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GßechM Bettung

Amlliches VeMMgungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

Die „Odrrhesitjch« Z ei tuns' erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich

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4.65 Mk^ durch die Post 5.05 Mk. Ausgabe B mit „Oberh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr.

0* 133 Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. — ™*e 1 Berlag von Di. T. Hitzeroth. — Druck der Unio.-Buchdruckerei von Job. Ang. Koch,

Markt 21/23 — Fernsprecher 55, - Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Mai«.

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56. Silitl.

1921

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für eine Konferenz, die über das Schicksal Ober- sfchlefiens Beschluß fassen' sollte, gemacht worden

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Studentenkundgebung für Oberschkefien.

Fd. Frankfurt a. M., 9. Juni. Die Frank­furter Studentenschaft hat gestern nach einer über­füllten Versammlung in der Aula der Universität unter begeistertem Beifall folgende Entschließung an­genommen:

Tie versammelten Professoren und Studenten der Universität Frankfurt am Main protestieren einmütig gegen die VerLewoltigung Oberschlesicns durch Polen und -erwarten von der Reichsregierung, daß sie sich nachdrücklichst dafür einsetzt, daß die durch das Er­gebnis der Volksabstimmung, die geschichtlichen Lei­stungen und die wirtschaftliche Unzertrennbarkeit ge­schaffenen Rechte Deutschlands auf Oberschlesien in der Welt anerkannt und jedem fremden Einfall gewahrt

4 1.1

iS 2. «u» er loehmr» ! an di« midiajt ruijia.

Betriebsratsmitglieder in den Auffichtsrat.

Zunächst wird die Spezialdebatte über den Gesetzent­wurf über die Entsendung von Betriebsrats Mit­gliedern in den Aufsichtsrat eröffnet.

Aufhäuser erläutert den vom Ausschuß beschlosse­nen Absatz 2 des § 1. Beabsichtigt sei damit lediglich die Umgehung des Gesetzes durch Umbenennung des Aussichts­rates unmöglich zu machen.

Geheimrat Schwarz (Arbeitgeber) bittet um Strei­chung des Abs. 2. Wenn eine G. m. b. £>. die Abschaffung des Äussichtsrats beschließe, so sei das keine Umgehung des Gesetzes.

Die Abstimmung über den Acbeitgeberantrag aus Streichung des Abs. 2 bleibt zunächst zweifelhaft. Der Hammelsprung ergibt die Ablehnung des Antrages nid 101 gegen 90 Stimmen. Es bleibt also bei der Fassung des Ausschusses.

Zum §6 liegt ein Arbeitgeberantrag' vor, wonach die Betriebsräte im Aufsichtsrat nur die Interessen der Arbeitnehmer vertreten sollen, während nach der Ausschußfassung die Betriebsräte den übrigen Aufsichts- ratsnütgliedecn gleichgestellt sein wollen.

Prof. Dr. Francke, der Vorsitzeiwe der Gesellschaft für soziale Reformen, appelliert andre Einsicht der Arbeit­geber, am sie zur Zurückziehung ihres Antrages zu veran­lassen. Die Arbeitgeber sollten in der jetzigen kritischen Zeit ihren nutzlosen Widerstand gegen die zeitgemäße Forderung der Gleichberechtigung aufgeben.

Urban (Angestrlltenverband -empfiehlt einen neuen Antrag, wonach die Betriebsratsmitglieder im Aufsichts- rat von der zivilrechtlichen Haftung befreit sein sollen.

Nach Erledigung der Debatte ziehen die Arbeitgeber ihren Antrag zurück: die Arbeitnehmer ziehen ihren Antrag gleichfalls zurück und 83 wird in der Ausschußsassung angenommen. Der Rest des Gesetzes wird in der Fassung des Ausschusses angenommen.

Kommerzienrat Untuch t erstattet hierauf den Be­richt des sinanzpolitüchen Ausschusses über das Brannt- weinmonopol. Der zur Vorbereitung eingesetzte Sonder­ausschuß empfiehlt, da die Regierungsvorlage die Macht­stellung der Monopolverwaltung in viel zu weitgeheichem Maße verstärkt, eine Verstärkung des Einflusses der Bei­räte und der Gewerkschaften auf die Monopolverwaltung. Der Beirat soll nach seinen Vorschlägen aus 26 Mitglie­dern bestehen. Der Ausschuß lehnt ferner chie Bestimmung der Regierungsvorlage ab, wonach die Monopolvcrwal- tung nicht nur wie bisher einfach Trinkbranutweiu, sondern auch in Zukunft auch Verschnitte von Kognak, Arrak und Rum, sowie gesüßten Branntwein Herstellen soll.

Da das Ministerium keinen Vertreter zur Beratung entsandt hat, wird die Verhandlung des Gegenstandes abgebrochen.

Syndikus Dr. Häckel empfiehlt dann als Bericht­erstatter des Unterausschusses für ländliches Sied­lunaswesen Anträge, die im wesentlichen folgendes erstreben: die Rcichsmittel für Siedelungsbauten sollen besonders zur Beschaffung von Landarbeiterwohnungen verwandt werden. Die Erträgnisse der Wohnungsabgabe sollen restlos dem ländlichen Siedelungstvesen nutzbar ge­macht werden. Die ländlichen Siedelungsbauten sollen steuerlich bevorzugt, die verfügbaren Truppenübungsplätze zu Siedelungszwecken bereitgestellt, dagegen soll verhindert werden, daß in einzelnen Ländern gut bewirtschaftete Güter ganz oder teilweise enteignet werden. Schließlich soll die Moorkultur gefördert und durch Finanzierung der ländlichen Siedelungen erweitert werden.

Bürgermeister B c l i a n begründet einen Abäuderuugs- autrag, wonach die aufgebrachten Mittel dort verwandt werden, wo sie aufgebracht werden. Nach kurzer Debatte werden die Ausschußanträge mit dem Antrag Belian rngenommen.

Direktor Dr. W u s s 0 w begründet als Berichterstattei des Berkehrsansschusses einen Antrag, der die Festlegung einer H'"chsthasksumm? im Neichshaftpslichtgesetz verlangt Der Antrag wird angenommen.

am die deutschen Insurgenten zurückzutreiben, wäh- -«nd französische Truppen ihre frühere Nolle in Hberschlesien unter Kontrolle der polnischen Jnsur- tzcuten weiter führten? Chamberlain erklärte, die britische Regierung sei bereit zu einer baldigen Konferenz. Es seien jedoch noch keinerlei Vor­kehrungen dafür getroffen worden, da andere Teil­nehmer an der Konferenz dafür noch nicht bereit seien. Britische Truppen in Oberschlesien Hilfen mit den übrigen alliierten Truppen bei der Wiederherstellung der Ordnung zusammen. Zwi- Wen den britischen Truppen und dem deutschen kelbstschutj sei es zu keinerlei Konflikten gekommen. Die zur Unterdrückung des polnischen Aufstandes durch die alliierten Truppen notwendigen Aaß- »ahmen werden augenblicklich erwogen. Chamber- 6in teilte dann mit, daß über die Frage der eng­lisch - f r a n z ö s i s ch e n Allianz ohne Betei­ligung Amerikas nicht beraten werde. Wenn ein solcher Fall sich ergeben sollte, würde das Parla- ■tennt bestimmt gehört werden.

Darnowitz von Aufständischen besetzt. — Kattowitz schwer bedroht. — Erfolge des deutschen Selbst­schutzes.

E V e r l i n, 9. Juni. Wie die Blätter aus Oppeln Melden, spielten sich seit Montag Nacht in Tarno- toitz heftige Kämpfe ab. Polnische Insurgenten bran­digen unter dem Schutz des Feuers eines Panzerzuges in

Botschafter, daß nach den gestrigen Nachrichten aus Berlin es sich um ein Versehen der Soldaten des Generals Höfer handele, di« die französischen Soldaten für polnische angesehen hätten. Der Minister­präsident machte dem Botschafter energische Bor- Haltungen und erinnerte ihn daran, daß die Wiederherstellung der Gewalt der interalliierten Kom- niission mit dem Abmarf chder deutschen Formationen zusammenfallen müsse. - ; L.

polnischer Artillerie beschossen werde, die italienische Artillerie die polnischen Stellungen in Hohenbirken, Lukon, Siryn und anderen Orten vor Ratibor eben­falls unter Feuer zu nehmen. Tie Insurgenten gaben darauf das Versprechen, Ratibor nicht mehr mit Ar­tillerie zu beschießen. " ,

Englands Eingreifen.

London, 9. Juni. Wie Reuter aus maßgebender Stelle erfährt, ist der Vorschlag der Errichtungeiner neutralen Zone zwischen Polen und Deutschen in Oberschlesien als undurchführbar ausgegeben worden. Obwohl der Bericht Sir Harold Stuarts bis jetzt noch nicht abgeschlossen ist, ist die englische Regie­rung doch im Besitze genügender Nachrichten, um die Neberzeugung zu gewinnen, daß die ersten Schritte zum Frieden in völliger Wiederherstellung der Autorität ber interalliierten Kommission bestehen- müssen. Ms jetzt ist dies an dem Unvermögen gewisser militärischer Mit­glieder der Kommission gescheitert, die zu ihrer Verfügung stehenden Truppen gegen die Insurgenten zu gebrauchen, sobald die Umstände solches erforderlich machten. Ob gleich es nicht der Wunsch der englischen Regierung ist, Streit­kräfte anders als in dem Fall zu gebrauchen, daß er durch­aus erforderlich ist, hat der englische kommandierende Offizier freie Hand und die Autorität der Kommission wird aus diese Weise in zunehmendem Maße gekräftigt, falls seine Kollegen in eine ähnliche Stellung versetzt werden. Reuter weist darauf hin, daß ein englischer Militärzug in der Nähe von Gleiwitz von Insurgenten aufgehalten sverbe und erst weiter fahren konnte, nachdem ott Er- Erlaubnis Korianths eingeholt war. Die Unerträglichkeit solcher Verspottungen der Kommission wird allgemein an­erkannt und man glaubt, daß die Beschränkungen bezüglich des Gebrauchs der Streitkräfte in Kürze aufgehoben werden, um eine vollkommene Zusammenarbeit der Alliier­ten in Oberschlesien zu erreichen. Eine in diesem Sinne abgesaßte Note ist nach Paris und Rom abgesandt worden. Obgleich eine Antwort noch nicht eingehen konnte, zeigen die letzten Telegramme, daß die örtlichen Vertreter der beiden Regierungen dem britischen Standpunkt zustimmen. Inzwischen ist in der Anschauung der englischen Regie­rung eine Aenderring nicht eingetreten, daß ein baldiges Zusammenkommen des Obersten Rates von großer Be­deutung ist. Es ist wahrscheinlich, daß die Idee einer Zusammenkunft von Sachverständigen nicht verwirklicht werden wird.

England fordert die Räumung de» besetzte« Gebiets.

Paris, 10. Juni. Auf den ersten Bericht des englischen Regierungskommissars Stuart aus Ober­schlesien ließ England dem polnischen Auswärtigen Amt eine Mitteilung zukommen, daß nicht eher die Ordnung wieder hergestellt sein würde, bis nicht die polnischen Insurgenten die Stellungen verlassen würden, die sie mit Gewalt besetzt halten.

Kreis Rosenberg frei von Insurgenten.

Oppeln, 9. Juni. Amtlich wird mitgeteitt: Der Kreis Rosenberg ist von den polnischen Banden zum Teil geräumt worden. Die Ortsch asten Coselwitz, Skronskau, Costallitz, Schönwald, Mschdorf, Oroschau und CJstrzigowitz sind frei von Insurgenten. Bei Zembowitz wurden durch polnische Angriffe gestern Kämpfe hervorgerufen, die auch heute noch anbauern. Amalienhof, Neudorf und Pruskau wurden durch polnische Artillerie beschossen. Im Kreise Ratibor und Niedane von polnischer Artillerie beschossen. Ein von Lucasino ver­stoßender polnischer Pauzerzug konnte außer Gesicht ge­fetzt werden.

Die „Times" über die französtsche Politik de» Geschehenlassens.

London, 9. Juni. Tie „Time s" meldet au? Kattowitz, es fei zwecklos zu erwarten, daß das Ein­schieben britischer und französischer Truppen zwischen die polnischen und deutschen Kämpfer weitere Zusammen­stöße zwischen beiden verhindern-werde. Die Anwesenheit der britischen Truppen habe bisher keine Aenderung in der französischen Politik de s Geschehen­lassens hervorgerusin. Die Städtedes In - dustriegebietes lasse man nach und nach aus stan- zösischer Hand indieHändederoberschlesi scheu Ans ständischen gleiten. Trotz des Ehrenwortes des französischen Generals de Brandes, daß Gleiwitz, wo sich mehrere Tausind Mann alliierte Truppen befinden, von den Aufitändischen nicht angerührt werden solle, kämen die Polen und feuerten ihre Gewehre regelmäßig unter den Augen der französischen Posten ab. Alle Anzeichen deuteten darauf hin, daß die Polen die Absicht hätten, Gleiwitz demnächst $u nehmen. Die Besetzung irgend einer Stadt durch die Polen bedeute, wie die „Times" weitH erfährt, bei ihrer augenblicklichen Disziplinlosigkeit Unruhe und Plünderung, Raub und Mord. Der Berichterstatter schließt: Mit alfebem könne in wenig Tagen Schluß ge­macht werden, wenn die Alliierten energisch und ge­meinsam handeln würden. Man müsse dann jedoch den Truppen die Erlaubnis zum Feuern geben.

Dr. Mayer drückt in Paris das Bedauern der Regierung aus.

Paris, 9. Juni. Der deutsche Botschaf­ter besuchte heute Vormittag den Ministerpräsident Briaud, dem er das Bedauern seiner Regie­rung über den Zwischenfall aussprach, dessen Opfer am vergangenen Dienstag eine französische Patrouille in Oberschlesien wurde.

Paris, 9. Juni. Wie Havas m«Ü>et, erklärte

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Amerika.

Die amerikanischen Truppen bleiben im Rheinland,

P a ris, 9. Juni. Aus Washington wird ge­meldet, daß der Senat einen Antrag aügelehnt hat, demzufolge die amerikanischen Truppen im Rheinland innerhalb dreier Monate zurückgezogen werden sollten.

Jet MW VMM in LbttWeßen.

Beuthen, 9. Juni. Die Lage ist unver- tnd ert. In N i k 0 l a i ist alles ruhig. Die Fran­ken sind noch nicht abgerückt, sie sind aber in Marsch- hereitschaft. In Hindenburg ist die Lage eben- ffistls unverändert. Gestern traf eine Kompagnie polnischer Jnsu rgenten in Hindenburg ein. |it in der neutralen Zone ausgeladen wurde. Kne Abordnung der Bürgerschaft protestierte hier- Mgen, wurde aber beim Kreiskontrolleur n,cht zuge- lessen. Nachtv über herrschte in der unmittelbaren Umgebung der Stadt eine heftige Fenertätigkeit durch die Jnsurgentc... Diese versuchten von verschiedenen Seiten aus in die Stadt eiuzudringen, doch wurde der gngtiff abgewiesen, wahrscheinlich durch die Fran- ^zofen. Auch in Köuigshütte ist die Lage unverändert.

London, 9. Juni. Im Unterhaus fragte Oberst Wedgwood, ob irgendwelche Vorbereitungen

Deutsch-Oesterreich.

: wb. Wien, 9. Juni. In der gestrigen Sitzung des christlich-sozialen Parteitages gab Bundeskanzler Mahr zu, daß die Regierung schwach sei. Sie könne ncht anders sein, weil ihr Fundament viel zu schwach sei. Die Regierung, sagte er, ist das Produkt der christlich-sozialen Partei, die nicht die Mehrheit im Nationalrat be- - sitzt, und darauf eben kommt es n. In der Aus­sprache ist anerkannt worden, daß in den auswär­tigen Beziehungen manches erreicht wurde. Ich gestehe offen ein, daß mir zur Freude gereicht, er­möglicht zu haben, mit auswärtigen Mach- > ten in guteBezie Hungen zu gelangen. Jetzt aber beginnt die Arbeit, auch in unseren auswär­tigen Verhältnissen, ungemütlich zu werden. Ich gebe mich der Hoffnung hin, daß die auslän­dische Kreditaktion zustande kommt. Seit kurzem setzt überall ein Widersachertum ein und tontet» miniert selbst die besten Absichten. Wenn ich in einem Teile der Presie lesen muß, daß meine We­nigkeit etwa gar von den Ententemächten Droh­noten gegen die Abstimmung erbettelt, so ist das ein so albernes und verleumderisches Geschwätz, daß ich darüber eigentlich kein Wort verlieren möchte. Ich erbettelte nicht nur nichts, sondern • achte von allem Anfang an in unzähligen Noten und Besprechurgen den Großmächten und der kleinen (Entente die Rechtslage klar, legte die Gründe sowie die Stim­mung der Bevölkerung dar, die ?.ur Tiroler und Salzburger Abstimmung geführt haben. Meinen Bemühungen gelang es, für beide Abstimmungen Indemnitäten zu erreichen. Die Drohnoten jedoch kamen spontan, je mehr die Aufregung wegen der Abstimmung bei der kleinen und großen (Entente, wu&s. (Anhültender^BMall^ — Atzg. KuysHok

Marburg Mill, de» 11.3nni Brachmond

Frankreich.

Paris, 8. Juni. Havas meldet: Die Verhand­lungen d«S belgischen Ministers Jaspar mit Briand und Loucheur über die wirtschaft­lichen Fragen fanden auf Grund ber neuen fran­zösischen Zolltarife statt. Jaspar besprach mit Briand die politische Seite der Frage. Ein gruicksätzlicheS Einverständnis sei erzielt worden. Schon morgen würden die belgischen Sachverständigen in Paris ein­treffen, um sich mit den französischen Sachverständigen über den neuen Koeffizienten, der zur Anwendung kommen soll, zu besprechen. Was die Priorität der belgischen Forderungen bei bei Teilung der deut­schen Zahlungen anbetreffe, so seren Gründe vorhan­den, daß Jaspar auf den besonderen Vorteilen bestehen .bleiben werde, die der Friedensvertrag Belgien zu- spreche. Diese Frage werde übrigens mit dem belgischen Finanzminister demnächst im Beisein der englischen Sachverständigen besprochen.

Französisch-polnisches Handelsabkommen.

wb. P a r i s, 9. Juni. Nach einer Havas-Mel- dung wurde gestern das Abkommen eines Zollregimes zwischen Frankreich und Polen abgeschlosien. Nach diesem Abkommen ge­nießt Frankreich die Behandlung der meistbegün­stigten Nationen. Es enthält auch Bestimmungen über Geschäftsreisende, über den Schutz der Fabrik­zeichen und llrsprungsbenennung. Es sind bereits alle Vorkehrungen getroffen, welche die Gründung und Entwicklung von französischen kaufmännischen und Finanzgescllschaften in Polen betreffen.

Abrüstung! — Frankreichs EchifssbanprogramM.

wb. Paris, S. Juni. Die französische Kammer begann heute die Generaldebatte über da» Schifssbauprogramm. Nach sielen Ver­handlungen der Marinekommiffion hat man sich datzin geeinigt, vom Parlament Kredit zum Bau von fünf Panzerschiffen Typ „Normandie", drei leichten Kreuzern, sechs Tor­pedojägern, 12 Torpedobooten und 12 Unterseebooten zu verlangen, außerdem einen Kredit für die Umwandlung des Panzer­schiffes „Berne" in "ein Flugzeug-Mutterschiff.

______ ‘ !einige Straßen ber Stadt ein und verübten Plünde- i« tun gen. Ein« aus Bürgern der Stadt und Flücht-

iufen: itohkarra Defen ochrn alter id. 42M Scheid «nasse 2. ■ -

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»stellt ‘feien und ob britische Truppen gebraucht würden,

fingen gebildete Selbstschuhkompagnie drängte die Jn- ßtrgenten bis an die Ausgänge der Stadt zurück. Sie französische Besatzung verhielt sich v0lV körn men passiv. Nachdem die Insurgenten gedroht hatten, die Stadt mit Geschützen zu beschießen, fre­isten sie am Dienstag abend Tarnowitz. Auch Ka110 - toi h befindet sich in ernster Gefahr. Es fanden schwere Beschießungen der Stadt statt, woran drei pol- Rische Panzerzüge sich beteiligten. Nach dem .Berliner Tageblatt" verlautet, daß englische Stoß- kuppen gegen Königshütte und Tarnowitz eingesetzt 7 find, um beiden Städte von den Polen zu befreien.

Kattowitz, 9. Juni. Die letzte Nacht gehört zu den schwersten, die Kattowitz seit dem Aus- frruch des Aufstandes erlebte. Nach der Nikolaistraße tourden nachts aus dem Belagerungsviertel etwa 3000 Schutz aus Gewehren, sowie Maschinengewehren ab- V »geben. Unter Maschinengewehrfeuer lagen 1 '»ch die Holteystraße, die Emmastraße und die Heinze- 'taße. Tie angerichteten Schäden sind beträchtlich, "an ernmrtct, bäft >ie Etogl ander heut« oder borgen in Kattowitz kinttzKe«. Heimkehrer von der Insiirgentenfront bestätigen, daß Kandrzin den Solen verloren ging und daß der Koseler Hafen, lljest und Slawentziz durch den oberschlesischen Älbst- fchutz wieder genommen worden sind. Die Kämpfe "baren sehr erbittert. Die polnisch-oberschlesischen Or­ganisationen erlitten schwere Verluste. Verschiedene Compagnien wurden zu Zweidrittel bis Dreiviertel 'usgerieben.

Beschießung Ratibor».

Ratibor, 9. Juni. Ter Magistrat der Stadt Ratibor fanbte an bie interalliierte Kommission fin Telegramm, worin er fordert, daß der dau­ernden Beschießung durch die Geschütze der Insurgenten Mort Einhalt geboten werde. In der gestrigen Sitzung 'S 12er Ausschusses zu Oberglogan versprachen nach

Hinweis des Vorsitzenden Karl Ulitzka, General vifer und der anwesende Oberst Salvioni bei ber ^eralliierten Kommission vorstellig zu werden, daß rücksichtslosen Treiben der Insurgenten entschie- entgegen getreten wird . Wie ber italienische Kreis- ^ntrasieur Major Jnoreo mitteilt, hat Oberstleutnant Aiglio. der Kommandant der italienischen Truppen fofeborg, font Insurgenten durch Parlamentäre mit- daß falls die Stadt Ratibor weiterhin von

Kräfte einen Antrag, der die Reichsregierunz ersuch^ Mittel bereitrustellen zur Schulung der Betriebsräte And wirtschaftlichen Pioniere aus allen Volksschichten. Da Antrag wich debattelos angenommen. Nächste Sitzung Freitag 91/, Uhr. Schluß nach 2 Uhr.

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