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Amtliches DeMndigungsdlatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen
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(Frankfurter Zeünng.)
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gestellte und Beamte handelt, richten bände an alle Mitglieder die dringende schlesier-Hilsswerk nach besten Kräften zu unterstützen, insbesondere auch in
die obigen Ver- Bitte, das Ober- z» fördern und allen Betrieben
staaten zur Berfügung gestellten oder zu stellenden Mittel zur Linderung der augenblicklichen Notlage der Ober- 'chlesier nicht ausreichen können. Auf die dringenden Hilferufe der oberschlesischen Gewerkschaften erklärte sich das Internationale Rot« Kreuz bereit, alsbald Abhilfe zu schaffen und übertrug die Durchführung des Hilsswerkes dem deutschen Roten Kreuz. Um die erforderlichen gewaltigen Geld-, Kleidungs- und Lebensmittel aufbringen zu können, schloß sich das deutsche Rote Kreuz unter feinem friedlichen Symbol mit dem vereinigten Verbände heimattreuer Oberschlesier und dem Bund des deutschen Grenz- markenschutzvcrbandes im Einvernehmen mit den Reichsund Staatsbehörden zusammen zum oberschlesischen Hilfs- lverk. Da es sich bei den durch die Vorgänge in Obersch lesien Betroffenen, besonders auch um Arbeiter, An-
Also auch der verbrecherische Aufstand in Oberschlesien scheint den Zusammenbruch dieses aus dem Friedens vertrag hervorgegangenen Staatsgebildes nicht aufhalten zu können. Oberschlesien muß ungeteilt zu Deutschland kommen!
Die Ausweisung der deutschen Domänenpächter.
wb. Berlin, 3. Juli. Sämtliche polnische Zeitungen melden, die für den 1. Juli beabsichtigte Ausweisung der bisherigen deutschen Domänenpächter könne noch nicht ausgeführt werden, weil die entsprechenden Gerichtsurteile noch nicht erlaße» ßniu Di« Aeberütchtz a» &« taea
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Verhältnisse geregelt seien.
Berlin, 1. Juli. Der allgemeine deutsche trerkschartsbuud, gez. V- Großmann, der deutsche wer.schaftsbuiid, gez. Belirusch, Tiel, Gutsche, der werlschastsrinq deutscher Arbeiter-, Angesteltten-
ich' Ä.v ure, daß Tie F o
M MSbrmg des Hltitnalums.
Auslieferung von Plänen deutscher Luftschiffe!
wb. Paris, 2. Juli. Havas meldet: Jules T a m b o n , im Namen der alliierten Mächte, und Dr. Mayer, im Namen Deutschlands, haben am 30. Juni ein Protokoll unterzeichnet, das voe- sieht, daß als Ausgleich für die Lenkluft, schiffe, die Deutschland auf Grund des Art. 202 des Vertrages von Versailles den alliierten und assoziierten Großmächten hätte liefern sollen und die axu 23. Juni und 26, Juni vernichtet wurden.,
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Sammlungen für das Oberschlesier-Hilfswerk vorzunehmen Dje erforderlichen Flugblätter und Sammellisten stellt das Oberschlesier-Hilfswerk, Hauptgeschäftsstelle Berlin, Unter den Linden „78, auf Anforderung gerne zur Verfügung. Die eingehenden Gelder sind auf das Konto Oberschlls'.er-Hilfswerk bei allen Banken und Postanstalten oder auf Pos.scheckkonto Berlin 112 300 einzuzahlcn. Mit dem grschä.toführenden Ausschuß des Oberschlesier-Hilfswerkes trafen wir solche Abmachungen, die uns Gewähr bieten, daß einlaufende Gelder richtig verteilt und bei ihrer Verwendung unsere oberschlesischen Arbeitskameraden entsprechend ihrer Zahl und ihrem Notstände berücksichtigt werden.
Dr. Wirth zum Oberschlesiertag.
B e r l i n, 4. Juli. Den Abschluß des gestern in ganz Deutschland begangenen Hilfstages für Ober- schlesien bildete eine großeVersammlung in der Philharmonie, in der Reichskanzler Dr. Wirth in einer Ansprache u. a. ausführte: Im ganzen deutschen Vaterlande wird heute zu Gunsten Oberschlesiens ein Opfertag gefeiert. Wochen, Monate, Jahre der schwersten Opfer hat die oberschlesische Heimat getragen in einer Art, die würdig ist der großen Opfer, die das ganze deutsche Volk seit Beginn des Weltkrieges ertragen hat. Unser ganzes Volk weiß, was „Opfer" heißt, alle wissen es, von meiner Schwarzwälder Heimat bis ins kleinste oberschlesiiche Dorf hinein. Dieser große Körper des Volkes, des 60-Millionenvolkes, trägt gewiß Tausende von Narben, geschlagen auf hundert Schlachtfeldern, geschlagen in bitterster Not, da die Lebensmittel im Weltkriege in Deutschland zur Neige gingen. Aber unser Volkskörper trägt noch zwei blutige Wunden: Am Rhem ist jene eine Wunde, die unser wirtschaftliches Mark teilweise zerschnitten hat. Dort gelten noch trotz der Annahme des Ultimatums die sogenannten Sanktionen. Oberschleficn ist die zweite große Wunde. Sie könnte heilen, es könnte ein Ende gefunden werden in dem blutigen Norden, in dem Rauben, dem Zer- ^ören von Dörfern, dem Niederbrennen altehrwürdiger Schlösser, wenn jener Gedanke lebendig würde, der das Streben aller Denker aller Jahrhunderte führt, der Gedanke, daß nicht Macht, sondern Recht allein das unglückliche Europa wieder aufrichten kann. (Bravo!) Macht allein kann niemals die Welt regieren. Der Machtgedanke hat Europa in Schutt und Trümmer gelegt. Die oberschlesische Frage ist mehr geworden als nur ein Objekt der Eeheimdiplomatie. Sie ist in gewissem Sinne auch -'ne Frage für die ganze Welt. Ist es etwa nur Rauch und Schall, daß Gerechtigkeit das Ziel des europäischen Krieges und eines Friedensschlusses lein sollte und daß die Völker nickt wie Schachfiguren verschoben werden sollten? Soll das demokratische Prinzip der Selbstbestimmung der Völker nur auf dem Papier steben? Ist alles Schall und Rauch, was das oberscklesische Volk gesprochen hat. das sich laut zu Deutschland bekannt hat? Glaubt iemand, daß Europa zur Ruhe kommt, wenn dieser Geist des demokratischen Selbstbestimmungsrechts verhallen sofr"? Man hat gesagt: Laßt die oberschlesischen tapferen Männer, die ihrer Heimat Schutz geboten haben, im blutigen Ringen im letzten Berzweiflungskampf für ihre heimatliche Erde fechten. Wir haben abgewehrt und gesagt: Das Schicksal des Landes wird in der großen internationalen Politik in London, Paris und Rom und in Washington entschieden werden. Dieses Ovfer der Geduld, der Engelsgeduld, die Oberschlesien erwiesen hat, zeigt, daß es mit uns verkettet ist nicht nur durch materielle Interessengemeinschaft, sondern durch das Höchste, Mas die Völker verbindet, die Liebe zur Heimat.
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wtz. Tarnowitz, 3. Juli. Hier trafen eng- klfche Quartiermacher ein, die für eine eintreffende große englische Truppenabteilung Unterkunft »«bereiten.
Som deutschen Selbstschutz.
wb. Berlin, 2. Juli. Nach Blättermeldungen aus Oberfchlesien geht dort die Räumungsaktion ordnungsmäßig vor sich. Der Ueiertritt des deutschen Selb st- schütze» über die oberschlesische Grenze findet am 5. Juli statt. Die weitaus größte Zahl der Angehörige» des Selbstschutzes kehrt in ihre Berufsstellung znritck. Um die Unterbringung der Leute, die kene ftzste Beschäftigung haben, bemühen sich die christlichen und freien Gewerkschaften.
Furchtbare Mißhandlungen.
Laut „V o s s i s ch e r Z t g." ermöglicht die fortschreitende Räumung allmählich auch einen besseren Ueberblick über die Vorgänge während der I n - surgentenherrschaft. Die Meldungen über Grausamkeiten der Insurgenten erhalten immer neue Bestätigung. Mitten aus den Städten holten sich die Insurgenten die besonders verhaßten Deutschen heraus, um sie gefesselt in die in jedem Ort eingerichteten Priigelstationen zu schleppen, wo sie furchtbar mit Gummiknüppeln mißhandelt wurden. In de» Krankenhäusern und Privotwohnungen liegt eiste große Zahl furchtbar zuge'üchtcter Männer und Frauen. Photographische Ausnahmen der Aerzte Wegen diese Tatsachen. Unter den zahlreiche» Zougen dieser entsetzlichen Vorfälle befinden sich auch einzelne Polen und Polinnen, die ius Abscheu fwimUtig zur Bestrafung der Mörder und Folterknechte beitragen wollen.
Berlin, 1. Juli. Nackrichtm ans den von fccn .Insurgenten verlassenen oberschl sis-hen Gebieten stimmen wie da§ „B. T." meldet, darin überein, daß die G-samt- bevölkeruug einschließlich der kulturell höher stehenden polnische« Schichten aufatmet, daß die polnische Wirtschaft ein Ende hat. Selbst aus dem stark polnische» Kreise R y b n i k werden Beschlüsse rein vol- nischcr Betriebsräte gemeldet, die sich für die ll n t e i l - bo.rkeit Oberschlesiens und gegen die Zuteilung in Polen aussprechen. Aehnliche Nachrichten kommen I«:ch aus dem Kreise Beuthen. Weitere Blättermel- ■ Hungen aus Oberschlesien bestätigen die unerhörten Räubereien und Erpressungen, die die Insurgenten bei ihrem Rückzug verüben. Im Kreise K o t t o w itz nehmen die Polen alles mit, was sie zusammenrasfen können, ohne daß sie daran von den Franzosen gehindert werden. Auch verüben die Polen weiter gegen die bedrückte Bevölkerung hie s ch l i m m st e n M i „ h a n d l u n g e n. Fast in jedem Orte befinden sich Prügelstationen, worin die vberschlesische Bevölkerung, Alt und Jung, Mann und Frau, in gr—ssamster Weise gefoltert wird.
Die polnischen Ortswehren.
wb. Oppeln, 3. Juli. Die Einrichtung der polnischen Ortswehren wird mit aller Macht fortgesetzt und darf als nahezu abgeschlossen gelten. Ihre Mitglieder sind zwar nichtz offiziell mit Pistolen und Handgranaten bewaffnet, verfügen aber über eine genügende Menge anderer Waffen und ausreichende Munitino. Kraftwagen mit Munition und Waffen gingen ständig :.nter polnischer Begleitung nach dem Süden des Abstim- ^mungsgebiets ab. Wie immer wieder versichert wird, werden große Waffenbestände in Wäldern der Kreise Rybnik und Pleß »ergraben, um beim Ausbruch des vierten polnischen Aufstandes bei der Hand zu fein.
Ein Eraubuch über den Aufstand.
wb. Berlin, 2. Juli. Das Auswärtige A m t verfaßte ein G r a u b u ch, das eine Zusammenstellung des bisher vorliegenden Materials über den drittenAufstand inOberschle- f i e n von Mai bis Juni 1921 enthält. Die Zusammenstellung bringt Auszüge aus protokollarischen Aussage«, Uebersetzungen von Dokumenten, Bilder vom Aufstand, den Ereueltaten und den Zerstörungen und Plünderungen durch die Polen. Aus dem Buch ist auch das einseitige Verhalten der Franzosen gegenüber dem Aufstand zu ersehen. Weiter zeigt es. wieweit die polnische Regierung bei dem Aufstand beteiligt war.
Erklärung der deutschen Parteien und Gewcrk- fchaften. — Die I. 81, K. verantwortlich für einen etwaigen vierten Aufstand.
Breslau, 3. Juli. Dir vereinigten deutschen Parteinen und G e w e r k s ch a s t ch a f i e n Oberschlesiens Übermittelt:» der Interalliiert?!! Kommission folgende Erkläru ng:
Marburg
Monlag, Den 4.Sitli
Heuert
Pächter wird daher bis zur Erlassung der Urteile, verschoben.
Berlin, 1. Juli. Zwischen der deutschen und. der polnischen Regierung wurde ein Abkom -1 men über den sogenannten kleinen Grenzver-f kehr abgeschlossen. . j
Die Posener Kommsfion. 1
wb. Berlin, 3. Juli. Die aus Polen und Deutschen zusammengesetzte Posener Kommission (Jakubowiez, Jankowiak, Klinke, Les« niewski, Naumann, Reinecke) kehrte am 3. Juli au» dem Ruhrgebiet nach Berlin zurück. Sie gab über das Eraebnis ihrer bisherigen Reise für die deutsche und polnische Presse nachstehende Erklärung ab:
Die polnischen Arbeiter im Ruhrgebiet sind wegen ihrer Stammeszugehörigkeit keiner Ausnähmebehandlung unter, warfen. Abgesehen von wenigen Einzelfällen fan- den keine Entlassungen statt, geschweige denn Aus- weisungne. Die staatlichen Behörden, Arbeitnehmer- und Arbeitgeberverbände sind gleichermaßen bestrebt, das friedliche Zusammenleben der beiden Nationalitäten sicherzustellen. Verfehlungen ein«, zelner Personen finden Ahndung, auch wenn diese Personen eine amtliche Stellung bekleiden. Alle Beteiligten, darunter auch vor allem die Vertreter der lokalen Presse beider Sprachen, waren darüber, einig, daß alles getan werden müsse, um in Polens sowohl wie in Deutschland Gegensätze aus« z u g l e i ch e n. Die Kommission begibt sich am 4.’ Juli in das Niederlausitzer Braunkohlenrevier. ’
Polnische Währungskrise. '!
Warschau, 2. Juli. Die heutige Warschauer! Presse 'ist angefüllt von Erörterungen über die Währungskrise. Die „Rzeczpospokita" überschreibt ihren Leitartikel' „Tie Auflösung", die „Gazeta Warszawska" scht das besondere Verschulden gerade der gegenwättigen Regierung an der Finanz- misere auseinander. Auch der „Kurjer Para n n h" obgleich er der freiwillige Offiziosus des Kabinetts Witos ist, vergleicht die jetzige Situation mit berrenigen, als die Rote Armee vor Warschat stand und man zur Rettung des Vaterlandes einen nationalen Berteidigungsminister bestellte, dem diktatorische Vollmachten erteilt wurden. Solche Vollmachten sollte aber, so meint der „Kurjer Porcmuy" offenbar offiziös, heute die Regierung selber erhalten. Am ausführlichsten äußert sich die „Gazeta Para n n ä":
„Wir stehen vor einer vollzogenen Tatsache, vor der Katastrophe unserer Valuta. Tie polnische Mark fiel bereits auf den Wett zweier deutscher Pfennig«. Unter den Klängen optimistischer Wiegenlieder der WitoSregierung langten wir in diesem Abgrund des Währungszusammenbruchs an. Die amt- 'iche Börse stellte bereits tatsächlich die Notierungen, ein, di« völlige Schließung ist tatsächlich zu erwarten. Die polnische Mark ist die wehrlose Beute der schwarzen Börse. Was ist die Folg« hiervon? Die Unmöglichkeit irgendwelche auswättige Verpflichtungen zu erfüllen. Eine weitere Folge ist bi« Schließung von Fabriken, steigende Teuerung, Arbeitslosigkeit, kurzum eine soziale Katastrophe in ihrem ganzen Schrecken, ihrer ganzen Furchtbarkeit." Die Zeitung meint, daß vielerlei! Faktoren mitwirkten, diesen Zustand herbeizuführen. Natürlich fehlt unter den von ihr aufgezählten auch' die sttts genannte „deutsH Intrige" nicht, ferner das Spekulantentum, wob« sich daS antisemistisch« Blatt über die Bemerkung ab ringt, daß der Valuta- Wucher leider nicht nur jüdischen Elementen zur Last zu legen sei. „Aber alle diese Faktoren", so fähtt die „Gazeta Poranna" fort, „hätten Polen nicht so tief in die Katastrophe getrieben, wäre nicht vor allem eines gewesen: ein unerhörtes, ein verbrecherisches Verschleuderungssystem in unserer Staatswirtschaft. Polen verlangt daher", damit schließt die angeführte Zeitung, , „eine andere Regierung, eine Absage an jedes tolle Hasardspielen und Konsolidierung aller gesunden
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rück ; sie werden mit ihrem Kriegsgerät nach Polen transportiert, soweit sie von dorther gekommen sind. Die aus Oberschlesien stammenden Aufständischen gehen mit ihren Waffen in die Heimatsortr. Die in deutscher und polnischer Sprache gedruckte polnische Presse schürt schon jetzt einen neuen Aufstand. Wir verweisen auf den von der Zensur zugelasscnen Artikel „Unser Glaubensbekenntnis" in Nummer 88 des „Oberschlesischen Wegweisers" vom 1. Juli. Bei den am 29. Juni veranstalteten polnischen Demonstrationen forderten die Redner, danrntek mehrere Geistliche, offen dazu auf, sich für den nächsten Aufstand vorzubereiten.
Wir betrachten die Beilegung des Aufstandes als eine Pause vor neuen schweren Ereignissen. Unsere Besorgnis vor der Zukunft wird verstärkt durch die von der polnischen und Pariser Presse verbreitete Nachricht über eine unmittelbar bevorstehende Amnestie. Es ist die eigene Angelegenheit der Interalliierten Kommission, wenn sie entgegen ihrer Bekanntmachung vom 3. Mai die Verletzung ihrer Autorität durch eine Amnestie ungesühnt lassen will. Aber so wenig wie wir Vergeltungsmaßnahmen gegen bl« große Masse der m'ßgeleiteten polnisch gesinnten Vokksteile erstreben, so sehr fordern wir mit allem Nachdruck .daß die für den Ausstand verantwortlichen und im Ausstand an verantwortlicher Stelle tätig gewesenen P-rsonen zur Rechenschaft gezogen werden, weil sie Schuld an dem furchtbaren Verdrecken tr-wn, das an Oberlchlefrn v-rstht wurde. Nack unserem Reckt bewußtsein bürten unter der Amnestie nick' Zollen: 1. Ter bisherig« polnische Plebisziikommissar Korfanid und die Mitalieder de? Vollzugsausschusses, 2. die Kommandanten von Formationen der Anntän- dischcn," die Orts- und Kreiskommandanten, auf deren -r-cken verübt wurden. 3. die Vorsitzenden und Beisitzer der Feldgerichte der A'Mänbsschen. bv* fick richterliche Gewalt über Leib und frbrn der frrbtiffrn Be"öfrruiw. sowie alle diejenigen P'rfonen, die widerrechtlich sick össentlichr Sfrmter anmaßten, 4. alle Teilnehmer des "d'sstgudes. die am 3. Mai Beamte der Jntcralliie'-ten Kommission waren, 5n«befoTtbere die Kreisbssräte, Beamten und Polizisten Oberschlesiens und Spezialvoliz-i. 5. alle diejenigen Personen ohne Ilnt-rschied der Nationalität, di: Verb-'chen und Vergehen gegen Leib und Eigentum begingen. Die nach dem Augnst-Ausstande erlassene Amnestie vom 29. November erweckt: bei den Polen den Eindruck, daß ihre Taten von vornherein Stnssfreibeit 'en'eßen. Sie behaupten und verbreiten heute aber, das- fr für die in diesem Ausstande begangenen Taten Straf» 'reckeit verlangen werden.
Sollte die Interalliierte Kommission eine derartige Amnestie ertr-it erlassen, so würde fr schon seht den vierten ngln'schen Ausstand begünstiaen. Nach acht Wochen der -Rechtlosigkeit fordern wir von der Jnterallss-rten Kommission nach Wiederherstellung ihrer Autorität, daß sie gegen die Leiter des Aufstandes und gegen die Hauptschuldigen nach den Grundsätzen deriährt, die sie in ihrer feierlichen Bekanntmachung vom 1. März 1-20 verkündete.
Anmerkung des Wolss-Büros: B-kanntssch wurde die befürchtet« Amnestie bereits erlassen. Tie vorstehende schon vorher abgegebene Erklärung der deutschen Parteien und Gewerkschaften Oberschlesiens schiebt der Interalliierten Kommission ausdrücklich die Verantwortung bafftr zu. daß eine euch die Urheber des letzten Aufstandes »m- fassrnde Amnestie mit Notwendigkeit einen vierten Aufstand hervorheben muß. Vn Teil der Interalliierten Kommission machte zwar schon lange mit den Verbrechern gemeinsame Sach«, jetzt aber gilt für die ganze Interalliierte Kommission das Goethewort: Ein Richter, der nicht strafen kann, gesellt sich endlich dem Verbrecher.
Oberschkefien-Hilfswerk.
München, 2. Juli. Die hiesigen Sammlungen für Oberfchlesien haben die stattliche Summe von 3y2 Millionen Mark ergeben.
Berlin. 2 Juli. Für das ober schlesische H ilfswe rk stifteten die d e u tsche Bank, die Dresdener Bank und die Diskontogesellschast je eine Million Mark, die Darmstädter Bank 600 000 Mark. Der Reichspräsident Ebert spendete für das oberscklesische Hilsswerk x,4 Million.
Berlin, 4. Juli. Beim großen internationalen Sportfest im Berliner Stadion fand gestern in Gegenwart der oberschlesischen Vereine eine Riesenkundgebung für die gestern im ganzen Reiche veranstaltete Hilfsaktion zu Gunsten Oberschlesiens statt. Vizekanzler Bauer ergriff dabei im Namen der Reichsregierung und Ministerpräsident Stegerwald im Namen Preußens das Wort, um Rot und Leid Oberschlesiens zu schildern. Sie wiesen darauf hin, daß die Nation den von der interalliierten Kommission im Stiche gelassenen Oberschlesiern durch freiwillige Opfergaben zu Hilfe kommen müsse. Das Reich könne augenblicklich nicht eingreifen, da der interalliierten Kommission die Regierungsgewalt in Oberfchlesien zu treuen Händen übergeben worden sei. Das Reich werde zu Hilfe kommen, wenn die oberschlesischen
Kommission glaubt be;t polnischen MumtU!gsal>lo!N!;::a beilegen zu
-Beamteuverbäude, gez. Hartmann, und der deutsche Beamlenbnnd. aez. Remmrrr, erlassen folgenden Aufruf für Las oberschlesische Hilsswerk:
Deutsche Arbeiter. Angestellte und Beamte! Tie Not unterer öderschlefsschrn Schivestern und Brüder ist so groß akwcrde«. daß dös _oom Deutsche» Reich und den Einzel-
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BsrruM StrunqR Ipotbek2 C. ' 38 ibetbsir, ende 5 der lichkeit^
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