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1921

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Marburg

Dienstag, den 21 Sani Lrachmoud

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Kiffs d- oners auf btt Linke rufen dort -stürmische btiterfert hervor. Ungewöhnlich aber und ohne Bei- btel in der Geschichte fei aber das Auftreten deS Reichskanzlers. Er hätte erklären können, daß, solange kerne Spur vorliege, er auch keine Berdäch- Rgungen aussprechen könne. Statt dessen sei aber seine kbe eine starke Verbeugung nach links gewesen. Habe der Reichskanzler etwa -ntzeuten wollen, daß die Unter» ßtchutlg in Boyern nid" - ' der erforderlichen Gründlich- fcit vorgenommen worden wüte? habe Beziehungen Wuschen - n' Morde und seiner Partei angedeutet. ikr habe be bet Schaffung einer Atmosphäre der Ber«

DtalMer RMliz.

118. Sitzung vom 20. Juni, nachm. 3 Uhr.

g^rtsetzong uttb Schluß der Aussprache über die Interpellation Eareis.

Der Entwurf über die deutsch-chinesischen KriedenSabmachungen geht an den auswärtigen Ausschuß.

DaS Daus setzt dann di« Beratung der Inter­pellation Gareis fort.

Abg. Bazille (Deutschn.) meint, solange di« Unter» htchung noch bei der Polizei ruhe und der gerichtlichen lufflärung harre, liege bei der Fülle hes Materials, daS |tm Reichstage ohnehin zur Erledigung vorliege, kein Inkas; vor, sich schon jetzt mit der Interpellation zu beschäftige«. Was aber habe die Reichsregierung dazu bestimmt, in einem Augenblick, wo Oberschlesien und die Rhein la »de zu einer Entscheidung drängen, dieser Interpellation den Vorzug zu geben? Eine sachliche För- . betuiig hab« der Reichskanzler mit seiner Rede nicht erreicht. Zweck »nd Ziel der U. S. P. sei auf dem Wiener Internationalen Parteitag festgelegt worden, nämlich die -roberung der politischen Macht im Staate und zwar ttf be«n Weg« einer proletarischen Diktatur, (hört, hört!) Siefen Zweck beleuchtet auch das Ziel der Inter­pellation. Der Reichskanzler habe dieses Licht nicht leuchten sehen, deshalb müsse ihm die Ovvosition die lugen öffnen. Schon am Tag« nach dem Morde sei ht Lettin daS Geschrei losgegangen, daß es sich um eine L nationalistisch« Tat handele, und daß sich in München die Mörderzentrale rühre. Was hätte wohl die Linke gesagt, wenn die nationalistische Pattei ihr die Schuld «t dem Attentat auf den Herzog Mbrecht von Württem­berg zugeschoben hätte. Und dann erst der vollständig »«angebrachte Generalstreik, den schon ein sozialistischer Abgeordneter selbst als einen Generolunfinn bezeichnet habe, besonders da der Generalstreik zu einer Zeit proklamiert worden sei, wo die Erfüllung des U(ti=- «atums die ganze Anspannung unseres wirtschaftlichen Lebens erfordere. Diese ganze, an Don Quichotte er» mnernde Kampfesweise gegen Windmühlen, sei nur zu üner Irreführung der Arbeiterschaft bestimmt. (Schalleu- bes Gelächter ertönt, als der Redner di« Linke auf» fordert zuzuhören, da sie von ihm noch viel lernen könnte.- Niemand wolle den Arbeitern ihre wohlerwor­benen Rechte abnehmen Der Weltkrieg habe neue Mctho- ; kn geschaffen, die den Siegern im Siegesrausch noch f dicht zum Bewußtsein gekommen seien. ES sei noch f leine Ruhe gekommen, vielmehr hätten sich die sozialisti- ichen Gegensätze verschärft. Seine Partei kämpfe gegen ' fee Zerreißung aller sittlichen Ideen, die die äußerste Linke propagiere. Solche Zerreißungen kämen über bei eilen Revolutionen vor, wie die Geschichte beweise. (Zuruf: s Was bat das mit Bareis zu tun?' Das habe insofern Garei» zu tun, als er den. Vorwurf, feine Partei volle die Reaktion, als unbegründet zutückweiftn müsse. Tu einer Reaktion gehöre eine Aktion. Wer aber habe eine Aktton begangen? Wer habe Mitteldeutschland »nd das Ruhrgebiet verwüstet? Wer habe in München getobt? Wer habe den Widerstand unserer Front beim tifcmen Spiel untergraben? Wer habe dafür gesorgt, daß Deutschland mit gebrochenem Flügel.- am Boden Rege? (Geflächter Inte.) Die Linke habe kein Ber- HänbuiS dafür, wie sie die Gefühle weiter Kreise verletze, wenn sie die Entwaffnung verlange, wenn sie die Auf- Nung der baverischen Einwohnerwehren fordere, die Ihr Herr Hoffmann und Herr Untertdtner selbst ein» Beführt hätten, ausgerechnet diese Gralshüter der Staate» Sicherheit vom 9 November. (Ad. Hoffmann ruft: Sie falb der --ne Heiterkeitsbazillus!") Die weiteren Nn-

MrilbentK.: ber Sitten gesprochen und seiner Patter den Slorb an die Ro . s.hötze gehängt. Für Attikel. di« mit bollem Namen unterzeichnet erschienen feien, schiebe ber Reichskanzler seiner Patttt die Verantwortung zu. Di« Angriffe auf den Reichspräsidenten gingen auf eine im Rat vorige« Jahres in Wittenberg erschienene Satire «rück, iw der die Szene in Auerbachs Keller persifliert kerbe. An eine Beschimpfung des Reichs «-äsidenten kbe habet fein Mensch gedacht, am wenigsten werde kbri fette Partei betroffen. Die Rede der Reichs» kanzle r§ sei somit eines der traurig sten Beispiele er parteipolitischen Verwilderungen. Die Gefährlichst- Kampfesweise bilde stets die aus dem Hinter­halte. Redner nimmt dann den General Ludendorfs, kn Stolz und bie Hoffnung Deutschlands, gegen die Leruitglimpftmgen der Abgeordntten Unterleitner m Schutz And bedauert, das; der Reichskanzler fein Wort des Be- kuente dafür gehabt habe. Ludendorff werde wohl k Aoch in Jahrtausenden gefeiert werden, wenn das Zwerg- ks'.hlechf. bas ihn heute beschimpfe, schon lange verdorrt f fei (Gelächter links.) Redner geeilt sodann die gestrige

Sebe des Reichskanzlers in Essen an, in kr er von Vorgängen in Süddeutschland gesprochen habe, l die die Einheit des Reiches gefährden konnten. Ihm seien

-olche Vorgänge unbekannt, aber in Berlin kämen Tinge : kr und dazu gehöre auch die Rede des Reichskanzlers, die . k Süedeutschlltnü jchwes Sorgen «lKaffr» habe. Dte

Rede« des Kanzlers sei Waffer auf die Mühle unserer Feinde, die auf die Zertrümmerung der deutschen Einheit hofften. Zwei Millionen Landeskinder, bie ihr Blut für das Vaterland hingegeben hätten, könnten ein fsstet Kitt für die Einheit des Vaterlandes sein. Solle dies durch die Kanzlerrede gefährdet werden? Redner be­tont, daß man die Zukunft des Deutschen Rttches unter diesem Kanzler nicht düster genug ansehen könnte. (Leb­hafter Beifall rechts.)

Abg. v. S ch o ch (D. Vvt.): Die Heiterkeit der Lin­ken aus Anlaß eines an einem ihrer Führer begangenen Mordes fei ihm unverständlich. (Proteste links.) Der Redner polemisiett dann gegen die Linke und fährt fort- Ich sehe in der Tat eine konvulsivische Zuckung an unsere« Voltekörper ,der noch immer krank ist infolge der Reu«, tution. Wir verurteilen die Tat. Wir verurteilen auch, wenn in Bahern Redner nach ihren Reden verhauen wer­den, wie eS in letzter Zeit vielfach vvrgekomrnen ist. Auch wir bedauern, daß in der Politik Ausführungen kam geworden find, die sich gegen die Reichsregierung gerichtet haben, aber die Linke ist nicht anders. Sie schwelgt beute noch in der Verherrlichung Moskaus, aber sie sagt nicht» dazu, daß Hunderttausende in Moskau abgeschlachtet wor­den sind. Sie hat nichts dazu gesagt, daß zur Fest­haltung der alten zaristischen Offiziere in ber Roten Arm« bie Frauen und Kinder der Offfziere als Geiseln feftae» halten worden sind, um eventuell abgeschlachtet zu irer- den. (Auf Proteste und Zwtfchenruse der Linken, in bereit Verlauf ber Abg. Lebebon r einen DrbnnnnS- ruf erhält, erklärt der Redner, daß die U. S. P. sich selbst durch die Einschlaguug der Richtung nach Moskau nn>> die Art ihrer Pronaaanda einen schlechten Dienst ge­leistet habe.) Der Redner fähtt fort: Es ist auch in-bt der geringste Beweis dafür vorhanden, daß dem Morde an Gareis polittsche Gründe zu Grunde liegen. Die bayerische Regierung hat fofort ihrem Abscheu Aus­druck gegeben und fofott eine Belohnung ausgesetzt. ES ist nichts versäumt worden, was zur Aufklärung der Tat beitragen könnte. Daß der einzige Zeuge der Tah, ber, Parteigenosse Gareis keine Aussagen machen kann, weil er sich natürlich um den Erfchossenen bekümmett hat, läßt sich eben n'cht ändert». Bayern hat selbstverständ- lich nach allen Vorgängen und Angriffen, daS Haupt- interefse daran, daß der feige Wicht gefaßt wird. Die Drohung wegen der Auflösung und Entwaffttung der Einwohnerwehren trägt nicht dazu bei, bieten Wunsch tu beschleunigen, denn das Wort Zwang ist niemand an­genehm. Von der Einwohnerwehr ist noch keinem Menschen ein Haar gekrümmt worden, aber bei unS herrscht Ordmina. In der Einwohnerwehr sind auch Arbeiter, und daß diese Arbeiter mit kett Offizieren zu- sammenarbeiten, ist ber Hauptgrund, weshalb die Sozial­demokratie gegen die Einwohnerwehren aufgebracht find. Jedenfalls ist an eine Aufhebung ber Ausnahmebestim­mungen nicht zu denken. (Abg. SB einen (So;.) erhält auf den Zuruf: Reden Sie doch nicht so dummes Zeug!' einen Ordnungsruf.) Ter Tlnfinn des General­streiks bat Millionen gekostet und gerade die Parteien, die das Ultimatum unterzeichnet haben, sollen sich doppelt vor solchen Experimenten hüten. Glückt'ckerweise ist er an dem gesunden Sinn der Arbeitermassen gescheitert. Der Reichskanzler hat der Interpellation das denkbar größte Entgegenkommen gezeigt, das 'st begreiflich und verzeihlich, allmählich änderte sich ober fein Ton mehr und mehr und rief Erstaunen und Befremden hervor. Wir hörten ihn toben und wettern, und es machte den Ein­druck. als höbe der Mörder schon eingestanden, daß er von der Reaktion gedungen getoefen sei. Der Rest ber Rede des Reichskanzlers ließ jebe Objektivität vermissen, bi« man mau auf einem so hohen Posten besitzen müßte. Der Reichskanzler ist bann über bie' rechtsßeheno« Preise losgezogen, aber von ber linksstehenden P reffe hat er nichts gesagt, dabei hat der Reichskanzler doch denKampfs die unabhängige Zeitung beschstrgnahmen lassen. Der Redner verliest dann eine Reihe von Attikeln die b-- treifen, daß dieses Blatt nicht ein Blatt für höhere Töch­ter gewesen ist und erttärt die Beschlagnahme nach den Eingriffen auf die Regierung für gerechtfertigt. Die Rede machte den Eindruck, als ob nach linte keine Grenze in der Polittk mehr gezogen werden solle, wohl aber nach rechts gegen die bürgerlichen Parteien.

getan, gegen die pöbelhaften unb wüsten Treibereien gegen bie Reichsregierung, bie znr Schädigung des Rrichsge- dankenS führen. (Sehr wahr! links.) Der mißglückte Generalstreff war ein Schlag gegen die Staatsordnung. Er konnte nur eine Befestigung der Ausnahmezustandes bringen, den auch wir abbauen möchten. (Beifall in der Mitte.)

Abg. Pfeiffer (Zentr.) spttcht daS Bedauern seiner Partei über den Mord an Gareis ans und gibt der Er­wartung Ausdruck, daß eS gelingen werde, den Täter zu sinken. UnS sind jedenfalls Beweise dafür nicht be­kannt, daß die Rechte die Schuld trägt Auch in Bayern ist man der Ansicht, daß die Reichseinheit das höchste Ziel ist. Die Rätezett hat Bahern in zwei Lager gespalten. Druck erzeugt Gegendruck. Aber auch in Bayern ist München nicht daS ganze Land. Man will Ruh: im Land haben. DaS mögen sich auch die beiden Rechtsparteien merken, deren Liebeswerben bei der bave­rischen Bolkspartei sehr offenkundig war. Wir hoffen jedenfalls, daß die Debatte dazu beitragen wird, bie Ver­söhnung herbei zu führen. Nicht in bet Preußenhymne, nicht im Bayernlied oder hn Schwabenlied liegt unsere Zukunft, sondern nur in der gemeinsamen Wett zum Wohle unseres Vaterlandes.

Abg.> Eisenberger (Bahr. Bauernbund) wendet sich gegen bie Angriffe des Abg. Gruber auf seine Pattei. Die Bayern sind gute Kerle. Die Räteregierung, die Bayern so in Mißkredit gebracht hat, bestand nicht au» Ravern. Unfete Einwohnerwehren sind durch fremde Elemente verhunzt worden. Präsident Kahr war zn ver­trauensselig und hat den reaktionären Einflüsterungen nicht genügend Widerstand entgegengesetzt Redner schließt mit einer Polemik gegen die Rechte, der er Patteieigennutz vortoitft. Cs gelte bie Aufrechterhaltung der Republik.

Damit ist die Besprechung der Interpellation beendet. Nächste Sitzung morgen nachmittag 1Uhr: Kleine An­fragen und kleine Vorlagen.

Nach bet gestrigen Sitzung beiK Reichskabmetts, die sich mit Oberschlesien befaßte, fand eine Be­sprechung zwischen dem Reichskanzler und den Parteiführern ebenfalls über die oberschlesische. Frage statt. Die Beratung der Interpellation) über Oberschlesien ist nicht auf btt Tages­ordnung der heutigen Sitzung des Reichstages gesetzt worden, sondern dürfte erst am Mittwoch erfolgen. Für die Regierung werde voraussichtlich der Reichs­minister des Aeußern Dr .Rosen sprechen.

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Str AMmzl« in 6len.

Essen, 90. Juni. In seiner Aussprache an den Reichskanzler gab Oberbürgermeister Dr. Luther der Freude darüber AuÄiruck, daß dec Reichskanzler sobald zu einer großen polittschen Kundgebung in die Mitte ber schwcrarbeffenden Bevölkerung gekommen sei. Da­raus dürfe entnommen werden, daß dcks Ruhrgebiet von der Reichsregierung nicht mehr als Aschenbrödel angesehen werden als das es so oft behandelt worden sei. Um diese Fähigkeiten der Bevöllerung mit Erfolg in den Dienst des Vaterlandes zu stellen, müffle aber die Reichsregierung dafür sorgen, daß die soziale, die kulturell« und di« wirtschaftliche Freiheit nach innen und außen erhalten bleibe. Reichskanzler Dr. Wirth betonte in seiner Erwiderung, daß sich die Reichsre­gierung der Schwere der Sanktionen und der damit verbundenen wittschastlichen Nachteil«, besonders für die Städte Duisburg, und Düsseldorf, voll bewußt sei, und daß sie bei den Alliierten alles hin werde, um der lleberzeugung, daß die Sanktionen aufgehoben werden müßten, Bahn zn schaffen. Der Stadt Essen danlle derRerchskanzler dafür, daß chm die Stadt gezeigt worden sei und die Elektrvausstellung, die ihre Durchführung dem Elektrotechnischen Verein in Essen und der Mitardett führender Persönlichkeiten in Essen

die damals in ber schwersten Not geholfen haben durch Ueberschichten uns von der Not zu retten, anetnen Dank ansUtsprechen. (Beifall.) Der Uebergang zur freie n Getreidewirtschaft ist unendlich schweQ Die Art, iu welcher wir dem Zitt des Opfers nnd der Freiheit dienen wollen, unsere Ausgabe ist nesenhast. Es könne 31 Jahre dauern, bis die große Last abge­bürdet ist. Den Alliierten und den ehemaligen Feinden sei gesagt, wir wollen alles erfüllen, aber Ihr dürft unS nicht die Hoffnung nehmen, daß wir durch Arbeit wieder selbst -unser eigenes Glück gewinnen können. Darum gcht der Rus in die ganze Welt hinaus: Legt die Flin­ten weg, glaubt dem neuen demokratischen Deutschland, denkt aber, die Ihr in Frankreich und England an der Spitze sitzt, dem Gebot ber Freiheit, indem Ihr in Oberschlesien unb am Rhein dem deutschen Volk sein altes Recht gewährt. Der Wickeraufbau ist das Werk der ganzen gesitteten Welt. Mr vertrauen, daß die Wttt auch dem Gebauten bei Rechts wieher zu ge­winnen sein wirb.

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Eigentumsrecht Polens Ausbeutungsrecht Deutschlands!

Paris, 20. Juni. Der diplomatische Bencht« erstatter der Agentur Havas will wissen, daß ber englische wie ber französische Minister des Aeußern hei ber Besprechung iu Patts bie polttisch« Seite bet oberschlesischen Frage kaum gestreift hätten. Die Zu- gestänbnisse ber englischen Regierung in Bezug auf dieTeilungOberfchlesiens dürsten sich darauf beschränken, Polen wohl bas Eigentumsrecht auf das Jndustriebecken zuzusprechen, dagegen die Ausbeutun g deS Bezirkes Deutschland zu überlassen.

Eine italienische Stimme.

Rom, 17. Sunt Die »Turiner ®tampae, das Blatt des italienischen BotfchafterS in Berkin, Fraffatt, tadelt die unschlüsstae uttb zSgernve Haltung der Jnterallilerteu Kommission in Ober- schlesicu. Der einzige Ausweg ans der »erfahrenen Lage sei die Herstellung der Autorität der Alliierten und die Berhinderung einer vollendeten Tatsache, tote sie die Polen zu schassen suchten. Der Aufstand gegen dir Interallttette Kommission ein Ausstand, der kett langem diS ins einzelne Dank der be­dauerlichen Untättgkett derjenigen, die dagegen Maß­regeln hätten treffen müssen, vorbereitet toorden sei sei von den Polen, und von den Polen allein unternommen toorden. Die Deutschen hätten sich erst viel später zu ihrer Verteidigung betoaffnet, da sie durch den General Lerond ohne Schutz gelassen toorden seien. Es müßte also zunächst mit der Entwaffnung der Polen begonnen toerben; fedeS andere Verfahren würde in gleicher Seife die Gerechtigkeit und den gefunden Menschenverstand peraussor- dern. Rach der Enitoassnung beider Teile müsse die territoriale Frage gelöst werden, und zwar nach folgen» den Kriterien: >

Juristisches Kriterium: Oberschlesien hat für die Deutschen eine kehr starke Malorität ergeben, und diese Antwort muß geachtet werden. Wirtschaftliches Kri­terium: Oberschlesien und besonders die Plntben» gegen», die ebenfalls für sich genommen in ihrem öst­lichen Block die Malorität ben Den-s-v-u geaeiwn bat, darf durch unsinnige Teilungen und durch liebergabt Ihrer Schätze in Hände, die unfehtn sind, sie zu ver­walten, nicht ruiniett werden. Politisches Kriterium: Es ist europäisches Interesse, daß Deutschland ohne wirkliche und absolute Nottoendlgkeit nicht weiter ge­schwächt iverde. Wir glauben, daß diese drei Kriterien vollkommen von der englischen Regierung geteilt wer­ben, und wir möchten wünschen, daß dies auch von feiten der italienltoen Regierung geschehe, und daß beide die französische zu ihrer Annahme veranlaßten, nnd zwar im wahren Aniereste Fraykreichs selbst.

Berzweifelte Stimmung.

Abg. Hamm (Dem.): Die Interpellanten dürfen nicht glauben .haß die Interpellation auf Bayern einen besonderen Einfluß ausüben roirb. Dar Niveau, von dem der Reichskanzler bei seinen Ausführungen ausging, war von der Vorsicht gegenüber den Ländern getragen, und war da? Richtige. Unb wenn et gerecht und Gerechtigkeit iu ben Vordergrund stellte «für bie wir in diesen Tagen des Ultimatums so feinfühlig geworben fflnb, sind wir ihm darikbar. Solange im Falle Gareis ein Nonliquet vorkiegi, muß man sich von allen persönlichen Verdächtigungen fern­halten, bette man doch in einem linksstehenden Blatte sogar kirchliche Kreise des Mordes verdächtigt. Der Glaube an die Gemeinheit ber anderen kann doch keinen Beweis ersetzen. An dieser Ueberzeugung ist ja auch der lAeneral- streik gescheitett. Man darf in der Rede des Reichs- brnzkers nicht eine Gehässigkeit gegen rech« sehen. (Na, na. Hätte er nur so geredet tote Sie.) Man kann bie bayerischen Verhältnisse erst verstehen .wenn man weiß, wie die bayerisch« Regierung für die Auftechterholtung der Ordnung gekämpft hat. Nicht zu rechtfertigen ist dir plumpe Hetze, die sich jetzt gegen das Reich und seine Ein­richtungen breit macht. Mit Unbildung, Herzlosigkeit und Roheit wirb gegen bas Reich gehetzt und ganz ver­gessen, daß dieses Reich unser Reich ist. .Kein Wott ist scharf genug zur Verurteilung des wüsten Treibens deSVölkischen Beobachters. Wir treten für die Ver­söhnung ein. Aber was hat die Partei des Herrn Bazille gegen bie Versöhnung getan? Sie hat den wüsten R r b u aj ' LjU* iti* «us geackert »nd sir hat niMs

unb ber Nachbarstrckt von Essen verdanke. Wenn über­all, so wie hier in Essen in Industrie- und Natur­wissenschaften weiter gearbeitet und weiter geforscht werde, so müffle es gelingen, bas hatte Schicksal des deutschen Volkes zu mildern. Wir brauchten, wenn wir durchkommen wollten alle Kräfte, bie in Deutschland überhaupt mobil gemacht werden könnten. Die Reichs­regierung habe Ziel und Richtung ber großen. Politik vorgezeichnet. Diese Politik sei im Bolke im weitesten Maße verstanden worden. Die Politik ber Verstän­digung unb Versöhnung nach innen und au 6en bürse nid;! scheitern. Dieses Ziel sei, hurch Arbeit zur Freiheit zu kommen. Der Wille aufrichtig und treu dem verkannten Ziel znzustrcben müsse stets fließen aus großer Liebe zum Vaterland. In diesem Sinne rufe er der Steckt Essen ein Glückauf zu. Ich bin überzeugt, wenn der deutsche Arbeiter unb der Beamte sieht, baß alle Kreise unseres Volkes erfaßt werden, bann werden auch sie zu dem unumgänglich notwendigen Opfer bereit sein. (Schr richtig.) Es darf keine Wiedergutmachungsgrivinnler geben, wie es Kriegs- und Revolutionsgewinnler gegeben hat. Ich weiß nicht, inwieweit wir das von unseren Feinden uns aufgckürbete Ziel erreichen werden. Aber baß wir es erreichen, Wenn wir es wollen, ist für mich Mitz. S* H A-ctzettu-^

Beuthen, 17. 3unt Dle Stimmung Im In­dustriegebiet lst wegen der in ben letzten Tagen offen­sichtlich bemettvaren Verbauvspolittk. daS In» bustrtegebiet Polen vinierrückS zuzu­schanzen, fast verztoelselt. Die Ankünblgung ber Interalliierten Kommission an bie Eisenpabnbirek- tion Kattotoitz, baß bet Eisenbahnverkehr tut Inbustttegebtet vis Gleitoltz In ben Händen ber Auf» rfihrer bleibe, wirkte außerorbenittch nieberbrückend. Die offentunbtge Avstcht. auch ben Postverkevr tu polnisch« Hänbe zu spielen, wirb offenbar durch einen Befehl bes Generals Le Comte DenIS an ben Ben­the rer Telegraphenbirektor, ben Post- unb Telegramm- Verkehr toieber In bte Wege zu letten, ober lediglich durch Beamte mit polnischen Ausweisen: bte Poft würbe sodann mit Verbandszügen befördert. Der Beuthener Telegraphendsrettor Graetfch unb bet Poft« blrettor Strecke lehnten ein solches Ansinnen mit mcht mitzzuverstehenber Deutlichkeit ab. Direktor Gtaerkch betonte in mannhafter Weile, bte Reichsvost sei beutfch, daher wäre eine Anerkennung Polens alS Behörde ete Bruch des FriedensvertragS. Er erNStte, et werde nicht gestattens daß dte deutsche Post von Passierschetnen bet Aufrichter abhängig gemacht werbe: geschehe bas boch, so Werbe er sofort sein Amt n'.cberlegen. Man glaubt, das daS Industriegebiet bis zur Höhe vo» Gleitoitz planmäßig den Polen übergeb«» werden soll, um bann ihnen gänzlich zu gesprochen JM werben. In Höhcnlinbe bet Beuthen würbe ber bottiei polnische Kreiskommandant Sodowstt ermordet, »1TW bat von seinen eigenen Leuten tntMge seiner LoYaMM bCMtjüSe oSätfÄtiuna.