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innerpolitischen Atmosphäre hrrbeiskhren müssen, und das ist auch in gewissem Sinne geglückt. Lesen sie die aus Bayern zu uns gefummelten Stimmen auS der bayrischen VolkePartei gegen den Nechtskapitalismu-, Sie werden mir znstimmen, daß eine Wendung dort, ein getreten ist, die im Interesse der Reichseinheit nur zkr begrüßen ist. (Zurufe links: Diese Erfahrungen ind sehr teuer gekauft.) Das mag sein. Erfahrungen ind oft schmerzlich. Aber sie wissen in der politische»

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Haus und Tribünen sind zu Beginn der Sitzung ßftcderum nur schwach besetzt.

» Auf der Tagesordnung stehen zunächst Anfragen.

Aus eine Anfrage des Abg. Bruhn (Deutschn.), weshalb das Zettungsdruckpapier nicht ge- Miitz dem Beschluß des Reichstages in die Tarifklasfe B »ne Erhebung eines Zuschlages für gedeckte Wagen »ersetzt worden fei, wird erwidert, der Minister sei Mcht in der Lage, dem Ansuchen zu entsprechen, da die Interessenten Einspruch erhoben hätten.

Eine Anfrage der Abgeordneten Adam (D. Vpt.) M Genossen betrifft die Erschießung eines Arbeiters >wd eines Schutzmannes in Escbweiler am 2. 6. d u r ch »arokkaNische Soldaten.

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Ministerialrat Gras v. Adelmann: Ein marok- hiwschcr Poften hat dort einen vorübergehenden jugendlichen Arbeiter namens Jakob Koch angehallen «id in eine umzäunte Baustelle gezerrt. Bald darau '(fei ein Schutz und einige Stunden später wurde Koch «schossen anfgefunden. Nach dem Schutz eilte der Posten in großer Erregung zur Wache, aus der drei Soldaten heraustraten, von denen einer laut schreiend einen Schutz abfeuerte, durch den er sich anscheinend selbst verletzte. Zwei in der Nähe befindliche Poltzet- kamte traten mit dem Ruf: .Halt Polizei!" vor. Da- wuf lenerte« die Soldaten auf die Polizeibeamten Gört, stört!) und einige Zivilisten, wodurch der Polizeücachtmetster Schmitz tödlich verletzt und der Ar- ikiler Pannes verwundet wurde. Wegen des uner- Mttcn Vorfalles, an dem die beklagenswerten Opfer Völlig nnschnldig waren, ist der Reichskommtssar bei der Meinlandkommisston vorstellig geworden. Außerdem 6 der deutsche Botschafter in Paris angewiesen toOt­to, bei der französischen Regierung Bestrafung der tätet und ausreichende materielle Sicherstellung bet Hiiuetbticbeuen zu fordern.

ES folgen zlvei Anfragen der Abgeordneten Erke- kenz (Dem.) und Sollmann (Soz.) bett, die Mne auf Errichtung eines französischen Ppiritnsmonopols im besetzten Rheinland.

Ministerialdirektor Dehnhardt: Alsbald nach Durchsützrung der Sanktionen sind auf Anordnitng der Rheimandlommisston von dem Ausfnhtamt in Ems in erheblichem Umfange Einsuhrbewtlligungen für aus­ländischen Alkohol erteilt worden. Wieweit die Ein- sttbr tatsächlich etsolgt ist, steht nicht fest. Nach einer Erkiärnug der Kölner Handelskammer sollen ange- ftouc deiusche Firmen daran nicht beteiligt sein son- to« nur ausländische und zum Teil völlig unbekannte to'.sche Firmen, deren Namen teilweise nicht einmal te Adreßbuch zu finden sind. Bereits Anfang Mat hat Se interalliierte Rheinlandkommission die Branntwein- torräte der Monopolverwaltung im besetzten Gebiet itschlaguaimtt und den Monopoldienst ihrer Aufsicht i «erstellt. Die Spiritus verbrauchende Industrie bat to Rhemlandkommiffton nm Freigabe des befchlag- »«hutlen Branntweins ersucht. In der zweiten Hälfte vto $'<ni hat die Nkseinlandkommisfiou angeregt, alle deutschen Spiritusintetessenten hn besetzten Gebiet, Er- L Knger und Verbraucher, zu einem Syndikat zur Be- wimg der Rheinlandlommisfion zusammen,uschlietzen. «tler Mitwirkung der Handelskammer in Köln ist ein Aasschutz von 15 Vertreter» gebildet worden. Nach *>er Verordnung der Rheinlandkommisfion vom 9. 6. K die Erzeugung von Alkohol unter die Kontrolle der ^einlandkommission gestellt und ihr die Bestimmung wer Verwendung und Preisfestsetzung Vorbehalten. Venter darf der gesamte Vorrat an Alkohol im Besitz *r Monopolverwaltung im besetzten Gebiet nur mit Mitcl-migung des Alkoholkomitees verkauft werden. Dich t>te Festsetzung der Höbe des Monopolansgleichs bet Einfuhr von Alkohol c.us dem Au-'aads ist tot Ulkotzsilomitee übertragen worden. Die deutschen «fiiremnneit tu London, Paris und Brüste» hoben Weisung erhalten, gegen die Anordnungen der Rhein- «dkommission nachdrü k tch Einsoruch zu erh-btn und « Wiederherstellung der Neichsmonoostverwaltimg « besetzten Gebiet ,u verlangen.

Ruf die ergänzende Frage des Abg. Sollman.t, oh «e Regierung zu tlnter mudlunzen über die Wi der- tostelluug des Motwpolbetriebes bereit sei, erwidert to Regiermtgsvertreter, daß alsbald Vertreter der «»nopolvetwalmng in das besetzte Gebiet reisen wer- ■to. um Jttformatwnen einzuholen.

i Z5s folgt die Interpellation der U.S.P. •toeit der Ermordung des bayerischen Landtagsabge- «sp.eteu G a r e t s.

einer Sjutr des Mörders vergebllch gewesen. Zeuge der Tat war nur der ciuz^e Li amt, der sich dem Abg. Gareis zur Begleitung Angeboten hatte. Er kamt keine Aitgaben stäche», dir die Nachforichungen nach dem Täter

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Einwohnerwehr und daher seine vielen Zusammen­künfte mit den Franzosen. Wer ist nun der eigentliche Landesverräter? Dasselbe Bayern, das jeden Deut­schen als Ausländer behandelt, ist ein Hort für die Ludendorffe und Ehrhardte geworden, die Feinde der Stepublik. Ganz offen wird in Bayern für die Mo- narchie geworbett. Die Arbeiterbewegung wird nieder- gehalten. Ueberfälle und Mordanschläge sind an der Tagesordnung und ein Täter wird nie gefunden. Auch die Mörder von Gareis werden nicht gefunden wer­den. Redner greift die Regierung Kahr und den Münchener Polizeipräsidenten auf das Schärfste an und nennt die Kulturzustände in München eine Kul- turschande. Poehner gehöre ins Zuchthaus. Redner protestiert gegen das Verbot des .Kampf, das wegen Kleinigkeiten und aus persönlichen Gründen des Herrn Poehner erfolgt sei und verliest Artikel des .Völkischen Beobachter", der unter heftigen antisemttifchen Aus- sührungen den Reichspräsidenten und die Republik be­schimpft, aber nicht »ebelligt wurde. Der .Miesbacher Anzeiger" fordere direkt zum Morde auf, doch ihm ge­schehe nichts. Dieses Blatt habe dazu aufgefordert, den Hund Gareis lotzuschlagen. Dem Entwaffnungs- kommtffar bade es angeralen, sich für die Rückreise gleich einen Zinksarg mitzubringen. DaS seien die Leute, die Herr Poehner schütze. Deshalb habe sich die bayerische Arbeiterschaft gegen ihn erhoben, zumal er auch in gesetzwidrigerweise die Teilnahme an dem Trauerzug verboten hat. (Rufe rechts: Da hatte er recht.) Als Redner davon spricht, daß man in Bayern erst 5000 Kommunisten an die Wand stellen wollte, da sie keine Deutsche seien und kaltgemacht werden müßten, ruft der Abgeordnete Mittelmann (Deutsche Volksv.): .Da haben Sie recht!". Sofort springen mehrere Ab­geordnete (Kommunisten) auf ihn los und greifen ibn tätlich an. Es entstehen wüste Szenen. Mehrere Ab­geordnete springen dazwischen, ohne Ruhe stiften zu können. Die weiblichen Abgeordneten Frau Bebm lDeuschn.) und Frau Agnes (S.) bemühen sich bte Kämpfenden auseinanderznbriugen, doch vergebens.

Präsident Loebe verläßt seinen Sitz und die Sitzung ist damit aufgehoben.

Die errente» Szenen gehen auch nach Schluß der Sitzung weiter.

Schluß 3 Uhr.

Niemand in ganz Deutschland wird dem Reichspräsiden- fcn Ebert nachsagen können, daß er nicht vom ersten Tage seiner Amtsführung an, nicht seine Pflicht in einem Maße getan hat, die ihm den Dank des ganzen deutschen Volkes für sein Leben lang sichert. (Lebhafter Beifall Zurufe rechts: WaS hat daS mit GareiS zu tun) Ich - tootlte sagen, daß in Süddeutschland derartige Pamphlete loSgelassen werden Ich habe in diesem Zusammenhang irfagt, daß schohr vor Jahren Verunglimpfungen von Personen stattgefunden haben, an einem Pamphlet, da» von rechts kam, worin der Reichspräsident in dem b*. rühmten Muster von Auerbachs Keller von einem anderen Politiker mit Doppelschwein beschnei wurde. Diese Verwilderung geht durch Deutschland seit zwei Jahren: und wir erleben es, daß eine Atmosphäre geschaffen ist, die schließlich zur Entladung «ihren muß. Ob die Herren in Süddeuffchlarü» daS ursprünglich beabsichtigt haben, weiß ich nicht. (Große Unruhe und Zurufe.) Ich be­greife die Herren von rechts nicht. Ich meine, daß meine Kritik die Auswüchse im mindesten ebenso wünschenswert erscheinen mußte, wie den anderen Parteien. Sie sehen, welche Atmosphäre in Süddeutschland von einzelnen Orga­nen allmählich herbeigeführt tvorden ist. Darin sehe ich eine Gefahr für die Einheit des Reiches, der ich begegnen will. Darum wende ich mich mit scharfen -Worten gegen diese Auswüchse. Wenn wir die politische Atmos­phäre in Deutschland einer Gesundung entgegensühren tvollen, fo müßten wir den Mord, der dort verübt wurde, mcht behandeln von der Frage der Schust) und der poli­tischen Motive, solcher» wir müßten bie politische Atmos­phäre kennzeichnen, in bet der Mord geschehen ist.

uZr Frage der Entwaffnung weiß ich, dnß Opfer aus führenden bayerischen Kreisen mit der Entwaffnung' haben gebracht werden müssen. Ich weiß das wohl zu würdigen. Ich habe seiner Zeit meiner Auffassung vollen Ausdruck gegeben. Es war ein politisches Opfer und ich freue mich Ihnen mitteilen zu können, nach den vorliegenden Zahlen, daß die Entwaffnimgsaktion in Bayern durchaus günstig fortgeschritten ist. Sie $ noch nicht abgeschlossen, schreitet aber gut vorwärts, wie wir es versprochen haben, in Erfüllung des Nlti- matums.

Dann die zweite große Frage über die Aufhebung des Ausnahmezustandes. Ich will persönlich mit meiner Auffassung nicht zurückhalten. Ich will mit aller Kraft dem Tage zustreben, wo die letzte Spur des Ausnahmezustandes in Deutschland verschwunden ist. Ich bitte nur um eins: Nicht dies auf einmal und an einem Tage betreiben zu wollen. Wir haben im Süden noch zu vollenden, die Entwaffnung, die Aus- lösung getvisser Organisationen und ferner haben will fcie. politische Frage des Ausnahmezustandes zu er­ledigen. In der zweiten Frage hoffen wir in Kürze zn einem guten Ende W fommen. Was Bichern angebt, ist es leider noch nicht möglich, die dritte Frage heute zu einem definitiven Abschluß zu bringen. Ich kann den Herrn aber versichern, baß nach meiner erste« Verhandlung im Reichstag, wir die Verbindung mit den Ländern aufgenommen haben, um einen Abbau des Ausnahmezustandes nicht nur mit Worten, sondern tatsächlich durchzuführen. Die Verbindung mit Preußen hat zu dem Ergebnis geführt, daß in einem großen Teil der Provinz Sachsen der Belagerungszu­stand sofort aufgehoben werden soll. Ferner ist seine Aufhebung in Ostpreußen im Gange und ich hoff- daß in kurzer Zeit der Ausnahmezustand in Preußen selbst verschwunden fein wird. Nach dieser Richtung hin wird jetzt die Reichsregierung eine durchaus demo­kratische positive Politik betreiben, nm aus diemes Ausnahmezustand herauszukommen. (Lebhafter Beifall links.) , /

Wir hoffen selbstverständlich in dieser Zeit, tot unsere Bestrebungen int Gange sind, unsere Beratungen mit den Ländern nicht gestört werden durch unsinnige Aktionen von irgend einer Seite. Solche unsinnige« Aktionen, standen in bedrohlicher Nähe. Ich kann mir nicht denken, wie Deutschland gerettet werden sollte und wie wir eine Erfüllung der Politik das Ultimatum beginnen sollen und wie wir die eiugetretene inter­nationale Entspannung weilerführen können, wenn unser Vaterland von neuen politischen Wirrnissen heim- gesucht werden sollte.

Ich glaube, unsere bisherige Arbeit war nicht ver­gebens und ich bitte alle, die guten Willens sind, un# in unserem Bemühen zu unterstützen. Ich hoffe aber auch, daß in den deutschen Ländern, wo eine sehr große politische Spannung vorhanden war, aus den inneren Kräften dieser Länder heraus eine gewisse Gesundung herbeigeführt wird. Ich sagte, die Politik, die ivir seit

Wochen betrieben haben, insbesoildere in Bayern gegen­über, war auf dem Grundsatz aufgebauk, daß die inner* polst'.scheu Kräfte Bayern-; selbst eine Reinigung der

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. ^bp. unter lei tuet (U. S. P.) begründet die «irrvellallon. Es handelt sich hier nicht um die Tat Jws Einzelnen, sondern um bte Bekundung eines Wiuifeben Systems. Dieser Mord habe eine Reihe Vorläufern und alle diese Schandtaten sind bisher nicht gesühnt worben. GareiS wußte zuviel. Er rWete in die Gebeimbüros hinein. Er wurde da 2®t unbequem und mußte beseitigt werben. Er hat

Mörderzeutrale sestgestellt, die feiner Zeit die Ar £«er in München nievergmacht bat. Wenn seiner

des Verdreckens. Die Leitntotive dieses Mordes bedürfen aber noch der Aufklärung. Wir haben es stets als eine Ehre angesehen, in schwebende Verhandlungen nicht ein­zugreifen. Das müssen ivir auch in Zukunft tun. Die bayerische Regierung Txit der Presse und uns einen amtlichen Bericht zu gehen lassen über den bisherigen Qtang Oft Untersuch urig. Ich darf daraus mitteilen: Die Unier­

ten. Er kämpfte gegen die «vsplitterungLabstchten gjoern?, aber er trieb keine sogenannte nationale Aiiik. Er ivar der Gegtter des Abgeordneten Heim, Zi Atem war er gegen besten Verständigunasabsichten SLotantreteb, um sich mit Frankreich gegen bie Bot- zu verbinden. Der Abgeordnete Heim will ’ttt auf Kosten des Reiches stärken, daher feine Endung mtt Dpttem »aber sei« Festhalten <m der

Bei Wiederaufnahme der Sitzung um 5,30 Uhr füllen immer noch erregte Gruppen den Saal.

Präs-ent Loebe: Der Aeftestenausschuß hat versucht, den Zwischenfall aufzuklären. Redner verliest den steno­graphischen Bericht und konstatiert, daß, wenn der Vor­gang sich so $ngetragen babe, hätte er dem Abg. Mittel­mann zweifellos eine Rüge erteilt. Aber der Abg. Mittelmann habe festgestellt, daß seine Bemerkung nur den Worten: „Die Kommunisten sind keine Deutschen" gegolte, habe, und daß er die Worte vom Kaktmachen garnicht verstanden habe. Nichtsdestoweniger müsse er auch von dieser Stelle die Worte des Abg. Mittekmanu als durchaus nicht angebracht bezeichnen und erteile daher dem Abgeordneten eine Rüge. Ebenso aber auch dem Alm. Remmele, der sich zu einem tätlichen Angriff habe bin- reißen lassen. Redner appelliert an das Haus dafür zu sorgen, daß die Berhandlungen sich in anständigen Bah- neu betragen, sonst könnten wir einpacken Er bitte daher den Platz vor der Tribüne in Zukunft frei zu lassen, um eine Wiederholung derartiger Zwischenfälle zu ver­meiden.

Der Abg. Unterleitner fährt nun in seiner Stebe fort und schildert die empörenden Schandtaten der bayerischen Regierung, die überall im Reiche, besonders aber in Baden große Erregung hervorgerufett hätten. Auch die „Frattkf. Zeitung" verlange die Beseitigung der Re­gierung Kahr.

Reichskanzler Dr. Wirth: Der Abgeordnete Unter­leitner hat die Jnterpetlation der U. SP. mit Leiden­schaft begründet. Ich verstehe manches was er in seine eingestochten hat. Ich verstehe die große Erregung die weite Kreise der deutschen Bevölkerung erlaßt hat, darüber, daß in der Nacht vom 10. Zinn durch einen feigen hinterlistigen Mord der Abgeordnete Garels aus dem Leben geschieden ist. Dieser Mord muß seine Sühne finden. Jede Staatsautorität, die überhaupt Anspruch erhebt eine Autorität zu sein, muß sich alle Mühe geben, diese Tat der gerechten Strafe und Sühne ent­gegenzuführen. Dieic Interpellation wird in wenigen Tagen auch im Bayerischen Landtaa, wo auch eine Inter­pellation der U S P eiugevracht worden ist, ihre Fort­setzung finden. Ich hoffe, daß dann die große Erregung, die sich dem deutschen Bolle bemächtigt hat, durch eine klare und ruhige Aussprache abgelöst wird. Ich unter­scheide bei der Interpellation zweierlei Dinge, solche Dinge, die der Kompetenz der Rcichsregierung unterstehen, und solche Dinge, die der Kompetenz der bayerischen Re­gierung unterstehen. Ich hab- b?n Mord genüg-nd ge­kennzeichnet Ich bezeichnete iln als ein feiges hinter­listiges Verbrechen, die Frage ist aber nach den Motiven

Der Änielgenprei» beträgt für bte 9 atfp. Lolonelzeite oder deren Kaum 90 Bla u 10 ff, «ufldilag, amtliche und auswärtige 1.20 Ml. Andere Spaltenbreiten nach entsprechender Berechnung. Spat eintausend« oder den Kaum über Seite ein» nehmend» Anzeigen sind wir berechtigt, nach der Teztspaltenbrette,u teken und zu berechnen. Sogen. Kettamen berechnen wir die Zelle mit 3.00 Ml. 'lebet Rabatt gilt al» Barradatt. »ei Auskunft durch bte Geschäftsstelle und Vermittlung der Angebote 75 Pfg. Eondergedühr. 8

unterstützen können. Es kann kein bestimmte- äußeres Kennzeichen bei Mörders angegeben werden. Die ein­zigen Angaben über bie Kteümng des Mörders sind vollkommen ungenügend. Ein Dienstmädchen hat nur gesehen, baß kurz «ach dem Schuß ein Mann über die , Straße gelaufen ist. Fest steht nur, .daß der Schuß > aus nächster Näh« abgegeben worben ist, unb zwar aus - einem Revolver Kaliber 7. Die Tat geschah kurz nach : 12 Uhr in einer dunklen menschenleeren Straße. Tie ■ nächste brennende Laterne war ziemlich weit entfernt. ' Der Mörder war augenblicklich verschwunden. Die nnvoll- ' ständigen Angaben des Mannes und des Dienstmädchens \ bilden die einzigen Angaben, mit denen die Polizei arbei- , ten muß. Staatsregierung, Polizei und politische Par- ; teien haben ein gleich großes Interesse daran, paß die Tat i restlos aufgeklärt wird. Eine Belohnung für die Er- 1 mittlung des Täter! ist ausgesetzt worden und fir wurde

jetzt auf 80000 Mark erhöht. An dieser Stelle will» ich auch das Mitleid mit der Familie unb ben Freunden des Verstorbenen im Namen der Reichsregierung zum Ausdruck bringen, aber mit diesem Bedauern und mit diesem Mitleid ist für ein solcher Verbrechen eine Sihne noch nicht gegeben. (Sehr wahr, links). Dieser Mord, aus welchen Motiven er auch immer geschehen sein mag, ist ein Zeichen dafür, daß wir in der politischen Ent­wicklung auf einem tiefen Niveau angelangt sind. Diese Tat ist ein Beweis dafür, daß unsere politischen unb wirt­schaftlichen Zustände durchaus noch mangelhaft genannt werden müssen. Ich begreift die Erregung, die sich der Arbeiter Deutschland» und weit übet die Grenzen des Landes hinaus bemächtigt hat. Für die Mitglieder der Reichsregierung ist die Tat ein Ansporn dafür, alle Kräfte einzusätzen, um zu Zuständen zu gelangen, bie frei von solchen Zwischenfällen ftnb. Ich will vollkommen offen sprechen. Man hat ber wcimarschen Verfassung manchmal ben Vorwurf gemacht, baß sie ben föderativen Reichsgedanken verwischt habe. Ich glaube das nicht. Gerade durch die weimarsche Verfassung ist ein Bestehen der Sänket im Rahmen bei Reiches ermöglicht. Wir müssen uns hüten, irgend tote in die Selbständigkeit, oder in die innere Verwaltung eines Landes cinzugreistn. Gerade im Hinblick auf die Verfassung von Weimar müssen wir uns hüten, in die rechtmäßige Verfassung eines Landes einzugreifen, solange sie verfassungsmäßig ist und solange sie von der Mehrheit des Landes getragen ist. Ich bitte sie also mir es nicht nachzutragen, wenn ich, was die Kritik der Polittk eines Landes angeht, mich nut mit Vorsicht äußere. Ich darf aber ein» hinzusügen, in Bayern soll man sich darüber klar sein in allen Kreisen, daß das was in bett letzten Wochen unb Monaten an einigen Plätzen geschehen ist, ba8 Recht nicht fördern kann. (Sehr richtig.) Ich will von persönlichen Verunglimpfungen abschen, die in einzelnen süddeutschen Organen in ben letzten Monaten zum Ausdruck gekommen sind. Ich be- battere es sagen zu müssen, in einigen süddeutschen Ländern, nicht nur in Bayern allein, haben sich einige Hetzorgane ausgemacht, die ztraifellos mit ihren uner­wünschten Hetzereien größere politische Ziele erstreben, als allein damit die führenden Männer in der Reichsregie­rung mit Schmutz zu bewerfen. Das ist doch nur ein Mittel. Ich habe schon au8 manchem Munde gehört, was da erstrebt werden sollte, um bett Süben vom Norden zu trennen, um ein politisches Wirttoarr herbeizuführen und vom Süben her ber Reaktion zum Siege zu verhelfen. (Sehr wahr, Widerspruch rechts.) Ich kann Ihnen twch aus bett letzten Tagen aus Ihnen sehr nahestehenben Zei­tungen Beispiele basüt geben. Nehmen sie das Stutt­garter Organ, bas bie Interessen der Deutschnationalen vertritt. Es spottet also jeglicher Beschreibung, was da geleistet worden ist an schamlosen Beschimpfungen (Sehr wahr!) gegen Männer, die in der Stunde ber Not an diesen Platz getreten sind. Es ist nicht so wie Sie (nach rechts) auf Ihrem Parteitage gemeint haben. Der Herr Kollege Düringer hat ja doch sonst manches gerechte Urteil ausgesprochen. ES ist nicht so, .daß wir uns hierher ge­stellt haben, um für uns feste Pfründe zu erwerben. Nein, wir haben uns. hierher gesteift, wir die Männer der brüti­gen Regierung, um unser Vaterland und unsere Freiheit retten zu helfen. (Beifall.) Mir ist da von einem sehr vernünftigen und ruhigen Manne ein Flugblatt der Teutschnattonalen in die Hand gedrückt worben, ein Pamphlet der anernkbrigften Act. (Große Unruhe und Lärm. Zurufe rechts: WaS hat beim das mit tÄareis zu zu tun? Lautes bemoustratives Bravo links, andauernd große Unruhe.) Ich will damit nur seslftellen, daß in Lüddeutschland und zwar nicht nur in Bayern, von allen Preiscvrgauen dauernd Männer, die sich hier in die politische Berantwortlichleit begeben, verhöhnt und ver­unglimpft werden, in einem Maße, für das mir jeder parlamentarische Ausdruck fehlt. Ich habe darauf hinge- tsiefen, daß auch Organe, die Ihnen (nach rechts) Partei» volitisch näherstehen, und bie Träger Ihrer Bewegung sind, sich von Derartigen Dingen nicht fernhalten unb daß, wenn diese Art unb Werse einzelne Personen öffentlich

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an verantwortlicher unb bevorzugter Stelle die volitische Tribüne zu Betretende befürchten muß, sofort in ben Mittelpunkt eines Kesseltreibens gestellt zu werben. Wir sollten unS davor hüten, daß das Treiben ber politischen Kämvse zn einem Kamvf ras Hasses gegen Personen wird. Ich habe selbst Beispiele erlebt, wo, das will ich an dieser -teile einmal sagen, die Person, Die ben Reichspräsidenten-- vasten bekleidet, in einem Maße verunglimpft wird, die jeder Staa.Süutorstät abträglich sein m-iß. /Sein richtig links.) Es könnte eine Zeit eintreteu. bie in ber Geschichte jebca Volkes, iv» der RcichspräfiSeul ieweifs .raun die Wahl kommt, einmal nach rechts, nach links ober nach der Mitte orientiert sein kann. In Deutschland müßte es heilige Sitte werben, daß der Reichspraschent außer­halb des politischen Kampfes tzeh^ juba# « wirb.

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M einige Studenten der Form Halver sestgeuommeu J’rben sind, fo Ist bodi der Minister Poehner die Bc- N'^ug der wirtlich schuldigen vis heute schuldig ge­lben. Garels hat die Funktionen des Geheim Enstes aufgcdecft. Er hat die '«eheimzimmer, die Mtzel und alle Machenschaften aufgedeckt, die mit der Mcrtschei, Königspartei zufammeiihängen. DiePreste ^Segen ihn gehetzt und ihn Landesverräter genannt, bestand energisch auf der Durchführung des . Mwatmils gegen die Orgelw und die Einwohner-

AmUiches DerÄndigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurheMche) Oberhessen

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»le „Oderhessische Zeiwn ' erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich ■> 4 JA 4"? 1Rt'' burd’ bte b.05 Mk. Ausgabe B mit ^Oberh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr.

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