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Die „Oberhefsifche Zeitung erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich

4.75 Mk., durch die Post 5.10 Mk. Ausgabe B mit „Oberh. Evort-Ztg." 1 Mk. mehr.

Ififi Für ausfallende Nummern infolge Streit, ooer elementarer Treigniffe kein Ersatz.— *»*• Berlag von Dr. T. Hitzeroth. — Druck der llniv.-Buchdruckerei von Iok>. Aug. Koch,

1921

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Markt 21,23 — Kernsprecher 55, — Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

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Ratibor, 11. Juni. Dein „Oberschlesischen Anz." zufolge richteten die Eisenbahnbean'tcn, die Postbeamten und die Bahnarbeiter deS Eiienbahnknotcupiuilts Nensa an den Kreistontrolleur von Ratibor einen Protest gegen die beabsichtigte Besetzung Reusas und seiner Umgebung durch die Franzosen. Sie fordern die Beibehaltung der Besatzung RensaS durch die Italiener oder Engländer und erklären, ihre Forderung gegebenenfalls durch Stillegung

Leipzigs 1L Juli. Die englische Delegation, die dem morgen vor dem Reichsgericht beginnenden

kommen zwecklos war, da es sich doch nur um „Theaterstück" handelte.

Noch lein offizieller französischer Schritt.

Berlin, 12. Juli. Nach Informationen

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zerstörten Gebieten angekündigt.

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Oppeln, 11. Juli. DaS Erscheinen d« „Oppelner Nachrichten" wurde aus Veranlassung der Interalliierte» Kommission aufgrund der ArtikeÜ übet de» Zwölferaur- schuß auf acht Tage verboten.

Ein neuer Teilungsplan.

P a r i ,, 11. Juli. Die „Europe Nouvelle" »er« öffentlicht einen Teilung-plan für Oberschlesien, )it bereits angenommen sein soll und der in seinen we­sentlichen Grundzüge« sich der Sforza-Linie nähert. Danach soll Deutschland die zehn nördlichen und westlichen Kreise mit insgesamt 478 00 Einwohnern, ferner die Kreise Groß-Strehlitz und Tarnowitz mit 135 000 Einwohnern und Eleiwitz und Hindenburg mit 120 000 Einwohnern erhalten, während die Kreise Beuthen, Kattowitz, Königshütte, Pietz und Nybnik mit insgesamt 477 900 Einwohnern an Po« len fallen sollen. .

beste bisher erprobte Mittel gegen den während der Krieges und nachher geführten deutschfeindlichen Lügen- scldzug. '$ie Wahrheit kommt dabei zu ihrcur Recht, und es scheint schon jetzt Har, daß das vielleicht weniger gefährlich für Deutschland und für die Ange­klagten ist, als bk Apostel des Hasses in den Entente-

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Stockholm, 11. Jnli. „Svenska Dagbkadet" iProzesse beiwohnen Wick, ist unter Führung von Sir schreibt: Die Leipziger Prozesse erweisen sich als dis! Ernest Pollock gestern abend hier eingetrofsen.

fand ein Gefecht polnischer Aufständischer mit der Oriswchr statt, wobei fünf Polen erschossen wurden.

Gespannte Lage in Oppeln. — Beuthen.

Oppeln, 11. Juli. Die Lage in Oppeln ist ge­spannt. Zurückgekehrte polnische Apobeamte gerieten in Konflikt mit deutschen Flüchtlingen. Bei einer Razzia auf nachts sich herumtreibende Frauen erhielten zwei Frauen und ein Franzose auf der Flucht Schutz- Verletzungen. Die Franzosen ziehen Verstärkungen heran. Der Sekretär Korfanty in Oppeln wurde von Unbekannten belästigt.

Beuthen, 11. Juli. Tie Lage in bet Stadt ist unverändert ruhig. Die englischen Truppen haben die französischen mehr und mehr abgelöst. Tie Wachen sind nur noch in geringem Prozentsatz von den Fran­zosen besetzt. Bon heute ab sollen sämtliche Funk­tionen, die bisher französische Behörden ansgeübt haben, auf die Engländer übertragen werden. Ter Belagerungszustand ist gemildert worden insofern, als die um 8 Uhr abends einsetzende Straßenkontrolle sehr milde oder garnicht mehr dnrchgesührt wird. Die Polizeistunde wird von heute an auf 9 Uhr, die Ver- kebrssperre auf 10 Uhr abends hiuansgeschoben werden. Die Aufhebung des Belagerungszustandes und damit die Aufhebung der Pressezensur dürfte nur noch eine Frage weniger Tage sein. Der Redakteur Fischer von der „Ostdeutschen Morgenpost" ist im Wege des Aus­tausches freigelafsen worden. । fei

„B. T." wird zunächst' kein offizieller französischer Schritt bei der deutschen Regierung in Sachen der Reichsgerichtsurteile erfolgen.

Die Wahrheit kommt zu ihrem Recht.'

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Paris, 12. Juli. In der gestrigen Kammersitzung standen die Kredite für Syrien und Cilicien zur Beratung. Abg. Soulier erllärte: Deutschland weiß uns stark am Rhein und sucht uns in Syrien Schwierigkeiten zu schaffen. Die Kemalisten sind zum größten Teil von Deutschen befehligt. Deshalb müssen wir am Rhein toack- sam bleiben. Im weiteren Verlauf schnitt Abg. Fri­bourg die Frage der Aburteilung der Kricgsbeschuldigten in Leipzig an und sagte, eS sei zu befürchten, daß durch die skandalösen Entscheidungen des Reichsgerichts der Triumvh der Alldeutschen sichergcstellt werde. Er for­derte Briand auf, zu erklären, daß angesichts einer der­artigen Haltung Deutschlands Frankreich die Möglich­keit der Aufhebung der Sanktionen nicht ins Auge fassen könne. __

Ministerpräsident V^/kand erklärte hierauf u.a., br äußere Lage Frankreichs sei im Augenblick nicht beun­ruhigend. Frankreich könne nicht gestatten, daß Deutsch­land sich so verhalte, daß cs für Frankreich bedrohlich werde. Zu den Ereignissen in Oberschlesien sagte Briand- daß in gewissen Gebiete» die französischen Truppen sich in einer schwierigen Lage befanden. General Leroud habe in bewunderungswürdiger Weise unter undankbaren Um­ständen seine Pflicht erfüllt. Oberschlesien sei kein deut­sches Gebiet: es werde durch die interalliierte Kommisiion verwaltet. Ueber den Benthener Zwischenfall sagte Briand. aus Anlaß der Ankunft eines englischen Bataillons hätten etwa hundert Personen eine Kundgebung gegen die Franzosen veranstaltet. Als ein Unteroffizier durch die Menge gehen wollte, seien Schüsse abgegeben worden, und Masor Moutalegrr sei durch eine Kugel von hinten ge­tötet worden. Es handle sich um ein feiges Verbrechen. Es se>'en zahlreiche Haussuchungen abgebalten worden, um die Schuldigen aufznfinden. Reichsminister Dr. Rosen habe be-m französischen Botschafter eine einfache Höflich- keitsdemapche unternommen. Was Oberschlesien selbst anbelanoi. so halte Frankreich sich an die Bestimmungen des Friedensvertrags. Es müßten Vorsichtsmaßnahmen ergriffen werden Nun gut, wir werden sie ergreifen. Briand ging dann nochmals zur Aburteilung der Kriegs- beschuld'.gten über und hob hervor, daß die Frage im Ultimatum besonders erwähnt sei. Tcutschlaud tat, so, als wolle cs die Aburteilung vornehmen. Tie französische Regierung mußte zu ihrem Bedauern feststellen, daß die Amvesenheit der französischen Abordnung in Leipzig voll-

Marburg

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„Beweise".

Die nächste Verhandlung vor dem Reichsgericht betrifft die Versenkung des englischen Hospitalschiffes „Llandovery Castle". Der Kommandant des deutsche» Unterseebootes der das Schiff versenkt hat, Kapitänlt. Prtzig, ist nicht angellagt, weil er unauffindbar ist. DaS Verfahren richtet sich gegen die ehemaligen Leutnants zur See Boldt und Tittm ar, die beschullsigt werden, daß sie auf die' Rettungsboote de» Hospitalschifss nach dessen Versenkung, geschossen hätten. Die Versenkung des Schiffes selbst' wird wohl keine Rolle in Leipzig spielen, da die Verant­wortung dafür dem U-Baotführrr zusällt, der, tote gesagt, nicht vor Gericht erscheinen wird. Was null die andere Anklage anlangt, so hat kürzlich vor dem Londoner Polizeigericht die Vernehmung eines Zeugen stattgcfunden, dessen Aussagen in Leipzig zu werten sind. Nach dem Bericht der „Times" hat btefct englische Zeuge Malcolm Evans in der Hauptsache folgendes ansgesagt:

Als er im Rettungsboot sich befunden habe, sei das deutsche U-Boot in großer Geschwindigkeit herangekominen, „offenbar in der Absicht, das Rettungsboot zu ram­men". Als da? U-Boot nur noch wenige Meilen ent­fernt war, habe da? Rettungsboot plötzlich zwei elektrische Lichter gezeigt. Er, der Zeuge, müsse annehmen, daß dieses plötzliche Erscheinen der Lichter den Steuermann des U-Bootes verblüfft habe. Denn nun fei das U-Boot, allerdings sehr knapp, an dem Rettungsboot vorbeige­fahren. Bald darauf habe er, der Zeuge, aus der Richtung des U-Bootes her Gcschützseuer gehört. Wieviel Schüsse gefallen seien, könne er nicht genau sagen. Die See sei ruhig gewesen, die Aussicht aber schlecht, da es immer dunkler geworden sei. Ehe er von dem Rettungsboot ausgcsischt worden sei, habe er andere Rettungsboote und Flöße gesehen. Es sei kein Grund, daß diese Boote und Fahrzeuge sich nicht ebenso in Sicherheit gebracht hät­ten, wie das Rettungsboot, in dem er saß, „es sei denn, daß das deutsche U-Boot sie durch Schüsse oder durch Rammen zum Sinken gebracht hätte". Das Rettungs­boot, in dem der Zeuge saß, war 36 Stunden unterwegs, ehe es vo.i e'nem englischen Kriegsschiff aufgefischt wurde. Auf Befragen erklärte der Zeuge, er selbst habe weder von Geschossen noch von Geschoßwirkungen etwas ge­sehen.

Und das sind „Beweise" für du deutsches Krngsver- brechcn!

jedenfalls beschleunigt werden. Louchenr habe für eine nahe Fickst den Beginn der Wiederaufbauarbeit in

hn utt> Schrift, nfragi, -meist« burq»I

Hardings Konferenzvorschlag.

London, 11. Juli. Die Botschaft der Bee» einigten Staaten in London teilt mit: Eine tont Weißen Hause ausgegebene Erklärung besagt: Im Hinblick auf die weitreichende Bedeutung der Frag» der Beschränkung der Rüstungen fragte der Präsident bei Großbritannien, Frankreich, Italien und Japan an, ob sie an einer Konferenz zur Besprechung dies« Angelegenheit in Washington zu einem gegenseitig zu vereinbarenden Zeitpunkt teilnehmen würden. Der Präsident schlug vor, daß die Probleme de» Stillen Ozcans und des fernen Ostens, die mit bet AbrüskungS- frage in enger Verbiickung stehen, gleichfalls auf dies« Konferenz besprochen werden sollen, damft eine alle gemeine Verständigung über die politischen Grundsätze süx den sernen Otze» herbeigesührt werde.

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Aus dem besetzten Gebiet.

Frankfurt a. M, 11. Juli Lebhafte Klagen wurden von den Landwirten im besetzte» Gebiet Wer die ungeheueren EinquarticrungSlasten laut. Auf zahl-- reichen großen Gehöft«, die zum Teil schon seit Woche» 3—400 Mann Einquartierung haben, werden ost selbst der zur Landwirtschaft benutzte Hausrat, die für bk Betriebe benötigten Räume, ja selbst bk Weidest äche» kür die Zwecke der Besatzungstruppen iw Anspruch genommen. Noch unerträglicher wird bk durch die Einquartierung geschaffene Lage mit Rücksicht auf die bevorstehende Ernte, da die Leute nicht wissen, M sie die Frucht unterbringcn sollen. — Die französische Besatzungsbehörde hat allen Vereinen, die in b<t| besetzte Gebiet Ausflüge unternehmen, verboten, mit Musik und Fahnen in geschlossenem Zuge zu mar­schieren. Einige Vereine, bk ahnungslos mit Musik und Fahnen durch da» besetzte Gebiet marschierten^ mußte ihre Unkenntnis mit Geldstrasen büßen.

Koblenz, 1L Juli. Bei den Verhandlung«» über die Ortsllasseneinstufung in der Provinz Hessen- Nassau herrschte vollständige Einigkeit darüber, daß die besetzte» Orte besonders berücksichtigt wecken müssen.

Die verheerende« Wirkungen der Zmangsmaß- nahmen.

Blättermeldungen aus Bochum zufolge wurden in­folge der Zwangsmaßnahmen am Rhein bis Ende Mai bei der Düsseldorfer Regierung bereits 62 Stillegungen und Betriebseinschränkungen gemeldet. In der Zeit -vom 1. Mai bis 84. Juni folgte die Stillegung bezw. Vetliebseinschränkung von weiteren 27 Betrieben. Bon 500 000 Arbeitern im Düsseldorfer Bezirk waren etwa 200 000 mit verkürzter Arbeitszeit beschäftigt. In verschiedenen Industrien sind Betriebsrückgänge bi» zu 66 Prozent zu verzeichnen.

Der Anzeigenpreis beträgt für di« 9 gefp. TolonehtHe oder der« Raum 90 Pfg. tt 10°|o Aufschlag, amtliche und auswärtig« 120 Mk. Ander« Spaltenbreiten nach rutfprech«ad»r Berechnung. Spät einlaufend« oder den Rau« «6er Seit« ein­nehmend« Anzeigen find wir berechtigt, nach der Texsipaltenbreit» yt fetz« and ju berechnen. Sogen. Reklamen berechnen wir di« Zril« mit 3.00 Kl. Jeder Rabatt gilt al, Barrabatt. Lei Auskunft durch di» Geschäftsstelle und Vermittlung der Angebot« 75 Pfg. Sond«rg«bühr.

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Die „Wiedergutmachung".

Pa rr», 11. Jnli. Die fran»ösischen mtb btt dock» sch-n Sachverständigen nehmen heute unter dem Vorsitz Loucheurs die Besprechungen über die „Wiedergutmachung gen" wieder auf. Das „Journal" glaubt »n wissen, daß Guggenhcimer die Zustimmung der deutschen Regierung hinsichtlich der VcrtÄung und der Verrechnung der Sach­leistungen aitf einen Zeitraum von zehn Jahr« aus Ber­lin mitbringen werde. Das Blatt meint, daß die Ber­handlungen daher wohl zu cntscheLenderen Ergebnisse» führen ivürden. Einen schwache» Punkt bilde die schwach» Stellung der Regierung Wirth. Dieser Punkt Vie« aber uniso schwerer, als Bergmann und Guggenheimer bi» Ersetzung der 26prozentigen Au-suhrabgabe durch Ab­gaben anderer Art, |. B. auf gewiffe Kolonialwaren. Zucker, Kaffee und Tabak, auf einige Rohstoffe und txf die Eingänge aus ben Verkehrsmitteln und bet Post sowie auf die Erträgnisse bet Einkommensteuer ukw. verlanget würden. WaS die deutsch-sranzüsikche Zusammenarbeit beim Wiederaufbau Rußlands betreffe — ein Gedanke, den Rathenau immer noch mit besonderer Vorliebe hege — so sei heute davon keine Rede. Die Verhandlungen wückeA

Unterschied zwischen ben Taten der Franzosen und der Insurgenten. Inzwischen arbeiten die besten Männer des Landes daran, die deutsche Bevölkerung zur Be- richigung zu trösten. Eine Massenslucht steht bevor. Nur schnelle materielle Hilf« aus dem Reich kann noch ben Abstrom dämmen. Bor Ersatz aller Schäden. Wer die Leiden wiegen Witt, muß freilich Gebirge als Gewicht« in die Wagschale setzen.

Rolf Brandt.

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Neue UebetfäHe und Plünderungen. "v>

Beuthen, 11. Juli. Gestern wurden acht aus Godullahütte stammende Männer, Angestellte des deut­schen Aüstimmuvgskommissariats in Beutb-n, ans dem Wege vom Heimatorte von einer etwa zloanzigköpfigcn Bande über fallen. Der Angestellte Stefan Orlowski wurde durch drei Kopfschüsse niedergestreckt. Der Ange­stellte Kulik wurde sestgcnommen und soll nachts nach Polen verschleppt worden sein. Ein dritter Angestellter wurde festgenommen, doch gelang es ihm »u. entfliehen. Die übrigen flüchteten und gelangten auf Umwegen nach Beuthen zurück. Orlowski wurde von dem jüngst aus dem Bcuthener GcrichtSgesängniS entsprungenen, des Raubmordes angeklagten Anwn MuSsal erschossen, der hon einer Rcshc Zeugen einwandfrei erkannt wurde.

Gestern sind mehrere englische Tanks ei »getroffen. Die Stadtteile Fricdenshütte und Roßbach erhielten aus­schließlich französische Besatzung.

Die Besatzungsbchörden setzten die Polizeistunde aus 8 Uhr und den Schluß des Straßenverkehr? auf 9 Uhr abends fest.

Kattowitz, 11. Juli. Sonnabend nachmittag drang eine große Bande bewaffneter Ausstärchischer in das Lager der Notstandsversorgung in Bogulschütz ein und plünderte es aus, ohne irgendwie behindert zu werden. Auf dem Bahnhof in Myslowitz bemächtigten sich früher« Auf­ständische eines Waggons und „beschlagnahmten" 5000 Liter Spiritus.

Di« deutschen Flüchtlinge kehren mit ihren Familien zu Hunderten in die Städte Beuthen, Glciwitz und Kattowitz zurück, e-?. ri den meisten Orten, die ohne interalliiert- i-?-’ -,•••• =jr.i sind, Mißhandlungen, 53er» schlepvu-ize» u.w Bedrohungen Deutscher an der Tagesocknung si-id. Bit Neuhof im Kreise Ratibor

Bevölkerung bade fei »Vertrauen zu der französischen Besatzung und wolle gegebenenfalls zur Selbsthilfe schrei teit Rrnia ist ein wichtiger Eisenbahnknotenpunkt mit sechs Brüsten,' vielen Werkstätten, und S.-tzwerfen._______

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Von unserem Sonderberichterstatter.

. Kattowitz, im Juli.

' t Aus der Landstraße tief hinter Gleiwih marschiert <n Mann mit einem Packen auf dem Rücken. Tie Schornsteine von Hindenburg ragen als ferne blasse Silhouetten vor grünen Rübenfeldcrn. Der Mann Einpft laut vor sich hin. Sein Blick ist müde und rig. „Haben Sie noch weit?" Er schweigt. „Viel- ht ist noch ein Platz im Wagen, wenn er wieder sn Ordnung ist" Die Augen werden erstaunt, sreimd- sichcr. „Ich will bis Laurahütte. Aber man sagt mir, sch kann nicht hinein. Ich wees ja nicht. Ick ließ weine Sachen schon all« da und ginge ins Reich. Uber 's ist och schwer. Was sott man tun. Man Hat kein Unterkommen nich." „Wo ist denn ihre Fa- ■ iytiie?'7 Er schweigt. „Dank schön Herr, ich will fchon lieber loofen, wenn sie mich in ihrem Auto sehen, schlagen sie mich noch einmal kavut." Seine Auge» .sehen hoffnungslos auf die Landstraße. Ter schwere Packen beugt seinen Rücken. Er marschiert in selt­samen, wie unschlüssigen Schritten weiter.

Tas ist das Bild des deutschen Obcrschlcsiers, dieser jvaud.mnde Mann ans der ausgefahrcncn, unockent- j sichen Landstraße. Diese hoffnungslosen, zerquälten ftuzen starren auf Deutschland. Es geschieht viel für Obcrschlejicn. Es geschieht viel zu wenig kür dies Leiden eines Volkes. Was sind die Deutschen, wir, für eine unverständliche Nation für die andern. B? gibt Deutsch; in deutschen Städten, die brausend : Leben zeigen, diemüde sind der oberfch'esiscben Tinge. Kari? ist ihrer nicht müde. Paris spielt weiter feiir furchtbares, zielbetoußtcs Spiel. Wir sind int letzten viertel des Kampfes. Vergeßt selbst de» großen Box­kampf überm großen Teich, selbst den Devisenmarkt sind die neue Tanzgröß; . . . denkt an Oberschl-sien. Rur brennender Willen, stark wie Tat, kann Obcr- schlesien noch für Deutschland retten.

Wenn man an diesem fünften Juli, Tag der end­gültigen Räumung, in Oppeln am Bahnhof aus stieg, fragte ein französischer Beamter nach dem Visum. Zn gleicher Zeit war Laurahütte von den Insurgenten nicht geräumt, — wird es heute noch nicht — war die weite Grenze gegen Polen offen. Aber deutsche Kauf­leute sollten ahnen, daß die Interalliierte Kommis­sion wieder ben Paßzwang eingeführt hat — für Deutsche.

Die ersten Nachrichten, di« einem bann in Oppeln «ntgegkiischlagen, find die furchtbaren Gerüchte von dem franzSfifchen Blutbad in Bent Heu. Am Mend sche ich die erste» Flüchtlinge ans der gequälten Stadt. Ihre Lippen versagen ben Dienst, wenn sic das Grauen des Montags erzählen. Wie man die deutschen jungen Leute wie Vieh mit Kolbenschlägen in die Kaserne trieb. Dort Gcwehrschlag in das Genick und in die Kniekehlen. Dann lagen sie, und nun schlugen die Franzosen unbarmherzig auf sie ein. Tas Sdjreien bei Unglücklichen flog, Gcißelhicbe auf die Herzen der wartenden Frauen und Mütter, durch die nächsten Straße». Das Gebet der Frauen wurde laut. „Gott, Eot!, wenn Du im Himmel bist, hilf uns!"

Das find die Eindrücke, mit denen beladen man in das befreite Gebiet fährt. In Gleiwitz hört man die Leiden der Stadt, die eben noch nicht aufzuatmen wagt. Auf ben Dörfern find die Deutschen noch am 6. Juli schutzlos. Polnische Insurgenten werden als Schutzpolizei von den Distriktkommifsaren bestätigt. Man [ielet die Frechheit dieses Wortspiels von der Liquidation des Ausstandes.

Das Auto biegt in die Straße nach Hindenburg tüi. Die Städte des Industriegebietes haben ein anderes Gesicht bekommen. Ein polnisches. Ueber- «tl sind dic deutschen Inschriften überstrichcn oder «eben den verblaßten steht in leuchtender weißer Farbe die neue polnische Inschrift. Aus der ganzen Fahtt den Hindenburg über Königshütte nach Kattowitz habe fck: keinen Laden gesehen, der nicht die polnische In­schrift trüge. Zu neunzig Prozent eilte neue, srifch- Semalte polnische Inschrift. Ja, an einer Stelle war aan noch am 6. dabci, die polnische Inschrift.aufzu- tnaieu und dic deutsche zu überstreichen. Befchl Kor- fanths: „Sic erhalten den Befchl, Ihr Schild inner­halb viernndzwanzig Stunden auf roten Untergrund ktt weiße» Buchstaben in polnischer Sprache anzu- fcringen. Nichtbefolgung dieses T.-ehles hat nlcksichts- Mc Strafe zur Folge. Der Platzkornmandant." Dieser befehl hat dem Industriegebiet das deutsche Gesicht ßOohlcn. Tie englische Arbeiterkomrnisfion, die er« toarttt wird, kann feststellen, daß alle Laden des In­dustriegebietes in polnischer Hand sind.

‘ , Die Werke haben große Blcikästen unfertigen diüss-n, in ihnen liegen die polnischen Waffen. Man I ha-

den Eindruck, in Kattowitz in einet Stadt zu sein, bet Fieber herrscht. Gestern war die Uebergabe *rs Bahnhofes noch nicht in Ordnung. In Laurahütte -«cha» »roch bi« Insurgenten. Inzwischen hört man

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Ärmliches Berkündigungsdlatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberheffen