Einzelbild herunterladen
 

5«. m 1921

sa

4.65 Mk., durch die Post 5.05 Mk. Ausgabe B mit „Oberh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr.

192 Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. — /<»*• Verlag von Dr. T. Hitzeroth.—Druck der Univ.-Buchdruckeret von Joh.Aug. Koch,

h Markt 21,23 — Fernsprecher 55, — Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Mai«.

Erstes Blatt

schwach besuchtem Hanse werden zunächst

einig:

RMll AMM.

Fortsetzung der Aussprache. Deutschnationales Mißtrauensvotum.

Die „Sanktionen". x,

Paris, 3. Juni. Der diplomatische Berichter­statter der „Chicago Tribüne" teilt mit, daß die Forde- derung, zu einem Uebercinkommen zu gelangen, über das Datum der Räumung von Düsseldorfs Duisburg und Ruhrort und über die Aufhebung der Zollgrenze auf dem rechten Rheinufer, die wahre Ursache dafür sei, daß England aus sofortigen Zusammen­tritt des Obersten Rates besteh«. Obwohl der angegebene Grund des englischen Ministerpräsi­denten die oberschlesifche Frage sei, begreife man in Frankreich, daß die Sanktionen bestimmt auf der Tagesordnung erscheinen werden. Die ameri­kanische Regierung teile den Standpunkt der Eng­länder, Italiener, und Japaner, daß die Erhebung einer LSprozentigen Aussuhrabgabe längs des Rheins dem deutschen Außenhandel schädlich sei. Die Re­gierung Mirth habe bereits inoffiziellBor- st c l l u n g e n bei jeder einzelnen der alliierten Mächte erhoben, pm die Räumung der genannten Städte und die Aufhebung der Zollgrenze am Rhein zu erlangen; doch seien die bayerische Weigerung, zu entwaffne^

$k MMm der HWlIHIS.

wb. Paris, 3. Juni. In Paris ist eine Ab­ordnung deutscher Sachverständiger eingetroffen, die morgen vormittag über die Abschätzung der seit de n Waffenstillstand von Deutschland aus- gelieferten Handelsschiffe verhandeln soll

Die R e; a r a t i o n s k o m m i s s i o n hat sich gege: über den deutschen Einwendungen gegen die Bi schliche der südafrikanischen Regierung in der Frage der Liquidierung der deutschen Güter und Jnteresien in Südafrika dem Standpunkt der südafrikanischen Regierung angeschlosien. Hiernach kann das Ergebnis dieser Liquidationen Deutsch­land nicht auf das Reparationskonto gutgeschrieben werden.

K n ? r r. g e n erledigt, dann erfolgt die Besprechung der ÄcgärungSerllärung, zu der noch ein Antrag Hergt ($.=nai) ans ein Mißtrauenvotum gegen die Re-

Reichskanzler Dr. Wirth erklärt, daß ein Fortgang der Debatte in dieser Form nicht zum Ziele führen wird. Auf eine Anfrage des Abg .Stresemanu, ob es richtig sei, daß die Hebungen der Reichswehr auf Befehl oder Betreiben der Alliierten eingestellt hätten werden müssen, erwidert er, daß von einem solchen Eingreifen der Alliier­ten nichts bekannt ist. Auf eine, in die Debatte ge­worfene Frage, wie sich die Negierung zur Aufbrin­gung der Ausfuhrabgabe stelle, sagt er, so­lange wir nicht die Größe der Verpflichtungen, die aus der Indexziffer hervorgingen, kennen, ist es^außerordentlich schwer, eine andere Indexziffer an ihre Stelle zu setzen. Die Sachverständigen aller Länder müßten sich darüber einigen, eine solche Indexziffer überhaupt zu finden. Ein Grund zur Beunruhigung für Handel und Industrie liege nicht vor. In den nächsten Tagen solle die Frage der dauernden Mittelbeschafsung in Gemeinschaft mit dem Reichswirtschaftsrat erörtert werden.

Bei Beginn der Rede des Abg. H S l l e i n (Komm.) leert sich das Haus bis auf wenige Plätze. Er läßt seine Polemik gegen alle Parteien darin gipfeln, daß er die Unabhängigen einen politischen Laubfrosch nennt. War Ruhe im politischen Leben, dann habe di: unabhängige Partei „Sozialisierung" herausposaunt und sei auf die Leiter geklettert, war aber Sturm im politischen Leben, dann kletterte sie hinunter und stellte sich scheintot. Nach einem Angriff auf Stiunes und dessen Arbeit schließt der Redner seine fast dreistündigen Ausführungen vor vollständig leerem Hause.

Nächste Sitzung morgen mittag 12 Uhr. Kleine An­fragen und Weiterberatung. Schluß 6 Uhr 45.

Englische Stimmen zur Neichskanzkerredc.

London, 3. Juni. Zu der Reichstagsrede Dr. Wirths schreibt „Daily C h r o n i c l e", die Rede atme ehrlichen und aufrichtigen Geist, den die Alliierten anerkennen müßten, ohne zu kritteln. Das Gefühl auf Seiten der Alliierten für den Gegensatz dieser Rede zu den unaufrichtigen Aeußerungen der frühece-i deutschen Kanzler müsse in der praktischen .Haltung der Alliierten entsprechend zum Ausdruck gelangen.

„T aily News" sagt, dir RLe des Reichskanzlers mache einen guten Eindruck. Das Blatt weist aus die schwierige Stellung Dr. Wirchs zwischen den An­griffen der preußischen Junker anf der einen Seite und dem Druck der Alliierten auf der anderen Seite hin. Soweit England in Betracht komme, wird trotz mancher gegenteiligen Anzeichen eine allgemeine Nei­gung vorhanden fein, jedes ehrliche Bestreben aus Seiten Deutschlands ehrlich anzuerkenuen.

Die „T i m e s" vergleicht die Rede Briands und Wirths. Während das Blatt an der Rede Wirths das staatsmännische Ergreifen der wahren Weltlage lobt, erklärt es, daß die Rede Briands den demokrati- Grundsatzen widersprechen würde. Die pathetischen Rufe Dr. Wirths a:i die Alliierten, im Namen des demokratischen Grundsatzes, die Gewehre bei Seite zu stellen, seien entweder sehr einfältig oder ein dummer Versuch, Eindruck auf die britischen Ein­fältigen zu machen, aus deren unheilbarer Sentimentalität Deutschlan d oft verbucht habe, Vorteile zu ziehen.

und die Vorgänge vor dem Reichsgerichtshof zwei 'tarke Trümpfe für die französische These einer Ver­längerung der Besetzung.

Eine Interpellation der Deutschen Bolkspartei.

Abg. Dr. Stresemann und die Fraktion der Deutschen Volkspartei haben folgende Interpellationen int Reichstag eingebracht:

Gegen die „Sanktionen".

Die deutsche Regierung hat am 11. Mai d. Js. die in dem Ultimatum der alliierten Mächte enthaltenen Forderungen angenommen. Als Druckmittel für die Durchsetzung der Forderungen sind die sogenannten „Sanktionen" verhängt worden. Nach der Annahme des Ultimatums müssen daher folgerichtig die Sank­tionen in Fortfall kommen.

Bis zur Stunde ist aber weder die Besetzung der Städte Düsseldorf und Duisburg mit Ruhrort durch fremde Truppen aufgehoben, noch die Zokkgrenze am Rhein gefallen.

Ist die deutsche Regierung der Auffassung, daß diese sogenannten Sanktionen mit dem Friedensvectrag von Versailles und mit dem Völkerrecht in Einklang lehen? Glaubt die deutsche Regierung das wirischaft- liche und staatliche Leben des Reiches in dem durch den Vertrag von Versailles verbürgten Umfang auf­recht erhalten, glaubt die Regierung insbesondere die mit der Annahme des Ultimatums übernommenen Ver­pflichtungen auch nur annähernd erfüllen zu können, wenn Deutschland durch die Besetzung wirtschaftlich wichtiger Städte und durch die Fortdauer einer Zoll­linie am Rhein in zwei getrennte Zoll- und Wirt- chaftsgebiete zerfällt, und das ganze Rheinland dem deutschen Einfluß und der deutschen wirtschaftlichen Gesetzgebung in steigendem Maße entzogen wird?

Welche Schritte beabsichtigt die Regierung zu tun, nm -die -Beseitigung dev oben bezeichneten sog-manuien „Sanktionen" herbeizufüyren?

Die „Oderhestlsche Zettuns' erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich

Marburg 5iwM den L M Brachmond

Ser so!Me WUsd in MMchen.

wb. London, 3. Juni. Lloyd George teilte im Unterhaus auf Befragen mit, daß er noch nicht in der Lage sei, einen Zeitpunkt für die Z u - sammenkunst des Obersten Rats, die der Frage der Zukunft Oberfchlesiens gelten soll, zu nennen.

Verlin, 3. Juni. Wie die „V o s s i s ch e Z - i - t u n g" hört, erhielt der englische Beoollmächttgie bei der interalliierten Kommission in Oppeln, Oberst Percival, der krankheitshalber von sei­nem Poften zurückgetreten ist, von der englischen Regierung ein Schreiben, das seine Tätigkeit in wärmsten Worten anerkennt und hervorhebt, daß feine Haltung den besten Traditionen der britischen Politik entsprach.

Berlin, 3. Juni. Blättermeldungen zufolge versuchen die polnischen Insurgenten, noch bevor die Engländer in den Kampf eingreifs«, ihr Machtge­biet nach Kräften zu erweitern. Gestern und heute früh sind die Abstimmungspolizei und der Selbst­schutz an verschiedenen Stelle« von ihnett scharf an­gegriffen worden, so bei Stubendorf, nur etwa eine Stunde weit vom Standort der Englän­der entfernt. Beim Annaberg beschoß polnische Artillerie mehrere Dörfer, worin schon die ersten englischen Patrouillen stehen. Bei dem Bahnhof Oppen-Ost wurde gestern versucht, den städti­schen Wasserturm in die Luft zu sprengen, was aber vereitelt werden konnte.

„Oberschlesien — Hilsswerl."

wb. Berlin, 3. Juni. Von zuständiger Seite erhalten wir folgende Mitteilung: Für das Ret­tungswerk Oberschlesiens, welches das deutsche Rote Kreuz übernommen hat, und dem jede Zersplitte­rung verhängnisvoll sein müßte, bedarf es großer Mittel und Materialien. Deshalb schloffen sich die für das Hilfswerk berufenen Organisationen, das deutsche Rote Kreuz, die vereinigten Verbände hei­mattreuer Oberschlesier und der Bund der Deut­schen Erenzmarken-Schutzverbände zu der Zweck­vereinigung ,^)berfchlesier-Hilfswerk" zusammen. Die Zweckvereinigung erhielt vom Kommisiar für Wohlfahrtspflege die alleinige Erlaubnis zu Sammlungen für Oberschlesien; andere öffentliche Sammlungen hierfür sind nicht gestattet und ver­stoßen gegen die gesetzlichen Bestimmungen. Um die Mittelbeschaffung für die Unterstützung der gesam­ten Erenzland-Vertriebenrn nicht zu beeinträchti­gen, beschlossen die Verbände im Einvernehmen mit den maßgebenden Stellen, ein Viertel des Reinertrages der Sammlungen der Flüchtlingsfür­sorge zuzuführen. Die Geschäftsstelle des Ober- schlesier-Hilfswerkes befindet sich in Berlin, Unter den Linden 78 Gartenhaus. Die Not in Oberfchle- sien ist grenzenlos. Große Mittel sind notwendig. Alle deutsche Frauen und Männer und alle größe­ren Organisationen werden dringend gebeten,

tierunr; eingegangen ist.

R^chsjustizminister Schiffer betont, daß die Am­be st i e bereits einmal abgelehnt wurde, und zu den Ausnahmegerüchten sei zu sagen, daß diese an und für sich unerwünscht seien und verschwinden müßten. Aber teag solle das Geschrei über die armen Opfer dieser Ge­richt?. Diese seien im Zuchthaus, ihre Führer aber hier i» größter Sicherheit.

Abg. Dr .Stresemanu (D.Vpt.) stimmt diesen Ebisiührungen zu, streift kurz die Rede des Reichskanzlers imb sagt, wenn die Franzosen sich wundern, daß Deutsch- land sich immer auf Englands Seite sich stelll, so muß tnan antworten, daß Frankreich es selbst in der Hand hat, Deutschlands Anschauungen zu ändern. Wenn Frank­reich aber an den Sanktionen festhalte, so sei die ^alturig Deutschlands vorgezeichnet.

Er folgt bann eine lange Rede des ersten Fraktions- V borsitzenden der Demokraten Dr. Petersen, in der dieser für die Schaffung einer Regierung auf breitester 6ii# antritt. Ter Redner begrüßt den Wiedereintritt Mehrheitssoziausten in die Regierung und bedauert, daß die Deutsche Volkspartei bisher der 5Re» «ienmg noch nicht angehöre. Petersen greift im weiteren verlauft seiner Rede den Abg. Edler v. Braun (D.-nat.) Vorsitzenden des Reichswirtschaftsrates heftig an, r ’Jeil et als solcher in seiner gestrigen Rede die wirtschast- : ‘Men Frage» nicht frei von politischer Leidenschaft be- ^IWchrlt hab«,

Der Anzeigenpreis beträgt für die 9 aesp. Tolonelzeil« oder deren Raum 90 Pfg. u. 10 Ausschlag, amtliche und auswärtige 1.20 Mk. Ander« Spaltenbreiten nach entsprechender Berechnung. Spät einlaufende oder den Raum über ll, Seite ein­nehmend. Anzeigen sind wir berechtigt, nach der Tertspaltenbr-ite zu setzen «nd M berechnen. Sogen. Reklamen berechnen wir di« Zeil« mit 3.00 Mk. Jeder Rabatt gilt als Barrabatt. Bei Auskunft durch di« Eefchäftsftell« und Vermittlung der Angebot« 75 Pfg. Sondergebühr.

Ns Mm liir «der gegen die MkkW.

Berlin, 4. Juni. Die Reichstagsdebatte über Programmerklärung der Regierung Wirths dürfte {tut Vorwärts heute zum Abschluß kommen. Das Nißtrauensvotum der Deutschnationalen wird gegen put kleine Minderheit, die vornehmlich aus Kommu- Men und Deutschnationalen bestehen wird, abgelchnt jgerben. Ta durch diese Ablehnung der Regierung : hckirekt das Vertrauen ausgesprochen wird, sind, wie ! Hst Blätter erfahren, die Koalilionsparteieu dahin I Nereingekommen, kein Vertrauensvotum einzubringen.

Berlin, 3. Juni. Der Druck, den die Regie- j pwgsparteien insbesondere auf die Deutsche Volks- pvrrei anszuüben suchen, um ihre Zustimmung zu : Huer Erklärung zu erhalten, die die bisher un­bekannte Politik des Kabinetts Dr. Wirth billigt, sird immer stärker. Namentlich die Demokraten befürchten, daß der alleinige Zutritt der Unabhän, gigen zu einer solchen Erklärung den sozialistischen i Sharakrer des Kabinetts noch schärfer betonen f Mrde, nachdem schon gestern die Vertrauensreds bis sozialdemokratischen Führers Wels gezeigt hat, wefiin nach Auffassung der Mehrheitssozialdsmo- Katie der Weg des Kabinetts führt. Im Reichstag | Mibe gestern von Vertretern der Regierungs- Mtteien die Absicht des Kabinetts kundgetan, Nnesfalls zurückzutreten, sondern den Reichstag «fzulösen, wenn sich keine hinreichende Mehrheit M das Regierungsprogramm finden sollte. Sollte ■ «t derartiger Kabinettsbeschlutz vorliegen — was i »ir einstweilen noch bezweifeln, denn es scheint sich MDehr nm eine Drohung zu handeln —, so wäre das fefee Politik der Nötigung, zu der kein Anlaß vor- »Prgt. Das Kabinett hat das Recht und die Pflicht, I Je lange im Amt zu bleiben,, bis ihm ein ausdrück­licher Beschluß das Vertrauen abspricht. Es kann 46er nicht Parteien zugemutet werden, sein Pro- . iltamm zu billigen, ehe es sich selbst darüber klar

Dewordru ist. Daß alle Parteien hinter der übec- titonmenen Verpflichtung stehen, das Ultimatum Wszuführsn, kann das Kabinett der Ansprache ent- jfemtm. Die Auflösung des Reichstages im gegen«

»artigen Zeitpunkt würde eine beispiellose Ver- jhetzung in unser ganzes Volk hineistbringen und Mein die Geschäfte der Sozialdemokratie besorgen, tie diese Neuwahlen bekanntlich seit einiger Zeit iforbert, um am Wahltag gegen das gesamte Bür­gertum die sozialistische Einheitsfront-zu schmieden.

(Köln. 3tg.)

Berlin, 3. Juni. Nach den letzten Sitzungen der Aeichstaosfraktionen darf cs, wie das „Berliner Tage- ■Hatt“ schreibt, als sicher gelten, das; die Unabhängigen fich bet der Abstimmung über das Regierungspro- eranun der Stimmen enthalten werden. Dieselbe Lak- til scheint auch die Deutsche Bolkspartei einschlagen zu Kellen. Sic will aber, wie es-heißt, in einer Er­klärung hcrvorheben, daß sie an der Erfüllung der etn- ttai übernommenen Reparationspftichten sachlich mit- ittbeitcn »volle, ohne das Wiedergutmachnngsprogramm kr Rcglerung als Ganzes anzunehmen. Durch die Stimmcnentholtung dieser beiden Parteien werden die Stirn nun der drei Koalitionsparteien die Mehrheit im Re&inett -bV.bcrtT

Amtliches Berküiidigungsblatt des Kreises Murburg.

Anzeiger für (bas früher kurhessische) Oberhessen

chleunigst Spenden einzuzahlen auf das Konto .Oberschlester-Hilfswerk" bei der Deutschen Reichs» bank. t-

Die Zahl der Aufständische«. '

wb. London, 3. Juni. Harmsworth erklärte im Unterlaufe auf eine Anfrage be< züglich der Zahl der polnischen Aufständischen t« Oberschlesien und der deutschen Streitkräfte und darüber, ob die Ankunft von englischen Bataillone« genügend sein werde, um die Autorität der inter­alliierten Kommission wiederherzustellen. Dis Stärke der polnischen Insurgenten sei auf 60- bl» 100 000 Mann geschätzt worden. Die Stärke der deutschen Verteidigungstruppen unter General Höfer werde auf 30 000 Mann geschätzt. Man hoffe, daß die britischen Bataillone, die jetzt aus de« Wege nach Oberschlesien feien, die zur Verfügung der interalliierten Kommifsioü stehenden Truppe» in die Lage versetzen würden, deren Autorität Wie« derherzustellen.

Kattowitz.

Berlin, 3. Juni. Nach einer Oppelner Mel« düng der „B. Z." machten die Ausrührer in Kat» towitz einen neuen heftigen Angriff gegen de« Bahnhof, wurden aber durch französische Tanks »et« trieben. Später eröffneten sie neues Feuer auf de» Bahnhof, wobei ein Eifenbahnbeamter und zwei ftanzöfifche Soldaten verletzt wurden. Die Stadt wird in Zwischenräumen immer wieder von Licht und Wasser abgeschnitten. In Eleiwitz traf:» die erwarteten Lohngelder von der Reichsbank ei«,

Zufammenftöße zwischen Polen und Franzose«.

Berlin, 4. Mai. Wie die „Vosi. Zig." au* Oppeln miedet, ist es in Kattowitz zu schweren Zu« fammenstößen zwischen Polen und Franzosen g« kommen. Ein von Franzosen geleiteter Lebens* Mitteltransport für die Kattowitzer Besatzung wurde von Insurgenten an der Stadtgrenze auf« gehalten. Es kam zu einem Gefecht, in dessen Ver­lauf die Franzosen die polnischen Strahcnüarrt« kaden stürmten, die Insurgenten versorgten und das polnische Standquartier in Bogutschütz aus­hoben. Etwa 20 Insurgenten wurden gefangen ge­nommen. Die Franzosen nahmen eine Säuberung--. aktion zwischen Kattowitz und Bogutschütz vor. Auch hierbei kam es zu lebhaften Feuergesechten zwischen Franzosen und Jesurgenten. Bei den Schießereien in Kattowitz wurden mehrere Leute aus dem Publi­kum verletzt, darunter eine Frau tödlich. In bet Nacht feuerten die Insurgenten von Zalence Mine» aus die Stadt ab. In Beuthen find die Insur­genten tief in das Weichbild der Stadt eingebruit« gen und haben viele Gschäste geplündert. Das i» der Stadt anwesende französische Militär ist gegr» die Plünderer nicht eingeschritten. In Tarnowitz hat der französische General de Brandes den Bahn­hof den Polen übergeben. — Nach einer Meldung des „Beil. Lok.-Anzeigers" treffen in Oberfchlesie» immer mehr reguläre polnifche Truppe» ein. . Bei Tarnowitz wurde eine Kompagnie uiti» formierter polnischer Truppen unter Führung ein«? berittenen polnischen Offiziers gesehen. Auch bei. Rosenberg erhielten die Insurgenten Verstärkung 4. durch reguläres polnisches Militär, das über Ma­schinengewehre und Artillerie verfügt. — Die kürz­lich von Korfanty unter Zwangsverwaltung ge« stellte Bergwerksdirektion Hindenburg ist dem Ra« tional-Polen Ziekewicz unterstellt worden, der bi* zu dem oberschlefischen Aufstand Leiter des pol­nischen Kohlenamtes in Warschau war. Es ist die* ein Zeichen für das planmäßige Zusammen« arbeiten der polnischen Insurgent«! mit dem polnischen Staat.

Wiederaufnahme der Kampfhandlungen.

Oppeln, 8. Juni. Rach heute abend au* Oppeln vorliegenden Meldungen ist an der ganz» von den Insurgenten besetzten Linie eine lebhaft« Wiederaufnahme der Kampfhandlungen festzu- stellen. Turawa im Kreis Oppeln mußte vo« den deutschen Verteidigern geräumt werden, bi* vier Tote unb sechs Verwundete hatten. E l a w q im Kreise Gr. Strehlitz wurde von den Aufstän­dischen stark beschoßen. Besonders heftige Angriff« der Insurgenten mit Artillerieunterstützung rich­teten sich gegen die östliche Seite des Annaberges. Die Tag unb Nacht' nnbouernben Kämpfe ent­schieden sich zu unseren Gunsten. Lebhafte Kampf­tätigkeit herrscht auch im Kreise Tosel. (Ein U e b e r g a n g s v e r s u ch' Über bie Oder wurde vereitelt. Ein weiteres Vorrücken der englischen Truppen ist immer noch nicht erfolgt.

Ein« Htutrole Stimme.

Kopenhagenf 2. Juni. Zur oberschlefischen ■ Frage führt die Zeitung „Politiken^ n. a. au*: Di« . oberschlesische Frage ist eine «urovSische Fragcnnd. ■ -Europa ist nicht reich genug, als oah «* ein wesent­liches Test Irin« natürlichen Reichiüm« rin« «F