Amtliches DerÄMgungsdlatt des Kreises Mrburg
Anzeiger für (bas früher kurhessische) Oberhessen
Tie „Oberyessische Zeitun ' erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich
4.65 ÜRt, durch die Post 5.05 Mk. Ausgabe B mit „Lverh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr.
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Verlag von Dr. T. Hitzeroth. — Druck der Univ.-Buchdruckerei von Joh.Aug. Koch,
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' Die Gewerkschaften an die I. A. Ä.
Oppeln, 18. Juni. Die freien Gewerkschaften, die christlichen Gewerkschaften und die Gewerkvereine jHirsch-Duncker richteten an die interalliierte Kommission in Oppeln ein Schreiben, in dem ausgesührt wird, daß die interalliierten Mächte daS Verspreche» gegeben hätten, die unhaltbaren Zustände zu beenden, das aber jetzt nach einem Monat noch nichts geschehet sei, um gesetzmäßige Zustände wieder hrrzustellen. Unbedingt notwendig für die Belebung deS Wirtschaftslebens sei u. a. die Ausnahme des Eisenbahnverkehrunter einheitlicher Leitung. Es wird aufs schärfste protestiert gegen die öffentlichen Ansprachen und ?lb- stimmungen auf den Arbeitsplätzen der Arbeiter und' bei den Lohnzahlungen, ebenso gegen den Abzug vo» Geldern zur Unterstützung des Aufstandes. Die interalliierte Kommission wird aufgesordert, eine mündliche Aussprache mit den Gewerkschaftsvertretern sowie den namhaften Vertretern der Großindustrie herbeiznführen zwecks Besprechung der Maßnahmen zur Wiederherstellung ordnungsmäßiger nZstände im Aufstanosgcbiet.
um dir Notwendigkeit herum, die Kohle zu besteuern, um sie dem Weltmarktpreis anzupassen. Ich hoffe, die Vor« läge bald dem Reichstag unterbreiten zu können Es wird eine harte Ausgabe sein, das Ziel der Erfüllung der Reparationen zu erreichen Es gilt die Freiheit des Vaterlandes zu sichern., Hinter uns liegt ein 7jähriger Krieg, vor uns ein 30jähriges Ringen, um wieder zur Wohlfahrt zu kommen. Wir wollen die geforderten Leistungen erfüllen, um die Freiheit wiederzuerringen. (Stürmischer, anhaltender Beifall.)
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aardcn Annuitäten bezahlen, 2. 26 Prozent auf die Aus- Mr abliefern und 3. die Brsatzungskosten tragen. Be- tüglich des dr-'tten Punktes müßten die Alliierten diese nn- kcbutfibcn Ausgaben auf ein Minimum reduzieren. Der geht hinaus an die Arbeiterschaft aller Länder: ^orgt überall dafür, daß das Militär auf ein Minimmu beschränkt wird zum wahren Segen für die werktätige Bevölkerung der ganzen notleidenden Welt! Sie fragen nun. ob wir die 2 Milliarden Goldmark aufbringen »rrnen? Da bin ich in der glückliche nLage, Ihnen mit- ^ckcn zu können, daß die Einnahmen des Reiches bereits
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Die Erfüllung des Ultimatums.
Essen, 20. Juni. Vor einer 7000köpfigen
Zieste Zimmer üllig. - 52 verlang, «rt o. 'R. ienfti.52.
Berlin, 18. Juni. Der Generalsekretär des Reichsverbandes des deutschen Handwerks, Hermann, ist als Berater und Mitarbeiter in dos Reichskommissariat zur Ausführung von Aufbauarbeiten in den zerstörten Gebieten berufen wordon.
hätten wir uns dem gegenüber verhalten sollen? Ich vill nicht mit denen rechten, die Nein gesagt haben. Wir haben Ja gesagt und wir haben es zu verantworten, *>6 wir Ja gesagt haben. Ihnen auseinanderzusetzen. !va§ neses Ja bedeutet, ist heute meine Pflicht und Schuldigkeit, ka stehen zunächst die Aufgaben, die wir erfüllen können, wenn wir wollen, und dann kommen die Aufgaben, hie wir erfüllen müssen bis zu jener Grenze, daß die tzanze Welt sieht, daß mehr von Menschen nicht geleistet werden kann. Was können wir erfüllen? Die Abgabe der Waffen und die Auflösung der Wehren! Die Abgabe der Waffen ist hart und schmerzlich. Denkt nur an Bavern. Aber wir sind so weit, daß wir sagen können, auch bezüglich Bayerns werden wir diesen Schritt gehen. Auch die Auflösung der Wehren stellt uns vor eine harte Wicht. Aber ich bin überzeugt, daß auch diese ztveite 8edingnng in kurzer Zeit erfüllt sein wird. Es ist ein entsetzlicher Gedanke, an der Spitze eines wehrlosen Volkes zn stehen, aber trotzdem werden wir diesen dornenvollen Weg gehen. Wir haben bas Ja gesprochen. Warum? Ich IviederLole es immer wieder gerade hier im Ruhrgebiet: Wir haben das Ja gesprochen der deutschen Einheit wegen «nd der deutschen Freiheit wegen. (Lebhafter Beifalls Wir alle kennen die Stimmen die im besetzten Gebiet den Ohr zu Ohr gehen: Ihr Süddeutschen, Ihr bekommt Kohle, Ihr bekommt sie sogar billiger wie die Preußen. Nur Ihr müßt Eure Politik von Nord- deutschlaud trennen. Ich komme selbst vom Süden und ich Ikue mich gerade hier in Essen sagen zu können: Wir tzh Sliddeutschland denken nicht daran, uns von unseren
Sie Wlrmn des Süimninms.
Besprechungen deutscher Vertreter mit dem Earantrekomite«.
wb. Berlin, 18. Juni, Am 17. und 18. Juni fanden im Reichsfinanzministerium zwischen dem Garantie-Komitee und den Vertretern der deutschen Negierung mehrere Besprechungen statt. Deutscherseits nahmen an den Besprechungen teil: Staatssekretär Schröder vom Neichsfinanzministerium als Vorsitzender, ferner die Staatssekretäre Bergmann und Zapf vom Reichsfinanzministerium, Staatssekretär Hirsch vom Reichswirtschafts- ministerium sowie weitere Vertreter des auswärtigen Amtes, des Reichsfinanzm-nisteriums, der Reichsbank und des Statistischen Reichsamtes. Den Sitzungen war eine Vorbesprechung zwischen dem Garantie-Komitee und dem Staatssekretär Bergmann am Donnerstag 'vorausgegangen. Zu Beginn der ersten Sitzung am 17. Juni sprach Staatssekretär Schröder die Hoffnung aus, daß die Beratungen zu einem für beide Teile befriedigenden Ergebnis führen werden, umsomehr, wenn die Beratungen von beiden Seiten von dem Verständnis für die Rechte und Notwendigkeiten des anderen Teiles getragen werden. Er erklärt, daß die deutsche Regierung alles tun werde, um die Verpflichtungen, die ihr durch den Zahlungsplan vom 5. Mai auferlegt seien, nach besten Kräften zu erfüllen. Der Präsident des Garantie-Komitees, M a u c l e r s, dankte dem Staatssekretär Schröder für seine Worte und fügte hinzu, daß der Geist, in dem das Garantie-Komitee die Durchführung des Zahlungsplanes beabsichtige, der gleiche sei, wie er von den Vertretern der deutschen Regierung angedeutet worden sei. Das Garantie-Komitee hat das Bestreben, die Ansprüche der Alliierten zu erfüllen, ohne Deutschland in seiner wirtschaftlichen Entwicklung zu stören. In der ersten Sitzung wurde zunächst erörtert, was im Sinne des Art. 4 des von der Reparationskommission aufgestellten Zahlungsplanes als deutsche Ausfuhr anzusehen ist. Di- weitere Erörterung erstreckte sich auf die Frage, welcher Teil der deutschen Jahresleistungen voraussichtlich durch Sachlieferungen und Leistungen abgegolten werden kann. In der Sitzung am Sonnabend wurden die einzelnen Steuern durch- gesprochcn, welche als Sicherheit für die de-'tscheu Leistungen in Frage kommen. Außerdem wurde seitens der deutschen Vertreter die Organisation des amtlichen Devisenankaufs und Deviscn- Beschaffungsstelle auseinandergesetzt.
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»Edcutschen Brüdern zu trennen. Niemals werde ich lyu. Hand dazu bieten, die Einheit des Vaterlandes aufs- zu setzen. Ist uns die Rettung der Einigkeit des Mlkes gelungen? Ich weiß es noch nicht. Ich darf Wenige Worte über Oberschlcsien sagen. Was wir dort ruhen, das ist Schwäche und Verletzung des Rechts, das ilNs die Alliierten gegeben haben im Friedensver-trag von Versailles. Wir verlangen Oberschlesien als den Ausdruck des demokratischen Willens der dortigen Be- döllerung. (Beifall. ) Glauben die Alliierten, an dem Plebiszit Vorbeigehen zu können ,so würde sich die Wunde lirmals schließen. Ist das der Wiederaufbau Europas, »ach welchem sich alle Völler sehnen, wenn ein arm- öliger kleiner Diktator -nicht zurückloeicht vor den Millionen von Bajonetten, die die Allierten zur Verfügung habet!,? Ich komme nun zu dem schwierigsten Kapitel, Erfüllung des Ultimatums. Wir sollen 1. die 2 Mil-'
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Paris, 18. Juni. Havas. Lord Curzon verhandelte heute vormittag mit Briand. Englischerseits wohnten der Beratung bei: der englische Oberkommissar in Konstantinopel Sir Horace Raumbolt und der Kabinettschef van Sittart. Briand war begleitet von dem Generalsekretär im Ministerium für auswärtige Angelegenheiten Philippe Berthclot und dem Dolmetscher des Quai d' Orsay. Die erste Unterredung trug den Charakter*eines allgemeinen Gedanken» taujch-s über die augenblicklich schtvebenden Fr< der äußeren Politik besonders aber über die L im Orient. Nach dem Frühstück weichen die be. Staatsmänner die Lösungen ins Auge fassen, den Problemen der ausländischen Politik, die besprach«» wurden, gegeben werden sollen. Der italienisch^ Botschafter in Paris, Boni» Longare, wurde et* sucht, der Beratung am Nachmittag beizüwohnen.
wb. Paris, 19. Juni. Der diplomatische Mitarbeiter der „Agence Havas" stellt fest, daß Lord Curzon, um zu versuchen, den Frieden im O r i en t durch Vermittelung wiederherzustellen/ vorgeschlagen hat, direkte Verhanungen anzubahnen und zwar zuerst mit Griechen« land, da dessen Zustimmung unumgänglich notwendig sei. Er hat vorgeschlagen, die Botsll,ifter Frankreichs, Englands und Italiens in Athen zu beauftragen, bei der hellenischen Regierung zu beantragen, die Regelung der Frage in die Hände bet' Alliierten zu legen. Wenn die Griechen annehmen, werde ein entsprechender Schritt in Konstantinopel unternommen werden. Wenn dann die Türken di« Vermittelung ablehnten, die von den Griechen angenommen wurde, so würden diese ihre vollkommene Freiheit wiederfinden zum Ankauf von Kriegsmaterial, und sie würden auch von den finanziellen Beschränkungen, die in London im November 1920 ausgestellt wurden, befreit sein. Wenn Angora auf Vorschlag von Konstantinopel die Vermittlung annimmt, werden die Türken die Vorteile des mit Samir Bey in London getroffenen Uereinkommens behalten. Sie würden die Souveränität in Smyrna wiedererlangen, die Verwaltung dort würde internationalisiert und die Provinz autonom werden) betreffs Thrazien fordern die Engländer Aufrechterhaltung des Vertrages von Sövres, die Franzosen beantragen, an Stelle der ursprünglichen Erenzsestsetzung die Linie Enos- Midia zu setzen. Curzon empfiehlt eine entmilitarisierte Zone, Briand möchte sie durch eine autonome Zone ersetzen. Die Briten sehen Sanktionen nur im Falle einer Weigerung der Türkei ocr. Briand schlägt dagegen vor, die Verantwortung für die Ablehnung derjenigen Macht zu über» lasten, die die Initiative dazu ergreift In diesem Falle würde sich die Türkei einem Zurückgehen auf den Vertrag von Stores und einer Blockade des Schwarzen Meeres von Trapezunt und Adalia aus»; fetzen.
Gestern abend hat Curzon einen Jnstruktions«, Entwurf für die Gesandten Italiens, Frankreichs und Englands vorbereitet. Briand wird heute vormittag diesen Text endgültig genehmigen, der dann nach Rom telegraphiert wird. Wenn Etas Sforza zustimmt, wird der Kollektivschritt sofort m Athen von den drei Ministern unternommen, ohne daß daraus eine Anerkennung Konstantins folgere
Paris, 19. Juni. Die nachmittags zwischen Ministerpräsident Briand und Lord Curzon stattgehabten Beratungen haben nach einer Meldung der Havas» Agentur um l/,4 Uhr begonnen. Die beiden Staatsmänner haben sich über dasobcrschlesischeProb- lem unterhalten. Um 5 Uhr erschien der italienische Botschafter, um an den Beratungen teilzunehmen, die jich alsdann »uj di« ßri cntftage bezoß«. Ls
sie den interalliierten Besatzungstruppen in Nedza und Lubom abzuliefern hoben. Zuwiderhandelnde werden vor das S o n d e r g e r i ch t in Ratibor gestellt. Der Verkehr auf den Straßen ist von 9 Uhr abends bis 4 Uhr früh verboten; ebenso haben die öffentlichen Lokale von 8 Uhr abends bis 5 Uhr früh geschlossen zu bleiben. Es herrscht absolutes Alkoholverbot; alkoholartige Getränke dürfen Iveder in großen noch in Heinen Mengen verkauft werden. Zuwiderhandelnde werden ebenfalls vor das Sondergericht in Ratibor gestellt.
Kaltwasser, Klutschau |unb Olschowa wurden auf Ersuchen der Engländer vom deutschen Selbstschutz geräumt. Gestern wurde eine Stellung südlich von Kamin (Kreis Ratibor) von den Polen besetzt. In Lissek stehen zwei Kompagnien Haller-Soldaten. In Nendza sind gestern nachmittag sieben Lastautos mit französischen Truppen angenommen und haben ihren Weg in der Richtung Sc-sichowitz fortgesetzt; die Abteilung führt Maschinengewehre mit. Gestern traf eine grSßere Abt- teilung Deutscher aus der Umgebung von Nendza in Ratibor ein. Sie klagen über Drangsalierung.durch die Polen. Deutschgesinnte Eisenbahner hielten sich wegen der Drangsalierungen mit Frauen und Kindern in Wind und Wetter tagelang in den Wäldern verborgen. Die Männer mußten während der Beschießung von unserer Seite Schützengräben auswerfen, während die Jnsurgentenbanden sich rückwärts in Sicherheit brachten.
Das Wirtschaftsleben. — Finanznot. — Mahnung zur Besonnenheit.
Berlin, 18. Juni. Wie die Blätter aus Oppeln melden, werden Pie entscheidenden Verhandlungen des Zwülferausfchußes mit der interalliierten Kommission über die Säuberungsaktion in Oberschlesien am Montag stattfinden. Rach einem Bericht des „Oberschlesiers" liegt das c b e r = schlesische Wirtschaftsleben infolge des Mangels an Kohlen, Lebensmittel, Geld und Arbeit völlig darnieder. Eine große Anzahl von Jndustriewerken ist stillgelegt. Die Papierfabriken in Ujest stehen vor der Schließung, so daß das Erscheinen der oberschlesischen Zeitungen in Frage gestellt ist. Besonders verhängnisvoll ist auch die F i n a n z n o t. Man sucht sich teilweise durch Ausgabe von Notgeld zu helfen. Die deutschen politischen Parteien und Gewerkschaften erließen einen Aufruf an den Selbstschutz und an die übrigen Bürger Oberschlesieu.s, in dem sie ihre Anhänger beschwören, gegenüber den Gewalttaten Korfantys nicht Gleiches mit Gleichem zu vergelten. Es heißt in dem Aufruf: Wir wollen aller Welt zeigen, daß wir uns mit den Banden Korfantys nicht auf eine Stufe stellen. Nach wie vor trägt lediglich die interalliierte Kommission vor aller Welt die Verantwortung. Als Vertreter der politischen Parteien und gewerkschaftlichen Organisationen halten wir es jedoch für unsere Pflicht, für Ruhe und Ordnung zu sorgen. Wir wollen der Rechtlosigkeit entgegenwirken.
Bandenbildung.
wb. Oppeln, 18. Juni. Amtlich wird ver- lpautbart: Heute fanden keineKampfhand- l un gen statt. In dem von den Insurgenten besetzten Gebiet nimmt die B a n d e n b i l d u n g einen immer größeren Ilm sang an. Aus allen Kreisen kommen zahlreiHo Hilferufe der Bevölkerung. Euttentag, das nunmehr uon den ^englischen und französischen Truppen besetzt wurde, wurde von den Polen ausgeplündert. Fast sämtliche Geschäfte aufe dem Mauktplatz sind ausgeraubt worden.
SchadeusrrsatzforLerungen an die I.A. K.
K a t t o w i tz, 18. Juni. Der oberschlksische Berg hüttenmämnsche Verein zu Kattowitz machte bei der interalliierten Negierungs-Plebiszitkommission eine Eingabe, in der es u. a. heißt: Schon über sechs Wochen dauert der korfantysche Aufstand. Landwirtschaft, Handel, Industrie, Handwerk Verkehr mtb Gewerbe sind durch den Aufstand aufs schwerest geschädigt und großenteils im Bestände gefährdet. Der vollständige Ruin des oberschlesischen Volkes und seiner Wirtschaft erscheint bei der Fortdauer der Zustände unvermeidlich. Die durch den Aufstand cingetreteuen Schäden haben in erster Linie diejenigen zu vertreten, die den Ausstand veranlaßten. Dies find Korsartty und seine Jnsur gentrnjcharrn. Mit verantwortlich süc^ die Ansslandsschädrn erscheint aber auch die interal- l irrte R e g i e r u n g s - P(e b i s z i t k o m m i s s i - o n in Oppeln als die Inhaberin der Negierungsge- toait und die alleinige Inhaberin der Machtmittel zur Niederwerfung des Ausstandes. Für die oberschlcsischc Montanindustrie sowie für die in ihr beschäftigten Personen, deren Angehörige, melden wir die hiermit entstandenen und noch laufenden Schäden bei den interalliierten Regierungen zum Ersatz 6«. .... ,
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Rene Borschläge zur Lösung der oberfchlcsischen Frage.
Paris, 20. Juni. In der Sonntagssitzung beschäs- ttk-te sich die Pariser Staatsmännerkonserenz mit der ober« sch lest: chen Frage. Es wurde beschlossen ,daß die Ober- kommissare der verschiedenen Mächte ersucht Iverden sollen, für die Lömng Vorschläge zu machen und einen einmütigen Bericht zu verfassen. Sollte es nicht gelingen, ii» zu einigen, so werden den Lberkommissaren eine Anzahl Sachverständige beigegeben werden. Auf jeden Fall soll eine zufriedenstellende Lösung so schnell wie möglich gefunden werden. Die alliierten Mächte haben weiter beschlossen, sowohl bei der deutschen Regierung wie bei der polnischen Regierung zu intervenieren, um die Beschlüsse der interalliierten Kommission in Oppeln zu unterstützen.
Ortswehren. — Sondergericht. — Atksholverbst.
Ratibor, 13. Juni. Ter K o m m an d a n t b e r Zone Ratibor-Cosel-Krappi tz, Oberst Sal- vioni, gibt bekannt: In allen auf dem rechten Oderuser liegenden Dörfern des Kreises Ratibor sollen Ortswehren gebildet werden, mit deren Einrichtung der Kreiskontrolleur von Ratibor, Major Jvrea, beauftragt ist. Tie Bewaffnung der Ortswehren besteht nur aus Revolvern und Pistolen; alle sonstigen Waffen sind an die Gemeindevorsteher abzugeben, welche
Jtmmlung sprach gestern vormittag in Essen im großen 6aal des Städtischen Saalbaues der Reichskanzler Dr. Wirth über das Londoner Ultimatum und dessen Erfüll hingsmöglichkeiten. Der Kanzler führte aus: Kanzler V Mld Finanzminister stehen heute in einer Person vor
Ihnen und ich werde Ihnen auftichtig und ehrlich, aber euch mutigen Herzens unsere heutige Lage schildern. Das Ultimatum ist das Kennzeichen des heutigen Europas, aber nicht erst seit einem Jahre, sondern bereits feit sieben Jahren. Gehen Sie zurück bis 1914. Dort stand an km Beginn der neuen Aera das unglückliche Ultimatum Serbien-, das Tod.und Verderben über die Welt brachte, Nicht nur über uns. Jenes Ultimatum war der Beginn kr Zerrüttung der ganzen Weltwirtschaft. Am Ende dieser 7jährigen Epoche steht wieder ein Ultimatum: das Londoner Ultimatum, das an uns ergangen ist. Wie
Der Anzeigenpreis Beträgt für die 9 geip. Colonelzeil« oder deren Raum 90 Pfg. u. 10°(o Aufichlag, amtliche und auswärtige 1.20 Mk. Andere Spaltenbreiten nach entsprechender Berechnung. Spät eintausend« ober den Raum über si, Seite einnehmend« Anzeigen sind wir berechtigt, nach bet Tertspaltenbreite zu setzen und zu berechnen. Sogen. Reklamen berechnen wir bie Zeile mit 3.00 Mk. Zeder Rabatt gilt al» Barrabatt. Bei Auskunft durch bie Geschäftsstelle und Vermittlung ber Angebote 75 Pfg. Sonbergebühr.
erzielen, so muß davon natürlich auch der Konsum t ;■'!< werden. Braiintioein und Tabak müssen min- >ie::s in dem Maße besteuert werden, wie in Friedens- j Goldbelastung auf diesem Konsum geruht hat. Tie = t^ckl'ardcn werden wir aufbringen. Das schwerste wird : 2uprotentige Aussiihrabgabe sein. Hier werden wir v* Nü« ungeheure Aufgabe gestellt. Wir kommen nicht
beziehbar. Eber 45 Milliarden betragen, eine Riesrnleistung für ein t Jahr« j «plf, das zufammengeorochen ist. Es ist dir größte patrio- wche Tat seit dem Kriege, daß die Lohn- und Gehalts- länger einen Teil ihres verdienten Lohnes durch den adiidigen Abzug dem Vaterland zur Verftigung gestellt «ben. Wenn wir weiter so arbeiten, bin ich überzeugt, her Etat im nächsten Jahr mit einem Uebcrichnß schließen wird. Auzch bei Eisenbahn und Post werden ®ir bald von den Fehlbeträgen herunterkommen, wenn cs Ulcht ,veiler zu iimerpolitischen Unruhen kommt, die wir Deutschland nicht gebrauchen können. Nun zu den «kvanttion. Ich habe durchgesetzt, daß ein Teil des «otopstvs eingezogen wird. Tas Werk ist im Gange, dloße Ergebnisse liegen vor uns. Große Steuervorlagen ^U> in Vorbereitung. Ich erinnere an die Körperschafts- “fj-'t. Sie ist dem Reichstag bereits zugegangen. Dir °^Hlichkeft der Zunotierungsabgabe wird erioogen. Ter ^daube der Erfassung der Vorzugsaftien ist sehr nahc- j^cnd. T-er Gedanke, daß neben dem Notopfer auch die Ttiassung des Besitzes, der auf Gegenwert beruht, er«
•k r.n werden muß, ist für mich eine politische Notwen-