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Amlliches Derkundigungsdlatt dcs Kreises Marburg.

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Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

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J|f, 150 S®r ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Srcignifie kein Erjag.

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Verlag von Dr. C. Hitzeroth. Druck der Univ.-Buchdruckerei von Jod. Aug. Koch,

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Di«Oberhessische Zeitun ' erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 415 Mk., durch die Post 5.10 Mk. Ausgabe B mitOberh. Svort-Ztg." 1 Mk. mehr.

angeblich gegen den Schmuggel eingerichtet.

Erneuter polnischer Angriff auf Beuthen.

Blättcrmeldnngen aus Bnithen zufolge bat in

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oder Hintertrieben wird. Jeden Augenblick haben die Drahtzieher in Warschau die Möglichkeit, den Aufstand, der nach der Räumung weiterbestehen soll, von neuem auflodern zu lassen. Ein neuer Aufstand liegt durchaus in der Linie der Politik, die von Lerond und Korsantv in den letzten sechs Wochen betrieben wurde. Zweifellos hätte es im Interesse unserer Gegner gelegen, wenn es zwischen General Küfer und dem Zwölserausschuß einer­seits und General Kenniker und der Interalliierten Kom­mission anderseits zu keiner Einigung gekommen wäre. Die lohale Kaltung des Zwölserausschusses und des Selbst­schutzes werfen alle Verabredungen zwischen Lerond und Korfanth über den Kaufen, und auf deutfcher Seite kann man nunmehr den Erfolg buchen, daß die erste Etappe des polnischen Rückzugs bis ins Kerz des Zentrakr'vicrs reicht. Nur den Eingeweihten ist Mannt, lob sehr sich der französislbe Teil der Interalliierten Kommission gegen die Einbeziehung der Stadt Kindenöurg und der an­grenzenden großen Landgemeinden in die erste Etappe der Räumung gestränbft hat. Der deutsche Selbstschutz wird sich also gemäß der Vereinbarung bemühen, die Fristen der Rückzugsbewegung eirritthaften. Wenn es auch den Anschein hat, als habe die Partie remis ge­endet, so darf doch nicht verkannt werden, daß der Zwöl- strausschuß und General Küfer im Rahmen der Mög­lichkeit jede Aufgabe gelöst haben, deren Lösung angesichts außerordentlich großer inner- und außenpolitischer Schwie­rigkeiten billigerweise von ihnen erwartet weiden konnte.

(Köln. Zeitung.)

Pleß, 28., Juni. Hier haben die Ausstäud'schen ei'e neue sogmannte Grenzaufsichtsbehörde,

Sie MMmg les Ultimatums.

Berlin, 29. Juni. Bei den VerhanÄl'-gnen mit der interalliierten Earantiekommijsion wurde festgestellt, daß außer der bis zum 31. August zu zahlenden eine Milliarde Eoldmark im ersten Re­parationsjahr bis zum 1. Mai 1922 an den Devistn nur noch 300 Milliarden Eoldmark zu zahlen sind. Die übbrigen Summen sollen durch Sachleistungen und die Erträgnisse der Ausfuhrabgabe beglichen werden,

gn den Zusicherungen, welche der englische und fran­zösische Botschafter dem Minister Dr. Rosen vor einigen Lagen gegeben haben. Der Zwölserausschuß gab ebenso mir General Küfer auch diesem von den Franzosen in pohlberechneter Absicht veränderten Räumungsplan seine tzustimmung, vor allem aus dem Grunde, um der sran- »Sfischen Diplomatie jede Handhabe zu nehmen, den beut» jchen Selbstschutz als Hindernis der Pazifizierung Ober- ichlesiens zu bezeichnen. Ter Zwölserausschuß neigt der Auffassung zu, daß die Räumung des Aufruhrgebiets nichts anderes afS ein Betrug ist. Insbesondere lassen He Beobachtungen m dem geräumten Teil des Kreises ftatibor erkennen, daß eint tatsächliche Räumung Ober- jchl-'ieus iw» de» Swsea Lorjaathr nicht beabsichtigt ist.

wb. Berlin, 28. Juni. Eine Berliner Zei­tung veröffentlichte am 25. abends einen angeb­lichen Geheimbericht des Generals LeRond an die französische Militärmisston Berlin. Der französische Botschafter überreichte hierzu dem Reichsminister des Aeußern ein Schreiben, worin erklärt wird, daß der Bericht in allen Punkten g e - fälscht sei.

DerBeil. Lok.-Anz." (Nr. 300 vom 28. Juni abends) bringt selbstverständlich dies Dementi, er­klärt aber seinerseits dazu:Wir haben bereits gestern darauf hingewiesen, daß der Inhalt des von uns veröffentlichten Dokumentes so bloßftelledn ist, daß er die französischen Amtsstellen zur Ableugnung geradezu zwingt. Wir begnügen uns eins weilen damit, auf unsere bisherigen Erklärungen über die Echtheit des Dokuments Bezug zu nehmem Weiteres behalten wir uns vor."

Sehr treffend bemerkt dieDeutsche Tagesztg.", (Nr. 296 vom 28. Juni) dazu:Das Dementi war zu erwarten, wie wir von vornherein sestgestellt haben. Aber was besagt in diesem Fall »in De­menti? Nichts. Und zwar so lange nicht, cis Le Rond praktisch eine olitik Ptreibt, die sich mit den Grundsätzen des Geheimberichtes vollkommen deckt."

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hinter ihr stehenden Regierungen und meldet die gesamten bereits entstandenen und noch entstehen­den Schäden zum Ersatz."

»Manchester Guardian" über dasungesetzliche Treiben der Insurgenten".

wb. London, 29. Juni. Der Sonderbericht­erstatter desM a n ch e st e r Guardian" gibt seinem Blatte, eine ausfühlriche Schilderung über das ungesetzliche Treiben der polni­schen Insurgenten und des Verfalles der Industrie in den von den Polen besetzten Aufstandsebgieten. Der Berichterstatter meldet aus Hindenburg, daß die Insurgenten seit Anfang Mai 22 Personen ermordeten. Roch immer würden Gelder erpreßt. Der Berichterstatter schildert dann einen am vergangenen Sonntag vorgekom­menen Fall, wobei die Bürger in einem mit dem Stempel des polnischen Kommandeurs versehenen Schreiben, das der englische Berichterstatter selbst sah, aufgefordert worden seien, 50 000 M zu be­zahlen, andernfalls Gewalt angewendet werden würde. In Tarnowitz hätten die Insurgenten von der Stadt zwei Millionen Mark unter der Drohung gefordert, daß sie die Stadt dem Raube und der Plünderung überlasten würden, wenn die Summe nicht bezahlt werde. In Hindenburg, das eine große deutsche Mehrheit aufweist, hätten alle Läden die Aufschriften in polnische Sprache um­ändern mästen. Außerdem zwangen die Polen die Bevölkerung, überall polnische Farben anzubringen. In Bismarckhütte seien die Betriebsleute, die alle Deutsche seien, gezwungen worden, eine Erklärung zu unterzeichnen, daß sie die polnischen Insurgenten den Trupven des Generals Höfer vorzögen. Der englische Korrespondent erklärt, diese Unterschriften würden zweifellos als Propagandamittel benutzt werden.

Frankreich auf Polens Seite."

Stockholm, 27. Juni.Stockholm T id - n i n r e n bespricht im Zusammenhang mit der Aa- fandsfraqe das ob er schlesische Problem und schreibt, daß aus Rücks'cht auf den Friedensvertrag und 'ne Autorität der Alliierten kräftige Maßnahmen gegen- äker Korfantys Aufruhrbanden ergriffen werden müßten. Das Recht würde aber beiseite ge­drängt und nationaler Egoismus in den Vordergrund geschoben. Frankreich, das nach der Beendigung des Krieges die Lösung des europäischen und der internationalen Probleme in aussehenerregen­der Weise ia die Hand genommen habe, stelle sich ans Polens Seite und wolle nicht gegen Korfantys Banden einschreiten. Richt einmal die boffchermsti- schon Tendenzen und der Terror dieser Banden scheine in Paris abkühlend gewirkt zu 'haben.. Korfantys Aufnihr predigt der ganzen Welt die Notwendigkeit für jede Staatsmacht, über gute Verteidigungsmittel zu verfügen. Ein ewiger Friede sei kaum zu einem Zeitpunkt zu erwarten, wo es einem Korfanty freistehe aufzutreten, wie er es tue.

rorea. M.11.A ntrale läse mtz« 14 it 559

Berlin, 29. Juni. Der Reparationsausschutz des Reichswirtschaftsrates beschäftigte sich in seinem Sitzungen am 28. und 29. d. Mts. mit der Frage der A u s f u h r a l s I n d e x für die variablen Repa­rationsleistungen. wozu eine Unterkommission Bericht erstattete. Der Ausschuß trat dem Bericht einstimmig bei und beschloßt chn der Presse sofort nach Drucklegung zugehen zu lassen. Sodann beschäftigt sich der Aus­schuß mit dem Entwurf eines Gesetzes zur Aenderunz des Körperschaftssteuergesetzes, über das er einstimmig ein Gutachten abgab. Der Regierung wird empfohlen, unter Berücksichtigung der Grundsätze dieses Gutachtens mit größter Beschleunigung^einen neuen Entwurf auszuarbeiten. Daraus vertagte sich der Ausschuß zunächst auf den 5. Juli, da der Reichs­kanzler einen bestimmten Tag für seine angelündigte Rede noch nicht in Aussicht stellen konnte.

Berlin, 28. Juni. Bis zur Annahme des Ulti­matums bildete es eine andauernde Streitfrage zwischen dem militärischen Ueberwachungsausschuß des Ver­bands und der deutschen Regierung, ob die Misi­ta rbeamten in die Zahl der uns nach dem Äer- Mler Friedensvertrag zugestandenen Offiziere der Reichswehr einzucechnen seien. Da im französischen Heer die Militärbeamten den Offizieren gleichgestellt werden, hat General Rollet stets gefordert, daß das Osfizierkorps der Reichswehr um die Zahl der oberen Militärbeamten zu vermindern sei. Rach der An­nahme des Ultimatums herrschte bei der deutschen Regierung die Ansicht, daß man nunmehr gezwungen sei, die Militärbeamten chres militärischen EharakterS zu entkleiden und zu Zivilbeamten zu machen. Vor acht Tagen ungefähr ist nun eine neue Verbands- note eingetroffen, die die Eingliederung dieser Be­amten in die Zahl der 4000 Offiziere der Reichswehr fordert. Es handelt sich in der Hauptsache um die höheren Jntendanturbeamten und die Zahlmeister, und zwar um etwa 190 Beamte. Unlängst erst war ge­fordert worden, daß das oberste Zeugamtpersonal in die Zahl der Offiziere eingereiht werden müsse. Dieser Forderung war nachgegeben worden. Demnach werden jetzt ungefähr 280 Offizierstellen bezw. Beamte aus- gegeben roerben müssen. Eine weitere Forderung deS Verbandsausschusses ist, daß Ko m m a n d i c r u n g e n von Offizieren in das Reichswehrmini­sterium nicht mehr erlaubt sein sollen. Eine Ant­wort der deutschen Regierung ist. bis jetzt noch nicht erfolgt, jedoch ist zu erwarten, daß sie unter Wahrung ihres grundsätzlichen Rechtsstandpunkts unter dem Druck dder Verhältnisse nachzugeben bereit sein wird.

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Marburg

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Italien.

wb. Rom, 29. Sunt. Zwischen dem Vati, kan und der italienischen Regierung wurden Verhandlungen angebahnt, um die seit mehr als 50 Jahren unterbrochenen diplomati < schen Beziehungen wieder aufzunehmen.

Die Kabinettskrise. Rückkehr Eiolitti»?

wb. R o m, 29. Juni. Der König setzte gestern nachmittag die Besprechungen mit den Parlamen­tariern fort und empfing die Vizepräsidenten des Senats und der Kammer. Die Zeitungen sind fast einstimmig der Ansicht, daß der Präsident der Kam­mer D e n i c o l a aufgefordert' werde, das neue Kabinett zu bilden.

R o m, 29. Juni. Die Wahrscheinlichkeit wächst, daß Giolitti sich noch überreden läßt, die Neubildung des Kabinetts zu übernehmen. Auch Sonnino 7-hnte sich gestern nach zwanzigjähriger Entfremdung mit Eiolitti aus, um ihm zuzureden. Viel bemerkt wurde der gestrige lange Besuch Barröres bei Eio­litti, ein Vorgang, der die Presse zu Bemerkungen über unzulässige französische Einmischung in italienische Angelegenheiten veranlaßt. Gleich­zeitig verbreitet Havas anderthalb Spalten Aus­lastungen, in denen das französische Bedauern über den Rücktritt Eiolittis zum Ausdruck kommt. Graf Sforza hat bereits Rom Verlusten und erklärt, au» Ruhebedürfnis vorläufig sich ganz zurüchzuziehen, au chkeine Botschaft übernehmen zu wollen.

England.

Zur Beilegung des Kohlenftreiks. Gewinnbetei» ligung. Einigung auf einen Standardlohn.

London, 28. Juni. Lloyd George gab gestern im Unterhaus von dem Abkommenzwifchenden Bergleuten und der Regie rung Kenntnis. Das Abkommen gelte bis zum 30. September 1922 und könne von beiden Seiten mit dreimonatiger Frist gekündigt werden. Vor acht Tagen wird im Unter­hause feine Besprechung des Abkommens stattfinden, um den Führern der Bergleute ihre Ausgabe bei ihren Verbänden zu erleichtern und um jeden Anschein der BeeüA'HWL ui verrp-Keiz. . .. > - . '

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gilt als Barradatt. Bei Auskunft burch bie Geschäftsstelle und Vermittlung der Angebote 75 Pfg. Sondergebühr.

Rächt zum 29. Juni erbeut ein umfiinnreicher Angriff d-r ^nfurnenten auf die Stadt Beutzen stirltaeGnd-n. Die ^nfrraenten drangen unter dem Schutz von M'N'Nwer'ern und Masckcknenaewehicke'rer bis in di- uvmill'lbire des Kai'vtbahnhoss vor. Zahlreiche Geschäfte wurden oevlündert und in die Käuier Kandoranaten <vworfrn. Die Frontalen verhielten sich bei dem Angriff voll kommen passiv.

Kontribution.

Myslowitz, 89. Juni. Der Gabt ist eine Kontribution von einer halben Million Mark auferlegt worden. Tie Bürgerschaft hat prote­stiert und beim Kreiskontrolleur Sckn'tte eivgel-itet.

Eine Konferenz unter Bedrohungen.

Berlin, 29. Juni. Reuter meßet aus Warschau, daß auf Einladung der polnischen Insurgenten eine Konferenz zwischen den oberschlesischen deutschen Großindustriellen und den In­surgenten stat'gefunden habe. Diese Me d ina ist insofern richtig, als vor einigen Tagen kn der Schicke von Schoppinitz eine Besprechung zwischen Korfanty und einigen Werkvertretern stattgefunden hat. Diese Herren waren unter Bedrohung zu der Sitzung eingeladen und mußten sich dem Zwang süg-n. Von den Chefs der Verwaltungen war n'emand erschi'ne". Nur Unterdirektoren ohne Vollmacht, die den In­surgenten erreichbar waren, hatten dem Drucke Folge geleistet, ohne vorher irgendwelche Fühlung mit den Zentralleitungen genommen zu haben. Tie Werk- vorstcher haben übrigens keinerlei Zusicherungen ge­macht, sondern den polnischen Ausführungen, die sich ans die Möglichkeit der Hebung der im Zusammenbruch befindlichen oberschlesischen Wirtschaft erstreckten, leb­haft widersprochen..

Die Lahmlegung der Oderschiffahrt.

wb. Breslau, 2. Juni. Unter den Opfern des polnischen Aufstandes ist einer der wichtigsten Erwerbszweige, die Oderschiffahrt, ganz be­sonders heimgesucht. Der polnische Aufstand mit seinen Folgen bedeutete geradezu e.ne Katastrophe für sie. Die Maßnahmen der interalliierten Kom­mission gipfelten in der Vorenthaltung der ober­schlesischen Kohle. L ien L a.d u n g s m a n g e l s entstand in den oberen Häfen insbesondere in Kosel eine ungewöhnliche Kahnanhäufung. Bei Beginn des oberschlesischen Aufstandes lag ein ver­hältnismäßig großer Teil der Oderfahrzeuge im Aufstandsgebiet versammelt. Die Folgen des Auf­standes erstrecken sich nicht bloß auf die Oderschiff­fahrt bis Stettin, sondern bis Hamburg. Der Ee- treidetransport ab Hamburg ist gegenwärtig wohl noch gerade im Gange, aber durch den Mange! an Bunkerkohlen in weitem Umfange bedroht und ein­geschränkt. In einer von der schlesischen Schiffahrt an die interalliierte Kom­mission gerichteten Eingabe wird gesagt: Die Verluste der Schiffahrt sind außerordentlich gorß: 1500 Fahrzeuge, darunter 1000 von Klein- schiffern, deren einziges Vermögen in ihrem Kahn besteht, sind in ihrer Bcwegungs- und Erwerbsmög­lichkeit, vollständig lahmgelegt. Ein Teil davon, der im eigentlichen Gefahrengebiet festgehalten wird, ist zum Teil zerschosien, zum Teil havariert. Einige Kähne sind gesunken und sehr viele ausgeplündert. Als legitimer Vertreter der Groß- und Kleinschiff- fahrt der Oder wendet sich der Schisfahrtsbetriebs- verband für die Oder an die Kommission und die

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Gleiwist, 28. Juni. Die Stadt Lab and ist fest dem 87. d.Mts. abends von Insurgenten fr et Der Bahnhof ist noch besetzt. In der Richtung Rudzinitz Jtafe 25 französische Lastautos abgefahren zur AlhoÄug von englischen Truppen.

HindeuSurg, 29. Juni. Die Stadt und die umliegende» Dörfer Mathesdorf, Sosuitza usw. sind von Jnsurgmiten frei. Züge abmarschiererHer Jnsur- tzeisten marschieren durch die Stadt. Das Rathaus ist geräumt, die polnische Fahne eing-z-g-n. Einzelne .Abteilungen rücken, in östlicher R'chtung ab. In den Dörfern wird auf Grund der Verfügung der inter­alliierten Kommission vom 29. Mai die neue Pol'zei gebildet, jedoch besteht der Verdacht, daß in den meisten Dörfern bteje Polizei eine äußerlich mngewandelte Fnsuraentetstrxppe ist.

Som deutschen Selbstschutz.

wb. O b e ? c < « c ii, 29. Juni. Heute morgen teilte der englische General H e n n i k e r dem Führer des deutschen Selbstschutzes den Rückzug der potnifchen Insurgenten und der ersten im Rätnnungsplane vorgesehenen Zone mit. Daraufhin leitete General Höfer, gemäß den ge­troffenen Vereinbarungen, sofort die Umgruppie­rung des Selbstschl'bes ein.

Dir bar oberscblesische Berickck-rüatter desVor­wärts" me8»et, ist die fristgemätze'imnna der vom Selbstschutz fcfeMrh Gebiete ordnvnasmäfi'o vor fick' graanacn. Studenten ,die d"m Selbstschutz an- gehörten .haben die Abteilunqen verlassen unb die Keim- reise onaetrrtm. Der erste Transvortzna mit entbckstn-n SelbstschuKleuten passierte aestern nachmittag die schlesische Grenze. In dem von den Polen geräumten Ge­biete sind bisher nur die Städte von Enteutetrnvven be­setzt^ worden, während die geräumten Dörser sich bisher noch nicht unter dem Schutz der alliierten Truvven b-- ünbeu. Es besteht daher bie G-fahr, baß sich auf d-m Lande neue Verstöße gegen Leben und Eigentum der Deutschen ereignen, falls nicht die interalliierte Kommis­sion auch der Landbevölkerung den unbedingt notwendigen Schutz angedeihen läßt.

Oppeln, 30. Juni. Der Rückmarsch des deut­schen Selbstschutzes bei der Räumung Oberschlesiens geriet an der Nordfront ins Stocken, nachdem man erfahren batte, daß die Polen die Gegend von Lublinitz noch nicht restlos geräumt hatten. Durch Vermittlung eines eng­lischen Generals wurde jedoch der Rückzug beiderseitig nach einigen Stunden fortgesetzt.

Die Räumung ein Betrug?

Oppeln, 29. Juni. Unter dem Vorsitz des PtarrerS Mitzka trat der Zwölserausschuß am 27. Juni in Oppeln zu einer Sitzung zusammen, um Stellung zur E gegenwärtigen Lage zu nehmen. Die Beratungen, von t geistvoller Einmütigkeit getragen, galten vor allem der Räumung und erstreckten sich auch auf Fragen, die mit ihr Zusammenhängen. Am 21. Juni hat General Köier im Einvernehmen mit dem Zwölserausschuß dem englischen General Henniker einen Räumungsplan unter« breitet, der unter anderen Bedingungen die Ränmüng der Jüdüstri.städrchDkritvitz und Hindenburg rorbert. Eine zu­stimmende Antwort der Interalliierten Kommission traf erst au- 21. Juni nach 12 Uhr ein. Demnach sollte bie beiderseitige Räumung der Zeit nach in folgenden Abschnitten erfolgen: Am 28. Juni Rückzug der Aus- ständischen, 29. Juni Pause, Rückzug des Selbstschutzes in jrie Räume um Rosenberg und um Loebichütz, 1. Juli "Panse. 2. und 3. Juli Rückzug der Aufftäiidischen hinter Bcuiben, Königsbutte. Kattowitz, 4. Juli Pause, 5. Juli i Rückzug f aset Teile über die Grenzen des Abstimmungs­gebietes hinaus. In der Nacht vom 25. zum 26. Juni erhielt General Höfer Mirteilung von einer Aenderung t des Räumungsplanes, welche die Franzosen gegen den heftigen Widerstand der Engländer durchzusetzen wuß­ten. Danach fällt die Pause am 29. Juni weg, und der deutsche Selbstschtch muß mit seinem Rückzug schon am j 29. Juni beginnen. Die Pause am 29. Juni hätte nämlich den Deutschen ermöglicht, sich durch Augenschein von der Art and Weise des Rückzuges der Aufrührer zu Überzeugen. Der Schwindel von der Räumung wäre schon am ersten Tage entlarvt worden. Französischem Mnfluß gelang es auch, noch eine weitere Klausel im letzten Mnaenblick einzuschieben, durch welche General Höfer svh verpflichtet, selbst im Falle eines polnischen Treu- kmichs seine Truppen nicht in die alten Linien cinrückcn jm lassen. Dieser Passus steht in schroffem Widerspruch