensmittel und Bedarfsartikel toerden sich verteuern, und die Arbeiter werden alle Lasten zu trage» haben. In dieser Zeit hat sich der Rechtssozialist Severing als Scheedsgerichlsvorsitzender für den Lohnabbau ausgesprochen. Der Redner verlangt die Aushebung der Ausnahmezustände in Oberschlesien und Ostpreußen. Die Schupo haben gelegentlich des müteldeutscheu Aufstandes greulich gehaust. Der Amtsvorgänger des Finanzministcrs Dominicus habe gelogen, als er bestritt, daß standrechtliche Erschießungen vorgekommrn sind. (Präs. Leinert ruft den Rtt-ner zur Ordnung.) Der Redner protestiert dann gegen di- Beschlagnahme der „Roten Fahne" und kommt auf die Ereignisse im Lazarett Charlottenburg zu sprechen, bei welcher Gelegenheit er hesttge Angriffe gegen das Arbeitsministerium richtet.
Abg. Becker (Teutschnatl.) bedauert, daß es nicht mehr möglich sei, die Interpellation wegen der Santtioneu zu besprechen. Jedenfalls gehe die A'i-elegenheit Preu- ßeu ebenso viel an wie das Reich, denn es sei preußischer Boden, auf dem sich das Schicksal der Rheinländer vollziehe. Leider hätten sich Deutsche gefunden, welche dem Ausland und den Franzosen Dienste leisteten. Der Redner kommt dann aus die Kammerrede Briands zu sprechen und auf dessen Drohung gegen eine etwaige alldeutsche Regierung. Wer auf eine Verständigung mit Frankreich baue, unterschätze das Gefühl des Hasses an der Seine. Ter Redner bedauert, daß infolge unsachgemäßer Arbeit einer großen Partei es nicht möglich getvesen sei, den Haushalt rechtzeitig zu erledigen. (Proteste der Soz.) Er polemisiert gegen die Sozialdemokratie und gegen einen Aussatz des früheren sozialistischen Kultusministers Haenisch, der sich gegen das Kabinett Stegerwald richtete. Minister Stegenoald ist nicht unser Mann, aber wir haben für ihn gestimmt, »veil er ein deutscher Arbeiter ist, nnd weil sein Ministerium ein sachliches und kein Barleigebilde ist. Das Schicksal des Kabinetts wird aber nicht von den Sozialdemokraten abhängen, sondern von allerlei zwingenden Notwendigkeiten, die mit unserem Verhältnis zum Reich Zusammenhängen. Der Antrag auf Auflösung der Orgesch zeige das höchst bedauerliche Streben gegen di« Zeitverhältnisse. Wenn die Verhält wlfe in der Großstadt schon sehr unsicher seien, fo sei dies auf dem flachen Lande noch viel niehr der Fall. Wir glauben »ich t, daß wir die Forderungen des Ultimatums werden erfüllen können, sind vielmehr überzeugt, daß die neuen Steuern das wittschaftliche Leben vollkommen zerstören werden. In Oberschlesien herrscht noch nicht die Autorität der interalliierten Kommission, sondern bk Banditenherrschaft polnischer Banden, di- von den Franzosen unterstützt werden. Wir wünschen dringend, daß Oberschlefien bald mit dem Reiche wird vereinigt werden könne». (Lebhafter Beifall richts. Zischen und Pfeiffen links.) »
Abg. Dr. Wiemer (D. Volksp.): Wir haben nicht di: Absicht, einen Vorstoß gegen das Kabinett Stegerwald zu unternehmen. Wir werden, obwohl wir in diesem Kabinett nicht vertreten sind, es unterstützen, solange seine, Politik sich in den Richtlinien bewegt, die der Ministerpräsident vorgetragen hat. Wir fordern dringend daß künftig der Haushaltsplan rechtzeitig vorgelegt wird. Bei der Steuergesetzgebung muß das Interesse Preußens dringend gewahtt bleiben. Zn:n Proteste gegen die Sanktionen ist hier gerade der rechte Ort Wir protestieren aber auch gegen die lärmenden Zwischenrufe der Linken gegen die Ausführungen des Vorredners, die nur dazu führen könnten, die deutschfeindliche Haltung der Feinde zu tärken. Wir sind gern bereit mit der sozialdemokratischen Partei zusammen: erarbeiten, diese hat dies aber stets ab- gclehnt. Daß pouttsche Gegensätze itoiidn« uns bestehen.
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' ie französisch-polnisch« Verbrüderung.
.Meldungen mehrerer Blätter zufolge haben i Astern qUS Anlaß des französischen Nationalfeier- I ‘“fies in den größeren Orten des oberschlefif^en In- I ^striebczirkes große Umzüge stattgefunden, an j sich sowohl Franzosen wie Polen beteiligten, f ?"e Franzosen trugen polnische, die Polen franzö- ! Me gaiben. Bei dem Umzuge in Rrchnik führten i 5? französischen Alpenjäger polnische Fahnen und . ^fit3net mit. An dem Umzuge beteiligten sich auch DaLerioldaten in voller Uniform.
gg Sknmtm Dm 4. Mn-NIWd», ; Von unserem Sonderberichterstatter.
Snfurgenlen sagen.
. Der Berichterstatter de? „Corriere della Sera" schließt wi« laugen Bericht über die furchtbare Not Ober- "Dlesieus mit den Worten: „Oberschlesien ist kein ^späifches Problem, es ist eine europäische Schande".
Bericht aus Oberschlesie» müßte wohl so geschlossen
Rolf Brandt.
Der Anzeigeilprei, beträgt für di» 9 gesp. Tolonelzeile ober beten Raum 90 Psg. u. 10% Aufschlags amtliche unb auswärtige 1.20 Mk. Andere Spaltenbreiten nach entsprechend« Berechnung. Spät etnlaufenbe ober den Ran« über lL Seite ein» neijmenbe Anzeigen find wir berechtigt, nach bet Textspaltenbreit« zu setzen unb tu berechn««- Eogem Reklamen berechnen wir die Zeile mit 3.00 Mk. Jeder Rabatt g,lt al, varrabatt. Bet «n.knnft durch die Geschüft-steke nnb Vermittlung der Angebote 75 Pfg. Sondergebühr.
kann nicht aus der Welt geschasst werden, aber wir könne» di- sozialdemokratische Partei nicht als die ausschließkch« Vertretung der deutschen Arbeiterschaft anerkennen.
Abg. Heil mann (Soz.) fragt: Wie steht «S mä den 15 Millionen, bk der Finanzminister an den Prin^n Friedrich Leopold zur Deckung seiner Schulden zahlte? Sind dazu Staatsgelder ohne Zustimmung des Parlaments verlangt worden? Wie steht es überhaupt mit der Hohen;olleruabsinduna? Wir verlangen, daß auf diesem Gebiet nichts geschieht, bevor das Parlament gehört worden ist. Der Redner macht dem Minister- Präsidenten den Vorwurf, daß er sein Versprechen einer Umbildung der Regierung unter Zuziehnng der Sozialdemokratie nicht eiulösen wolle. Auf unsere Anfrage, ob die Deutsche Vol^partci sich offen und ehrlich auf den Boden der Republik stellen wolle, hat sie die antwort abgelehnt. Mit Monarchisten aber können wir nicht regieren. Von Herrn Stegerwald, der der Sozial- demokratte ftmsteht, fühlt sich die Arbeiterschaft doppel betrogen. Sic lohnen Herrn Stegerwald al« nationale» Lehrmeister ab. Die Leipziger Richter haben sich bemüht, gerecht und objektiv zu urteilen. Für die Franzosen ist das beleidigte Recht nur ein Vorwand zur Aufrechterhaltung imperalistischer. Gewalimaßnahmen. (Beifall.) In der Fott>-rung der Aufhebung der Sanktionen ist das ganze deutsche Volk einig. Das Kabinett Stegerwald ist eine Gefahr für Preußens Bestand. Stegerwald hat im Gegensatz zu allen unseren Zentrumsministern gegen die schwarz-rot-goldene Gösch gestimmt. (Beifall rechts.)' Der Klasscnkampf schließt icicht aus, daß wir gelegentlich mit bürgerlichen Parteien zusammen regieren. Der Redner schließt seine fast dreistündige Rede mit den Worten: Wir sind zirm Frieden berett, zum Kampfe end, schlosscu. (Stürmischer Beifall bei den Soz. Zische« rechts.)
Ministerpräsident Stegerwald : Die preußische Rc- giening hat wiederholt mit der Reichsregierung über bk Schritt« zur Aufhebung der Sankttonen verhandelt. Bo« der Rcichsregierung ist getan worden, waS geschehe« konnte. England und Italien sind für die Aushebung, aber ihr Bemühen scheitert am Widerstand Frankreichs.' Der Störenfried des europäischen Friedens, als der lang« Zeit Deutschland bezeichnet wurde, sitzt heute an einer ganz anderen Stelle. (Sehr. richtig.) Mft der Fanft allein kann aber Europa nicht wieder aufgebaut werben, endlich muß doch die Vernunft siege». Wir sehen ma der ReichSregicrnng in den Sanktionen ei» schreiendes Unrecht. Wir erwarten, daß Oberschlesk» endlich bet Abstimmung entsprechend Gerechtigkeit wird. ES ist nicht richtig, daß die Arbeitslosenunterstützungeu gekürzt werden sollen. Der hohe Getreidepreis, für den Preuße» im Reichsrat gestimmt hat, war von der Reichsoegiermtg mit den Stimme» der sozialdenwkratischen Minister be» chlosscn worden. Me glauben gar nicht, wk froh ich wäre, wenn ich Ivieder an derselben Stelle wirken könnte an der ich 15 Jahre gewirkt habe. (Rufe bei den S»».: Tun Sie e8 doch!) Wenn Sie das Kabinett Stegevi wald beseitigen ober es umgestalten wollen, so stehe ich dem nicht im Wege. Ich lehne es aber ab, nachdem bk Pas- leien seit Pfingsten nichts bieftr Art getan haben, einfach die Brockeic hinzuwerfen, als ob der preußische Staat ei« Kindersviel wäre. (Beifall recht» unb in der SOätteJ Die Situation hat sich auch daburch geändert, daß di» Sozialdemokratie im Staatsrat und unter den preußische» Provinizalstimmen im Reichsrat sehr schwach vertrete» ist. So könnte die Gefahr entstehe», daß sich bei eine» chwachen Koalitionsregierung bk preußischen Stimme» gegenseitig aufheben. McinersettS kann ich nicht bk Initiative zu einer Regierungsumbildung ergreifen. Aber obald die Parteien zu einer Einigung gekommen sind, werde ich keinen Augenblick auf diesem Posten sieben. Auch ich bin der Auffassung, daß nach den geänderten Verhältnissen im Reiche nur auf der Grundlage einer breite» Koalition regiert werden kann. (Stürmischer Beifall rechts und im Zentrum: Zischen bei den Soz.)
Das Haus vertagt sich hierauf auf Freitag vormittag 11 Uhr.
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Amtliches DerWndigungsbtatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
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: , _ Kattotvitz, 9. Juli.
r '* Wenn man mehrere Tage durch das Industriegebiet fährt, hat man den äußeren Eindruck einer Annäherung an sriedkrche Zustände. Auf der Bahn rollen die ersten rvhleuzüse westwärts. Nach vielem Siu und Her wurd" der Bahnhof Kattowitz dank dem Eingreifen der Engländer übergeben. Der Personenverkehr setzt ein. Gleich- ■' dre Paßkontrolle der Deutschen, während die polnische Grenze nach wie vor offen ist. Gleichzeitig beginnt ko Kattowitz die Waffensuche der Franzosen — in be» deutschen Häusern. Man hat bei genauer Beobachtung den Eindruck, daß das Abblasen des Aufstandes mir erfolgt »st, um den Polen ihre Sache zu erleichtern. Die sranzösische Richtlinie, das Land unter allen Lrdingungen an Polen zu spielen, bleibt bestehen
Immerhin: Gegenüber den Tagen, da Kattowitz und die anderen Städte völlig eingeschlossen waren und die Jnsurgeulenmgeln in die Straßen schlugen, ist ein- Erleichterung zu spüren. Aber efx Ausrichten der tiefgebeugten Bmölkerui« fitzet nur sehr langsam statt. Ich habe keinen Deutschen gesprochen, der nicht von dem Au^l-ruch eines neuen Aufstandes überzeugt wäre.
Erne Waffenabgabe der Insurgenten hat nicht statt- vesuiiöen. Die Waffen sind nur aus den Kreisen Glei- witz, Groß-Strehlitz, Kreuzburg in das eigentliche Zenttal- revier verbracht worden. Die Werke haben «leifäfttn twiferügen müsse», und in diesen Bleikästcn tverden Mumlioii und Gewehre vergraben. In die Ortswehren trete» die Insurgenten trotz der Verordnung der I. K. ein. Die sranzüsischen Kontrolleure legen die'Verfügung so aus, daß nur Insurgenten, die an der Front gekämpft haben, nicht Waffen erhalten dürfen. So nennen sich «c Jusurgentenformationen einfach Milizen, mid es kommt vor, gaß sie einmal die alten Waffen nicht «bgegeben haben. Dann aber als neue Ortsmiliz Massen drdern und erbalteir. sodaß doppelte Waffenmenaen nr volnische Hand geraten.
Au? oem LarLe ist die Macht der polnischen Ans- ftoimsregierung noch unumschränkt. Gegen Abend wirb l»r dem Befahren der Chaussee gewarnt. Die großen Kälber stecken voll von Banden, die gamicht daran denken, di- Waisen abzilgeben. Um bk Kontimittät der Kor- sonch-Regierung aufrechtzuerhakten. sind an allen wich- twen Punkten Liquidationsstelle» der revolutionär.-» pvl- «schen Regierung geblieben. Sie sollen das Vettvaltungs- »-rwpc für die künftige Aufgabe, die ihnen im neuen «n'-iande zufällt, abgeben.
Unter diesen Umstäichen beginnt namentlich in den Milche» Kreisen in der deutschen Bevölkerung der v l u ch t g e d a n k e stark Boden zu fassen. Die politischen »okgen dieser Belvegung sind nicht abzusehen, wenn es Acht gelingt, ihr Einhalt zu gebieten. Worte und Versprechungen helfen den Oberjchlefiern nicht mehr. Die M'ttel bcs Oberfchlesier-Hilfswerks könnten hier uilge- henrcn Scac» stiften, wenn sie groß genug sind, die rniWurnt. materiellen Schäden wenigstens z» heilen. «!- stark die Fluchtbewegung einsetzt. mag da» Beispiel der Minen Stadt Rydnik zeigen, in der 132 Familien ihren J«^jU3 angemeldet haben. Die Spediteure sind aus Monate mit Umzugsausträgen überlastet.
2m übrigen ist gerade im Kreise Rnbnik auf der »abrrtn Seite zunehmende Erkenntnis auch bei den »ölen festzustellen, daß die Kreise im Falle der Ab- ttctuug von Deutschland wirtschaftlich ruiniert sind. Man nnbEf in den besser gestellten polnischen Familien tiefe «edergeschlageiiheit trotz des erfolgreichen Ausstandes, die polnische Mark allmählich in die Nähe des kowiel Rubels gebracht hat.
In alle» Kreisen gleichmäßig verderblich hat bet «M uestieerlaß gewirsi. Da er gegeben würbe, \ *t,or voch sie Räumung vollendet war, setzte er geradezu ■* Straflosigkeit auf Deutschcnmord fest, fl ®*r Am uestieerlaß. Der Mörder, Diebe, Frauenschäi^ber »raUrej läßt, ist eines der ungeheuren S3er- c ii. die die Interalliierte Kommifsion aus ihrem i ^vMcn hat. Zu gleicher Zeit, da in Leipzig Dinge, «« luhrelang zurückliegen und sich im Kr-egstaumel ab- haben, zum Gegenstand hochp-inlicher Verfahren kmackt werben müssen, verkünbet die Interalliierte Kom- mssioi!. daß es straffrei geschehen kann, Deutsche zu ‘ •orten und ihre Häuser zu plündern. Tas heißt den ««neu Aufstand auch pfvchologisch vorbereiten: Korsanth | k' seine» Leuten Straffreiheit versprochen, er hat sein -WM I ~ort gehakte». Wir können es zum vierte» Mal auf
* F1’. Wort hin versuchen, wird die Logik des polnischen
Aus dein besetzten Gebiet.
Berlin, 14. Juki. Me die „Bossische Zeitg.» aus Koblenz meldet, teilte bk interalliierte Rhein- landkommission dem Reichskommissar für die besetzten 61ebietc mit, daß die streikenden Rheinschissahrts- arbeiter ihre Arbeit wieder unverzüglich anf- nehmen unb ihre Forderungen einem von der Rheinlandkommission eingesehen Schlichtungsbüro zur Prü- ’ung unterbreiten sollen. Die Zuwiderhandlung ziehe Strasverfchgung nach sich. .
Nach einer Meldung des „Lokalanz." aus Düsseldorf verurteilte die französische Besatzungsbehörde den Ber- lagsdirektor Gustav Gottesleben wegen Ausstellung vo« Bildern, die die französischen Truppen in Oberschlesie» »eigen, :u vier Wochen Gefängnis unb Ausweisung.
Düsselborf, 14. Juli. Ter Chefredakteur der Düks-ldarfer Zeitung", Paul Münh.-l, wurde von de, französischen Besatzungsbehöidde tu vier Tagen Ge- ::is verurteilt. Er wurde gestern nachmittag durch zwei französische Gendarmen aus der Wohnung geholt. Tie Gründe für das Zeitungsverbot und bk Verhaftung Mütze!s wurden bisher nicht mitgrttilL Es wurde nur auf eine Nummer der „Düsseldorfer Zeitung" hingewiesen. Anscheinerch hat die Bertei
igung des Leipziger Prozeßverfahrens daS Mißjalleq der Beftitzpnasbehsrde erregt. , '
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Dee Reichsral hat den Gesetzentwurf über Heranziehung der Frauen zum Schöffen- unb schworenenamt mit 31 gegen 31 abgelehnt
Da« dänische Königspaae ist am Sonntag
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