Die „Obetheßßch« ZeitunP erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich
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•Ty 190 Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. — *”• * Verlag von Dr. C. Hitzeroth. — Druck der llniv.-Buchdruckerei von Joh. Aug. Koch,
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Das StrtrmasBBhiM für die Regierma
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5* ^ll'l,*fl*u,*' ‘3oc6 uur schworen Herzens und un.er bczu^^ grcge Entscheidungskampf sich vollziehen, von dem
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stützen. Es sei klar, daß dies die Karte sei, auf die die Gemäßigten in Deutschland gesetzt hätten. ...... \J ,
So hat eine sehr gefährlich zugespitzte und eine Zeit lang geradezu trostlos nussehende parteipolitische Situation sehr einfach sich gelöst. Nach den Ferien freilich wird
heule morgen von Beamten der politischen Militi» gendarmerie in seiner Wohnung verhaftet worden. Als Begründung wurde angegeben, daß es sich um eine ernste und bedenkliche Sache handele. Auf de» Polizeibürs wurde Baum nach Feststellung der Pev- sonalien mit dem Bemerken entlassen, daß es sich in# Mißverständnis handele. Daß die Begründung unwahr ist, geht aber daraus hervor, daß der mit de» Verhaftung beauftragte Beamte Über die Personalien BaumZ eingehende Aufzeichnungen bei sich führte. Da nunmehr von den anwesenden vier deutschen Pressevertretern drei verhaftet oder durch die Geheimpolizei verhört worden sind, wird der deutsche Geschäftsträger gegen die Uebergriffe bei der polnische» Regierung Vorstellungen erheben.
an die Volkspartei erteilt, und die Demokraten erklärten, daß sie aus diesem Vorgehen der Sozialdemokraten gegen die Deutsche Volkspartei, falls die von Wels silierte Haltung wirklich eine endgültige sei, ihre Konsequenzen ziehen würden. Was das unter den obwaltenden Umständen zu bedeuten hatte, gaben die Demokraten den Parteien schon zuvor unzweifelhaft zu erkennen: sie würden in diesem Falle aus der Regierung austreten und eine Reichstags-Auflösung erzwingen.
So ist es schließlich gekommen, daß man der Regierung Wirth ein negatives Vertrauensvotum durch den deutschen Reichstag ausstellte. Die Brücke hierfür bot der Mißtrauensantrag der Deutschnationalen Volkspartei. Er wurde schließlich insofern zum Stein der Weisen, als sich die Parteien sagten: Wenn dieser Antrag mit einer großen Mehrheit «bselehnt wird, so wstrde diese ablehnende Mehrheit damit ohne weiteres der Regiermrss den AirSbruck ihres Vertrauens bekunden. Tas. negative Vertrauensvotum erhält damit doch einen sehr starken positiven Einschlag.
heute niemand wissen kann, zu welchen Ergebnissen und vor allem zu cvetchen schweren Prüfungen er führen wird.
Dwonge der Aliierten und des verlorenen Krieges angc- ■jmnmen hätten. Die neue Regierung wolle das deutsche
5« MW MW.d in MMW.
rob. Berlin, 4. Juni. Von zuständiger Stelle wird uns mitgeteilt: Ein Funkspruch aus Warschau vom 3. Juni meldet Transportzüge mit Geschützen, Maschinengewehren und Pferden auf den Reichseisenbahnen, die nach Oberschlesien bestimmt sind. Es handelt sich hierbei, wie ohne weiteres klar ist, nicht etwa um deutsche, sondern um die englischen Militärtransporte nach Oberschlesien.
Erfolglose polnische Angriffe. — Die Wirtschaftslage.
wb. Oppeln, 4. Juni. Die lebhafte Feuer tätigkeit und andere Kampfhandlungen der polnischen Aufrührer dauerten auf einem großen Teil der von den Insurgenten besetzten Linie auch während der vergangenen Nacht und während des heutigen Tages an. In dem Kreise E o s e l versuchten die Insurgenten, durch Artillerie und Minenwerfer unterstützt, mit starken Kräften in der Richtung Tosel oorzustotzen, wurden aber von dem örtlichen Selbstschutz nach längeren Kämpfen zurückgeschlagen. Im Verlauf der Kämpfe gelang es den deutschen Verteidigern, den Coselhafen zu besetzen. Die Kampftätigkeit der Insurgenten war ebenfalls in der Gegend des A n n a b e r g e s wiederum sehr lebhaft. Auch hier blieben die polnischen Vorstöße erfolglos und endeten damit, daß einige von den Aufrührern bisher besetzt gehaltene Ortschaften von ihnen geräumt werden mußten. Heute . nachmittag wurde von den Aufrührern die Klodratz- Brücke gesprengt. Im Kreise Er. Strehlitz wurde ein stärkerer Angriff der Insurgenten ab- gewiesen. Aus dem Kreis R a t i b o r werden lebhafte Schießereien und erfolglose Vorstöße der Aufständischen gemeldet. Die Wirtschaftslage in dem cberschlesischen Austandsgebiet verschärft sich immer mehr infolge der Wegnahme einer überaus großen Zahl von Pferden durch die Aufständischen. Infolge der Zerstörüng von landwirtschaftlichen Geräten und Maschinen wird die Bergung der Ernte auf großen Gebieten Oberschlesiens unmöglich gemacht. Dazu kommt noch der Mangel an Arbeitskräften, da ein großer Teil der ländlichen Bevölkerung von den Aufständischen zur Flucht gezwungen worden ist. Ungeheure Ernteschäden sind besonders in den Gebieten, die den Schauplatz der gegenwärtigen Kampfhandlungen darstellen, zu verzeichnen. Die Verwüstungen der polnischen Insurgenten steigern sich von Tag zu Tag.
Tarnowitz umzingelt.
London, 4. Juni. Wie Reuter miigeteilt wird, zeigen hier eingegangene Drahimeldungeu aus Oberschlesien keine Besserung der Lage. Die Insurgenten sprengen Brücken, und verhindern den Durchgang von Lebeusmittelzügen nach dem Jndusiriebezirke. Polnische Truppen richten Schüsse aus Pionierabteilungen, die mit der Ausbesserung von Schäden beschäftigt sind. Sarno« tvitz ist von Polen umzingelt unb die Eisenbahnstation von ihnen genommen, obwohl französische Truppen in der Stadt sind. Tie englische Regierung wartet nunmehr den Bericht von Sir Harold Stuart, dessen Eingang demnächst entgegengesehen wird, ab. Es ist nicht währscheinlich, baß der Oberste Rat früher als in 11 Tagen zu- fammentreten werde. -
Abflauen der Kampfhandlungen.
Oppeln, 5.Juni. Die Kampfhandlungen sind an der von den Aufständischen gehaltenen Linie in den Kreisen Groß-Strehlitz und Cosel zum Stillstand gekommen Die von den Insurgenten gehaltene Linie verläuft nunmehr in den Kreisen Groß-Strehlitz und Cosel von Cosel-Oderhafen über Klodnitz—Kandrezin- Bahnhof Slawcntzitz—Ort Slawentzitz — Ferdinandsh- hof—Olscheu—Kalinow. Im Kreise Ratibor wurde von den Insurgenten die Schichowitzer Brücke gesprengt und a n g e st e ck t. Im übrigen ist die Lage unverändert.
HwWes Wmtm in VbttlWn!
„Wenn ein Frosch sich allzusehr ausbläht, platzt er. Da pfeift dec Wind heraus." Also sprach Zarathustra, Die polnischen Herren und ihre französischen Freunde in Oberschlesien blasen sich auch etwas allzusehr auf. Auch sie werden merken, daß dafür gesorgt ist, daß die Bäume nicht in den Himmel wachsen. Es ist ein ganz modernes Heldentum, das die „polnischen Freiheitskämpfer" in Oberschlesien täglich zur Schau tragen.
„Aufständische, Soldaten, Ihr habt durch Eure Tapferkeit, mit der Ihr das preußisch deutsche Joch abgeschüttek habt, die Ehre verdient, polnische Soldaten genannt z» werden!" So und ähnlich lauten die Ergüsse der polnischen -Befehlshaber in Oberschlesien an ihre Werkzeuge. Wahrlich, diese polnischen Trabanten sind wirllich Helden. Sie kämpfen nicht gegen einen bewaffneten Gegner« das fei ihnen ferne, sie kämpfen gegen Wehrlose, gegen Franen, gegen Kinder, gegen Fensterscheiben. _ Sie stürmen nicht etroa befestigte Stellungen, nein, sie stürmen Schnapsdestillen, Schuhgeschäfte, Lebensmittelmagazine, Privallvvhnnngen. Sie führen als Trophäen Flächen edlen Schnapses, Bekleidungsmittel, Gold- und Silber- toaren uitb ähnliche recht brauchbare Tinge mit sich. Wie klein erscheinen angesichts dieser Größe der polnischen Siege in Oberschlesien doch die Leistungen des deutschen lHeeres im Weltkriege! Die Deutschen, die kämpften gegen zehnfache Uebermacht und jagten die Feinde vor sich her. Sie warfen ihre Leiber einem übermächtigen Feind entgegen. Nur der Hunger schlug ihnen schließlich die Waffen aus der Hand. Mit solchen Schlachten gaben sich die polnischen Helden tu'cht ab, das ist eine litzlichr Sache. Sie und ihre französischen Freund« kennen nut einen Opfermut, der Opfer fordert, aber nicht Opfer bringt.
Sie entwaffnen den Gegner, rüsten sich selbst bis an die Zähne unb dann: Ein solches Siegen folgt ohne jede Schlacht! Wirb die Reihe der polnischen Siegt in Oberschlesien nicht von Tag zn Tag größer? Zähle» wir rinnt al: 18 Landjäger und Beamte in Antonien- Hütte gemordet, 3 Angestellte in Ruda erschossen. De» Bergwerksdirekwr Keks durch eine Kugel. hingestreckt. Den Gutsbesitzer von Zerbome auf Ratzitz niedergestreckt. Bei Schlesiengrube 4 Deutsche verstümmelt, Hunderte von Arbeitern verschleppt, bestialisch gepeitscht und gequält unb so reihen sich Mord an Mord, Mißhandlung an Mißhandlung. Aber noch ein anderes Gebiet erfreut sich besonderer polnischer Liebe. Unzählige Geschäfte, Wohnungen, Villen geplündert und ausgeranbt, Geldmittel von zahlreichen Privatpersonen erpreßt. Sind diese Taten nicht wahrlich groß genug, ein Ruhmesblatt in der polnischen Kriegsgeschichte in Oberschlesien zu bilden? Und man bedenke den unbeschreiblichen Mut der 15 Insurgenten, die den Kattowitzer Bahnhof gegen — in der Tat — gegen zwei französische Tanks stürmten. 9hir muß hinzugesügt werden, daß dir Vedienungs« Mannschaften dieser französischen Tanks, deren Maschinengewehre und Sanouen stets schußbereit gegen die friedliche deutsche Bevölkerung sind, gegen die polnischen Rechtsbrecher nicht einen einzigen Schuß abgaben, sie vielmehr sreundschastkichst begrüßten unb ihnen die Hände drückten. Wer zweisett noch daran, daß die ganze Welt aus dem Staunen über dir glorreiche polnische Armee nicht herauskommt? ,
Es ist keineswegs die Absicht der zahlreichen polnischen „Höchstkommandierenden", sich lächerlich zu machen, wenn sie täglich von Sieg, Glorie strotzende Tagesbefehle in die Welt posaunen. Nein! Diese neuen Heerführer» Wojciech, Kvrfanth, Borelowski, Hanke und wie sie alle heißen, wettrisern, ihren Namen in das Buch der Weltgeschichte einzumeißeln. Napoleon,. Friedrich der Groß»» Ltidendorsf, das sind Waisenknaben gegenüber diesen neuen politischen Größen. Früher siegten Heerführer gegen Heerführer. Die polnischen Herren siegen gegen nichts, und ihre Erfolge erficht die polnische Druckerschwärze. Es ist doch zu schön, wenn man einen Tagesbefehl erlassen kann. Also soll man der üblen Gesellschaft diese Freude ruhig lassen. Schließlich geraten sie sich unkrrinanber in die Haare, nicht nur auf militärische» sondern auch aus anderen Gebieten, welche von bet Polen mit Beschlag belegt werben.
Es gibt allzuviel polnische Marketender, Unteroffiziere, die Stabschef werden wollen, allzirviel mit dem Gesetz in Konflikt geratene Individuen, die unter polnischer Herrschaft nach dem Stuhl des Eisenbahnpräsidenten, des Postrats, des Oberbergrats streben. Das ist nämlich das Zeichen dieser „Volkserhebung", daß fie gemacht ist von verbrecherischen Strebern, die verfrühte unreife Burschen, und mit besonderer Liebe den Auswurf der Menschen vor ihren Wagen gespannt haben. 66, wird böse, wenn das Kartenhaus zusammenöricht, :r«Sroßist d^a»> gerichtete .Begriffsverwirrung.
Marburg
MM, den 6.3uni
Brachmond
, ■ ta NMlM LeklkMNMtm.
Ein parlamentarischer Mitarbeiter aus dem Reichstag Ätribt uns.
‘ Es hätte nicht viel gefehlt, so ständen wir heute inmitten titer Reichskrise von einem Umtange, wie wir sie wetz aller seitherigen Erschütterungen noch nicht erlebt fcben. Die Entscheidung über die Vertranenssorrnel Ngenüber dem Kabinett Wirth brachte diese Zuspitzung, für einet: Moment hing das Schicksal des Deutschen Michskaoes an einem seidenen Faden. Eine entscheidende «ebrhcit für eine positive Formulierung eines «nkrauensantrages gegenüber dem Kabinett Wirth war Ni der zerfahrenen parteipolitischen Situation nicht zu Erlangen. Im besten Falle hätte sich eine solche wertraucnsformel durchsetzen lassen unter Enthaltung der «»abhängigen einerseits und der Deutschen Volkspartei Mtttrfritö. Die äußersten parteipolitischen Epponen- N», die Deutschnationalen aus der Rechten und die Kom- •uniften auf der Linken, waren von vornherein entschlaf- dieser Regierung, freilich aus ganz entgegengesetzten Motiven heraus, ihr Vertrauen zu versagen. Die Ver- Nnblungen unter den Parteien über die Stellungnahme N einer Vertrauenssormel gestalteten sich nun dadurch Nißewidentlich kritisch, daß die Deutsche Volks- •urtei für rin positives Vertrauensvotum nicht zu Mben war, während die Demokraten ihre ganze Haftung Nffcerum davon abhängig machen wollten, daß die xvrijche Volkspartri für rin solches Vertrauensvotum «mme. Da aber zeigte sich eine weitere Kluft zwi- Mheu der Auffassung der Demokraten und der So- ßialbemokraten. Die Letzteren hatten durch ihren MEonsrÄner im Reichstage eine sehr schroffe Absage
Berlin, 4. Juni. Der Reichstag ve legte sich entsprechend den Beschlüßen ^ettesienLusschusses bis zum 2 4. Juni.
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Preffestimmen.
Berlin, 5. Juni. Die Morgenblätter weisen darauf hin, daß die Kabinettskrise nur vertagt ist. So schreibt das „Beil. Tage bl.": Der Reichstag hat sich gestern auf eine Woche vertagt. Dis- Krise, die über ihm schwebte, ist gelöst, aber die Lösung ist eine provisorische. Rur darüber, daß die Lage nicht geklärt ist, wurde gestern Klarheit geschaffen. — Ter „L o k. - A n z." kennzeichnet die Sache dahin, daß die Reichstagsmehrheit ihre Opposition in einer Weise bekunden wollte, die das Kabinett Wirth nicht zu Fall brachte. Die Lebensdauer des Kabinetts sei von zwei verschiedenen Reichstagsmehrheiten verlängert worden. — Das Organ der Unabhängigen spricht davon, daß dem Kabinett eine Bewährungsfrist gewährt worden sei. Die politische Bedeutung der Abstimmung liege in der Stärkung der Außenpolitik. — Der „Vorwärts" stellt fest, daß durch die Abstimmung zu- > nächst, eine wesentliche Stärkung der Sozialdemokratie in der Negierungskoalition bewirkt sei. Es -sei ein gemeinsamer Erfolg der beiden sozialistischen Fraktionen, daß die demokratische Behauptung, die Regierung könne ohne die Deutsche Volkspartei nicht existieren, weil auf die Unabhängigen nicht zu zählen sei, nunmehr widerlegt sei. Eine dauernoe Entscheidung sei jedoch noch nicht gefällt. Eine feste Regierungsmehrheit, die die Unabhängigen umschließt, sei nicht gebildet. — In der „V o s s. "3 t g." beschäftigt sich Georg Bernhard mit der „breiten Basis". An den Reichskanzler tritt die Frage heran, ob er die Aufgabe, zu der er berufen ist, erfüllen oder ob er sich weiter in parlamentarischen Krisen verzetteln will. Will er das erstere, so muß er den Reichstag vor die Frage stellen, ob er ernstlich mit ihm und seinem Ministerium, arbeiten will. Wenn der Reichstag diese Frage nicht deutlich bejaht, muß der Reichskanzler ans Volk appellieren und Neuwahlen ausschreiben laßen. — Die „T ägl. Rundschau bestreitet, daß das Kabinett ein indirektes Vertrauensvotum erhalten habe.— Die „D e ü ts che Tageszt g." bestreitet, daß zwischen den Deutschnationalen und der Deutschen Volkspartei ein grundsätzlicher Unterschied bestehe. Beide hätten zum Kabinett Wirth kein Vertrauen. Im übrigen werde die Deutschnationale Volkspartei sich der positiven sachlichen Mitarbeit nicht entziehen. — Die „K r e u z z t g." meint: „Es ist eine Minderheilsregierung, die, wie sie am 10. Mai nur durch Zustimmung der Unabhängigen ins Leben treten konnte, so auch weiter von deren Zu- stimung abhängig ist. — Die „Deutsche Allg. Z t g." urteilt: Stetigkeit kann unsere Politik erst gewinnen, wenn sie von einer Koalition getragen wird, die kraft ihrer Mehrheit in keinem Falle versagt. — Die „E e r m a n i a" stellt mit einiger Resignation fest: Alles in allem können wir uns darüber trösten, die politische Situation wieder einmal wenigstens gerettet zu haben.
Paris, 5. Ium. a u I o i s" sagt, die gestrige Abstimmung im deutschen Reichstag erhalte daS Ministerium W,rth in einer prekären Lage dank einer geschafft« nsn Melrheit, die man deshalb erzielt habe, weil überlegte Leute vor ter Gefahr einer Aenderung der fron- zösifchen Politik gegen Deutschland zurückgeschreckt seien. Diese Haftung rechtfertige sich aber darin, daß die äugen» blich','che Regierung denke, Frankreich werde darauf verzichten, die polnischen Interessen in Oberschlesien zu unter«
Berechnung. Spät einlaufende oder den Raum über *■'« Sette ein= 56. Mn zen sind mit berechtigt, nach der Textspaltenbreite zu letzen und zu n. Reklamen berechnen wir die Zell« mit 3.00 Mk. Zeder Rabatt I Jl/l att. Bei Auskunft durch 6le Geschäftsstelle und Vermittlung bet
Volk retten vor dem Unheil, in daS es die Vorige Regierung Gebracht habe. Er erklärt, daß seine Partei für die Negierung rinfreten werde.
"v Abg (Sri ip, en (Unabh.) greift in längeren Ans- SEyaig?:: sowohl die Kommunisten, als auch die Tcinsch- »eticnclcn an, er fordert die Jnangrffkmchme her Sozia- Wernng. und betont, daß tonte Partei das Mißtrauens- ■ fctrnn gegen die Regierung ablehnr."
Rach treiteren Ausführungen der Abgeordneten Geyer ftiniii.), Stre fern an n (D. Vpt.) und Schttlz Wentschnatl.) wird über die verschiedenen Anträge ab« »stimmt.
t Dec A i ß t r a n e n s a n t r a n der K c> in m u n i st e n Mrd in einfacher Abstimmung abgelehnt.
r Der M i ß t ra u e ns a n t r a g der D e n t s ch n a t i o « »ölen ivirb in na mbli Kicher Abstimmung mit 261 gegen W Stimmen al. x «lehnt. Dafür stimmten die Tentsch- eai ionalen und die Kommunisten.
1 Das Vertrauensvotum, das von dem Abg. Müller-Franken (Soz.) eingebracht worden unb fol- Wtndcn Wortlaut Hal: Ter Reichstag nimmt von ber Miegiernnr.öerklärung Kenntnis, erklärt sich damit ein« Nrfto nben daß die Regierung alles daran setzen wird, lit'fibf rr.emmenen Verpflichtungen gegenüber den Alliier« Int zu «rinHen. Der Reichstag billigt die Haltung der M'chsregicrung in der öbirschlefischen Fräs«, wird in fernem ersten Teil (ohne den Passus über Oberschlesien) N namentlicher Abstimmung mit 213 gegen 77 Stimmen fei 48 Stimmenthaltungen angenommen. Eine Stimme bat ungültig.
Der Passus über Oberschlesien wird sodann gegen die .Stimmen der äußersten Rechten angenommen.
ü Dir Antrag der Kommunisten auf Erlaß einer allgemeinen Amnestie wurde gegen die Stimmen der Kom- ,tanif!.n abgelehnt. Desgleichen der Antrag der Unab« •Kng.-geu auf Gewährung von Straffreiheit.
Der Antrag Müller- Franken (Soz.) auf Nach- Nüsung der Urteile der Sondergerichte, wird durch die Wkehrherlssozialisten, das Zentrum unb die äußerste Linke kxsfnpmmen. Alle anderen Anträge wurden abgelehnt.
Nächste Sitzung am 14. Juni.
Polen. *
Polnischer Terror.
Posen, 5. Juni. In Ostrowo sanden am 2. Juni Straßende monsirationen gegen deutsche Geschäfte statt. Die Wohnungen wurden geplündert. Sen der polnischen Arbeiterschaft wurde die Entlassung aller deutschen Arbeiter der Waggonfabrik erzwungen. Der deutschen Bevölkerung wurden weitere Plünderungen angedroht, wenn sie nicht sofort auswandere. Tie Polizei hat sich als machtlos erwiesen. Erst am Abend wurde die Ruhe durch Militär wieder hergestellt. ES scheint, daß die Ereignisse in Ostrowo die Vorboten einer größeren Bewegung gegen die Deutschen sind.
Warschau, 3. Juni. Der hiesige Vertreter der „Frankfurter Zeitung", Vaa mt ist
Vor Eintritt in die Tagesordnung teilt Präsident JBecb: mit, daß es der Reichsregierung gelungen ist, di« Freilassung des Abg. Dr. Hartmann durchzu- fetzen.
i Das deutsch.britische Abkommen über die Viirchführung des Abschnittes 4 vorn Teil 10 des Fricdens- »rtrages betreffend die Entschädigung deutscher Gläu- liger bei ber Rückgabe bes beschlagnahmten britischen Mgentums wirb in erster, zweiter uns britter Lesung ge- »chmigt
j Zu der fortgesetzten Besprechung der Regiernngser- klatuuz ist noch rin Antrag der Deutsch nationalen ein« Ergangen, dec über den dentschüationalen Miß- IrauenSantrag namentliche Abstimmung verlangt, ij Abg. Böhm (Bayr. Volksp.) sagt der Regierung Wohlwollende Neutralität zu.
’ Abg. Graefe (Deutsch,!.) zweifelt an der Mög- tofctt der Erfüllung des Ultimatum^ und erfßirt, dA frine Partei der Regierung das Vertrauen versage. Er Märt aber, daß feine Partei sich nicht b?r Verpflichtung Wtziche, im Nabmen unserer Leistungsfähigkeit an ber Msüllung der Lasten mitznarbeiten.
g. Abg. Müller- Franken (Soz.) stelll fest, daß wir
Amtliches VeMMgungMatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurheMche) Oberheßen