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Amtliches VerLndigungsblatt des Kreises Marburg.
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Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberheffen
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Die „Oderheiftjche Zeit«» - ‘ erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich
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4.75 Mk^ durch die Poft 5.10 Mk. Ausgabe B mit „Oberh. Soort-Ztg." 1 Mk. mehr.
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1918, da »erfünbete der amerikanische Präsiden
.warten, dass die politische Eesamtlage Europas
amerikanische Präsiöen^bgrr Kongreß jenes berühm^D^c r sogen. 14 Punkten zlMnor
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28. Juni, lieber die heute begonnenen fietrfffenb die Ausführung des Londoner ist folgender amtlicher Bericht aus-
kostbare Gebiete aus dem deutschen Reichskörper herausschnitt, der unsere blühende Wirtschaft nahezu vernichtete, lind dennoch sollen und dürfen wir der Zukunft nicht hoffnungslos entgegensetzen. Dann erst wäre« wir ganz verloren. Wir können
werden.
Paris, Beratungen Abkommens
Sachverhalt im allgemeinen klar zutage liegt. Unsere Aufgabe ist es, der Wahrheit zum Siege zu verhelfen, mit allen Kräfen daran z« arbeiten, diesen Eckpfeiler zu erschüttern und dadurch die erste Vorbedingung für eine Revision des Vertrages zu schaffen.
Jene ungeheure Wandlung aber vom Verständigungsfrieden des Präsidenten konnte nur dadurch zustande kommen, baß Wilson nicht der Mann war, als den man ihn sich vorgestellt hatte, nicht der Philosoph, nicht der Prophet, nicht der Held. Beseelt von den ehrlichsten Absichten, seine Pläne durchzuführen, aber zu schwach und unbeholfen, um dem Intrigenspiel eines Elementen« und Lloyd George gegenüber Sieger zu bleiben, gegenüber einem Clsmenceau, der wohl niemals im Ernst an einen Frieden der Versöhnung geglaubt hax, und einem Lloyd George, dessen Hände durch Versprechungen an seine englischen Wähler gebunden
56. 3M 1921
waren.
So ging der Friede aus den Verhandlungen vier leitenden Staatsmänner der Welt hervor, uns unser gutes Schwert aus der Hand schlug,
Cassel.
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sagen, dass es auch unter den heutigen verbundenen und verbündeten Mächten zu ernsten Auseinandersetzungen kommen wird. Aber das darf für uns nicht die Hauptsache bleiben. Unsere stärsste Hoffnung müssen wir aus uns selbst herausschöpfen, aus dem Glauben an unser deutsches Volk, aus dem Glauben, baß die Quellen deutschen Wesens, aus denen germanische Urkraft entspringt, wohl zeitweise verschüttet, aber nicht für immer versiegt sein können.
Die Rheinische Frauentagung der Deutschen Volkspartei, die am Sonntag in Köln zusammengetreten ist, hat in folgenden Entschließungen zur oberschlefischen und zur österreichischen Frage Stellung genommen:
Die überaus zahlreich besuchte rheinische Frauentagung der Deutschen Volkspartei des besetzten Gebietes gedentt in tiefemschmerzlichen Mitgefühl der schwerleidenden Schwestern Oberschlesiens, der Röte seiner ganzen Bevölkerung. Die Westmark ruft gen Osten: Harret aus im Glauben an deutsche Treue und Einigkeitt Vom Rhein zur Donau, eingedenk der alten Ribe- lungen-Treue, sendet der Erotzdeutsche ; Volks Partei die herzlichsten und treuesten Grüße die Rheinische Frauentagung in Köln.
Zug Insurgenten unter der Führung des zu leben?» länglichem Zuchthaus verurteilten Verbrechers Josef Warzoschka. Der polnisch« Apobeamtr Fttedttch in Rogan requirierte rücksichtslos bei den Heimat« treuen und erpreßt« Summen bis fünfzehn tcmsnd Mark. Die Poleuführ« halten in den Dörfern Versammlungen ab und erklären, im Falle einer ungünstigen Entscheidung würden sie den Kampf gegen Deutschland «riebet beginnen. AuS Ratiborhammer treffen Flüchtling« ein, ddenen in den letzten Tagen polnische Gestellungsbefehle zugestellt worden waren. Die deutsche Bevölkerung rechts der Oder befindet sich in großer Besorgnis vor den kommenden Ereignissen. Zahlreiche Personen treffen in Ratibor ein, tun das Notwendigste einzukaufen.
„Der Beweis für den deutschen guten Willen."
Paris, 28. Juni. Gustav Herd 6 bezeichnet in einem Leitartikel der „Bictoire" die Zustimmung des Generals Höfer »u dem Rückzugsplc.« der interalliierten Kommission in Oberschlesien als einen neuen Beweis für den deutschen guten Willen. Warum, fragt er. versteift sich der Ministerpräsident in diesem Augenblick gegenüber der neuen deutschen Regierung mit ihren demokratischen Tendenzen darauf, die Aufhebung der am Rhein gegen die alte reaftionäre Regierung ergriffenen Sanktionen zu verlängern. Er fürchtet, der Schwäche angeklagt zu werden. Er fürchtet, die politische Unerfahrenheit vieler junger Abgeotdneter, die von ihrem Haß gegen Deutschland oder von ihr« Furcht vor ihm verblendet, die Räumung der Kohlenhäfen am Rhein und die Beseitigung der Zollinie al? einen Rückzug betrachten würden. Will mau die demokratischen Tendenzen in Deutschland begünstigen ober nicht? Wenn ja, so hebe man die Sanktionen auf. Es ist unehrlich, Sanktionen aufrechtzuerhalten. wenn di« Ursache, die sie veranlaßt
Also wurde Deutschland lediglich die Pflicht cmf- kttegt, die Verluste der Zivilbevölkerung zu ersetzen, lirgends aber ist die Rede von einer Bezahlung der ttiegskostsr, vielmehr blieb im vollen Matze das «stehen, was der Präsident am 11. Februar iw mag noch zugesichert hatte: „Es soll weder Amrek- oneir noch Entschädigungen geben, die den Tha-
gegeben worden: In Fortsetzung der Wiesbadener Be- ivrechtingen haben heute die Verhandlungen in Varis begonnen. Teilnehmer waren aus deutscher Seite: Staats- 'ekretär Bergmann und Präsident Guggenheim^:, auf französischer Seite: Minister Louckeur und aus den be- ttiliofen Ministerien die Herren '3et)boa$, Tanerv unb Eheyllon. Beraten wurde die Frage, der Restitutionen und Ersatzlieferungen gemäß einer Anregung her Repanr- 'onskommission. Die Berbcmdlnngen über diesen Gegenstand werden morgen fortgesetzt toerbett Morgen Nachmittag wird über bie Lieferung von Materialien verhandelt werden.
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Eine englische Stimm«.
London, 28. Juni. Der diplomatische Mit« arbeitet des „Daily Telegraph" schreibt, der Rücktritt deS Kabinetts Giolitti sei ein Ereignis von ungewöhnlicher Bedeutung, besonders im gegenwärtigen Zeitpunkt, da der Grund für den Rücktritt bie Tatsache sei, daß eS Graf Sforza nicht gelang, sich eine wesentliche Mehrheit für die auswärtige Politik zu sichern. Tie Unzufriedenheit des italienischen Parlaments scheine hauptsächlich zurückzuführeu zu fein auf die Derzichtleistung Ssorzas in der Adria, in Adalia und auf seine weitherzig« Unterstützung eines Teiles der polnischen Ansprüche in Oberschlesien, trotz' der Erregung im ganzen italienischen Volke infolge der italienischen Verluste in Oberschlesien. Der Berichterstatter !deS „Daily Telegraph" erklärt, man müsse erst abwarten, ob der Nachfolger Ssorzas nicht versucht sein werde, die türkisch-italienische Polittk aufzugeben zu Gunsten einer Polittk, die die Entente im Osten zu Gunsten Großbritanniens, Italiens und Griechenland» vorsche.
Dee „Matin" Über den Rücktritt.
Pari?, 28. Juni. Zur Demission des Kabinett- Giolitti fast der „M ati n", was auch die eigentlichen Gründe der Krise gewesen sein mögen, bie Feststellung bet Blätter, bie deutschfreundlich den Stur; des Grasen Swrza begrüßen, indem sie ihm vonoerien, ein allzu treuer Mit« arbeitet der ftan zoll sitzen Vorarbeiten in den Diskussionen des Obersten Rates getoefen zu sein, genügt, um Frankreich über den Ursprung her Koalition zu beimruhigen, die den Minister für austvärtige Angelegenheit^ in eine gefährliche Sage gebracht habe.
Kundgebung Cschettchs.
München, 29. Juni. Dr. Escherich^hat an all» KreiS- unb Gauhauptleute eine Kundgebung gerichtet, in der er ihnen mitteilt, daß er infolge der Verfügung bet Reichsregierung zur Auflösung ber Einwohnerwehren in Boyern sei« Ehrenamt als Landeshauptmann ter Einwohnerwehren Bayerns unterlege.
lamm Bf«**. ein Programm, das tie allgemeinen Richtlinie« zum Abschluß eines Friedens gab, aufgebaut auf dem Grundsatz des Rechts und der Gerechtigkeit, der Verständigung und der Völkrc versehiiMg. Am 5. Oktober erklärte sich die deutsche Reg cruag in einer Rote an den Präsidenten bereit, auf dieser Grundlage in Verhandlungen über den Abschluß ««es Friedens einzutreten. Zn der Tat »aten die Grundsätze des Präsidenten nicht unannehmbar, denn sie schienen die Mög^chkeit der freien Entwicklung aller Nationen zu gewährleisten. Auch die Verbündeten machten sich die 14 Punkte Wilsons zu eigen, nut unter Hinzufügung einiger kinschränkungen, wie z. B. der wichtigen Vestim-
Paris, 28. Juni. Die Reparationskommission gibt bekannt, daß Deutschland aus das Konto der Re- parationskommission eine neue Zahlung v'o n 44 Millionen Goldmark geleistet hat. Der äugen» blickliche Stand der deutschen Reparationszahlungen ist folgender: Ter Ende Mai übergebene Treimonats- wechsel lautet auf 339 573 000 Goldmatt. Die aus- gefühtte Barzahlung zur Erreichung des Betrages von einer Milliarde beträgt 160 427 000 Goldinark. Zwecks Tilgung der Schatzwechsel zahlte Deutschland bisher insgesamt 83 949 000 Goldmark.
Die Steuerreform.
Berlin, 28. Juni. Die „Vosfische Zeitung" teilt mir, daß das Reichskabinett heute nachmittag zu einer Sitzung zusammentrat, auf deren Tagesordnung die Steuerreform steht. Wahrscheinlich werde das Ergebnis der Kabinettsberaiungen die Grundlage für Ausführungen bilden, die ber Reichskanzler morgen im Reichswirtschaftsrat über die Aruerpiäne der Re- g«rang machen werde. —■
Rom, 27. Juni. Die „Epoza" meldet ans Triest: Sobald gestern die Erklärungen Ssorzas über Fiume bekannt, geworden waren, bildete sich ein Zug Manifestanten, der durch bie Straßen zog. Im gegebenen Augenblick marschierten etwa fünfzig Arbiti über die Brücke über den Fiumara-Kanal unb drangen in das Delta ei«, wo sie mehrere Punkte besetzten. Tie italienische MilitärbehüiÄe ließ das Delta und Porto Baros von Karabiuieris umzingeln.
Rom, 28. Juni. Nach einer Meldung auS Fiume forderte der italienische Kommissar die Leuten die den Hasen von Baros besetzten, aus, den §afe« zu verlassen. Die Demonstranten setzten sich daraus von Susak her in Bewegung, um in das Ha^ngebiet von BaroS ein» z«dringen. Alpenjäger mußten sich zur Wchr jcfOk W gab 4 SsK uK 20 jgertouub^e.
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Der Rücktritt des italienische« Kabinett» scheint für die innere Politik Italiens nicht von großer Tragweite zu sein. DaS Kammervotum, das den Rücktritt herbei« geftihrt hat, bedeutet eigentlich nur für ben bisherigen Außenminister Sforza unb seine Politik eine beben!« liche Abschwächung ber VertranenSmehrheit, während Gio- littt als Ministerpräsident kaum besonderen Anlaß gehabt hätte, ans bem Votum Konsequenzen zu ziehe«. Er hat bie Neubildung des Kabinett? tmf Grunb einer Mehrheit öbenrommrtt, die ihm bisher erhalte« geblieben ist. llnb deshalb begegnet man auch tu ber italienischen Presse ber Auffassung, baß Giolitti sich bewege« lassen toerbe, nach bem AnSscheioe« Sforza» ein neue? Kabinett ;«4 sammenzustellen. 1
k Der bisherige itaklenische Außenminister wäre aller- hing? kaum nt-ffr tnrilcnbe gewesen, nach ber Üb mm er« abstnnmung bie Geschäfte mit ungemindertem Ansehe» fertzuführe«. Deshalb ist seinem Rücktritt auch eine fit» wisse außenpolitische Bedeutung beizumesse«. Es fragf sich allerdings, ob fehl Nachfolger einen Kurs einschlage« wirb, ber von ben bffberiaen grunbsätzlich oder erheblich attveicht. Dfe italienftche Kammer ist mit Sforza wohl in der Hauptsache unzufrieden gewesen, weil seine Politik bem in Punkto Adria Politik besonders verletzlichen 'tafie« m'schen Nationalgesühl nicht genügend Rechnung getragen fmr In ben klefn-asiatischem-Zreignissen scheint weniger Anlaß zu einer llnzufried.g.yeft ber itgsstn,'schon Volksvertretung zu liegen. Jtt begegnen sich Italien unb Frankreich neuerdings hy gemeinsamer Gegnerschaft gegen das ksnstantinische Griechenland und dafür fiat man zweifellos in brr italienischen Kammer Verständnis. Am wenigsten aber werden wir toobl daraus rechnen können, daß in bet Haltung, bie Sforza in ber oberschleffsch:« Frage eingenommen hat, rin Wandel eintritt. Die Sferm- Liuir, v. h. bie Abtrennung de? wichtigsten oberscblnsche« Fudust-fefiezirk« scheint bereits von-b-r Gesamtentente angenommen zu fein unb sie wird damit wofil leider ihren Urheber überleben. Daß aber Italien in ber obcrsttzlefi- fchcti Frage überhaupt im Fahrwasser Frankreichs s-aelt, siegt in ber Hauptsache sicher baran, baß beide Länder 'N ber kleinasigtischen Politik zur Zeit auseinander angewiesen finb. Es bleibt zu befürchten, baß Italien auch unter einem neuen Außenminister davon nicht abweichen wirb.
Marburg MlllM, de» 29.3nüi Brachrnonb
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Gleiwitz.
wb. Oppeln, 27. Zuni. Die Enttäuschung die die oberschlesische Bevölkerung nach dem Eingriff der Engländer erlebte, blieb auch der Bürgerschaft in Elettoitz nicht erspart. Die Engländer verließen, kaum angekommen, die Stadt wieder, nm eine westlich von ®ki«rit$ gelegene Stellung zu beziehen. Nachts hallte die Stadt von Gewehrschüssen der räuberischen Insurgenten wieder, deren Angriff an der Wachsamkeit de» deutschen Selbstschutzes scheuerte. In kurzer Zeit besetzten die Insurgenten die Wagenwerkstatt der Eisenbahn, die staatlichen Hüttenwerke und das der oberschlesischen Eisenbedarfsaktiengesellschaft gehörige Ctablröbrenwsrk. De Werkstätte nr'rbe vom deutschen Selbstschutz energisch verteidigt. Die deutschen Arbeiter zogen geschlossen auf den Markt und bewogen die Italiener und später die Franzosen zum Eingriff. Rach einem Bericht von Augenzeugen feuerten die Franzosen auf die Werke, dagegen auf bie Polen lediglich mit Platzpatronen. Vier Angehörige des deutschen Selbstschutzes und zwei Frauen fielen den Kugeln der Insurgenten und ihrer Verbündeten zum Opfer. Die deutsche Bevölkerung, der sich eine ungeheure Erregung bemächtigte,--versammelte sich vor der Wohnung des Stadtkommandanten und verlangte energisches Einschreiten. Daraufhin leitete der französische Kommandeur Verhandlungen mit den Insurgenten ein. Um 6 Uhr abends ließen sich die Polen herbei, den Rückzug anzutreten. In dem von ihnen besetzten Werk hausten die Insurgenten wie Räuberbanden. Sie haben die Einrichtungen teils zerstört und die Büros geplündert. Der dadurch angerfchtete beträchtliche Schaden läßt sich noch nicht übersehen.
Berlin, 27. Juni. Im „Berliner Tageblatt stellt der deutsche Plebiszitkommissar 11 r b a n e I fest, daß das oberschlesiche Räumungsabkommen durch die gemeldete« polnischen Angriffe auf den Bahnhof Gleiwitz und Beuthen von Polen bereits gebrochen worden fei, und verlangt, daß die interalliierte Kommission diesen Treubruch sühnt, besonders ba in der letzten französischen Rote an die Reichs- reigierung betont wird, daß es jetzt vor allem darauf ankomme, das Prestige der interalliierte« Kommifsion wiederherznstellen.
Unerhörter Terror. — Requisitionen. — Erpressungen. — Aushebungen.
Ratibor, 28. Juni. Wie Flüchtlinge berichten, ziehen die Polen im Kreise Rybnik neue Be r- stärkuuge« zusammen. Ei» unerhörter Terror
mtuiß, „dich Deutschland zur Wiedergutmachung des Schadens verpflichtet ist, der der Zivil bevölke- .....* hing und ihrem Eigentum zugefugt -worden ist".
Die Miler MreSmim.
Paris, 28. Juni. In Fortsetzung ber Wiesbadener Besprechungen haben heute in P ariS die Verhandlungen über den Wiederaufbau in Nordfrank- reich zwischen den deutschen und französischen Delegierten begonnen. Heute wurde über die Frage der Restitutation und der Ersatzleistungen verhandelt. Morgen wird die Lieferung vou Materialien besprochen
ilteret cht t gesucht, »er »»gut.
SerWs.
Von Hellmut Heese.
I Am 28. Zuni jährte sich gern zweiten Male der rag, an bem bie beutschen Vertreter in Versailles das Schriftstück unterzeichneten, bas uns zu dem Nachte, roee wir heute find, zu einem wehrlosen 8olk, bas die besten Teile seines Lanbes, bas Gelb #nb Gut und seine Ehre verloren hat. Dieser Frie- densoerttag war bas Enbe eines vierjährigen Rin- jens voll »»erhörter Anstrengungen unb Leistungen, aber «mch zugleich bas Enbe aller Hoffnungen a«f ben Sieg bet ehrlichen beutschen Waffen. Was hatte« wir »icht erwartet von einem glücklichen Ausgang be« Krieges, wie hatten wir nicht geglaubt, ba« deutsche Volk werde aus dem Stahlbade des Krieg«» »eu gestärkt hervorgehen, und eine neue Zeit bet Blüte werde für Deutschland an- drechen! Nichts von all dem brachte der so lang et- fthnte Friede«. Zm Gegenteil, er setzte endgültig feilet Epoche der deutschen Geschichte, die mit dem Zahre 1871 beginnt, ein Ziel, um wieder, wie schon s» oft, eme Zeit nationaler Rot heraufzuführen. Set 28. Zrmi als Wendepunkt in Deutschlands Gs- schiclste, betriw besteht seine Bedeutung.
S>h«««r wir heute zurück in die Zeit der Entstehung jenes Friedens. Es war am 8. Januar
' roßherzige Programm wurde am 5. November 918 zum Teile eines Abkommens, das alle Großmächte bet Welt unterzeichnet hatten. Aber es eitle sich zeigen, baß es nicht darüber hinaus kam, in ideales Programm zu sein, daß es nicht Wirk- irt) feit wurde, sondern int Sumpfe von Paris ver- s er?» ging.
An feine Stelle trat etwas anderes; der Ver- äitbigungsftieben Wilsons machte dem Karthago- ticbsii Cb.-menceaus Platz. Die Grundlagen dieses »irklichen Friedens sahen nun freilich anders aus, tis sie bet Präsident verkündet hatte. Der Vertrag *» Verfalle atmete den Geist des Hasses anstatt kt Versöhnung, er gewährte nicht gleiches Recht k alle, sondern entrechtete einseitig den Besiegten, ft bestimmte nicht bloße Entschädigung der Zivil- . wölkerung, sondern legte Deutschland die Zahlung Artlicher Kriegskosten auf unter gleichzeitiger For- tzrruig ferner Bestrafung. Die Politik Frankreichs ab bei den Versailler Verhandlungen den Aus- hlag, und sie war die Politik eines Greises, der ein ganzes Leben lang keinen anderen Wmssch ge- fibt halte, als den Tag zu erleben, da für Frank- eich die Stunde der Rache kommen würde. In »eiern Gedanken ging er ganz auf, ohne dem Ee- »tc ber Stunde Rechnung zu tragen, das von dem Sieget forderte, die Hand zur Versöhnung ZU eichen, wm etwas Größeres zu wahren, als die »ntressen Frankreichs oder Englands oder Deutsch- »nds, bas waren bie Interessen Europas. Als bet 3e i etet einer vergangenen, überholten Epoche onnte der Ministerpräsident die Zeichen der Zeit licht verstehen.
Und um diesem Frieden, der Rache und Vernich- Ung die notwendige rechtliche Grundlage zu geben, - bürde ein neues Moment in den Vor^rgrund ge- Lckt und de« feindlichen, neutralen und---
butschen Oeffentlichkeit immer und immer wieder vr Augen geführt: die Schuldfrage. Jene gran- toiette Luge der Weltgefchichte^ßt zum Eckpfeiler ls Friedensvertrages geworden, trotzdem heute ein roßet Teil fees Aktenmaterials bekannt ist, trotz- hn durch EkinntzLiingev anb politische Prozesse der
Str Hwyigenprei« beträgt für bie 9 geh). Colonelyile oder deren Raum 90 Psg. u. 10«L Hnffetilag, amtliche anb aaswattige 1.20 Mk. Andere Spaltenbreite« nach eatfprechender Berechnung. Spät einlaxfeebe oder ben Raum Über st, Sette ein- nefimexbe Anzeigen finb wir berechtigt, nach der Tertipaltenbreite zu setzen und zu berechnen. Sogen. Reklamen berechnen wir die Zeile mit 3.00 Mk. Zeder Rabatt gilt als Larrabatt. Bei Auskunft durch die EeschäftsitrÜe and Vermittlung der Angebote 75 Pfjp Sondergediihr.
fetzt überall ei». I» Rogan, Kreis Ratibor, steht ein
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