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NmUiches BerkünLigungsblatt des Kreises Marburg.

Anzeiger für (das früher kurheffifche) Oberhessen

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«f jjl Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. * Verlag von Dr. L. Hitzeroth. Druck der Aniv.-Buchdruckerei von Joh.Aug. Koch,

Markt 21,23 Fernsprecher 55, - Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

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furgenten bedeuten. Mit Rücksicht auf das bedeu­tende Kulturwerte vernichtende Vo gehen der pol-

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"lkerung des etwa geräumten Gebietes würde ' > dem polnischen Terror völlig preisgegeben.

Regierung hoffe, daß die Ankunft der britischen Regierung hierzu beitragen werde, daß der neue englische Kommissar baldigst seiner Regierung Be­richt erstatten werde, damit sie sich vollkommen Auf­schluß über die Lage in Oberschlesien geben könne.

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56. 3M 1921

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Di«Oderhessiskhe Zeitun' erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich 4.65 Mk^ durch die Post 5.05 Mk. Ausgabe B mitOberh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr.

ding der alliierten Mächte bei der Wiederherstel­lung der Ordnung in Oberschlesien zu unterstützen, s» würde eine dahin gerichtete Mitarbeit durch ein

von der interalliierten Kommission ««'gedrohte Maßnahme die Entfesselung eines allgemeinen « Bürgerkrieges unvermeidlich sein. Wenn auch die

preisgeben würde. Damit würde aber du"ch die

diese Entstellung protestieren. Was ich unter national verstehe, ist, daß ich in erster Linie ckrst Deutscher bin, dann Parteipolitiker, erst Deutscher dann Arbeiter, er st Deutscher, dann Staats­bürger. Bei den breiten Massen ist diese Auffassung leider nicht selbstverständlich, deshalb muß sie einmal betont werden. (Proteste links, großer Lärm «nb Zwischenrufe.) Erst wenn wir wieder einen festge­fügten Staat haben, können wir im Interesse der Ar­beiter Bolkspolitik treiben. Der Grundgedanke der« Friedensresolution findet noch heute meinen Beifall,' nicht aber die Art, wie diese Resolution in die Tal; umgcsetzt wurde. Das werde ich auch in feder Arbeiter-^ versamlulung bekunden. Was der Arg. Hellmann über' die Steuern sagte, kann mich nicht erschüttern. Meine Ausgabe ist die, den Staat erst einmal wieder fest auf die Beine zu stellen. Geht das nicht, dann kann ich meine Aufgabe eben nicht lösen. Auch heute stehe ich noch auf dem Standpunkte, daß eine Anpassung der Regierung an die Neugestaltung im Reiche wünschenswert ist. (Große Bewegung, Heiter­keit bei den Soz.) Wenn bisher Regierungsneubil­dungen erfolgt sind, so geschah dies entweder durch einen innerpolitischen, oder einen außenpolitischen Bruch. Mögen die Parteien daher ihrerseits Schritte tun, um dem Gebot der Stunde gerecht zu werden, dann kann die Regierungsumbildung erfolgen. Wenn man mir zu große Zuneigung zur Deutschen Volks­partei vorgeworsen hat, so muß ich das abweisen. Wir müssen aber zu einer Stetigkeit in der Politik kommen und zwar sowohl im Reiche wie in Preußen. Parteien, welche eine Koalition schließen, müssen sich auf Verdeih und Verderb zusammenschließen, in dem Ge­danken:Wir wollen opfern und vorwärts!"

Nach weiterer längerer Debatte in der die Abgg. Dr. v. Campe (D.Vpt.), Schulz-Neuköln (K.), Dr. Cohn (U. S.) und Schreiber (Dem.) zu Worte kommen, wird schließlich der Etat dem Hanptausschn? überwiesen.

Das Haus vertagt sich hierauf bis Dienstag, den 14. Juni, nachmittags 2 Uhr. Kleine Anfragen und Vor­lagen. Schluß 6 Uhr.

JL oeutsche Botschafter führte zu der Note der tnteralliierten Kommission aus, daß die Drohung, bei Nichtbefolgung des kurzfristigen Ultimatums

Ser hnW Se'lMutz in DtoWen.

wb. London, 6. Juni. Der deutsche Botschafter Dr. Sthamer hat heute nachmittag im Auswärtigen Amt eine Note der deutschen Regierung überreicht

Sie MMrm de; Miml«.

Paris, 7. Juni. Die Reparationskom­mission teilt mit, daß die deutsche Regierung in Ausführung des Artikels 5 über die Zahlungsbedingun­gen bis zum heutigen Tage für rund 340 Mill. Gold­mark in Neichsschatzwechsel, die am 31. August fällig sind, sowie ungefähr 200 Mill. Goldmark in aus­ländischen Devisen bezahlt hat. Ter überschießende Betrag für beide Zahlungen, ungefähr 40 Mill. Gold­mark werde dazn verwendet werden, um einen Teil ber Reichsschatzwechsel einzulösen.

Die Auflösung der Selbstfchutzorganisationen.

Berlin, 7. Juni. Auf der von der inter­alliierten Militär-Kontrollkommission verlangten Liste der aufzulösenden Celbstschutzorganisationen hatte die deutsche Regierung die Organisation Escherich, die ostpreußischcn Wehren und di« bayerische" Einwohnerwehr genannt, woraus die Kommission erwiderte, daß die Liste nicht alle aus­zulösenden Selbskschutzorganisationen enthalte. Die deutsche Negierung hat darauf geantwortet, daß die in zahlreichen Orten Deutschlands früher vorhan­denen mit militärischen Waffen versehenen, aber inzwischen entwaffneten Organisationen durchs die Erlasse der Landesregierungen über die Auflösung der Einwohnerwehren überall außer in Bayern und in Ostpreußen aufgehört haben zu bestehen. Durch ein Rundtelegramm an die Regierung':: der Länder wird ersucht, sofort nachzuprüfen, ob sich etwa Organisationen der Vernichtung zur Auf­lösung entzogen haben. Wo dies der Fall sein sollte, würde alsbald die Auflösung auf Grund des Gesetzes vom 22. März bewirkt werden.

'' in der unter Hinweis auf das 12stündige Ulti- k matum der interalliierten Kommission in Oppeln, V worin die Kommission die Zurücknahme des l[ Selbstschutzes auf die Linie KalinowDollna ULeschnitzSalownia verlangt, erklärt wird, die 3 kurze Befristung des Ultimatums enthalte schon an sich eine unmögliche Forderung. Interalliierte r I Truppen seien in dem zu räumenden Gebiet nicht

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lohn.

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England.

FrankreichEnglandRußland.

wb. London, 7. Juni.Daily Chronicle" er- fährt, daß am 26. Mai der französische Außen­minister dem britischen Botschafter in Paris eine sehr wichtige von Briand unterzeichnete Note über die Handelsbeziehungen mit Rätr» r u tzland überreicht habe. Die Note enthalt« einen energischen Protest gegen die in Ar»' tikel 9 des britischen Abkommens mit Rußland niedergelegten Grundsätze und ebenfalls gegen die durch die Entschließung des britischen^ Appellationsgerichts geschaffenen Lage. Briand legte dar, daß er den Bolschewisten gestatte, nach England nicht nur Gold, sondern auch Wertpapiere und Waren auszuführen, die nicht als Eigentum der britischen Regierung identifiziert werden könn­ten. Briand erklärt, dadurch würden die Franl zo s e n ihres Eigentums, das von den Bolschewisten

Marburg WM hin 8. M Brachmaut»

Vorstellungen Dr. Mayers in Paris.

Paris, 7. Juni. Die Havasagentur teilt mit, baß der deutsche Boischafter Dr. Mayer gestern abend beim Generalsekretär des Ministeriums für auswärtige Angelegenheiten einen ähnlichen Schritt übernommen habe wie sein Kollege in London, um gegen die Dro­hung Einspruch zu erheben, die in dem Ultimatum der interalliierten Kommission gegen General Höfer ausgr- sprochen wird. Es handelt sich um das Anfgebeir-der Industriestädte mit deutscher Mehrheit, die dadurch ber Bedrohung der polnischen Aufständischen ansge- kcht würden. Zu dieser Verlautbarung sagt HavaS/ ks sei dem deutschen Botschafter in klarer Weise deutlich Snnacht worden, daß die interalliierte Kommission durch ben Friedensvertrag das Recht erhalten habe, jede Maßnahme zu ergreifen, um die Ordnung aufrecht W erhalten, und zwar könne sie dies in voller Unab­hängigkeit tun.

Zusicherung einer unmittelbaren Säuberungsaktiar.

Berlin, 7. Juni, lieber das Ergebnis der Bcsprech- Wn zwischen dem englischen General Hennicker und Führer des deutschen Selbstschutzes in Oberschlesien, kneral Höfer, hört dieVoss. Ztg.", daß der englische vberbsfehkshnber die Zusicherung gegeben hat, daß Säubernngsaktion unmittelbar begin­gen. wird und im selben Tempo durchgeführt werde» soll. Das Vorgehen sei in ber Weise geplant, daß die englischen Gruppen die von den Polen zu räumenden Gebiete be- >khrn A-erauf französische Truppenteile deren Rückzug »»erwachen. In dieser Weise soll das ganze Jndustrie- tzkbiet gesäubert werden.

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* durch den Selbstschutz die bisher von den alliierten Truppen gehaltenen Städte den Insurgenten zu mo Xba übergeben, nicht nur für die Bewohner £)6er= sEefchä^ Westens, sondern für das gesamte deutsche Volk )ober 2* unerträglich sei. Eine solche Maßnahme wäre ein

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2,6. Sitzung vom 7. Juni, vorm. 11 Uhr.

Warmbold über sein Siedlrmgsprogramm. Stegerwakd verteidigt seine Politik.

Nach Erledigung mehrerer Reiner Anfragen und Vorlagen seht das Haus die Etatberatung fort.

Abg. Dr. Bredt (Wirtschaftspartei) meint, von einer Balanzierung des Etats könne keine Rede sein. Er glaube aber nicht, daß das Reich die Grundsteuer werde hergeben können. Im übrigen könne der Etat nicht auf die Steuern allein ausgebaut werden. Aus ben (Staatsbetrieben müßten größere Erträgnisse her­ausgewirtschaftet werden. Das Beispiel der Eisen­bahnen lasse hier aber nicht viel Gutes erhoffen. Glück­licherweise seien sie der beste Schutz gegen weitere Sozia­lisierungswünsche.

Abg. H e i l m a u u (Soz.) erllärt, daß die Regie­rungsmehrheit int Reiche und Preußen gleich sein müsse, sonst werde sie überhaupt nicht sein. Entweder müsse man mit der Sozialdemokratie regieren oder man habe die ganze Arbeiterschaft gegen sich.

Abg. Klo ft (Z.) appelliert bann an das Haus, die parteipolit'schen Wünsche zurückzustellen und betont die Notwendigkeit der Schaffung neuer Steuern.

Landwirtschastsminister Warmbold entwickelt so­dann sein Siedlungsprogramm, nach welchem 4000 neue Siedlungsstellen jährlich zu schassen sind, den gemeinnützigen Siedlungsgesellschaften Kredite zu ge­währen und das Ausiedlungsgesetz entsprechend ab- itänbmi ist. Das Ziel der Siedlungs­politik sei, 1. die Vermehrung der ansässigen Land­bevölkerung. 2. die Hebung der landwirtschaftlichen Erzeugung, um dadurch die Bevölkerung aus eigener Erzeugung ausreichend zu ernähren. Den Landarbei lern müsse ber Aufstieg zur Selbständigkeit erleichtert werden. Der Minister kündigt eine Gesetzesvorlage an, durch die eine namhafte Erhöhung der staatlichen Ein­lagen bei den Siedlungsgesellschaften uno eine Ver­mehrung ber Zwischenkredite ermöglicht wird. Die pro­duktive Erwerbslosensürsorge in Verbindung mit der Landgewinnungskultur müsse fortgesetzt werden. Schließlich kündigt der Minister noch zahlreiche andere Maßnahmen zur Unterstützung der Land­wirtschaft an.

Abg. Wallraf (Teutschnat.): Tas Volk ist des Parteigezänkes satt. Der Redner warnt davor, künstlich die Gegensätze in der Beamtenschaft großzuzicheu. Sparsamkeit und Vereinfachung der Ge­schäftsführung ließen sich leichter erreichen, wenn den Kämpfen zwischen Ressorts ein Ende gemacht werde. Dadurch werde auch die Verwaltungsreform ein gutes Stück gefördert. Der Redner würdigt öanit die histo­rische Mission Preußens und gibt dem Wunsche Aus­druck. daß Preußens Aufgabe noch nicht beendet sei.

Ministerpräsident Stegerwakd : Ein Volk kann sich totarbeiten ohne vorwärts zu kommen, wenn es keine gute Führung hat. Die Sozialdemokratie war bis vor zwei Jahren in Preußen von ben Staats, geschäften sogut wie ausgeschlossen. Erst nach dem Kapvutsch kam eine raschere Umgestallrchg in die Ver­waltung. Die heutige Rede Heilmanns ist mir ein Beweis für die Richtigkeit meiner Ansicht, daß wir in Deutschland im Parlament in verschiedenen Zungen sprechen. Tie staatspolitischen Gesichtspunkte stehen mir vor den parteipolitischen im Vordergründe. Ich habe seiner Zeit betont, daß ich in sozialen Din­genweit links stehe, in nationalen Sachen aber ein tu arm empfindendes nationales Herz besitze, das ihm auch die Brücke nach rechts schlage. Wenn mir der Abg. Heilmann heute vor­wirft, ich gehe in sozialen Fragen mit der linken, in nationalen Fragen mit der Rechten, so muß ich gegen

.vorhanden, die ein Nachfolgen der Polen hinter dem lvirb"zu°Ä juriickgehenden Selbstschutz verhindern könnten. Die i ein

Lebhafte Kampfestätigkeit.

Appeln, 7. Juni. Im Lause des heutigen Tages ein auf ber Bahn befördertes englisches Batail- f " in Gleiwitz angekominen. Ein zweites englisches . «taillou und eine Kompagnie französischer Truppen be­enden sich in Rosenberg. In der Gegend von Krappitz Oumütz hat ein Bataillon italienischer Truppen ~:nc bezogen. Die Kampftätigkeit der Aus- war auch heute an zahlreichen Stellen der i den Insurgenten gehaltenen Linie sehr lebhaft. - Steife Rosenberg bei Jaflrzigotoitz starkes pol- ^'ches Infanterie- uyb Maschiueugewehrbeuer. Nördlich "«erschau scheiterte eia gegen Josesshöhe gerichteter

Vorstoß der Aufrührer. Albrechtsdorf und die St. A n u a k i r ch e wurden mit Artillerie beschossen. Bei Grätsch wurde eine polnische Batterie festgestellt. Die Ausschreitungen der Insurgenten im Kreise Rosenberg dauern an. Schloß Zembowitz wurde von den Aufrührern vollständig ausgeplündert. Im Kreise Groß-Strelitz wur­den Angriffe der Insurgenten auf Danietz abgewiesen. Bei Kaliuo kleinere erfolglose Vorstöße der Aufrührer. Im Kreise Kosel scheiterte ein durch einen Panzerzug unter­stützter Vorstoß der Insurgenten bei Kandrzin. Alt- Kvsel wurde .vom Deutschen Selbstschutz besetzt. Im Kreise Ratibor wurden die Ziegeleien von Ratibor und das Vorwerk Neuhof bei Zabelkau von polnischer Artillerie beschossen. Bei Olsau wurde ein polnischer Panzerzug sest- gestellt.

Nach Mitteilung des-Berg- und Hüttenmännischen Vereins haben die Aufständischen in der zweiten Hälfte des Monats Mai sehr erhebliche Mengen von Kohlen ohne Kontrolle und ohne Bewilli­gung bet Werke nach Polen abgefahren.

Populaire" über französische Parteinahme.

Paris, 7. Juni. Der Sonderberichterstatter des Populaire, F. Caussy, hält sich in Oberschlesien auf. Er berichtet seinem Blatt, die Truppen hätten nichts unternommen, um das polnische Abenteuer zu verhindern und hätten es in ber Folge vollkommen geduldet. Nur ber Italiener hätte S&itfi'huiS versucht. Der Berichterstatter sagt, er habe in den letzten Tagen viele Anregungen über den Ursprung des Abenteuers gehabt. Es scheine ihm wohl sestgestellt zu sein, daß das französische Kommando über die Vorbereitungen unterrichtet gewesen sei. Alle französischen Posten hätten 10 Tage vorher Bericht erstattet über eine in der Ausführung begriffene Bewe- gnng. In Korkantys Hauptguartier in Schoppinitz hätten die Franzosen ein Detachement unterhalten, das die Polen bei ihrem Handeln jenseits der Grenze stark geniert hätte. Sie hätten deshalb nicht aufgebört, den Franzosen zu mgen: Hier gebe es keine Deutsche. Ihre Anwesenheit: sei also mcht nötig. Tatsächlich sei einige Tage vor der Erhebung der Befehl eingettoffen, Schoppinitz zu räumen. Der Berichterstatter klagt General ©ratter an, ber sich während des Krieges dadurch ausgezeichnet habe, daß er eine Methode erfunden habe, wie man die Schuhe binde. Er habe kurz vor dem Aufstand allen Truppen ben Befehl erteilt, sich in kleinere Trupps zu teilen.

Hilferuf der Stadt Kattowitz.

Tie schwer bedrängte Stadt Kattowitz hat an die Kulturnationen einen Hilferuf gesandt, in dem es heißt: Tie Not ist ungeheuer gestiegen. Heute wieder ohne Wasser. Tie LebeuSmiitcl gehen zur Neige. Der Stadtkommandant hat eS mit seiner militärischen Ehre für unöcrembart erklärt, daß die Insurgenten d e S adt mit betreten. Trotzdem ist der Bahnhof mitten in der Stadt von den Insurgenten besetzt worben. Müssen sofort Nachricht verlangen, ob und wann die Entsetzung der Stadt zuerwarten ist.

Bildung einer neutralen Zone.

feie berVorwärts" meßet, beginnt sich bie Bildung einer neutralen Zone in Oberschlesien zwischen ben polnischen unb beutschen Streitkräften zu voll­ziehen. Im Norben haben bie englischen Truppen Rosenberg besetzt, im Silben ist ein Bataillon Italiener in Krappitz eingerückt. In ber Mitte ber Front stehen englische unb französische Truppen zwisch.n beutsch m Selbstschutz und polnischen Insurgenten. Dadurch ist -es wohl auch zu erfiären, daß während eines filefechtes zwischen Selbstschutz und Polen bei Kalinow drei ver­wundete Franzosen durch den Selbstschutz gefangen genommen wurden . Die Franzosen wurden sofort dem nächstliegenden französischen Kommando zur Verfügung gestellt.

Mehreren Blättern zufolge kämpfen auf feiten der polnischen Insurgenten jetzt nur noch sehr wenige Oberschlefier . Tie polnischen Bergarbeiter, die kampfeö- müde find, sind fast überall in die Betriebe zurück- gekehrt. Tie polnischen Kampskinien bestehen saß nur noch ans Kongreßpolen.

Ein« englischeRote an Frankreich.

wb. Paris, 7. Juni. Die englische Regie­rung hat, wie die Havas-Agentur bestätigt, der französischen Regierung gestern durch ihren Bot­schafter in Paris eine Antwort auf die französische Note vom 30."Mai zugehen lasten. Die brit,che .Regierung erklärt sich darin mit der französifchen Regierung einig, daß die gesetzliche Ordnung in Oberschlesicn gemäß dem Friedensvertrag wieder hergsstellt werden müste, bevor irgendeine Ent­scheidung getroffen werde. Die englische Regierung fügt hinzu, daß sie den Bericht ihres neuen Kom­missars in Oberschlesien Sir Harald Stuart, wie er sie bei seiner Ankunft in Oberschlesien vor- gesnyden habe, abwarten wolle, ehe sie sich über bie Frage der Prozedur aussprechen wolle, die ver­folgt werden solle, um das oberschlesische Problem zu lösen. Die französische Regierung hat sofort aus diese Mitteilung geantwortet und erklärt, daß sie sich in diesen beiden Punkten dem englischen Stand­punkte anschließe. Es habe immer in der Absicht der französischen Regierung gelegen, die Ordnung in Oberschlesien wiederherzustellen. Die französische

Vorstellungen wegen der Ausschreitungen in Ostrowo.

Berlin, 7.Ium. Auf die Vorstellungen des Vvsener deutschen Konsuls wegen ber schweren Ausschreitungen gegen bie deutschen Bürger von Ostrowo am 2. Juni, erwiderte der polnische Vizeminister in Posen, er verurteile zwar die Vorgänge, aber er müsse darauf auf­merksam machen, daß es infolge ber Vertreibung polnischer Arb eiter aus Westfalen und der Niedor- lausih tm ganzen Abtretungsgel,iet gegen die Deutschen gähre. Demgegenüber ist festzustell-n, baß bie int Fric- bensvertrag übernommene Verpflichtung bie polnische Re­gierung binde, die dem polnischen Reich überantworteten deutschen Minderheiten nachdrücklich unb unter allen Um­ständen gegen Hebelgriffe national-polnischer Mehrheiten zu schützen. Der deutsche Geschäftsträger ist angewiesen, dies in Warschau zum Ausdruck zu bringen. Tie von polnischen Vizeminister behaupteten Vorgänge in Deutsch­land unterliegen gegenwärtig der Nachprüfung.

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Cache sei es der deutschen Regierung unmöglich, auf kn Selbstschutz in Oberschlesien dahin einzuwirken, kh die deutsche Bevölkerung wehrlos den polnischen tzE 3niurge:itcnbanben preisgegeben werde. Die ober­schlesische Bevölkerung habe von dem Eintreffen der britischen Truppen die Befreiung von dem pol­nischen Terror erhofft. Werde sie in biefer Erwar­tung getäuscht, so fei ein Verzweiflungsausbruch itflil ">ws 8on weittragenden Folgen unvermeidlich.

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