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Amtliches VerkündigungMatt des Kreises Mrdurg.

Anzeiger für (das früher kurhessische) Oberhessen

%. 125

Die ,^)berhessische Zeitun'" erscheint sechsmal wöchentlich. Bezugspreis monatlich z.ss Mk., durch die Post 5.05 Mk. Ausgabe B mitOberh. Sport-Ztg." 1 Mk. mehr. Für ausfallende Nummern infolge Streiks oder elementarer Ereignisse kein Ersatz. Verlag von Dr. E. Hitzeroth. Druck der Univ.-Buchdruckerei von Job. Ang. Koch. Markt 21,23 Fernsprecher 55. Postscheckkonto: Nr. 5015 Amt Frankfurt a. Main.

Marburg IRitM, den L 3ml

Brachmond

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51. WkS.

1921

UW Wege linnen nns miete empor fiten?

Zwei Erscheinungen kündigen den Verfall von Staaten und Völkern an: die allgemeine Entmutigung und das Schwinden der lohnenden und schaffenden Arbeit, verbunden mit der Weitläufigkeit der Ver­waltung und der dadllcch steigenden Last der Aus­gaben. Leider treffen diese Umstände auf unsere fetzige Lage zu. Wir sehen zunächst, daß zwar wieder ge- arbeitet, zum Teil sogar fleißig und mit gutein Willen gearbeitet wird, daß aber trotzdem die Arbeitslosigkeit am Mark des Volkes zehrt und anderseits der Ertrag der Arbeit durch die außerordeutlichen Unkosten für Rohstoffe, Löhne, Steuern gewaltig geschmälert wird. Wir dürfen nicht vergessen, daß unser Vaterland seit Ausbruch des Weltkrieges fast ausschließlich Ver- b r a u ch e r w i r t s ch a s t treibt. Einesteils ergab sic sich daraus, daß wir mit den knappen Vorräten bans- halten mußten, anderenteils aber wollten die Regie­renden die Massen bei Stimmung erhalten. Die Nach­kriegszeit bat diese Entwicklung noch beschleunigt, denn das heutige Deutschland stellt seine Wirtschaftspolitik auf Volksberuhigung ein, wobei nur allzu sehr über­sehen wird, daß der durch die Valutaverbältnifse ge­steigerten Ausfuhr der Ausverkauf des eigenen Landes und hiermit eine unerträgliche Preistreiberei im Innern gegeuübersteht. Die Annahme des Ultimatums vom 10./1.1. Mai 1921 bat in diesem Sinne eine ganze Kette schwerer Gefahren im Gefolge. Der Fabrikant, der aus führt, gewinnt, das Reich aber verliert unter der Last der 26o/oigcn Ausfubrabgabe, die uns das Ultimatum auigezwungen hat. Daneben hat das Reich die Tilgungsraten und Zinsen für die 132 Milliarden Goldmark der Gesamtschuld zu zahlen. Daher liegt es im Sinne der einzigen Möglichkeit, das Reich aus dem durch diese Lasten drohenden Ban­kerott zu retten, darin, daß es vorläufig nicht erheb­lich' über den Mindestsatz von 3 Milliarden Goldmark hinausgeht, bevor es nicht gelungen isk, die Umbildung vnferer Wirtschasts- und Finanzpolitik auch wirklich durchzuführen.

Vor Allem müssen wir in unserer Warenerzeugung eu-3 den eigenen Mitteln schöpfen, also Köhlen, Erze, Kali aus dem Reichtum unserer Bodenschätze, der uns blieb, ausnutzen, die chemischen Erzeugnisse und vor Allem die Landwirtschaft heben. Aus alledem ergibt sich als der erste Weg, um die Bahn des Wicderemvor- kvmmenS ans unserer nahezu verzweifelten wirtschaft­lichen und sinanziellen Lage zu gewinnen, die Not­wendigkeit, un$cre Arbeitsfähigkeit in technischer, sozialpolitischer und seelischer Hinsicht <nr Aufbietung der höchsten Kraft zu steigern. Vor allem aber müssen alle Sozialisierungsvcrsuche, alle parteipolitischen Vor- »ingcnommenheiten und Bedingungen aus dem deut­schen Wirtschaftslebens herausgenommen werden, damit nicht für-die Parteiinteressen, sondern für das Vater­land und dessen Genesung gearbeitet wich. In engster Verbindung hiermit steht die Notwendigkeit, daß wir, soweit irgend möglich, es ablehnen, fremde Waren |u kaufen.

Die nächste Bedingung des Wiederaufstieges liegt darin, daß endlich die Schieberei und der W u ch e r wirksamer als bisher unterbunden werden. Was wollen wir von der Erstehung erhoffen, wenn immer noch Vieh und Getreide ins Ausland verschoben wird, blos um möglichst viel Geld zu machen, während bei uns Mangel herrscht und die Preise immer höher hinauf- defchraubt werden, nur um die Not des eigenen Volkes auszubeuten und die höchsten Gewinne zu ziehen? Leider ergreift die Gewinnsucht immer weitere Krise, die früher dem wucherischen Erwerb ferne gestanden haben. Die Steigerung der Lebens- und Verbrauchs- mittclpreise hat selbst einen Teil der Landbevölkerung wie mit einem Taumel erfaßt und sie dazu gebracht, das; die Preise in einer für eine weite Schicht des Volks ersch'.eckenden Höhe bleiben.

Obwohl bei uns immer größer: Wohnungsnot einreißt, und in Bezug auf die Volksernährung die Nachfrage größer ist als das Angebot, ist unsere Regierung noch immer nicht dazu durchgedrungrn, den Zustrom fremder Elemente zu dämmen. Aus dem russischen und polnischen, rumänischen und bulgarischen Osten, aber auch aus dem westlichen Ausland, selbst aus Amerika strömen massenhafte Zuwanderer nach Deutschland, um die billige Valuta zu nutzen und alle Vorteile zu ziehen, die ihnen die Heimat unter der Nachwirkung der Kriegszeit versagt. Es ist leider rin alter, anscheinend unheilbarer Fehler der Deutschen bi: Ausländer hereinzuziehen, damit sie unsere Kultur erwerben, ideal gedacht, aber in der harten Praxis die größte Täuschung, der wir uns hingeben können. Wenn jetzt überflüssige Kräfte unseres eigenen Volkes, der zu Haufe infolge fehlender Arbeitsgelegenheit keinen V-rdwus finden können ins Auslind, z. V. »ach Nordamerika oder' nach Brasilien, wollen, so wird ihnen der Rirgrl vorgeschoben, während wir in Ansrrrr Not aHe möglichen unliebsam« Hafte herein­

lassen. Nickt die Masse des im Lande zusammen- gevreßtcn Volkes macht die Entwicklung aus, sondern die gesunden Bedingungen, unter denen das Volk lebt.

Der nächste Punkt ist die s i t t l i ch e Seite. Man sagt ost, daß unser Volk krank, von Fieberschauern be­fallen ist. Anderseits wird dagegen behauptet, daß wirkerngesund" sind, denn sonst hätten wir die Taten des Weltkrieges nicht vollbringen können. Gewiß, diese Taten werden für alle Zeiten in der Geschickte glänzend dastehen und bilden die Grundlage des Wiederaufstieges. Indessen sollten wir uns auch hierin vor Schwärmerei und Träumerei hüten, zwei Erbfehler des deutschen Wesens. Der Sturz von der Höhe ist doch ein zu jäher, als daß sich die Wirkungen so leicht ansgleichen ließen. Tie allgemeine Wehrpflicht, eine Grundlage unserer früheren Größe und Macht, ist auf einen langen Zeitraum hin abgeschafst. Die straffe Ordnung der alten Zeit ist gelockert, die Begriffe der Achtung war Gesetz sni> Ord­nung, vor Eigentum und Recht, vor Sitte uuh Selbst­zucht sind bedenklich erschüttert. Der leichte Verdienst, der schon der halbwüchsigen männlichen und weib­lichen Arbeiterschaft in den Schiß fällt, hat leider eine Verwilderung der Sitten, ein Jagen nach Sinneu- genuß, eine Vergeudung der alten moralischen Güter unseres Volkes herbcigesührt, die jeden wahren Vater- landssreund mit schwerer Sorge erfüllen muß. Welches Geschlecht soll emporwachsen, wenn cs so weiter ge­trieben wird? Dazu kommt die maßlose Versckwen- dungssuckt der Kriegs- und Revolutionsgewinner, sowie der Kreise, die aus der Konjunktur der Gepenwart auf redliche oder weniger redliche Weise zu schöpfen und zu raffen wissen, während weite Schickten bitter darben, namentlich der Mittelstand und das Hand werk unter der Schwere der Zeit seufzen und der Last der Steuern zu erliegen drohen, di euns das unglückliche System der Erzbergerschen Ver'uchste anfgedrungen hat und vielleicht in naher Zukunft von Neuem bescheren wird. G e r e ch t i g k ei t ist in dieser Notzeit. wo Schweres zu tragen ist, die einzige Richtschnur, um die Einheit des Volkes zu erhalten.

Tiefer Gedanke führt uns zum letzten Gesichtspunkr unserer Betrachtungen, nämlich von der wirtschaft­lichen und sittlichen Frage aus die politische Immer wieder versichern selbst radikale Kreise na­türlich von den ganz links stehenden abgesehen daß die Geschlossenheit des deutschen Willens die alleinige Bedingung des Aufstieges ist. Ganz recht! Nur ist es in der Praxis anders wie in der Theorie. Sobald auch nur der Versuch gemacht wird, die sogenannten E r r u n g e n s ch a s t e n d er R e v o! u t i o if7 die wir für trügerische Schlagworte Halten 5a rütteln,, z. B. den A ch t st u n d e n t a g, zu bemängeln, so ist der Parteihaß bis zur vollsten Schärfe entfesselt und kennt keine Grenze. Weiterhin müssen wir einsrhn lernen, daß nicht die Masse führt, sondern daß die gehobene Persönlichkeit, die über die Masse durch Begabung und Geisteskraft herausragt, die Leitung übernehmen muß. Freilich, wo sind die Männer, die uns führen können? Wo ist ein Mann von Ausmaß Bismarcks? Aber es fehlen nns auch die Großen, die Preußen vor mehr als hundert Jahren aus der Tiefe emporgehoben haben: wo sind Männer vom Schlage Steins, Arndts, Fichtes? Mittel- größrn haben wir in Fülle, aber es schien die führenden, begnadeten Geister. Möge sie der Himmel nns schenken, allein das sei rzns gesagt: Sie wachsen nicht auf dem Boden der Stumpfheit, der Gleich­macherei, der internationalen Verflachung. Darum müssen wir vor allem wieder ein Volk werden, das nicht aus so und so viel Millionen, nicht aus so und so viel Parteien und Parteichen besteht, sondern das iu sich selbst einig ist. Nicht die Partei, die in der Gegenpartei Feinde und minderwertige Menschen ficht,darf den Ausschlag geben nein, das Vaterland muß über die Partei, unbedingt über die Partei und deren engherzige Interessen gestellt werden. Mle Par­teien haben etwas nachzulassen, dem Vaterland etwas zu opfern. Ehe wir nicht lernen, den alten Fehler abzul gen, daß zu z't die Partei, dann nochmals die Partei, dann erst die heilige Sache des Vaterlandes kommt, ist uns nicht zu helfen! F. I.

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Sie MWnng des Ultimatums.

Die finanziellen Bestimmungen. ' Ankauf von Gold.

Berlin, 31. Mai. Die Reichsbank gibt fol­gendes bekannt: Durch Annahme des Ultimatums der alliierten Mächte vom 5. Mai ds. Js. hat das Reich schwere finanzielle Verpflichtungen über­nommen. Sie zu erfüllen müssen die größten An­strengungen gemacht werden. Von diesem Gesichts­punkt aus hat das Reichsfinanzminifterium sich entschlossen, durch Vermittlung der Reichsbank uno­ber Reichspost Gold zu einem dem Weltmarkt­preis ungefähr angepaßten Preis anka»f-en zu!

lassen. Goldene Schmucksachen und EebrauchL- gegenstände bleiben vom Verkauf ausgeschlosien. Für deutsche und ausländische Gold­münzen, sowie für Barren, erfolgt der Ankauf durch Vermittlung der Reichsbankanstalten, die bereits mit den entsprechenden Weisungen versehen sind. In den nächsten Tagen wird der Ankauf auch von allen Postanstalten, von diesen aber nur in Bezug auf deutsche. Reichsgoldmünzen, aus­genommen werden. Der von der Reichsbank und Post zu zahlende Ankaufspreis ist der gleiche. Er wird auf der Grundlage des Weltmarktpreises am Ende jeder Woche neu festgesetzt. Für die laufende Woche stellt er sich z. B. auf 260 <M. für ein 20 M.- Stück, auf 37 000 M für ein Kilo Feingold. Die Preise für die übrigen deutschen und ausländischen Goldmünzen werden entsprechend festgesetzt. Die Umsatzluxussteuer kommt bei diesem Verkauf nicht in Ansatz. Den Besitzern von Gold bietet sich hier­nach Gelegenheit, es ungefähr zum Weltmarktpreis zu verwerten. Dagegen ist der anderweitige Ver- tauf auf Grund des Gesches betreffs die Verfügung über Gold vom 28. 4. 21 (Reichsgesetzblatt S. 489) ohne Zustimmung des Reichswirtschaftsministecs verboten und strafbar. Die Verwertung im Aus­land ist durch das Eoldausfuhroerbot ausgeschlossen

Auflösung der Selbstschutzorganisationen

Berlin, 31. Mai. Das Verzeichnis der auf­zulösenden Selbstschutzorganisationen, ist den Blät­tern zufolge, gestern der interalliierten Kontroll­kommission überreicht worden. Für morgen wird die Veröffentlichung der Reichsregierung über die Maßnahmen zur Entwaffnung und Auf­lösung der Einwohnerwehren ange­kündigt.

wb. München, 31. Mai. Die Kreis-und G auhauptleute der Einwohnerweh­ren hielten gestern vormittag n»d nachmittag Be­sprechungen mit Landeshauptmann Dr. Esche- r i ch ab, um zu beraten, bis zu welchen Opfern die Einwohnerwehren gehen könnten, damit Minister­präsident v. Kahr und seine Regierung dem Lande erhalten bleiben könnte. Von Anfang an war man sich darüber klar, daß das von der bayri­schen Regierung der Reichs regierung An­gebotene das Äußerste von dem dargestellt habe, was der Einwohnerwehr überhaupt noch dis Möglichkeit lasse, ihre Ausgabe: Ruhe und Sicher­heit im Lande aufrecht zu erhalten, zu erfüllen. In einer gemeinsamen Nachmittagssitzung wurde ein stimmig eine Entschli e-ßung angenom­men, die ebenfalls zum Ausdruck bringt, daß das Mm Der bayrischen Regirrung dem Reich und der Entente Angebotene die Grenze des Möglichen dar­stelle. Dem Ministerpräsidenten v. Kahr und Dr. Escherich wurde erneut das Vertrauen der Führer ausgesprochen.

Kabinettsfitzung.

Berlin, 31. Mai. Die heutige Kabinetts­sitzung wird sich mit der b ev0rstehenden Re­gierungserklärung beschäftigen. Im Reichsfinanz- und Reichswirtschaftsministerium wurden leitende Ideen ausgearbeitet, die in Vor­besprechungen beraten und ergänzt wurden. Eine Entscheidung über die einzelnen Fragen durch das Kabinett wird in Kürze erwartet.

Wie die Blätter melden, ergab die gestrige Ka­binettssitzung voll« Einmütigkeit über die Erklärung, die der Reichskanzler heute im Reichstag abgeben wird. Eine Entscheidung über die einzelnen Steuer­projekte und sonstigen Mittel. zur Aufbringung der Reparationslasten sei jedoch noch nicht getroffen wot- den, sondern es fei nur die allgemeine Richtung der Arbeit des Kabinetts au sdiesem Gebiet festgelegt worden.

Beratung der Finanzminister.

wb. Berlin. 31. Mai. Heute fand eine Sitz­ung der Finanzmini st er der einzelnen Län­der unter dem Vorsitz des Reichskanzlers statt.

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te sslMe MiM in MrMM. Aufruf der Berbände heimattreuer Oberschlesier.

Berlin, 31. Mai. Wie den Abendblättern von zuständiger Seite mitgeteilt wird, besichtige im Auftrage der Reichs- und preußischen Staats- regierung der Staatssekretär Dr. Freund vom preußischen Ministerium des Innern die ober- schlesische Grenze und stellte dabei fest, daß trotz der unzulänglichen Vewasfnung der Polizei­kräfte alles geschehen ist, um die hermetische Abschließung der Grenze durchzuführen. Er konnte sich davon, überzeugen, daß die aus Ober­schlesien herauskommenden Freiwilligenorgani- sationen entwaffnet und keinerlei Munitions­sendungen nach Oberschlefien hineingelassen werden.

Breslau, 81. Mai. Von den Vereinigten Ver- Länden heinwttreuer Oberschlpsier ergeht joigcnber Auf­

ruf: An die Oberschlesier im Reich! Liebe Lands­leute! AuS tiefer Not rufen wir Euch Ihr Heimat­treuen Brüder und Schwestern im Reich um Hilfe an. Häufig und ost haben wir gelobt, uns in dem schweren Ringen um unsere gemeinsam« Muttererde niemals zu versagen. Zahlreich sind die Beweise Eurer Liebe und Treu«. Ihr habt mit uns am 20. März den Sieg der deutschen Sache erfochten. Aber der Kampf geht weiter. Nie war die Gefahr so groß wie in dieser schicksalsschweren Stunde. Unsere Heimat schmachtel unter dem grausamen polnischen Schreckensregiment, Mord und Raub, Brand und Verwüstung kennzeichnen die polnische Gewaltherrschaft. Zu Tausenden müssen unsere Bruder und Schwestern flüchten. Tausende sind heimatlos. Unsere Besteck stöhnen in polnischer Ge­fangenschaft. Viele der Getreusten liegen unter der Erde und die Tapfersten stehen im schweren Kamps« gegen die polnischen Rechtsbrecher. Alle sind der Vev- .zweislnng nahe und Warschau unterstützt die polnischen Banden mit Soldaten, Waffen, Munition, mst Mit­teln aller Art. Uns aber darf das deutsche Volk nicht mit der Waffe helfen. Doch verlassen dürfen uns. unsere Brüder und Schwestern nicht. Ihr könnt uni mit Werken der Liebe Helsen. Ihr HM Euch zusammen geschlossen. Euere Heimattreuen Verbände sind ein« achtunggebietende Macht. Ihr seid FleM von unserem Fleisch, Blut von unserem Blut. JhrHeborene Ober­schlesier hört den Schlag unseres Hebens. Ihr ver­steht unsere Not, niemand verficht das besser als Jh^ weil Ihr alle Kinder derselben Heimat seid. Großes, habt Ihr geleistet, helft weiter. Wir hörten, daß Ihr jür unsere Flüchtling« sorgen wollt, daß Ihr Kleide^ Nahrungsmittel, Geld und Gut hergeben wollt. Ihr hört, daß die Lage in der Heimat von Tag zu Tag entsetzlicher wird. Es ist keine Minute mchr zu ver­lieren. Jetzt müßt Ihr Euere glänzend ansgebaute Organisation «insetzen. Jetzt müßt Ihr die große Ausgabe übernchmen, die der Augenblick Euch stellt Helft den Flüchtlingen, helft den Unterdrückten urch Vergewaltigten. Gebt Geld, gebt Nahrung gebt Klei­der! Ueberzengt das deutsche Volk, daß es unS durch Rat und Tat zur Seite stehen muß. Wir baue«! -auf Euch. Wir wissen, Ihr werdet uns nicht verlassen. tLebensmiitel nimmt jede Ortsgruppe der Verbände heimattreuer Oberschlesier und Geldspenden werden er­beten auf das Konto Oberschlesier Hilft der Ban! fflt Handel und Industrie Breslau.

Das Ausbleiben der Kohlenlieferunge«.

Berlin, 31. Mai. Der Reichskohlenkommiffat ersuchte die Berliner Straßenbahn und die Hoch- und" Untergrundbahn um die Einschränkung ihres Betriebes um 50 Prozent, da meßen der geringen Koihlen- zufuhr aus Oberschlefien nicht genügend elek­trischer Strom erzeugt werden könne.

Berlin, 31. Mai. Die deutsche Regierung richtete unter dem 20. Mai an die Entente eine Note über das Ausbleiben jeglicher Kohlenlie­se r u n g aus Oberschlesien und beklagt sich, daß sie hieraus n.och keine Antwort empfangen habe, obwohl sie um schnelle Erledigung gebeten HM.

Zwei unerhörte Aufrufe.

Warschau, 30. Mai.' Wie aus Beuthen gemeldet wird, Hal Korsanty einen Aufruf erlassen, in dem es heißt:

Volksgenossen, wir haben von der Interalliierten Kanu milnon in Oppeln die Mitteilung erhalten, daß die Obcr- feitunq der deutschen Streitkräfte sich verpflichtet hat, alle Angrifssmaßnahmen gegen die polnischen Streitkräfte einzu stellen. wenn die Deutschen ebenfalls nicht an« gegriffen werden. Die Oberleitung hat in unfern Auftrag den strengen Befehl erhalten, Aktionen an der Front ein- zu stellen. Wer leichtfertig und böswillig angreift und so das ^Zustandekommen des Waffenstillstandes unmöglich macht, wird mit der ganzen Strenge des Kriegsgerichts al? Feind Polens und des oberi'chlefischen Volkes bestraft werden. Polnisches Volk! Der Feind erkennt dadurch, daß er die Einstellung der Kriegshandlungen vorschlägt, unfere Kraft, unfern unbeugsamen Willen und unfern Sieg an. Weiteres Vergießen polnischen Blutes wäre Verbrechen. Die kriegerisch« Aktion ist beendet .Jetzt ist vor allem unser« Pfticht, die Frucht unseres Siege- dauerhaft zu machen. Wir erreichen das am leichtesten dadurch, daß wir überall die Ruh« und Ordnung aufrecht erhalten.

Oppel.., 31. Mai. Der im nördlichen ©tabtteil von Königshütte residierende Platzkommandant erläßt in Gemeinschaft mit einem Ches der Aufständischen folgende Kundgebung:

Allen Bewohnern von Königshütte und die im besetzte« Gebiet wohnen, wird von der Militärverwaltung die völlige Schrrheit für Leben, Besitz und Freiheft zuge- fichert. Standrechtlich zum Tode tierurteHt toird 1. wer sich des Diebstahls oder des Raubes unter Bedrohung der Waffengewalt schuldig macht, 2. wer widerrechtlich jemand der Freiheit beraubt, ohne hierzu die Genehmigung bet aufständischen Behörde zu besitzen. Der standrechtliche« Aburteilung unterliegt auch, wer im besetzten Gebiet fol­gende Zeitungen verkauft: Kattowitz: Kaitowitzer Zeitung Vblkswille, Oberschlesische Morgenzeitung: Königshütte; Tageblatt, Kurier; Beuthen: Oberschleftsche Lanreszeitun«, Oberschlesische Zeitung, Ostdeutsche Morgenpost; Mawttzl Bvlksstimme; Ratibor: Rundschau und Anzeiger,