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Amtliches VerLnLigungsdlatt des Kreises Marburg.
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DI« „Oderhesfifche 3«ihm erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich.
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4.75 Mk, durch die Post 5.10 Lik. Ausgabe B mit „Oberh. Svort-Ztg." 1 Mk. mehr.
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Erstes Blatt.
den Uebergang
1. Juli mit der tiger preußischer tretenen Gebieten bereits mit dem
Ausgaben 25 496
Borjahre sind die verringert worden.
Millionen vor. Gegenüber dem Ausgaben um 2 548 Millionen
Vertreibung der Pächter ehema- Domänen in den an Polen abge- zu beginnen. In dieser Frage, die Schreiben 6352 vom 4. Juni von
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Der Gesetzentwurf über ein Enteignungsverfahren, kurzen Begründung durch einen dem Rechtsausschutz überwiesen.
Der Staatsvertrag betreffend
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der Wasserstraßen auf das Reich wird mir Rücksicht auf die von dem Reichstag getroffene Aende- ruug nochmals dem Hauptausjchntz überwiesen.
Es solgt die zweite und dritte Beratung des Ge- setzentwurses über die Erivciterung und Ausschleusung des Fischereihafens von Geestemünde. Der Ausschutzantrag wird unverändert angenommen.
dem deutschen Botschafter der Konferenz zur Prüfung unterbreitet war, ersuchte Dr. Mayer die Konferenz ohne Verzug zu intervenieren, um die drohenden Vertreibungen zu verhindern. Tas Geuerrlsekretariat der Konferenz beehrt sich, als Antwort auf diese Mitteilung beit deutschen Botschafter wissen zu lassen, daß Alphand, der mit der Berichterstattung in dieser Frage von der Konferenz beauftragt war, aus eigener Initiative bei der polnischen Delegation intervenierte, worauf diese sofort die polnische Regierung aufforderte, die in Aussicht genommenen Vertreibungen einzustellen. Der von Dr. Mayer ausgedrückte Wunsch ist demnach erfüllt unter dem Vorbehalt der Entscheidung, die die Konferenz selbst auf Grund der verlangten Informationen in dieser Frage treifen wird.
Briant» über das Schicksal Oberschlesiens.
Paris, 9. Juli. Die Delegiertengru ppe der Freunde Polens wurde gestern vom Ministerpräsidenten empfangen. B r i a n d erklärte bei dieser Gelegenheit, er hoffe bald einen Bericht der interalliierten Kommission zu erhalten, der eine geil echte Teilung der oberschlesischen Gebiete vorsehe. Er fügte hinzu, daß die ins Auge gefaßte Lösung mit dem übereinstimme, was er kürzlich in der Kammer erläutert habe. Briand versprach, in dieser Angelegenheit eine Erklärung in der Kammer abzugeben bei der Abstimmung über die Kredite, lieber die Ermordung des Majors Montalegre in Beuchen
vereinfachtes wird nach einer Regierungsvertreter
Beuthen, 8. Juli. Der Schnellzugsverleb r wurde gestern abend über Beuthen b i s K a t t o - witz ausgedehnt. Von heute ab verkehren sämtliche Schnellzüge des bisherigen Fahrplanes wie bis Kattowitz auch in der Richtung Ratibor. Somit ist der Schnellzugsverkeyr zwischen dem Reiche und Obcr- schlesien nach neun Wochen erstmals wieder erreicht.
Die Aufrührer gehen nur „in Urlaub"!
Bros lack, 7. Juli. Der Posstiniee, das Örgarf des obersten Kommandos der Aufrührertruppen, schreibt über die weiteren Aufgaben der polnischen Aufrührer: „Wir gehen in Urlaub, um den Beschluß des Obersten Rates a^zuwarten und unsrer Regierung die diplomatischen Beziehungen mit den Verbündeten zu ermöglichen. Wenn die Verbündeten uns benach- teilen sollten, wird unser Urlaub zu Ende sein, und es wird dann keine Verhandlungen mehr geben.”
Freilassung der Beuthener Geiseln.
Beuthen, 8. Juli. Die anläßlich der Vorgänge in Hast gehaltenen Geiseln sind von den Engländern aus der Hast entlassen worden, bis aus den ersten Bürgermeister Dr. Stephan, dem mitgeteilt wurde, daß er aus Vein Abstimmungsgebiet entlassen werde. D« Geiseln mußten vor Ihrer Entlassung eine Erklärung unterzeichnen, daß sie während der Hast human behandelt toord-n sind. Ein Teil der Geiseln hat die Unterzeichnung abgelehnt.
Der Magistrat der Stadt Beuthen hat für die Ergreifung des Mörders des französischen Majors eilte Belohnung von 15 000 Mark ausgesetzt.
Zur Vertreibung der deutschen Pächter aus Polen. — Eine Rote der Botschafterkonferenz.
Berlin, 8. Juli. Das Generalsekretariat der Botschafter-Konferenz übermittelte dem deutschenBotschafter in Paris folgende Note vom 4. Juli: 1
Unter dem 30. Juni ließ Herr Mayer dem Präsidenten der Botschafter-Konferenz mitteilen, daß die polnischen Behörden im Begriff wären, am
Breslau, 9. Juli. Bei der gestrigen Kundgebung für Oberschlesien in Breslau in der Jahrhundert- >Halle, die durch eine Begrüßungsansprache des Oberbürgermeisters Dr. Wagner eröffnet wurde, hielt Reichs- hinzler Dr. Wirth eine lange Ansprache, in der er it.fi. Folgendes sagte:
lleberall hören wir die Frage im ganzen Reiche vom Osten bis an das Rheingebiet: „Was wird mit Ober« schlesien?" In vielen Versammlungen, wo ich in letzter i Seit gesprochen habe, genügte die Ertvähnung des Wortes k Lberschlesien und seine Leiden, um alle Herzen zu bewegen. Namens der Reichsregierung will ich srennd- liche Worte der Aufmunterung, des Trostes, aber auch ein entscheidendes Wort der Tatkraft und des Einheits- Mens Deutschlands an Sie richten. Wenn wir von einem einheitlichen Willen Deutschlands sprechen, fo müssen wir uns allesamt klar machen, daß das neue Dentfch- t knb nicht die Kraft hinter sich hat. wie einst das alte Deutschland. Die größte Katastrophe ist über Deutsch- ■Istib he rein gebrochen und es ist nötig, »solche Kritik tu üben. Ein neues Reich soll ausgebaut werden. „Biele Köpfe, viel Sinne", sagt man, und fa ist es auch in förkSlü!! wie anderwärts. Wir müssen uns aber in dem haben Ziel zusammenfinden. einig mitzuhelfen am Wieder - hufban des Verfallenen. Jedes Mißtrauen muß aus- geschaltet werden. Es war für mich heute Morgen ein feierlicher Augenblick, vor den Vertretern der schlesischen Führer aller Parteien von zwei Herren der Rechts- Mrifien zu hören, daß jeder Gedanke des Mißbrauchs
Tie erforderlichen Mittel belaufen sich auf 168 Millionen Mark.
In der fortgesetzten Besprechung der sozialdemokratischen Interpellation über die Kündigungvo» Pachtverträgen in Westfalen, führt der Abge« ordnete Meyer (S.) aus, die Pachtverträge seien keineswegs sozial, wie es die Rechte hinzustellen versuche.
Nach kurzer Aussprache geht die Interpellation an den landwirtschaftlichen Ausschuß.
Es solgt die große Anfrage der Soziale demokratte, wo die in Aussicht gestellte Re« form der akademischen Vorbildung für die Anwärter des höheren Justiz- und Verwaltungsdienstes bleibt, und wie die Durchbildung der Anwärter in einer den neuen Bev- hältnissen entsprechenden Weise vor sich gehen soll.
Abg. Dr. W a e n t i g (S.) begründet die Ansrage. Die Reform müsse schon auf der Schule etnsetzen und in umfassendem Maße unsere Universitäten umge- stalten. Vor allem müsse mit dem bisherigen System der Prüfungen gebrochen werden. Zu beachten fei, ob nicht der akademischen Vorbildung die freie an di« Seite gestellt werden soll, damit die praktische Berührung mtt dem Leben Berücksichtigung finde. Diese Frage sei eine nationale Frage und müsse in breitester Oefsentltchkett behandelt werden.
Kultusminister Becker führt aus: Auch die Regierung erchtet die Reformen für notwendig und von nationalem Interesse. Die Frage dürfe aber nicht überstürzt werden. Redner schildert, was seit 16 Jahren in vieler Frage geschehen sei. Die Vorarbeiten seien jetzt ziemlich abgeschlosien. Er hoffe in allernächster Zeit schon fertige Beschliisie vorlegen zu können. (Bravo.)
Abg. Beyer (Z.) begrüßt die Interpellation und verweist auf die Rede Curzons, daß der Wettbewerb der deutschen Universitäten beseitigt sei. Er meint, daß alles geschehen müßte, um die axzepttonelle Stellung unserer Universitäten wieder herzustellen. Er beantragt Ueberweisung der Interpellation an den Ausschuß.
Abg. Dr. Kähler (Deutschnat.) betont, daß sein« Partei auch bereit sei an den Reformen mitzuarbeiten, doch gehe sie nicht so weit, wie die Herren Interpellanten. Seine Partei halte die akademische Vorbildung für eine Verlängerung und ausnahmsweise könnte man auch PersönltchkeitSwerte zulasten, daß aber Profefforen für Demokratie und Sozialismus eingeführt werden sollen, finde nicht den Beifall seiner Partei.
Abg. Dr. Rosenfeld (U.) meint, daß die Ausbildung der Juristen so umgestaltet werden müste, daß die künftigen Richter und Verwaltungsbeamten auch den Bedürfnissen des praktischen Lebens gerecht werden könnten. Die jetzige Vorbtldmtg sei Ueberreif zu« Reform mit dem Zukunstswechsel der Regierung könne seine Partei sich nicht begnügen. Redner beantragt Ueberweisung der Angelegenheit an den Uuterrichts- ausschuß.
Abg. Lichtenstein (K.) erklärt, seine Partei unterstütze den Antrag, iveil sie darin den ersten Versuch einer Demokratisierung der Justiz sehe. Viele Parteisekretäre hätten sich ohne juristische Vorbildung im Verwaltungsdienst, z. B. als Landräte, zweifellos bewährt. Die Charakterbildung sei die Hauptsache, damit das Gesetz in richtigem Geiste angewandt werde. Deshalb wünsche auch das Volk die Wahl der Richter durch das Volk. Dann würde auch die Angst vor der Klassenjustiz schwinden.
Abg. E i ch h o f f (Deutsche Vollsp.) gibt die Er-, klärung ab. daß seine Partei den Reformen zustimme, aber mit dem Minister der Ansicht sei, daß eine Diskussion über diese Frage heute noch keinen Zweck habe. Autzerdem legte der Redner dar, daß die Charakter« i bildung auch heute schon bei den Richtern ausschlag- j gebend sei. Rur würde dies nicht an die große Glocke gehängt. ,
In seinem Schlußwort beton der Abg. Dr. Waentig (S.) nochmals, daß es auf die Examini nicht ankomme,' sondern auf den Menschen und bittet im Ausschuß dieser Tatsache besondere Aufmerksamkeit zü schenken.
Der Antrag auf Ueberweisung an den Ausschuß wird angenommen.
Nächste Sitzung Dienstag, den 12. Juli, nachmittags 1 Uhr.
Kleine Anfragen und kleine Vorlagen.
Schluß gegen 6 Uhr.
England.
London, 8. Juti. Auf der gestrigen Sitzunß der Reichskonferenz wurde, wie die Blätter melden, die Haltung des britischen Reiches gegenüber den europäischen Angelegenheiten erörtert. Besonders kam biFrage der französisch-englischen Beziehungen ausführlich zur Sprache. „Daily Telegraph^ teilt mit, daß die bisherigen Sitzungen der Aeichskonserenz zu einem allgemeinen EmoersiändmH über bie Reichspolitik führten, lieber die allgemeinen Richtlinien der im Stillen Ozean und im Fer^ »ee Otze» zu befolgenden Politik erfolgte ein».
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Unser tb feine, worden angsver. Strahle, eine bt* äste wer. iei Blut, ’n Blut» ieststeklen ichupven, : Hen qU izin noch st- De, ran mit
.. M MM« Ultimatums.
Paris, 8. Juli. Deutsche Lieferanten, die vor dem Kriege abgeschlossene und von der französischen Regierung ausrechterhaltene Verträge zu erfüllen haben, müssen ihre Entschädigungsansprüche nach Artikel 299 b Absatz 2 des Friedensvertrages spätestens bis 15. Juli ds. Js. beim Schiedsgerichtshof im We^e der französisch abgefaßten Klage geltend machen.
tob. Berlin, 8. Juli. Der Entente wurden 10753 Beutefahrzeuge zurückgegeben und zwar: an Frankreich 3151 Staatsbahntoagen, 311 Privatwagen, an Belgien 7185 Staatsbahntoagen, 106 Pri vatwaaen.
Wk Mk 6(5 AÄSlMltkS Dr. Wiktil in MM.
. Berlin, 8. Juli. Der Reichskanzler, der ijtute in Begleitung des preußischen Ministers des Innern, Dominicus, hier eingetroffen ist, nahm pmächst im Oberpräsidium die Vorstellung der Besten entgegen, um 10 Uhr empfing er die Vertreter her Behörden, der politischen Parteien, der Gewerk- Haften, der schlesischen Abgeordneten, darunter den jben aus der Gefangenschaft befreiten Abg. Sozeponik enb die Pressevertreter zu einer zwanglosen Aussprache, in welcher nach den einleitenden Worten des Reichskanzlers auch die Parteien zum Worte kamen.
mir die ungeheueren Vergehen gegen die oberschlesischen Genoffen geklagt wurden, wandte ich mich, wie fo oft, an den französischen Botschafter und erfuhr, daß jeher Versuch, militärisch einzugreifen, sofort mit der Kriegserklärung Frankreichs beantwortet werden würde. Die Abstimmung hat zu Ungunsten der Polen ausfallen müssen und wird immer so ausfallen. Wer an dem Selbstbestimmungsrecht rührt, der legt den Todeskeim in bie weitere Entwicklung Oberschlesiens. ,Laßt die Finger von Oberschlesien!",'so rufen wir den Alliierten zu. Dem oberschlesischen Volke wollen wir die Hände reichen, obwohl wir schwer getroffen und gebeugt sind. Wir wollen nicht verzweifeln. Wir wollen in Dankbarkeit anerkennen, was dort in Oberschlesien Großes geschehen ist an Heldenmut, an Ausdauer, an gutem Vertrauen und an Siebe zum deutschen Vaterlande. Es ist das größte Unglück, das über uns kommen konnte, nach dem Unheil am Rhein und in Westpreußen. Die Siebe zum deutschen Volke ist einzig, sie wird niemals überboten. Sie wird groß und mächtig werden und uns auch wieder der Freiheit, neuem Glück und Wohlfahrt entgegenführen. Schlesisches Volk, glückaus! Nicht verzweifeln! Wir wollen die Stimme an alle Völker erheben, die der Gerechtigkeit und Siebe dienen wollen. Glückauf! Ihr Oberschlesier, verzweifelt nicht! Das deutsche Vaterland hofft auf Euch und bietet Euch die Hand zur Hilfe! Es bietet sie Euch in herzlichster großer Dankbarkeit. Brausend erklang alsdann das Sieb: Mein Oberschlesien, glückaus!, worauf Oberbürgermeister Dr. Magner bie ergreifenbe Kundgebung schloß.
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Paris, 9. Juli. Der französische Budget für: 1922 sieht an Einnahmen 25 540 Millionen und an
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sagte er, es werde in Anbetracht der Umstände, unter denen das Attentat stattgefunden habe, schwierig sein, den Täter zu entdecken. .: j ;j
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Die LtthMmm gegen die Kriegs« „Mietet“.
Die französische Abordnung verläßt Leipzig!
Leipzig, 8. Juli. Heute nachmittag gegen 314 Uhr verließ die französische Deleg ation den Sitzungssaal des Reichsgerichts. Sie wird noch heute Leipzig verlassen. Auch die französi- schen Zeugen im Prozeß Schack-Kruska reifen in kürzester Frist ab.
Paris, 8. Juli. Der „Matin^ schreibt: Im Verfolg der empörenden Freisprechung des Generaffs Stenger, ist die französische Regierung zu der Ueberzeugung gekommen, daß Vie Anwesenheit einer französifchen Abordnung zur Verfolgung der Verhandlungen vor dem Leipz'g-r Reichsgericht nunmehr nicht nur unnütz, fonb* .< ch lächerlich geworden sei. Infolgedessen habe B ia nb gestern abend den französifchen Vertretern tellglaphisch die Anweisung übermittelt, unverzüglich nach Paris zurückzukehren. Er regte ferner bei der englischen und belgischen Regierung an, in Zukunft ebenso wie Frankreich darauf zu verzichten, Reichsvertreter nach Leipzig zu entsenden.
Leipzig, 8. Juti. Im Prozeß Schack- Kruska teilte der Präsident Dr. Schmidt gegen 4 Uhr nachmittags mit, daß die sämtlichen französischen Zeugen, auch die noch nicht vernommenen, unter Führung der französischen Delegation das Gerichtsgebäude verlassen haben, sodaß heute, da die deutschen Zepaen erst für morgen geladen sind, die Verhandlung nidjl weitergeführt werden könne. Die Verhandlung wird morgen vormittag 9 Uhr fortgesetzt werden.
Leipzig, 8. Juti. Heute begann vor dem Reichsgericht der lauf mehrere Tage berechnete Kriegsprozeß gegen Generalleutnant a. D. Hans v. Schack und den Generalmajor Bruno Kruska. Es sind zehn deutsche und zehn französische Zeugen erschienen. Den Angeschuldigten wird in der französischen Auslieserungsliste vorgeworfen, in dem Gefangenenlager Niederzwehren bei Cassel eine Typhusepidemie absichtlich fahrlässig hcrbeigesührt zu haben. Die Angeschuldigten sollen dadurch, sowie ourch Mißhandlungen und Gewalttätig feiten den Tod von etwa 3000 französischen Gefangenen verschuldet haben. Der Präsident bemerkte, daß eine förmliche Anklage durch den Oberreichsanwalt nicht erhoben worden sei, weil die Beweiserhebungen keine genügenden Anlaßpunkte ergaben. Das Verfahren sei nur eingeleitet worden wegen der Anschuldigungen auf der Austieferuitgstiste. v. Schack erklärte unter anderem: Das Lager Niederzwehren fei ihm im September 1914 unterstellt worden und habe bis zum 21. Januar 1915 unter seinem Kommando gestanden. Tie Epidemie sei erst im Februar eingetreten, als Ende Januar 3000 stark verlauste russische Gefangene aus dem Lager Langensalza eiHgetrossen seien. In Langensalza war die Epidemie schon früher ausgebrochen als in Niederzwehren. Weiter erklärte v. Schack: Tas Anbindeu der Gefangenen statt Bestrafung mit Arrest sei in den ersten Wochen notwendig gewesen, weil Arrestzellen nicht zur Verfügung gestanden hätten.
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des Selbstschutzes auf das Schärfste verurteilt werde. Ein jeder in unserem Baterlande muß gewillt fein, den demokratischen Volksstaat stützen zu helfen. Diese Worte slvben viel zur Beruhigung beigetragen und sind dazu dnzetan, Mißtrauen im Innern verschwinden zu lassen, fe müßte ja die ganze Welt lachen, wenn wir uns in politischer Befehdung wegen Kleinigkeiten selbst bie Köpfe rmschlagen würden. Wir haben keine Waffen mehr in ter Hand, aber wir haben die Waffen des Gedankens, des Rechts und der Freiheit. Wir haben ein Ultimatum, tetfi uns bedrückt und sind willens, unser Versprechen zu hellen. Durch ehrliche Arbeit tvollen wir betoeifen, daß ts uns mit dem Aufbau ernst ist. Großes hat das deutsche Kolk gelitten im Kriege und nach dem Kriege. Manche künden sind ivieder bereits geheilt. Zwei große blutige Munden find geblieben. Schauen wir an den Rhein. Die größten unverzeihlichen Torheiten sind die letzten Mmriioneu. In einigen neu besetzten Orten kann die Jugend nicht in die Schule gehen, da die Räume fer die Besatzung gebraucht werden. Tie Errichtung ter Zollgrenze zeigt sich als unerträglich. Der Lurus ilwün na-ch Deutschland und den Schiebern ist das Loch •»< Westen nur genehm. Wir werden das und müssen ks zu ändern wissen. Wir sollen zahlen lind werden h der Industrie und Volkswirtschaft geknebelt, wie es h ber Welt nqch nicht vorgekommen ist. Tic schmerzlichste Wunde am Körper unseres Vaterlandes ist Ober» schlesien. Wir haben es noch nicht verloren. Wir testen die Köpfe und die Hände noch nicht sinken. Wir -erheben Anspruch darauf im Namen des Rechts, der JSreifr'it und des Selbstbestimmungsrechts der Völker, stnfer Anspruch gründet sich ans die 700jäbrige Geschichte. Die Alliierten haben es in Oberschlesien an dem ver- fvrocheneu Schutz fehlen lassen. Die Diktatur in Ober- fchlesien hat bewiesen, daß sie unfähig ist, ein deutsches Land zu veuvalteu. Haben die Polen sich je über terartige Tyrannei zu beklagen gehabt, tote die Deutschen « den letzten acht Wochen? Herzzerreißende Leiden haben liniere Volksgenossen ertragen müssen. Im Namen tes Rechts und der Gerechtigkeit fordern wir, daß die Süfurgenten nicht mehr in die Lage kommen, unsere 82‘fäor-nnfien zn knechten. Sie waren den verbrecherischen Banden durch die Schuld der Interalliierten Kom- •iffion welche nicht cinzugreifen versuchte, ausgeliefert. $at der Gedanke des Rechts soll herrschen. Diesem Ge- temken tragen die braven italienischen Soldaten Rech- •®ng. Ihre Särge wurden von der deutschen Be- böllerung dankersüllt mit Blumen bedeckt. An ihren ■täbe^n wollen wir ihnen int Gebet danken. Ganz tefonders Tank gebührt dem Selbstschutz, der in sclbst- tesir Aufopferung Tapferkeit und Siebe zum deutschen Erike alles daran gesetzt hat, den oberschlesischen Brüdern W helfen. Ter Reichskanzler erinnerte an die helden- tefte Betätigung des Selbstschutzes am Annaberg. Wir gewillt, alles zu tun, um Lberfchlesien zu retten. Tie ^sietHug hat nicht geschlafen. Mit den Waffen können ter ixto Schicksal Oberschlesiens nicht entscheiden, hierzu wir nicht mehr mächtig. Tas Schicksal Oberschlesiens !?< das Schicksal oes gaitzen deutschen Vaterlandes. Tie Botschafter in London, Paris, Rom ufto. sind eifrig -E»übt. dem Rechte zu« Siege M verhelfen. Als
Italien.
tob. Rom, 8. Juli. Wie Stefant meldet, tourde Marants della Torretia zum Mintster des Aeußern ernannt und übernahm die Lettun- des Minlsieriums.
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. 37. Gitzung mittags 12 Nhr am 8. Juli 1921.
Auf der Tagesordnung stehen zunächst Anfragen, die ohne allgemeines Interesse sind.
Anzeiger für (das früher kurheMche) Oberhesfen