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Die „Oberhesstjche Zeitun? ' erscheint sechsmal wöchentlich. — Bezugspreis monatlich
4.65 Mk., durch die Post 5.05 Mk. Ausgabe B mit „Ob-rh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr.
Bf IO? Mr ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. — Verlag von Dr. E. Hitzeroth.—Druck der Uuiv.-Buchdruckerei von Joh.Aug. Koch,
1021
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Marburg.
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Blan frage sich vergeblich im Volke weshalb man gegen
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Es folgt die Besprechung der Regierungserklärung pmemsam mit dem kommunistischen und unabhängigen Antrag auf Amnestie und Aushebung der Ausnahme- bestimm ungen.
Abg. Wels (S): Tie Regierung ging mit der Annahme des Ultimatums den einzig richtigen Weg, wm das Ruhrgebiet für uns zu retten, und um in Lberfchlesien nicht eine vollendete Tatsache zu schaffen. Itöner polemisiert gegen die Regieru ng Fehren -- Ia'ch, die es nicht verstanden habe, sich das Vertrauen te In- und Auslairdes zu enverben. Tie A u s - »ah m c b e st i m m u n g e n müßten abgebaut werden.
‘ j^«st könnte unsere Leistungsfähigkeit mit der über- ttzkvßen Belastung nicht Schritt halten. Handel und 'Industrie müßten allerdings in erster Linie zu den Ästen heran gezogen werden. Arbeiter und Angestellte,
|1O. Sitzung am Donnerstag den 2. Juni, nachmittags 1 Uhr.
Hau? und Tribünen sind nur mäßig besetzt.
Die Oberschlesien-Jnlerpellation der Demokraten ptb die deutschnationale Interpellation wegen der Er- tzänzungsprüfung der Beamten der Besoldungsgruppe W werden innerhalb der gesetzmäßigen Frist be- vrtwortet.
Zum mündlichen Bericht des Ausschusses für Volks- Ortschaft über die Erwerblosigkeit, wird eine Ent- Meßung des Ausschusses angenommen, langfristigen krwerbsloscn eine geldliche Beihilfe zur Wiederbcschaf- simg von Kleidern und Schühzeug zu gewähren, sie pgenüber den anderen Erwerbslosen besonders zu bc- Schichtigen and ihnen die Unterstützung auch über
Minister für Wiederaufbau Dr. Rathenau: Sir werden heute von mir weder ein Programm noch einen Bericht erwarten. TaS Arbeitsfeld, in das ich mich ein- zuarbeiten habe, ist groß und eine Jnformationszeit von einigen Tagen wird dann doch nötig sein, ehe ich Rechenschaft ablegc von dem was geschehen ist unb von dem, was geschehen soll. Es war kein leichter Entschluß für mich, mich zu trennen von so einer großen Zahl wirtschaftlicher Gebilde, die ich zum Teil selbst geschaffen hatte. Was mir den Entschluß erleichterte, war die Erwägung daß mein neues Arbeitsfeld kein politisches ist. Nicht als Mitglied einer Partei bin ich berufen. Ich entnehme dieser Tatsache das Recht, meinen Aufgabenkrris so unpolitisch wie möglich zu gestalten. Es ist keine Besorgnis vorhanden, daß dieses Arbeitsgebiet sich verquicken wird mit irgend eüvas, was mit Kriegswirtschaft oder Zwangswirtschaft zu tun hat. Weiter betont ich, daß von meinem Arbeiskreis alles ferngehalten werden wiü>, was auch nur von weitem nach Schiebertum und Reparationsgelvinn aussieht. Eine allgemeine Reform des deuischen Wirtschaftslebens tvill ich nicht vornehmen. -Der Körper unserer deutschen Wirtschaft ist viel zn krank, als daß es möglich wäre, ihn von Grund, aus
r dem Be- r SBittels.
Svnutao vom Siid- Wetturnez t u. Dame,
umzugestalten. Große wirtschaftliche Reformen verspre- i chen erst dann Erfolg, wenn das Bewußtsein des Volkes I sich auf diese Reformen mit Freuden eingestellt hat. 1 Ich will also mein Amt nach rein wirtschaftlichen und i sachlichen Grundsätzen führen. Ich bin eingetreten in ein Kabinett der Erfüllung. Wir müssen Weg- finden, < uns mit der Welt wieder zusammenzufinden. Der zweite Grund ,der mich bewogen hat, das mir angebotene Amt anzunehmen, ist der, daß ich die Ueberzeugung gewonnen habe, daß Frankreich den Wiederausbau will. i Man hat mir gesagt, seien Sie vorsichtig, denn Frankreich ist es mit dem Wiederaufbau nicht ernst. Ich habe mich aber davon überzeugt, daß es Frankreich mit dem Wiederaufbau ernst ist. Es ist für uns in der Lage des Bedürfnisses und des Schmerzes, in der wir uns befinden, schwer. objektiv zu bleiben. Aber als Gegenkontrahent Frankreichs müssen wir Frankreich gegenüber, objektiv bleiben. Diese Objektivität besteht darin, daß wir daran festzuhalten haben, daß Frankreich den Wiederaufbau will und z!var aus dem Grunde, weil Frankreich im Kriege schwer gelitten hat. Es ist Tatsache, daß 3,3 Millionen Hektar dieses- Landes zerstört worden find, 370 Tausepd Häuser sind beschädigt, darunter 300 Tausend vollkommen vernichtet. Die Schulden Frankreichs sind ungeheuer mc- gcwachsen und seine Handelsbilanz ist eine passive. Sie sverben mit mir einig sein, ein Land, das sich in einer solchen Lage befindet, will den Wiederaufbau. Frankreich wird ihn auch wollen in Gemeinschaft mit un5 und darauf kommt cs an. Daß Frankreich aber heute schon Gewaltiges und sehr Beachtenswertes an dem Wiederaufbau geleistet hat, ergibt sich aus folgenden Zahlen; Es ist dem französischen Wicderaufbauministerium gelungen, von Lokalbahnen und Brücken 60 Prozent wieder herzustellen, von Fabriken 30—40 Prozent, von Bergwerken 6 Prozent, von Häusern allerdings nur 2,5 Proz. Tas ist doch eine höchst respektable Leistung, besonders für Frankreich, und daraus geht hervor, daß Frankreich die crustlichc Absicht hat, wieder aufzubauen. Wenn aber der Wiederaufbau von der einen Seite gewollt wird, dann lind n>tr verpflichtet, ihn zu leisten. Damit komme ich auf die Worte von Exzellenz Edler v. Braun zu sprechen. (Zuruf links: Abgeordneter!) (Verzeihen Sie, cs ist das erste Mal, daß ich hier spreche.) Also, der
I Abgeordnete v. Braun hat einen von mir geschriebenen I Aufsatz verlesen, auf den ich auch ohne diese Verlesung zu I sprechen gekommen wäre. In diesem Aufsatz habe ich I die schwersten Bedenken gegen die Annahme des Ultima« ! tums ausgesprochen. Aber weshalb ich diese Bedenken gehabt habe, hat der Abgeordnete v. Braun nicht gesagt.
I Er hal nicht gesagt, daß es nicht die Zahlen gewesen I sind, die angegriffen habe, sondern der Index. Diesen I I u d e x heiße ich aber nach wie vor sehr unglücklich und I ich bin fest überzeugt, daß schon heute auch auf der Gegen- I feite die gleiche Erkenntnis sich Bahn gebrochen hat, daß dicker Judex weder unseren > noch den Interessen
I unterer Gegner entspricht. Wenn es aber nicht die Pflicht I eines jeden sein sollte, während der schwebenden Verhand- I lnnaen str itrernen uno dringend zu warnen, bevor ein Un- I glück gescheh»» ist, dann weiß ich nicht, was eine ehrliche I Ueberzeugung sein soll, llnb wenn dann die Entscheidung I gefallen ist, soll man sich daun zurückziehen und schmollen I und sabotieren ? (Widerspruch und Zurufe rechts.) Sie I (nach rechts) sitzen doch auch noch hier, nachdem das I Ultimatum unterschrieben worden ist. (Zuruf rechts: I Es bleibt uns ja nichts weiter übrig. Stürmische Heiterkeit.) Gewiß, wenn wir hier sitzen, so tun wir das doch
I nur, um dem Lande zu dienen und wir dienen dem Lande I vor und nach dem Ultimatum. Und nun die Frage, I wie ich mich meinen übernommenen Verpflichtungen gegen« I über zu stellen habe, gleichviel ob ich sie freiwillig oder unfreiwillig übernommen habe. Und da betone
I ick: Industrie heißt kaufmännische Anwendung der Tech- I nik. Industrie im Handwerk und im Kaufmannsstand. । Der Kaus.uannsstaud ist in der ganzen Welt auf den alten I Grundsatz der Vertrauen heißt, eingestellt. DaS Vertrauen I hat als Symbol das geschriebene SSort, die Unterschrift.
Wenn ein Brick die Unterschrift meines Hauses ober meines I Namens, oder gar meines Volkes trägt, bann betrachte ich I diese Unterschrift als meine Ehre und die Ehre meines
I Landes. Ich halte die Erfüllungen des Ultimatums für I möglich. (Zuruf rechts: Früher haben Sie aber das
11 Gegenteil gesagt. Großer Beifall.)
deutsche Volk in seiner Gefolgschaft finden. . Pariser Stimmen zur Kanzlerrede.
Paris, 2. Juni. Die Rede des Reichskanzlers wird von der Pariser Morgenprefse recht günstig ausgenommen. Der „Petit P a r i s i e n" sagt: Man mutz anerkennen, dah der erste Teil der Rede des Kanzlers ihm alle Ehre macht. Das erste Mal hört man, datz ein Chef der deutschen Regie, rung nicht nur Absichten, sondern Taten vorsteht, die beweisen, datz Deutschland endlich seine Verpflichtungen erfüllen will. Wenn überhaupt noch Schwierigkeiten zu überwinden sind, so finden sie ficht in Bayern. Herr Wirth kann aber da« rauf rechnen, datz ihm die Verbün« beten helfen, diesen- Widerstand z» brechen. (!) Auch inbezug auf die Wiedergut« machund macht die Rede des Reichskanzlers einen guten Eindruck. Er beschränkt sich nicht daraus, zu versprechen, datz man zahlen will, er kündigt neue Steuern an und zögert nicht vorzuschlagen, datz man die Schwerindustrie zur Zahlung heranziehen soll. Leider aber macht der zweite Teil seiner Red« über Oberschlesien nicht denselben günstigen Eindruck. Warum mutz er hervorheben, datz Dbo< Mesten vollständig deutsch bleiben Mutz?
6. Mts.
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SreMiwn zm MÄmzlmede.
Berlin, 2.3k«. Tie gestrige Programmrebe bei Reichskanzlers Wirth findet die uneingeschränkte Zu« kimmung der Koalitionspresse. — „Get« m a n io" betont, man habe durch die Rede ben überzeugten Eindruck von der ehrlichen Energie gewonnen, mit der die Regierung des 10. Mai an die Einlösung ihres Worte» herangeht, und hofft, daß sich im deutschen Volke eint Mehrheit findet, die der Vernunft und damit dem Vaterlande zu dem Erfolge verhilft, mit dem wir uns nur, einmal auf absehbare Zeit zufrieden geben müssen. — Das „Berk. Tageblatt sagt: Die R«de des Kauz« lers ist ein Bekenntnis zur Tat, zur Bereitwilligkeit, iw ( 'vstematisch aufbauender Arbeit Deutschland stark ist machen, um Generationen hindurch die Wiedergutmach^ ungsschuld abtragen zu können. — Der „Vorwärts bezeichnet als einheitlichen Gedanken der Siebe, daß die Annahme des Ultimatums viel mehr sein müsse al? eine bloße Geste, baß Leistungen vollbracht werden müßten, die jeden Zweifel an Deutschlands gutem Willen, seinen Verpflichtungen nachzukommeu, in der Welt ausrotten. Das Blatt stimmt diesem Grundgedanken ,n und sagt! Seine energische Ausführung ist die Voraussetzung all« heiteren Politik. Für lange Zeit hinaus wird leint deutsche Regierung von ihm abweichen können, ohne das Land, dessen Geschicke ihr anvertraut sind, in allerschwerstes Unheil zu stürzen. — lieber die Stellung der beiden Randpart^en der Regierungskoalition, der Deutschen Volkspartei und der Unabhängigen, auf deren Unterstützung die Minderheitsregierung angewiesen ist« geben sowohl die beiden volksparteilichen Organe, bit „Deutsche Allgemeine Zeitung" und „Täglich e R u n d s ch a u", als auch die unabhängige „Freiheit" keinen Auffchluß. DaS letztere Blatt erttärt. daß das Regierungsprvgramm wohl manches richtige und zutreffimde enthalte baß es jedoch weit hinter dem zurück- bleibe, was die Unabhängigen als Mindestprogramm formuliert haben. — Während dir „Tägliche Rundschau" sich mit einem Stimmungsbild begnügt, beschränkt sich die „Deutsche Allgemeine Zeitung in ihrem Kommentar auf eine Inhaltsübersicht bet 9tebe unb betont nur, datz Dr. Wirth keinen Zweifel gelassen habe, daß eS seiner Regierung daraus ankommt. die eingegangenen Verpflichtungen in gewissenhafter, loyaler Weise bis zum äußersten zu erfüllen, um durch Arbeit und Leistungen die Freiheit deS Vaterlandes wieder zu gewinnen. — Die deutschnationale Presse lehnt den Teil der Siebe, der sich auf die Erfüllung de» Ultimatums bezieht, schwss ab und findet nur zustimmende Worte für die Ausführuügen über Oberschlefien.
Die „Köln. Zeitung" schreibt: Das Programm, das Dr. Wirth entwickelte, war unbedingt gut. Diese Qutlität wird ihm kein Mensch streitig machen. Es hielt sich frei von jeder Parteilichkett und entwickelte allgemeine Grundsätze, denen die Deutschnationalen ebenso ruhig zustimmen können wie die Mehrheitssozialdemokraten. Wer an die Spitze seines Programms: Verständigung, Wiederaufbau und Versöhnung setzt, mutz das ganze
Amtliches DerküMgungsblatt des Kreises Marburg.
Anzeiger für (das früher kurhefstfche) Oberhessen
Marburg Mag, de» 3.3uni
Brachmond
Reichskanzler Dr Wirth protestiert gegen den Vorwurf des Abg. v. Braun, daß er die Eingabe der baye- i, rischen Regierung in Sachen der bayerischen Einwohnerwehren an die Entente nicht unterstützt habe. Er habe vielmehr der bayerischen Eigenart entsprechend gern der freiwilligen Entwaffnung zugestimmt. Herr v. Brann habe aber Einwohnerwehren unb Orgesch unter« einanber verwechselt, unb es sei höchst bedauerlich, daß sich ein Abgeordneter hier hinstelle und ohne genügende Sachkenntnis spreche. In der Sache der Einwohnerwehren habe er sofort.das bayerische Ansuchen unterstützt. Redner verliest darauf die englische Antwort an Bayern und stellt fest, datz er sich an das Ultimatum gehalten habe und sich durch nichts dagegen hinreitzen lassen werde, die Loyalität reiner Erklärung zu erschüttern. 91 ebner warnt im übrigen, anlätzüch kleiner Truppentransporte wie ». B. der der bayerischen Wachkompagnie nach Bayern große Zeitungsartikel zu machen, die auf Unkenntnis beruhen und geeignet seien, Unstimmigkeiten hervorznrusen. Redner schließt mit einem Protest gegen den antisemitischen Angriff des Abg. v. Braun auf das Kabinett.
Abg. Henke (Unabh.) betont die Notwendigkeit, die Sondergerichte aufjubeben. Die Zulassung der Frauen zn bat Schöffen- unb Geschworenengerichten stehe noch immer offen. Der Dank, ben Reichskanzler Wirth gestern nach Bochern gerichtet habe wegen der sreiwillige» Abgabe der Wassen, Sei au die falsche Stelle gelangt Das I seien dieselben Leute, welche dir .UnabhäuLigen und §.om-
uücyt d, S fit n Hotz a ob«- Koch- ylasefr i wiiS
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heute noch die Grundlage unseres Etats, dem sollten I' ich die politischen Parteien anzuschließen versuchen. ‘
Redner betont die Notwendigkeit die laudwirtschaft-1 liche Produktion zu fördern, sonst könnten wir unseren I Verpflichtungen nicht Nachkommen. Die Frage der । Entwaffnung dürfe keinen Anlatz zu weiteren Sanktionen geben. Wir billigen auch die Haltung der Regierung in der Frage der Aufhebung der Ausnahmebestimmungen und der Sondergerichte. Eine allgemeine Amnestie aber können wir nicht befür-1 Worten. Wir protestieren gegen die Sch andtaten Korfantys in Oberschlesien und hoffen nur, daß Mc Geist des bösen Willen, das gute schaffen toirb. Wohl stehen uns noch schwere Aufgaben bevor, aber es wird uns gelingen, sie zu erfüllen, wenn hmr den kleinlichen Harder vergessen und dm Weg der gemeinsamen Arbeit finden.
Abg. Edler von Braun (D.-Nai.) bedauert, daß der Reichskanzler sich nicht klarer und bündiger über sein Programm ausgesprochen hat, Eine Negierung, die das Ultimatum unterzeichnet hat, müsse ich doch über alle Mittel und Wege klar sein, dir zur Erfüllung des Ultimatums notwendig sind. Warum habe die Regierung nnicht ans der sofortigen Aufhebung der Sanktionen bestanden. Warum habe die Regierung nicht aus der sofortigen Tas Ultimatum geht weit 'über das hinaus, was wir erfüllen können. Ter Wiederansbauminister R a t h e - n a u hat zwar jetzt das Gegenteil behauptet. Hoffentlich wird er uns die Gründe seines plötzlichen Gesinnungswechsels klar machen können. Desgleichen I wird der Reichskanzler uns über seine Finanzpläne noch genauere Auskunft geben müssen.
Unsere Handelsbilanz aktiv zu gestalten, ist nur I möglich durch eine große Steigerung der Prohn k t j o n. Wiederaufbau und Versöhnung sind ja I wunderschöne Worte, weiter aber auch nichts. Kann die Regierung einen Weg zeigen, die Lasten ohne Uebec-1 bürbang der deutschen Wirtschaft zu tragen, dann wollen mir ihn beschreiten. Wir aber glauben nicht I an die Möglichkeit der Ersüllnng des Ultimatums. I Tie Folgen der Unterschrift sind schon heute klar. I Amerika hat mit uns keinen Frieden geschlossen. Redner polemisiert ebenfalls gegen die auf die Dauer unerträgliche Ausfuhrabgabe. Tann geht der Redner auf die einzelnen Steuerpläne ein und imnnt sowohl brr her Miersteucr- wie bei der Grundsteuer ben Bogen zn Überspannen. Tie Förderung der landwirtschaftlichen Produktion sei die Lebensfiage für Deutschland. Jede neue Belastung der Landwirtschaft aber müsse zum Zusammenbruch führen. Hätten Industrie und Landwirtschaft nicht die volle Freiheit, sich selbst zu entwickeln, dann würden alle Pläne der Regierung scheitern. Auch für Oberschlesien habe die Regierung nur Worte gefunden. Es sei bei dem Ultimatum dasselbe Spiel mit uns getrieben worden, wir bei dem Versailler Diktat. Hier könne rs nur eins geben: Helfe Tir selbst und Tu wirst Bundesgenossen finden! Ter Reichskanzler habe vom nationalen Gedanken gesprochen, aber mit gewissen Einschränkungen im demokratischen Sinne. Tabei habe in Frankreich gerade die Demokratie den nationalen Gedanken im imperialistischen Sinne ausgestaltet- Mit der freiwilligen Entwaffnung der Ein- w oh u e r w eb r e n sei jeder Gründ gefallen, die Wehren selbst aufzulösen, die so nicht mehr gegen ben Friedcnsvertrag verstoßen. Die bayerische Regierung halte an diesem Grundsatz fest. Der Redner richtet an ben Reichskanzler die bündige Frage, ob die Pläne der Regierung, die sich gegen die Landwirtschaft richten, ' tatsächlich bestehen. Für diesen Fall sagt et der Re- ■ gierung schärfsten Kampf an. (Beifall und Wider - ' spruch.)
Rathens us »Programm*.
munisten verfolgten und die die politische SpitzeltätigkÄ begünstigten. Der Reichskanzler wolle den nationale» Geist in demokratischem Sinne entwickeln. Glaube er bo> burdj die Internierungslager zu erreichen«? Wenn bfe Steigerung der Produktion durch das Liebesgabensysteal erreicht werden solle, müsse seine Partei dagegen prowstiv- rcn. Die Landwirtschaft bedürfe keiner weiteren Ulte»* tützung. Redner wendet sich gegen die indirekten Strivr» Wie stehe der Kanzler zur Sozialiflerung, wie zur Frige der Unterstützung der KriegsbeschDigten, wie zur Wob« nungsfrage«? Redner schließt mit der nochmaligen »v*, ürtoortung der Anträge auf Aushebung der Ausnahmebo-j ttmmungen. Die Regierung müffe sich deffeu bewußt bleiben, daß sie im Interesse der Arbeiter auf bet Wacht bleiben müsse, wenn sie nicht mit beten schärfsten Mißtrauen rechnen wolle. (Beifall llnks.) i
Nächste Sitzung Freitag 1 Uhr: Kleine _ Anfragen- Interpellation Stresemonn übet die Sanktionen irrtb Wetterberatung.
■ - Mhl weiter Volkskreise zn sabotieren. Die f i n a n - ' ff eil en Lasten seien außerordentlich schwer. Man
ng) 40ir ■- tetzne aber damit, daß nicht Neues darüber hinaus «ü> willkürlich noch neue Lasten auferlegt werden,
. sind. Gegen eine allgemeine Amnestie habe rkt-nv. 111 schwere Bedenken, da sie geeignet wäre, das Recht-
her
Juni aiS ch im tltii ppshaustz nung: es Satrtt*
Erfassung der Goldwerte und die Heranziehung der iLandwirtschaft «sw. müßten so betrieben werden, daß dir indirekten Steuern im Interesse des arbeitenden Rolfes nicht zu sehr in Anspruch genommen werden WÜfsen. Wir können jedenfalls nicht zugeben, daß die besitzende Klosse schon übermäßig belastet sei. M die neu. aufgesammeltcn Vermögen müssen er- faßt werden. Die neue Belastung des Kapitals ist die Voraussetzung für jede neue Belastung bet breiten Rassen.
Der Redner polemisiert sodann gegen die 2 6 p r o - Mutige Ausfuhrabgabe, die eine Erschwerung unserer Ausfuhr bedeute. Neue Verhandlungen mir der Entente in der Ausfuhrabgabenfrage seien brii nenb erforderlich. Das Volk sei entschlossen, sich selbst wie-er aus dem Abgrund herauszuarbeiten und dazu die Sozialdemokratie mitwirken. Solange aber 'der verbrccherifche Geist, der auf der Rechten herrscht, Hch nicht ändert und solange nicht dort monarchistisch ttHninbenbe Deutsche als Verräter gebrandmarkt-kier- kt, bleiben wir Todfeinde. Von der Negierung aber .verlangen wir energische Bekämpfung dieses Geistes, kt das deutsche Volk diskreditiert. Wit sind gegen eine Politik, die sich gegen England richte, andererseits warnen wir auch davor, allzu ^erschwer,glichen Dank an die Mächte zu richten, M uns gegen Frankreich in Oberschlesien unterstützt haben, denn schließlich sind wir doch auf eine Ver- Dindigung mit Frankreich angewiesen. Wir begrüßen
küHd ■ Md.
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10 cl„ Ausichlag, amtliche und auswärtige L20 Mk. Andere Spaltenbreite« nach r* entsnrechender Berechnung. Spät einlaufend« oder den Raum über 's, Seit« «m- JQ. OUlJlgt nehmende Anzeigen sind wir berechtigt, nach der Textspaltenbreit« zu setzen und zu berechnen Sogen. ReNamen berechnen wir die Zeile mit 3.00 Mk. Jeder Rabatt ailt al- Barrabatt. Bei Auskunft durch di« Eejchäftsstelle und Vermittlung der a Angebot« 75 Pfg. Sondergebühr.
x deren Einkommen bei der Teuerung nicht entfprechend
A hitgegangen find, könnten bei weitem nicht so schwer
M Haftet werden. Preisechöhungen wurden bei der
' z . geplanten Monopolisierung nicht zu vermeiden sein,
oerem fr müßten aber dem Staate zu gute, kommen. Die
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•ttb daZ Handelsabkommen mit Rußl and »hne uns in dessen innere Verhältnisse einzumischen. ’ Abg. V ccker-Arnsberg (Ztr.): Wir wollen alle Ctyier bringen, die die Turchjührung des Ultimatums Erfordert. Wir erwarten aber auch, daß damit enolich He Sanktionen beendet sind. Lloyd George wird .sivfientlich für die Befreiung der Städte Duisburg Düjfeldorf sorgen. Es sei int sozialen Sinne kürstverstät'.dlich, daß die besitzende Klasse in erster Linie zur Erfüllung der Verpflichtungen herangezogen würde. Redner geht sodann auf die einzelnen Steuer» »bjekte ein und erklärt, daß seine Partei mit der Lörfensteuer und bet Kohl'ensteuer einversmnden sei.
für die Eenußmittel, wie Taba^ Süßstoffe und jfrder käme man nicht ohne eine Steuer hinweg. Br.tcr allen Umständen müßte aber der Luxus ersaßt werden. Die Mictssteuer, so schwer sie auch falle, M nicht zu entbehren, wenn wir unserer Vautätig- siedet «nshelfen wollen. Sparsamkeit fei auch
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Berichts au v. Bla,» «ngen un) benbiirqen e des Vit, mmen. orland.
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