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Amtliches DerkünLigungsblatt des Kreyes Maümrg.

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Anzeiger für (das ftüher kurhessische) Oberhessen

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DieOberhelfijche 3eitun< «rfcheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich

4.75 Mk., durch die Post 5.10 Mk. Ausgabe B mitOber-. Soort-Ztg." 1 ML mehr.

St. 162 Für ausfallend« Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag von Dr. T. Hitzeroth. Druck der llniv.«Buchdruckerei von Joh.Aug. Koch,

Markt 21/28 kternsprecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

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|»r Gerechtigkeit, als ein Theaterstück, als eine Komödie.

Bknit die Nachrichten zastreffen, stehe ich nicht an, ihm

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5i. m

1921

Beuthen, 13. Juli. Gegen den Vertreter der sozialdemokratischen Partei im Zwölferausschaft, Cyrius, wurde von der interalliierten Kommission wegen seines offenen Briefes an die interalliierte Kommission betreffend die Beuthener Vorfälle, bei welchen der französische Major Montalögre erschss- sen wurde, das Strafverfahren eingeleitet.

Beuthen, 13. Juli. Einer der am Sonntag in Eodullahütte überfallenen Angestellten des deut­schen Abstimmungskomissariats in Beuthen namens Kulik ist heute zurückgekehrt. Es gelang ihm, nur

Aus dem besetzten Gebiet.

Berlin, 13. Juli. Anläßlich des bevorstehenden Nationalfeiertages Frankreichs und Belgiens, am 14. und 21. Juli werden im besetzten Gebiet große Pro- pagandafeierlichkeiten geplant.

Wie dasDeutsche Tageblast" mitteilt, ist die Zeitung aus Beschluß der Interalliierten Kommission in Düsseldorf und Duisburg auf die Dauer von acht Tagen verboten worden.

Auch d« «Nordstern" beschädigt.

Paris, 13. Juli. Der ZeppelinNordstern", der an Frankreich abgeliefert wurde, sollte gestern nachmittag von seinem Hafen Saint Eyr einen Aus« flug mit einigen Generalen und Abgeordneten utu ternehmen. Zur Abfahrt bereit, wurde der Zepp« lin gegen die Halle geschleudert, sodaß die Hülle einen langen Riß erhielt. Die Zeppelinhülle nach de«Echo de Paris" ziemlich schwer beschädigt worden. Das Blatt sagt, da» Luftschiff sei für lange Zeit demobilisiert. ,

Der Hunger in Rußland.

DemVorwärts'' zufolge ist die Lage in Hungergegenden des Wolga» und KamagebieteS

Ein Spionageprozeß. Das Reichsgericht beschäf­tigte sich in den letzten Tagen mit einem großen Spionageprozeß. Führer des Unternehmens war ein holländischer Kaufmann Jongerius, der zu 5 Jahren Zuchthaus verurteilt wurde. Der frühere Reichswehrleutnant Bösel erhielt 3 Jahre Zucht­haus. Zwei weitere Angeklagte erhielten 2% Jahre Gefängnis, einer zwei Jahre Gefängnis und einer drei Monate Gefängnis. Zwei Angeklagte wurden freigesprochen.

Wie von bestinformierter Seite mitgeteilt wird, ist die Meldung desKarlsruher Residenzblattes", der Reichs­kanzler habe sich verlobt, frei erfunden. ,

schlich. Infolge der andauernden Hitze und Trocken­heit zeigt der Erdboden an vielen Stellen große Risse, die Bäume sind entblättert, das Vieh ist größtenteils zu Nahrungszwecken geschlachtet worden, ganze Dörfer sind von Feuersbrünsten vernichtet, die Brunnen urrd Flüsse sind ansgetrocknet. Die Bevölkerung flüchtet nach allen Windrichtungen; mit Mühe ist es gelungen, einen Teil der Flüchtlinge nach Sibirien und Tur­kestan zu leiten. Unterwegs nähren sie sich von GraS, Baumrirtde und .anderen kümmerlichen Resten der Vege­tation. Die Bevölkerung der Nachbargebiete bewacht die Landstraßen, um «ttte Besitzergreifung ihrer im Korn stehenden Felder durch die hungernden Flücht­linge zu verhüten, hierbei ist es bereits zu Zusammen­stößen gekommen. Die MoskauerJswestija" fordert, daß man die hungernde Bevölkerung vor dem Tode und die Landwirtschaft vor dem gänzlichen Untergang reite; man müsse sofort eine Million Flüchtlinge nach Turkestan, Chiwa und Buchara abschieben, wo sie bei den Bewösserungsarbeiten Verwendung finden könnten. In der Umgegend von Petersburg und Moskau sind bereits die ersten Flüchtlinge aus dem Wolgagebiet aufgetaucht.

Der Vorsitzende deS Zentralexekutivkomitees Ka- tenin äußerte, die Lage fei augenblicklich so kritisch, daß die Bevölkerung noch bis zur neuen Ernte aus­sterben könnte. Die Sowjetregierung soll einen Hilferuf nach Amerika gesandt haben.

Der MMiziniWtt seien SrinnK

Zurückweisung der Angriffe gegen da» Reichsgericht. '< Rcichsjustizminister Schiffer hielt in Berlin vor futtm engeren Kreise von Politikern und Pressevertretern i eine Rede, worin er n. a. aussührte:

Die Reden deS französischen Ministerpräsidenten ent­halten in letzter Zeit in ganz ausiallender Weise gehäufte Unfreundlichkeiten und Angriffe gegen Deutschland. Allen diesen Angriffen gegenüber legte sich die deutsche Regierung bisher größte Reserve auf. Jetzt aber überschritt Briaud £e Grenzen, die unserer Zurückhaltung durch unsere Selbstachtung gezogen sind. Auf die Beleüügung, die tr her deutschen Rechtspflege zusügte, kann ich als Chef ter ReichSjustizverwaltung nicht schweigen. Ich darf umso «her reden, als mir ein Einfluß aus die Ausübung des Richteramtes nicht zustebt. ich also nicht etwa für mich selbst spreche, wenn ich für die Träger dieses Amtes ein» trete. Nach Zeitungsnachrichten bezeichnete Briand die Leipziger Prozesse als einen Skandal und eine Parodie

Ein Anschlag auf Z.lsudski.

Kopenhagen, 18. Juli. DerBerlingske Tidende" wird aus Warschau gemeldet: Auf den polnischen Regenten Pilfudski wurde gestern ein Anschlag verübt. Die Angelegenheit wird mit größ­tem Stillschweigen behandelt. Man weiß vorläufig nur, daß ein Mann in Pilfudski» Arbeitszimmer eindrang und mehrere Schüsse auf ihn abfeuerte. Die Polizei nahm mehrere Verhaftungen vor. Sie soll einer Verschwörung zum Sturz der jetzigen polnischen Regierung auf die Spur gekommen sein.

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Ergebnislosigkeit befürchtet.

London, 13. Juli. Der NewyorkerHerald" meldet aus Washington: Da» Staatsdepartement habe, offenbar in der Absicht, den Senatoren Borah und Johnson und einigen anderen zu antworten, die den Konferenzplan kritisiert hätten, die Gründ« auseinandergesetzt, die zur Einberufung einer Ent« waffnungs-Konferenz geführt haben. Die Senator ren Borah und Johnson hätten behauptet, daß bi« Teilnahme Frankreichs und Italiens schon im vor« aus die Gewißheit gebe, daß die Konferenz keil Ergebnis haben werde, weil sich Frankreich schon geweigert habe, irgend eine Verminderung sei« nes Heeres ins Auge zu fassen. Sie hätten fernes behauptet, eine Konferenz mit England und Japan über die maritimen Angelegenheiten würden ein sicheres Ergebnis zeitigen. Das Staatsdepartement erklärt, man habe sich entschlafen, alle Fragen der Entwaffnung zwischen den fünf Nationen zu studie­ren, in der Absicht, daß die Ziele der Konferenz ge­nügend weit gesteckt werden, damit jede Frage in Betracht gezogen werden könne. Wenn einige Na­tionen sich weigerten, ihre Heere herabzusetzen, dann würden sie die Aussprache über *)ie Seerüstungra nicht verhindern. Das Staatsk ^aitement hab« außerdem erklärt, daß, wenn die Ziel« der Konfe« renz eingeschränkt würden, wie einige vorschlügen, es unmöglich wäre, irgend etwas außerhalb dieser Ziele zu erörtern, einschließlich der Einschränkung der Rüstungen in der Luft und des Gebrauches gift tiger Gase.

Senator Borah befürchtet einen Fehlschlag, weif die Aussprache entgegen feinem Vorschläge nicht auf die Abrüstung zur See der Staaten England, Japs« und Amerika beschränkt bleiben soll.

Auch Deutschland vertreten?

London, 13. Juli. Reuter meldet au» W« hington, es verlautet, daß von allen Mächten gürte tage Antworten eingelaufen seien, en die di« Ber^ einigten Staaten einen Vorschlag betreffs der Ab| rüstungskonferenz richteten.

Bombenanschläge in Braunschweig

Braunschweig, 13. Juli. DieBrann» gische Landeszeitg." schreibt: Heute Nacht wurden wieder zwei Bombenanschläge in Braunschweig ver­übt. Einer richtete sich gegen daS Haus der Gerickts- chemikers' Dr. Nehring in der Bismarckstraße. Die Cftfeite des Hauses mit dem im Erdgeschoß gelegenen Laboratorium ist säst vollständig zerstört. Mensch:", sind nicht verletzt worden. Ter zweite richtete sich gegen die Garnisonkirche im Stadtpark. Es wurde nur geringer Schaden verursacht. Bon den Tätern fehlt jede Spur. In Verbindung mit den Bomben» anschlägen sicht wahrscheinlich der Ueoerfall auf «inen Schutzpolizeibeamten, Oec nackts von fünf Männern im Prinzenpark angefallen und 'überwältigt wurde. Der Beamte toutbt in hilflosem Zustande ausgefunden und lmgt besinnungslos im Krankenhause.

notdürftig bekleidet, zu rntfliehen. Man raubte ihn vollständig aus. Seine Mutter war mehrmals mit Erschießen bedroht worden.

Lor der Entscheidung der obrrschlefischen Frage.

Zürich, 14. Juli. Laut einem Funkentele­gramm aus London meldet disZüricher Ztg.", daß der oberste Rat am 17. Juli zusammentritt, um in der oberschlefischen Frage di« Entscheidung zu fällen. Der Teilungsplan des Grafen Sforza soll hierbei stärker Berücksichtigung finden. Der englische Stand­punkt hat sich dem italienischen sehr genähert.

General HSser» Heimkehr.

Ko bürg, 14. Juli. Der Leiter des deutschen Selbstschutzes in Oberschlesien, General Höfer, ist nach seinem Wohnsitz in Koburg zurückgekehrt, wo er am Bahnhof von der Stadtverwaltung und mehreren Bereinigungen empfangen wurde. Eine große Men­schenmenge begleitete den General nach seiner Woh­nung, wo sich auch daS frühere Herzogpaar eingefunden hatte. Ter Sängerkranz bradite dem General ein Ständchen. Nach dem Gesang vonDeutschland, Deutschland Über alles" ging die Menge auseinander.

Marburg

Donnerstag, iei U. M

bewert

Der Verteidiger der Festung Przemysl, Feldmar- MfiUeuhiant Thamassy, hat in Budapest eine Tischlerwerkstatt eröffnet. Er war lange Zeit in Irischer Gefangenschaft, wo er Gelegenheit hatte, |**» Tischlerbandwerk zu erlernen.

Die eiililfle GöttieraitostfliM in DierlWe».

Korfanty nicht mehr in Oberschlefien?

Einer Blättermeldung aus Beuthen zufolge sol­len die Engländer in den Kreisen Kattowitz und Beuthen mit einet energischen Räumungsaktion des flachen Landes begonnen haben. Auf den Straßen und in den Wäldern herrsche ein reger englischer Patrouillenverkechr von Radsahrertruppen und von mit Maschinengewehren bestückten Panzerautos. Bei Kattowitz seien vier Mann einer polnischen Bande von den Engländern standrechtlich erfassen worden. Das Hauptquartier Korfantys in Schoxpi- nitz soll unter englischer Kontrolle ausgelöst werden. Korfanty befinde sich nicht mehr auf obe^schlesischem Boden. Sein Stab siedle nach Sosnowice über.

Auf vielen Jndustriegebäuden weht noch immer die polnische Flagge. Die Polen, die den Vormarsch der Engländer aus den Städten auf das flache Land fürdteu, versuchen einen Generalstreik herbeizuführen mit der ForderungAbzug der Engländer".

Abberufung französischer Generäl«.

Oppeln, 14. Juli. Außer den Generalen Lerond und Le Comte Denis, dem Kreiskontrolleur von Beuthen, werden auch die französischen Generalkonsuln Pensot und Aubin sowie die Generale und Kreis» koutrolleure Blanchert und Bonnet abberufen werden. An ihre Stelle treten englische Offiziere.

Rücktritt Dr. Urbaneks. Fahnenweihe und Parade der Aufständischen.

Berlin, 13. Juli. Nach einer Meldung des B. T." aus Kattowitz trat der deutsche Abstimmnngs- kommissar Dr. U r b a n e k zurück. Der Zwölferans- schuß der deutschen Parteien und Gewerkschaften be­auftragte den bisherigen Leiter des schlesischen Aus­schusses, Landrat Dr. Luka sch ek, mit der Ver­tretung der deutschen Interessen in Oberschlesien. Luka- schek gehört der Zentrumspartei an.

Wie dieVoss. Zeitg." meldet, fand in Schoppinitz im Hauptquattier Korfantys unter den Augen der verbündeten Truppen eine feierliche Fahnenweihe für polnische Aufständische statt. Korfanty empfing bei dem Feldgottesdienst die von der Stadt Lemberg ge­stiftete, in Czenstochau eingesegnete Fahne. Eine Parade beendete die Feier.

Reue Ausweisung oberschlesischer Polizeibeamter.

Kattowitz, 13. Juli. Wie vom hiesigen Po­lizeipräsidium mitgeteilt wird, erhielten gestern 68 Polzeibeamte Ausweisungsbefehl der interalliierten Kommission. Di« Beamten müssen bis zum 15. Juli das Abstimmungsgebiet verlassen. Ein erheblicher Teil von ihnen find geborene Oberschlefier.

Die AuMkm ta Hltimatm

Die dmttschc, Zahlungsverpflichtungen und Steuerplän«.

In einer Unterredung mit einem Mitarbeiter desBerk. Tgebl." «rklärt« Reichswirtschaftsmini« fier Schmidt, daß die Deutschland au» dem Ulti­matum erwachsenden Verpflichtungen schätzungs­weise jährlich 314 bi« 4 Milliarden Mark betragen. Deswegen sei es dringend notwendig, daß jeder Stand aus solchen Ziffern di« Nutzanwendung für fich und di« Folgerungen zieht. Hinfichtlich der Steuerpläne der Reichsregierung sagt« der Mini­ster: Wie sich auch das Steuerprogramm gestalte« möge, an einer abermalige« steuerlichen Erfassung des Besitzes werde man nicht vorübergehen können. Insbesondere würden diejenigen Sachwerte heran- gezogen werden müssen, die in ihrer Wert­grundlage durch die Geldentwertung weniger berührt worden seien. Bei den indirekte« Steuer« müsse man fich davor hüten, daß fich We Abgaben i« ihrer Wirkung zu sehr Überschneide«. E» dürst« z. B. nicht zu einer allgemeinen Erhöhung der Umsatzsteuer von lya auf 5 Prozent kommen, d« viele lebensnotwendige Waren auf ihrem Wege bis zum letzten Verbraucher einen drei- oder vierfachen Umsatz durchmachen müßten und die etntretenbe 15* oder Lüprozentige Besteuerung nicht vertragen.

Die Kohlenliefernng«« im August.

Paris, 13. Juli. Das zwischen den Sachver­ständigen des Entschadigungsausschusses und dem Reichskohlenrat vereinbart« Programm für die Lie« ferung deutscher Kohlen im August ist genehmigt worden. Die Lieferungen belaufen sich für den Mo« not August auf 2 200 000 Tonnen.

vorläufiger Abschluß der Pariser Besprechungen.

P a r i s, 13. Juli. Die deutsch-französischen Be­sprechungen über die Sachlieferungen wurden heut« vorläufig zu Ende geführt. Eine Anzal von Einzel« fragen bleibt noch zu kläre«. Man hofft, daß t« kurzer Zeit ein Abkommen zustande kommt.

Kleinasien.

Paris, 18. Juli. DerPetit Parisien" teilt mit: Nach einer aus Smyrna eingetroflenen Meldnng hat das griechische Heer nach den Verlusten von Schumay bereits mit den Borbereitnngen zur Räu­mung von Uschak begonnen.

Einer Exchangemeldnng aus Konstantinopel be­richtet: Der Befehlshaber der nationalistischer! Truppen in JSmid sandte an die Pfotte eine Note zur Nebermittlung an die Verbündeten, worin es heißt, er werd« sich genötigt sehen, die Konstantinopler neu­trale Zone nicht länger zu achten, wenn die Griechen sorifahren würden, Konstantinopel als Stützpunkt zu benutzem

Die französischen Kriegsverbrechen.

Paris, 13. Juli. Im Anschluß an seine E»t- Wluugcn über den Befehl des Generals Bouillon, Kine Deutschen zu Gefangenen zu machen, veröffentlicht Ifoititenoire de Lourg in derHumanste" den Brief rmeS Tr. Köchlin aus Paris, worin dieser mstteilt:

Tic 10. Division Marchand habe sich ganz be- jfonscrs dadurch ausgezeichnet, daß sie wenig Kriegs- Maugene machte, besonders das 52. Kolonial-Regi- Mnt, dessen Oberst Petit de Mange besonders wild Httr-cfeu sei. Er gab den formellen Befehl, weder Deutsch- Verwundete, noch deutsche Gefangene einzn- Dringen. Unterleutnant Morim habe bestätigt, daß Mar die Niedcrinachung eines feindlichen Hilfspostens ^stehend aus Verwundeten, Aerzten und Kranken- bärttrn von dem Oberst angeordnet worden sei. Köchlin ttkiäri weiter, Petit de Mange habe sich selbst in «randsesnoy im Departement Oise im November 1915 Pintt Taten gerühmt. Er bezeichnet drei Divisi- d»en, die wahrend der Champagneschlacht kaum Ge<° Eugene einbrachten, wahrend sie bei anderen $it>b F^eii zu Tausenden gemacht worden seien. Diese

Divisionen seien die 10 die 15. und die marok- Mische Division. Er spricht auch von deutschen $et= Mndctcn (etwa 100 Mann), die bis nach Suippes ge- Mnmen waren und die man dott vier Tage absichtlich

Hilfe, Nahrung, Wasser und Unterstand gelassen Nbt. . >

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pt sagen, daß er in nicht zu verantwortender Weife mit der N-rc seiner Mitmenschen umgegangen ist. Di: Ehre des Richters ist seine Unparteilichkeit. Briand spricht diese Ehre dem höchsten deutschen Gerichtshöfe ab. wenn er be­hauptet, daß er ein Theaterstück aufgesührt habe, also ein abgekartetes Spiel trieb, eine Verdächtigung, die ohne Heu Schein eines Bttveises tn die Welt geschleudert lvor- fen ist. Oder genügt Herrn Briand schon die Tatsache, haß die Urteilt des Reichsgerichts nicht so auSgefialku; sind, wie eine leidenschaftlich erregte propagandistisch aufge- tzeitschie Stimmung in Frankreich es erhofft haste? Glaubt It, daß das Reichsgericht die Angeklagten lediglich der Unklage entsprechend zu verurteilen hatte? Wenn eS f» gewesen wäre, dann allerdings wäre das Verfahren bor dem Reichsgericht wirklich nur ein Theaterstück; eine Komödie gewesen, zu der sich ein deutsches Gericht niemals hergegeben hätte. Aber dem ist nicht so. Auch Artikel 223 des Friedensvertrages setzt Anklage unb Verurteilung keineswegs gleich, sondern verlangt Bestrafung nur für den Kall, daß der Angeklagte auch wirklich für schuldig Befunden wird. Darüber, daß das Verfahren selbst gründ- Ich und gewissenhaft, unter genauester Beobachtung stren­ge Unparteilichkeit gehandhabt worden ist, liegen gc» fügend zahlreiche und gewichtige Aeußrrungen lutbotein» Mnommencr, auch uichtoeutscher Teilnehmer vor, um jede Bemängelung von vornherein als aussichtslos erscheinen Kt lassen. Die Unparteilichkeit, Unabhängigkeit und strenge Sachlichkeit der deutschen Rechtsprechung, insbeson­dere der des höchsten Gerichtshofes, bas Ergebnis einer fthrhundettclangen Rechtsentwicklung, ist in der Welt »erkannt, und ihr wohlerworbener Ruf wird durch die tem der Presse mitgeteilte Anzweiflung des französischen «inifterpräsideulen nicht erschüttert werden. Nur in inner Beziehung mag man mit Herrn Briand die Leipziger Prozesse als ein Theaterstück, ein Dranra, freilich pchi eine Komödie, sondern eine Tragödie bezeichnen dür- pr nämlich insofern, als Deutschland allein seine Kriegsverbrecher zur Verantwortung zieht und sich nicht «mmal auf die in der Liste ausgeführteil Personen be- Wränkr, sondern jeden begründeten Verdacht von sich ms verfolgt. Dem kam: Herr Briand abhelscn, wenn «diejenigen seiner Landsleute unter Anklage stellt, die flui als eines Kriegsverbrechens verdächtig bezeichnet tectbiH."