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Amtliches DerLndigungsblatt des Kreises Marburg.

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Anzeiger für (das früher kurhessische) Oderhessen

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DieOberheisisch« Zeitu« ' erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich

Marburg

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4.65 durch die Post 5.05 Ml. Ausgabe B mitOberh. Svort-Ztg.' 1 Ml. mehr. ZFHUVHI JJ

». 137 t$ür ausfallend« Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereigniiie kein Ersatz. I VDiHttlftlfl S*n IE "Titni ** * Verlag von Dr. E. Hitzeroth. Druck der Univ.«Buchdruckerei von Job. Aug. Koch, 2ÄIUUlUII|, vVll W. Olllll

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Markt 21,23 Kernsprecher 55, Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

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Berlin, 14. Juni. LautBoss. Ztg." ging de« Reichstage der Entwurf des Gesetzes über beschleu­nigte Abwicklung der Kriegsgesellschaf- ten zu. Der Entwurf sieht unter anderem vor, daß die vorgeschriebene Sperrfrist bei der Auflösung von Kriegsgesellschasten von einem Jahr auf drei Monate verkürzt wird. Ferner will der Entwurf die beschleuß tilgte Auslösung unter Ausschluß der Liquidation durchs Uebertragung des Vermöge ns der Gesellschaften auf daR Reich ermöglichen.

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Vereins, inen oll«' end ersor»; Vorstand.

haben seither unverändert ihren Fortgang genom­men, ohne datz man sich um das entgegenstehende Verbot der Kohlenverteilungsstelle der interalliier­ten Kommission in Eleiwitz irgendwie gekümmert hätte. Eine weitere Bezahlung oder Zahlungsan­weisung ist seither nicht mehr erfolgt. Aus Privat- grubenbetrieben werden ohne Bezahlung die Koh­len genommen.

Geplante Säuberung bis zum 22. Juni.

London, 14. Juni. DemD ailh Telegraph" zufolge, ficht man in englischen Kreisen die Lage in Oberschlesien keineswegs zuversichtlich an. Von manchen Seiten wird sogar gemutmaßt, daß die augen­blickliche Stille in Oberfchlesien Ruhe vor dem Sturm bedeute.

Daily Chronicle" meldet aus Groß-Streh- litz, die Verlegung des britischen Hauptquar­tiers von Oppeln nach Grvß-Strehlitz und die Zusam- menziebung der Trnvpen bildeten den erstenTeildes neuen Programms. Ten Rebellen ist mitgeteilt worden, daß sie sich bis heute, Dienstag, auf eine be­stimmte Linie zurückziehen müßten, bis zu der die alliierten Truppen dann später nachrücken würden. Durch eine Folge solcher Bewegungen hoffe man die Provinz bis ;um 22. Juni von den Insurgenten zu säubern. Der Bericht­erstatter desDaily Cbroniclc" erklärt jedoch, wenn die Polen das Industriegebiet, über das sie augenblicklich herrschen, kampflos oder obne Rache und Zerstörung auf­geben sollten, dann müßten sic eine Zurückhaltung und eine Disziplin an den Tag legen, die sie bisher wenig bewiesen hätten.

Z«r Sraotta ins Werturteil Sattis.

München, 14. Juni. Die hiesigen Morgen­blätter sind h e u t e f r ü h zur gewohnten Stunde in verstärktem Umfange erschienen. Das Setzerpev- sonal hat die Arbeit gestern abend toieber ausgenommen.

Nach einer Meldung desLok. Anz." aus München hat das Arbeitgebcrkartell beschlossen, die General­streiktage nicht zu bezahlen und erklärt, die Arbeitgeber seien berechtigt, solche Streikende sofort zu entlassen.

Parlamentarische Aktionen der sozialdemokratischen

München, 14.-Juni. Im Landtage haben die Abgeordneten Neumann (U. S. P. D.j und Ge­nossen folgende Interpellation eingebracht: Durch terroristische Gruppen werden seit längerer Zeit Attentate auf Abgeordnete des bayerischen Land­tages verübt, die. im Falle des Abg. Eareis zum Morde geführt haben. Was hat die Staatsregie­rung getan, um das Treiben dieser Gruppen zu unterbinden oder was gedenkt sie in Zukunft zu tun? Zugleich hat die Fraktion der U.S.P. an das Präsidium des Landtages den Antrag gestellt, sobald als möglich das Plenum einzuberufen und die Interpellation auf die Tagesordnung der ersten Sitzung zu setzen.

Am Dienstag nachmittag hat sich die sozialdemo­kratische Fraktion versammelt, um zur gegenwär­tigen Lage Stellung zu nehmen. Wie die Blätter melden, besteht die Absicht, die Ermordung des Abg. Eareis auch zum Gegenstand einer Parlamentär«« jchcn Aktion zu mache».

RcichsernährungSminister Hermes betont in länge­ren Ausführungen die Notwendigkeit der Versorgung der Bevölkerung mit Mehlgctreide zu erschwinglichen Prei­sen. Gegen die Zwangswirtschaft habe sich die Landwirtschaft,"'die Industrie und daS Gewerbe aus- gesprvchen. Ebenso einzelne Verbraucherkrrise. Aber eine vollständige Freigabe der Getreidcwirffchaftkönne noch nicht unternommen werden, denn durch eine Anpassung an den Weltmarktpreis werden Mehl und Brotgetreide sich stark erhöhen. Ein künstliches Niedriger- sbcllen der Preise durch Reichszuschüsse sei zu kostspielig.. Man sei daher zu dem Umlageversahren gekommen, ob­wohl man davon überzeugt seh daß eS praktisch kaum möglich wäre, eine Verteilung der Umlage durchzusühren, die allen Beteiligten gerecht werde.

Jnztvischen sind eine große Anzahl Abänderungsan- träge eingegangen.

Abg. Dusche (D. Bpt.) fordert glatte Ablehnung und Einführung der freien Wirtschaft.

Nach längeren Ausführungen des Abg. Edler von Braun (Deutsch natl.), der im Namen der Landwirtschaft die Vorschläge der Regierung ablehnt und des Abg. Schmidt-Köpenik (Soz.s. her über die Regierungsvor­lage hinaus die Bcibehaltuirg der Zwangswirtschaft ver­langt, wird die Beratung dieser Materie abgebrochen.

Darauf werden die Gesetzentwürfe über dir Gewäh­rung von Beihilfe,r an Rentenempfänger ohne Debatte dem sozialpolitischen Ausschuß überwiesen.

Nächste Sitzung morgen nachmittag 2 Uhr: Kleine An­fragen, darunter die Aenderung des WehrgcsctzeS.

Finanzi er ungen grundsätzlicher Vereinbarung cntgegenführen soll. Die Einzclverhandlungen werden deutscherseits von der Kriegslastenkommission in Paris geführt werden.

Beiderseits ergaben die Verhandlungen die ent­schiedene Absicht, ein beschleunigtes Tempo der Arbeiten herbcizuführen und Deutschland an den Wiüwraufbau- arbeiten in erheblichem Ausmaß« zu beteilige«.

Englische und französische Presiestimme«. Eng­lische Verstimmung?

London, 14. Juni. Die Blätter veröffent­lichen Telegramme aus Paris über die Zusam- menkunftRathenaus und Louchersin Wies­baden und heben hervor, daß die Beratungen beider Minister in Frankreich mit großer Aufmerksamkeit verfolgt würden. DieTimes" widmet der Zu­sammenkunft einen Leitartikel und weist darauf hin, daß Rathenau, der zugleich ein hervorragender Finanz­mann. Industrieller, Techniken Wittschaftler und Phi­losoph sei, Loucheur keine endgültigen Pläne vorgelegt zu haben scheine, doch müßten die Besprechungen zwi­schen den beiden anscheinend fruchtbar gewesen sein, um ihre Fottsctzung zu rechtfertiegn. DieTimes" nimmt an, daß die Beratungen in Wiesbaden nicht auf die technische Seite der Reparationsleistungen beschränkt gewesen seien. Das Blatt erllärt, die Wiederherstellung und der Wiederaufbau Europas könne nicht vollendet werden ohne die Mitwirkung und den guten Willen Deutschlands. Der französische Mitarbeiter desDaily Telegraph" gibt der Hoffnung Ausdruck, daß das Wies­badener Experiment di« Leute enttäuschen werde, die törichterweise einen wilden Traum von der Möglichkeit einer Zusammenarbeit zwischen Frankreich und Deutsch­land träumten, und erllärt, daß als Reaktion gegen solche Bestrebungen die Entente Cordiale gestärkt wer­den müsse. - *

Paris, 14. Juni. DieChicago Tribuns teilt aus finanziellen und politischen Kreisen in London, mit, daß dort eine gewisse Verstimmung über di: Zusammenkunft zwischen Rathenau und Loucheur in Wiesbaden herrsche. Man erinnere daran, daß im vergangenen Jahre, als Loucheur außerhalb der Re­gierung stand, ec Hugo Sünnes mehrer« Besuche ab- ftattetc. Die Engländer argwöhnten, daß es sich i« Wiesbaden tatsächlich um das Projekt eines fran­zösisch-deutschen Zusammenwirkens in der Metallindustrie handelt. Loucheur habe «inen der­artigen Plan, der für die englische Metallindustrie als sehr gefährlich angesehen werd«, schon auf der letzten Londoner Konferenz angeregt.

tob. Paris. 14. Juni. Im heutige» Minister- rat hat Minister Loucheur über seine Zusammen­kunft mtt Dr. Rathenau in Wiesbaden berichtet. Wie der ,T c m p s" nürteilt, ist zwischen den beiden Ministern vereinbart worden, daß sich Sachver­ständige am Freitag, den 24. Juni tu Paris zu- sammensinden, um über ein endgültiges Aufbaupro- aranim zu beraten. Der »Temvs" schreibt, der fran­zösische Minister für die befreiten Gebiete sei sehr be- Kollegen einen in allen wirtschaftlichen und finanziellen friedigt von seiner ersten Beratung. Er-.habc in seinem Fragen sehr unterrichteten Mann kennen gelernt, der den aufrichtigen Wunsch habe, zu einem Ergebnis zu gelangen und mtt vollkommener Offenheit zu disku­tieren. Was die Zahlung in Natura anlange, so habe es den Anschein, datz sie nicht ein Fünfzehntel der Zahlung in Geld überschreiten könne. Die Beratungen hätten nur den Zweck gehabt zu sondieren. Minister Loucheur habe Rathenau eine Anzahl von Fragen vor- gelcgt, über die er Nachdenken solle, um am Tage der Wiederaufnahme der Verhandlungen bestimmte Ant­worten erteilen zu können.

Kabincttssitzung.

DemLokalanz." zufolge befaßt: sich dasReichs- k a b i n c 11 in seiner gestrigen Sitzung in Anwesenheit des Wiederaufbauministecs Rathenau mit den Wics-

Verhandlungen über die Wiederaufbailfrage.

Soin Obersten Rat.

Londoner Berichterstatter desBerl. Taacbl." daß der Oberste Rat auf das Ersuchen

Berlin, 14. Juni. Von zuständiger Stelle er­fahre,'. wir: Die Verhandlungen zwischen den Ministern Rathenau uild Loucheur wurden gestern vormittag und nachmtitag in Wiesbaden fortgesetzt und nur zwischen den beiden Ministern persönlich ohne Hinzu- zichung von Sachverständigen. Der Zweck der gestrigen Besprechung war, ein Arbeits Programm auf­zustellen, daß die verschiedenen Fragen der Sach- lieftt ungen. ArbeiLLlritziiage« und

(Meta der GMemmltiin in vderWeßen.

Fest« Haltung des Zwölserausschusies gegenüber einem ungerechtfertigten Verlangen der J.A.K.

Oppeln, 14. Juni. Die interalliierte Kom- «ission stellte die Säuberungsaktion in vberschlesien ein. Als Grund hierfür gab sie den politischen Parteien an, daß der Selbstschutz sich weigert, vor Niederschlagung deS Aufstandes die durch ihn befreiten und beschützten Gegenden zu räumen. Die deutschen Parteien vertreten den Standpunkt, daß c- Aufgabe der interalliierten Kommission ist, endlich ein­mal gegen di« Insurgenten vvrzugehen, .nicht aber gegen bat Selbstschutz, der sich mit Beendigung des Aufstandes selbst auslöst. Die Bevölkerung kann ftch den von ihr selbst geschaffenen Schutz nicht nehmen laffcn, bevor sie durch Taten der Kommission eine Gewähr für die volle Sicher­heit erhält.

Wie die Blätter aus Oppeln melden, hat ztt dem Abbruch der interalliierten Säuberungsakt'on der Streit um die Freigabe des Annabrrges durch den deutschen Selbstschutz die Veranlassung gege­ben. Der 12er Ausschuß der deutschen Parteien in Oberfchlesien, der sich zu General Lerend begeben hatte, um die Bedingungen für die Aufhebung des Selbst­schutzes zu überreichen, wurde von Leroud zur Räu­mung des Annaberges aufgefordert. Nach genauester Prüfung kam der 12er Ausschuß zu dem Bes bluß, daß eine Notwendigkeit für die Räumung des B rg?s nicht bestehe und daß die Forderung ein sichtbares Erttgegen- kemmen gegenüber den Insurgenten bedeute.

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Zwangswirtschaft oder freie Bewirtschaftung.

Bei Beginn der heutigen Sitzung teilte Präsident Lobe auf Grund von Preffenachri'chten mit, daß der Abgeordnete Bias- Beutyen (Soz.) von den Polen v e r - s^ch l e p p t worden ist. Es seien bereits die nötigen Schritte von der Reichsregierung unternommen, um seine Freilassung zu erwirken. Er hoffe, daß diese von Erfolg gekrönt sein werden.

Auf der Tagesordnung flehen zunächst kle ine An­fragen unbedeutender Natur, nach deren Stte* "gung das Haus in die Beratung eines Gesetzentwurf«! Iber die Versorgung des Volkes mit tt eibe eintritt.

Der Entwurf sieht ein Minimum von drei Mill. Ton­nen Getreide für den Bedarf ocr persorgungsbecechügten Bevölkerung tzor, .

Mta Liita.

91adj debatteloser Annahme der Anträge des Geschäfts- ordnnngsausschusses aus Einste^ung deS Strafverfahrens gegen di« Abg. Otter (Unabh.) und Brandenburg (So;.), begründet Otter eine große Anfrage seiner Fraktion, die sich mit dem Grubenunglück, der Explosion auf ZecheKonstantin der Große" bei Bochum beschäftigt. Er ersucht die Regierung um Bekanntgabe bet Ursache des Unglücks, da in der Bcrgarbeiterschast die Meinung verbreitet ist, das Unglück sei durch Nichtbeach­tung bergwerkspolizeilicher Vorschriften hervorgcrufen wor­den. Di« Ursache der meisten Unglückssälle liegt in der Unzuverlässigkeit der Sicherheitslampen. Die Unglücks­fälle könnten erst aus ein kleines Maß herabgedrückt hxnfcen, toenn überall die elektrische Lampe eingeführt toerdc. ' t

Abg. Sabo11ka (Komm.) betont, daß die beste« Sicherhcitsvorschriften keinen Wert hätten, weil die Berg- toerksbcsitzer den Bergleuten nicht einmal die Zeit zur Durchführung der Vorschriften ließe. Der Betriebsrat hätte schon 8 Tage vor dem Unglück aus die bevorstehend« Gefahr hingetvicsen, aber ohne Erfolg.

Nach einer kurzen Besprechung des Ueberalte- rungsgesetzes wird die Weiterberatung auf Mittwochs 12 Uhr vertagt.

Auf der Tagesordnung stehen außer lleincn Anfrage» der Justizetat.

Berlin, 14. Juni. Zu größeren Zusammen­stößen ist es im Laufe des heutigen Tages in Ober- fchlesten nicht gekommen, doch haben die Insur­genten ihre Angriffe auf Zembowitz im Kreise Ro­senberg erneut ausgenommen. In der Gegend von Rosenberg haben sie nach Abzug der ^kngläckder in südlicher Richtung polnische Banden gebildet, die erneut gegen die Abstimmungspolizei und die deutsche Bevölkerung mit Gemalt vorgehen. Es bestätigt sich, datz im Kreise Ratibor die Polen gegenüber der Stadt Ratibor die Ortschaften Maskowitz, Luvasiin und Hotzenbirken geräumt haben.

L o n d o n, 14. Juni. (Reuter.) Auf eine An­frage im Unterhause, ob die deutsche l'egie- rung gegen das Ultimatum der Alliierten an den General Hoefer Einspruch erhoben habe, ant­wortete Chamberlain bejahend. Verneinend be­antwortete er die Frage, ob die Rekrutierung und Abtransport von Verstärkungen für den General Hoefer ungehindert weitergehe.

tob. London, 14. Juni.Evening Standard" erfährt von amtlicher Seite, daß die polnische Re­gierung beschlossen hat, Delegierte nach London, Paris und Rom zu entsenden, um der englischen, französischen und italienischen Regie­rung den Standpunkt derpolnischenRe- g i e r u n g in der oberschlesischen Frage b a r $ u = legen.

Oppeln, 14. Juni. Wie aus Königshütte ge­meldet wird, ist der interalliierten Kommission in Oppeln Anzeige erstattet worden von einem erst heute bekannt gewordenen furchtbaren Mord an dem Oberingenieur Richard Jäger, Prokurist der Ehorzower Stickstoffwerke Art.-Ges. Jäger war am 8. Juni nach Slowentitz gefahren, um seiner in einem Vorort in einer Sommervilla wohnenden sechsköpfigen Familie Geld zu bringen. Unterwegs wurde er von aufständischen Banditen überfallen, in den Wald verschleppt, dort ermordet, seines Geldes beraubt und dann verscharrt.

Berlin, 14. Juni. Nach einer Blättermeldung aus Oppeln erklärte ein in deutsche Gefangenschaft gerate» ner^pvlrnscher Kurier aus dem polnischen Hauvtauartier in Schoppinitz, baß sich im Stabe Kor fantys 5l> pol­nische Offizier« aus Kongreßpolen unb eine Anzahl französischer Offiziere befänden. An reguläre» kongreßpolnischen Truppen seien zur Zeit vier Bataillone in Oberschlcsien. In Schoppinitz werde ein kongreßpolnisches Pionierbataillon zusammengestellt unter der Anleitung von französischen Jnstrullionsossizieren. Da? gesamte Kriegsmaterial für Oberschlesicu werde durch das pülnffche Kriegsministettum geliefert. Ein Haupt­lager für Waffen und Munition sei in Sosnotoice, von wo täglich Waffen- nnd Munitionstransporte in Ober­schlesien «»träfen.

Frankreichs Mittäterschaft.

wb. L o n d o n, 14. Juni. Dem Sonderbericht­erstatter desM anchester Guardian" in Oppel» wurde von italienischer Seite erklärt, datz der einzige Unterschied in den Ansichten zwischen den Franzosen und den Führern der Aufständischen feit Bezug auf den Tag bestand, an dem der Auf­stand beginnen sollte. Die Polen wollten, datz der Lufstand erst beginnen sollte, wenn der Oberste Rat über die neuen Grenzen Beschlüsse gefatzt habe. Die ^Wnzosen waren jedoch für eine Vorwegnahme der kntscheidung des Obersten Rates und für den Be- tzinn des Aufstandes unmittelbar nach der Empfeh­lung der interalliierten Kommission, datz der größte Teil des Industriegebietes Deutschland verbleiben sÄl. Der Berichterstatter des englischen Blattes fährt fort: Der Aufstand wird nicht eher zu Ende gehen, als bis die Engländer und Italiener in der interalliierten Kommission die Vorherrsckiaft haben. Augenblicklich steht an der Spitze der Militärver­waltung Oberst Capus. General Eratier leitet die militärischen Operationen. General Lerond ist der Oberchef der gesamten interalliierten Kommission. Die Aufgabe, den Auf st and zu unter­drück«», befindet sich demnach in den Hän­den von drei französischen Offizie­re n, die in Uebereinstimmung mit der franzöfi- Politik in Oberfchlesien dafür sorgen, datz der Aufstand gelingt. Der Bericht­erstatter erklärt: Bevor nicht dieses Triumvirat ge­stürzt und durch britische und italienische Offiziere ersetzt ist, kann in Oberschlesien kein Friede herr­je». und der Ruin eines grohen Industriegebietes I und das Elend einer gesamten Bevölkerung dauern ; fort. Selbst ein britisches Armeekorps würde nichts ausrichten können, denn unter diesem Triumvirat werden die britischen Truppen dorthin geschickt, wo die Franzosen sie haben wollen, das heitzt, dort, wo sie Korfanty am wenigsten lästig fallen.

Aerztestreik in Oppeln.

Nach einer Bekanntmachung des Oppelner Acczte- dcreins wurde der Arzt Dr. Fremd in der Nacht zum 11. Juni von einem Mitglied« bet französischen Kom­mission ohne ausreichenden Grund verhaftet, be - ; schimpft und auf einer französischen Wache in Gegen­wart eines französischen Offiziers schwermißha^- delt. Infolge dieses Vorfalles erklären die Opvel- (ker Aerzt«, daß fie den MitgliedernderEn- 'ientekonl Mission jede ärztliche Hilfe so­ll angevertveigern, bis eine ausreichend« Genug- isinmg vorliegt.

Raub deutscher Kohlen.

r Cleiwitz, 13. Juni. Seit Beginn de« Auf- .standes bis zum Anfang dies» Monats haben die <. *«usständHchen Kohlen imWertevoneiwa ^Millionen Mar! aus den staatlichen Gruben ^ber die oberschlesische Grenze ge­bracht. Die der polnischen Regierung sofort über- erste Rechnung in Höhe von 3 Millionen ^Mark. ist van Korfanty in deutscher Reichsmar* bc- rportar. Dir Kohlerckefsrungen nach Polen

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Louchours wahrscheinlich Rathenau mit einlaben werde, seinen Plan persönlich oder durch einen Vertreter in der nächsten Sitzung des Obersten Rates zu erörtern.

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