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Niemand hatte die ungeheuere Schuld, die Rußland

4. Die allgemeine Mobilmachung in Oesterrrjch-

bie gerade Linke des Recht? und der Ge­rechtigkeit. Er sei überzeugt, daß die parallele Linie des englischen nab deutschen Gedankens trotz Euklid die beiden Nationen in Freundschaft miteinander und den anderen Nationen der Welt zusammenbringen werde. Professor Einstein erwiderte, er sei außerordent­lich dankbar dafür, zu wissen, daß sein Besuch immittel­bar eine gute Wirkung auf die internationalen Be­ziehungen auszuüben verspreche.

Rabinvranath Tagore in Frankfurt.

. Frankfurt a. M., 13. Jun«. Der indische Dichter Dr. Rabindranath Tagore hielt heute nachmittag in der Universität vor geladenen Hörern einen Vorrrag ähnlich dem, den er in der Berliner Universität ge­halten hat. Der Rektor der Universität sprach dem indischen Gelehrtenn sen Begrlltzungsworten ttn1 Dank dafür aus, datz er das deutsche Volk während der schweren und ernsten Zeit seiner inneren Wtederge» burt teilnehmen lasse an dem, was an köstlichem Besitz fein Inneres berge. Im Vertrauen auf seine unge­brochene Kraft und Arbeitsfähigkeit und in der festen Zuversicht, datz ein Volk, das arbeite, niemals ver­loren sei, danke das deutsche Volk Dr. Tagore für die­sen Beweis echtester Menschlichkeit. Dr. Tagore war Gegenstand achtungsvoller und wür­diger Kundgebungen, nicht nur der den groheit Saal füllenden Menge, sondern auch der vielen hun­dert Menschen, die ihn bet seiner An- und Abfahrt be- grützten.

Der Prozeß gegen Hölz.

wb. Berlin, 14. Juni. In dem Prozeß Hölz kam es heute zu einem schweren Zusammenstoß zwischen der Verteidigung des Attgcklag- ten einerseits und dem Vorsitzenden anderer­seits. Der Borßtzende wollte nicht zulasse«, daß der Angeklagte mit seinen Ausführungen sich an den Zuhörerraum wendete. Der Angeklagte war aber nicht zum Schweigen zu bringen und erging sich in Angriffen gegen den Gerichtshof, wobei er von sei­nem Verteidiger Hegewisch unterstützt wurde. Ruhe entstand erst wieder, als der Vorsitzende die Sitz­ung für geschlossen erklärte und den Saal räumen lieh.

«rtcn Mch d ggtcrüi jjgen i Teilen B»schu MiNger »Won besetzte

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Politische Tagesnachrichten.

Londoner, 14. Juni. Der Londoner Bericht­erstatter derMorning Post" meldet, daß Japan den vereinigten Staaten KcEelpririlegien der Insel Yap angeboten habe. Es verlautet ferner, daß Japan den Wunsch hat, die Yapfrage auf direktem Wege mit Amerika geregelt und nicht vor den Obersten Rat gerächt zu sehen.

Aufruf!

I LandSke utel

I Oberschlesien ist in größter Not.

I Der Kampf, dessen «Ende der Albstimmnngstog bringen I sollte, geht weiter. Die Leiden der oberschlesischen Be- I völkerung sind ins onrrträgliche gestiegen. Mord und «Raub: Brand und Verwüstung kennreichnen die polnische I Gewaltherrschaft. Tausende unserer deutschen Brüder «und Schwestern müssen flüchten, di« Familien werden zer- I rissen, die Männer in Gefangenschaft verschleppt.

I» .^^er Ber»weislung griffen die Bedrängten zur

I Selbsthilfe, damit nicht weiter deutsches Leben vernich- l tet und bie «inst so blühende Heimat durch die Willkür und den Haß wilder, polnischer Banden, die.von der Warschauer Regierung unterstützt werden, ein Trümmer-

Ihausen werden soll.

Mit der Waffe darf das -rutsche Volk nicht helfen. Aber mit Werken der Liebe müssen wir alle der unsagbaren I Not der Tausenden von Flüchtlingen und der ihrer Er­nährer beraubte» Familien steuern!

GwßeS ist geleistet, aber es gilt, weiter, vor allem aber schnell zu helfe«.

Deshalb spende jeder nach Kräften und so schnell tote möglich

Die Not ist ungeheuer groß! Wir in gesicherter Heimat Sönnen nicht ermessen, was unsere Landsleute um ihres Deutschtums willen leiden.

vereinigte Verbände heimattreuer Oberschlesier.

Die vereinigten Rote Kreuz-Vereine.

LandeSsammelstelle Tassel der Oberschlesierhilfe.

Um eine Zersplitterung der Sammeltätigkeit zu ver­hindern und um schnelle Hilfe zu sichern, tritt wieder die LandeSsammelstelle Cassel" im Regierungsbezirk Tassel, in Oberhessen, Waldeck und Wetzlar in Tätigkeit, deren GeschSftsstelte sich Tassel, Frankfurterstraße 33 (Bür­gerbund), Fernruf 1801, befindet.

Einzahlungen und senden find an das Bankhans Damms u. Streit, Cassel, Ständeplatz 18, oder dessen Vost- scheckkmto Frankfurt 1073 unter der BezeichnungOber­schlesische FlüchtlingSfürsorge" zu richten. Außerdem nehmen olle anderen Bankgeschäfte und ZeitungsgeschäftS- stellcn Spenden entgegen. Die Zusammenfassung erfolgt durch die Landcssammelstclle.

Unverderbliche Lebensmittel Wehl, Grütze, Hülsen­früchte, Reis, Konserven, Räucher-Dauerwaren, konden­sierte Milch uftrt, «ein Brot nimmt in Tassel die Annahmestelle Wolfsschlucht Nr. 16 (Hof) des Raiffeisen- Verbandes entgegen. Auf dem Lande werden die Umr­und Darlehnskassen, sowie dir Korn- und Lagerhäuser des Raiffeisenverbandes gebeten. Gaben in Empfang zu neh­men und die Eingänge der Geschäftsstelle der Landes- gruppe der Vereinigten Verbände heimattreuer Oberschle- fier, Casiel, Renthof3, mitzuteilen.

Vorhandene Arbeit-- und Unterbringungsm öglichkrit für Flüchtlinge, besonder- auf dem Lande, find bei der Geschäftsstelle der Landesgruppe der Vereinigten Verbände beimattreuer Oberschlefter, Cassel, Renthof 3, anzumelden.

beiten vor «Erlaß deS eigentlichen Mobilmachungsbefehls gestattete, ist am 14. Juni 1913 zur Kenntnis des deutschen Generalstabes gelangt.

Die im Juli 1914 eingehenden Meldungen über russische Kriegsvorbereitungen mußten somit bie größten Besorgnisse wachrufen.

; Als am 81. Jnli, 11.40 vormittag- Me allge­meine russische Mobilmachung bekannt müde, mußte mit der Möglichkeit gerechnet werben, daß Rußland schon seit dem 25. Juli, an dem auch im Militärbezirk Petersburg die Truppenübungen abgebrochen und dir Manöver abgesagt wocken waren, an der österreichischen «nd deutschen Front Kriegsvorbrreitungen getroffen Hatte.

i Eine Sicherheit dafür, baß «ö beim Scheitern der diplomatifchen Verhandlungen den erzielten Vorsprung nicht ausnützon würde, war begreipicherlveise nicht zu erlangen. Der deutsche^ Botschafter konnte, wie zu «warten, auf eine entsprechende Anfrage «ine be­ruhigende Antwort nicht erhallen.

Die «nste Auffassung über bie Tragweite einer all­gemein russischen Mobilmachung wurde auch von eng­lischer Seite geteilt. D« britische Botschaft« in Petersburg hatte schon am 25. Juli den russischen A'ißenminist« warnend daraus hingewiesen, daß. ernt Rußland mobilifiere, Deutschland sich nicht mit bloßer Mobilmachung begnügen o5et Rußland Zett zur Aus­führung der {einigen geben, sondern wahrscheinlich sofort den Krieg erllären würbe." ,

Der englischen öffentlichen Meinung gab Oberst Repington am 30. Juli in bei, .Lames" mit den Worten ausdruck:Es wäre ein Wunder, wenn nicht sehr bald nach Verkündung der russischen Mobil­machung ganz «Europa in Flammen stände."

Außerordentlich bestürtzt war Sir <E. Grey, als « in der Nacht vom 31. Juli zum 1. August bie deutsche Note über bie russische Gesamtmobilmachtttrg erhielt. Um 3.30 morgens wies et ben Botschafter in Petersburg an, dem Zaren sofort eine persönliche Bot­schaft des Königs von «England zu überbringe», worin die deutsche Vorstellung im vollen Wortlaut wiederholt und dann gesagt wurde: ,Lch kann nicht umhin zu glauben, daß irgend ein Mißverständnis diesen I plötzlichen Abbruch (deadlock) herbeigeführt hat," wo rauf ein persönlicher Appell an den Aare« folgtedas Mißverständgis zu beseitigen."

In seiner Antwort fand bet Zar keine andere Ent­schuldigung als bie burch bie eigenen Tagesberichte des russischen Generalstabes>«legte Behauptung, daß Oesterreich zuerst zu ein« Generalmobilmachung geschritten sei."

Schon bie ersten Kriegswochen bestätigten bie I schlimmsten Befürchtungen über bie von ben Russen durch ihre Kriegsvorbereitungen «zielten Zeitgewinn, da sie eben so früh operationsberell waten, tote ihre I westlichen Verbündeten. , I

Die während des Krieges erbeuteten Akten er* I brachten weitere Beweise für die durch die russische! Mobilmachung heraufbeschworenen Gefahren. Die An-1 »rdnung, daß brr Ausspruch bet Mobilmachung auch I 418 Befehl zur Eröffnung bet Feindseligkeiten gegen I Oesterreich und Deutschland anzusehen fei, «streckte I M aus das ganze europäische Rußland. Die Aus-1 Hebung des Befehls war im November 1912 erfolg« I 4nd war von einer Kommission deshalb beantrag« feorben, weil die Anordnung zu schweren Mißverstand- liffen mit den Mächten führen könne, mit denen bie fröffmmg der Feindseligkeiten nicht gleich von Anfang Pi beabsichtigt sei.

i Man kann nicht langer mehr behaupten, daß di, P den kritischenAagen des Jahres .1914 maßgebend,

Italien.

Ro in, 14. Juni. Auch der z»eite von Deutschland an Italien misgelieferte Zeppelin, das L »k t s ch i s s A n s o- sonia", ist verunglückt, indem c8 in ber Halle vernichtet tourbc. Nach demMrssaggero" soll der Ver­lust darauf zurückzusühren sein, daß das Luftschiff nur unaenügenb gegen den Wind geschützt war.

Wb. Rom, 14. Sunt. Rach einer Meldung der Agenzta Stefan« verlieb bei Papst tn einem geheimen Konsistorium feiner Beunruhigung über die Tätigkeit der Juden tn Palästina Aus­druck. Er würde versuchen, den armen Bewohnern die­ses Landes seine Hilfe zu senden, aber feine Mittel seien nur beschräntt. Er beklagt das Ueberge- wicht der Juden an den heiligen Stätten der Christenheit und ermahnt die Rcgiernngen, bei dem Völkerbund Schrttte zn tun. der die Regelung des englischen Mandats in Palästina zu prüfen bat. Was Europa anbetresfe, sei eS nach wie vor in Gegensätze gespalten. Der Papst fordert daher die Regierungen auf, ihre Zwisttgkeiten aufzugeben und Meinungsverschiedenheiten im Geiste der Gerech­tigkeit und Barmh«zigkett durch Aussprache zu klären. Er freue sich, datz so viele Rationen in Beziehungen zum heiligen Swhl zu treten wünschten. Sogar Frankreich sei in die Arme der mütterlichen Kirche zurückgekehrt. Er wünsche, datz die gegenwärtige Zu­sammenarbeit für di- filrit-c u"d die Staaten eine Quelle des Segens sein möge. Swn Sebkutz des Kon­sistoriums ernannte d« Papst mehr«e Bischöfe.

Deutsch-Oesterreich.

Wien, 14. Juni. In enter Verlautbarung der groKentschen Korrespondenz wird erllärt, wenn der Beschluß der Reichsparteileitung der groMeutschen Volkspartei in einem Begleitschreiben rein formellen Inhalts den auswärtigen Gesandten mitgeteilt wurde, geschah dies zu dem Zweck, um diese über die in den Kreisen bei Parteien herrschende Stimmung zoverläffig zu unterrichten. Die von einer Seite an die Veröffent­lichung geknüpften Vermutungen, baß bie großdeutsche Volkspartei damit ihr Ausspringen aus bet Kredit­aktion begründen wolle, steht mit dem Inhalt des er­wähnten Parteibeschlusses in Widerspruch, der lediglich zum AuÄiruck gebracht habe, daß die großdentsche Bolkspartei bie von ihr übernommenen Verpflichtungen nicht mehr als binbenb anerkennen könne, wenn sie burch keine Zugestänbnisie aus dem Gebiete her inneren Politik erweitert werben sollte.

Frankreich.

Paris, 14. Juni. Der Ministerrat hat unter dem Vorsitz Milleranb Fleurau zum französi­schen Gesandten in Peking ernannt.

wb. Paris. 14. Sunt Der Justt,Minister 6<rt in der heutigen Sitzung der Kammer einen Ge­setzentwurf eingebracht, der unter Strafe stellt alle diejenigen, die Soldaten zur Verweigerung der militärischen Pflichte» verleiten und alle die, die Akte der DiSöiplinlostg- kett verh errlichen.

Aus dem besetzten Gebiet.

mb. Saarbrücken, 14. Juni. Die Regie- rwngskomMission hat ben Kreistages* des Eaargebiet» einen umfangreichen Entwurf zur Abänderung der Juftizgesetze und verschkdG ner Einzelgesetze zugehen laffen. Die Aende- rungen betreffen das Eerichtsverfasiungsgefetz, das Bürgerliche Gesetzbuch, das Handelsgesetzbuch, die Zivilprozeßordnung, die Konkursordnung, das Ge­setz über die Angelegenheiten der freiwilligen Ge­richtsbarkeit, dis Grundbuchordnung, das Strafge­setzbuch, die Ctrafprozeßordnung, das preußische Ge­setz bett, den Forstdiebstahl, das Forststrafgesetz der Pfalz, die preußische Jagdordnung, das Vogelschutz­gesetz, das Gesetz betreffend die Entschädigung der im Wiederaufnahmeverfahren freigefprochenen Per­sonen, das Gesetz betr. Entschädigung für unschuldig erlittene Untersuchungshaft, die Rechtsanwaltsord- nung, das preußische Gesetz betr. die Besteuerung des Gewerbebetriebs im Ümherziehen, das Gesetz betr. Kinderarbeit in getMtblichen Betrieben. Der. Entwurf enthält eingangs drei 2lttikel, von denen der Artikel 2 lautet:Die Gerichte haben bei bei Anwendung gesetzlicher Vorschriften nicht dem Wortlaut nach zu urteilen, sondern die Vorschriften n freier Weise nach den Grundsätzen auszulegen, bie dem Rechtsfystem zu Grunde liegen und der Billigkeit im weitesten Maße Rücksicht zu tragen. Insbesondere find alle nicht in zwingender Weise­gegebenen Vorschriften nur soweit anzuwenden. als dem nicht im einzelnen Falle ein Grund der Zweck­mäßigkeit oder der Billigkeit entgegensteht."

Gegen dieCanktionrn".

Köln, 18. Juni. Der Handclsausschuß für die besetzten Gebiete hat sich in einer Eingabe an den Reichskommissar für das besetzte rheinische Gebiet gewandt, in der er bittet, daß mit allen zur Ver- Lgung stehenden Mitteln sich der Reichskommissar ür die Aufhebung der Sanktionen einsetzt. In dieser Eingabe betont er, daß das rhei­nische Wirtschaftsleben nur noch infolge der allge­mein lebendigen Hoffnung auf baldige Aufhebung der Zwangsmaßnahmen ein Scheindasein fristet, datz dieses Scheindasein aber mit dieser Hoffnung teht und fallt. Die Unabwendbarkeit eines völligen Zusammenbruchs des rhei­nischen Wirtschaftslebens bei dem Fort­bestand der Santtionen nicht sehen, hieße sie nicht ehen wollen. Auch der Jndustrieausschutz des bt- etzten Gebiets hat an den Reichskommissar eine Eingabe über Sie Wirkungen der Rheinzolllinie ge­richtet. E» heißt darin, datz bie fortwährend mit

England.

London, 14. Juni. Im Unterhaus« würbe mit- geteilt.bis zum 11. b. Mts. seien unter bem deutschen Reparationsgesetz 48 000 Pfunb Sterling ein gegangen.

Einstein in London.

Lonl» «, 14. Juni. Bei bem gestern veranM- teten Esst» zu Ehren Einsteins erklärte Mr. Ernest Parker vom KingSwllege, Pwfessor Einstein, bec als «Rast von einem Lande gekommen sei, bas bis vor kurzem der Feind «Englands getoefen sei, helfe, die zer­schnittenen Fäden internationaler Band« wieder zu- fammenfugen. Parker erklärte in deutscher Sprache, daß bie somit wieder ausgenommenen Beziehungen eine Krad« Linie zeigen die tzetS bleiben tstoe, nämlich

Amerika.

Paris, 14. Juni. Rach Angaben, bie dieThieago Tribüne" aus Washington erhielt, betrug die a m e r i k a - nische Ausfuhr nach Deutschland in dem Seit» ranm von Juli 1920 bi- Avril 1921 330 Millionen Dollar gegen 161 Millionen Dollar zu gleicher Seit im Vorjahre. Auch die Einfuhr ist von 31 600 000 Dollar auf 77 000 000 Dollar für bie angegebene Zeitperiode von 1920 bis 1921 gestiegen.

Me Mrulm h-r kkMii Memelm Ibflrtfäe Auffassung anderwärts nicht gestellt worden MhiwMM

Am lern M.

Berlin, 15. Juni. Nach ein« Meldung fies Berl. Lok. Anz." wurden die im Lager Ahlen-Falken- berger Moor bei Cuxhaven untergefcadjtcn russischen Kriegsgefangenen heimbefördett.

Die Arbeiter der 18 Berliner städtischen Güter be­schlossen gestern mit gwßer Mehrheit in ben Streik einzutreten, um ihre Forderungen auf Lohnerhöhungen und Mitbestimmungsrecht durchzusetzen.

Set litt, 14. Juni. In der Nähe des Ringbahn­hofes Tempelhof stieß Montag abend ein Auto mit einem Gemüsewagen zusammen. In dem Auto be­fanden sich bie Abgeorbnete ber Deutschen Bolks- partri Fra« Menbe unb ihr Gatte. Beide erlitten schwereBerletzungen. Frau Mende wurde mit ein« nicht unbedenklichen Kopstvuicke und Verletzungen unb Quetschungen am Arm unb im Gesicht in ihre Wohnungen geschafft.

Berlin, 14. Juni. Blättermeldungen aus Det- motb zufolge ist heute bas lippische LanbeSpr ä- sibinm neugewShlt worden. Wiedergewählt wurden der Demokrat Neumann-Hofer, der Sozial- dernokrat Drake. Neugewählt wurde an Stelle des BolkSparteilerS Müll«, ber Soziakemokrat Schmuck.

Gute Mittelernte.

Berlin, 14. Juni. Nach ein« Mitteilung > es ReichsernährungsministetiumS an das ,,B«lin« Tageblatt" dürfte in diesem Jahre, so­weit sich' bisher übersehen läßt, eine günstigere Ernte zu ermatten fein, die um vieles besser sei als i ne vorjährige. Besonders gelte dies von Brotgetreide, -essen Halme stark und dessen Blüte gut sei. Man

Sstie jedenfalls als ftHt« Mittelernte

i Auch bie Tatsache, baß in Rußlanb Anfang März T« Aufmarsch ber österreichisch-ungarischen Armeen 1913 zur Beschleunigung bet Mobilmachung eine «2 Fußlanb begann mit ben Massentranspotten Kriegsvorbereituugsperiobe" eingeführt worden war, '^ben Tage spater als gegen Serbien.

Man wirb fern« die ungeheuere Verantwortung

Unt^rfu'chungZauSschuk te W | STÄ'wÄs 2'

weitere Dokumente herausgeaeben, bie ftefi htSbcfonb re , daß Rußland für seine

mit den militärischen Verhältnissen vor und beim Scd-£on cintr Krieasaiisbii,ck> Mrfi frtM« j-, r, . . I L gewonnen hatte, und baß bet weiterem Zuwatten

ttS ML. - ft-.«- «»«««-

W P'Tt W|| fff *,' , ... . .. t!, alA 1 r jm eine tage nnirnen mußte, tn Der Die gewaltig- Ueber

»^.7^b. »u«Kri^sausbruch gegeben hat. Der verfügbare Mindnzahl von 135 Divisionen.

KUU gai uocr yane oie ungeyeuere iLchuw, die RuAan.r

nirrfnia.^j dj^en abgegeben, das sehr be-1 mit bet allgemeinen Mobilmachung auf fick nabir Z°0£ klarer erkannt, als Zar Nikolau? b« nach der Er-

Ü 5 ben A"fr«ch- bem ihm den Besehlabpressenden Außenminister Sa-

nnngen ist folgendes bemerkenSwett: . I u««-, ms.u . « , , '

; . z l°n3to --blaß mit zugeichnütt« Kehle" antwvttete:

Die russische Mobllmachmig wurde zwar bis I,.Denken Sie an die Verantwortung, die Sie wir raten.

3ärefb°t Kriegsausbruch in fachverständiget, I auf mich zu nehmen! Denken Sie daran, daß es sich deutschen Kreisen wegen bet Ausdehnung der zu über- darum handelt, Tausend« und Ab«tanseude in den totnbenben Raume und wegen der Weitmaschigkeit des I Tod zu schicken "

£r Qte In dem Untersuchungsberitzt wird auch auf Grund

« «°m6 5nbetif rine3 angehenden militärischen Aktenmaterials die

Hd.ese «ussassm^ völlig. Es wurde erkannt, tFrage bet österreichisch-ungarischen Mobilmachung M Rußland mdjt nut ben Bau strategisch« Eisen-1 gegen ©«bien »nd ihrer Rückwirkung auf Rußland i? militärvrgani- fgeprüft unb es «verden folgende Feststellungen gemacht-

^5.n<?men J0?® 9Bo^I.n,a^un8 außer- 1. Oesterreich Ungarn hat am 25. Juli Ir acht der- Korps mobilisiert, darunter keines, dessen Bezirk an vollkomnmung gediehen tont, das bewies b« nach- russisches Gebiet grenzte

dkfthl, von dem ber 2. I» der Zeit vom 25. bis 31. Juli sind keine deutsche Generalstab am 15. November 1912 auf ber» weiteren Mobilisationen erfolgt und fern Alarmieruna traulichem Wege Kenntnis erhielt: «die gegen Rußland gerichtet war.

,Lt. Allerhöchst« Entschließung ist ein telegra- I 3. Nach der russischen Teilmobiimachung vom 29. phisch« Befehl zur Anordnung ber Mobilisiening! Juli war eine, dem gesamten österreichisch-ungarischen in bat europäischen Mlitärbezirken aus Anlaß Heae (ohne Landsturm) um gut ein Drittel überlegene politisch« Komplikationen an ben Westgrenzen gleich- rifffisch-serbisch montenegrinische Sirfftmacht gegen ben zeitig als Befehl zur Eröffnung der Feindselig- I Tonanstaat aufgeboten.

feiten gegen Oesterreich und Deutschland anfzu- I 4. Die allgemeine Mobilmachuitg in Oesterreich­fassen. WaS dagegen Rumänien betrifft, soll die Ungarn wurde auf Grund dieser tussifchen Teilmobil- Eröffnung b« Feindseligkeiten «st auf direktem I macknng und vor Eintreffen der Nachricht über die Befehl «folgen." ntssifche Gesornttnobümachung verfügt, war jedoch in

Zweimal berichtete ber Generalstab währenb bet Anbetracht ber in vorstehender Ziffer 3 angegebenen politifchen Krise 1912/13 hierüber an das Auswärtige Stärkeverhältnisse eine nicht nur berechtigte, sondern Amt . Spater wurde zwar auch bte Aushebung dieses «unbedingt gebotene, rein defensive Maßnahme.

Befehls bekannt, ab« eine Sicherheit dafür, daß nicht I 6- D« Befehl zur allgemeinen Mobilmachung in eine nochmalige Aenderung eingetreten fei, konnte Oesterreich-Ungarn «ging am 31. Juli 11,30 Uhr vor- felbstverständlich durch ben vernachlässigsten Rach- I mittags, also mindestens 171/, Stunden nach der späte- richtenbienst nicht «reicht werben, ba immer geraume I ßens am 30. Juli abends gegen 7 Uhr (6 Uhr mittel» Zeit verging, bis solche geheimen B»Ordnungen in I europäisch« Zell) in Rußland erlassenen Mobilisie- Ersahrung gebracht wurden. I ningsorder.

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bezeichnen. Auch die landwirtschaftliche Hauptgenosse»- 8 schuft bezeichnet bas voraussichtliche Ergebnis des O» j treidewachstums als eine günstige Mittelernte. Te, Haf«, ber unter der Dürre strichtveise etwas zn leide» hatte, ist in feinem Wachstum durch die Regenfälle bei rserung letzten Tage gut gefördert. | *6-

Stegerwald über Preußens nächste Aufgaben. <

$ e 11 i», 14. Juni. Der preußische Minister, g bis Präsident Etegerwald bezeichnete in eine, " Unterredung mit dem Chefredakteur de, Germania", Dr. Hommerich, als Preußen* nächste Aufgaben: erstens, die nachdrücklich Steigerung der Produktivität der Landwirtschaft durch die Verbesserung der Bodenverhältnisse und Vermehrung der Nutzflächen, die Schaffung geeigu» ter Siedelungen und allgemeine Hebu»-. i der Arbeitslust und Arbeitsfreude' Zweitens: die Balanzierung des Staatshaushaltes' durch eine ettragreiche Grundsteuer und drit-l tens, die Durchführung bei Ve r w altun gs r e- f01 m- Keine dieser drei Aufgaben lasse sich, wie' Etegerwald «klärte, gegen den geschlossenen Wider, stand der beiden Rechtsparteien durchführen. Tie jetzige preußische Regierung habe in Würdigung der politischen Realitäten eine stärkere Stellung, als fix die Regierung auf den Boden der alten Koalition haben würde. Für die Ambildung der Regierung könne er nicht die Jnitiattys ergreifen, da er s-'ner- zeit gegen die Sozialdemokratie zum Ministerprä-. identen gewählt worden sei und daher jetzt als an- tändiger Mensch und Politiker nicht ohne eines neuen Wahlakt mit bet Sozialdemokratie eine Ne­gierung bilden könne. Eine Initiative zu einet eventuellen Regierungsumbildung müsse also von dritter Seite erfolgen. Bon ben Neuwahlen im' Reiche unb in Verbindung damit von den preutzi« chen Neuwahlen halte et nichts, da sie an der poli- rischen Eesamtfituation nichts ändern würden.