Einzelbild herunterladen
 

N

139

»IM Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereigniji« kein Lnatz. - Merlan von Dr. L. Hitzeroth. - Druck der llniv^Buckidruckerei von 3ol>. Lug. Koch.

" ... __ ... t-i r . an_ r rx« r in i er *.»..1** «

^erniprecher 55, - Pofücheckkonio: Nr. 5015 Amt Frankiurt a. Main.

Markt 21.23

4771 E tiiteS Rechtes für die Sankt ioueti geschwunden. Redner

om-

mit Ausnahme solcher Handlungen, die in aetviimfüchti? vor dem Kriege eMeführt« Payne-Aldench-Tarif-

deu Pl» inm* tssstell«

56.31111

1921

Fen.

.

Mission hat heute vormittag der Reparationskom­mission gemäß den Bestimmungen des Londoner Ab­kommens eine Schuldverschreibung über die am 1. Juli fälligen 12 Milliarden Goldmark über­geben.

Begrab, 31. Juni. Das hiesige Amtsblatt ver­öffentlicht eine Verordnung, wonach die fünfzigpro­zentige Abgabe auf die Einfuhr deutscher Waren für Südjläwien aufgehoben sei.

ger Absicht oder persönlicher Rachgier und Grausamkeit begangen wurden. Von dieser Amnestie werden ferner alle Personen ausgeschlossen, die nach einem noch bekannt zu liebenden Zeitpunkt in dem unbefugt: r Besitz einer Schußwaffe oder Erplosivstoffe befunden »erden. I« der Erwartung, daß die Bevölkerung durch ihr Verhalte» sich dieses Aktes der Milde würdig zeigen wird, sowie fest entschlossen, jeden Versuch der Störung der öffent- lichen Sicherheit zu unterdrücken, fordert die Interalliierte oKmmission die Bewohner Oberschlesiens aus, im vollen Vertrauen auf die Gerechtigkeit und Unparteilichkeit der alliierten Mächte die Entscheidung abzutvarten, die gemäß dem Friedensvertrag von Versailles getroffen werden sott.

L'ieOderheffifche Zeiiun ' erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 4.75 Dtl, durch die Post 5.10 Mk. Ausgabe B mitOderh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr.

Nach demLokalanzeiger" hat der Amnestie» erlaß unter den oberschlesischen Deutschen eine gewaltig« Erregung hcrvorgerusen. Man weist aufvtzas Wort Lloyd Georges im englischen Unterhaus hin, daß man nicht eher ruhen werde, bis die Anstifter selbst zur Verant­wortung gezogen wären. Als rechtmäßig gebildete Or­ganisationen würde man die polnischen Ortswehre« be­stehen lassen. Korfanty und Lerond seien eben in trautem Einverständnis miteinander. So könne man die Waffen in sicheren Gewahrsam bringen oder nach Polen hinüber­schmuggeln.

Hindenburg, 30. Juni. Der Abba« des Auf» st a n d e s im Kreise Hindenburg geht weiter. Zaborze ist frei von Insurgenten. Die <Äraßeubahn nach Gleiwitz verkehrt seit heute ungehindert und ohne Kontrolle durch die Insurgenten. Nur in den äußeren Stadtvierteln stehen noch Insurgenten.

Ratibor, 30. Juui. I» Schichowiftz. Stete Rati- tibor, kam es gestern Nacht zu einem Zusammenstoß zwischen Italienern und polnischen Insur­genten. Die Italiener waren von den Polen ange­griffen worben.

Amtliches VerküMgungsblatt des Kreises Marburg

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

Paris, 1. Juki. DemNewyork Herakd" wird aus Washingwn fttmefbet, daH die amer ikanischen BesatzungStruppen am Rhein, wie unterrich­tete Persönlichkeiten erklären, binnen kurzem aus Deutschland würden zurückgezogen werden. Präsi­dent Harding habe erllärt, dies werde geschehen in dem Augenblick, wo er die Friedensresolutio» unterzeichne oder kurz nachher. Man glaube, daß die Zurückberufung zum amerikanischen Nationalsest, also am 4. Juli, er­folgen werde.

wb. P a r i s. 1. Juli. Havas meldet: Präsident Harding hat das Gesetz unterzeichnet, wonach ab 1. Oktober die Gesamt st ärke des a m'e r i k a nischen Heeres auf 150000 Mann herab­gesetzt wird.

wb. W a s h i n g t o n. 30. Juni. Der gestern im Repräsentantenhaus e »gebrachte neue Zoll­tarif sieht einen Zolldurchjchnittswert von 18 Prozent gegenüber 6 Prozent beim alten Tarif vor. Die Vorlage umfaßt 1689 Paragraphen. Sortierte Wolle soll nach dem neuen Tarif mit 28 Prozent vom Wert bis zu 7 Cents auf das Pfund verzollt werden; für Garne sind 20 Cents auf das Pfund und 15 Prozent vom Wert vorgesehen. Textil­fabrikate werden verzollt mit 30 Cents das Pfund und 22 Prozent bis zu 36 Cents und 29/2 Prozent, Geschirr soll mit 25 Prozent verzollt werden, Por­zellan mit 35 Prozent: für geblasene Elaswaren sind 40 Prozent festgesetzt. Steinwohlenteer-Erzeug- nisie mit Einschluß von Farbstoffen, Beizen, Farben und Teer werden mit 30 Prozent und 7 Cents bis 35 Prozent für das Pfund verzollt; Drogen, Runden! und Kräuter tragen 10, Anstrich-Farben 25 Pro­zent. Für baumwollene Kleidungsstücke sind 23 bis: 35 Prozent Zoll vorgesehen, für seidene Textilwaren! 571/2 Cents bis zu 4 Dollars für das Pfund. Pa«! pierfabrikate tragen 26 Prozent, Bücher 20 Prozent Zoll. Für Puppen und Spielwaren sieht die Vor­lage 40 Prozent, für Bijouteriewaren und Juwelen 55 Prozent vor. Musikinstrumente werden mit einem Zoll von 35 Prozent, Bleistifte mit einem solchen von 50 Cents das Eros und 25 Prozent be­legt. Mineralwasser zahlt 10 Cents die Gallone. Alle Zölle werden nach amerikanischer Schätzung berechnet.

Die neue Bill veranschlagt den Ertrag auf 700 Millionen Dollars jährlich gegen 300, welche der

Mslet

eing*

m Zuj» stbeiie» trieb il

Wiie !iir die oslmlto MetMta!

Aufruf der J.A.K.

Oppeln, 2. Juki. Tie »Interalliiert« Kommission veröffentlicht nachstehenden Aufruf an Die Bewohner Ober­schlesiens:

Die Interalliierte Kommission gibt den Vctvohnern Oberschlesiens bekannt, daß gehorsam den Anordnungen der Interalliierten Kommiffion sich die polnischen In­surgenten und die deutschen irregulären Formationen sich aus ihren Stellungen zurückziehen und am 5. Juli vollständig aufgelöst sein werden. Die Verwaltung Oüer- schlesiens wird von da ab, wieder vollständig in den Hän­den der Interalliierten Kommission ruhen und allen unrechtmäßig gebildeten Formationen wird Weber Autori­tät noch Gcwall irgendwelcher Art zustehem. Von dieser Uniemerfung befriedigt und ^ine Versöhnung des Grol­les und eine Milderung der Rassengegensätze wünschend, hat die Interalliierte Kommission beschlossen, eine Am­nestie für alle ungesetzlichen Handlungen zu gewähren, di: mit dem Aufstand in Zusammenhang stehen. Jedoch

Marburg im 2.3öli Heuert

pht vor Recht. Redner geht sodann die einzelnen Sanktionsmaßnahmen durch und kommt ;u dem Schlüsse, haß selbst der kühnste Jntervret des Friedensvert'-aae? feine Bestimmung finden könnte, welche diese Maß­nahme rechtfertigt. Kein Wunder, daß alle Kreise des beutschen Bolk-s einig seien in tn*m energischen Ärotest tzegen diese Sanktionen und einmütig ihr' Anfhehuno Herta hoch. Ter deutsche Wirtfch i stshnnv fünfte an die Regierung apvelliert, aus die wirtsckm'tliche Not in dm besetzten Gebieten hina-wicien und auf die bevorstehende Entlastung großer Ache-termafsen Mir der Annahme des Ultimatums sei für die Entente auch tebr '«chein

Mar- liehe»

4. Joi r un<

nicht das Geringste zu tun. Das sind Erpressungen und 'ttoalttaten. Mit dem Sanktionsjchiebertum hat Gott iei Dank das Deutschtum nur wenig zu schassen, aber es icnügt nicht, daß wir hier im Hause einig sind in unserem Protest. Wir verlangen einen Widerhall bei der Regie­rung und in der fresse. Am gefährlichsten ist die fmn- rösische Handels- und Industriespionage, welche Einblick m unser wirtschaftliches System gewinnt und das im !"fbn?erbe nut dem Auslände zu verwerten bemüht ist.

Redner dankt dann auch den Beamten in den besetzten Gebieten, die alles getan haben, was in ihren Kräften stand, um dos Deutschtum zu schützen und um in feinem Interesse zu handeln. Ter Redner bebauert nur, daß diese Beamten von der Regierung vollkommen ohne Direktiven -Klaffen worden sind. Redner stellt dann den Bismarck- stieben, der Frankreich in zwei Jahren, bi« vollronrmene Handlungsfreiheit wiedergab. dem jetzigen Frieden grgen- ! scher tmb ironifierf die französische Angst vor dem. Pan- aermanismus. Diese Angst sei der wahre Grund für die Beibehaltung der Sanktionen. Was Briand von her Demokratie erzähle sei Spiegelstchterei. Er vfeise auf die Demokratie, wenn es dem Chauvinismus zu dienen gelte Unsere Regierung solle nicht auf diesen Leim stiechen. So habe man schon den Fcbl-r begangen, nicht stug um Zug zu verhandeln, nämlich hier^Unterzeichnuna v? Ult'matums dort Aufhebung der Sanktionen und Oberschles'en. So aber habe die Regierung ein völliges Fiasko erlitten lBravo rechts.)

Tie Weiterberatung wird jetzt abaebrochen.

Es wird setzt die Abstimmung über den Staatsge­richtshof vorgenommen, die vor einigen Tagen aus­gesetzt werden mußte.

Der Entwirr' wird gegen die Stimmen der Kommuni­sten und Unabhängigen angenommen.

Es folgt die Fortsetzung der Jntstpettationsbesprechung.

Abg. Br eit scheid (U.) schließt sich dem Protest der unerhörten Gewalttaten im R/,einlande an, schil­dert die Ur,Haltbarkeit des gegenwärtigen Zustandes für Handel, Industrie und das tägliche Leben in einem Lande, dessen deutscher Charakter von niemanden in Zweif'l gezogen werden kann und legt die Schwierig­keiten dar, welche die Zollinie geschaffen hat. Nach Annahme des Ultimatums und nachdem die deutsche Regierung vollgültige Beweise ihres guten Willens erbracht hat, liegt kein Grund mehr vor, die Drang­salierungen aufrecht zu erhalten. Wenn sich heute jemand den Berpflichtungen entzieht, so ist das nicht die deutsche, sondern die franz "fische iRcgierung. Redner :st in ii t Sache mit den Siebnern der Rechtsparteien einverstanden, bemängelt aber die Gründe, wie sie di Jaterpellantr» g~g'bew hab». Solange die Regierung wegen der Unterzeichnung oes Ultimatums angreifen, liefern sie dem französischen Chauvinismus bin Vorzug zu diesem Verhalten. Dazu komme der Skandal vom KyffhÄuser und der Rummel mit Jagaw. Alles Momente, die drüben den Glauben aufkommen ließen, als sei die Reaktion auf dem Marsche. Die Chauvinisten beider Länder arbeiteten sich in die Hände. Die Politik der Franzosen sei auch nur auf die Interessen einiger Militaristen und Kapi­talisten gegründet, die im eigenen Interesse das Loch im Westen aufrechterhalten wollten, ohne zu sehen, daß Deutschland aufhören müsse, seine Zahlungen zu leisten. Eine solche Politik sei für Frankreich eine Torheit, für Deutschland aber ein Wahnsinn. Deshalb warne er entschieden vor der Theorie des Abgeordneten Gothein, daß, wenn Oberschlesien verloren gehe, seine Partei die Regierung verlassen werde. Tas Boll appelliert an das Gerechtigkeitsgefühl und die Ver­nunft der Franzosen und Engländer, soweit wirtschaft­liche Einsicht vorhanden sei.

Abg. Dr .Koch (Dem.): Wir wollen uns heute nicht mit gegenseitigen Borwürsen besassen, sondern mit dem Verschulden sremder Völker. Unser Parlament muß erst lernen, was es geineinsam fühlt, auch gemein­sam zum Ausdruck zu bringen hat. (Zustimmung.) Auch der Gegner hat durch unsere Unterschrift Ver­pflichtungen und Bindungen übernommen ohne sie zu erfüllen. Ich erinnere nur an Oberschlesien, und nur daran, daß im Waffenstillstand die Besetzung der rheinischen Brückenköpfe vorgesehen sei. Tie Ab­sicht, die Rheinlande mit französischer Kultur zu durch­dringen und somit für Frankreich zu erobern, wird in französischen Blättern offen zugestanden. Fran­zösische Presseunternchmungen, die in diesem -Sinne Propaganda treiben, werden aus deutschen Mitteln erhalten, der Provinziallandtag in seiner Freiheit be­schränkt und die Bürger Werders' mit Geldstrafen in Höhe vieler Tausende belegt, als ob noch das Kriegs­recht besteht. Am gefährlichsten ist aber die syste­matische wirtschaftliche Durchdringung des Landes. Daß wir aus die Beseitigung dieser Zustände hiuzu- ktrbeiten haben, bedarf keiner Erörterung. Daß unjere Regierung einen Leidensweg gehen muß, ist klar. Immer, wenn es schien, als ob cs möglich sein werde, im Innern zu einem Ausgleich zu kommen, kam es von archen fast jce.s durch die^Entente M schweren

erinnert an die gemeinsame Trntefttiinbaebung aller Vnr- feien in Sachen Oberfchlesi-ns nnh fordert den Reick-e>- fag auf in der Franc her S-""'-m?n in gleicher W'if" Visammenznstehen. Mlnisterpräfftzent Bnond habe s-lbst feiner Zeit unter Anerkennung d-s friedlichen Charakter« der deutschen Remerung zur Mäßigiina aufaefnvberf. Uehnlichc Stimmen hätten fick in Frankreich erhoben im Sinne der Verfölmung und in dem Sinne, daß die Sank­tionen unter den aegentoärtigen Verhältnissen nicht mehr haltbar seien. Aber andere Stimmen hätten sich mit rrschrcckl-cher Deutlichkeit für die Sankffonen einnesetzt. Diese Stimmen forderten die Untertnerfnng der Rhein­länder, damit deren reiche Industrie Frankreich zu Gute komme und Frankreichs Sieg vervollständige. Dies be­brüte Französierung der Rheinlande, aber über dieses Vorhaben stehe die rheinische Treue. Andere Stimmen Orderten -le AnfrechletHakkung her San klonen, toetf sie In den RH lnb» irden zur Vrrbilügnug. bet Leheusmlltel leig.traaeir battrn. Das fei aber bas Tollste was fe Mf diesem Gebiet geleistet worden fei. Herr Briand selbst Hab: neuerdings die Notwendigkeit der AusrechterH,,!- '-'N Schutz? ves Kabinetts Wirth iBirth betont. Zum Schutze des Kabinetts Briand wär- perstäi-dl eher oewesen. Herr Briand verlange eine Er­klärung «ber d!e deu!"k'--'s''scheu vs»schannngen der deut­schen Regierung, denn die Aushebung der Sanktionen teetbe nur von vr-n-'-rwan^cki--, Elmnenf»n verlanat. Ker ihm das erzählt hat, hat ihm einen Bären aufge­bunden, denn alle Parteien sind sich in der Sanktious- siage -inij. Eine starke zielbewußte Regierung darf sich picht von den Parteien beeinflussen lassen, bann hat sie ia3 Volk hinter sich. Dasselbe gilt aber auch für Frauk- ttifb. Jedenfalls ist Herr Briand aber auf dem besten «ege, d.rs was er erreichen will, nämlich den Schutz Ber demokratischen Regierung selbst zu untergraben. Eine Regierung, die sich etwa auf die Sanktionen stützen wolle, teürde von dem deutschen Volke weggefegt werde«. Herr Briaud tcckll seine Truppen gegen irreguläre Truvven ge­schäht sehe». Alle diese unerhörten Maßnahmen haben dazu beigetragen, daß sich die Svmpathien für Frank- tt«b in das Gegenteil umgewandelt haben und es ist kein «undcr, daß sich die Stimmung England gegenüber so fcänbett hat. Redner dankt dann den Bewohnern ber WinTanbe für ihre unwandelbare Treue und schildert !dann einzelne Vorkommnisse im besetzten Gebiete. Er iWtbert di« Verstopfung der Bahnhöfe und infolgedessen - Stillegen zahlreicher Betriebe und die Entlassung von t Arbeitern wegen Mangel an Material, bte Verteuerung wr Lebensmittel, die Erschwerung der Ernteeinbringung «nd die Ueberschwemmung mit ftanzöfischen Leckereien.

t»anbei und Getverbe stocken. Tie Pfalz werd; von dem 'Transitverkehr ausgeschaltet . Das Schiebe rtum feiere feine tollsten Orgien. Dazu kämen die itnerträip Men Besatzungslasten. Wir stehen jetzt am W nbevnnkl. ^o>l die Drachemaat des Hasses und der Zwietracht erst Aiigehcn? Es ist die letzte Stunde der Umkehr, möge Frankreich sie benutzen. Der Gedanke ber Bereinigten, daaien von Europa, wird nicht mehr von ber Bild- Aächc verschcvinben. Voraussetzung dafür ist unsere voll- DMmene Gleichstellung mit den anderen Völkern und die ^Jreiaabe Oberschlesiens.

5 Abg. Dr. Reichert lDcutschnatl.) schildert bas Sahrbunberte währende Drängen Frankreichs nach der Akheingrenze «nb was wir heute in den Rheinlanden er» i*bkn, sei nur schlecht verhüllte Annektionsvolitik. Der Webner erwähnt die Ausstellungen, die Paraden und die ttoberen Lusrbarkeiten als Zuckerbrod. bas Spitzeltnm n»b lknrbeln.ns der Presse, sowie die schwarze Schmack als Pe'We. Di- SankrwiuL hätten mst dem Rechte

Erschütterungen, die in unerfahrenen Gemütern stets öen Glauben wachrufen mußten, als ob die betreffende Regierung nichts tauge. Frankreich hat zu ent­scheiden zwischen einer Politik der Unterdrückung und einer Politik) die uns die ErMung unserer Ver­pflichtungen ermöglicht. Redner dankte der rheinischen lBevölkerung für ihre Treue. Man kann unser Vater­land wohl ruinieren, aber nicht zerreißen. (Bravo.)

Abg. Höllein (Komm.): Dem Jnterpettanten kant es nicht ans die Interessen des bedrängten Landes an, sondern nur auf die Aufrollung eines nationalisti­schen Rummels, de« was über die Frage zn sagen war, hat der Reichskanzler bereits mehr als einmal getan. Gerade diese Kreise, die den belgischen Neu- tralitätsvertrag als einen Fetzen Papier behandelten, die jeden anderen Vertrag nach Belieben während des Krieges je nach Wunsch brachen ober veränderten, sprechen von Vertragstreue die, die ihre Giftgasen, ihre Fliegerbomben und Unterfe.boote g"gen das Völ­kerrecht benutzen, reden nun von Völkerrecht. Was in Leipzig jetzt vor sich geht, ist ja nur ein schwacher Abglanz ihrer Sünden. (Znrirf: Du Lump!) Ten Hölz will man auf dem Transport nach Dresden nur- crmorden, daher die Gerüchte, daß geplant sei, ihn zu befreien. (Der größte Teil der Abgeordneten hat bereits schon den Saal verlassen.) Die Rechte hat im Kriege itur für sich selbst gesorgt, sei es auch nur, um einige Arbeitslose Hohenzollern zu versorgen. Genau hat es die Bourgeoisie in Frankreich und Eng­land gemacht. Der Friede von Brcst-Litowsk war ebenfalls ein Werk der Rechten. So sind die Sank­tionen verständlich. Die schwere Belastting der Be- völlerung erkennen wir an. Wenn aber andererseits die deutsche Bourgeoisie mit Unterstützung dcr Re­gierung den wirtschaftlichen Krieg g gen die französische aufnimmt, so ist das nur die Fortsetzung des Welt- kneges. Dies ist ein Beweis dafür, daß » bas ganze kapitalistische System verschwinden muß. Wir müssen mit weiteren Sanktionen rechnen, weil Deutschland die Verpflichtungen nicht drfüllcn kann. Der Kapitalis­mus wird sich mit den Verhältnissen abfinden, wie es Herr Stinnes bereits getan hat, aber das Proletariat leidet unter den Sanktionen. Die Arbeiter haben immer die Folgen der Verbrechen der herrschenden Klassen zu tragen.

Abg. Dr. D e e r m a n n (D. Bpt.) schließt sich dem Prciest gegen die Sanktionen an. Die Franzosen betrachten die preußischen Beamten lediglich als Störenfriede ihrer Politik. Er schildert insbesondere die Zustände in der Pfalz und hebt hervor, daß eine Tagung katholischer Jugendlicher nur dadurch zustande gekommen fer, daß 30 französische Tanks in den Fest­ig ewfgerwMnen wurden. Zweck und Ziel der Fran- zofen sei, ber. Rheinländern weißzumachen, das Vater­land habe sie vergessen

Abg. Dr. Most (D. Vpt.) stellt in feinem Schluß­wort die einmütige Ansicht des Reichstages, daß uns Un­recht geschehen ist, fest. Damit schließt die Aussprache.

Mercen vormittag 11 Uhr: Interpellation, kleine Vorlagen, Interpellation über Mont Cenis.

------

Sie MMkM des MmllM.

Paris, 1. Juli Die Kriegs lasten!

JL28. Sitzung vom 1. Juli, nachm. 1Uhr.

Haus und Tribünen sind sehr schwach besucht. Auf der WggeSocduuug stehen zunächst Anftagen.

Rach Erlcdignng einer großen Anzahl Anfragen, bte «btr ohne große Bebeutung sind und rezierungsfeitig ent» sprechend beantwortet werden, folgt die erste Beratung tzts Gesetzes über Uebenvachung des Verkehrs mit Post­paketen

Die Interpellation wegen der Sanktionen werd nun- Mehr weiterberaten.

Abg. Dr. Bell (Zentr.) erhebt vor der ganzen Welt Mrotcst gegen die unerhörte Vergewaltigung. Was wir In den letzten zwei Jahren an Cofern »n'o Snttänsch- 9 TOgen erlebten, gehöre der Gefck'ckte an. Er erinnerte nn die unter Bruch des Waffeustillstaubsabkommens cr- fclete Wecm-tzme unseser Kolonüm iwtb hen Raub von Butten und Malmedy, cm die Bedrückung dcr Rhünlanbe " end an Oberfchlef'-n. Tie von langer Hand vnrbereike- ten' Maßnahmen zur Abschnürung der Rheinlande vom Muttellanbe wurden nach den Tagen von London ohne Ultimatum durchgefetzt, nach dem Grundsätze: Macht

Der Lnzeigenprei» beträgt für die 9 gejp. Tolonelzeile oder beten Raum 90 Psg. u. 10 °L »uTiaüag, amtliche und auswärtige 1.20 litt. Andere Spaltenbreiten nach eniiprechender Berechnung. Spät einlaufende oder den Rau« übe: lk Sette etn» nehmende Anzeigen smü wir berechtigt, nach der Iejt|paltenbreite zu fetzen und zu berechnen. Sogen. Reklamen berechnen wir die Zeile mit 3.00 Mk. Jeber Rabatt gilt als Larrabatt. Bei Auskunft durch bte Geichastsftelle unb Vermittlung bet Angebote 75 Pfg. Sondergedühr.

--*--

Beendigung des Kriegszustandes zwischen Amerika und Deutschland.

Washington, 1. Juli. Der Senat hat di« Kompromitzresolution, die den Kriegszustand zwte scheu Amerika einerseits und Deutschland und Oesterreich andererseits beendet, mit 38 gegen 1* Stimmen endgültig angenommen. Die Resolution geht nunmehr dem Präsidenten Harding zur Unter­zeichnung zu.