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Amtliches Derkündigmgsblatt des Kreises Marburg.

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Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

Die „Obetheffifche Seitun '* erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich

4.75 Mk, durch die Post 5.10 Mk. Ausgabe B mit „Oberh. Soort-Ztg." 1 Mk. mehr.

|5? Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. — *•** Verlag von Dr. E. Hitzeroth. — Druck der llniv.-Buchdruckerei von Joh.Aug. Koch,

Markt 21,23 — Fernsprecher 55, — Postscheckkonto: Nr. 5615 Amt Frankfurt a. Mai«.

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Kreiskontrolleur Kät­hes hiesigen Flücht- heute mittag 12 Uhr

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Nebenverkehr ist seit vier genommen.

Kattowitz, 8. Juli. Ter towitz-Stadt teilte der Leitung lingslagers mit, daß dieses bis

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über die Zustände in den genannten Stellen und über das Verhältnis zwischen den leitenden interalliierten Persönlichkeiten zu unterhalten. Nebereinstimniend klagten sowohl Italiener wir Engländer, daß sie trotz aller Anregungen und Pläne, die Ruhe und Ordnung wiederherzustellen, von den leitenden fran­zösischen Kontrolloffizieren restlos sa­botiert werden. Soweit in den einzelnen Städten, die die Kreiskontrollen beherbergen, aber französich« Truppen während des Aufstandes untergebracht waren, konnten die italienischen und englischen Offiziere zum Teil von ihren französischen Kollegen noch nicht einmal den Schutz ihres Lebens erwirken, das von den Aus­ständischen bedroht war. Französische Offiziere haben als Kreiskontrolleure bei den Italienern und Eng­ländern Haussuchungen der Insurgenten geduldet und sind selbst gegen Verhaftungen interalliierter Personen durch die Aufständischen nicht eingeschritten.

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Grund d-2 Rechts, das Oberschlestens Abstimmung vor aller Welt dargetan hat. (Das Haus erhebt sich.) Wir hoffen, daß das Selbstbesttmmungsrecht die Leiden Oberschlestens beendet. (Beifall.) Wir haben heut« eine Anzahl von Gesetzen angenommen, die bestimmt waren, die Leiden des Krieges zu heilen. Wir wün­schen, daß unsere vertriebenen und geflüchteten Lands­leute mit unserer Hilfe sich eine neue Existenz gründen und ihre Arbeit dem Vaterlande zukommen lasten mögen.

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Berlin, 7. Juli Die deutsch-polnische K ommission aus Posen ist am 7. Juli von ihrem Besuch des Niederlausitzer Brannkohlen- reviers zurückgekehrt. Sie hat dort festgestellt, daß seitens der Behörden oder Arbeitgeber keinerlei Zwang zur Ei^iclung der Abwanderung von Polen ausgeführt worden ist. Soweit polnische Arbeiter unter dem Zwange wirtschaftlicher oder nationaler Spannung zur Auswanderung veranlaßt worden sind, haben sie diese mit Hab und Gut ungehindert durchführen können. Die Kommission hat sich am 7. Juli wieder nach Posen zurückgegrben. Es muß erwartet werden, daß nunmehr dort auch den hetzerischen falschen Darstel­lungen über die Lage der Polen in Deutschland ein Ende bereitet wird.

Wb. Kow no, 7. Juli. L t"tauische Zeitun­gen melden auf Grund zuverlässiger Nachrichten au? Wilna, daß die Polen in Erwartung des Rück­tritts Zeltgowskts ein neues Abenteuer vorbereiten, an dessen Spitze sich der Adjutant Zeli- gowskis, der Hauptmann Prister, ein Vertrauensmann Pilsudskts, stellen soll. Nach Litauen werden Agenten entsandt, um die polnischen Einwohner zu einem Auf­stande auszustacheln und aus diese Weise Grund zum Appell an die polnische Hilfe zu schaffen. In Wilna werden Gerüchte über bevorstehende neue terroristische Akte gegen litauische Minister vorbereitet. Die aus drei Mitgliedern bestehende polnische Fraktion im Kownoer Sejm richtete an die Kontrollkommission eine Denkschrift, in welcher über angebliche Verfolgungen durch die litauische Regierung geklagt ivird. Die Denk­schrift verlangt eine Intervention und erklärt, das; dies der letzte Versuch Polens sei. Die litauische Regierung leitete angesichts der polnischen Umtriebe eine Unter­suchung ein.

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ansznlösen fei Ans Grund von Verhandlungen wnrde eine Verständigung erzielt, daß das Flüchtlings­lager erst am Dienstag mittag aufgelöst wird. Der Termin mußte hinausgeschoben werden, da die Leitung des Flüchtlingslagers den Nachweis brachte, daß noch täglich 40 bis 70 Flüchtlinge nach Kattowitz zuströmen, weil der Terror in den Landgemeinden fortdauerr. — In Rogutfchütz und Gieschenwald weht nach wie vor von den Gemeiudehinsern die polnische Flagge.

Der „Sozialdemokratische Parlamentsdienst" über die Zustärtde in Oberschlefien.

Der „SozialdemokratischeParlaments- d ienst", dessen oberschlesischer Berichter­statter eben von einer längeren Reise ins Industrie­gebiet zurückgekehrt ist, berichtet über die Leiden der dortigen Arbeiterschaft während des Polenaufstandes.

. Es gibt in der deutschen Sprach« kaum Worte, die alles das kurz kennzeichnen, was die polnischen Ban­diten sich in Oberschlesien an schändlichen Mordtaten leisteten. Nicht Hunderte, sondern Tausende von Arbeitern sind zu Tode gequält worden, inbtm sie durch Schüsse verletzt, durch Schläge mit Trahtpeitschen und Ochsenziemern bis zur Besinnungs­losigkeit gepeinigt, dann durch Aether oder sonstige Mittel wieder zur Besinnung gebracht wurden. Dieses traurige Spiel wurde an einzelnen Leuten vier- bis fünffach verübt, bis sie endlich tot waren. In diesem Zusammenhang muß besonders darauf 'hingewiesen werden, daß sich der polnische Aufstand nicht gegen die oberschlesischen Magnaten, wie es Korsanty in seinen Aufrufen ständig predigte, richtete, sondern, daß er in der Hauptsache dem Eckpfeiler des Deutsch­tums in Oberschlefien, den Gewerkschaften und den freigewerkschaftlich organisierten Arbeit-rn galt.

In den meisten der großen Industriestädte, soweit sie besetzt waren, ist die

Arbeiterbewegung ihrer maßgebende:; Führer berabt.

In Rybnik, Hindenburg, Pleß usw. wurden bekannte Parteifreunde und Gewerkschafter in der geschilderten Art ums Leben gebracht. Tas einzigste Gewerkschafts­haus in Oberschlefien (Zaborze) ist von den Insurgen­ten als Hauptquartier benutzt worden. Die Bebel- wie Marx-Büsten wurden demoliert und insgesamt allein ‘ein Sachschaden von ungefähr hunderttausend Mark angestellt.

lieber das Verhältnis der Mitglieder unter den interalliierten Besatz» ngs- behörden sagt derselbe Bericht:

Wir waren in den letzten Tagen in der Lage, uns mit Italiener» und Engländern, die in den von Franzosen geleiteten 5creiskontrollstellen saßen und gleichberechtigt mit den französischen Mitol ed:rn find,

darf 30 Personen nicht übersteigen. Die Trauer feeir muß innerhalb einer Stunde.beendet sein.

In n:.km hchjigen Geschäft roord-n seilens der Besatznngstruppen sämtliche schwarz-weiß-roten Schlei­fen beschlagnahmt und das Geschäft geschlossen.

Patzzwang.

Berlin. 7.Juli. Nach einer Meldung aus Oppeln besteht seit dem 6.Juli für die Ein- und Ausreise von und nach Oberschlesien Wicker der Paßzwang ivie vor dem Aufstand«.

Sofortige Abberufung des französischen Kreis- kontroveurs verlangt.

Hindenburg, 7. Juli. Die deutsche Bevöl­kerung hat an die Interalliierte Kommission einen Hilferuf gerichtet, in dem es heißt, daß sich die Iustände noch in keiner Weise gebessert hätten. Die "andorte seien noch voll von Insurgenten, die iich überall Polizeigewalt anmaßten. Selbst in Hindenburg seien Verschleppungen und Mißhandlungen der Einwohner an der Tagesordnung. Der Transport großer Mengen Waffen nach Hindenburg dauere an. Der Hilfe­ruf verlangt die sofortige Abberufung des französischen Kreiskontrolleurs und den Einmarsch englischer und ita­lienischer Truppen.

Die Uebergabe des Bahnhofes Kattowitz.

Wb. Kattowitz, 7. Juki. Die Verhandlungen des englischen Majors Stephenson als Vertreter der interalliierten Kommission mit der Eisenbahnbehörde der Insurgenten begannen gestern vormittag. Die polnische Apo und die polnischen Eisen­bahner weigerten sich, den Bahnhof zu verlassen und den deutschen Beamten Platz zu machen. Gesteril in den späten Abendstunden war es »och fraglich, ob die Insurgenten freiwillig den Bahn­hof räumen.

Kattowitz, 7. Juli. Die Uebergabe des B a b n h o f s hat sich bis 4 Ubr nachmittags ver- röaert. Sie erfolgte in Gegenwart des interalliierten Kommandos von Vertretern der deutschen Eisenbahn sowie der früheren polnischen Eisenbahnbehörden. Abends 6.13 Uhr Wick der erste SchneUzng ans Berlin den Kattowitz erreichen. Der gesamte Güter- und

verschleppen.

Brüchen.

7. Juli. Nach einer Blättermeldung aus nach den bisherigen Untersuchungen über

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StetWtt Mn.

In der Sitzung vom 6. Juli wurde die vor einigen Wochen abgebrochene Beratung des Antrages Lübeck« (Deutschnatl.) auf Verstärkung der Selbständigkeit der Groß-Berliner Bezirksgemeinden fortgesetzt.

Abg. Weil (Unabh.) richtet heftige Angriffe gegen den deutschnationalen Abgeockneten Koch, dessen letzt« Rede voll von Unwarhrheiten gewesen sei. Der Ber­liner Stadtkämmerer Karding habe unwiderleglich nach­gewiesen. daß die Behauptungen des Abg. Koch über die Ftm.. zlage Berlins vollkommen unwahr gewesen sind. Herr Koch habe einfach doppelt gezählt und sei so zu der falschen Behauptung gekommen, daß Berlin überschul­det sei, während es in Wirklichkeit einen Milliardenüber­schuß an Vermögen habe. Di« im Antmg Lübeck« ver­langte Dezentralisation soll« nur der Steueckrückerei der Spießbürger dienen. Würde die Rechte in Groß-Berlin die Regierung erlangt haben, dann würde auch sie iür stramme Zentralisation eintreten. Die Kriegsgewinnler und Schieber aus dem Westen wollten nur los von Ber­lin, um sich den von ihnen verschuldeten Lasten der Einheitsgemeinde Berlin zu entziehen.

Nachdem der Abg. Lüb ecke nochmals für seinen Antrag eingetreten ist, erfolgt die Abstimmung. Dagegen stimmen di« drei sozialdemokratischen Parteien, die sich auch nicht an dem Hammelsprung beteiligen, sodaß dar Haus beschlußunfähig wird. Nach einer Unterbrechung der Sitzung wird der Antrag einer Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen.

36. Sitzung von« 7.Juli, nachm. 12 Uhr.

Vizepräsident Dr. v.Gries teilt bei Eröffnung der Sitzung mit, daß über die Richtigkeit der in der gestrigen Sitzung vorgenommenen Abstimmung über die Anträge Groß-Berlin Zweifel entstanden sind. Sein Vorschlag, die Streitfrage einem besonderen Ausschuß zu überweife» wird angenommen.

Hierauf wird die erste Beratung des Notetats 1921 durch kurze Einführungsworte des Finanzministers Sä misch eiugeleitct.

Aus Antrag Selb (Unabh.) wird der Notetat dem Haushaltsausschuß überwiesen.

Ter Gesetzentwurf zur Beendigung des Kriegszustandes wrid darauf in allen drei Lesungen angenommen.

Bei der ersten Beratung der Novelle des Kommunal­abgabengesetzes erklärt Dr. Negenborn (Dentschn.), daß di« Vorlage bereits manche Verbesserung aufweise. Redner beantragt Ueberwcisung an den Gemeindeausschuß, ausschuß.

Die NoveNe geht nach kurzer Aussprache an den ver­stärkte» Gemeilideausschuß.

Es folgt darauf die gestern beschlossene Besprech» irg der sozialistischen Interpellation über die Pacht- und Heuerverträge in Westfalen.

Abg. v. Papen (Zentr.) weist die Angriffe der Inter­pellanten als unrichtig zurück.

Abg. Kaufhold (Deutschnatl.) betont, daß die Interpellanten sich ruhig mit einer Reinen Anfrage hätten begnügen können, um zu erfahren, daß ihr Material nicht ansreicht zu einer Attacke gegen die Verpächter und die Pochtschutzordnung.

Abg. Jürgensen (Unabh.) betont, baß die Pacht- schutzordnung heute zu einem Schutz der Verpächter ge­worden sei.

Abg. Barteld (Dem.) meint, daß bei der Er­örterung dieser Frage eine politische Leidenschaft zu Tage trete, die nicht am Platze sei. Die Interpellation fei nicht frei von llebertreibung. Die Pachtpreise seien iin allgemeinen sehr niedrig gehalten.

Die Weiterberatung loirb daraus um */26 Uhr auf Freitag mittag 12 Uhr vertagt. Außerdem Interpel­lation über das Reichsschuldengesetz und flfine Vorlagen,

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Der deutsche Selbstschutz aufgelöst.

Berlin, 6. Juli. Merspätet eingetroffen.) Ge­mäß den getroffenen Vereinbarungen hat der d e u t sche Selbstschutz am 5. Juli bas oberschlesische Ab­stimmungsgebiet verlass en unb ist auf Be­fehl seines Führers Generalleutnant Hoeser aufge­löst wocken.

Wie der Berichterstatter der „V. Z." seinem Blatte ms Kattowitz meldet, kann von einer tatsächliche«« Räumung des Industriegebiets durch bi« Insurgenten keine Rebe sein. Bisrnarckhütte war nach am 6. Juli vollständig in polnischer Hand. Die Dörfer des Industrie­gebiets leiden weiter unter polnischem Terror, lieber ke Städte ergießen sich nette Ströme von Flüchtlingen «us ben Landgemeinden. Zu dem Begräbnis des in k-utben erschossenen französischen Majors ist auch eine Abteilung polnischer Insurgenten mit ihren Abzeichen tingeiro'rfen.

h>£>. Ratlbor, 7. Juli. Aus der Umgebung der

Die AekhWdlnW» gehen hie Kriegs*. JertreiSef.

Der 7. Kriegsprozetz. — Oberleutnant Soule frei- gesprochen.

Leipzig, 7. Juli. Vor dem Reichsgericht be­gann heute der 7. Kriegsproß. Der Angeklagte ist der Oberleutnant Adolf Saul« aus Charlotteuburg, der jetzt Oberleutnant im Reichswehrministerium ist. Die Auslieferungsliste wirft ihm vor, im August 1914 in dem Dorfe Hessen bei Saarburg den f r a n z ö s i - schenKapitänMigat vorsätzlich mit Ueberlegunz getötet zu haben. Es erschienen neun deutsche und vier ausländische Zeugen. Nach seiner Darstellung ries der Angeklagte am Morgen nach der Schlacht bei Saarburg in dem Torfe Hessen dem ftanzösischen Kapitän zu, er fei sein Gefangener und sollte die Waffen abgeben. Ter Kapitän lehnte das ab und der Angeklagte wollte dem Franzofen nun die Koppel mit Gewalt abnchmen. Ter Kapitän schlug chn.aber mit' der Faust derart, daß er zur Seite taumelte. Laule befahl nun den Leuten, den Osfizier festzunehmen und ihm dis Wafftu abzunehmen. Der Kapitän sthlug

die letzten Beuthener Vorfälle als M ö r d e r d e s fran - zösifche» Majors ein polnischer Insurgent. Als Vertreter des Oberpräsidenten ist Regicrrmqsrat Tidlich zur Untersuchung des Zwischenfalls in Beuthen «mgetrosjen. Zum Begräbnis des Erschossene» ist «ine Äbteihing polnischer Insurgenten mit allen Slbzeichen «iugetrossen.

Dlättermeldungen zufolge hat das sozialdemo­kratische Mitglied des oüerschlesischcu Zwölserausschnsses Cyrus in einem Schrei­ben an die Interalliierte Kommission schärfsten Protest gegen das Verhalten der französischen Be- ftrtumg in Beuthen anläßlich der Zwischenfall? beim Einzug der englischen Truppen erhoben. In dein Schreiben wird geschildert, «n wie grausamer Weise bi« französischen Soldaten die wehrlose Menge, die tzum größten Teil aus Frauen und Kindern bestand, Mißhandelte. Aufgrund von Aussagen von Augen­zeuge!! wird sestgestellt, daß sich im Rücken des er­schossenen französischen Majors, der von hinten gc- :^ossen wurde, feine Demonstranten, sondern nur fran­zösische Soldaten befunden haben. Tiefe Tatsache b-- eechiigte z» der Annahme, daß der Major in unbeab- |itf)tißier Weise von den französischen Soldaten, die !n die Meng« feuerten, erschossen wocken sei. Da- Protestschrriben schildert dann weiter die bestialische Weise, in der die von den Franzosen auf der Straße verhafteten jungen Leute mißhandelt wocken seien. Aas dem Transport zum Quartier Foch hätten die Franzosen auf die Gefangenen mit Gummiknüppeln unb Reitpeitschen eingeschlagei« unb auf dem Kasernen- hvs seien sie so lange mißhandelt wocken, bis sie alle imis einem Hausen zusammenbrachen. Cyrus, dessen Bruder sich unter ben Verhafteten befand, schließt bi: Schilderung mit den Worten: Nach übereinstim- ruenben Angaben aller von mir vernommenen Augen- »nb Ohrcnzeugen haben sich die französischen Sol­daten und Offiziere wie wilde Tiere benommen und Unerhörte Grausainkeiten begangen.

tob. Beuthen, 7. Juli. Der Kreiskontrol- 1«ur von Beuthen-Stadt benachrichtigte gestern nachmittag den Vertreter des Magistrats, die Stadt­verordnete» und die politischen Parteien, daß der 'englische General, der jetzt Komnmndant der Stadt Beuthen ist, sie zu sprechen wünsche. Die Be­sprechung sand gegen 4 Uhr nachmittags statt. Der General bedauerte zunächst die Ermordung des -tkranzösischen Majors und drückte die Uebxr- 'rcuguug aus? daß die Tat allgemein von allen, gleich­viel welcher Sprache unb Nationalität sie seien, verur­teilt werde. Er versicherte, er werde alle Mittel an- hvcndcn, um in kürzester Zeit Ruhe unb Ordnung in *»b um Beuthen zu schassen. Dazu erwarte er die Mithilfe des Magistrats und der Führer der politischen Parteien. Wegen der Freilassung der Gei­seln würden alsbald die Verhandlunge»« aufgenom- 81 «n. Die Verkehrsdrschwerungen würden ebenfalls «»bald beseitigt. Auch sonst werde mit allen Mitteln dafür gesorgt werden, daß in Beuthen und Umgebung «übe unb Ordnung Wiederkehre.

Beuthen, 7. Juli. Größere Verbände eng- Mischer Truppen sind gestern gegen 5 Uhr hier ein« • *troffen. Der Stadtkommandant und der Kreis- Kontrolleur von Beuthen-Stadt erlassen folgende Be- brnntmachung: Keinerlei Kundgebungen der Bürgerschaft kim Durchmarsch der englischen Truppen sind gestattet. v«be Ansammlung Wick erforderlichenfalls mit Wafftn- vckvalt verhindert.

Beuthen, 8. Juli. Die Besatzungsbehöcke hat

Beisetzung des Praktikanten Grziwotz, «er bei den Vorgängen an der neuen Kasern« durch *w«ii Bajonettstich durch den Kopf getötet worden war, Elb er Verwundeten beistand, aus heute früh 5 Uhr jeJ" 9 Uhr festgesetzt. Die Zahl der Leidtragend.'»,

Deutet MM.

1 3 3. Sitzung vom 7.1uli, vo r m. 10 Uhr.

Aus der Tagesordnung der heutigen Schlußsitzung des Reichstages standen noch eine Reih« kleiner Vorlagen, Gesetzentwürfe und Anträge, die fast sämtlich "-»ebmigt bezw. den zuständigen Ausschüssen büerwie- fen wurden. Interesse verdient die dritte Lesung des Gesetzes über anderweitig« Festsetzung der Leistungen unb Beiträge in der Jnvalibenversicherung. Die Unab­hängigen hatten beantragt, die Invalidenrenten und die Waisenbeihilfen zu erhöhen, doch wird dieser Antrag abgelehnt und die Ausschußfassung angenommen.

Ziirn Gesetz über die Wvchenhilfe und Wochenfür- sorge wiederholen die Unabhängigen ihre gestrigen An­träge auf Erhöhung der Unterstützung. Die Abstimmung wird aber einstweilen ausgesetzt, da bi« Anträge der Unab­hängigen noch nicht vorliegen.

Es folgt die gemeinsame Beratung her Gesetze über Verdrängungschäden, Kolonialschäden »nd Auslandsschä- ben. Der Ersatz beziffert sich für alle brei Gesetze auf 1 Milliarde Mark. Nach längerer Tebatte, an der sich besonders di« äußerste Linke beteiligt, werben alle drei Gesetze in zweiter unb britter Lesung angenommen. Dann wird die ausgesetzte Abstiininung über ben Gesetz­entwurf betr. Wochenhilj« unb Wochensürsorg« vorge­nommen unb ber Ausschußentwurf unter Ablehnung aller Abänderungsanträge angenommen.

Dann entspiunt sich eine lebhafte Debatte zwischen den Unabhängigen und den Kommunisten über die Verhandlungen des Ausschusses für Volkswirtschaft bett, di« Erwerbslosenfürsorge. Nachdem von beiden Par­teien die Reeder heftig angegriffen worden waten, «veil sie, nachdem man ihnen 12 Milliarden in ben Rachen ge­worfen hat, sich Schifft im Auslanb kaufte» unb bie h«t- mische Industrie nicht mit Aufträgen versorgten, lvacfen sich Koinmnnisten unb Unabhängig« vor, bi: Interessen ber Arbeiter im Ausschuß nicht genügend vertreten zu haben. Schließlich mußte» die Kommunisten zugeben, daß sie ioegen angeblicher Arbeitsüberhäiifung nicht er­scheinen konnten.

Nach Annahme der Diätenvorlage der Reich stags- mitglieber ist die Tagesordnung erledigt.

Nächste Sitzung Dienstag, de» 6. September, nachm. 3 Uhr.

Berlin, 7. Juli. Der Reichstag Hot sich bis zum 6. September vertagt. Am Schluß der Sitzung führte Präsident Lobe aus: In der bevorstehenden Pause wird endlich die Entscheidung fallen über das Schick- fal Ob er f dHeft eng. Furchtbares haben unsere Landsleute dort dm'chgemacht. Wir wünsche«« von ganzem Herzen, daß ihrem Leid ein Ende gemacht wird. Wir hoffen, daß die Entscheidung füllt au|

Der Anzeigenpreis beträgt für die 9 gefp. Tolonelzetl« oder bete» Saunt 90 Pfg. u. 10 °L Aufschlag, amtliche unb auswärtige 1.20 Mk. Ander« Spaltenbreiten nach entsprechender Berechnung. Spät einlaufende oder ben Raum über *f. Seite ein­nehmende Anzeigen find wir berechtigt, nach der Texispaltenbreite zu setzen und zu berechnen. Sogen. Reklamen berechnen wir bie Zeile mit 3.00 Mk. Zeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Auskunft durch bie Geschäftsstelle unb Vermittlung der Angebot« 75 Pfg. Sondetgebiihr.

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