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Heraus mit den Gefangenen!
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Berlin, 11 Juni. Dem „Lok.-Anz." zufolge ist bal Luftschiff „A u son i a", eins der von Deutschland au Italien ausgelieferten Zeppeline im Hangar in Siam» pino vom Sturme gänzlich zerstört worden. j
presse, m aaf Frack 422» 48.
bayerischen Wehren zur freiwilligen Wasftnabgabe — gelungen ist, diese Frist einzuhalten.
Den Blättern zufolge ist die Durchführung der Ent« wafsmmg der ostpreuhischen Orts- und Grcnzwchren zum größten Teil bereits erfolgt . . .
wb. Berlin, 10. Juni. (Amtlich.) Die im „Lok.-Anz." wiedergegebene Ausführung des Forstrats Escherich über die Aufhebung der Organisation Escherich beruht auf unrichtigen Annahmen. Die Durchbrechung der Grundsätze des der^tschen Vereinsrechts liegt nicht nur in der Auflösung der bayerischen Einwohnerwehr und der ost- preußischen Wehren, soweit diese Verbände nach der Entwaffnung friedlich, mit dem Vereinsrecht vereinbarte Ziele verfolgen. Zu dieser Durchbrechung ist Deutschland durch den Friedensvertrag in Verbindung mit der Pariser Note und dem Ultimatum gezwungen und verpflichtet. Das Ultimatum enthält eine gewisse Interpretation des Friedensvertrages, der w>r uns nach Annahme des Ultimatums fügen müssen, selbst wenn dazu das Gesetz vom 22. März nicht ausreichte, was nach dem Gesetz letzten Endes von der Reichsregierung zu entscheiden ist, könnte dies nur dazu führen, daß ein neues Gesetz zur Durchführung des Ultimatums erlassen werden müßte. Daß die Entente die Auslösung der Organisation Escherich nicht gefordert haben würde, wenn sie nicht auf die Liste gesetzt worden wäre, ist irrig. Dies geht schon daraus hervor,, daß General Rollet, wie amtlich schon mitgeteilt worden ist, nach lleberreichung der List« diese jetzt noch für unvoll st ändig hält. Im übrigen hat die Reichsregierung vor der Aufstellung der Liste selbstverständlich über die Bedeutung, die dieser Teil des Ultimatums nach Auffassung der Hauptmächte haben sollte, vorher Fühlung genommen und es dabei an Aufklärung über die Statuten und Zweck der Organisation nicht fehlen lasten. Nach dem Ergebnis dieser Fühlungnahme wie nach dem'Wortlaut des mit dem Ultimatum beendeten Notenwechsels hpt die Reichsregierung den einzig möglichen Schritt getan, in Erfüllung des Ultimatums die Organisation Escherich fristgerecht in die Liste aufzunehmen.
Die Reparationskomwisfion.
Paris, 10. Juni. Ter „Temps" stellt fest, daß die Reparationskommission sich über gewisse Fragen, die den Artikel 235 des Friedensvertrags betrcf»: fcn, ni cht hat einig en können. Es bandelt sich, dabei um die Festsetzung des Preises der von Deutschland, auf dem Wasserwege gelieferten Kohlen und ferner die Verteilung der deutschen Zahlungen unter die Klein» ■ staaten. i
sch'inenfabrik Massest unter dem Eindruck der Nachricht von der Ermordung des Abgeordneten Gareis die Arbeit nieder. Die Vertreter der sozialdemokratischen Parteien beraten zurzeit mit den Gewerkschaften über die zu ergreifenden Maßnahmen.
München, 11. Juni. Ein Flugblatt, das zum Generalstreik aufforderte, wurde von der Polizei am Erscheinen verhindert. Die Technische Nothilfe siebt zum Eingreifen bereit. Der Streikabwehrans- schuß ist in Tätigkeit. Die Industriellen beschlossen, für die Streiktage keine Lohnzahlung zu gewähren. .
Mastenprotestversammlung.
Wie die Blätter aus München melden, haben die bayerischen sozialistischen Parteien um die Genehmigung einer Masseuprotestversammlung unter freiem Himmel nachgesucht, die ihnen jedoch verweigert wurde. Die sozialistischen Parteien rufen trotzdem zu einer gemeinschaftlichen Protestkundgebung gegen die Er- mvrduna Garcis aus, die Sonntag Nachmittag in dem Ansstellungspark stattfinden soll. Nach einer Meldung des „Vorwärts" ist die Ausdehnung des Generalstreiks aus das gesamte Gebiet Bayerns beschlossen worden. Nach einer weiteren Meldung des Blattes (jät das Telegraphenamt aus Befehl der Polizeidirektion alle Fernsprechleitungen nach dem Gewerkschaftshaus, dem Sitz der Generalstreikleitung, gesperrt. Die Poliz« hat im Gcn-erksckaftshaus Hausschuchung nach Streikflugblättern öorqcnomren . Aus den Straßen wurden die General st reikslugölätter beschlagnahmt und die Verbreiter sestgestellt.
Der Ministerrat zur Ermordung.
München, 10. Juni. Wegen Vertagung des zurzeit versammelten Landtagsausschusses sieht sich de Staatsregierung veranlaßt, durch die Presse folgende vom Ministcrrat beschlossenc Erklärung be- kanntzugeben:
„Tie bayrische Staatsregierung gibt der schärfsten Entrüstung Ausdruck über die Freveltat, der in der vergangenen Nacht oer Landtagsabgeordnete G a r e i s zum Opfer gefallen ist. Tie Siaatsregierung bedauert aufrichtig, daß dieser durch hohe Geistesgaben ausgezeichnete Mann durch die ruchlose Tat eines gewissenlosen oder fanatischen Menschen so plötzlich aus dem Leben gerissen worden ist, und spricht dem Landtag und den Hinterbliebenen ihre wärmste T e il n a h m e aus. Leider ist cs bis jetzt nicht gelungen, den Täter festzustellen. Tie Aaatsregierung wird alles aufbicten, ihn ausfindig v machen und die Motive seiner Tat aufzuklären. ' fern Zweck hat die Polizeiverwalrung bereits alte Maßnahmen getroffen unv eine Belohnung von 1000.Mark für die Ermittelung des Täters ausgesetzt. Tie Staatsregierung richtet bei diesem Anlaß erneut an alle Bevölkerungskreis« die ernsteste Mahnung, Ruhe und Bc,onnenheitzubewahren und die Regierung in der Aufrechterhaltung de>5 öffentlichen Ordnung zu unterstützen."
Ter P r ä s i d e n t K ö n i g s ba n er des bayrischen Landtages hat anläßlich des an dem Abgeordneten Garcis verübten ruchlosen Mordes der Fraktion öer Unabhängigen sozialdemokratischen Partei folgendes Schreiben zugesandt: „Tie Nachricht von dem plötzlichen Ableben unseres sehr geschätzten Kollegen, deö Landtagsabgeorkmeten Gareis, der das Opfer eines bubenhaften Mordes geworden ist, hat mich uns alle Kollegen auf das tiefste erschüttert. Im Namen des Landtags beehre ich mich, der Fraktion meine herzliche und aufrichtige Teilnahme an dem schweren Verlust mit der Versicherung anszuvrücken. daß wir alle dem Dahiugeschiedenen ein treues Au denken bewahren werden.
München, 10. Juni. Sämtliche Blätter aller Richtungen verurteilen die verabscheuungswürdige Blucktat an dem Abgeordneten Careis. Viele der Blätter deuten an, daß die Ursache zu dem Angriff auf den Abg. Gareis zweifellos in politischen Motiven zu suchen sei. Gareis , war Studienassessor in Aschaffenburg. Im Landtag 1 hatte gi bald die Führung der U.S.P. an sich genommen.
wb. Kowno, 9. Juni. (Litauische Tel.'gr - Agentur.) Da der Völkerbund darauf beharrt, daß Zeligowski Wilna räumt, kleiden die Polen ganze Truppenteile in Zivil ein, um ihre Pläne weiterführen zu können. In Zivil gekleidete polnische Truppenabteilungen erschc'.nen in letzter Zeit bei Vareny, Rudniki und Jaschuna.
Die „Oberhefiifche Zeitun' " erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich 4.65 Mk„ durch di« Post 5.05 Mt. Ausgabe B mit „Oberh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr.
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OpPeln, 10. Juni. Amtlich wird verlautbar: Ne T ü t i g k e i t der Ausrührer hat heute allge- eein nachgelassen. Bei Zenbowitz rühmen die Polen erneut Sprengungen vor. Im Kreise Oppeln wurden die deutschen Stellungen und dec : Bahnhof Kandrzin von den Aufständischen erneut beschossen. Die Artillerietütigkeit der Pol.n bei Katibor ist schwächer geworden. Die Olsauerbrücke «rrde von den polnischen Banden erneut gesprengt. Bet Studzienna kleinere Schießereien. Die Bevölkerung im Industriegebiet leidet immer mehr unter der Nahrungsmittelknappheit. Mehl, Mich, Zucker, Kartosseln und Gemüse fehlen fast gänzlich. Die Insurgenten führen weiterhin große Mengen der geförderten Kohlen nach Polen aus. Die polnischen Truppen an der deutschen Grenze wurden in den letzten Tagen durch sogenannte Zollbataillone ersetzt.
Tarnouritz geräumt. — Maffenerkrankungen im Industriegebiet.
Wie das „B.T." aus Beuthen meldet, wurde karno!vitz gestern nachmittag von den bewaffneten Polenbauden geräumt Der in der Stadt durch die Insurgenten ungerichtete Schaden ist groß. Im Norden er polnischen Fronte wo die Engländer vorgegangen M, ziehen sich laut „Vofs. Ztg." bif Insurgenten unter Mitnahme ihrer Artillerie und ihres Trains langsam zurück. Die Blätter melden, daß in den Städten des Industriegebiets infolge der dort herrschenden Rotla.ge M as?enerkra n kungeu an Ruhr und grieye vorgekommen sind. Besonders das Kinderelend ist infolge des Milch -rind Lebensmittelmangels beispiellos. In Benthen wurden da- Eiseubabnmaschinenamt und d-S Bewicbsamt von den Insurgenten gestürmt. Ter vtersekretär Krämer wurde in Gegenwart von sranzösi- fi&eir Posten verschleppt.
RWMkWfim!.
19. Sitzung, Freitag, den MO. Juni, ' vormittags 9l/»U&r.
Berlin, 10, 6. Das Haus setzt zunächst die Bc» ratuug des Branntweinmonopols sort. ;
Aus eine Anfrage des Berichterstatters Untucht, ob den Mortopoloestrebungen von Seiten der Entente Schwierigkeiten int besetzten Gebiete bereitet wurden, erklärt ein Regieruugsvertreter, keine erschöpfende Avskunkt gebet, zu können, da das Material noch nicht zu beschaffen war. Von dem Bestehen eigener Monopolbeflrebungetz in den besetzten Gebieten unter Billigung der Entent« hätte man bisher nur aus Zeitungsmeüniugen etwas erfahren. Tatsache sei, daß die Entente bereit sei, große Alkobolvorräte ins Land zu bringen.
Ein zweiter Regicrungsvertreter gibt zu, daß von Seiten der Entente unseren Monopolbcstrebunge» Schwierigkeiten durch Behinderung der Brennereien bereitet würden. Der neue BrauntwrinmonopolentwuH wird sodann mit der Abänderung angenommen,, daß di» Essigessenzindustrie dem Gärungsessig wieder glcichgestM wird unter Aushebung des früheren gegenteilige» Lk jchlusses.
Die Organisation des Aufstandes.
Berlin, 10. Juni. Ueber die Organisation des p olnifchen Aufstandes und des Ausstän- dischcnheeres schreibt der Sonderberichterstatter des »Przglad" Wieszezerny in der Nummer voin & Juni: Die geheime oberschlesische Kampforganisation rechne dHon seit Monaten mit der Möglichkeit, eines dritten Aufstandes. Die dortigen Agitatoren, demobilisierte Hallersoldaten, gewesene Soldaten der preußischen Armee, Polen und Mitglieder der Apo waren alle riitgeioeiht. Alle Kreise Oberschlesiens seien von bett Aufständischen organisiert. Ständige Stäbe, bestehend ans Offizieren und Unteroffizieren der deutschen Armee polnischer Nationalität leiteten die Organisation.
Ungeheure Zahl von Flüchtlingen.
Berlin, 10. Juni. Die Zahl der oberschlesischen Flüchtlinge, die ihr Heim und ihre Arbeitsstätte verloren haben, beträgt in den Kreisen Cosel 2323, Kreuz- burg 466. Leobschütz 270, Oberglogau 665, Oppeln 2200, Ratibor 775. Biel größer ist die Zahl der Flüchtlinge, die bei Arbeitsstätten allein verloren hab eit. Sic beträgt in ben Kreisen Cosel 2510, Kreuzburg 1626, Leobschütz 1050, Oberglogau 4636, Oppeln 2300 imd Ratibor 4078.
Französische Entstellungen.
wb. Paris, 10. Juni. Der Notenaus- taujch zwischen Paris und London über die oberfchlesifchc Frage dauert an. Nach dem „U5 e t i t Parijicn" habe die französische Regierung auf das am Mittwoch vom englischen Auswärtigen Amt eingegangene Schreiben geantwortet, daß Frankreich stets alte Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der Ordnung auch weiterhin beharren «erde, daß sie aber die Polen genau f o b e - handeln, wie die Deutschen (?), ba beide Teile die gleiche Verantwortung für die gegenwärtige Lage trügen. Das Blatt bemerkt weiter, von einem Niederschlagen des polnischen Aufstandes und der Ausrechterhaltung der Bewassnung der Streitkräfte des Generals Höfer könne nicht die Rede fein. Dabei behauptet das Blatt, daß sich die Polen folg- sm in die Weisung der Alliierten geschickt hätten, uäbrenb deutscherseits noch immer Zwischenfälle orgerufen würden (?). — Auch Pertin-x -erlangt im „Echo de Paris" die gleiche Behand- liing der Korfänty-Soldaten wie der des Generals Höfer. Die letzteren seien in Regimenter eingeteilt, würben nach preußischer Art geführt und seien Vorposten (Avantgarde) der deutschen Revanche. „Aber diese Revanche wird schnell an uns zerschellen." Die englische Rote gebe zn zahlreichen Bor- '^rtzskte» SieiättlaÜMiie,juaiutitMbaW.weil iw
Anüliches Verkündigungsblatt des Kreises Muburg.
Anzeiger für (das früher kurhefsische) Oberheffen
10 01 auf Ich lag, amtliche und auswärtige 1.20 ML Andere Spaltenbreiten nach
entinreckender Berechnung. Spät einlaufende oder den Raum über I, Seite em- nebmende Anzeigen find wir berechtigt, nach der Terfipaltenbrett« zu setzen und zu berechnen. Sogen. Reklamen berechnen wir die Zeile mit 3.00 ML Jeder Rabatt cHU als Barradatt. Bei Auskunft durch die Geichäftssteüe und Bermittlung der.
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Ak MMW des Adzestdieien Eareis.
Dreitägiger Generalstreik in Bayern.
München, 10. Juni. Der Aktionsausschuß der Betriebsräte sowie die drei sozialistischen Parteien haben heute abend den E e n e r a l st r e i k beschlossen, der heute Mitternacht 12 Uhr beginnen und bis Montag den 13. Juni dauern soll. Die Straßenbahn wirb nicht verkehren. Ueber die Haltung der Eisenbahner liegen noch keine nähe/:» Mitteilungen vor. Auch die Zeitungen werden nicht erscheinen. WiWverlauset, dürsen die lc- lebenswichtigen Betriebe während der Streittage ausrechterhalten bleiben.
B e . I i , 10. Jtuu. Wie der „Vorwärts^ -UiL Wüuche» meldet, legiert die Arbeiter der Ma-
Nr A«r!Nk!M des WM«.
Die Entwaffnung.
B c r t i n, 10. Juni. Gestern tief die von der üiier- alliierten Kontrollkommission gefetzte Frist zur Ablieferung der s ch w e r e n u n b eines Teiles der leichten Waffen der Einwohnerwehren ab. Es laßt sich jetzt bereits sicher übersehen, daß cs. —• namentlich in Verfolg der EntfchlicHuug der
die Autorität der interalliierten Kommission wiederhergestellt zu sehen wünsche, um gegen die Polen vorzugehen, während in Wirklichkeit die Banden des Generals Höfer die Avsständ-fchen feien. — Zur Frage der Botschafterkonferenz und des Zusammentritts von Sachverständigen meint Pertinax, daß die Haltung des britischen Kabinetts niemals gewechselt habe und glaube, baß tdahr- Icheinlich auch bte der französischen Regierung nicht mehr wechseln werbe.
Briand über Oberschlesten.
• Darts, 10. Juni. lotete nachmittag hat der Devu- tierte Paul Escudier dem Kammerausschuß für auswärtige Angelegenheiten Bericht über die Unterrcbun1' erstattet, die die Abordnung des Ausschiifies mit dem niZmstervräfidenten Briand beute vormittag über das Orientproblem und die oberschlesische Frage hatte. Briand hab« bezüglich des Orients und Angoras erklärt, die Verhandlungen würden unter Bedingungen fortgesetzt, di« eine günstige Lösung erhoffen ließen. Betreffs Oberschlesiens bemühe er sich, die Autorität der interalliierten Kommission wieder herzustellen und ihr zu ermöqtithen, ihre normalen Machtbefugnisse gegenüber ben beiden Gruvven der Aufständischen voll und ganz auszuüben. Auch in dieser Frage ließen die zwischen den Regierungen im Gange befindlichen Verhandlungen glückliche Ergebnisse erhoffen. Er seiner srits bleibe dem Geist und dem Buchstaben des Frie- densvertrages treu, und er glaube nicht, daß man daran denken könne, ihn zu verletzen. Der Ministerprätsd-nf erklärte, aus jeden Fall müßte er angesichts des gegen «artigen Äandes der Dinge um einen Aufschub von einigen Tagen bitten, bevor er sich vor dem Ausschuß zweckmäßig über die beiden ftaglichen Punkte äußern könne.
Nicht schießen!
London, 10. Juni. „Times" berichtet aus Oppeln, es handele sich für die alliierten Truppen nur um die Frage, ob sie berechtigt feien, wenn nötig zu schießen. Die Franzosen hätten jedenfalls Befehl, nicht zu fchießen, und die Polen wüßten bas. Wenn bie Engländer bei de: Anwendung entschloßener Maßnahmen sich keinerlei Gefahren aussetzen wollten, dann sei es schwer zu verstehen, weshalb sie jetzt nach Oberschlesten schickt worben seien.
London, 10. Juni. Die „T i m« s" berichtet aus Oppeln, es scheine ernste Gefahr zu besteben, daß man die oberfchlefische Tragikomödie, bie bereits 5 Wochen dauere, ab infinitum weitergehen lasse. General Lcrond, der sowohl von englischem wie auch von italienischem Militär unterstützt werbe, erklärte, trotz der britischen Verstärkungen seien bte alliierten Truppen immer noch zu schwach, um bie Ordnung wieder herzustellen. .Der „Times"-Berichterstatter erklärt, bie Lage sei so, daß d-.e FranzvsendicPolennichtals Insurgenten ansehcn und nicht bie Demütigung anerkennen wollen, der die französischen Truppen gemeinsam mit ihren Alliierten ausgesetzt seien.
Zeligowski und Oberschlesten.
rob. Kowno, 9. Juni. (Litauische Tel >gr. Agentur.) Die Z e l i g o w s k i - R e g i e r u n g hat in Wilna neue Postwertzeichen herausgegeb-i:, deren Ertrag zur Unterstützung der ober schlesischen Aufrührer bestimmt ist. Die Marken sind mit der Aufschrift: „Für Oberfchlesien" - (2 c*) versehen.
Einhelliger Protest gegen die Zaugsmatznahmen.
Sämtliche Parteiendrs Rheinlandes von der Deutfchnationalen Bolkspartei bis zur Sozialdemokra» tischen Partei haben in einer gemeinschaftlichen Tagung in Königswinter eine Entschließung gefaßt, in der gegen die Zwangsmaßnahmen am Rhein protestiert wird. Es wird ans die zuriehmende Arbeitslosigkeit infolge der Zwangsmaßnahmen hingewiesen. Auch gegen die Aeuvcndung schwarzer Trappen und die Berinehrung ber Belatzungstruppen wird schärfster Protest erhaben.
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